Gucky87 schrieb:Bei den Eltern kann ich das schon irgendwo verstehen. Man ist wütend, gekränkt, etc. aber zuglich schämt man sich auch vor den Konsequenzen: Die Leute reden, tuscheln, etc. pp, die Kinder werden dadurch ausgegrenzt, obgleich sie nun wirklich nichts dafür können...
Ich kann es auch irgendwie verstehen. Die Eltern wollten nicht, dass ihr Kind die schlimmen Erfahrungen möglicherweise -zigmal bei Polizei, Gericht usw. schildern musste. Und am Ende wäre eine viel zu milde Strafe für den Täter herausgekommen.
Den Eltern hat es möglicherweise ausgereicht, dass der Täter versetzt wurde und ihr Kind somit in Sicherheit war. Eine Anzeige mit allem, was das nach sich zieht, erschien ihnen möglicherweise angesichts der traumatischen Erlebnisse ihres Kindes als Überforderung.
Ich kann nicht wirklich sagen, wie ich gehandelt hätte, wenn eines meiner Kinder betroffen gewesen wäre. Eigentlich bin ich eine Person, die Straftaten nicht einfach so hinnimmt und schon gar nicht, wenn das eigene Kind betroffen ist. Eigentlich also hätte ich dem Täter "die Hölle heiß gemacht", mindestens mit Anzeige usw., und auch mit dem Publikmachen überall in seinem Umfeld. Andererseits, wenn ich gemerkt hätte, dass mein Kind dadurch noch mehr leidet als ohnehin schon, wäre ich möglicherweise davon abgekommen.
Meine eine Tochter ist im Alter von 19 Jahren mal sexuell belästigt worden, von einem Passanten in einer eher abgelegenen Gegend an einem Park. Sie hat sich gewehrt, hat getreten, gekratzt und geschrien. Der Täter hat dann von ihr abgelassen. Wer weiß, was ihr passiert wäre, wenn sie sich nicht gewehrt hätte?! Sie war natürlich völlig aufgelöst danach und ist später von selbst zur Polizei gegangen, um das anzuzeigen. Aber da war sie zumindest volljährig. Bei Kindern sieht es anders aus.