Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

3.347 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leitkultur, Kulturchauvinismus, Kulturhegemonie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:29
@Kybela
Zitat von OptimistOptimist schrieb:könnte man da dann nicht auch irgendwelche Ausnahmeregelungen basteln (darauf kommts doch dann auch nicht mehr an).
Zitat von KybelaKybela schrieb:diese Antwort habe ich mir gedacht, da es zum Wohle und zum Schutz der Frauen und Kinder geht.
wieso zum Nachteil? Ich hatte natürlich gemeint zum Vorteil - aller Beteiligten. Halt irgendwelche Kompromisse, so wie es bei unserem Scheidungsrecht doch auch ist.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:in KEINER Form und auch nicht durch irgendwelche Ausnahmen und Hintertürchen.
Zitat von KybelaKybela schrieb:du änderst schnell deine Meinung, wenn es zum Nachteil einer Frau ist.
da hatte ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt.
Was ich gemeint hatte: Keine Ausnahmen, welche durch die Hintertüre das Schariarecht einführen.
Ausnahmen zugunsten Frauen auf alle Fälle, aber die eben nicht als Scharia-recht deklariert werden und auch nicht als sonstige Rechtsformen anderer Länder oder von diesen übernommen werden.
Was ich möchte, dass nur nach hiesigem Recht gesprochen wird und dafür dann eben auch Ausnahmen ins hiesige Recht gebastelt werden könnten.
nach dem etwa bei Scheidungsfällen oder in Erbrechtsfällen bei Ägyptern nach ägyptischem Recht, bei Iranern nach iranischem Recht geurteilt wird.
und genau das finde ich eben falsch. Wir leben hier nicht in Äqypten oder sonstwo sondern in D und da sollte mMn ausschließlich NUR deutsches Recht geben (selbst wenn es da und dort umgeändert werden müsste)


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:33
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:was gezielte Zuwanderung in die BRD angeht, so sollte man möglichst auf kompatible gruppen achten, die recht schnell und ohne viel Unterstützung sich in die Gesellschaft einfügen.
Kompatible Gruppen, ich wusste gar nicht das Migranten nach kompatiblen  Gruppen eingeteilt werden. Das hört sich eher nach einem Trump an der gewisse Nationalitäten als nicht mehr kompatible Gruppen betrachtet die in die USA reisen dürfen.

Und wie will man sowas gesetzlich Regeln wenn man selbst in der Verfassung sowas stehen hat das niemand wegen seiner Herkunft oder Ethnie gesetzlich benachteiligt oder bevorzug zu werden darf?


2x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:35
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Genau, nämlich dann wenn man ihnen keinen Einhalt gebietet, wenn man ALLEN Forderungen gegenüber tolerant ist, alles abnickt oder zumindest ignoriert (kurz, wenn man nicht "den Anfängen wehrt")
Das müsste eigentlich jeder machen, und es nicht nur (zB,) der Antifa überlassen.
Da kann ich Dir nur zustimmen, @Optimist
http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_82805790/maischberger-intimfeinde-maas-und-weidel-streiten-ueber-messerattentat.html
Der Kriminologe Pfeiffer sagte beispielsweise gestern bei Maischberger:
"Die AfD erfindet Realitäten, um daran politische Forderungen aufzustellen."
Demgegenüber muss einfach die Toleranz enden!


