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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

3.347 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leitkultur, Kulturchauvinismus, Kulturhegemonie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 08:57
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Und den Maßstab Bildung legen wir bei Dir oder bei mir an? Naja... besser bei dir, denn dann muss man so gut wie keinen Migranten mehr ins Land lassen, weil der Maßstab viel zu hoch ist.
Unter anderem, aber schwerpunktmäßig an dem was Bildungstechnisch für die Arbeitswelt benötigt wird.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Können, oder müssen? Das ist hier die Frage...
bei 80% wird man es müssen, sofern man nicht scharf ist auf Probleme und Transferleistungen.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 09:56
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Unter anderem, aber schwerpunktmäßig an dem was Bildungstechnisch für die Arbeitswelt benötigt wird.
Na, da solltest Du Dir mal anhören was die IHK/HWK in Deutschland zum Bildungsstand nach dem Schulabschluß zu sagen haben :D Und wenn ich richtig informiert bin, dann will unser Innenminister die Anforderungen der Abschlüsse weiter senken... natürlich nur "vorübergehend" :D


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 10:21
Der Mensch ist nicht allein Naturwesen, sondern auch Kulturwesen. Und das in einem Ausmaß, wie es kein anderes Naturwesen entwickelt hat. Sofern es keine ähnlich oder weiter entwickelten außerirdischen Spezies gibt, was wir bis dato nicht wissen, macht den Menschen dies nicht nur auf der Erde, sondern in der Existenz insgesamt einzigartig.

Der Mensch ist auch ein soziales Gruppenwesen.
Doch obwohl sich mancher als Weltbürger bezeichnet, der überall und nirgendwo zu Hause sei und vorgeblich jeden anderen Menschen als Teil seiner Familie sieht, verstehen sich die allermeisten Menschen nicht als Teil einer einzigen großen Gruppe.
Die Identifikation findet vielmehr auf verschiedenen Ebenen statt.
Auf einer Ebene identifiziert man sich als der Gruppe Mensch zugehörig, das ist die größte Gruppe, deren Identifikationskraft aber auch am geringsten, weil sehr wenig spezifisch, ist.
Viele weitere Ebenen werden darüber hinaus gebildet durch weltanschauliche Vorstellungen, Ethnie, Nationalität, selbst Vereinszugehörigkeit.
Wir sind stets Teil mehrerer Gruppen, aber wir identifizieren uns nicht als Teil aller Gruppen. Also grenzen wir uns notwendig von Angehörigen anderer Gruppen und diesen Gruppen selbst ab. Im Guten und im Bösen. Dass ich mich nicht als Teil der Gruppe der Sportschützen betrachte, heißt nicht, dass ich was gegen Sportschützen hätte.

Auch innerhalb der Gruppen gibt es Untergruppen. Man ist zwar insgesamt Sportschütze, aber gehört noch davor zur Gruppe ,,Knall und Donner 1869 e.V.".
Die Zahl der Gruppenmitglieder, mit denen wir uns in unterschiedlichem Grade verbunden fühlen, ist begrenzt.
Die Grade reichen vom engsten Familienkreis bis hin zum Grad:,,Gehört irgendwie dazu".

Dass wir unterschiedliche Gruppen bilden, zeigt uns, dass es auch unterschiedliche Kennzeichen gibt und nicht alle Gruppen die gleichen Merkmale aufweisen.
Ein bedeutendes Merkmal ist die spezifische Kultur.

Kultur ist allerdings nicht ganz leicht zu verstehen, denn unter ihm fassen sich zahlreiche Bestandteile zusammen.
Standardmäßig werden als Kulturbestandteil genannt Dinge wie Kunst und Musik. Oder berühmte Schriftsteller der eigenen Nationalität.

Doch fallen unter den Kulturbegriff auch ähnliche ethische Wertvorstellungen und soziale Umgangsformen, Geschichte, Feste...

Unter einer Leitkultur verstehe ich erstens keinen absoluten Zwang.
Zweitens aber sehr wohl eine Orientierungshilfe für Mitglieder und potenzielle Mitglieder der Gesellschaft vor allem bezüglich des Umgangs der Menschen untereinander und bezüglich ethischer Vorstellungen.
Es wäre naiver Unsinn, davon auszugehen, dass alle Menschen weltweit, mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund, trotzdem die gleichen Vorstellungen und Umgangsformen pflegen.

