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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

146 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Wirtschaft, Stadtentwicklung
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Entwickelt sich Deutschland negativ als Wirtschaftsstandort?

08.04.2019 um 21:51
Realo schrieb:H4 hat den Bund in den ersten 10 Jahren 400 Milliarden gekostet.
Und Hartz IV ist die einzige Sozialleistung?
Zuschuss zur RV, Mütterrente, Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld, Asyl Taschengeld, Baukindergeld, Familienversicherung in der KV,....

Kostet alles ein Vermögen.


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09.04.2019 um 09:49
Corky schrieb am 17.03.2019:Das letzte (aktuelle) deutsche Großprojekt, das die Welt beeindruckt hat, ist:
Die Wiedervereinigung bzw. der Aufbau Ost. Ich kann mich noch an die maroden Städte und Dörfer der DDR erinnern, durch die man mit dem wohlklingenden Getucker des Zweitakter-Trabi gezuckelt ist, eine blaue Abgaswolke hinterlassend, die jedem Westler nach 2 Stunden Kopfschmerzen bereitete. Dass der Osten Deutschlands in nur einer Generation nicht mehr wiederzuerkennen ist, ist ein Verdienst! Bei allem Gemecker und allem Hohn, der Kohl ob seiner "blühenden Landschaften" damals entgegengebracht wurde, der ausländische Besucher heute staunt, wenn er das alte Erfurt oder Leipzig kennt und das neue sieht.
Deutschland ist im folgenden Bereich weltweit führend:
Tja, hier wird's schwieriger. Anderen mit dem Zeigefinger vor dem Gesicht herumwedeln und die Welt verbessern wollen ist vermutlich keine Kategorie, die hier gefragt ist. Einzelne Industriezweige haben in den letzten Jahren gewaltig an Image verloren, aber im Maschinenbau schaut man immer noch gern nach Deutschland.
Die letzte grosse politische Änderung/Entscheidung, die das Leben der Gesellschaft eindeutig verbessert hat, ist:
Oh je. Verbessert? Mal abgesehen von der Wiedervereinigung und ihrer Auswirkung auf den östlichen Gesellschaftsteil erinnere ich mich nicht sonderlich an "Verbesserungen." Da muss ich gewaltig in meiner Kindheit suchen. Abschaffung der Regelarbeit an Samstagen, daran kann ich mich noch erinnern, von den Gewerkschaften hart erkämpft ("Samstags gehört der Vati mir"). Die Einbindung in Europa vielleicht, die aber schon vor meiner Zeit erreicht wurde.

Aber ich erlaube mir noch eine Bemerkung, da ich aus Erfahrung sprechen kann. In Deutschland aufgewachsen und vom westdeutschen Bildungssystem ausgebildet worden bin ich einer dieser Akademiker, die aus freien Stücken das Land verlassen haben. Ich hatte ein im deutschen Vergleich hohes Einkommen, das sprichwörtliche Haus, Boot, Auto... und doch bin ich weggegangen. Im Studium habe ich mir Italien und England angeschaut und bin dann schliesslich in die USA ausgewandert.

Ich kann sagen: nicht die Abgabenhöhe in Deutschland hat mich dazu gebracht. Es ist eine Milchmädchenrechnung, wenn man nur Netto und Brutto vergleicht. Ja, in den USA zahle ich weniger Steuern und viel weniger Abgaben, aber in Wirklichkeit wird der Unterschied viel geringer, wenn ich einrechne, was ich dann eben privat bezahlen muss. Ich habe eine erstklassige medizinische Versorgung, zahle aber weit mehr als das Doppelte dafür, als was ich in Deutschland zahlen würde. Was der Staat mir in Deutschland zur Altersversorgung abverlangt, zahle ich hier aus gutem Grund freiwillig, denn sonst habe ich nichts im Alter. Und so weiter.

