abberline schrieb:Ein Problem der deutschen Selbstwahrnehmung ist irgendwie, dass man, wenn man Nationalmannschaft spielt, automatisch (wiecfrüher) Weltklasse sein muss. Nur istcl da in der Breite nicht viel. Das erinnert so an die Jahre unter Ribbeck. Der hatte auch keine Übermannschaft.
Dazu kommt, dass manch jünger Spieler viel zu früh aufgebauscht wurde. 90 Millionen Ablöse für Nick Woltemade. Hallo? Der Junge war in Bremen okay, in Elversberg nach Anlaufschwierigkeiten Drittliga Spieler des Jahres, in der zweiten Liga gut und hat in Stuttgart ne Halbsaison superduper gespielt. In England am Anfang ein paar Tore gemacht und sonst meist Einwechselspieler. Dann schießt erbubs in der Quali zur WM, wird dann dort nie eingewechselt und soll es dann im entscheidenden Moment reißen. So bekommt man Talente kaputt. Der wird seinen Weg machen, aber das wird jetzt dauern.
Und wo waren eigentlich Anton Stach von Leeds United oder Yann Bisseck von Inter Mailand? Dort immerhin Publikumsliebling.
Sehr gut analysiert! Eine falsche Personalführung (Stach/Bisseck) gab es da im Vorfeld. Sind die jungen Talente nicht genug im Blick, oder was ist das? Erinnert mich etwas an Ann-Katrin Berger, die trotz guter Leistungen jahrelang unter dem Radar blieb, weil sie im Ausland spielte. Sorry, kurz OT, weil hier simmer ja beim Männerfußball. Und die große Kohle trägt zur Selbstüber- oder Falscheinschätzung der Spieler bei, dass sie schon früh so gehypt werden und man astronomische Summe für sie bereit ist zu zahlen. Und 90 Millionen ist noch vergleichsweise wenig, wenn man an die Preise denkt, die PSG zahlt oder die Klubs in Saudi-Arabien und Katar.
Es ist eben alles so abgehoben geworden mit den Millionen, die da zu verdienen sind. Ich fürchte, dass sich Funktionäre vom DFB auch von dem Hype blenden lassen und die Bewertung der Leistung einzelner Spieler von ihrem Marktwert überlagert ist. Und das setzt sich dann bis in die Zusammenstellung des Teams und die Taktik fort.