Röhrich schrieb:Hier hätte Siegmund wirklich reagieren und antworten müssen, ansonsten muss man befürchten, dass es ihm mindestens egal ist.
Nun, kein Wessi, kein Zionist, das bedeutet da auch - oder auch im Subtext: Gegen Freiheit und gegen Westbindung.
Und leider auch: gegen Juden.
Das ist ja bei Wagenknecht nicht wirklich neu. (Letzt war in der taz auch ne Rez. des neu erschienenen Buches Fluchtpunkt Entebbe, nur Anmerkung dazu, hier gehts ja um die Wahl in Sachsen-Anhalt. Im deutschlandfunk auch.) Und sie hat da ja auch Schnittmengen mit AfD Tillschneider, der in Kaliningrad russische Fahnen schwenkt.
Zustimmung insofern, insofern könnte man einem vom BSW gekrönten Siegmund noch was abgewinnen. Denn die Töne von der Wagenknecht Truppe werden da ja nicht verstummen, manche sagen sogar, letztlich geht es ihr um nichts Anderes. Und ja, natürlich müsste sich Siegmund da dann auch mal zu verhalten oder äußern. Und das könnte für die Partei noch zu einem Riesenproblem werden (wenn auch wohl mehr im Westen).
Russische Medien berichteten jüngst darüber, wie sie ukrainische Bücher und Textbücher vernichten. United 24 berichtete. Man kann da auch das ganze Geschwätz und Gewäsch von AfD, BSW und Linke vergessen (NATO Bedrohung usw. usf.), das Traurige ist, dass sie bei der Sonntagsfrage BTW in Ostdeutschland zusammen bei 65 Prozent stehen. Russland geht es um die Liquidierung der Ukraine: physisch, sprachlich, historisch, kulturell.
Wenn es dich interessiert, hier noch von letztem Monat:
Fast zehn Millionen Bücher verbrannt: Russlands Angriffe treffen die ukrainische Kulturindustrie ins Herz
Russland zerstört offenbar systematisch die ukrainische Buchbranche.
Quelle:
https://www.nzz.ch/feuilleton/fast-zehn-millionen-buecher-verbrannt-russlands-angriffe-treffen-die-ukrainische-kulturindustrie-ins-herz-ld.10018101Zur Diskussion. Warum die Bürger AfD wählen?
Gibt da ne neue Studie von der Uni Saarland, von diesem Monat.
Vor allem die Einstellung zur Einwanderung erklärt die Unterstützung für die AfD. Geringeres Einkommen, geringere Bildung und – subjektiv empfundene – Benachteiligung hingegen spielten eine viel kleinere Rolle als bisher angenommen dafür, ob jemand die AfD unterstützt oder nicht. Ein Team um Martin Schröder, Professor für Soziologie an der Universität des Saarlandes, konnte das anhand von Daten von fast 32.000 Personen zeigen. Die Studie ist jüngst im Fachjournal PLOS One erschienen.
die zumindest nahelegen zu scheint: es ist nicht das Soziale, nicht primär.
Die Ergebnisse dürften die Debatte über die Ursachen des AfD-Erfolgs neu beleben. „Viele politische Akteure argumentieren, eine Verbesserung sozialer und wirtschaftlicher Bedingungen könne rechtspopulistischen Parteien den Nährboden entziehen. Unsere Analysen legen nahe, dass kulturelle und migrationsbezogene Einstellungen erheblich wichtiger sind“, so das Fazit des Teams für die politische Praxis. Für die Forschung bedeutet das Ergebnis der Untersuchung, dass Erklärungsansätze, die vor allem auf soziale Benachteiligung setzen, zu kurz greifen, denn nach Ansicht der Autoren erklärt die Sorge um Einwanderung die Unterstützung der AfD bereits so umfassend, dass zusätzliche Erklärungen nur begrenzten Erkenntnisgewinn liefern.
Quelle:
https://www.uni-saarland.de/aktuell/sorge-um-zuwanderung-viel-wichtiger-fuer-afd-erfolg-als-wirtschaftliche-benachteiligung-49934.htmlInwieweit die Studie freilich auch auf die Wahl in Sachsen Anhalt Erhellendes beiträgt, ich weiß es nicht.
Wurde ja ganz gut beschrieben, der Würstchen und Selfie - Wahlkampf von Siegmund. Klar bedeutet das auch, dass die Parteien der Mitte da vor Ort besser sein müssen. M.a.W.: es geht immer auch um Volksfeste.
Wenn man darüber hinaus den Parteien der Mitte etwas vorwerfen will oder kann, dann dies, dass sie besser darin sein können und sollten, nach vorne gerichtete Antworten (oder Visionen) von deutscher Sicherheit und deutscher Prosperität zu etablieren - und zu verkaufen.
Wenn das nicht da ist, in einer Zeit von Umbrüchen (es war glaub Constanze Stelzenmüller, die sagte, D hatte ausgelagert: die Sicherheit nach USA, die Energie nach Russland und das Wachstum nach China - Weidels Verhältnis zu China ist übrigens auch so ein Thema, über das noch Mehr gesprochen werden könnte - und Merz ist da auch das Gesicht der Zumutung, dass das weggebrochen ist, also das Auslagern), dann stoßen Reformen auf Widerstand, weil die Menschen den Sinn nicht verstehen.
Merz versucht es mitunter, jedenfalls mehr als die drei Jahre Kommunikationsverweigerung von OS, aber mitunter auch ein bischen ungeschickt, und klar ist auch, er könnte besser sein :-) Rhetorisch hat er seine Stärken, wenn es um Schärfen in der Debatte geht, die Leut in Berlin freuten sich ja, als er den Oppositionsführer machte, endlich wieder was los im Parlament, aber die Menschen mitzunehmen ist halt auch nicht so seine stärkste Seite :-) Nun gut, D hatte wohl auch nur einen Kanzler mit Charisma, das war Brandt, und der Brandt-Mythos tut der SPD mittlerweile auch nicht mehr so wirklich gut :-)
Was den Verfassungsschutz anbelangt, da gibt es m.W. schon Pläne, wie man sich da bei einer Siegmund Regierung in Sachsen Anhalt wappnen könne. Und diesen Vorteil zumindest hat das voraussichtlich noch lange Gewürge (wenn auch mein Tipp bleibt: er macht es nicht), bis dahin ist noch genug Zeit zur Vorbereitung :-)