SomertonMan schrieb:NPD/DVU waren zu offen radikal. Weniger radikal ist es die AfD nicht. Sie leben es nur nicht in der Öffentlichkeit aus, das geht schon bei der Kleiderordnung los. So richtig zur Sache geht's dann in irgendwelchen Hinterzimmern und bei Zusammenkünften in Dorfkneipen, wo dann keiner rein darf, der nicht den Arm straff ausstrecken würde.
Die Anhänger rechtsextremer Parteien wie der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands, heute Die Heimat) und der DVU (Deutsche Volksunion) haben ihre Uniform, d. h. ihre schwarzen Springerstiefel (oft mit weißen Schnürsenkeln) zusammen mit den Bomberjacken“ ausgezogen und einen strategischen Wandel („Schlips statt Springerstiefel“) hingelegt.
Ab Mitte der 2000er-Jahre vollzog die NPD einen bewussten Image-Wechsel. Heute ersetzen Krawatte und Anzug die martialischen Stiefel. Um bürgerlicher und wählbarer zu wirken und in Landesparlamente einzuziehen, verordneten Parteifunktionäre einen moderneren Kleidungsstil.
Ein Großteil der ehemaligen Wähler und auch etliche Funktionäre der NPD (heute „Die Heimat“) und der DVU sind zur AfD gewandert. Während die DVU historisch in der NPD aufging und die NPD selbst politisch bedeutungslos geworden ist, hat die AfD das Wählerpotenzial am rechten Rand fast vollständig absorbiert.
D. h., die Wölfe sind nicht weg, sie haben sich jetzt nur einen Schafspelz übergezogen. Sie versuchen die Wähler zu blenden und versuchen es mit Methoden von Bauernfängern.