Ich bin für vernünftige Leitkultur, sie fördert Integration und Zusammenleben.
Noch ein Wort zur Integration, weil manche ganz erbost schimpfen, man würde da Anpassung verlangen und das sei Teufelszeug:

Natürlich verlangt Integration AUCH Anpassung. Von allen Beteiligten. Wollen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenleben und auskommen, müssen sie sich aneinander anpassen. Die Leitkultur gibt zu diesem Vorgang Orientierungshilfe.
Anpassung ist dabei nicht zu verstehen als völlige Aufgabe der eigenen, ursprünglichen Identität.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 10:22
Zitat von HawksterHawkster schrieb:Na, da solltest Du Dir mal anhören was die IHK/HWK in Deutschland zum Bildungsstand nach dem Schulabschluß zu sagen haben :D
Ja ist mir bekannt. Das hakt schon hier,  und wie schlimm ist es dann für Analphabeten und co  (Sogar Analphabeten in ihrer Muttersprache)
Zitat von HawksterHawkster schrieb:nd wenn ich richtig informiert bin, dann will unser Innenminister die Anforderungen der Abschlüsse weiter senken... natürlich nur "vorübergehen
Genau, mit anderen Worten jeder soll bloß irgendwas auf dem Papier haben, aber das Niveau ist dann Nutzlos..

Ist also Sinnlos aber Optisch sieht es besser aus.


@Kc

nur die ersten Zeilen gelesen, aber ja stimmt schon, das vergessen leider viele.


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09.08.2017 um 10:30
@Fedaykin

Was mir besonders merkwürdig erscheint, ist die zum Teil regelrecht hysterische Verneinung, es gäbe eine distinktive deutsche Kultur.
Vermutlich liegt das an den Nachwirkungen der Zeit des Nationalsozialismus, dass deutsche Kultur in den Augen einiger Leute und Gruppen sofort verdächtigt wird, sich an diesen anzulehnen.

Ob es in anderen Ländern auch so eine Ablehnung einer eigenen Identität gibt, weiß ich nicht. Vermutlich nicht in dem Grade, wie es in Deutschland der Fall ist.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 10:36
Zitat von KcKc schrieb:Was mir besonders merkwürdig erscheint, ist die zum Teil regelrecht hysterische Verneinung, es gäbe eine distinktive deutsche Kultur.
Vermutlich liegt das an den Nachwirkungen der Zeit des Nationalsozialismus, dass deutsche Kultur in den Augen einiger Leute und Gruppen sofort verdächtigt wird, sich an diesen anzulehnen.
Nun sicher viele Dinge die in anderen Ländern alltäglich sind , wird in Deutschland mit Skepsis begegnet weil die Nationalsozilaisten alles vereinenahmt hatten und entsprechend negative Haltung dazu existiert.

Btw gehe ich recht in der Annahme das es für diese Gruppe auch keine Britische, Franzöische etc Kultur gibt?
Zitat von KcKc schrieb:Ob es in anderen Ländern auch so eine Ablehnung einer eigenen Identität gibt, weiß ich nicht. Vermutlich nicht in dem Grade, wie es in Deutschland der Fall ist.
Nein, in dem Grade weniger. Wobei ich momentan durch verschiedene Gruppen die "Unzufriedenheit" an diversen Zuständen. Mit anderen Worten was Politiker glauben was das Volk denkt und was sie insgeheim denken driftet immer mehr auseinander.

Vor allem wieder die schweigende Mehrheit. Ich denke wenn ich zb Realos Anschauungen und Pläne betrachte würden 95% der Deutschen sagen. "nö"


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 10:51
Zitat von KcKc schrieb:Was mir besonders merkwürdig erscheint, ist die zum Teil regelrecht hysterische Verneinung, es gäbe eine distinktive deutsche Kultur.
Vermutlich liegt das an den Nachwirkungen der Zeit des Nationalsozialismus, dass deutsche Kultur in den Augen einiger Leute und Gruppen sofort verdächtigt wird, sich an diesen anzulehnen.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Nun sicher viele Dinge die in anderen Ländern alltäglich sind , wird in Deutschland mit Skepsis begegnet weil die Nationalsozilaisten alles vereinenahmt hatten und entsprechend negative Haltung dazu existiert.

