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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

484 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, DDR, Osten + 3 weitere

Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 06:53
Ich antworte dir hier, Seidenraupe, denn der im SPD Thread würde es zu OT.


Quo vadis SPD? Die Sozialdemokratie in Deutschland und in Europa (Beitrag von Seidenraupe)
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:ja, so heißt es.
Weil die OStgenossen gerne vergessen, dass sie und ihre planwirtschaftliche Mangelverwaltung, inklusive Stasi und Betriebskampfgruppen (bewaffnete) den Untergang der Wirtschaft und des Landes ""DDR" verursacht haben.

Weil man das nicht wahrhaben will/wollte, musste der "Klassenfeind" her um zu begründen, warum die Ostwirtschaft so kaputt war, dass sie unter freiheitl demokratischen Bedingungen am Markt nicht existenzfähig war.
Also gut.. viel Polemik knallst du hier raus, und nichts ökonomisch relevantes, was aber schon wichtig wäre, um die Problematik der späteren gesellschaftlichen Verwerfungen halbwegs zu erfassen.

Bevor ich mich hier in irgendwelchen Details verbeiße, würde ein größerer Umriss der Verhältnisse ganz passend kommen, und dazu fällt mir eine Sendung ein.

Hab kürzlich durch Zufall wieder mal in die Anstalt rein gezappt, und mir so einiges über das Thema anhören dürfen. Ob das alles so stimmt, weiß ich nicht, aber falls das alles so stimmt, wirkt dein Rundumschlag gegen die sozialistische Mangelwirtschaft wie ein unbeholfener Versuch den "räuberischen Westkapitalismus ;) " in Schutz zu nehmen, mit der Absicht ihn damit von seiner Verantwortung frei zu sprechen.

Guck mal selbst rein, und sag mir was du davon hältst:

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-5-november-2019-100.html


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 10:15
@weißichnixvon
was soll ich mir eine comedy Sendung anschauen?
die DDR war pleite bis auf den letzten Aluminiumpfennig. Die Betriebe marode*, die Häuser marode, die Mehrheit der Menschen hatten Stasi-Bespitzelung, Gängelung und Einsperren (sowohl hinter dem eisernen Vorhang als auch im politischen Knast) satt bis zum Gehtnichtmehr.
Ob du es glaubst oder nicht.
*da wurde trotzdem u.a. für C&A und Neckerman produziert, keine Frage. Ähnlich wie die TextilarbeitereInnen in Bangladesh zu einem Hungerlohn unter widrigsten Bedingungen für die "Geiz-ist geil" Konsumenten heute produzieren- halt unter zum Teil menschenunwürdigen Umständen.

das man die "OST Kombinate/Fabriken nicht halten konnte bzw nicht in die hocharbeitsteilige und effiziente "West"Industrie eingliedern oder gar gleichberechtigt betreiben konnte, sagt dir jeder Ökonom, der außer dem SED Parteibuch noch mehr von der Materie verstanden hat.
Wenn du dir das auf Grund deines Alters nicht vorstellen kannst -- ok.
aber komm mir nicht mit comedy.


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 10:40
@Seidenraupe
Komm du mir mal nicht mit comedy. Von wegen "lustige" Buzzwords am laufenden Band raus rotzen und viel ideologisches Bla.

Die Leute in der Sendung sprachen von wettbewerbsfähigen Produkten, die entweder von Westfirmen schon seit Jahren vor der Wende vertrieben wurden, oder nach der Wende in direkter Konkurrenz zu den eigenen Produkten standen, weshalb man darauf gedrungen hatte, die Produktion einzustampfen. Da fasst sich doch jeder Ökonom an den Kopf, wenn er dann sieht, für welchen Preis und zu welchen Bedingungen solche Betriebe verschleudert und vernichtet wurden.

Verschone mich bitte mit diesem ideologischen Bullshit. Es ist die Mühe nicht wert.

Komme mal besser mit Zahlen oder Fakten, die die Aussagen der Sendung widerlegen, oder zumindest deine Aussagen stützen, dann kann man diese wenigstens auf Konsistenz und Wahrheitsgehalt prüfen.

Aber da kommt sicher wieder nix. Weil du einfach nix darüber weißt, und dir lieber dein hübsches Dogma pflegst, wie üblich.


