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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

764 Beiträge, Schlüsselwörter: Justiz, Sicherheitsverwahrung

Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 21:18
@rottenplanet
rottenplanet schrieb:Sag mal... Bist du vielleicht nebenberuflich ein Kühlschrankhändler auf dem Nordpol?
Wenn du wüsstest ;)
rottenplanet schrieb:*Macht eine Verbeugung in Richtung des applaudierenden Zuschauers*
Trotz unserer Meinungsverschiedenheit, muss ich auch eingestehen das dieser Diskurs äusserst interessant ist! ;)

Und das meine ich nicht nur im negativen Sinne! ;)


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 21:37
@Jacques1

:)
Jacques1 schrieb:Trotz unserer Meinungsverschiedenheit, muss ich auch eingestehen das dieser Diskurs äusserst interessant ist!

Und das meine ich nicht nur im negativen Sinne!
Ist immer nett sich mal ein wenig in Rhetorik zu üben. :)


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 21:39
@rottenplanet

;)


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:13
@rottenplanet
@Puschelhasi
@Anjapyranja64 @Jacques1

ich bin eigentlich sehr entsetzt über die höhe der abgeggebenen stimmen, die aussagen, dass sie die sicherheitsverwahrung verschärfen würden

wie gegenwärtig ist die "bedrohung" durch haftinsassen? -

wie viele der ehemaligen straftäter werden rückfällig - 90 prozent? 60 ? 20 ?
10 oder ein prozent?

wer weiß es ?


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Puschelhasi
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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:17
Die dort einsitzenden sind ja nun auch bei weitem keine Unschuldslämmer, das sind Schwerstkriminelle und Psychopathen.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:17
@Puschelhasi
sicher - aber das beantwortet nicht meine frage


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Puschelhasi
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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:19
Google hilft dir da sicher.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:28
Zehn Irrtümer über die Sicherungsverwahrung

Mit der Sicherungsverwahrung lässt sich hervorragend populistisch Stimmung machen. Doch ist die Debatte von großer Unkenntnis geprägt. Von Arthur Kreuzer
Rückfälligkeit wird überschätzt. Etwa zehn Prozent der für (weitere) Sicherungsverwahrung rechtlich nicht infrage kommenden, aber als gefährlich erachteten Gefangenen wurden in den wichtigen ersten beiden Jahren nach ihrer Entlassung einschlägig rückfällig – weit weniger als nach den Gutachten zu erwarten war. Damit sollen Bedeutung oder gar Folgen und Leid jeder neuen Tat keineswegs bagatellisiert werden. Maßlos überschätzt wird zudem die Entwicklung entsprechender Tötungs- oder Sexualkriminalität allgemein. Sie ist eher rückläufig. Politik und massenmediale Darstellung einzelner schrecklicher Verbrechen lassen indes einen unrealistischen Eindruck drastisch steigender Kriminalität entstehen. Geflissentlich übersehen wird außerdem, dass die bisher mangels "neuer Tatsachen" entlassenen hundert Gefangenen gleichfalls, aber geräuschlos, in die Bevölkerung zurückgekehrt sind. Warum also erst jetzt die Aufregung?
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/sicherungsverwahrung-irrtuemer-union?page=2

eine absolut lesenswerte seite -

vielleicht sollte nicht panikmache, sondern mal versuchte werden den realbezug herzustellen

bezieht sich auch auf meine vorherige frage -


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:30
@kiki1962

Ich bin auch nicht gerade glücklich über das Ergebnis!

Und die Zahlen und Fakten belegen deutlich, dass die Resozialisierung von ehemaligen Gewalttätern der beste Weg sind!

Und dieser Weg wird noch verbessert, wenn die Sicherungsverwahrung endlich abgeschafft ist!


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:31
@kiki1962

Wieder einmal ein guter Verweis von dir! Das sollten sich mal viele durchlesen!


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Puschelhasi
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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:33
@kiki1962

10 Prozent sind bei Mördern, Vergewaltigern und Kindersachändern 10 Prozent zuviel.

Selbst wenn es nur 1 Prozent wäre und deine Tochter wird von so einem Schwein vergewaltigt und getötet, was dann, was denkst du dann darüber.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:33
kiki1962 schrieb:eine absolut lesenswerte seite -
Die Kommentare auf dieser Seite sind auch durchaus interessant.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:50
@Puschelhasi

Natürlich ist eine solche Tat immer eine Tat zu viel!
Ändert aber nichts daran das mit der Sicherheitsverwahrung
oft aus politischen Motiven versucht wird Stimmung zu machen!
Was nur zum Ziel hat, die Gunst der Wähler für sich zu gewinnen!

Aber es ist bewiesen das die Widereingliederung von ehemaligen Insassen,
erfolgreich ist, im Gegensatz zu den Ländern wo man auf "Härte" setzt!

