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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

1.030 Beiträge, Schlüsselwörter: Europa, Nationalismus, Patriotismus

Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

06.09.2019 um 11:09
Zitat von abberlineabberline schrieb:Aber dieses Pegida Ding war doch nur so ein lokales, Dresdner Ding.
Darauf kann man eigentlich gar nicht antworten,
weil es einem die Sprache verschlägt.

So geht es mir zumindest!


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

06.09.2019 um 14:12
Zitat von abberlineabberline schrieb:Zumindest sollten regionale Hersteller besser geschützt werden, da muss ich nicht gleich mit der Faschismuskeule kommen, die ja quasi immer die Fluegenklatsche ist, die jede Diskussion verzerrt
Wer meint mit "der Nation" gegen den gefährlichen globalen Kapitalismus ins Feld ziehen zu wollen, der muss es sich halt gefallen lassen, wenn man die Gefahren dieser verqueren Denkweise aufzeigt. Das ist keine Keule sondern der Versuch die Welt vor solch fatalen ideologischen Kurzschlüssen zu bewahren.


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06.09.2019 um 15:08
Regionale Hersteller besser schützen meint doch nur Billigware aus dem Ausland höher zu verzollen, so wie es die USA und China gerade machen. Zudem achten auch manche Verbraucher darauf lieber Produkte aus der Region zu kaufen wenn möglich, anstatt importiertes Zeug was durch die halbe Welt transportiert wurde, ist also auch ökologisches Denken. Wo da jetzt der ideologische Kurzschluss ist verstehe ich nicht.


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

06.09.2019 um 15:45
Zitat von frivolfrivol schrieb:Regionale Hersteller besser schützen meint doch nur Billigware aus dem Ausland höher zu verzollen, so wie es die USA und China gerade machen.
Das ist erstmal nur ein Mini-Aspekt des Ganzen, der im übrigen auch ohne erstarktes Nationalbewusstsein umsetzbar wäre. Aber wo wir schon bei der Unsinnigkeit von Protektionismus sind: das Handelsdefizit steigt so enorm um langfristig ist das für die Wirtschaft in den Landesgrenzen beschissener als ein lascher Standortschutz je sein könnte.
Zitat von frivolfrivol schrieb:Zudem achten auch manche Verbraucher darauf lieber Produkte aus der Region zu kaufen wenn möglich, anstatt importiertes Zeug was durch die halbe Welt transportiert wurde, ist also auch ökologisches Denken.
Das ist aber erstens nur so lange attraktiv, wie es ein Markt dafür gibt und zweitens ist das längst nicht mit allen Waren möglich. Das ist in Bezug auf den Kapitalismus also nur eine Akkumulationschanche innerhalb eines global ausgestalteten Marktes und kein für sich funktionsfähiges Alternativmodell.


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06.09.2019 um 16:05
@eckhart
Ich fand diese Peguda Truppe immer ein wenig lächerlich und völlig überbewertet. Die wollten hier sogar mal einen Ableger machen, da kamen wohl nur rund zehn (!) Leute und das war es dann. Sollen die in Dresden halt meckern. Keine Zeit und Lust, um mich mit denen zu befassen. Da geh ich lieber Eis essen oder Bienen züchten


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

26.10.2019 um 09:54
Zitat von Argus7Argus7 schrieb am 13.12.2017:Nationalistische Töne und patriotisches Gehabe verbreiten aber auch populistische, rechte Parteien wie die AfD, die rechtsnationalen Parteien von Marine Le Pen in Frankreich und Geert Wilders in den Niederlanden. Nicht zu vergessen den US-Präsidenten Donald Trump mit seiner zigfach wiederholten Aussage: "America first!"
Ich komme grad aus der Apotheke, wo jemand mit ner Jacke stand mit dem Aufdruck "DEFEND EUROPE"..

Das scheint mir eine etwas weitere gefasste Ausgabe von sowas wie dem hier angesprochenem Nationalismus zu sein.
Ich frage mich aber, ob das wirklich umsetzbar ist, vor allem bei den derzeitigen Zuständen und Umständen.

Es lässt sich so leicht sagen, wir schicken einfach alle Afrikaner die übers Mittelmeer kommen zurück.
Scheint aber es gibt diverse Gründe wieso es nicht getan wird.

