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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

1.361 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

06.11.2019 um 09:18
'X und Y' ist kein beruffspezifischer Unterrichtsinhalt.

Hätten die Jugendlichen dabei aufgelöst, hätten sie auch kein Problem mit einer Uberschlagsrechnung oder der Addition von Stückgütern.

Die Schulbücher für Mathematik in der Mittelstufe enthalten auch immer Beispiele für die Anwendung des Stoffes in der Alltagspraxis.

Das hilft nur alles nix, wenn der Schüler sich nicht damit befasst.


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06.11.2019 um 09:26
Trailblazer schrieb:Ich habe selbst eine Zeit lang Nachhilfe in naturwissenschaftlichen Fächern gegeben und habe eine Vorstellung davon, wo es klemmen könnte...
Was sind da so die Ursachen, die du ausmachst? Bildung sollte z.B. von Anfang an spielerisch nähergebracht werden.
Trailblazer schrieb:Ist das nicht völlig normal, dass man als Jugendlicher hierzulande halbwegs fließend Englisch spricht? Zumindest auf der Realschule und dem Gymnasium.
Kein Plan, inwieweit die Pisa-Studie und eigene Erlebnisse jetzt ernstzunehmen wären. Viele auf dem Gym sprechen schon sehr gutes Englisch.


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06.11.2019 um 13:30
Hmmm...

...fragt sich dann nur, wie wir es zu einer der fuehrenden Nationen, bzw. in Europa zu einem der fuehrenden Kultur- und Wirtschaftsraeume gebracht haben, mit "Schule" in der Form, wie wir sie haben?

Vermutlich hatten wir nur einige Dekaden, ja ein paar hundert Jahre unverschaemtes Glueck und das ist uns jetzt ausgegangen.

Muessen wir aber auch Zehnjaehrige mit "Linearer Algebra" quaelen, anstatt ihnen ein Tablet mit Youtube-Videos zum gefaelligen Selbststudium in die Hand zu legen...

Hat man denn in den Regionen, wo man nicht führend in der Welt ist, ein großartig anderes Schulsystem?
In solchen Regionen ist meist eher das Problem, dass sie vollkommen unsicher sind und es überhaupt gar keine Bildungsinfrastruktur gibt und auch keine möglichkeit zum selbstlernen (wenn ich auf dem feld arbeiten muss für meine eltern kann ich auch nichts lernen).

Wir sehen aber durchaus große Unterschiede innehralb Europas. Hat der Balkan ein großartig anderes Schulsystem als wir? Wenn nein, warum ist der nicht ein führender Kultur und Wirtschaftsraum?

Da scheinen andere Faktoren irgendwie weit relevanter zu sein. Unser Schulsystem jetzt zu loben, weil in Deutschland niemand sein Leben riskiert, um zu einer Dorfschule zu gehen, erscheint jetzt nicht so ganz fair.

Richtiger ist: Überall, wo es schulen gibt,n icht nur in D, erodiert das Schulsystem. Besonders da, wo die heterogenität groß ist (aber nicht nur) wie in UK o
Trailblazer schrieb:...Bruchrechnen, Prozentrechnen und den Satz des Pythagors koennen sie dann doch an der Universitaet lernen.

Wenn deine Nachhilfeschueler nicht den Hauch einer Ahnung haben, was das fuer Aufgaben und Probleme sind, die sie da bearbeiten muessen, liegt das auch ein wenig an dir,lieber Threadstarter.
Inwiefern? Ich bringe ihnen das bei, was von ihnen verlangt wird, denn das verlangen sie von mir.
Als ich damals nachhilfe bekam, da haben meine eltern die nachhilfelehrerin nicht dafür bezahlt, dass sie mir die welt erklärt. Die haben sie bezahlt, damit ich ein hübsches einser abi bekomme.
Wenn die mir irgendwelchen kontext erklären wollte hab ich auch innerlich mit den augen gerollt, weil ich wollte, dass sie mir das schema f sagt, mit dem ich den aufgabentyp immer und verlässlich lösen kann.
DENN: Das ist, was die Schule von mir verlangt. Dafür gibt es die Punkte. Für ein paar verständniskontext fragen, die dann 5% der Note ausmachen, brauch ich keine Nachhilfe.