Btw gehe ich recht in der Annahme das es für diese Gruppe auch keine Britische, Franzöische etc Kultur gibt?
Es ist weniger ein "hysterisches Verneinen" von deutscher Kultur sondern das Verneinen einer herbeifantasierten Identität, die ist es, die so nicht existiert.
Wenn man sich nämlich einfach irgendwelches positiv konnotiertes Zeug nimmt und ein paar Lederhosen und das anschließend als "deutsch" postuliert dann hat das nunmal mit der Realität nichts zu tun, ist aber unsinnige nationalistische Überrhöhung...die ist auch recht "deutsch", genau wie herbeifantasierte Identität.

Was man tatsächlich als "deutsche Kultur" bezeichnen müsste, wird dann eher abgelehnt. Dazu gehört es z.B. sich im Nachhinein irgendwie auch als Opfer des Nationalsozialismus zu stilisieren, das ist tatsächlich ebenfalls "deutsch".


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 11:06
@Fierna

Der berühmte Spruch mit den Lederhosen und der Bratwurst wird meiner Beobachtung nach meistens von Leuten geführt, die lediglich mehr oder weniger aggressiv die Existenz deutscher Kultur verneinen wollen.

Typischer Stil:,,Haha, deutsche Kultur, was soll das denn sein? Lederhosen, Dirndl und Bratwurst? Auf solch eine Kultur kann ich verzichten, dann bin ich kein Deutscher...".
Gern auch gefolgt von diffusen Ausführungen, die darauf hinauslaufen, dass es ausreichen würde, wenn sich alle irgendwie liebhaben und an die Gesetze halten.

Stichwort ,,irgendwelches positiv konnotiertes Zeug" - machen das nicht die ,,Kulturfeinde" genauso, nur in der Variante ,,irgendwelches negativ konnotierte Zeug"?

Meine Erfahrungen sind, dass häufig gar keine wirkliche Diskussion über deutsche Kultur gewünscht ist. Sondern eine Lächerlichmachung derselben beziehungsweise die Verneinung ihrer Existenz überhaupt.
Jedenfalls werden die betreffenden Kritiker dann doch schnell eingeschnappt und kleinlaut, wenn man ihnen beweist, dass der Kulturbegriff doch umfangreicher ist und auch Deutschland mehr zu bieten hat, als nur bayrische Trachtenmode ;)


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 11:14
=Nevrion id=19857909]Ist Nationalismus also der falsche Weg und wenn ja warum?
Du fragst warum?