Und die Abschaffung der Sicherheitsverwahrung wäre ein Meilenstein, für die Verbesserung zur Verhinderung von weiteren Straftaten, - da man auf ein Zusammenspiel von Therapie und Resozialisierung setzen soll! - Das hilft mehr als die menschenrechtswidrige Sicherheitsverwahrung!

Deshalb SV abschaffen!


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Puschelhasi
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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 22:56
Für mich ist das keine Alternative, der Staat hat die Pflicht seine unbescholtenen Bürger zu schützen mit allen Mitteln des Rechtsstaates.

Gerade bei solchen Intensivtätern binj ich absolut gegen ein Pardon, keine Zweite Chance bei solchen Taten.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 23:04
@Puschelhasi

Aus emotionaler Sicht kann ich dich verstehen!

Aber bringen tut deine Version nichts! - nur die Tatsache das noch schlimmere Gewalttäter produziert werden!

Also warum willst du nur die Befriedigung, Rache genommen zu haben, anstatt richtige Lösungen zu finden?


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Puschelhasi
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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 23:09
Ich sagte ja dass es mir um den Schutzaspekt geht, Verhinderung weiterer Straftaten.

Befriedigung oder Rache sind da aussen vor.

Das würde man anders gestalten müssen.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 23:09
http://www.focus.de/panorama/welt/kriminalitaet-ex-straftaeter-soll-kind-missbraucht-haben_aid_543309.html


Ein einschlägig vorbestrafter und noch immer unter Justizaufsicht stehender Mann soll in Neustrelitz einen neunjährigen Jungen misshandelt haben. „Es besteht der Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes“, sagte der Sprecher der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft, Gerd Zeisler, am Freitag.

Der Vorfall soll am Montagabend in der 21 000-Einwohner-Stadt passiert sein, ein Amtsgericht hat bereits Haftbefehl gegen den 26 Jahre alten Arbeitslosen aus Neustrelitz erlassen.

Viele Fragen sind noch offen. Zum Beispiel, warum der rückfallgefährdete Mann in der Kleinstadt lebte, ohne dass jemand in der Nachbarschaft von dessen pädophilen Neigungen wusste. „In der Stadt war das nicht bekannt“, hieß es bei der Stadtverwaltung.



„Der Mann stand unter Führungsaufsicht, musste sich also regelmäßig bei seiner Bewährungshelferin melden“, erläuterte Ott. Zudem wurde der 26-Jährige in diesem Jahr in das neue Konzept „FoKuS“ (Für optimierte Kontrolle und Sicherheit) des Ministeriums einbezogen. Dabei soll die Kontrolle der rückfallgefährdeten Täter über Bewährungshelfer, Polizei und Staatsanwalt noch engmaschiger sein. „Er musste sich zum Beispiel alle 14 Tage bei seiner Betreuerin melden, bekam die Auflage sich von Kindern fernzuhalten und regelmäßig mit der Helferin zu sprechen“, sagte Ott. Es gebe aber auch mit „FoKuS“ keine hundertprozentige Sicherheit.




Emotionen hin oder her - wäre dieser Mann hinter Gittern, hätte so etwas nicht passiert.


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 23:12
@Puschelhasi

Aber wenn es doch bewiesen ist das bei solchen Tätern, anstatt der SV, ein Zusammenspiel von Widereingliederung und Therapie zum besseren Ergebnis und zur Gesamtlösung des Problems führt!

Warum dann dein Weg?


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 23:23
Auch interessant zu lesen:


Der Leiter der Berliner Charité Prof. Klaus Michael Beier hat Zahlen der von ihm durchgeführten Studien veröffentlicht. Demnach liegt die Rückfallquote bei Sexualstraftätern bei 80%. Die Begutachtung von Sexualstraftätern in Deutschland sei vollkommen unzureichend.



"Das Rückfallrisiko für Sexualstraftäter ist extrem hoch. Ich habe hierzu eine große Studie durchgeführt und ehemals verurteilte Sexualstraftäter sehr lange nach der ersten Verurteilung noch einmal untersucht - im Durchschnitt 25 Jahre später." sagte Beier in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Dies beträfe hauptsächlich Männer mit einer "pädophilen Hauptströmung" - mit anderen Worten: Männer, deren sexuelles Verlangen sich gegen Kinder richtet.