Es gibt Preisunterschiede, aber die werden erst interessant, wenn man den persönlichen Lebensstil zugrunde legt: mein Haus mit pool und allem ist kaum billiger in als in Deutschland, dafür sind die Lebensmittel hier um einiges teurer. In vielen Städten sind die Mieten hier weitaus höher als in Deutschland. Drei Wochen Urlaub auf der Alm in Österreich sind vermutlich billiger als drei Wochen Urlaub auf der Alm in Colorado. Ausserdem hatte ich in Deutschland 6 Wochen, hier würde ich höchstens vier haben (ich bin selbstständig, daher betrifft mich der Vergleich nicht so). Dafür ist mein Auto um einiges billiger als in Deutschland und für Benzin zahle ich nur ein Drittel. Genau wie für Strom. Für den Preis eines Restaurantbesuchs in Paris kann ich hier viermal essen gehen.

Es ist also sehr schwer pauschal zu sagen, wo man "billiger" lebt, es kommt darauf an, wie man lebt.

Wo aber liegt dann der Grund für den Frust, den ich bei vielen anderen ausgewanderten Deutschen sehe, mit denen ich beruflich sehr viel in Kontakt bin? Es sind alles Menschen, die in Deutschland durchaus zu den Hochverdienern gehört haben, die ohne grosse Probleme die höheren Abgaben oder Steuern tragen konnten, ohne am Hungertuch zu nagen.

Was sie und mich verärgert hat und vermutlich sehr viel zur Entscheidung auszuwandern beigetragen hat, ist, dass wir oft die Ideologie hinter den Preisen nicht akzeptieren. Wenn ich z.B. weiss, dass Benzin in Europa oder den USA am Markt ungefähr gleich viel kostet, dass aber in Deutschland aus ideologischen Gründen eine mehrfache Steuerlast auf den Preis gelegt wird, dann ärgert das. Beim Strompreis das Gleiche, siehe diesen interessanten Artikel:

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/energie-strompreise-in-deutschland-auf-rekordniveau-16...

Warum ist Strom in Deutschland mehr als doppelt so teuer wie in Frankreich und dreimal so teuer wie hier in den USA? Weil deutsche Politiker es so wollen.

Und, um der langen Rede kurzen Sinn darzustellen: viele, die ich kenne, gerade diejenigen, die es sich leisten können, die hochgebildeten usw. wandern aus, weil sie selbst entscheiden mögen, was sie für sinnvoll halten und wofür sie ihr Geld ausgeben wollen. Wie sie leben wollen.

Das wird immer noch sehr unterschätzt. Um am Beispiel Schweiz zu bleiben: das Hochpreisland par excellence. Warum würden so wenige Schweizer tauschen und in Deutschland leben wollen, wo alles so viel billiger zu sein scheint?

Vielleicht weil man in Deutschland das Gefühl hat, nichts zu sagen zu haben?


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09.04.2019 um 10:21
Naja, das mit den hohen Strompreisen liegt halt an der Energiewende, weil wir uns von der Kernkraft verabschiedet haben und dabei sind, das Gleiche auch mit der Kohle zu tun; der große Umbau kostet.
Rick_Blaine schrieb:Um am Beispiel Schweiz zu bleiben: das Hochpreisland par excellence. Warum würden so wenige Schweizer tauschen und in Deutschland leben wollen, wo alles so viel billiger zu sein scheint?
Ist das jetzt eine persönliche Anekdote oder kannst du das belegen?
Rick_Blaine schrieb:Vielleicht weil man in Deutschland das Gefühl hat, nichts zu sagen zu haben?
Das Gefühl ist mir fremd.


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09.04.2019 um 10:25
Rick_Blaine schrieb:Einzelne Industriezweige haben in den letzten Jahren gewaltig an Image verloren, aber im Maschinenbau schaut man immer noch gern nach Deutschland.
Wo warst du in den letzten Jahrzehnten?
Der große Strukturwandel ist längst vorbei: Bergbau, Stahl, Werften, Elektro, Textil, Porzellan...
ist doch alles Vergangenheit.

Zig deutsche Unternehmen sind heute Weltmarktführer. Allein in Bayern und BW gibt es an jeder Ecke
international tätige Unternehmen mit 100 bis 1.000 Beschäftigten.
Die machen die internationale Konkurrenz in Europa regelrecht platt.