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:35
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:was gezielte Zuwanderung in die BRD angeht, so sollte man möglichst auf kompatible gruppen achten, die recht schnell und ohne viel Unterstützung sich in die Gesellschaft einfügen.
Der "gezielten Unterstützung" bedürfen - zumindest hier oben - durchaus auch theoretisch kompatible Zuwanderer, wenn ich an meine Erfahrung mit zugezogenen Schweizern, Österreichern, US-Amerikanern oder Süddeutschen denke, die sich hier oben ein Haus gekauft haben und in die Urbevölkerung zu integrieren waren. Selbst mir mit hamburger Migrationshintergrund fiel es einerzeit schwer, mich an Sprache, Sitten und Gebräuche hier kurz unterhalb des Nordpols zu gewöhnen. Manches kann ich heute immer noch nicht verstehen. Von den Eingewöhnungs- und Anpassungsschwierigkeiten meinen irischen Frau mal ganz zu schweigen.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:35
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Kompatible Gruppen, ich wusste gar nicht das Migranten nach kompatiblen Gruppen eingeteilt werden.
Aber natürlich kann man das. Firmen machen das tagtäglich bei der Suche nach Mitarbeitern.

Andere Länder machen das auch..


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:36
Zitat von DoorsDoors schrieb:Der "gezielten Unterstützung" bedürfen - zumindest hier oben - durchaus auch theoretisch kompatible Zuwanderer, wenn ich an meine Erfahrung mit zugezogenen Schweizern, Österreichern, US-Amerikanern oder Süddeutschen denke, die sich hier oben ein Haus gekauft haben und in die Urbevölkerung zu integrieren waren.
Ich bezweifel doch sehr das der Staat mit Mensch, Material, Geld dort aktiv wurde..

Die Private Integration in die Nachbarschaft war nicht gemeint..


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:37
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Genau, nämlich dann wenn man ihnen keinen Einhalt gebietet, wenn man ALLEN Forderungen gegenüber tolerant ist, alles abnickt oder zumindest ignoriert (kurz, wenn man nicht "den Anfängen wehrt")
Zitat von eckharteckhart schrieb:"Die AfD erfindet Realitäten, um daran politische Forderungen aufzustellen."Demgegenüber muss einfach die Toleranz enden!
ja, das natürlich auch.
Ich sehe du hast erkannt worum es mir geht, außer z.B. dem Scharia-Recht in D :)


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:38
@Fedaykin
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Und wie will man sowas gesetzlich Regeln wenn man selbst in der Verfassung sowas stehen hat das niemand wegen seiner Herkunft oder Ethnie gesetzlich benachteiligt oder bevorzug zu werden darf?
Gab noch einen Edit. Deine Aussage das man nur kompatible Gruppen migrieren lassen soll steht im Widerspruch zum Grundgesetz. Wie willst das lösen?

Und natürlich ist ein Staat keine Firma -.-


2x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:39
@Fedaykin


Na ja, zumindest aus Etats zum Erhalt denkmalsgeschützer Gebäude oder im Bereich von Agrarsubventionen dürfte da schon der eine oder andere grössere Euro-Schein geflossen sein.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:42
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Deine Aussage das man nur kompatible Gruppen migrieren lassen soll steht im Widerspruch zum Grundgesetz. Wie willst das lösen?
Ja Grundgesetz, ja Grundgesetz, ja Grundgesetz!
Sie berufen sich hier pausenlos aufs Grundgesetz.
Sagen sie mal,
sind sie eigentlich Kommunist?

(F.J.Degenhardt)


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:46
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Ich sehe du hast erkannt worum es mir geht, außer z.B. dem Scharia-Recht in D :)
Kein Problem!
Stelle einfach eine Quelle hier rein, wo in Deutschland Scharia-Recht über deutschem Recht steht.
Dann kannst Du das abhaken


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:53
@Optimist

Bislang ist mir kein deutsches Gericht bekannt, das nach der Scharia entscheidet. Da wissen sie mehr als ich! (J.Becker)


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 10:59
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Gut dann ist also Deine Behaultung also schlichtweg falsch das ein gläuber Muslime und die Sharia untrennbar seien.
keine Ahnung, ob an dir die Entwicklung der letzten Jahre vorübergezogen ist.
jedenfalls siehr man im Stadtbild sehr viel mehr fromme Muslimas , als noch vor 5 Jahren.  
wenn für dich Sharia ausschließlich Handabhacken und Steinigung bedeutet: ja, dann wollen 99,9% der in D lebenden Muslime keine Sharia.
wenns um islamische Heirat geht, um Mehrehen, um Friedensrichter, um das religiöse Alltagsleben - dann richten sie sich sehr wohl an der Sharia aus.
Zitat von DoorsDoors schrieb:Ich kann mich kleiden wie ich will.