Kann man also diesen und so einen Schutz einer Region vor Einwanderung und Veränderung umsetzen?
Wieso überhaupt ist es notwendig, langfristig gesehen..

Kurzfristig sehe ich die Probleme, wie z.b. die Gruppenbildung die zu einer Distanzierung der Gesellschaft führt. Hier im Ort z.b. wird es schwer möglich sein einen geregelten Kontakt zu den Afghanen herzustellen, so dass sie auch wirklich Teil der Gesellschaft und Gemeinschaft sind wie man sich es vorstellt von einem Nachbar der gerade nebenan einzieht.
Gerade das ist doch auch notwendig, damit diese Einwanderer sehen, dass es gute Menschen hier gibt, die Muslime eben nicht grundsätzlich ablehnen. Wenn sie allein sind ohne Kontakt zu Einheimischen, erliegen sie möglicherweise Islamischer-Hasspropaganda wie schlecht die Nicht-Gläubigen doch sind und bekommen eine Psychose durch diese Art Gehirnwäsche und starten dann solche Aktionen wie der Syrer vor Kurzem mit dem gestohlenem Laster.

Wollen wir wirklich ein Europa, in dem ein Großteil der Meinung ist, wir wollen euch Afrikaner und Muslime nicht, außer ihr habt viel Geld oder könnt gut Fußball spielen?

Einer Völkerverständigung und -freundschaft wäre das überhaupt nicht zuträglich, wenn man so etwas denn im Sinn und als Ziel hat.

Ist die Gefahr des fundamentalen Islams wirklich so groß, dass die Christen, Nichtgläubige und Andersgläubige für immer nicht zueinander finden im Zusammenleben in Europa?
Meiner Ansicht nach ist es langfristig eher wahrscheinlich, dass Muslime sich dem liberalen Islam zuwenden werden. Bei dem z.b. in einer seiner Moscheen in Berlin sogar auch schon Frauen und Männer gemeinsam beten dürfen.
Gerade auch durch die üblen Gewalttaten des extremen, fundamentalen Islams werden viele sich abwenden von diesen Auslegungen dieser Quran-Schrift..
Viele Frauen werden auch der Grund sein für eine Liberalisierung des Islams. Sie wollen jetzt schon teilweise nicht mehr gezwungen werden Kopftuch zu tragen oder schlimmer noch die Burka (abgesehen von denen die es wollen weil sie daran glauben).. Auch wollen sie nicht unterdrückt werden von ihren Männern und von den Erfolgen des Feminismus in Europa profitieren..

Aber abschließend noch die Frage an euch hier, was wollen oder könnten wir wirklich tun, um Europa zu verteidigen?
Vor was müssen oder können wir es wirklich verteidigen?

Manche scheinen ja schon genervt oder Schlimmeres, wenn sie beim Einkaufen eine dunkelhäutige Person vor oder hinter sich an der Kasse stehen haben.. Müssen wir das verhindern?

EDIT: Sorry fürs Posten im Nationalismus-Thread. Wollte jetzt nicht extra nen Europa-Patriot-Thread aufmachen...


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26.10.2019 um 17:07
Je mehr Europa zusammenwächst muss es auch eine Abgrenzung nach außen geben. Früher haben die Deutschen ihre Landesgrenze verteidigt und jetzt ist die Grenze eben bis nach Europa gerückt. Eigentlich schön wie gut wir uns mit Franzosen, Italienern oder Polen verstehen. Das war vor hundert Jahren noch ganz anders.

Erst wenn die Menschen ganz fremd aussehen oder eine andere Religion haben wie die Araber, Afrikaner oder Chinesen und Inder, dann sehen wir heute noch einen deutlichen Unterschied. Aber auch wirtschaftlich stehen die Blöcke Europa, China und USA in Konkurrenz, was man am Handelszollstreit sieht.

Wir sind heutzutager quasi in der Mitte der Entwicklung angelangt. Die europäischen Nationalstaaten schließen sich zur EU zusammen, aber noch nicht mit USA und China zu einer Weltunion, weil die auch weiter weg sind. Dabei kann die EU in Zukunft ein Vorbild für die Welt sein, denn wenn es Europa schafft sich zu einen, dann schafft es auch die ganze Welt.

Daneben gibt es natürlich noch die komplett rückwärtsgewandte Bewegung das Deutschland wieder aus der EU austritt und seine Grenzen schließt. Nachmal eins weiter zurück in der Zeit denken auch in Bayern noch Menschen über einen unabhängigen bayerischen Freistaat nach, manche sogar wieder mit einem König.