Ich biete immer an bei kindern, mal eine längere phase in den ferien nachhilfe zu machen wo ich grundlagen wiederhole und in ruhe dinge genau erkläre. Will kaum einer, weder schüler noch eltern. Die buchen mich lieber jedes einzelne mal vor ner klausur um dann das schema f reinzuprügeln. Und der erfolg gibt ihnen recht, so kann man seine noten sehr erfolgreich boosten.

Das system verlangt das nunmal, das ist ja nicht meine schuld.


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06.11.2019 um 13:44
Shionoro schrieb:Das system verlangt das nunmal, das ist ja nicht meine schuld.
Sorry, aber das ist Nonsens!

Obwohl du das Problem an anderer Stelle eigentlich erkannt hast, aber dazu später mehr.

In jedem Mathematikbuch der Mittelstufe, das ich kenne, werden auch die praktischen Aspekte der angewendeten Mathematik und teilweise auch der Geschichte dahinter, beleuchtet.

Das "System" erwartet gar nichts in dieser Art wie du es beschreibst. Schüler, Eltern und ggfs. Nachhilfelehrer mogeln sich aber so durch (zumindest bis zu dem Punkt des vollkommenen Versagens und der vollkommenen Frustration).

Und das du kurz vor einer Klausur noch irgendwas boosten kannst, wenn es z.B. um quadratische Gleichungen geht und die Knirpse nicht mal Bruchrechnen können, weil sie es nie richtig gelernt und verstanden haben, ist auch Unsinn. Zumindest wird es dazu, weil sich die zunehmenden Lücken in den Grundlagen mit den höheren Klassenstufen immer mehr rächen.

Richtige Probleme bekommen die Schüler dann, wenn sie so - ohne ein wirkliches Grundlagenwissen - irgendwann auf anspruchsvollere Themen, wie Logarithmen, Kurvendiskussionen, Vektorgeometrie, u.s.w. losgelassen werden.

Die Folge ist dann eine Aversion gegen das Fach, Frustration und Verzweiflung...

Der Kern der Wahrheit:

"Ich biete immer an bei kindern, mal eine längere phase in den ferien nachhilfe zu machen wo ich grundlagen wiederhole und in ruhe dinge genau erkläre. Will kaum einer, weder schüler noch eltern."

Wenn die Eltern den Wert einer vernünftigen Ausbildung nicht begreifen, können es die Lehrer auch nicht mehr rausreißen.


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06.11.2019 um 13:52
postcrysis schrieb:Wäre gut, wenn das endlich integriert wird - allerdings hat man schon vor Jahren nachgewiesen, dass die Konzentrationsspanne und Lernmotivation bei Schülern ziemlich im Eimer ist. Da von Schlafstörungen und Burnouts zu lesen, ist schon krass. Aber anstatt nachzuschauen, was für Faktoren daran beteiligt sind abseits der so anstrengenden Hausaufgaben (digitalisierte Kultur, Reizüberflutung, dröger Lehrcontent, keine Muße, egozentrische Gratifikation statt Solidarisierungserfahrung etc.), kommt nur wieder weitere Therapeutisierung des Individuums. Mal sehen, wie lange dieser Trend der optimierenden Selbstverwaltung noch aufgeht, angesichts schwindelerregender Hospitalisierungszahlen. Lernen in Gruppen hört sich ja erstmal gut an, aber zumindest wir haben uns in der freien Gruppenarbeit nur einen lauen Lenz gemacht.
Genau das. Es hört sich gut an, klappt so aber nicht, wenigstens nicht im jetzigen system.
und wie du schon sagst: Anstatt grundlegend zu überlegen, dass sich die Realität der Kinder nunmal stark verändert hat, wollen wir beim alten bleiben und das mit ein bisschen klebeband reparieren.
Das kann aber nicht klappen, irgendwann will keiner mehr lehrer sein und dann is schluss.