Der Industriezweig spielt da kaum eine Rolle. Von Messinstrumenten bis zum Außenbordmotor, von Lebensmitteln bis Schwerlastmodulen oder Einkaufswagen.

Die wachsen alle und stellen ständig ein. Viele von denen profitieren auch immens von neuer Logistik und Industrie 4.0.

Die liefern - egal in welchem Bereich - beste Qualität ab.
Könnte hier eine Liste machen von 100 Hidden Champions , kann man aber auch googeln.


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09.04.2019 um 10:29
Rick_Blaine schrieb:Mal abgesehen von der Wiedervereinigung und ihrer Auswirkung auf den östlichen Gesellschaftsteil erinnere ich mich nicht sonderlich an "Verbesserungen."
Die deutsche Wirtschaft ist durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
(zu dem auch die Gewerkschaften mittlerweile stehen) enorm krisenresistent.

Wir haben außerordentliches Industriewachstum und es wird wieder immer mehr in Deutschland produziert.

Kaum Jugendarbeitslosigkeit.

Die Industrie kann nichts dafür, dass die abartigen Steuereinnahmen nicht vernünftig investiert werden, sondern ein total verquerer Transferleistungsstaat ausgebaut wird.


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09.04.2019 um 10:44
Realo schrieb:Naja, das mit den hohen Strompreisen liegt halt an der Energiewende, weil wir uns von der Kernkraft verabschiedet haben und dabei sind, das Gleiche auch mit der Kohle zu tun; der große Umbau kostet.
Keine Frage, so etwas ist ja auch nicht neu. Die Pharaonen liessen teure Pyramiden erbauen, die römischen Kaiser brauchten ihre Prestigeobjekte auf dem Forum Romanum und Merkel will eben in die Geschichte eingehen als die Frau, die endlich verwirklicht hat, dass Strom aus der Steckdose kommt, ohne irgendwo produziert zu werden. Ob das alles Sinn macht ist freilich eine andere Frage :)
Realo schrieb:Ist das jetzt eine persönliche Anekdote oder kannst du das belegen?
Na ja, die Massenimmigration aus der Schweiz hat sich in Deutschland noch nicht so recht gezeigt, oder?
Realo schrieb:Das Gefühl ist mir fremd.
Das ist mir klar. :)
Cass schrieb:Wo warst du in den letzten Jahrzehnten?
Der große Strukturwandel ist längst vorbei: Bergbau, Stahl, Werften, Elektro, Textil, Porzellan...
ist doch alles Vergangenheit.
Nicht in Deutschland, das ist richtig. Ich zweifle auch nicht daran. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mal mit einem schicken weissen Helm auf Kopf in Hamburg im Trockendock von Blohm&Voss stand und einem der Direktoren lauschte, wie er von grossartigen Projekten der deutschen Werftindustrie sprach... aber das war eben auch schon vor vielen Jahrzehnten.
Cass schrieb:Die deutsche Wirtschaft ist durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
(zu dem auch die Gewerkschaften mittlerweile stehen) enorm krisenresistent.

Wir haben außerordentliches Industriewachstum und es wird wieder immer mehr in Deutschland produziert.

Kaum Jugendarbeitslosigkeit.
Alles richtig. Niemand bezweifelt, dass die deutsche Wirtschaft noch immer eine der führenden der Welt ist. Die Krisenresistenz hingegen, die wird schon von so manchen bezweifelt, aber bisher kam es noch zu keiner grossen Krise.

Die Frage war aber eine andere: es ging um "gesellschaftliche Verbesserungen." Und da sehe ich zumindest in Westdeutschland keine sonderlich herausragenden Verbesserungen gegenüber den 70er Jahren.