Trotzdem ist es eine politische Entscheidung, ob man Flüchtlinge an der europäischen Grenze aufnimmt oder nicht. Die osteuropäischen Länder, Polen, Ungarn oder die ehemalige DDR haben wenig Ausländer bei sich und sind deshalb abweisender gegenüber Flüchtlingen, weil sie Fremde noch nicht so kennen.

Es ist auch ein Wohlstandsproblem, ob die reichen Länder mit den Menschen aus armen Ländern teilen wollen. Und um die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren muss auch in den Herkunftsländern investiert werden, z.B. Syrien wieder aufbauen. Auch der Klimawandel wird Millionen von Flüchtlingen erzeugen, zu aller erst wegen Wassermangel in diesen Ländern. Deshalb ist die Beseitigung von Fluchtursachen mit dem Kampf gegen Klimawandel verbunden. Am Ende wollen wir eine Welt in der alle Menschen in ihrer Heimat gut und gerne leben können.


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

22.11.2020 um 10:34
Ich knüpfe hier mal an das Thema an, weil ich es interessant fand.

Bezug genommen wird auf den Thread Nationalstolz und Patriotismus nur für Erfolglose?

@CPH-HH-AMS
Immer höre und lese ich, dass Patriotismus und Nationalstolz nur für erfolglose sei und man nur auf eigene Taten stolz sein könne. Aber ist dem wirklich so? In jedem anderen Land gibt es Patriotismus oder Nationalstolz und ich glaube kaum, dass der Großteil der jeweiligen Länder in ihrem Leben nichts erreicht haben. Ist der Waldemar Skrzypek aus Kattowitz (Polen) ein erfolgloser, der nichts im Leben erreicht hat, und deshalb stolz auf Polen? Hat Niels Sørensen aus Aarhus (Dänemark) nichts im Leben auf die Reihe gekriegt und ist deswegen stolz auf sein Heimatland Dänemark? Ist Luuk van der Hoorn aus Amsterdam ein Versager und deshalb stolz auf seine niederländische Heimat? Ist Joao Aveiro aus Lissabon (Portugal) ein "erbärmlicher Tropf" (O-Ton Arthur Schopenhauer) und daher stolz auf seine Heimat Portugal?

Was ist Eure Meinung?
Quelle: CPH-HH-AMS


@Bettman
Bisher konnte noch kein Mensch vernünftig erklären warum man stolz darauf sein sollte einer bestimmten Nation anzugehören. Das hat ja wirklich überhaupt nichts mit eigener Leistung zu tun. Wenn man wirklich stolz auf seine Herkunft ist, spricht das dementsprechend sehr stark dafür, dass man eher ein armes Würstchen ist.

Patriotismus ist etwas anderes. Letzten Endes geht es da ja um eine Art „Liebe“ oder Verbundenheit zu einem Land. Für mich persönlich ist das immer noch etwas sehr abstraktes, aber wenn es die Leute glücklich macht sollen sie halt glücklich werden. Auch wenn nationales Denken definitiv nicht die großen Probleme unserer Zeit lösen können wird.

Den Großteil der von dir genannten Leute kenne ich nicht. Aber der ehemalige Bundestagsfraktionspressesprecher der AfD hat es ja schön auf den Punkt gebracht: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“. Ich würde mal die Vermutung aufstellen dass die Denke der von dir genannten Kameraden nicht anders sein wird: Wie es „ihrem Land“ und den Leuten geht ist denen ziemlich egal. Wichtig ist dass das Geld am Ende des Monats stimmt. Und wenn man dafür ein wenig Patriotismus heucheln muss, dann ist das eben so. Irgendwelche Leute gehen den Plattitüden der Rattenfänger schon auf den Leim. Und das sind dann eben leider meistens die, die im Leben häufig weniger Erfolg hatten. Sei es in familiärer oder finanzieller Hinsicht.
Quelle: Bettman






Ich teile die Ansicht eher nicht, dass man bei einem grundlegenden Level des "Patriotismus" (vereinfacht ausgedrückt) eine arme Wurst sei. Vielleicht beim Nationalismus. Mir geht es nicht um frenetischen nationalistischen Eifer, denn die Dosis macht das Gift und das wäre zu viel des Guten.