Ich kann als Frau arbeiten gehen, mein eigenes Geld verdienen.

Ich kann mir meine Sexualpartner frei aussuchen.

Ich kann mich von meinem Partner trennen, wenn er mir nicht passt.

Ich kann jederzeit allein auf die Strasse gehen.

Ich kann mich mit Angehörigen des anderen Geschlechts treffen, egal, ob verheiratet oder nicht.

Ich kann als Mädchen zur Schule gehen oder auf die Universität.

Ich kann als Frau einen Führerschein machen und mir ein Auto kaufen.

Wenn mein Mann mich schlägt, kann ich zur Polizei oder ins Frauenhaus.

Wenn meine Kinder mich nerven, kann ich Beratungsangebote annehmen.

Ich kann Verhütungsmittel benutzen.

Ich kann gleichgeschlechtliche Orientierungen ausleben.

Ich muss mich nicht an Feiertage oder Speisevorschriften halten.

Ich kann auch als Frau allein in die Disco oder ins Kino.

Ich kann als Frau im Sportverein aktiv sein.

Ich kann als Frau im Bikini oder ganz ohne schwimmen gehen.

Ich kann als Frau alles machen, was Männer machen.

Ich kann hier meine Meinung sagen.

Ich kann mein Leben frei planen, ohne dass sich meine Eltern einmischen.

Ich werden nicht von Nachbarn bespitzelt.

Ich muss keine Angst vor der Polizei haben.

Ich kann mich informieren, wo ich will.
@Doors

deine vor Jahren erstmals eingestellten und seitdem von Zeit zu Zeit receycelten Beiträge bedürften eines Realitätschecks.

>10.000 radikal islamische Salafisten sowie Hunderttausende Asylbewerber aus zT streng  religiösen/hierarchischen Traditionen zeichnen nicht unbedingt das Bild, dass du zu vermitteln suchst.
Türkischer Nationalismus spielt eine erschreckend große Rolle, das hätte wohl niemand vor dem Referendum zur Armenienresolution so erwartet. Oder Stichwort Putschversuch Türkei hat sich für manche das hier völlig verändert:
Ich werden nicht von Nachbarn bespitzelt.
wenn du das Bild von Zuwandernern und Asylbewerbern zeichnen willst, die allesamt weltoffen, emanzipiert, westlichen Werten gegenüber nicht nur aufgeschlossen sondern bejahend sind, dann zeichnest du ein genauso falsches, weil pauschales Bild wie diejenigen die pauschal eine negative Sicht auf alle Migranten und Asylbewerber vertreten.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:02
@Doors
Bislang ist mir kein deutsches Gericht bekannt, das nach der Scharia entscheidet.
Zumindest scheinen die Ansätze da zu sein, hatte ich weiter oben schon verlinkt, hier noch mal: https://www.welt.de/politik/deutschland/article13845521/Scharia-haelt-Einzug-in-deutsche-Gerichtssaele.html
Experten warnen zunehmend vor dem Einzug der Scharia ins deutsche Rechtssystem

...
Für deutsche Gerichte ist die Scharia kein Fremdwort. In Erbrechtsfällen, aber auch bei Scheidungen wird auch in Deutschland mitunter islamisches Recht angewandt.



melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:09
@lawine
Jeder Pfadfinderverein kennt eigene Taufrituale.solange diese nicht die Gesetze verletzen ists sowas von egal ob sie diese praktizieren.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:13
@Doors
In einem anderen Fall erkannte ein Gericht eine Ehe an, die in Tunesien durch zwei Stellvertreter per Handschlag geschlossen worden war.
ein deutsches Gericht anerkennt eine Ehe, die zwischen 2 Stellvertretern geschlossen wurde:
weder die Ehefrau noch der Ehemann waren "Vertragspartner" -- ne, der "Handel" wurde von 2 männlichen Vertretern beschlossen.

das ist keine freie Wahl der Lebens-und Sexualparter, dass ist wie Viehandel. nur schlimmer, weil es Menschen betrifft.

und das muss dann ein deutsches Gericht nach geltender REchtslage anerkennen -- weils zum Rechtskreis "internationales PRivatrecht" gehört.
Das Bundessozialgericht in Kassel lehnte etwa im Jahr 2000 die Klage einer aus Marokko stammenden Witwe ab, die sich weigerte, die Rente ihres Mannes mit der Zweitfrau zu teilen.
soviel zur konsequenten Umsetzung des Verbots der Vielehe in Deutschland.

den Scheidungsfall von 2 in D lebenden deutschen Staatsbürgern , der am EuGH grad anhängig ist, hatte ich schon verlinkt: Stichwort rechtmäßige , einseitige Shariascheidung im Herkunftsland in D (für deutsche Staatsbürger) gültig oder nicht?



Vergesst Urteile im Namen des Volkes??


in Deutschland . so dem Artikel zu entnehmen,
gibt es immer wieder Stimmen, wie zuletzt der rheinland-pfälzische Justizminister Jochen Hartloff (SPD), die die Existenz islamischer Schiedsgerichte in Deutschland grundsätzlich für zulässig halten.
das ist zwar direkte Unterwanderung des dt. Rechtsstaates durch einen Justizminister (ML), aber hey, wenn es dem FRIEDEN dient.....
NRW hat eine Bevölkerungsstruktur, da scheint es manchem schon wichtig, dass Shariarecht gesprochen werden darf. Für Hartloff (SPD) ist es vorstellbar, dass Gerichtsurteile nicht im Namen des Volkes, sondern in NAmen Allahs gesprochen werden...

zitate:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article13845521/Scharia-haelt-Einzug-in-deutsche-Gerichtssaele.html


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:17
Zum Themenkomplex "Islamische Ehe" ein Artikel aus dem linksradikalen Kampfblatt "Die Zeit":


Polygamie: Die Zweitfrau darf nicht nachziehen

Mehrfachehen dürfen in Deutschland nicht anerkannt werden, sagt Justizminister Maas. Das gilt allerdings schon heute. Regelungsbedarf gibt es eher bei anderen Fragen.

Von Katharina Schuler
14. Juni 2016





"Minister Maas will gegen Mehrfachehen vorgehen", schrieb am Dienstag die Bild-Zeitung. Und wusste zu berichten: Obwohl Polygamie in Deutschland verboten sei, drückten die deutschen Behörden oft ein Auge zu, wenn ein Mann in Begleitung mehrerer Frauen nach Deutschland einreise, die nach islamischem Recht mit ihm verheiratet seien – ohne das jedoch näher auszuführen. Auch konkrete Zahlen nannte die Zeitung nicht.

Das Bundesjustizministerium betonte dagegen auf Nachfrage, man habe bisher keine Erkenntnisse darüber, dass deutsche Behörden das Recht im Hinblick auf Mehrfachehen zu großzügig auslegten. Man werde aber künftig beobachten, ob es in dieser Hinsicht Probleme gebe, sagte ein Sprecher ZEIT ONLINE. Dann müsse man darauf reagieren.

"Mehrfachehen dürfen in Deutschland nicht anerkannt werden", zitierte die Bild den Minister. Der wollte damit wohl vor allem all jene beruhigen, die fürchten, Zuwanderer könnten die deutsche Gesellschaft zu sehr verändern. Denn dieser Grundsatz ist längst geltendes Recht. Gesetzlichen Regelungsbedarf gibt es also keinen.