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09.04.2019 um 10:54
Rick_Blaine schrieb:Keine Frage, so etwas ist ja auch nicht neu. Die Pharaonen liessen teure Pyramiden erbauen, die römischen Kaiser brauchten ihre Prestigeobjekte auf dem Forum Romanum und Merkel will eben in die Geschichte eingehen als die Frau, die endlich verwirklicht hat, dass Strom aus der Steckdose kommt, ohne irgendwo produziert zu werden.
Kann ich nix mit anfangen. Comedy?
Rick_Blaine schrieb:Na ja, die Massenimmigration aus der Schweiz hat sich in Deutschland noch nicht so recht gezeigt, oder?
Liegt wahrscheinlich daran, weil die Einkommen in der Schweiz noch höher sind als die Preise, die Kaufkraft der Schweizer also höher ist. Kein Wunder bei dem Tourismus. Außerdem ist die Schweiz wirtschaftsliberaler und unsozialer. Es gibt allerdings auch die Gegenbewegungen;viele Schweizer gehen aber lieber nach Italien als nach Deutschland, weil da das Wetter besser ist. Wenn ich politisch mehr rechts wäre, wär für mich die Schweiz auch eine Option. Aber eher noch Österreich.
Rick_Blaine schrieb:Das ist mir klar.
Na dann stimmen wir immerhin in dem Punkt überein.
Rick_Blaine schrieb:Die Frage war aber eine andere: es ging um "gesellschaftliche Verbesserungen." Und da sehe ich zumindest in Westdeutschland keine sonderlich herausragenden Verbesserungen gegenüber den 70er Jahren.
Wenn ich die Wahl hätte im Jimmy Carter Amerika der 70er zu leben oder im Trump Amerika 2020, ist die Entscheidung spielend leicht.
Anders gesagt: Das was du Deutschland vorwirfst, gilt in viel größerem Maß für die USA. Allerdings definieren heute auch eher die Rechten und Neoliberalen als die Linken, was "gesellschaftliche Verbesserungen" sind und was Lebensqualität ausmacht.


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09.04.2019 um 11:05
Realo schrieb:Wenn ich die Wahl hätte im Jimmy Carter Amerika der 70er zu leben oder im Trump Amerika 2020, ist die Entscheidung spielend leicht.
Anders gesagt: Das was du Deutschland vorwirfst, gilt in viel größerem Maß für die USA. Allerdings definieren heute auch eher die Rechten und Neoliberalen als die Linken, was "gesellschaftliche Verbesserungen" sind und was Lebensqualität ausmacht.
Na ja, die Wahl zwischen den USA der 70er und heute, die wäre für mich auch klar. Hätten wir Carter heute, wäre ich in Italien geblieben, denn, wie schon festgestellt, da ist das Wetter wenigstens besser als in Deutschland. :D

Was ansonsten Deine Kenntnisse der USA betrifft, erlaube ich mir zu behaupten, das meine vielleicht realistischer sind. Immerhin lebe ich hier seit 25 Jahren.

Und was die gesellschaftlichen "Verbesserungen" angeht, so bin ich ganz allein von meinen Masstäben ausgegangen, dazu brauche ich weder Linke noch Rechte.

Aber das soll hier ja auch kein Vergleich USA und Deutschland werden.

Es ging mir hier darum, dass es so dargestellt wurde, dass Menschen Deutschland nur wegen der hohen Steuern und Abgaben verlassen. Ich denke, das ist eine falsche Vereinfachung. Die meisten Menschen, die ich kenne, die Deutschland verlassen haben, sehen das gar nicht als den Hauptgrund an. Und, wie ich oben dargelegt habe, es wäre in vielen Fällen auch eine Milchmädchenrechnung.

Ich hätte mit den Steuern und Abgaben gut leben können, wenn der Rest der Rahmenbedingungen gestimmt hätte.


