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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

1.654 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 07:51
@shionoro
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Warum hat dieser Lehrer dich beeindruckt?
Weil der für etwas stand. Und ein Teil davon war, uns zuzutrauen, eben selbst dafür zu sorgen, wo wir unsere Literatur herbekommen. Weiterhin von uns zu erwarten, erst mal alle Bücher selbst zu lesen, um anschließend lebhaft mit uns darüber zu diskutieren. Das war kein Problem, auch abweichende Meinungen nicht.

Aber es war sehr schön, an der Schwelle des Erwachsenenlebens nicht zu hören: So bestellt mal die Nummer in dem Buchladen, lest dann Seite 116-131 unter Berücksichtigung folgender Fragestellung: ...

Sondern eher die Aufforderung: Benehmt Euch wie Erwachsene, damit ich mit Euch auf annähernder Augenhöhe sprechen kann.

Der hat uns nie verhätschelt, aber immer wie interessante Gesprächspartner behandelt. Ob wir das wirklich waren, blieb irgendwo sein Geheimnis. Ich kann mir vorstellen, dass da auch eine erhebliche Portion good will im Spiel war.

Fun fact: Der hat mir nach der Abschlussfahrt ne Stange Marlboro mitgebracht, um sein Schnorrer Dasein zu kompensieren. Stell Dir heute mal einen Lehrer vor, der einem minderjährigen Schüler Zigaretten mitbringt...


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 10:24
Zitat von shionoroshionoro schrieb:So wie ich dich in anderen posts verstehe, magst du Eigeninitiative und Selbstständigkeit. Ich mag das auch und ich glaub, wir müssen das Kindern beibringen.
Meine Frage ist nur: Wo sollen die das denn heute lernen?
Kinder besitzen Eigeninitiative, sie verlernen es nur in der Schule... natürlich ist Allgemeinwissen auch wichtig, aber nicht so viel wie gegenwärtig... Deswegen war ich ja der Meinung, das es mehr Praxisbezug in der Schule braucht, wo sich die Kinder ausprobieren können, damit sie gleich ihre Talente erforschen können und eine Berufswahl darauf aufbauend treffen können.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 10:58
Zitat von ockhamockham schrieb:natürlich ist Allgemeinwissen auch wichtig, aber nicht so viel wie gegenwärtig...
Sorry aber meiner Meinung nach braucht es noch viel mehr Allgemeinwissen.
Das ist stellenweise heute schon mehr als desaströs.
Zitat von ockhamockham schrieb:Deswegen war ich ja der Meinung, das es mehr Praxisbezug in der Schule braucht, wo sich die Kinder ausprobieren können, damit sie gleich ihre Talente erforschen können und eine Berufswahl darauf aufbauend treffen können.
Wenn ich 1€ für jeden bekommen würde der als Erwachsener nicht in dem Beruf arbeitet den er sich als Kind/Jugendlicher ausgesucht hatte wäre ich heute ziemlich sicher Milliardär.
Interessen wandeln sich.

Meine Berufsideen an die ich mich erinnere: Archäologe, Zeichner, Krankenpfleger, Lehrer, Youtuber/Entertainer, Biomedizintechniker und jetzt am Ende das was mir Spaß macht: Fachinformatiker.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 11:31
Zitat von NerokNerok schrieb:Sorry aber meiner Meinung nach braucht es noch viel mehr Allgemeinwissen.
Das ist stellenweise heute schon mehr als desaströs.
Das lässt sich nicht verallgemeinern, in den einen Beruf braucht man mehr Allgemeinwissen in den anderen weniger und da sollte man den Kindern die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren, um zu Wissen, welchen Weg sie einschlagen, diesen Weg man den Kindern bereitstellen sollte. Der eine mehr Allgemeinwissen, der andere weniger.
Zitat von NerokNerok schrieb:Wenn ich 1€ für jeden bekommen würde der als Erwachsener nicht in dem Beruf arbeitet den er sich als Kind/Jugendlicher ausgesucht hatte wäre ich heute ziemlich sicher Milliardär.
Interessen wandeln sich.
eben, da sind wir wieder beim Thema, du hast es ausprobiert, Kinder probieren gegenwärtig nichts aus, weil einfach der Praxisbezug fehlt und das ist schlecht.