Erstens gibt es nicht DEN Nationalismus, der deutsche ist ein besonderer, selbstgefällig, überheblich, rassistisch, herrenmenschlich, völkisch, am Ende immer verheerend, wie wir aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts von Wilhelm II bis Rostock, Mölln und Solingfen wissen; derzeit arbeitet er als Bransbeschleuniger in diversen Kleinstädten besonders im Osten gegen Asylunterkünfte, ist fremdenfeindlich, vorgestrig, bösartig, reaktionär, islamfeindlich, undemokratisch und überhaupt abstoßend, vekehrt in Kreisen wie den Burschenschaften, der identitären Bewegung, einige sind sogar "Reichsbürger", hält die Stahhlhelmfraktion der CDU für zu lasch und die AfD für zu uneinheitlich, sehnt sich nach einer homogenen Gesellschaft, hat Angst vor Überfremdung und hasst die "soziale Hängematte" ganz besonders für nicht Deutschstämmige, repräsentiert alles Übel, das sich ein Mensch nur ausdenken kann. Reicht das? Reicht dir nicht die Geschichte des letzten Jahrhunderts? Was meinst du wohl zu welchem Zweck die EWG dereinst gegründet wurde? Seitdem Deutschland international eingebunden ist, kann es nicht mehr so wie so mancher gerne möchte und in Europa herrscht Frieden.
Zitat von NevrionNevrion schrieb:Und das muss man dann noch irgendwie der gesamten Gesellschaft erklären und schmackhaft machen,
Das kann man sowieso nicht; wenn es nach populistischen Meinungen ginge, hätten wir eine Politik nach dem vollen AfD Programmm, auch wenn die nur von wenigen gewählt wird. Vielleicht ist der deutsche Bürger ja klüger als man glaubt und hat noch mehr Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen als vor "zu viel" Migranten und ahnt, dass sich Deutschland im Nu isolieren würde mit allen bekannten Folgen, wenn  es einen strikt nationalistischen Weg einschlüge; daher sympathisiert "man" zwar mit der AfD, wählt sie aber doch lieber nicht. Das Portemonnaie ist jedem doch am nächsten, alles andere kommt erst danach. kritisch würde es erst in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise.
Zitat von NevrionNevrion schrieb:Ist es nicht viel mehr Deutsch-Feindlich, wenn man integrationsunwillig in einem Land herum läuft, das einen aufgenommen hat und das, was sich die Menschen hier aufgebaut haben, mit Füßen tritt?
Das sind Minderheiten, genauso wie die unverschlechterbaren Deutschnationalen ("Neonazis"). die genauso wenig integriert sind. Jedes politische Spektrum hat eben auch seine extremen Ränder.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Das Ablehnen von Zuwanderunge oder unbegrenzter Flüchtlingsuafnahme ist nur begrenzt etwas Nationalistisches, es ist einfach ab einen Punkt eine Rationale Entscheidung.
Lassen wir die Berufsmigranten mal raus, da stimme ich dir zu: Ohne Obergrenze (für berechtighte Flüchtlinge) bedeutet noch lange nicht unbegrenzt. Die Grenzen sind in der Türkei, Libanon, Jordanien und Libyen gesetzt; die EU sorgt dafür, dass von diesen 7 Millionen Asylaspiranten kaum noch einer nach Europa kommt. Du kannst also weiterhin beruhigt schlafen.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:wir haben hier ja schon festgestellt das die Grundlagen für diesen Thread voller Fehler sind, sowohl Historisch als auch Soziologisch.
Zu schade, dass auf ein Besserwissen zu wenige Rücksicht nehmen. Die Steigerungsform lautet schließlich: gebildet, halb gebildet, ungebildet, eingebildet.
Zitat von KcKc schrieb:Doch obwohl sich mancher als Weltbürger bezeichnet, der überall und nirgendwo zu Hause sei und vorgeblich jeden anderen Menschen als Teil seiner Familie sieht, verstehen sich die allermeisten Menschen nicht als Teil einer einzigen großen Gruppe.
[

