shionoro schrieb:Man sollte Populismus nicht unterstützen.
Populismus ist was anderes. Nämlich wenn Minderheiten als selbst erlklärte Experten versuchen, Stimmung zu machen gegen die Meinung der Mehrheit, etwa wenn auf Pediga-Versammlungen gerufen wird "wir sind das Volk" und nur ein paar Tausend Rechtsextreme zu zählen sind, die diese Meinung vertreten. Bei den Katalanen handelt es sich um die Mehrheit der dort lebenden, eben nicht spanischen bzw. kastilischen, sondern katalonischen Bevölkerung. Bei Mehrheiten, so auch wie damals am Ende der DDR, kann man nicht von Populismus sprechen. Es gibt also einen Unterschired zwischen Populismus und Volksbegehren, der von der Politikwissenschaft vielleicht noch nicht exkat genug definiert worden ist. Ich kann das leider auch nicht tun, da ich das Fach nicht studiert habe und nicht mehr als Laie bin, auch wenn ich eine klare Vorstellung vom Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen hab. Wer bei Mehrheiten mit Populismus argumentiert, argumentiert offensichtlich aus einem Spezialinteresse heraus, um das Mehrheitsbegehren zu delegitimieren.
Argus7 schrieb:Damit ist dein Einwand als völlig falsch und unbegründet erkannt und widerlegt.
Nö, du hast ihn nur nicht verstanden, aber ich hab von gestern auf heute gelernt, dass du offenbar vieles nicht verstehst und etwas zu altklug auftrittst, das bisweilen fast schon lächerlich wirkt. Es ging bei dem Zitat um die Frage, wer von den Katalanen an der Verfassung mitgewirkt hat, worauf du mit keinem Wort eingegangen bist. Widerlegt hast du allenfalls im Traum was, aber nicht hier.
Argus7 schrieb:Hast du evtl. Beweise dafür, dass katalanische Politiker Schmiergelder bekommen hätten, um für die Verfassung zu stimmen? Oder saugst du dir solche "Argumente" nur aus den Fingern?
Ich weiß nur, was ich aus katalanischden Kreisen gehört habe. Natürlich kann ich es nicht nachsweisen, Schmiergeldzahlungen werden in der Regel nicht im Tagesanzeiger veröffentlicht. Aber darum geht es auch gar nciht, sondern darum, dass inzwischen - wir leben nicht mehr im 20. Jahrhundert - das Selbstbestimmungsrecht der Völker eine andere Gewichtung erhalten hat, als dies noch vor knapp einem halben Jahrhundert der Fall war. Hier im Westen halten alle die Unterdrückung der Uiguren, Tibeter und Mongolen durch China für völkerrechtswidrig, im Spanien ist das ok, weils in der Verfassung steht. Das steht auch in der chinesischen Verfassung, wo es bäh ist. Auch das Argumentieren mit double standards (Doppelmoral) gehört ins 20. Jahrhundert, stammt noch aus der zeit des Kalten Kriegs und hat heute eigentlich keine Chance mehr. Wird aber noch eine Weile dauern, bis sie im öffentlichen Dialog zurückgehen und verschwinden. Erst dann kann halbwegs objektiv diskutiert werden.
Argus7 schrieb:Du stehst ab sofort auf meiner Boykottliste.
Hab ich auch schon mal gesagt. Im Nachhiein kommts mir lächerlich vor. Einfach tun, nicht ankündigen. Hunde die bellen beißen nicht.
Nerok schrieb:Also haben im Endeffekt nur magere 37,8% dafür gestimmt.
...und nuir 4,2% dagegen.
:D
Argus7 schrieb:Die schweigende Mehrheit der Katalanen wagt es zudem nicht, sich offen gegen die Abspaltungstendenzen zu äußern.
Die schweigende Mehrheit der Katalanen wagt es zudem nicht, sich offen für die Abspaltungstendenzen zu äußern. Sonst wären aus den 42% 92% geworden.
Argus7 schrieb:Hinzu kommt, dass die Befürworter einer Sezession sich der Konsequenzen einer Abspaltung gar nicht klar sind. Das böse Erwachen kommt ja stets erst danach.
Ja, die sind genauso dumm wie ich (s.o.). Mit den gleichen Mitteln versucht man ja auch den Brexit madig zu machen, weil er einem nicht ins Konzept passt
Argus7 schrieb:Wenn aber z.B. die Kurden einen unabhängigen Staat anstreben, habe ich dafür vollstes Verständnis.
Ich auch. Der Unterschied zwischen uns ist nur, dass dein Verständnis in dem Moment aufhört, wo die Türkei ernsthaft als. Beitrittskandidat auftritt. Da du aber weißt, dass das nicht geschehen wird, ist es billig das so zu behaupten. Keiner kann dir das Gegenteil nachweisen, weil der Härtefall nicht eintritt. Und noch leichter fällt es dir dann die Unabhängigkeit von Xinjiang, Tibet und der Inneren Mongolei von China zu fordern, da es sich dort eincdeutig um Völkerrechtsverletzungen handelt. Nur in der EU ist das nie nie nie der Fall. Da ist es dann leicht, schnell von einer Terrororganisation (ETA) zu sprechen. Der Widerstand der Katalanen verläuft aber inzwischen seit 8 Jahrzehnten friedlich, also muss auf Verfassungsebene nachgewiesen werden, weshalb er unberechtigt sei. Das Gleiche wäre passiert, wenn die Montagsdemonstrationen so erfolglos wie Pegida-Montage verlaufen wären, die Mauer nicht gefallen wäre und die DDR noch heute bestände.
taren schrieb:ein Staat wo Menschen nicht miteinander leben wollen ist im Prinzip schon ein gescheiterter Staat und hat in seiner Hauptaufgabe versagt. Die Menschen müssen wollen und nicht per Zwang in einem Staat gebunden sein.
Word !
shionoro schrieb:Selbst wenn 100% bei 100% wahlbeteiligung für den austritt gestimmt hätten, änderet das nichts an der spanischen verfassung.
Oh ich glaube, dass dann doch einige in Brüssel nachdenklich geworden wären.