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06.11.2019 um 13:55
itfc schrieb:In Grundzügen gebe ich dir recht , man muß nicht X und Y Variable beherrschen nach der Schule , sondern "Alltagsmathe"
Viele Jugendliche die ich kenne schaffen es nicht beim Einkaufen grobes Überschlagsrechnen um zu wissen was sie in Etwa im Einkaufswagen haben oder können nicht in etwa ausrechnen wie weit sie mit ihrem Sprit noch kommen.
Auch im Job erlebt das sie in Grundrechenarten mies sind.
Gerade diese Sachen müssen in der Schule m.M.n. besser geübt werden ,
Berufsspezifische Unterrichtsinhalte gehören an die Berufsschule und dafür dort solche Fächer wie Sport und Religion ( in Bayern auch dort auf dem Lehrplan) weg. Ich hatte schon Auszubildende zum Berufskraftfahrer dabei die die Wirkungsgrade ausrechnen konnten , aber das Gewicht von Stückgutladungen nicht addieren konnten .
Die Schule müsste einfach mehr an den sich veränderten Alltag angepasst werden und der Lehrstoff auf Schule , Berufsschule und Uni neu aufgeteilt werden.
Zweierlei:

1) Wenn die Schule genau das leisten soll, es aber in 6 Jahren (da macht man ja zum größtenteil diesen grundkram) nicht schafft, wofür brauchen wir sie dann im matheunterricht? Sie kann es ja offenbar nicht, 6 Jahre nur Grundrechenkram, aber klappt nicht.

2) Warum sollte das unser Fokus sein, wenn Kopfrechnen heute nunmal nicht mehr schrecklich wichtig ist, weil man alles durchrechnen kann? Warum sollte ich an der Kasse groß überschlagen? Wenn, dann brauche ich das irgendwann am Ende des Monats mal und selbst da überziehe ich halt zur not das Girokonto, wenn es nicht anders geht. Normalerweise hat man ja ungefähr gleiche ausgaben im monat.


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06.11.2019 um 14:01
Trailblazer schrieb:Sorry, aber das ist Nonsens!

Obwohl du das Problem an anderer Stelle eigentlich erkannt hast, aber dazu später mehr.

In jedem Mathematikbuch der Mittelstufe, das ich kenne, werden auch die praktischen Aspekte der angewendeten Mathematik und teilweise auch der Geschichte dahinter, beleuchtet.

Das "System" erwartet gar nichts in dieser Art wie du es beschreibst. Schüler, Eltern und ggfs. Nachhilfelehrer mogeln sich aber so durch (zumindest bis zu dem Punkt des vollkommenen Versagens und der vollkommenen Frustration).
Wie, das ist nonsens? Natürlich erwartet das system das. Guck dir die klausuren und tests mal an. Die bestehst du, wenn du das schema f kannst und sonst bestehst du die nicht.
Zeig mir mal eine Mathe klausur, die man nicht soe infach bestehen kann, wenn man sich den aufgabentyp, der darin vorkommt, reingedrillt hat.

Beispiel: Ich muss nicht wissen, was eine Parabel ist, wie die gleichungend avon funktionieren usw., wenn ich die PQ formel auswendig kann.
Schüler funktionieren mit triggerwörtern in aufgabenstellungen.
Ich muss dem Kind beibringen, wenn da Hochpunkt steht, dann leitest du einmal ab, suchst die nullstelle für die Ableitung und dann leitest du an den stellen nochmal ab und guckst, wo der wert negativ ist. Das sind dann die lokalen Hochpunkte. Fertig, bumm aus.

Mehr muss der Schüler nicht wissen, er weiß: Codewort hochpunkt führt zu schema f, das führt zu punkten, das führt zu guter note.

Solernt man in der schule, so wird auch in der schule abgefragt.
Trailblazer schrieb:Und das du kurz vor einer Klausur noch irgendwas boosten kannst, wenn es z.B. um quadratische Gleichungen geht und die Knirpse nicht mal Bruchrechnen können, weil sie es nie richtig gelernt und verstanden haben, ist auch Unsinn. Zumindest wird es dazu, weil sich die zunehmenden Lücken in den Grundlagen mit den höheren Klassenstufen immer mehr rächen.
Doch. Zum bruchrechnen haben die ja den taschenrechner. Wenn nötig bring ich das denen halt kurz auch mit nem schema f bei (ist beim bruchrechnen ja nun nicht schrecklich schwer), aber normalerweise tippend ie eh lieber auf dem rechner. Bei einem musste ich mal in kalsse 10 das kleien 1*1 wiederholen. Der hatte vorher trotzdem 3en, bevor er (wegen anderem stoff) probleme bekam.
Trailblazer schrieb:Richtige Probleme bekommen die Schüler dann, wenn sie so - ohne ein wirkliches Grundlagenwissen - irgendwann auf anspruchsvollere Themen, wie Logarithmen, Kurvendiskussionen, Vektorgeometrie, u.s.w. losgelassen werden.