Daneben hält Beier die Begutachtung von justizbekannten Sexualstraftätern in Deutschland für absolut unzureichend. Nur 10-15 % aller Fälle werden überhaupt begutachtet und dann auch noch nach uneinheitlichen, nichtssagenden Kriterien. Es sei den Richtern überlassen, ob sie überhaupt ein Gutachten erstellen lassen. Sexualstraftäter müssten flächendeckend und insgesamt diagnostisch erfasst werden um feststellen zu können, wer gefährlich ist und wer nicht. Diese Begutachtung müsse nach einheitlichen und überprüfbaren Kriterien erfolgen. Diese Kriterien gäbe es bereits, sie müssten nur angewendet werden.


http://www.carechild.de/news/aktuelle_news/charite_professor_warnt_rueckfallquote_bei_sexualverbrechern_80_116_81.html


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Sollte die Sicherheitsverwahrung abgeschafft werden?

21.08.2010 um 23:36
@rottenplanet
Der Leiter der Sozialtherapie in Tegel geht davon aus, dass die neue Ambulanz die Rückfallquote weiter vermindert
Sabine Deckwerth

Herr Zürn, in Tegel wird eine Ambulanz für entlassene Gewalt- und Sexualstraftäter eingerichtet, wie soll verhindert werden, dass diese rückfällig werden?

Der Täter muss lernen, sein eigenes Risikoverhalten wahrzunehmen. Dies gilt zum Beispiel für einen Gewaltstraftäter, wenn er in eine Konfliktsituation gerät, die zu eskalieren droht. Die Ambulanz bietet hier psychotherapeutische Betreuung mit Einzel- und Gruppentherapie an. Es wird darüber gesprochen, wie jemand mit seinen Fantasien umgeht, wie er aus einem Risikoverhalten durch verhaltenstherapeutisches Training wieder herauskommen kann. Ein Täter soll erkennen, wann er kurz davor ist, sich in eine Risikosituation hineinzubegeben ...

Das heißt, er soll seinen Therapeuten anrufen, wenn ihn der Trieb überkommt ...

Ambulanz-Mitarbeiter werden auch in Notsituationen zur Verfügung stehen. Sie sind abends und am Wochenende über Handy zu erreichen. Die Ambulanz ist gut mit Personal ausgestattet. Zwei Psychiater, zwei psychologische Psychotherapeuten und ein Sozialarbeiter arbeiten dort. Eine wesentliche Aufgabe wird aber auch sein, die Probanden zu Hause aufzusuchen und zu kontrollieren, wie sie leben. Die Ambulanz bietet zudem Hilfe im Alltag an, damit es gar nicht erst zu Krisensituationen kommt. Für viele ist wichtig, dass sie arbeiten gehen, weil sie dann eingebunden sind und soziale Kontakte haben.

Glauben Sie wirklich, dass einer anruft, bevor er etwas tut ...

Es ist dann wahrscheinlich, wenn er in die Ambulanz gut eingebunden ist. So jemand ist zwar mit sexuellen Fantasien beschäftigt, die ihn möglicherweise auch erregen, die ihn zugleich aber auch beunruhigen und ängstigen.

Welche Tätergruppe kommt für so eine Behandlung in Frage?

Gewalt- und Sexualstraftäter, bei denen eine ambulante Nachbetreuung eine weitere Verbesserung des schon erreichten Behandlungserfolgs erwarten lässt. Das können auch Vergewaltiger sei, die auf Grund von Impulsdurchbrüchen gegenüber Frauen sexuell gewalttätig wurden. Die Behandlung orientiert sich dabei immer an der Prognose. Täter, die Kinder missbrauchen, tun dies in 70 bis 80 Prozent der Fälle innerhalb der Familien oder ihres sozialen Umfelds. Untersuchungen belegen, dass ambulante Gruppentherapien das ohnehin schon niedrige Rückfallrisiko weiter senken.

Bei Pädophilen ist die Rückfallgefahr am höchsten, was passiert mit denen?

Sie bekommen neben einem Verhaltenstraining auch triebhemmende Medikamente. In der Ambulanz wird dann auch kontrolliert, ob sie diese Medikamente wirklich einnehmen. Auch ihr Alltag wird bei Hausbesuchen kontrolliert. Ein erfahrener Behandler bekommt mit, wenn etwas nicht stimmt.

Aber gerade Pädophile lösen bei Eltern große Ängste aus ...

Ja, aber ein Pädophiler geht nicht einfach los und zieht Kinder in die Büsche. Er zielt auf eine längere Beziehung. Er kauft Kindern Eis, lockt sie mit einer Playstation in seine Wohnung. Täter, die sich ein fremdes Kind am See holen, um es zu missbrauchen - das ist ein Verhalten, das kaum vorkommt. Solche Leute werden eher auf Dauer in einer geschlossenen Klinik untergebracht.

Dann haben die Anwohner also nichts zu befürchten?

Sexualstraftäter werden in ihrer Gefährlichkeit weit überschätzt. Der sexuell motivierte Kindermörder ist in der Fantasie der Leute vorherrschend. Aber solche Täter kommen nicht in die Ambulanz. Dort werden nur Leute behandelt, die ein Interesse daran haben, ein Risikoverhalten zu vermeiden.

