Commonsense
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Hast Du. Und dieses Denken ist mir durchaus klar. Das ist ja auch genau das, das ich kritisiere. S/W Denken geht immer an der Realität vorbei. Wie gesagt, nur weil jemand A nicht mag, heißt ja nicht zwangsläufig, dass als weitere Option nur mehr B in Frage käme. Wer davon dennoch überzeugt ist, nun ja, der sieht Dinge, Leben und Menschen eben sehr (ein)(be)(ge)schränkt.AlteTante schrieb:Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. ;)
Naja, Deine Beschreibung eines Muslimen, der 5 mal am Tag gen Mekka betet, ließ mich schon auf einen streng gläubigen Muslim schließen, ja. Außerdem habe ich einen Muslim in den islamisch geprägten Ländern gemeint - darum dreht sich ja meine Argumentation. Dass es hier viele gemäßigte Muslime gibt, die auf die Straße gehen, würde ich nie leugnen, aber wie viele sind es in Teheran?GyatsoJigme schrieb:Siehst du, das meine ich. Du stellst einen Muslim direkt wieder als einen strenggläubigen Muslim hin. Du kehrst alle unter einen Hut.
Ich glaube nicht das es sich dementsprechend verhält.Commonsense schrieb:Hier sind wir dann an einem Punkt, an dem wir uns wahrscheinlich gar nicht mehr richtig verständigen können, zumindest nicht so, dass das Gegenüber vollumfänglich begreift, denn so wie sich mir das Konzept "Glauben" einfach nicht erschließt, kannst Du Dir das völlige Fehlen von Glauben nicht vorstellen.
Was bringt euch euer (Un-)Glaube?Für mich persönlich ? Orientierung, Erkenntnis, leben in einer Gemeischaft (Kirche), bewuster mit Umwelt umgehen (schöpfung)
Da gehts ja eigentlich darum Stimmen zu sammeln und eine gewisse Klientel zu bedienen. Das hat nichts mit Aufklärung zu tun.GyatsoJigme schrieb:Man predigt Toleranz und verhält sich gegenüber Gläubigen Intolerant (Stichwort: Burka Verbot)
Indroktination ist mir bekannt, und ich stehe dieser Art und Weise von Erziehung auch eher kritisch gegenüber.SoundsLegit schrieb:Der Moslem / die Bäuerin mögen evtl ihren Glauben so ausleben, dass sie andere (fremde) Menschen nicht missionieren. Aber das gilt nicht für ihre eigenen Kinder. Die können sich nicht wehren und bekommen die Ansichten der Eltern eingeimpft. Und plötzlich hast du eine Muslima, die sich "freiwillig" Verschleiert, oder einen Christlichen der gewisse Dinge ablehnt (zB Erkenntnisse zum Klimawandel, Gleichstellung von Frauen / Homosexuellen), weil es ihm so eingetrichtert wurde.
Ich will damit nicht sagen, dass man allen Gläubigen die Kinder wegnehmen sollte. Aber meiner Erfahrung nach ist es in den seltensten Fällen so, dass Gläubige ihren Glauben wirklich für sich behalten.
Nur spricht Dawkins nicht für alle Atheisten.GyatsoJigme schrieb:Die religiöse Erziehung hingegen gleich wieder als "Seelische Vergewaltigung" zu bezeichnen (Dawkins bezeichnet es so), ist meines Erachtens nach wieder der allgemein gemachte Fehler.
Nicht, wenn man sich von allem fernhält, was das eigene Weltbild in Frage stellt. So selbstverständlich ist es nicht, dass man diesen Glauben wieder ablegt.GyatsoJigme schrieb:Wenn Jugendliche später älter werden, sollten sie eigentlich von Natur aus auf den Gedanken kommen, das vielleicht auch das Gegenteil von dem was ihre Eltern ihnen beibrachte, möglich ist.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich in der Grundschule Religionsunterricht beim Dorfpfarrer hatte. Sowas geht halt überhaupt nicht. Da gab es keinerlei kritische Auseinandersetzung mit der Bibel, sondern einfach: so ist es gewesen.Commonsense schrieb:Wichtig ist eben, das religiöse Fundamentalisten keinen Zugriff auf den Lehrplan haben.
Weil deine Familie "so getan hat als ob". Hm.SoundsLegit schrieb:Ich persönlich sehe mich zB nicht als "seelisch Vergewaltigt" nur weil ich katholisch-light erzogen wurde. Aber ich hab es bis zu einem bestimmten Alter als völlig sicher angesehen, dass Gott existiert. Einfach weil jeder in meiner Familie so getan hat als ob.
Das bedauere ich, aber es ich weigere mich das "Verarsche" zu nennen. Bzw. diese Bezeichnung hinzunehmen. Nur weil die Bibel sich widerspricht, vorgelegte Glaubenssätze nicht schlüssig sind und Religionen aus einem aufgeklärten Standpunkt heraus hauptsächlich Einschränkungen mit sich ziehen, ist dadurch nicht bewiesen, das unsere Existenz nicht durch eine schöpferische Macht ausgelöst wurde.SoundsLegit schrieb:Und das hat dazu geführt, dass ich sowas wie leichten Verfolgungswahn entwickelt habe (den ich bis heute nicht völlig losgeworden bin). Für mich war diese religiöse Erziehung 'Kinder verarschen'. Und ich habe ein paar Jahre meines Lebens gebraucht um da wieder wegzukommen, obwohl ich nicht sehr religiös erzogen wurde.