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 11:11
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Die Leute in der Sendung sprachen von wettbewerbsfähigen Produkten
ich auch, als ich die TextilarbeiterInnen in Bangladesh erwähnte, die unter widrigen Umständen für Hungerlöhne arbeiten. dazu müsste man nur ein klein wenig von Volkswirtschaft verstehen :)


Angenommen, es käme zu einem politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss von D und Bangladesh:
würden die Textilbetriebe, die Nähereien bestehen bleiben oder würden sie umgehend geschlossen, zB wegen Verstößen gegen Menschenrechte, gegen Arbeitsrecht, wegen mangelnder Sicherheit, wegen niedrigster Dumpinglöhne?
wären sie konkurrenzfähig?
Wären die Löhne angemessen?
Was meinst du?


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 11:16
@Seidenraupe
Im fiktiven Krautladesh würden die Fabriken bei einem Zusammenschluss garantiert nicht gleich geschlossen werden, weil die Menschen in diesem Teil des Landes ja nun nirgends sonst arbeiten können. Es würde eine Treuhand gegründet und die Unternehmen unter Wert verkauft. Die Deutschen müssten zahlen, die Arbeitslosenrate in ex- Bangladesch und der Frust würden steigen und die Krautladeshler wählen AfD und Linkspartei.


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13.12.2019 um 11:27
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Hab kürzlich durch Zufall wieder mal in die Anstalt rein gezappt, und mir so einiges über das Thema anhören dürfen. Ob das alles so stimmt, weiß ich nicht, aber falls das alles so stimmt, wirkt dein Rundumschlag gegen die sozialistische Mangelwirtschaft wie ein unbeholfener Versuch den "räuberischen Westkapitalismus ;) " in Schutz zu nehmen, mit der Absicht ihn damit von seiner Verantwortung frei zu sprechen.
tja... so ein wenig kommt es mir auch vor.

Bzw. gehen wir doch mal zum Bsp. Mindestlohn, noch ganz aktuell. Hat man da einmal von seitens der Industrie Jubelschreie vernommen also dass sie es gut finden dass der nun kommt? Nein eher das Gegenteil war der Fall....Arbeitsplätze fallen weg, das macht alles kaputt usw... teilweise wurde sogar hier die Planwirtschaft herangezogen.
Nun ja... nichts dergleichen hat sich bewahrheitet, es wurden weder Arbeitsplätze vernichtet, noch hat das nun einen Anschein von Planwirtschaft. :D
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Die Leute in der Sendung sprachen von wettbewerbsfähigen Produkten, die entweder von Westfirmen schon seit Jahren vor der Wende vertrieben wurden, oder nach der Wende in direkter Konkurrenz zu den eigenen Produkten standen, weshalb man darauf gedrungen hatte, die Produktion einzustampfen. Da fasst sich doch jeder Ökonom an den Kopf, wenn er dann sieht, für welchen Preis und zu welchen Bedingungen solche Betriebe verschleudert und vernichtet wurden.
jo gab es auf jeden Fall.
Ich bringe hier mal das bruchsichere Lausitzer Glas.

https://www.lr-online.de/lausitz/weisswasser/wer-braucht-schon-glas_-das-nicht-kaputt-geht_-36604036.html
Es gelang, ein chemisches Verfahren zu entwickeln, was dünnwandige Gläser weniger anfällig für Brüche machte als herkömmliche. Dafür leisteten Berliner Wissenschaftler entscheidende Grundlagen, die in Bad Muskau schließlich in das Verfahren für chemisch-verfestigte Gläser (CV-Glas) mündete. "Man konnte die Gläser sogar fallen lassen, ohne dass sie gleich in Scherben zersprangen", erläutert Patzig. Die Entwicklung des Kombinat Lausitzer Glas Weißwasser ist bis heute einzigartig auf der Welt.
und welch Wunder :D
Trotz des großen Erfolges: Das letzte CV-Stapelglas in Schwepnitz lief am 1. Juli 1990 vom Band. "Es scheint heute nicht mehr wirtschaftlich zu sein, Glas herzustellen, was nicht so schnell kaputt geht", sagt Dietrich Mauerhoff. Nach der Wende wurde das Glaswerk mit samt der Technologie aufgelöst, Maschinen und Anlagen gewinnbringend verkauft oder verschrottet.

Für die Technologie aus der Lausitz für verfestigte Gläser aus DDR-Zeiten hat sich bis heute kein Interessent mehr gefunden. "Es darf offenbar nur Glas geben, was leicht zerbricht", mutmaßt auch Dieter Patzig, "damit mehr davon verkauft werden kann."



