Zz-Jones schrieb:Ich berufe mich aber eher auf ukrainische Schätzungen.
Mich würden dazu auch Quellen interessieren, d.h. sowohl zu den Minen - also ob diese weiterhin ein großes Problem darstellen - und auch zu den Zahlenangaben bei anzusiedelnden Russen. Zu Plänen zu dem Iljitsch-Werk gerne auch.
Hier ist ein umfangreicher Artikel zu Mariupol heute:
https://ig.ft.com/mariupol/Wichtige Punkte sind, dass vor allem Ältere, evtl. mit Pflegepersonen, zurückgeblieben sind und dass der intern-propagandistische Wiederaufbau von Wohnungen zwar geplant ist, aber wegen Misswirtschaft kaum vorangeht, obwohl viel Geld investiert wird.
The rebuilding of Mariupol is a classic Russian “mega-project,” says Shumanov. Projects of this sort receive massive state budgets and are expected to be completed in minimal time. Realities on the ground, like the number of available contractors, are often ignored, leading to problems with the work. “There’s also a total lack of transparency around the way the money is spent, creating seriously fertile ground for corruption,” Shumanov says.
Quelle: s.o.
Vielleicht übernimmt ja irgendwann ein chinesischer Investor. In den Hafen hat China kurz vor dem Krieg bereits investiert. Ob der Hafen deshalb möglicherweise geschont wurde?
Nach 2019 wurde der Hafen von Mariupol’ für 50 Millionen Dollar von COFCO modernisiert und die Ausfuhrkapazitäten des Hafens um mehr als ein Dreifaches erhöht.[14] Die Stadt und die großen Stahlwerke in Mariupol’ wurden bei der Belagerung und Erstürmung durch russländische Truppen fast vollkommen zerstört. Das genaue Ausmaß der Zerstörung des Hafens ist bis heute nicht bekannt, aber dadurch, dass Stahl als Exportgut entfällt, hat der Hafen seine Bedeutung für China verloren.
Quelle:
https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2023/7-9/wes-brot-ich-ess-des-lied-ich-nicht-sing/D.h. genau genommen investiert China bereits jetzt in die gesamte Oblast Donezk, in dem folgenden Artikel werden einzelne Projekte aufgeführt:
Chinese companies help Russia conduct “large construction” in the occupied part of the Donetsk region.
Chinese companies are establishing factories from the ground up for the extraction and production of building materials in the occupied areas of the Donetsk region to aid Russia in its rapid reconstruction of Mariupol – a city it destroyed – and in paving roads for military equipment en route to the Ukrainian-Russian frontlines. ...
Mysterious investors
In February 2024, the Donetsk “republic” leader returned to Myrne to the same quarry to open a brand-new concrete factory. Expressing gratitude to the enigmatic investors who had financed yet the second industrial facility in the occupied territory of Ukraine, he hinted at support from foreign nations. ...
A former Ukrainian foreign minister, the head of the Russian Studies Centre Volodymyr Ogryzko believes that private companies in China cannot act autonomously from the government: “China is a totalitarian centralised system, and I think even considering such things there is impossible without appropriate permits. It should be noted that China unequivocally stands on the side of the Russian aggressor, helping this aggressor obtain what it needs from around the world for its armaments.
Quelle:
https://occupied.media/en/investigations/china-invests-in-russian-occupation-of-ukraine/Demnach wird also auch Infrastruktur - zunächst in Form von Transportstraßen - von China aufgebaut, ein Zusammenhang mit dem Hafen erscheint mir plausibel. Man kann also von einem länger angelegten Masterplan der Kommunistischen Partei ausgehen. Die Investitionen in den Hafen ab 2019, der dann möglicherweise unversehrt blieb, könnte auch hier eine längere Planung, also bereits vor der Eroberung von 2022 zurückgehend, nahelegen.