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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

10.300 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Politik, Gesellschaft, Natur ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

01.07.2026 um 09:18
Zitat von alhambraalhambra schrieb:Falls sich jemand fragt von welchen Schäden durch die Klimakrise wir hier immer reden. Der ganze Scheiss, inklusive der zerstörten A2 muss ja von jemand bezahlt werden.
Ich hatte dazu schon ein paar Mal was geschrieben:

Beitrag von peekaboo (Seite 502)
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb am 21.02.2026:Jedes Mal, wenn die Rede von wirtschaftlichen Schäden ist, muss man sich fragen: „Okay, wenn jetzt 45 Milliarden Euro Schaden entstanden sind, dann muss ja dieser Wert von 45 Milliarden Euro - also Straßen, Wohnhäuser, Stromleitungen und so weiter - wieder aufgebaut werden. Und wenn das wieder aufgebaut wird, dann sind diese Kosten ja ein volkswirtschaftlicher Profit.“

Also möglicherweise juckt es einen kapitalistischen Nationalstaat überhaupt nicht, wenn Klimaschäden entstehen, weil das BIP steigt, wenn Klimaschäden entstehen.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb am 21.02.2026:im Gesamtbild ist es gut für das BIP, wenn Klimakatastrophen passieren.



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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

01.07.2026 um 09:27
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb am 21.02.2026:Also möglicherweise juckt es einen kapitalistischen Nationalstaat überhaupt nicht, wenn Klimaschäden entstehen, weil das BIP steigt, wenn Klimaschäden entstehen.
Deine Vermutung war damals schon genauso falsch wie jetzt. Auf Nachfrage kann ich dir erläutern, warum.


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

01.07.2026 um 13:49
@Sherlock_H


Ich frage nach?


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

01.07.2026 um 16:37
Also, zur Frage, warum die geschätzt 45 Milliarden Euro Klimaschäden nicht automatisch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigern:

Es gibt 2 prinzipielle Möglichkeiten, diese 45 Mia. Euro aufzubringen:
1. Man kürzt an anderer Stelle / an anderen Stellen die Ausgaben.
2. Man macht 45 Mia. Euro mehr Schulden.

Am häufigsten wird in solchen Fallen wohl eine Mischform zwischen den beiden prinzipiellen Möglichkeiten praktiziert.

zu 1.:
Wenn man die 45 Mia. anderswo einspart, wird in Summe aber nicht mehr ausgegeben und daher das BIP nicht gesteigert.

zu 2.:
Wenn man mehr Schulden macht, muss man in der Zukunft sparen bzw. wünschenswerte Ausgaben unterlassen, um die Schulden zurückzuzahlen. Zusätzlich muss man auch noch Zinsen zuzahlen, muss also (zumindest in der Theorie) mehr sparen als die 45 Mia. aus unserem Beispiel. Daher wird zwar kurzfristig das BIP gesteigert (man könnte auch sagen: durch Schulden künstlich aufgebläht), aber dafür in der Zukunkt reduziert. Insgesamt (also wenn man einen größeren Zeitraum betrachtet) hat man also nichts gewonnen.


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

02.07.2026 um 18:38
@Sherlock_H

Ob jetzt die 45 Mrd. Mehrschulden einen großen Unterschied machen weiß ich ja nicht. Bei 2,8 Billionen Schulden fraglich.
Aktuell kosten allein die Zinsen der Staatsverschuldung 50,5 Mrd. pro Jahr.

Die Haupt-Frage bleibt dann natürlich, wie wird es dann umgesetzt.

Bei Punkt 1 bin ich vollkommen bei dir, das bringt nichts. Ich befürchte aber eben daß das über diesen Weg umgesetzt werden könnte.

Zum Thema BIP.

Geb dir natürlich Recht, ist ne relativ kurzfristige Sache, besser gesagt eine Steigerung auf einen bestimmten Zeitraum.
Das ist aber auch bei anderen "Investitionen" nicht anders.

Beispiel Bundeswehr. Jetzt werden neue Gerätschaften, Fahrzeuge usw. besorgt.
Das führt bei den herstellenden Firmen natürlich zu einem "Aufschwung" welcher aber auch nicht auf Dauer ist. Auch hier wird das BIP nur über eine bestimmte Zeit erhöht.

Klar wäre es am Besten wenn die 45 Mrd. Kosten nicht da wären.


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

02.07.2026 um 20:15
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb am 21.02.2026:Jedes Mal, wenn die Rede von wirtschaftlichen Schäden ist, muss man sich fragen: „Okay, wenn jetzt 45 Milliarden Euro Schaden entstanden sind, dann muss ja dieser Wert von 45 Milliarden Euro - also Straßen, Wohnhäuser, Stromleitungen und so weiter - wieder aufgebaut werden. Und wenn das wieder aufgebaut wird, dann sind diese Kosten ja ein volkswirtschaftlicher Profit.“

Also möglicherweise juckt es einen kapitalistischen Nationalstaat überhaupt nicht, wenn Klimaschäden entstehen, weil das BIP steigt, wenn Klimaschäden entstehen.
Naja, ein Schaden ist zum Beispiel auch ein Produktionsausfall, wenn man durch Klimaschäden nicht produzieren kann. Zum Beispiel weil man keine Ab-/Kühlwässer einleiten kann.