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13.12.2019 um 12:06
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:ich auch, als ich die TextilarbeiterInnen in Bangladesh erwähnte, die unter widrigen Umständen für Hungerlöhne arbeiten. dazu müsste man nur ein klein wenig von Volkswirtschaft verstehen :)
Aha, verstehe ich nicht. Erkläre mir das mal anhand von deutlichen Beispielen, Daten und Fakten wieso der Ossi, der es schaffte ein Netto-Kapital von ca. 600 Mrd. DM (so die Schätzungen der damaligen West-Volkswirte für die Treuhand) an Betriebsgütern aufzubauen, und sich sogar mit manchen Produkten von der Konkurrenz abzuheben, hier auf einmal zu Hungerlöhnen arbeiten müsste. Angebot und Nachfrage, du weißt schon, Herr Volkswirt.
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:Angenommen, es käme zu einem politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss von D und Bangladesh:
würden die Textilbetriebe, die Nähereien bestehen bleiben oder würden sie umgehend geschlossen, zB wegen Verstößen gegen Menschenrechte, gegen Arbeitsrecht, wegen mangelnder Sicherheit, wegen niedrigster Dumpinglöhne?
wären sie konkurrenzfähig?
Wären die Löhne angemessen?
Was meinst du?
Angenommen ich sage dir, du redest mit hoher Wahrscheinlichkeit nur dogmatischen Quark, würde das was an deiner Meinung ändern? Ich hab so meine Zweifel, aber vllt ändern ja Daten und Fakten zu deinen Behauptungen die Perspektive, also hau sie mal raus.
Zeig mal welche Betriebe der Nachwendezeit deine Kriterien erfüllen, und dann sehen wir weiter.

Mir ist zwar bekannt, dass es ganz allgemein eine zähe Ressourcenallokation im Osten gab, dass häufig die falschen Leute an wichtigen Hebeln saßen, dass Wartungstaus die Regel gewesen sein sollen.. was man btw. auch mal in jedem Einzelfall prüfen müsste, aber nehmen wir die Prämisse als gesetzt.
So ist mir trotzdem nicht bekannt, dass Arbeiter unter so beschissenen Arbeitsbedingungen gelitten haben sollen, wie man sie in Bangladesch vorfindet.

Aus dem Vergleich wird wohl nix.


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13.12.2019 um 12:09
@knopper
Interessantes Beispiel. Da soll es wohl noch einiges mehr von der Sorte geben.

Scheinst ja aus dem Osten zu stammen. Kannst du mal was über die Arbeitsbedingungen erzählen? Waren sie so Menschenverachtend usw., dass man sie mit Bangladesch vergleichen könnte?
Davon hab ich persönlich noch nichts gehört..


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 12:12
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Ob das alles so stimmt, weiß ich nicht, aber falls das alles so stimmt, wirkt dein Rundumschlag gegen die sozialistische Mangelwirtschaft wie ein unbeholfener Versuch den "räuberischen Westkapitalismus ;) " in Schutz zu nehmen, mit der Absicht ihn damit von seiner Verantwortung frei zu sprechen.
Das ist heute die übliche Sichtweise, alles schöner zu reden als es ist.

Der räuberische Westkapitalismus ist Schuld. Das ist das ewige Märchen der DDRler. Tatsache ist, die Ex-DDR liegt auch heute noch, dreissig Jahre später, hinter der Produktivität der Westdeutschen.

https://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/inland/iwh-studie-produktivitaet-ostdeutschland-wende-100.html

Dazu brauche ich aber keine Bestätigung der Medien und des Statistischen Bundesamtes. Das habe ich mit eigenen Augen in Unternehmen gesehen.


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13.12.2019 um 12:14
@Bauli
Schön, und RB Leipzig ist in der Tabelle vor den Bayern. Hab ich auch vorhin erst wieder gesehen. Was sagen uns unsere Erfahrungen darüber, wie die Nachwendezeit ökonomisch und sozial abgewickelt wurde?