Allerdings: Eine nach islamischem oder ausländischem Recht geschlossene Zweit- oder Drittehe kann in Deutschland durchaus rechtliche Folgen haben. Unterschieden wird nämlich zwischen verschiedenen Aspekten einer Ehe. Beim Erbrecht oder mit Blick auf eine Witwenrente steht der Schutz der betroffenen Frauen im Vordergrund. Auch eine Zweitfrau kann deswegen nach dem Tod des Mannes Anspruch auf einen Teil seines Vermögens haben. Die Witwenrente wird im Zweifelsfall auf alle vorhandenen Frauen aufgeteilt.

Im Bereich des Ausländerrechts wird eine Zweitehe dagegen nicht akzeptiert. Über den Familiennachzug kann also immer nur eine Ehefrau pro Mann nach Deutschland kommen.

Dazu, wie viele Muslime in Deutschland nach islamischem Recht in Mehrfachehen leben, gibt es keine gesicherten Zahlen. Grundsätzlich können solche Ehen nicht nur im Ausland, sondern auch von einem Imam in Deutschland geschlossen werden. "Ein muslimischer Geistlicher ist nicht verpflichtet zu prüfen, ob der Bräutigam bereits verheiratet ist", sagt der Psychologe Kazım Erdoğan, der in Berlin-Neukölln als Ehe- und Familienberater arbeitet. Gerade strenggläubige Muslime lehnten standesamtliche Eheschließungen oft sogar ab.

Auch wenn der Staat Mehrfachehen nicht anerkenne, könne er aber nicht verhindern, dass Menschen sich für diese Lebensform entschieden, heißt es aus dem Justizministerium. Schließlich könne man einer Studenten-WG auch nicht die freie Liebe verbieten.

Verstoß gegen die Gleichberechtigung

Familienberater Erdoğan sieht das ähnlich. Trotzdem müsse man Mehrfachehen öffentlich genauso ächten wie dies etwa mit häuslicher Gewalt geschehe, findet er. Solche Verbindungen seien ein eklatanter Verstoß gegen das Prinzip der Gleichberechtigung. Schließlich sind sie ein Privileg von Männern. Fortschrittliche Moscheen sollten sich verpflichteten, Mehrfachehen nicht mehr zu legitimieren, findet er.

Die Frauenhilfsorganisation Terres des Femmes fordert sogar, das Personenstandsgesetz wieder dahingehend zu ändern, dass die standesamtliche Trauung der religiösen vorausgehen muss, wie es bis 2009 war. Dann könnte jeder Geistliche zumindest einfach überprüfen, ob bereits eine staatlich geschlossene Ehe besteht. Anhaltspunkte dafür, dass die Zahl der Mehrfachehen in den vergangenen Jahren zugenommen habe, gebe es aber nicht, sagt Myria Böhmecke von Terre des Femmes.

Mindestheiratsalter 18 Jahre

Für vordringlicher hält sie es deswegen, gegen Ehen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen vorzugehen und die Strafbarkeit von Zwangsehen zu erweitern. Bundesjustizminister Maas zeigt sich in dieser Hinsicht aufgeschlossen. "Zwangsehen dürfen wir nicht dulden, erst recht nicht, wenn minderjährige Mädchen betroffen sind", sagte er der Bild. Konkrete Pläne gibt es allerdings noch nicht.

In der Beratung nehme man wahr, dass die Zahl der Ehen mit Minderjährigen zunehme, sagt Böhmecke. In der vergangenen Wochen waren zudem Daten der Justizministerkonferenz bekannt geworden, wonach im Zuge der Flüchtlingskrise Hunderte verheiratete Mädchen nach Deutschland gekommen sind, die noch minderjährig sind. Allein in Bayern sind demnach bis Ende April 161 Fälle von verheirateten Asylbewerbern unter 16 Jahren und 550 Fälle von Verheirateten unter 18 Jahren registriert worden. Die Justizministerkonferenz prüft nun, das Heiratsalter in Deutschland, das derzeit bei 16 Jahren liegt, generell auf 18 Jahre anzuheben.