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09.04.2019 um 11:13
Rick_Blaine schrieb:Was ansonsten Deine Kenntnisse der USA betrifft, erlaube ich mir zu behaupten, das meine vielleicht realistischer sind.
kann sein, du lebst ja dort. Ich selbst hatte dort 25 Jahre lang geschäftlich zu tun (1980 - 2005), war summa summarum ca. 5 Jahre dort, hab den zeitlichen Querschnitt insgesamt auch ganz gut mitgekriegt, und da meine Kunden über die ganze Region verstreut waren, kenn ich auch die regionalen Unterschiede.
Rick_Blaine schrieb:Und was die gesellschaftlichen "Verbesserungen" angeht, so bin ich ganz allein von meinen Masstäben ausgegangen, dazu brauche ich weder Linke noch Rechte.
Nun ja, aus dem was ich bisher von dir gelesen habe, stufe ich dich eindeutig als Neoliberalen ein; in Deutschland würdest du mit tödlicher Sicherheit :D die FDP wählen. Wenn man ein Bild von einem Land zeichnet, ist es fast immer politisch bzw. wirtschaftspolitisch eingefärbt.
Rick_Blaine schrieb:Ich hätte mit den Steuern und Abgaben gut leben können, wenn der Rest der Rahmenbedingungen gestimmt hätte.
Mit anderen Worten: Dass du dich hier politisch bevormundet und vom "Vater Staat" wie ein Minderjähriger gehalten und versorgt gefühlt hast. Ja, ist ein zweischneidiges Schwert. Selbst heute sprechen einige noch vom "Obrigkeitsstaat"; mag wohl in der Mentalität liegen. Dennoch würde ich nicht mit den USA tauschen wollen. Als Urlaubsland immer sehr gern.


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09.04.2019 um 11:18
Realo schrieb:Nun ja, aus dem was ich bisher von dir gelesen habe, stufe ich dich eindeutig als Neoliberalen ein; in Deutschland würdest du mit tödlicher Sicherheit :D die FDP wählen. Wenn man ein Bild von einem Land zeichnet, ist es fast immer politisch bzw. wirtschaftspolitisch eingefärbt.
Lach, da liegst Du nun weit daneben. Die Drei-Punkte-Partei habe und hätte ich nie gewählt. Vermutlich wirst Du erstaunt sein zu erfahren, dass mein letztes Kreuz bei Bernie Sanders war...

Nein, Schubladendenken empfinde ich eher als ein Problem. So leicht kann man es sich nicht machen.

Aber politische Bevormundung, die empfinde ich schon als Problem. Davor ist auch die F.D.P. nicht gefeit.


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09.04.2019 um 11:20
Rick_Blaine schrieb:Die Wiedervereinigung bzw. der Aufbau Ost. Ich kann mich noch an die maroden Städte und Dörfer der DDR erinnern
In einem anderen Thread wurde es mit 2000Mrd. beziffert...ist schon eine Leistung. Ob das im Ausland so bekannt ist?
Rick_Blaine schrieb:Dass der Osten Deutschlands in nur einer Generation nicht mehr wiederzuerkennen ist, ist ein Verdienst!
Ja, aber ich weiß nicht ob das strategisch klug war es so schnell zu machen. Was haben meine Nachbar davon weil sie jetzt die Strasse vor ihrem Haus zahlen müssen...und andere es hingestellt bekommen haben?
Rick_Blaine schrieb:Was der Staat mir in Deutschland zur Altersversorgung abverlangt, zahle ich hier aus gutem Grund freiwillig, denn sonst habe ich nichts im Alter.
Das muss man präzisieren: viele checken immer noch nicht dass sie in Deutschland einen Anspruch "erwerben" aber keine garantierte Höhe oder Auszahlung.
Es gibt in der RV auch eine Beitragsbemessunggrenze (80.400 brutto) da fließen in die RV sagenhaften 14954,4€ (inkl.AG) um einen Rentenanspruch von aktuell ca. 65€ brutto/monatlich(West) zu erwerben...und dann wird man Steuern draufzahlen.
Um das durchschnittliche H4 Niveau als Rentner zu erreichen, 400 cash + 1000 Wohnung...muss man in 31Jahre 463.574€ einzahlen! Blöd ist wer da bleibt...
Rick_Blaine schrieb:Einzelne Industriezweige haben in den letzten Jahren gewaltig an Image verloren
Ja, BER nenne ich gerne weil:
- da kann sich jeder eine Vorstellung davon machen wie es mit einer Rot Rot Grünen Regierung wäre
- in der BER Bauzeit wurden in China 60 Flughäfen in Betrieb genommen, bis 2025 kommen 124 noch dazu
- die Inder dazu: zu welt.de
„Einst wart ihr als große Ingenieure bekannt, doch die Zeiten haben sich geändert.“ Die Deutschen seien faul.
Und warum heisst er BER und nicht voll wichtig Berlin Brandenburg International:
Dass die Berliner lange nicht merkten, dass die Inder den City-Code BBI schon besetzt hatten, findet der Flughafendirektor des echten BBI in Bhubaneswar, Sharad Kumar, zum Kichern. Solche Pannen wie mit dem Berliner Flughafen wären in Indien undenkbar, erklärt er.
Realo schrieb:Naja, das mit den hohen Strompreisen liegt halt an der Energiewende, weil wir uns von der Kernkraft verabschiedet haben und dabei sind,
Das war der geilste Stunt überhaupt: ein Tsunami traf Japan...wieviele Tsunamis traf Deutschland? Wieviele KKW's sind in der deutschen Tsunami Zone? Ausstieg ja, aber so?
Cass schrieb:Von Messinstrumenten bis zum Außenbordmotor
OT:Ähh, bitte Link zum Außenbordmotor, ich wollte gerade einen kaufen.