Den Satz solltest du noch mal überarbeiten, der ist leider komplett falsch, auch was du davor zur "Einzigartigekti" des Menschen schreibst, soweit es sich um Selbstlob handelt. Zudem sind das philosophische Fragen, die mit diesem Thread eigentlich nicht so viel zu tun haben.
Aber ich ahne schon, obwohl ich den weiteren Text noch nicht gelesen habe, wozu jetzt wieder ganz groß ausgeholt werden muss, da geh ich mit mir selbst jede Wette ein und schon mal in Deckung. :D
Zitat von KcKc schrieb:Ein bedeutendes Merkmal ist die spezifische Kultur.
Falsch. Du verwechselst Kultur mit Lebensweise. Oder willst du dich mit einem Neonazi oder einem aus der Ecke Antifa/Autonome vergleichen, die ebenfalls ihre Kultur für den großen Heilsbringer halten?
Zitat von KcKc schrieb:Doch fallen unter den Kulturbegriff auch ähnliche ethische Wertvorstellungen und soziale Umgangsformen
Diese Behauptung widerlegt bereits dieser Thread, denn ich kann mich mit den "ethischen Wertvorstellungen" mancher User, die im besten Fall mit Migranten nichts zu tun haben wollen, ebenso wenig identifizieren wie die sich mit meinen (5% hat mir ein User weiter oben zugestanden). Ich kann mit einem Spanier oder Iraner, der politisch und weltanschaulich auf meiner Linie liegt, besser über Probleme sprechen als mit einer aus dem gleichen Kulturraum stammenden Dumpfbacke. Mit Letzterer habe ich allenfalls die Vorliebe für bestimmte Fußballclubs gemein, und natürlich die Muttersprache.
Zitat von KcKc schrieb:Unter einer Leitkultur verstehe ich erstens keinen absoluten Zwang.
Absolutder Zwang natürlich nicht, denn es heißt ja, wem es hier nicht passt, der kann ja gehen. Dass es sich bei Leitkultur um ein spezifisch deutsches und nationales Phänomen hast, hast du aus der Lektüre der englischsprachigen Wikipedia inzwischen aber sicher  mitgekriegt. Ich unterwerfe mich keiner Leitkultur, sondern stelle mir meine Kultur selbst zusammen aus all jenen Ingredienzien, die ich für fortschrittlich, gut und humanistisch halte.
Zitat von KcKc schrieb:Es wäre naiver Unsinn, davon auszugehen, dass alle Menschen weltweit, mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund, trotzdem die gleichen Vorstellungen und Umgangsformen pflegen.
Das wäre nicht nur naiver Unsinn, sondern schrecklich, denn es würde die schöne bunte Welt eintönig grau machen; wir bräuchten dann nicht mal Augen, sondern könnten und ganz nach Gehör orientieren oder wie die Fledermäuse nach Echos..
Zitat von KcKc schrieb:Natürlich verlangt Integration AUCH Anpassung. Von allen Beteiligten. Wollen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenleben und auskommen, müssen sie sich aneinander anpassen. Die Leitkultur gibt zu diesem Vorgang Orientierungshilfe.
Das Problem ist, dass sich dein schönes Konzept eben nicht auf alle Beteiligten bezieht, sondern nur auf jene, die sich unserer Anschauung und Lebensweise - wer bestimmt die eigentlich? - ein- und unterzuordnen haben, geradeso als würden Gesetze nicht ausreichen, sondern es müsste auch noch ein ganz bestimmtes zusätzliches Deutschsein, was immer das sein mag, hinzukommen, und zwar mehr als allein die Sprache. Am liebsten möchte man Gleichklang der Gedanken. Wie bei einem Orchester, wo jeder seine Partitur kennt. Die Frage, wer der Komponist ist und der Dirigent, entfällt bei Leitkulturdebatten immer und grundsätzlich, weil man dann in Erklärungsnöte käme.
Zitat von KcKc schrieb:Was mir besonders merkwürdig erscheint, ist die zum Teil regelrecht hysterische Verneinung, es gäbe eine distinktive deutsche Kultur.
Vermutlich liegt das an den Nachwirkungen der Zeit des Nationalsozialismus, dass deutsche Kultur in den Augen einiger Leute und Gruppen sofort verdächtigt wird, sich an diesen anzulehnen.
So weit braucht man gar nicht zurückzugehen in die Vergangenheit. Kultur ist international und kennt keine Grenzen - alles rein Nationale ist Brauchtum. Bei uns, siehe meine Antwort auf @Nevrion, mit einer ungesunden, scheinbar unausrottbaren Deutschtümelei. In der Beziehung sind nur noch die Amis ähnlich schlimm. Türkischer Nationalismus wiederum ist was anderes, der ist großmachtsüchtig, erhebt aber auch keinen Anspruch auf Kultur, es ist allein Allahs Wille. :D


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 11:22
Zitat von KcKc schrieb:Stichwort ,,irgendwelches positiv konnotiertes Zeug" - machen das nicht die ,,Kulturfeinde" genauso, nur in der Variante ,,irgendwelches negativ konnotierte Zeug"?
"Irgendwelches negatives Zeug" lässt sich hier im Gegensatz dazu aber viel länger, umfangreicher und vor allem weit spezifischer nachweisen, als den ganzen Unsinn, den man sich mittlerweile als "Kultur" auf die Fahnen schreibt und damit findet auch von Seiten der Menschen, die damit argumentieren, überhaupt keinerlei Auseinandersetzung statt...das ist eigentlich schon ausreichender Indikator, wo die Reise hingehen soll und da muss man sich auch nicht wundern, wenn das abgelehnt wird.


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09.08.2017 um 11:49
Zitat von FiernaFierna schrieb:Es ist weniger ein "hysterisches Verneinen" von deutscher Kultur sondern das Verneinen einer herbeifantasierten Identität, die ist es, die so nicht existiert.
Wenn man sich nämlich einfach irgendwelches positiv konnotiertes Zeug nimmt und ein paar Lederhosen und das anschließend als "deutsch" postuliert dann hat das nunmal mit der Realität nichts zu tun, ist aber unsinnige nationalistische Überrhöhung...die ist auch recht "deutsch", genau wie herbeifantasierte Identität.
Halten wir Fest keine Nation hat eine Identidität. Muss man wissen. Komisch worauf berufen sich eigentlich Erdogans Exil Fans?