Das fordert auch Terre des Femmes. Im Ausland geschlossene Ehen dürften ebenfalls nicht anerkannt werden, wenn beide Ehepartner nicht mindestens 18 Jahre alt seien, sagt Böhmecke. Die frühen Ehen gingen zulasten der Frauen. Sie seien ihren Männern nicht nur vollständig ausgeliefert, sie könnten häufig auch keine Ausbildung mehr abschließen, weil sie Mütter würden. Sehr frühe Schwangerschaften stellten zudem ein großes gesundheitliches Risiko dar.

Wichtig sei auch, den Paragrafen 237 des Strafgesetzbuches, der Zwangsheirat verbietet, auszuweiten. Dieser müsse sich auch auf religiöse und soziale Ehen beziehen, also auf solche, die nicht vom Staat anerkannt würden. Mehrfachehen nach islamischem Recht wären damit nicht ausgeschlossen. Aber die Frauen, die in solchen Konstellationen leben, wären zumindest etwas besser geschützt.

Quelle:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-06/polygamie-mehrfach-ehe-heiko-maas/komplettansicht


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:19
@lawine

Natürlich bin ich gegen Zwangsehen und Polygamie ebenso wie gegen erzwungene Schwangerschaften oder Kinderehen.
Auch wenn diese nur eine kleine Bevölkerungsgruppe betreffen, so ist hier der Gesetzgeber gefordert.


1x zitiertmelden
Realo Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:24
Zitat von lawinelawine schrieb:Das Bundessozialgericht in Kassel lehnte etwa im Jahr 2000 die Klage einer aus Marokko stammenden Witwe ab, die sich weigerte, die Rente ihres Mannes mit der Zweitfrau zu teilen.
soviel zur konsequenten Umsetzung des Verbots der Vielehe in Deutschland.
Wie hätte denn dei Alternative ausgesehen? Wahrscheinlich hatte der Mann nicht das Geld, 2 Frauen in Deutschland zu finanzieren, weil hier alles ein bisschen (Vielfaches) teurer ist als in Marokko. Also hätte die Zweitfrau was - Hartz 4? - kriegen müssen. Dann wäre aber wieder das Mimmimmi hier und überall sehr groß gewesen, dass der Steuerzahler hier marokkanische Zweitfrauen finanzieren soll.

Also sag mir, wie es eine bessere und praktikable Lösung hätte geben können in diesem spezifischen Fall. Denn so wie ich dich kenne wärst du die erste gewesen, die sich hier mit zahlreichen Links zu den Zeitungsausschnitten beschwert hätte, dass hier auch noch von der Öffentlichkeit Zweifrauen finanziert werden sollten, die sollten as gefälligst unter sich ausmachen. Und genau dazu hat sich das Gericht ja auch entschieden. Aber das passt dir dann auch wieder nicht.
Zitat von lawinelawine schrieb:das ist zwar direkte Unterwanderung des dt. Rechtsstaates durch einen Justizminister (ML), aber hey, wenn es dem FRIEDEN dient.....
Das ist jetzt wieder die typische AfD-like Rechtspropaganda bzw. Hetze.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

30.11.2017 um 11:25
Zitat von DoorsDoors schrieb:Auch wenn diese nur eine kleine Bevölkerungsgruppe betreffen, so ist hier der Gesetzgeber gefordert.
dazu hast du meine volle Zustimmung.
Zitat von DoorsDoors schrieb:gegen Zwangsehen und Polygamie ebenso wie gegen erzwungene Schwangerschaften oder Kinderehen
diese Punkte sind nicht  verhandelbar, weder auf einem imaginären Bazar noch west-östlichen Divan


melden