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09.04.2019 um 11:23
@Corky

Ah, ja, vom BER will ich gar nicht erst beginnen... oder vom tollen ICE und seinen Klimaanlagen oder oder oder.

Das ist aber gerade eines der Probleme: es kann doch nicht angehen, dass sich Deutschland damit abfindet, dass in China oder der Türkei durchaus ansehliche Flughäfen in einem Zehntel der deutschen Bauzeit errichten lassen. Warum betreibt man in Deutschland nicht mindestens mal eine Ursachenforschung?

Weil man zu bequem geworden ist und das alles der Obrigkeit überlässt. Die müssen's ja wissen.

Nein, da wird ein Mehdorn, der die Bahn vor die Wand gefahren hat, zum BER Chef gemacht. Zum Haare raufen.


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09.04.2019 um 11:27
Rick_Blaine schrieb:dass mein letztes Kreuz bei Bernie Sanders war...
Ich dachte da standen nur Clinton und Trump zur Wahl? ^^

Aber ist schon gut, du wolltest mir nur deinen Standort erklären, muss ich akzeptieren.
Corky schrieb:Das muss man präzisieren: viele checken immer noch nicht dass sie in Deutschland einen Anspruch "erwerben" aber keine garantierte Höhe oder Auszahlung.
Wie meinen?
Corky schrieb:Ja, BER nenne ich gerne
Diese Defizite sind nicht von der Hand zu weisen, du hättest auch Stuttgart 21 nennen können. dennoch machen sie keinen Staat aus. Die Kosten des explodierten A-Reaktors von Harrisburg waren sicherlich auch alles andere als gering, von der militärischen Weltraumtechnik die kein Schw*** braucht ganz zu schweigen.
Corky schrieb:Das war der geilste Stunt überhaupt: ein Tsunami traf Japan...wieviele Tsunamis traf Deutschland?
Es war eine politische Entscheidung im Sinne des "Volks". Die Umfragen auch vor Fukuyama waren stets gegen Kernkraft, solange ich mich erinnern kann (ab 1975).


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09.04.2019 um 11:29
Realo schrieb:Ich dachte da standen nur Clinton und Trump zur Wahl?
Ja, aber bei der Wahl zwischen Pest und Cholera habe ich mir erlaubt, mich zu enthalten :)
Mein letztes Kreuz war in den Vorwahlen.


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09.04.2019 um 12:44
Realo schrieb:Wie meinen?
Du hast in Deutschland einen Anspruch auf eine Rente im Wert von = Entgeltpunkte x aktueller Rentenwert...wenn in 20 Jahren der Rentenwert nicht mehr 30-35€/Entgeltpunkt sondern 20€/Entgeltpunkt ist...ja eine Rente kriegst Du, aber keine garantierte Höhe.
Es ist zwar eine Schutzklausel drin...aber was ist die Wert, die gilt nur bis 1.7.2025...und dann??
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__255e.html
Wikipedia: Rentenanpassungsformel