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

03.07.2026 um 08:12
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb am 21.02.2026:Jedes Mal, wenn die Rede von wirtschaftlichen Schäden ist, muss man sich fragen: „Okay, wenn jetzt 45 Milliarden Euro Schaden entstanden sind, dann muss ja dieser Wert von 45 Milliarden Euro - also Straßen, Wohnhäuser, Stromleitungen und so weiter - wieder aufgebaut werden. Und wenn das wieder aufgebaut wird, dann sind diese Kosten ja ein volkswirtschaftlicher Profit.“
Ist die Frage ob du privat genauso rechnest wenn etwas kaputt geht und du es ersetzen musst. Verbuchst du das unter Profit oder Ausgaben die an anderer Stelle fehlen ?


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

03.07.2026 um 08:18
Zitat von synandysynandy schrieb:Ob jetzt die 45 Mrd. Mehrschulden einen großen Unterschied machen weiß ich ja nicht. Bei 2,8 Billionen Schulden fraglich.
Aktuell kosten allein die Zinsen der Staatsverschuldung 50,5 Mrd. pro Jahr.
@synandy:
Ich freue mich immer über fundierte Antworten.

Hier noch eine Überlegung zu den 45 Mrd. Euro Mehrschulden:
Ich habe deine Zahlen zur Staatsverschuldung und zu den Zinsen zugrunde gelegt, das ergibt einen durchschnittlichen Zins von ca. 1,8 %.
Das wiederum ergibt auf die 45 Mrd. Euro Zinszahlungen im Jahr von ca. 811 Mio. Euro. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass diese 45 Mrd. Euro sicher nicht in den nächsten 10 Jahren getilgt werden, dann sind in diesem Zeitraum dafür 8,11 Mrd. Euro Zinsen zu bezahlen - auch wenn es über 10 Jahre ist, das ist schon ein Happen! Die Zinseszinsen habe ich dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Etwas anderes macht mir Sorge:
Wir zahlen derzeit ca. 1,8 % Zinsen auf die Staatsschuld (siehe oben). Wir profitieren derzeit über die langen Laufzeiten der Staatspapiere von den niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre. Derzeit schauen die Renditen folgendermaßen aus:
Aktuelle Benchmarkanleihen
Konventionelle Wertpapiere
Wertpapier.........Fälligkeit.............Kupon..........Umlaufend.........Letzte Emission.......ISIN
Bund7...............15.11.2032..........2,50 %.........26,0 Mrd. €.......01.07.2026..............DE000BU27014
Bund10.............15.02.2036..........2,90 %.........42,5 Mrd. €.......10.06.2026..............DE000BU2Z064
Bund15.............15.05.2041..........2,60 %.........24,0 Mrd. €.......27.05.2026..............DE000BU2F009
Bund20.............15.05.2047..........3,40 %...........9,5 Mrd. €.......24.06.2026..............DE000BU2T000
Bund30.............15.08.2056..........2,90 %.........28,5 Mrd. €.......27.05.2026..............DE000BU2D012
Quelle: https://www.deutsche-finanzagentur.de/bundeswertpapiere/bundeswertpapierarten/bundesanleihen

Wenn wir davon ausgehen, dass die Staatsschuld durch die Schuldenpakete auf 3,8 Billionen Euro steigt und wir dann dafür 3 % Zinsen zahlen müssen, sind das dann 114 Mrd. Euro im Jahr, also ca. 64 Mrd. Euro mehr als jetzt - pro Jahr!

Da kommt dann auch noch die Tilgung dazu - die steigenden Pensionslasten für die Beamten nicht zu vergessen, die sind hier noch gar nicht berücksichtigt!

Da kann ich nur sagen: Wer soll das bezahlen ...?


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

03.07.2026 um 08:50
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Da kann ich nur sagen: Wer soll das bezahlen ...
Ein Staat ist erst pleite, wenn er die Zinsen nicht mehr bedienen kann.


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

03.07.2026 um 17:26
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Ein Staat ist erst pleite, wenn er die Zinsen nicht mehr bedienen kann.
Da ein Staat seine eigene Währung aber mit Grenzkosten von Null selbst schöpfen kann, kann er Schulden in eigener Währung immer bedienen, kann also so auch nie Pleite gehen.

kuno


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

03.07.2026 um 23:20
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Da ein Staat seine eigene Währung aber mit Grenzkosten von Null selbst schöpfen kann, kann er Schulden in eigener Währung immer bedienen, kann also so auch nie Pleite gehen.

kuno
Was allerdings in der EU nicht funktionieren wird, insofern ist das schon ein Nachteil.


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

08.07.2026 um 20:38
Zitat von kuno7kuno7 schrieb am 03.07.2026:kann er Schulden in eigener Währung immer bedienen, kann also so auch nie Pleite gehen.
Einfach Geld drucken?
Damit entwertet der Staat die Währung, Staatsschulden sind dann das geringste Problem, wenn das Brot mehr kostet wie die Begleichung der Staatsschulden.
Wird ja immer gerne von 1933 fantasiert wegen der AfD, vielleicht mal schauen wie es in der Weimarer Republik mit den Schulden war und mit dem Gelddrucken...


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Folgen des Klimawandels für die Natur, Gesellschaft und Politik

08.07.2026 um 21:16
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Einfach Geld drucken?
Geld schöpfen, aber ja.
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Damit entwertet der Staat die Währung
Die Währung wird ständig entwertet, nennt man Inflation und is so sogar gewollt.
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Staatsschulden sind dann das geringste Problem, wenn das Brot mehr kostet wie die Begleichung der Staatsschulden.
Höhere Staatsschulden führen aber nich immer gleich zu ner Hyperinflation, eigentlich is sowas sogar ziemlich selten.
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:vielleicht mal schauen wie es in der Weimarer Republik mit den Schulden war und mit dem Gelddrucken...
Vielleicht mal nachschlagen, was der Grund für die Hyperinflation damals war...

kuno


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