DefinitionKulturEF839AArbeitsschritteW.
Zitat von FiernaFierna schrieb:Was man tatsächlich als "deutsche Kultur" bezeichnen müsste, wird dann eher abgelehnt. Dazu gehört es z.B. sich im Nachhinein irgendwie auch als Opfer des Nationalsozialismus zu stilisieren, das ist tatsächlich ebenfalls "deutsch".
Sorry, nein das gehört nicht zur Kultur. Im Übrigen liegt es daran das es einen je nach Region ständig begegnet und auch Politiker aus dem Ausland greifen in ihre Not auf die Nazi Keule zurück sein es Griechische Pleiteregierungen oder Türkische Alleinherrscher in Spee.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 12:01
Zitat von RealoRealo schrieb:Du fragst warum?

Erstens gibt es nicht DEN Nationalismus, der deutsche ist ein besonderer, selbstgefällig, überheblich, rassistisch, herrenmenschlich, völkisch, am Ende immer verheerend, wie wir aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts von Wilhelm II bis Rostock, Mölln und Solingfen wissen; derzeit arbeitet er als Bransbeschleuniger in diversen Kleinstädten besonders im Osten gegen Asylunterkünfte, ist fremdenfeindlich, vorgestrig, bösartig, reaktionär, islamfeindlich, undemokratisch und überhaupt abstoßend, vekehrt in Kreisen wie den Burschenschaften, der identitären Bewegung, einige sind sogar "Reichsbürger", hält die Stahhlhelmfraktion der CDU für zu lasch und die AfD für zu uneinheitlich, sehnt sich nach einer homogenen Gesellschaft, hat Angst vor Überfremdung und hasst die "soziale Hängematte" ganz besonders für nicht Deutschstämmige, repräsentiert alles Übel, das sich ein Mensch nur ausdenken kann. Reicht das? Reicht dir nicht die Geschichte des letzten Jahrhunderts? Was meinst du wohl zu welchem Zweck die EWG dereinst gegründet wurde? Seitdem Deutschland international eingebunden ist, kann es nicht mehr so wie so mancher gerne möchte und in Europa herrscht Frieden.
Erst mal finde ich es seltsam, dass du Nationalismus an den Faschismus koppelst. Dadurch wirkt deine Erklärung etwas abstrakt.
Nationalismus heißt auch, dass nationale Interessen und Identitäten vorrang haben. Dinge, wie fremdenfeindlichkeit, bösartigkeit, islamfeindlichkeit und vieles weitere, was du da beschreibst, beziehst du augenscheinlich aus dem aktuellen Zeitgeschehen, eines demokratischen Landes. Manche finden vielleicht schon das Schwenken der deutschen Nationalflagge nationalistisch. Dazu muss nicht gleich die Fremdenhass-Karte gezückt werden. Ein Staat und eine Bevölkerung, die sich nationalistisch verhält ist also nicht per se die Ausgeburt des Bösen, auch wenn die Geschichte gelehrt hat, wie es ausarten kann.
Zitat von RealoRealo schrieb:Das sind Minderheiten, genauso wie die unverschlechterbaren Deutschnationalen ("Neonazis"). die genauso wenig integriert sind. Jedes politische Spektrum hat eben auch seine extremen Ränder.
Parallelgesellschaften sind keine Minderheiten, wenn sie unter Migranten üblich sind. Neonazis sind das Produkt der hiesigen Gesellschaft und lassen sich genauso wenig integrieren wie Anarchisten.
Zitat von RealoRealo schrieb:Kultur ist international und kennt keine Grenzen - alles rein Nationale ist Brauchtum.
Ich denke, diese Einschätzung wird nicht jeder teilen. Ich tue es jedenfalls nicht. Da haben wir zu verschiedene Vorstellungen dafür, was Kultur bedeutet.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

09.08.2017 um 12:07
Zitat von NevrionNevrion schrieb:Kultur ist international und kennt keine Grenzen - alles rein Nationale ist Brauchtum.
Und wieder ein Realo Fehler...