Von einer gesunden Einstellung gegenüber dem eigenen Land (aber eben nicht ausschließlich!) gehe ich aus - bzw. es sollte normal sein. Zudem das Betrachten einer abstrakten "kollektiven Leistung" - für manche wirkt das nicht greifbar, doch äußert sie sich teilweise auch in harten Zahlen und Daten, etwa dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), einem verbindenden politischen System, einer Sprache sowie Kulturgütern.

Das wird auch nicht negiert, wenn man sich untereinander Spinnefeind sein kann oder ich mit Leuten aus aller Welt online oder sonst wie mehr zu tun habe als mit meinen Großstadtnachbarn - was in dem Fall sogar bei mir zutrifft. Ich weiß kaum was jene machen und kenne Leute die über den Globus verteilt sind besser.


Wie stehe ich grob also dazu?
Von überzogenem Nationalismus halte ich nichts, der mündet zumeist einfach auf kleinem oder großem Niveau in interne und externe Konflikte. Wer eine positive Einstellung seinem Land und Leuten gegenüber hat ist für mich noch lange kein armes Würstchen und eine gewisse kollektive Leistung kann man durchaus würdigen. Die Dosis macht schlicht und ergreifend das Gift. Ich kann "Patriotismus" auch synonym mit gesundem sozialen Miteinander gleichsetzen, je nachdem wie genau man das Wort definieren möchte.

Ich rede weniger von einer Art "ethnischem Patriotismus", und eher so etwas oder Mixformen davon: Wikipedia: Verfassungspatriotismus

Kurzum, einfach eine "gesunde Einstellung" und Mitwirken in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, ohne sich als das Maß aller Dinge über andere zu erheben bzw. erheben zu wollen.

Ich weiß ferner nicht ob ich von "Stolz" sprechen würde, aber definitiv bin ich froh in diesem Land geboren worden und Teil davon zu sein. Viele Annehmlichkeiten die ich hier genieße sind eben nun mal Teil einer kollektiven Leistung auf die man durchaus auch stolz sein kann. Daher verstehe ich im Kern nicht das Argument, man könne nur auf das Stolz sein was man selbst erbracht hat. Gilt denn eine kollektive Teamleistung in der Schule, dem Arbeitsplatz oder in der Familie nicht? In dem Sinne kann ein Staat als sehr große Familie betrachtet werden, auch wenn nicht mit jedem Bürger ("Familienmitglied) gut Kirchen essen ist.

Ferner finde ich, dass diese "gesunde Einstellung" und auch gewisse Worte "normal" bzw. nicht verpönt sein sollten, denn ich empfinde es als dezenten Affront, dass reine Populisten das für sich kapern wollen.

--------------

Zuletzt nochmal kurz zum Argument des "armen Würstchens" aus einer anderen Perspektive betrachtet. Ich verstehe durchaus, was man meint. Im Nationalistischen / Rechtsextremen gibt es diese Tendenz, vermutlich teils psychologisch/unterbewusst:

Wenn ich wirklich nichts habe oder die Schuld sonst wo sehe, dann ist es bequem mich über andere zu erheben oder mich an irgendwas zu klammern, was quasi ein fester Faktor ist der, nicht etwa wie Wirtschaftliches oder Soziales, festes Attribut mit Geburt ist - also die Herkunft.

Ich würde aber doch unterscheiden zwischen dem Level des "Eifers" (Wir erinnern uns: Dosis macht das Gift) sowie der genauen Argumentationsweise. Kurzum: Gesunde Einstellung und Mitwirken gut, überzogener Nationalismus und unterteilen nach ethnischer oder ähnlicher Wertigkeit schlecht.

Ich rede übrigens bei "Patriotismus" nicht zwingend vom freudigen Fahneschwenken, noch dem Phrasendreschen von Slogans usw. Es gibt viele dezente Formen praktischer wie mentaler Natur. Ich kann mir lustigerweise schwer vorstellen irgendwo vollgespickt mit Deutschlandfahnen rumzurennen oder die Fahne zu schwenken. Ich würde aber auch kein Problem damit haben, mich als eine Art "Patriot" zu sehen auch wenn der Begriff etwas verschmäht oder "altmodisch" erscheint, denn arbeitstechnisch (öffentlicher Dienst) gehe ich quasi schon Tätigkeiten nach, wovon, wenn auch eher indirekt, die Bevölkerung profitiert oder ich anderen ihre Arbeit ermögliche, von der wiederum die Bevölkerung abstrakt oder direkt profitiert.