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13.12.2019 um 12:23
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Scheinst ja aus dem Osten zu stammen. Kannst du mal was über die Arbeitsbedingungen erzählen? Waren sie so Menschenverachtend usw., dass man sie mit Bangladesch vergleichen könnte?
kann ich leider nur aus Erzählungen berichten. Ich sags mal so die Arbeitsbedingungen mit den in Bangladesch zu vergleichen wo die Leute keine Rechte haben und 16 Stunden schuften müssen usw... ist wohl wie Apfel und Birnen... :D

Nein es waren ganz normale Arbeitsbedingungen, wenn ich das von Mutter und Vater höre. Ok es gab wohl noch ne 43 oder 45 Stunden-Woche ...aber das ist immer noch weit entfernt von 16 Stunden / Tag.
Zitat von BauliBauli schrieb:Das ist heute die übliche Sichtweise, alles schöner zu reden als es ist.

Der räuberische Westkapitalismus ist Schuld. Das ist das ewige Märchen der DDRler. Tatsache ist, die Ex-DDR liegt auch heute noch, dreissig Jahre später, hinter der Produktivität der Westdeutschen.
ja richtig…man kann auch alles ewig schlecht reden.
Aber weißt du was....wenn die neuen Bundesländer dir so eine last am Bein sind... warum machst du dann nicht eine Petition das ssich die alten Bundesländer von den neuen lösen und es keine Finanzhilfen usw.. mehr gibt, heißt einfach wieder abtrennen? Das wäre doch ne Idee….

Aber das ist halt das typische, anstatt auf westdeutscher Seite auch mal etwas positives zu sehen, nämlch dass Deutschland sich ja vergrößert hat und auch etwas zusammengekomen ist, das Deutschland nun wieder eine gemeinsame Hauptstadt hat wird nur alles madig geredet und sich moralisch über die Ostdeutsche Bevölkerung gestellt.
ganz toll!


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 12:45
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:die DDR war pleite bis auf den letzten Aluminiumpfennig. Die Betriebe marode*, die Häuser marode, die Mehrheit der Menschen hatten Stasi-Bespitzelung, Gängelung und Einsperren (sowohl hinter dem eisernen Vorhang als auch im politischen Knast) satt bis zum Gehtnichtmehr.
...bla,bla,bla...
?

Zuviel Fernsehen?


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13.12.2019 um 13:17
Zitat von knopperknopper schrieb:Aber weißt du was....wenn die neuen Bundesländer dir so eine last am Bein sind... warum machst du dann nicht eine Petition das ssich die alten Bundesländer von den neuen lösen und es keine Finanzhilfen usw.. mehr gibt, heißt einfach wieder abtrennen? Das wäre doch ne Idee….
Ja, Du wirst lachen. Ich bin nicht glücklich. Seit dem Mauerfall und seit der Agenda 2010, die nur dazu diente, Rentner der DDR ihren Lebensunterhalt zu bezahlen, die hier im Westen aber ab dem Zeitunkt zu den Tafeln müssen, was sie vorher nicht mussten, sehe ich es mit Unbehagen.

..und ob nun Leipzig mal oben in der Buli-Tabelle ist, ist sowas von egal. Aber wenn da Dein einziger Gradmesser ist, dann wäre es doch ein Leichtes, es ohne westdeutsche Hilfe zu schaffen, oder meinst Du nicht?

Aufbau Ost in Raten zurückzahlen wäre doch eine Option, wenn ihr alles so gut könnt.


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Der Osten - zwischen Licht und Schatten

13.12.2019 um 13:19
Zitat von mildmrmildmr schrieb:Zuviel Fernsehen?
Lach. Wenn die Medien es nicht dauernd verschweigen würden, könnte man es im Fernsehen in detalliert recherchierten Berichten entnehmen. Aber soviel Wahrheit tut dem Volk nicht gut. Nein, ich habe es von ehemaligen Kollegen.


