Panaetius schrieb:Jetzt widerspricht du dir gerade massiv. Denn zuvor hattest du noch behaupten wollen, dass die EU China zur Einhaltung der regelbasierten Ordnung zwingen kann. Jetzt erfahren wir von dir am Bespiel der solar panels, dass dies doch nicht geht. Dann während zahlreiche Länder wegen der anhaltenden Wettbewerbesverzerrungen und Subventionen an den Strafzöllen festhalten, hat die EU den Versuch aufgegeben, in diesem Fall die regelbasierte Ordnung zu verteidigen zu versuchen. Der Grund dafür ist, dass die EU den Ausbau der Erneuerbaren priorisiert. Das ist für China ein mächtiges Werkzeug, um die Ordnung der EU möglichst noch in weiteren Bereichen zu zerlegen. Dafür bracht China aber alle Optionen, und eine besondere Rolle spielen die Schwarzmeerhäfen.
Panaetius schrieb:Die Frage hat jetzt einen megalangen Bart. Wenn Extrazölle z.B. durch transshipment umgangen werden sollen, dann ist der Zwischenstopp in einem Drittland unvermeidbar - und näher als bis an die Schwarzmeerhäfen wird China derzeit nicht kommen. Wenn die moderat steigenden Zusatzkosten für den Transport die Extrazölle nicht aufwiegen, ist dies profitabel (also wahrscheinlich immer).
Anti-Dumping-Zollsätze sind kein Instrument um eine Einfuhr per se aufgrund von Wettbewerbsvorteilen zu erschweren, sondern da wird die Schutzfunktion gegenüber der eigenen Wirtschaft noch mal verstärkt. Anti-Dumping-Zollsätze werden auch nicht für ein Land sondern für eigens genannte Firmen ausgesprochen.
Ein gutes Beispiel sind Fahrräder in China, da gibt es extreme Anti-Dumping-Zollsätze für bestimme Firmen in China weil diese Fahrräder extrem günstig produzieren können, natürlich vor allem auch für den eigenen Markt. Wir haben aber in Europa sehr viele namhafte Hersteller von Fahrrädern und diese Industrie muss geschützt werden. Mit den normalen Zollsätzen für Fahrräder wären jedoch viele chinesische Hersteller weiterhin dermaßen preislich im Vorteil das hier eben Anti-Dumping greift.
Für die Solarindustrie war das eben seit Altmeier nicht mehr der Fall - erste Krise 2011/2012, endgültig 2017/2018.Hier weiterhin hohe Zollsätze oder Anti-Dumping zu erheben würde uns ins eigene Knie schießen, weil wir eben keine Solarindustrie mehr haben, warum sollten wir uns ein Produkt unnötig verteuern wenn es keine einheimische Konkurrenzprodukte gibt?
Wenn Du mit solche Dingen argumentierst, sollte man erwarten können, das zumindest ein Mindestmaß an Verständnis der Instrumente vorliegt, wenn nicht durch eigene Erfahrung, dann wenigstens durch Recherche. Die Artikel zu den Vorgängen versteht man doch nur, wenn man weiß, wozu es bestimmte Instrumente gibt.
Panaetius schrieb:Du sprachst davon, dass China es bei den solar panels geschafft hat, dass die EU diese Extrazölle aufgegeben hat, ohne dass China seine wettbewerbsverzerrenden Praktiken aufgegeben hätte bzw. sich an die regelbasierte Ordnung hielte. Für andere Fälle braucht China weiterhin die bewährten Methoden, wie das transshipment, und hierfür sind Schmwarzmeerhäfen das geostrategische Interes
Bei Transshipments ändern sich die Eigentumsverhältnisse nicht, Transshipments sind gang und gäbe, eventuell mal den Terminus nachschlagen. Ein Transshipment liegt vor wenn ein Container nicht direkt gesendet wird, sondern in einem anderen Hafen auf ein anderes Schiff umgeladen wird, was bei den meisten Ostasiatischen Häfen völlig normal ist, das diese erstmal bis Singapur gehen und dann dort auf größere Schiffe umgeladen werden.
Was hier jedoch passiert ist, ist das der Produktionsort geändert wurde. Was im Grunde auch nicht so selten ist, das die Endmontage bestimmter Geräte nicht mehr in China passiert. Aber - hier gibt es trotzdem erst einmal eine Plausibilitätsprüfung. In Ostasien gibt es durchaus Industrien die so etwas stemmen können.
Wolltest Du nun aber durch das Schwarzmeer vorgaukeln das ein Schwarzmeer-Anreiner diese Endmontage durchgeführt hast, wirst Du Plausibilitätsprobleme bekommen, da es dort die Industrien dafür gar nicht gibt.
Im Übrigen muss jede Import-Sendung aus Drittländern über EUR 150 vom Zoll geprüft, zumindest die Anmeldung und die Dokumente, Du kannst keine Sendung ohne Freigabe durch den Zoll legal ab irgendeiner Grenze weiter transportieren.
Deine Prozentzahl die Du immer wieder aufgibst bezieht sich meines Erachtens nach auf physische Prüfungen, was bei eben einem Großteil der Sendungen auch überhaupt nicht Notwendig ist, wenn die Dokumente lückenlos und einwandfrei sind.
Aber auch hier würde Hintergrundwissen helfen.