Je früher man auswandern kann, umso besser - wer unter 30-35, englisch kann und aus dem Bereich Medizin, Maschinenbau IT(Soft und Hardware) einen Abschluss hat, ist gut beraten zu seinem Wohle das Land zu verlassen....dass es für DE dadurch nicht besser wird, ist klar, aber es ist auch kein Veränderungswillen da...nur Unmengen Geld einnehmen, Fenster weit auf....
Realo schrieb:Es war eine politische Entscheidung im Sinne des "Volks". Die Umfragen auch vor Fukuyama waren stets gegen Kernkraft, solange ich mich erinnern kann (ab 1975).
Man hätte auch langsam aussteigen können...aber letztendlich sollen die Leute zahlen, demnach wollten sie das ja so, also Klappe halten.
Realo schrieb:du hättest auch Stuttgart 21 nennen können. dennoch machen sie keinen Staat aus.
Ja, gut bei Stuttgart21 kriegt man ja ein bißchen das Gefühl für eine rein grüne Regierung (private Investoren begrenzt in der Haftung, der Autoindustrie im A...kriechen, alles auf Steuerzahlerkosten).
Gibt es denn Bauvorhaben/Vorhaben die nur der Bund betreibt? Ich sehe immer Autbahnschilder "Der Bund baut"...aber sonst?


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09.04.2019 um 13:37
Corky schrieb:wenn in 20 Jahren der Rentenwert nicht mehr 30-35€/Entgeltpunkt sondern 20€/Entgeltpunkt ist...ja eine Rente kriegst Du, aber keine garantierte Höhe
Ich kriege meine Rente schon im nächsten Jahr, dürfte also noch recht "komfortabel" sein. ist aber auch nicht so wichtig, weil ich etwas angespart hab. Was du jetzt schreibst, kann und will ich nicht nachprüfen, hört sich aber nicht gut an.
Corky schrieb:Je früher man auswandern kann, umso besser - wer unter 30-35, englisch kann und aus dem Bereich Medizin, Maschinenbau IT(Soft und Hardware) einen Abschluss hat
Ja, auswandern war mal das große Thema in meiner Jugend/Studium gewesen, aber da kam mir eine Frau dazwischen, die so heimatverbunden war. :D

Wenn ich jetzt noch die Möglichkeit hätte, fiele mir nicht mehr viel ein: USA und Australien ==> zu reaktionär, Kanada: zu kalt, also fielen die englisch sprachigen Länder schon mal weg. Könnte mich für Brasilien interessieren, allerdings haben die jetzt auch so einen rechten Klotz an der Regierung. Was bleibt? Vielleicht würde ich nach Mexiko gehen, als Alterssitz vielleicht Kreta oder die Kanaren, schönes Wetter. Aber nur halbjährlich, im Sommer hier. Mal schauen. Wenn ich bloß nicht so faul wär und die Stadt hier so lieben täte...

Also: Luxusprobleme
Corky schrieb:Man hätte auch langsam aussteigen können...
Dann hätten sich die Kosten nur gestreckt. Dafür muss man jetzt eben früher schon weniger zahlen, also so in 10 Jahren oder so, wenn die Energiewende "geschafft" ist.


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09.04.2019 um 15:53
Corky schrieb:bitte Link zum Außenbordmotor, ich wollte gerade einen kaufen.
https://www.torqeedo.com/de


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09.04.2019 um 17:02
Realo schrieb:Wenn ich jetzt noch die Möglichkeit hätte
Eine noch größere Frechheit ist die schädliche Verwendung der Rente - sprich ins Ausland ziehen.
Nein, man muss in Deutschland bleiben und darf nicht auswandern (ohne Nachteile zu haben).


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09.04.2019 um 17:20
Der Planet Erde entwickelt sich negativ als Wirtschaftsstandort.


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09.04.2019 um 17:57
Und woran liegt's mal wieder? An Euch!
Würdet Ihr Euch alle entschliessen, inklusive Eurer Kinder zu Bedingungen und Löhnen wie in Bangladesh o. ä. zu arbeiten, dann ginge es auch wieder aufwärts mit der Pleiterepublik Deutschland. Dann wären wir wieder international wettbewerbsfähig.


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