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13.12.2019 um 14:32
Zitat von BauliBauli schrieb:Lach. Wenn die Medien es nicht dauernd verschweigen würden, könnte man es im Fernsehen in detalliert recherchierten Berichten entnehmen. Aber soviel Wahrheit tut dem Volk nicht gut. Nein, ich habe es von ehemaligen Kollegen.
Was verschweigen denn die Medien?
Staaten können nicht "pleite" gehen.
Genauso wie in jedem Land der Welt waren viele Betriebe marode, viele aber wieder neu ausgestattet. Allein durch das F.J.Straußsche Wohlfahrtsprogramm Mitte der 80er.
Es gab zwar verkommene Stadtzentren, das ist korrekt. Das waren aber Spätfolgen des 2.WK da hier nur das nötigste getan wurde. Dazu kam das der Mittelstand nach der Machtübernahme Honeckers quasi ausradiert wurde. Ähnlich wie die Bauern in LPG's zu zentralisieren wurde die Handwerker in PGH's vergenossenschaftet. Zentralität hat halt Nachteile und man hat eher die Wohnblöcke im Fokus gehabt.
Auf der anderen Seite waren Bildung und Gesundheitswesen besser.
Die Stasi hat halt den Nachteil das sie demontiert wurde und man einen übersichtlichen Blick hinter die Kulissen bekommen hat.
Ich glaube nicht das bei irgendeinem Geheimdienst der Welt mit sauberen Mittel gearbeit wird, oder man auf irgendwelche Vorteile zur Informationsgewinnung verzichtet.
Zitat von BauliBauli schrieb:Ja, Du wirst lachen. Ich bin nicht glücklich. Seit dem Mauerfall und seit der Agenda 2010, die nur dazu diente, Rentner der DDR ihren Lebensunterhalt zu bezahlen, die hier im Westen aber ab dem Zeitunkt zu den Tafeln müssen, was sie vorher nicht mussten, sehe ich es mit Unbehagen.
omg *facepalm*


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13.12.2019 um 15:10
Zitat von BauliBauli schrieb:Ja, Du wirst lachen. Ich bin nicht glücklich. Seit dem Mauerfall und seit der Agenda 2010, die nur dazu diente, Rentner der DDR ihren Lebensunterhalt zu bezahlen, die hier im Westen aber ab dem Zeitunkt zu den Tafeln müssen, was sie vorher nicht mussten, sehe ich es mit Unbehagen.
Echt jetzt? :palm:
Saarländern geht es im Alter finanziell besser als Rentnern in anderen Bundesländern. Das zeigt der Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung Bund. Nach dieser Übersicht bezogen die Bewohner des Saarlandes nach mindestens 35 Jahren Versicherungszeit im Durchschnitt 1343 Euro monatlich. Die Auszahlungen lagen damit – Stand Ende 2018 – deutlich über dem Länder-Durchschnitt von 1219 Euro. Fast genauso gut versorgt sind die Rentner in Nordrhein-Westfalen, die im Durchschnitt 1323 Euro monatlich erhielten. Am Ende dieser Statistik liegen alle ostdeutschen Länder, ganz hinten Thüringen mit 1102 Euro nach 35 Versicherungsjahren.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/es-gibt-unterschiede-bei-der-rente-zwischen-ost-und-west-16322604.html

Sind die Ossis jetzt auch noch schuld an den hohen Lebensunterhaltungskosten in München und das Frauen im "Westen" vermehrt die Hausmutti spielen?


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13.12.2019 um 18:53
Zitat von knopperknopper schrieb:ber das ist halt das typische, anstatt auf westdeutscher Seite auch mal etwas positives zu sehen, nämlch dass Deutschland sich ja vergrößert hat und auch etwas zusammengekomen ist, das Deutschland nun wieder eine gemeinsame Hauptstadt hat wird
Dies sind nun wirklich wirklich wichtige Punkte, die einem im Alltag natürlich nahe gehen.
Zitat von mildmrmildmr schrieb:Es gab zwar verkommene Stadtzentren, das ist korrekt. Das waren aber Spätfolgen des 2.WK da hier nur das nötigste getan wurde.
Moment, 10 oder 20 Jahre nach Ende des WK, kann dieser doch nicht mehr als Entschuldigung herhalten, oder etwa doch?


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13.12.2019 um 19:32
@capspauldin
Natürlich, es gab keine großartigen Mittel zu Wiederaufbau. Dazu kam die Zwangsunterbringung von Millionen Flüchtlingen aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen und der Neumark.
Weiterhin Problematisch war, das alle die Besitz und Werte hatten, und irgendetwas mit der NSDAP am Hut hatten, vor den NKWD-Säuberungen in die westlichen Besatzungszonen geflohen sind.

Bei uns im Haus (2 vollwertige Wohnungen) haben 3 Familien und 2 Alleinstehende Frauen gewohnt. Die letzten sind 1968 raus gezogen. Mein Urgroßvater (Polizeidirektor, ab 12.1943 Landrat) wurde in Mühlberg eingelagert und ist dort gestorben. Mein Großvater (Hitlerjugendführer) ist nach Bremen abgehauen und kam erst 1948 zurück. Als sich die Wogen geglättet hatten.
Viele Leute wurden ja auch wegen Belanglosigkeiten denunziert.