Die Folge ist dann eine Aversion gegen das Fach, Frustration und Verzweiflung...
Warum sollten sie? Auch da gibt es schema F. Ich brauch keine grundlagen um vektorenklausuren zu bestehen, da reicht es, zu wissen, was man im TR eintippen muss (oder zur not selber rechnen muss) wenn da steht, man soll auf lineare unabhängigkeit prüfen. Jeder lehrer stellt dieklausur so, dass auch leute die keine ahnung haben eine 4 schreiben können.
Trailblazer schrieb:Der Kern der Wahrheit:

"Ich biete immer an bei kindern, mal eine längere phase in den ferien nachhilfe zu machen wo ich grundlagen wiederhole und in ruhe dinge genau erkläre. Will kaum einer, weder schüler noch eltern."

Wenn die Eltern den Wert einer vernünftigen Ausbildung nicht begreifen, können es die Lehrer auch nicht mehr rausreißen.
Das sind aber nunmal auch die eltern, deren kinder eine 2 schreiben und die ich auf eine 1 hebe und die dann medizin oder sowas studieren. Habend ie eltern und schüler offenbar also recht mit ihrer einschätzung.


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06.11.2019 um 14:12
@Shionoro

Na wenn das so ist...

Dann brauchen wir einfach nur mehr Nachhilfelehrer von deiner Art! ;)


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06.11.2019 um 14:17
Shionoro schrieb:Wir sehen aber durchaus große Unterschiede innehralb Europas. Hat der Balkan ein großartig anderes Schulsystem als wir? Wenn nein, warum ist der nicht ein führender Kultur und Wirtschaftsraum?

Da scheinen andere Faktoren irgendwie weit relevanter zu sein.
Es ist interessant zu sehen, wie sehr du dich schon gegen Kritik immunisiert hast. :D

Natürlich gibt es noch andere Faktoren, aber wie soll ein Land im wissenschaftlichen und technischen Bereich ganz oben mitspielen, wenn aus der Schule (weil mieses System) nur Deppen kommen, die nicht studierfähig sind?
Shionoro schrieb:Jeder lehrer stellt dieklausur so, dass auch leute die keine ahnung haben eine 4 schreiben können.
Ich frage mich, immer wenn ich deine Beiträge lese, ob meine Kinder in einem Paralleluniversum zur Schule gehen.
Bei deren Mathelehrern schreibst du jedenfalls keine 4, wenn du keine Ahnung hast. Im Gegenteil. Einsen und Zweien sind da nur möglich, wenn du den Stoff wirklich verstanden hast und beherrscht.


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06.11.2019 um 14:21
Trailblazer schrieb:Na wenn das so ist...

Dann brauchen wir einfach nur mehr Nachhilfelehrer von deiner Art! ;)
Nein, wir brauchen, dass man nicht schon in jungen jahren lernt, dass man so den meisten erfolg hat. Das ist heute aber leider so.

Ein kind, das auswendig lernt und dem lehrer gefällig ist im mündlichen wird immer die bessere note kriegen als jemand, der talentiert ist, aber die sinnlose fleißarbeit nicht macht und nicht sich aufgabenlösungswege reinprügelt.

Du wirst im Abi in Mathe immer klausuren haben, wo es mehr um Zeit geht, nicht darum, dass da irgendwas groß sinnvolles vermittelt wurde.

Dann hat das kind vordergründig angeblich logarithmus gelernt, weil es ne e funktion abgeleitet hat und irgendein wachstum bestimmt hat. Aber eigentlich wurde da nix gelernt, außer ein spezielles lösungsverfahren und wenn man nciht genau diese frage gestellt bekommt, hatman vom logarithmus keine ahnung.