Er kann nicht Differenzieren, er hat Historische Lücken, das füht mal wieder zu nix, und hinterher ist er beleidigt weil keiner seine Weltanschauung einfach bedingunglos glaubt

Aber geben wir  Realo eine chance. Nenne mir eine Kulturelle Eigenschaft die alle Menschen auf der Welt teilen und die überall verstanden wird.
Zitat von RealoRealo schrieb: Bei uns, siehe meine Antwort auf @Nevrion, mit einer ungesunden, scheinbar unausrottbaren Deutschtümelei. In der Beziehung sind nur noch die Amis ähnlich schlimm. Türkischer Nationalismus wiederum ist was anderes, der ist großmachtsüchtig, erhebt aber auch keinen Anspruch auf Kultur, es ist allein Allahs Wille.
Na da sollte man sich mal Einlesen...

Anbei hoffe ich doch das die Deutschen noch etwas länger davon betreiben. Ungesund scheint es wirklich nicht zu sein. Das Gegenteil führt zu viel mehr Sorgen und Nöten.

Das bischen konzentrieren auf Deutschland was noch stattfindet..


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09.08.2017 um 12:09
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Aber geben wir Realo eine chance. Nenne mir eine Kulturelle Eigenschaft die alle Menschen auf der Welt teilen und die überall verstanden wird.
Musik


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09.08.2017 um 12:11
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Musik
Musik ist eine Kulturelle Eigenschaft? Oder ein Kulturprodukt, Abers schön da sieht man gut das Kultur eben nicht Global das selbe ist sondern Unterschiedlich.

An Musik recht offensichtlich.


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09.08.2017 um 12:11
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Komisch worauf berufen sich eigentlich Erdogans Exil Fans?
Dem nachzueifern wäre ja schon ein reichlicher armseliger Standpunkt.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Sorry, nein das gehört nicht zur Kultur.
Doch, selbstverständlich, das ist hier mind genauso verbreitet wie alles andere, was man unter Kultur zusammenfassen möchte und auch ganz spezifisch für Deutschland.
Das Problem an der ganzen Sache ist, dass Menschen die mit dieser "Kultur" argumentieren, sie schon per Definition nur mit positiven Dingen assoziieren und alles andere von sich weisen.
Das dient lediglich dem Vergleich und der Überhöhung, nichts anderes. Es geht da ja nicht um die tatsächliche Identität sondern darum, sich aus irgendeiner Art kollektivem Geburtsrecht "gute Werte" anzudichten.


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09.08.2017 um 12:13
@Realo

Dass du das natürlich naturgemäß anders siehst, ist mir bereits klar geworden :D

Um das abzukürzen: guck dir mal das von @Fedaykin gepostete Spencer-Oatey-Modell an.
Was nicht haltbar ist und vielfach WISSENSCHAFTLICH widerlegt wurde, sind deine Behauptungen, dass es praktisch keinerlei spezifische Kultur gäbe und ethische Werte oder soziale Umgangsformen sowieso nicht dazu gehören würden.

Nur noch als Tipp am Rande: dass DU ganz persönlich dich nicht mit allem identifizieren kannst, was man unter gemeinsamen ethischen Werten und sozialen Umgangsformen versteht, ist nicht als Beweis für deren Nichtexistenz oder Bindungskraft zu werten.

Falls du übrigens keine krasse Totalopposition gegen sämtliche Normen und Werte aktiv betreibst - damit würdest du es durchaus in die Medien schaffen - dann hältst auch du dich an gemeinsame Werte und Umgangsformen, die sich von denen in den meisten anderen Ländern mindestens um Nuancen, eher deutlich stärker, unterscheiden.


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09.08.2017 um 12:13
@Fedaykin
Definiere Kulturelle Eigenschaft.


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09.08.2017 um 12:14
Zitat von FiernaFierna schrieb:Das Problem an der ganzen Sache ist, dass Menschen die mit dieser "Kultur" argumentieren, sie schon per Definition nur mit positiven Dingen assoziieren und alles andere von sich weisen.
Und die Kulturverächter argumentieren stets mit Negativbeispielen. Und jetzt?
Moderier das doch mal :D


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09.08.2017 um 12:16
@Kc
Wieso ist man ein Kulturverächter wenn man Kultur allen Menschen zuspricht nicht aber irgend welchen Linien auf der Landkarte die diese angeblich einkreisen?


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