Vielleicht wird eine positive Grundeinstellung zu Land und Leuten da vielleicht auch begünstigt oder irgendwie zu einem Minimum vorausgesetzt, da man nicht für "irgendwen" sondern "alle" arbeitet.

Zusammengefasst bedingt das am Ende nun mal meine Einstellung, wo andere ggf. viel kritischer wären oder das politisch/ideologisch wiederum anders sehen, ob noch mehr "Pro" (Nationalistisch, Extremisten) oder eher Anti ("Antideutsche" usw, ihr wisst was ich meine).


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

22.11.2020 um 14:40
Zitat von WardenWarden schrieb:Wie stehe ich grob also dazu?
Von überzogenem Nationalismus halte ich nichts,
Ich habe für mich mal das Komma in eine Punkt gewandelt,
weil ich auf das für mich entscheidende hinweisen will.

Was ist überzogen? (an Nationalismus?)
Dazu:
Der AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag gilt selbst in der eigenen Partei als Hardliner. Höcke (43) wird mangelnde Distanz zur NPD vorgeworfen. In einem Interview mit der „Thüringer Allgemeinen“ im Mai dieses Jahres behauptete er, dass man nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen könne. In Erfurt organisiert Höcke jeden Mittwoch einen Marsch gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

Am Sonntagabend provozierte er in der ARD-„Talkshow“ von Günther Jauch, holte eine Deutschlandfahne aus der Innentasche seines Anzugs. Mit den pathetischen Worten „Ich möchte Farbe hier an diesen historischen Ort in Berlin bringen“, entrollte Höcke die schwarz-rot-goldene Flagge, breitete sie über der Armlehne seines Sessels aus.
Quelle: https://www.bz-berlin.de/kultur/fernsehen/fremdschaem-auftritt-von-afd-politiker-bjoern-hoecke-bei-jauch
Ich halte das beispielsweise nicht für überzogen!
Ich finde: So fängt die Verharmosung von Nationalismus an!
Ich denke, dass es keinen harmlosen Nationalismus gibt!

Nationalflaggen gehören für mich allein an öffenliche staatliche Gebäude (und alte Flaggen aus früheren Zeiten gehören weg!)
Dort gehören sie hin und auch gepflegt!


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

22.11.2020 um 16:36
Zitat von eckharteckhart schrieb:Nationalflaggen gehören für mich allein an öffenliche staatliche Gebäude (und alte Flaggen aus früheren Zeiten gehören weg!)
Dort gehören sie hin und auch gepflegt!
eine nationalflagge hat nicht unbedingt was mit nationalismus zu tun. in manchen ländern, zum beispiel schweden, hängt überall die blau-gelbe fahne.


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22.11.2020 um 17:11
Zitat von CPH-HH-AMSCPH-HH-AMS schrieb:eine nationalflagge hat nicht unbedingt was mit nationalismus zu tun.
Das sowieso!
Habe vergessen zu erwähnen, dass diese Meinung auf die Medienmeldung vom 19.10.2015 Höcke bei Jauch bezogen ist/war und meine Meinung darüber hinaus auch vorher galt und hinterher weiterbesteht.

Wenn Interesse besteht: hätte ich auch nichts gegen ein inflationäres Besprühen aller dafür technisch geeigneten Flächen mit Schwarz Rot Gold wenn diese sowieso mal wieder Farbe brauchen.
Würde also so gut wie nichts kosten.


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22.11.2020 um 18:29
Kurzfassung meines Standpunktes:
Stolz ist für mich in erster Linie eine Gefühlsregung. Ich halte es daher für unsinnig einfach so die Behauptung in die Welt zu setzen, man "könne" nur auf eigene Leistungen stolz sein. Gefühle hinterfragt man, wenn dann psychologisch aber nicht streng rational, weil sie sich einer solchen streng rationalen Betrachtungsweise entziehen, wie das Emotionen nun mal tun.
Schon eher scheint es mir naheliegend, hinter der pauschalisierenden Behauptung "Stolz sei nur für Erfolglose oder von Erfolglosen" eine despektierliche Absicht zumindest nicht auszuschließen.
Die Frage, inwieweit das Gefühl in einer Situation Stolz zu empfinden, "gut oder schlecht" ist, ist dabei mMn eine recht komplizierte und erst mal völlig offen. Immerhin wollen viele Menschen stolz sein. Auf was oder wozu auch immer. Es scheint also ein mentales Bedürfnis danach zu geben. Daher wirkt auf mich "stolz sein zu wollen" auf mich erst mal weniger verwerflich, als anderen das Recht auf dieses Gefühl pauschal absprechen/vergällen zu wollen.
So richtig interessant (bzw. auch gefährlich) wird es mMn erst dann, wenn Gefühle (Emotionen) uns den rationalen Verstand zu sehr vernebeln und es zu Überziehungen, egal welcher Art kommt.