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06.11.2019 um 14:23
groucho schrieb:Es ist interessant zu sehen, wie sehr du dich schon gegen Kritik immunisiert hast. :D

Natürlich gibt es noch andere Faktoren, aber wie soll ein Land im wissenschaftlichen und technischen Bereich ganz oben mitspielen, wenn aus der Schule (weil mieses System) nur Deppen kommen, die nicht studierfähig sind?
Weil es a) nirgendwo anders groß besser ist (mir ist keins taat mit einem anderen Schulsystem bekannt, der sicher und halbwegs wohlhabend ist. Dir?) und b) wir gute Unis und Ausbilder haben.
Die müssen dann halt das rausholen, was die schule verbockt.
groucho schrieb:Ich frage mich, immer wenn ich deine Beiträge lese, ob meine Kinder in einem Paralleluniversum zur Schule gehen.
Bei deren Mathelehrern schreibst du jedenfalls keine 4, wenn du keine Ahnung hast. Im Gegenteil. Einsen und Zweien sind da nur möglich, wenn du den Stoff wirklich verstanden hast und beherrscht.
Haste mal ne Klausur von denen?


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06.11.2019 um 14:27
Dann hätten wir was Konkretes, wo wir uns drüber unterhalten können. Oft sieht das für eltern nämlich alles nur ganz schwierig aus.


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06.11.2019 um 14:58
Shionoro schrieb:Anstatt grundlegend zu überlegen, dass sich die Realität der Kinder nunmal stark verändert hat, wollen wir beim alten bleiben und das mit ein bisschen klebeband reparieren.
Ist doch häufig so, positivistische Nachsteuerung. Da schaut man nichtmal fachintern nach links und rechts bezüglich empirischer Gegenbeweise. Dafür gibts auch einen (manchmal modisch-banal, manchmal ernsthaft gemeinten) Begriff: Postmoderne. Gibt auch noch andere Bereiche, bei denen inzwischen von -post gesprochen wird. Ich benutze das Wort "Therapeutisierung" auch bewusst negativ - der ist aus der kritischen Psychologie. Je mehr bandagiert wird, desto mehr ist verwundet worden - das ist simple 08/15-Dialektik. Wird nicht ewig klappen.


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06.11.2019 um 15:03
@postcrysis

Es ist auch interessant, wie man mit Allgemeinsätzen seit jahrzehnten argumentiert.
Wir haben immer schlechter vorbereitete studenten und auszubildende, aber wir haben immernoch dieselben talkingpoints wie vor zehn oder auch 20 jahren.

So vonwegen 'wir brauchenkleinere klassen' 'Man muss den schülern klarmachen, wofür man mathe braucht' 'Hausaufgaben abschaffen und später mit der schule anfangen'. Das hab ich vor 15 Jahren auch schon alles gehört, als ich auf der Schule war.
Auch das vonwegen 'weg vom frontalunterricht' usw.
Damals ahben allerlei junge lehrer versucht, gruppenarbeit zuimplementieren. Großartig gewinnbringend war das nie.

Schlichtweg reden wir über die falschen dinge. Bei der Schule krankt das system und es sind systematische probleme, die es vom gesunden abhalten. Kleinere reformen innerhalb des systems können den zerfall hinauszögern, sie können ihn aber nicht aufhalten.

Eher wird man noch ein paar jahrzhente damit verbringen, so zu tun, als sei gar nichts falsch. WEiter das niveau senken, irgendwann noten abschaffen und weiterhin behaupten,man bilde da leute, obwohl man sie nur verwahrt.