Würden Sie sich in der Nähe einer solchen Ambulanz sicher fühlen?

Ich hätte keinerlei Sorgen. Ein Vergewaltiger geht nicht am helllichten Tag los, sondern eher im Dunkeln, am Stadtrand, nach einem Disko-Besuch. Solche Ambulanzen sind ein Erfolgsmodell. Überall dort, wo es sie bereits gibt, wurden Risikofaktoren reduziert.

Warum ist es angeblich so sinnvoll, die Ambulanz in Tegel einzurichten und nicht irgendwo am Stadtrand?

Eine Entlassung birgt manchmal ein Risiko. Dieses entschärfen wir auch durch räumliche Nähe der Ambulanz zur Sozialtherapeutischen Anstalt. In dieser wurden die Inhaftierten bereits zwei bis drei Jahre vor ihrer Entlassung behandelt. Wir kennen also die Hälfte der Probanden der Ambulanz und deren spezifische Risikofaktoren. Wir beraten und stehen bei Schwierigkeiten zur Verfügung.

Manche fordern: Wegsperren, und zwar für immer ...

Das Argument trifft auf einige wenige Sexualstraftäter zu, diese werden aber nicht entlassen. Für alle übrigen gilt: Die Rückfallquote bei Sexualstraftätern beträgt zwischen zehn und 20 Prozent, abhängig vom Delikt. Durch eine ambulante Betreuung kann diese Quote noch einmal halbiert werden.

Was passierte bisher mit Tätern nach der Entlassung?

Forensisch gesehen nichts. Krankenkassen zahlen die Nachbehandlungen in der Regel nicht. Es gibt Berührungsängste bei den niedergelassenen Therapeuten, und es fehlt ihnen an kriminologischem Fachwissen, um einschätzen zu können, wann wieder die Gefahr eines Missbrauchs besteht. Eine Kontrolle fehlte fast völlig.

Wie würden Sie Ihre Kinder vor Sexualstraftätern schützen?

Das Risiko, dass Kinder Opfer einer Sexualstraftat werden, ist äußerst gering. Ich sorge mich bei meinen Kindern viel mehr darum, dass sie in der Schule abgezogen oder verprügelt werden. Es wäre auch wichtig, jugendliche Gewaltstraftäter therapeutisch zu behandeln. Deren Rückfallquote ist um ein vielfaches höher.

Das Gespräch führte Sabine Deckwerth.

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Quelle: www.berlinonline.de ? Archiv ? 2005 ? 21. März ? Berlin
(Und auch von einer ambulanten Therapie in Berlin)
Die Rückfallquote von Sexualstraftätern wird nach Ansicht von Wissenschaftlern deutlich überschätzt. Sie sei mit rund 20 Prozent keineswegs so groß, wie in der Öffentlichkeit gemeinhin angenommen, sagt der Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Essen, Rudolf Egg. Dabei belege eine Studie seines Instituts und der Kriminologischen Zentralstelle Wiesbaden, dass behandelte Straftäter weniger gefährlich seien. Die psychologische Betreuung lohne sich, das zeigten auch alle anderen Untersuchung zu diesem Thema, so Egg, "aber man kann auch keine Wunder erwarten."

Nach Einschätzung des Wissenschaftlers war die Änderung des Gesetzes zur Bekämpfung von Sexualdelikten 1998 ein Schritt in die richtige Richtung. Die Bundesländer seien sehr fleißig dabei, ihre Hausaufgaben zu machen und die Zahl der Behandlungsplätze deutlich zu erhöhen, berichtet Egg. Er bemängelte allerdings, dass zu selten externe Sachverständige hinzugezogen würden, die die Gefährlichkeit und die Therapiefähigkeit beurteilen könnten. Auch die Ausbildung der Betreuer und der Polizei müsse verbessert werden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie sei, dass sich Täter mit hoher Rückfallwahrscheinlichkeit relativ früh von jenen unterscheiden ließen, bei denen eine geringe Wiederholungsgefahr besteht. Rudolf Egg: "Wenn bei allen Beteiligten der Blick dafür geschärft wird, wäre schon viel erreicht." So könne ein "Frühwarnsystem" entstehen. In dem Forschungsprojekt "Legalbewährung und kriminelle Karrieren von Sexualstraftätern" waren Fälle untersucht worden, in denen die Täter im ersten Halbjahr 1987 entlassen worden waren. Die Untersuchung umfasst mindestens die ersten drei Jahre nach der Haftentlassung. Dazu wurden knapp 780 Strafakten ausgewertet.
Quelle: www.lichtblick99.de/theforens2.html -


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