ApexOne schrieb:keine Ahnung, vielleicht sind Amerikaner die besseren Menschen, eigenständiger, schaffen ihr Leben ohne Staat.
Obwohl ich selbst noch keine Sozialleistungen für mich beziehen musste, bin ich doch froh darüber, dass die Versorgung in Deutschland anders aussieht.
Selbst hatte ich z.B. in Deutschland eine schwere OP im Jugendalter und vorher lange, hinterher auch noch einige Zeit aufwendige (körperliche) Therapien (da ich mit einer Behinderung geboren wurde), die (neben natürlich: mir Gesundheit und Lebensfreude zu schaffen) es mir ermöglicht, im Erwachsenenalter schon lange erwerbstätig zu sein (Ehrenamt etc. geht auch noch) und so der Gesellschaft noch gut etwas zurückzugeben. Bezeichnend: US-Amerikaner die davon erfuhren, dass ich eine solche OP hatte (man sieht halt die Narbe), äußerten nicht selten: "You could be glad your parents could afford it", "Wow, your parents must be rich", "Did your church community donate for it?"
Nein, meine arbeitslosen Eltern konnten mir die OP (und Physiotherapie) ermöglichen, da die AOK sie bezahlte...
Mir ist Eigenverantwortung sehr wichtig (z.B.: sparen, ein möglichst gesunder Lebenstil, Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, "mich durchbeißen"). Realistischerweise eine schwere OP (plus z.B. Physiotherapie, Medikamente, Orthesen...) ganz oder weitestgehend finanziell zu stemmen dürfte aber den wenigsten gelingen. Könnte ich mir selbst, trotz gutbezahlter Stelle, auch nur begrenzt leisten.
Meine Mutter hatte in den letzten Jahren zwei Krebs-OPs (keine stark vom Lebensstil abhängigen Krebsarten, sie raucht nicht, trinkt keinen Alkohol) und eine Hüft-OP. Sie ist jetzt fürs Alter wieder fit. Wie hätte ihr Schicksal in den USA ausgesehen?
Vielleicht warst du noch nie schwer krank, und vielleicht wirst du es auch nie (ich wünsche es dir, ganz ehrlich). Krankheit kann aber teuer sein, und einen auch ganz unverschuldet treffen, und nicht jeder hat Menschen im privaten Umfeld die das zalen möchten oder können.
Auch bei Arbeitslosigkeit: Vielleicht hattest du bislang Glück nie entlassen worden zu sein (das Glück hatte ich auch), jung und fit genug zu sein schnell wieder eine Arbeit zu finden (etwas älter kann das schon anders aussehen). Und insofern bin ich auch froh, dass man "fürs Nichtstun" in Deutschland zumindest eine Grundversorgung bekommt. Bekam mein Vater, als er mit 55 Jahren nach Insolvenz seines Arbeitgebers keine Stelle mehr fand, bekommt mein Schwager (ist berufstätig trotz Schizophrenie) wenn es hin und wieder mal gar nicht mehr geht. Gut so.
martenot schrieb:Und die allgemein weit verbreitete Tendenz zum Waffenbesitz trägt auch nicht immer dazu bei, dass die Leute miteinander gut auskommen bzw. wenn nicht, kann es auch schlecht ausgehen.
Einer meiner Kollegen wurde bei einem "drive-by shooting" getötet. Er war gerade bei der Gartenarbeit.