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06.11.2019 um 19:29
Shionoro schrieb:Wir haben immer schlechter vorbereitete studenten und auszubildende
Also viele verirren sich m.M.n. auch auf der Uni - werden mit einer erbettelten vier minus ins letzte Schuljahr gelassen, bekommen mit Ach und Krach ihr Abi oder die duale Ausbildung (mit Fachabi) hin und erzählen dann freudestrahlend vor der Klasse, dass sie studieren gehen wollen. Jetzt hängen die auf der Uni/FH rum und da fragt man sich: Was los? Was habt ihr gegen Laborassistenz-, Handwerks- oder Care-Berufe? Überakademisierung war ja auch mal Thema - aber gut. Währenddessen haben viele gar keine Lust mehr auf Schule oder Ausbildung, gehen früh ab und dümpeln dann unter ihrer potentiellen persönlichen Entfaltung lebenslänglich rum, müssen Zeitarbeit machen und werden schlecht bezahlt.
Shionoro schrieb:das niveau senken, irgendwann noten abschaffen und weiterhin behaupten,man bilde da leute, obwohl man sie nur verwahrt.
Viele Bücher und Texte, die so peu a peu erörtert werden sollen, stellen nicht wirklich einen Bezug zu den Schülern her, zu ihrem Lebenskontext, ihrer eigenen nischenhaften Kreativität oder zum "Menschen" überhaupt. Zwischen verstaubten Suhrkamp-Heftchen und allgemeiner Vertiefung ins Internet wird versucht, ein intuitives Wissen zu antriggern, aber das ist relativ fruchtlos, wenn man demokratische Bürger möchte. Da hatte ich mir mal kurz Gedanken drüber gemacht, was an Unterrichtsinhalten fehlt. Und Noten abschaffen? Was soll denn stattdessen kommen?


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06.11.2019 um 19:59
Trailblazer schrieb:Ich habe selbst eine Zeit lang Nachhilfe in naturwissenschaftlichen Fächern gegeben und habe eine Vorstellung davon, wo es klemmen könnte...
Wo siehst du das denn?


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06.11.2019 um 20:01
Trailblazer schrieb:Wenn die Eltern den Wert einer vernünftigen Ausbildung nicht begreifen, können es die Lehrer auch nicht mehr rausreißen.
Ja, aber das ist kompliziert - manches ist leider habitual determiniert und diesbezüglich macht es wenig Sinn, nur Eltern den schwarzen Peter zuzuschieben. Es ist auch so, dass wenn Kinder nicht über Bezugspersonen mit einer Wissens- oder erstmal erzählerischen Geschichtenkultur in Kontakt kommen, dass dies zur chronischen Nichtentfaltung der Kognition und Emotio führt (typische Entwicklungsphasen). Mir persönlich geht es ganz schön auf den Geist, dass ganz viele ihre zerronnenen Möglichkeiten, ihre inneren Risse später nur noch fiktional im kulturindustriellen Film-, Casting- oder sonstwas-Angebot kitten müssen.


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06.11.2019 um 20:03
postcrysis schrieb:Viele Bücher und Texte, die so peu a peu erörtert werden sollen, stellen nicht wirklich einen Bezug zu den Schülern her, zu ihrem Lebenskontext, ihrer eigenen nischenhaften Kreativität oder zum "Menschen" überhaupt. Zwischen verstaubten Suhrkamp-Heftchen und allgemeiner Vertiefung ins Internet wird versucht, ein intuitives Wissen zu antriggern, aber das ist relativ fruchtlos, wenn man demokratische Bürger möchte. Da hatte ich mir mal kurz Gedanken drüber gemacht, was an Unterrichtsinhalten fehlt. Und Noten abschaffen? Was soll denn stattdessen kommen?
Nix stattdessen. Die schafft man ab, damit man sich nicht mehr dem fakt stellen muss, dass das niveau sinkt und keiner mehr was lernt und redet sich das dann schön, indem man sagt, man will dem leistungsdruck entgegentreten, der ja sowieso unkreativ macht.
Genauso wie man behauptet, man lehre heute 'kompetenzen' wenn man in mathe halt aufgaben reinknallt wo man einfach nur schätzen oder irgendwas ablesen muss (macht man eigentlich, damit auch schüler die nich gelernt haben grundsätzlich auf ne 4 können).

Dann kann man noch mehr verantwortung auf uni und ausbildung abwälzen.


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07.11.2019 um 21:03
Shionoro schrieb am 26.05.2018:Das schlimme ist, dass das jedem klar zu sein scheint. Deswegen werden die anforderungen in Schulen auch immer weiter gesenkt, damit man weiterhin behaupten kann, es wäre doch alles gut.
Das Bildungsniveau wird deshalb gesenkt, weil wir:

1. Einen Minderheitenzuwachs haben und
2. Es immer mehr Fließbandarbeiten gibt


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07.11.2019 um 21:55
@Shionoro

Wenn du mich fragst, leidest du an einer ausgewachsenen Angststoerung!

Alles Gute fuer dich! ;)


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