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22.11.2020 um 19:52
@Tripane
Amen. Ich empfinde als Deutscher auch in manchen Sachen stolz, zum Beispiel dass Eintracht Frankfurt den deutschen Fußball würdig vertreten hat, als sie 2018/19 in der UEFA Europa League das Halbfinale erreichten. Wohlgemerkt: Auf dem Weg dahin haben sie Teams ausgeschaltet, deren Gesamtmarktwerte größer waren als die der Frankfurter (beispielsweise war der Kader von Achtelfinalgegner Inter Mailand 500-600 Millionen Euro wert, die Eintracht kam auf gerademal 200-300 Millionen). Es machte mich als Deutschen auch ein stück weit stolz, dass Lena Meyer-Landrut 2010 den Eurovision Song Contest gewann.


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23.11.2020 um 11:08
Patriotismus ist sogar wichtig für eine Gesellschaft, er sollte nur nicht zum Nationalismus werden.
Eine Gesellschaft ohne Patriotismus hingegen zerfällt zu einem Nichts. Vielleicht noch zu lauter Egoisten.
Schlimm find ich allerdings, dass derzeit die Schreihälse auf beiden Seiten den Ton angeben, jegliche leise Zwischentöne zertrampeln. Oder erinnert sich noch jemand von den Schreihälsen an die blaue Blume? Nein, laut muss es sein, zerstörerisch.
https://amp.welt.de/print-wams/article600779/Patriotismus-Ja-bitte.html


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

23.11.2020 um 11:34
Zitat von abberlineabberline schrieb:Oder erinnert sich noch jemand von den Schreihälsen an die blaue Blume?
Ja sogar sehr gut, die Neonazis in Österreich benutzen sie auch gerne zur Provokation.
Nun ist die blaue Kornblume in letzter Zeit oft aufgefallen. Und zwar nicht hübsch neben Klatschmohn und Kamille am Wegesrand, sondern unter anderem am AfD-Rechtsaußen und Berliner Abgeordneten Andreas Wild. Der trug die Blume nicht nur beim Gedenkmarsch anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November 2018, sondern einige Tage später auch bei einer Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus. Auch André Poggenburg, der die AfD jüngst verließ, um die Partei „Aufbruch deutscher Patrioten“ zu gründen, zeigte sich gerne mit dem Pflänzchen. So gerne, dass sie nun auch das Parteilogo der „AdP“ ziert.
Quelle:

https://taz.de/Rechte-Vereinnahmung-der-Kornblume/!5579871/


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23.11.2020 um 11:36
@Pergamon
Das Problem ist, dass solche Leute die eigentliche Symbolik völlig verdrehen und einfach mal umdeuten. Das mein ich auch damit, dass solche Schreihälse einfach alles zertrampeln und zurück bleibt Asche, statt positiven Gedanken.


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23.11.2020 um 12:14
Zitat von abberlineabberline schrieb:Eine Gesellschaft ohne Patriotismus hingegen zerfällt zu einem Nichts.
Ist das so? Eigentlich habe ich nie ein Gefühl für Patriotismus entwickelt, weil ich nie genau gewusst habe, woran ich es festmachen soll. Was genau fühlt man, wenn man sich patriotisch fühlt? Und für welche Gruppe empfindet man es am stärksten? Die meisten Menschen sind ja gleichzeitig in mehreren Gruppen "enthalten" - z.B. in der Gruppe der Deutschen, der Bewohner des eigenen Bundeslandes, der Region, des Landkreises, der Stadt, etc. Und was ist, wenn man sich aufgrund gemischter Herkunftsverhältnisse oder grenznaher Wohnlage mehreren Regionen gleichzeitig zugehörig fühlt?