Erst ab 1950 begann sowas wie ein koordinierter Wiederaufbau. Aber auch nur um weitere Abwanderungen gen Westen zu verhindern.
Da hat man dann massiv Freiwillige zusammengezogen. Aber da hat man dann auch eher Neu gebaut. Schulen, Krankenhäuser, Wohnblöcke, Kinos, Bowlingbahnen, Kindergärten, Vereinsheime etc...

Die zweite Neubauwelle begann erst gegen 1975. Da hatt man dann in jeder Stadt Betonwerke angelegt und dort Fertigteile gebaut.

Diese wurden dann auch eher für Wohnblöcke/Schulen/Kindergärten/Polikliniken in dem berümt berüchtigtem Platte-Style verwendet.

Um die Altstadtzentren hat man sich nie gekümmert. Da hat man eher großflächig abgerissen und in den Lücken neu gebaut. Erst mit der Wiedervereingung begann hier die großflächige Sanierung.
Das waren auch rationale Entscheidungen. Entweder 1000 Wohneinheiten sanieren oder in der selben Zeit mit den selben Mitteln 5000 WE mit Zentralversorgung am Stadtrand neu bauen.


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13.12.2019 um 20:21
Zitat von BauliBauli schrieb:..und ob nun Leipzig mal oben in der Buli-Tabelle ist, ist sowas von egal. Aber wenn da Dein einziger Gradmesser ist, dann wäre es doch ein Leichtes, es ohne westdeutsche Hilfe zu schaffen, oder meinst Du nicht?

Aufbau Ost in Raten zurückzahlen wäre doch eine Option, wenn ihr alles so gut könnt.
ja dann aber bitteschön mit den gleichen Startbedingungen, also mit Marshallplan und Wirtschaftswunder usw... 2 Dinge die natürlich heute nicht mehr möglich sind.

Daher sieh die neuen Bundesländer doch einfach als ein Erweiterung der alten an. Ich weiß, ist kein treffender Vergleich, aber das Saarland ist ja auch erst später wieder hinzugekommen, naja was heißt später n paar Jahre danach.
Wir sind eben erst dazu gekommen als sich die wirtschaftlichen Verhältnisse eh schon geändert hatten…die getrennte Zeit war einfach ein bisschen zu lang.
Zitat von capspauldincapspauldin schrieb:Moment, 10 oder 20 Jahre nach Ende des WK, kann dieser doch nicht mehr als Entschuldigung herhalten, oder etwa doch?
um vieles wurde sich eben nicht gekümmert, da der Fokus woanders lag. Stattdessen wurden eben teilweise viele Neubauten errichtet und der Rest verfiel.
In Westdeutschland gab es das auch aber nur sehr vereinzelt.
Zitat von mildmrmildmr schrieb:Das waren auch rationale Entscheidungen. Entweder 1000 Wohneinheiten sanieren oder in der selben Zeit mit den selben Mitteln 5000 WE mit Zentralversorgung am Stadtrand neu bauen.
ja richtig. Wichtig ist aber vor allem dass das "Grundübel" des ganzen nicht der Sozialismus an sich war sondern eben der 2. WK. Ich glaube das vergessen viele dabei immer.
Ostdeutsche werden mit in eine Art Geiselhaft genommen für Dinge die eben passiert sind und zwar von 1939 - 1945...in ganz Deutschland.


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13.12.2019 um 21:27
Zitat von mildmrmildmr schrieb:Auf der anderen Seite waren Bildung und Gesundheitswesen besser.
Jap. Das war so gut, dass die Kommunisten erlaubten, dass Medikamententests stillschweigend und ohne an die große Glocke an den Bürgern getestet wurden für Devisen.

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/probanden100.html

Sach mal, geht es Dir noch gut? Wirklichkeitsverklärer aus dem Osten gibt es nun wirklich genug. Daran krankt es nämlich bei Euch.
Zitat von mildmrmildmr schrieb:Es gab zwar verkommene Stadtzentren, das ist korrekt. Das waren aber Spätfolgen des 2.WK da hier nur das nötigste getan wurde.
Da war alles verkommen, bis auf die Straßen, in denen Erich flanierte. Die Städte wurden ja teiweise noch nicht mal bis 1989 renoviert. Hör doch auf hier solche Märchen zu erzählen und die Straßen, die ihr hattet, konnte man nicht mal Autobahn nennen. Wenn man schneller als 40 Km/h gefahren ist, verletzte man sich im PKW-Inneren.

Aber schon klar, ihr wart auf Top-Niveau


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