Da ist eben der Knackpunkt. Aber ich sage ja, ich würde auch nicht gefragt ob ich atheistisch erzogen werden will.SoundsLegit schrieb:Nicht, wenn man sich von allem fernhält, was das eigene Weltbild in Frage stellt.
Den gibt es ja, für konfessionslose und Muslime.Commonsense schrieb:Wenn überhaupt - ich würde einen Ethikunterricht bevorzugen, dann durch einen konfessionslosen Theologen oder einen Historiker.
Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass es überhaupt irgendeine schöpferische Macht gibt. Warum sollte ich dann annehmen, dass so etwas existiert? Und warum gerade der christliche Gott?GyatsoJigme schrieb:Das bedauere ich, aber es ich weigere mich das "Verarsche" zu nennen. Bzw. diese Bezeichnung hinzunehmen. Nur weil die Bibel sich widerspricht, vorgelegte Glaubenssätze nicht schlüssig sind und Religionen aus einem aufgeklärten Standpunkt heraus hauptsächlich Einschränkungen mit sich ziehen, ist dadurch nicht bewiesen, das unsere Existenz nicht durch eine schöpferische Macht ausgelöst wurde.
Nein. Es gibt schlicht keinen Grund 2000 Jahre alte Geschichten zu glauben, nur weil sie sehr alt sind. Und wenn dein einziges Argument ist, dass es möglich sein könnte, dass es eine schöpferische Macht gibt... was ist mit anderen Fabelwesen? Elfen, Zwerge, Drachen, Medusa, Trolle, Zyklopen, you name it. Nach was suchst du dir aus, ob du etwas für möglich hältst?GyatsoJigme schrieb:Wenn man aber den Glauben als Humbug absegnet und anschließend als Argument nichts hat, außer die Tatsache das 2000 Jahre alte Bücher im 21 Jahrhundert nicht mehr schlüssig für uns sind, ist das ziemlich schwach, wenn du mich fragst.
Da ist eben der Knackpunkt. Aber ich sage ja, ich würde auch nicht gefragt ob ich atheistisch erzogen werden will.Hast du da Nachteile davongetragen, die du heute anprangerst? Ich meine, ich weiß jetzt seit ca 2 Stunden, das du atheistisch Erzogen wurdest und ich konnte jetzt nicht sehen, dass du dadurch Probleme hattest (ich kann es aber auch gut Überlesen haben).
Da macht aber komischerweise keiner irgendwelchen Lärm, komisch. Hier wird halt ein Weltbild über das andere erhoben.
Der sollte für alle sein. Das Konzept, nachdem Kinder für einen Unterricht, der das Weltbild und das Leben in der Gesellschaft nachhaltig beeinflusst, voneinander getrennt werden, ist doch schon der größte Humbug. Jeder sollte über das Konzept des anderen genau bescheid wissen und das müsste dann eben neutral vermittelt werden.GyatsoJigme schrieb:Den gibt es ja, für konfessionslose und Muslime.
Du sollst es nicht annehmen, das kategorische ausschließen davon hat aber nunmal zur Folge das man, besonders Gläubige vor den Kopf stößt und das wiederum Konflikte herbeirufen kann, die eigentlich gar nicht nötig sind.SoundsLegit schrieb:Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass es überhaupt irgendeine schöpferische Macht gibt. Warum sollte ich dann annehmen, dass so etwas existiert? Und warum gerade der christliche Gott?
Ja, ich habe den Bezug zur Spiritualität erst Ewigkeiten später gefunden, Menschen respektlos behandelt und Menschen die an die Existenz eines Gottes glauben, für schlicht dämlich gehalten.SoundsLegit schrieb:Hast du da Nachteile davongetragen, die du heute anprangerst? Ich meine, ich weiß jetzt seit ca 2 Stunden, das du atheistisch Erzogen wurdest und ich konnte jetzt nicht sehen, dass du dadurch Probleme hattest (ich kann es aber auch gut Überlesen haben).
Wenn ich so überlege, dann habe ich noch von niemandem gehört, dass er schaden durch eine atheistische Erziehung erlitten hat. Das Gegenteil aber schon.
Dann müssen aber genauso alle in den Religionen unterrichtet werden. Damit sie von Anfang an diese Ideologien und Glaubenssätze verstehen. Also sozusagen mit dem Ethik Unterricht beginnen um normal humanistische Werte außerhalb von Religionen zu vermitteln, anschließend aber auch darüber lehren, was es sonst noch gibt.Commonsense schrieb:Der sollte für alle sein. Das Konzept, nachdem Kinder für einen Unterricht, der das Weltbild und das Leben in der Gesellschaft nachhaltig beeinflusst, voneinander getrennt werden, ist doch schon der größte Humbug. Jeder sollte über das Konzept des anderen genau bescheid wissen und das müsste dann eben neutral vermittelt werden.