Es ist natürlich richtig, das man nicht alle Berufe in einer Schule unterbringen kann, man kann es aber verkürzen in körperliche Arbeit, in Denkarbeit und alles beide: körperliche Arbeit + Denkarbeit, wobei es Denkarbeit in einer Schule nicht zusätzlich braucht. Dann können sie das machen, was im erwachsenenalter sowieso passiert: sich ausprobieren!!!


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 14:38
Zitat von ockhamockham schrieb:aber nicht so viel wie gegenwärtig
Im Gegenteil.
Es ist richtig, dass man heutzutage alles im Netz findet. Aber man findet eben wirklich alles. Das Falsche direkt neben dem Richtigen.
Man braucht ein Basiswissen, um eine einigermaßen gute Beurteilung treffen zu können, was wahrscheinlich richtig ist und was eher nicht.
Hinzu kommt aber natürlich noch, den Umgang mit Wissen zu vermitteln. Wie und wo suche ich, worauf muss ich achten. Wie bewerte ich Quellen.

Das mit der Vorbereitung auf den Beruf sehe ich auch anders. Kinder haben zwar unterschiedliche Interessen - dennoch halte ich eine gemeinsame Basis für wichtig. Und eine zu frühe oder zu stringente Spezialisierung halte ich für problematisch. Ein Schulkind kann kaum wissen, was es werden möchte. Einem Heranwachsenden sollte möglichst viel offen stehen.
Sicher wird jemand, der Mathe hasst und schlecht darin ist, kein Physiker werden. Aber z.B. Mathe "light" ist dennoch ein Fehler, weil es auch Herangehensweisen vermittelt und das Denken allgemein fördert.

Spezialisierung ist etwas für später. In der Ausbildung oder im Studium.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 14:52
In diesen Zeiten stellt sich meiner Meinung nach eher die Frage:

Haben wir überhapt noch Schulen?

Wenn ich mir das Hin und Her von Schule auf, Schule zu im föderalen Flickenteppich so ansehe, kommen mir gewisse Zweifel.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 14:58
@Doors

Zumindest sehe ich an meinem Sohn und den Kindern aus der Umgebung, dass wir definitiv Schulen brauchen. Es geht nämlich nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um soziale Interaktion, auch mal in größeren Gruppen. Die Kinder, trotz ihrer Pubertät, waren geradezu begeistert, mal wieder in die Schule zu dürfen. Der online Unterricht mit seinen sehr begrenzten Kommunikationsmöglichkeiten ist einfach nicht das Gleiche.


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23.03.2021 um 14:59
@sacredheart

Eben. Schule ist mehr als Lernen, so wie Arbeit auch mehr ist als Maloche.


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23.03.2021 um 15:05
@Doors

Ganz genau. Als @shionoro diesen thread aufgemacht hatte, war an den bedauerlichen Feldversuch ohne richtige Schule ja noch gar nicht zu denken. Jetzt haben wir auch Ergebnisse und die sind für online Unterricht, learn by youtube etc eher schlecht. Also ja, wir brauchen Schulen.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 15:09
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Also ja, wir brauchen Schulen.
Nicht nur der Kinder wegen, sondern auch der Eltern wegen. Die leiden ja auch darunter, wenn sie plötzlich in die LehrerInnen-Rolle gezwungen werden.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 16:06
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Das mit der Vorbereitung auf den Beruf sehe ich auch anders. Kinder haben zwar unterschiedliche Interessen - dennoch halte ich eine gemeinsame Basis für wichtig. Und eine zu frühe oder zu stringente Spezialisierung halte ich für problematisch. Ein Schulkind kann kaum wissen, was es werden möchte. Einem Heranwachsenden sollte möglichst viel offen stehen.
Sicher wird jemand, der Mathe hasst und schlecht darin ist, kein Physiker werden. Aber z.B. Mathe "light" ist dennoch ein Fehler, weil es auch Herangehensweisen vermittelt und das Denken allgemein fördert.

Spezialisierung ist etwas für später. In der Ausbildung oder im Studium.
Kinder sollen sich nicht "spezialisieren", sie sollen ihre Talente erkunden dürfen, um dann, wenn es so weit ist, die richtige Berufswahl treffen zu können, das erspart einen Ausbildungs-abbrecher, die kosten nämlich Geld... Man kann seine Talente auch über verschiedene Sportarten erkunden. Ich finde da sollte sich die Politik was einfallen lassen...


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 16:12
Zitat von ockhamockham schrieb:sie sollen ihre Talente erkunden dürfen
Ist da die Schule der alleinige richtige Ort dafür? Dafür gibt es gerade in Deutschland eine Vielzahl an Sport-, Musik und allen möglichen anderen Vereinen.