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23.11.2020 um 12:15
@abberline
Zitat von abberlineabberline schrieb:Patriotismus ist sogar wichtig für eine Gesellschaft
Fragt sich nur, wie wichtig - sagen wir auf einer Skala von 1-10 - er denn ist?
Zitat von abberlineabberline schrieb:er sollte nur nicht zum Nationalismus werden.
Aber wie verhindert man das Patriotismus zum Nationalismus wird?
Zitat von abberlineabberline schrieb:Eine Gesellschaft ohne Patriotismus hingegen zerfällt zu einem Nichts
Ist diese Behauptung eigentlich belegbar, oder ist dies nur eine Meinung?

Und wie ist sie zu verstehen?

Reicht es, wenn eine einzige Person des Volkes in der Gesellschaft patriotisch ist, oder müßen mindestens mehr als die Hälfte des Volkes patriotisch fühlen, damit sie nicht zu einem Nichts zerfällt?

Helfen in Deutschland lebende patriotischen Türken mit Migrationshintergrund eigentlich dabei, dass "die Gesellschaft" (ja, welche ist hier eigentlich gemeint? Es gibt so viel Gesellschaften) nicht zu einem Nichts gefällt, oder sollten Bürger mit MH immer nur Patriotismus für das Land empfinden in welches sie leben, um irgendeine Gesellschaft zu erhalten?

Fragen über Fragen, die sich da stellen.
Zitat von abberlineabberline schrieb:https://amp.welt.de/print-wams/article600779/Patriotismus-Ja-bitte.html
Funfakt: Gibt man Patriotismus in Google ein, werden einem als erstes zwei Links angezeigt.
Einmal der von "welt.de - Patriotismus - Ja bitte" und der vom tagesspiegel.de - Patriotismus - Nein danke!" :D

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/patriotismus-nein-danke/5730016.html


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

23.11.2020 um 12:18
@abberline

Erst mal muss man sich überlegen, wie sich Patriotismus äußern kann. Da gibt es halt ganz verschiedenen Möglichkeiten.

Man kann natürlich grölend mit schwarzrotgold am Außenspiegel durch die Innenstadt hupen, falls Deutschland jemals wieder ein wichtiges Länderspiel gewinnt. Finde ich nicht schlimm, bringt aber auch nichts.

Aber wo kann Patriotismus denn wichtig sein? Zb dann, wenn man etwas verändern möchte. Ich setze mich zB für eine Verbesserung des Familienrechts ein. Das kann ich aber nur da tun, wo ich lebe, sprich in Deutschland. Müsste ich gleich das Familienrecht der ganzen Welt ändern, wäre es ziemlich aussichtslos.
Ich setze mich für Artenschutz ein. Kann ich das weltweit tun? Nicht so richtig, das geht am besten vor Ort.

Und es hilft bei einem angenehmen Leben, wenn man seine Heimat gerne mag, grundsätzlich gerne dort lebt und vielleicht hier und da Verbesserungspotential sieht, aber auch die zahllosen guten Dinge wahrnimmt, die unser Land zu bieten hat, wie zB Meinungsfreiheit, ein Waffenrecht, das sich nicht an den USA orientiert, schöne Landschaften etc.

Mit der Idee 'Ich fühle mich als Weltbürger' kann ich einfach nichts anfangen. Ich würde so was auch nur behaupten, wenn ich ohne fremde Hilfe in Kuala Lumpur, in Bogota, in Riad, in Brisbane, in Mogadishu und Mexico City zurechtkäme. Davon bin ich aber durchaus ein Stück entfernt, die meisten selbsternannten Weltbürger aber auch.

Für mich bedeutet Patriotismus erst mal, dass mir eben nicht egal ist, wie es den Menschen hier geht.. Und das ist der Ausgangspunkt, sich dafür einzusetzen, dass Dinge gut bleiben oder gut werden.


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Sind Nationalismus und Patriotismus noch zeitgemäß?

23.11.2020 um 12:19
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Fragt sich nur, wie wichtig - sagen wir auf einer Skala von 1-10 - er denn ist?
Ich denke auch, es ist vorallem eine Frage der Dosis, und der Fähigkeit zu hinterfragen was man damit bei sich und anderen auslöst oder befriedigt, ob es positiv oder negativ zu sehen ist.


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