Die Aufgabe der Schule ist es doch eher, allen eine möglichst ähnliche Bildungschance zu geben. Auch dem, der sagt: "Ich tanze gerne und sonst mag ich nichts". Auch dieser Mensch sollte eine Grundbildung in Sprachen, Naturwissenschaften, Geschichte etc. bekommen.

Natürlich auch angepasst auf die Interessen - aber da ist es recht einfach zu lösen. Viel mehr Geld für Bildung. Für viel kleinere Klassen und für eine gute Grundausstattung der Schulen.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 16:24
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Ist da die Schule der alleinige richtige Ort dafür?
der alleinig richtige Ort natürlich nicht, ein Ort von vielen, den die Politik mal zeit- und kindgerecht modifizieren sollte.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

23.03.2021 um 16:27
Zitat von ockhamockham schrieb:den die Politik mal zeit- und kindgerecht modifizieren sollte.
Da bin ich gar nicht dagegen. Es ist nur gar nicht so einfach.
Man muss nur das dafür nötige Geld woanders weg nehmen oder eben beim Bürger mehr einnehmen. Meine Stimme hätte das wohl.


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23.03.2021 um 16:35
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Weil der für etwas stand. Und ein Teil davon war, uns zuzutrauen, eben selbst dafür zu sorgen, wo wir unsere Literatur herbekommen. Weiterhin von uns zu erwarten, erst mal alle Bücher selbst zu lesen, um anschließend lebhaft mit uns darüber zu diskutieren. Das war kein Problem, auch abweichende Meinungen nicht.

Aber es war sehr schön, an der Schwelle des Erwachsenenlebens nicht zu hören: So bestellt mal die Nummer in dem Buchladen, lest dann Seite 116-131 unter Berücksichtigung folgender Fragestellung: ...

Sondern eher die Aufforderung: Benehmt Euch wie Erwachsene, damit ich mit Euch auf annähernder Augenhöhe sprechen kann.

Der hat uns nie verhätschelt, aber immer wie interessante Gesprächspartner behandelt. Ob wir das wirklich waren, blieb irgendwo sein Geheimnis. Ich kann mir vorstellen, dass da auch eine erhebliche Portion good will im Spiel war.

Fun fact: Der hat mir nach der Abschlussfahrt ne Stange Marlboro mitgebracht, um sein Schnorrer Dasein zu kompensieren. Stell Dir heute mal einen Lehrer vor, der einem minderjährigen Schüler Zigaretten mitbringt...
Damit hast du eigentlich recht nah umrissen, was ich für Schüler und Lehrer will. Ein Vertrauensverhältnis auf Augenhöhe, wo natürlich der Lehrer leitet, aber auch ein Mensch ist den man als solchen außerhalb seiner Unterrichtsfunktion wahrnimmt.

Es geht nicht darum, Schüler zu verhätscheln. Es geht darum, sie in eine so starke Position zu bringen, dass ich sie nicht verhätscheln muss, sondern sie mit mir diskutieren können und ich ihnen vertrauen kann, dass ihre eigenen Entscheidungen nicht so furchtbar sein werden, dass sie sie in den Ruin führen. Nur dann kann ich ja getrost auch mal eigene Entscheidungen zulassen, getrost auch mal, wenn ich glaube, es besser zu wissen.

Wir pressen Schüler aber in eine Position der Schwäche und bügeln das dann aus, in dem wir ihnen hilfestellung geben und sie noch abhängiger machen. Und das machen wir, bis die 18 sind (ok, auf der uni noch was länger) und sagen dann 'So, jetzt triff bitte freie entscheidungen und sei erwachsen'. Und wir wundern uns, dass das nicht klappt.

Die Schüler/Lehrer beziehung, die du da mit deinem Lehrer hattest, möchte ich an Schulen allgemein untereinander haben. Eben ein verhältnis, wo man sich auf einigermaßen Augenhöhe austauschen kann UND WILL, sodass da ein Schüler wachsen kann.

Heute dürfte der Lehrer das gar nicht mehr machen. Da ist einigermaßen festgelegt, was gelesen wird. Und das wird über die Schule dann auch bestellt und an Hand von fixen Bewertungsbögen bewertet. Und alle schüler wollen im LK die 1 oder 2 für das studium später und haben ein reclamheft dabei, das ihnen vorsagt, wie man das buch interpretieren muss.


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