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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

168 Beiträge, Schlüsselwörter: Erde, Planet, Sonnensystem, Exoplanet, Zwergstern, Erdähnlich, Nature

Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

16.03.2017 um 12:41
@wolf359
Ich gebe dir schon recht, dass ein solcher Austausch möglich sein könnte. Auf jeden Fall ist das eine hochspannende Überlegung.

Aber noch ist natürlich alles rein theoretisch, der Austausch könnte an folgenden Punkten scheitern:

1) Die Planeten sind doch viel unterschiedlicher, als manche vermuten.
2) Einer oder mehrere der Planeten sind Ozeanplaneten. Dort kann es gar keine Impakte in diesem Sinne geben, allenfalls spritzt ein wenig Wasser in den Weltraum. Und in Wassertropfen können keine Mikroben im Weltraum überleben.
3) Panspermie ist nirgendwo möglich. Immerhin müssen die Lebewesen den Impakt, die lange Reise durch den Weltraum und den Eintritt in die Atmosphäre des Nachbarplaneten überleben. Ich wäre mir jedenfalls nicht sicher, ob das überhaupt funktionieren kann. Ausschließen tue ich es aber auch nicht.


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

17.03.2017 um 18:45
@Menedemos

Wenn auf einem Planeten bereits eine zeitlang eine Mikrobenfauna und Algenpopulation existiert, dann kann man schon davon ausgehen, das sie vielfältig und zahlreich sein sein wird; es ist möglich, das bei bestimmten Einschlagszenarien intakte nicht zu stark erhitzte Bestandteile den Boden erreichen. Bei den Mengen an Mikroben, die sich auf belebten Planeten finden lassen, könnten einige wenige überleben, die sich dann in einer geeigneten Umgebung schnell vermehren. Bei der großen Nähe der Planeten zueinander, könnte jedes geeignete Einschlagszenario Mikroorganismen über das System verteilen. Dazu kann man erwarten, das gerade die stabilsten Organismen diese Szenarien überstehen und in Konkurrenz zu einheimischen Arten treten.
Das die Planeten unterschiedlich sind, muß dabei kein Hindernis sein, sofern nur die überlebenden Mikroben mit der neuen Umgebung zurecht kommen...

Das alles wäre ein wenig theoretisch, wenn der Stern, wie eigentlich angenommen wurde, 500 Millionen Jahre oder etwas länger existieren würde, denn dann kann sich das Leben derzeit eher im Anfangsstadium befinden; aber wie sich nun heraustellt, ist dem anscheinend nicht so. Die Kepler-2-Mission hat die Umlaufgeschwindigkeit von Trappist1 neu bestimmt, somit ist der Rote Zwerg nicht etwa 500 Millionen Jahre alt, sondern vermutlich 3 bis 8 Milliarden Jahre, womit er nicht nur ein deutlich ruhigerer Vertreter seiner Art sein könnte, sondern auch von Planeten umkreist wird, die im günstigsten Fall höheres Leben tragen, mal abgesehen von jeder Menge Mikroben...

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/trappist-1-stern-mehrere-milliarden-jahre-alt20170316/

Das sind sehr interessante Aussichten, denn wenn in den nächsten Jahren mit fortschrittlicheren Teleskopen planetare Atmosphären durchleuchtet werden, dann ist Trappist1 sicher weit oben in der Liste der zu untersuchenden Kandidaten. Theoretisch ist sogar intelligentes Leben möglich. Wenn wir also bisher eher über die mögliche Zukunft des Lebens im Trappist1-System spekuliert haben, dann spekulieren wir nun über die Gegenwart. Die Zukunft ist jetzt...


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

17.03.2017 um 20:22
@wolf359
wolf359 schrieb:somit ist der Rote Zwerg nicht etwa 500 Millionen Jahre alt, sondern vermutlich 3 bis 8 Milliarden Jahre, womit er nicht nur ein deutlich ruhigerer Vertreter seiner Art sein könnte, sondern auch von Planeten umkreist wird, die im günstigsten Fall höheres Leben tragen
Sehr interessant, danke für den Link!

Wenn die Berechnung stimmen, erhöht das natürlich die Chance auf Leben, auch auf fortgeschrittenes Leben, enorm. Ich würde mich nicht mehr wundern, wenn JWST Sauerstoff in einer der Atmosphären entdecken würde...


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

22.03.2017 um 08:29
http://www.galileo.tv/science/so-will-die-nasa-nach-einer-idee-von-albert-einstein-aus-der-sonne-ein-mega-teleskop-machen/

Hey, 

damit könnte man doch ne Möglichkeit haben mal einen genaueren Blick drauf zu werfen. So wie es klingt...
Bei hundert Lichtjahren Entfernung könnte es dann so aussehen:

erde-710x400

Allerdings soll es noch die nächsten 35 Jahre dauern, also noch ein bisschen hin um zu träumen ^^

Die sprechen da von der Gravitationslinse. Den Meisten hier sicherlich bekannt. 
Auch das Licht eines fernen Planeten wird auf dem Weg zur Erde durch die Anziehungskraft der Sonne abgelenkt. Die Lichtstrahlen biegen sich um den Stern. Deshalb sind auf der Erde sogar einige Planeten zu sehen, die hinter der Sonne liegen.
Spoiler

Tja und da gäbe es wohl noch ein weiteres Problem. :D
Wird das NASA-Teleskop an der richtigen Stelle positioniert, nimmt es die gestreckten Lichtstrahlen auf. Das ankommende Bild der fernen Planeten wäre also vergrößert. Und die Sonne damit ein riesiges Vergrößerungsglas. Falsch positioniert würde das Teleskop gestauchte Strahlen aufnehmen – das ankommende Bild wäre dann zu klein. 

Daraus ergibt sich ein Problem: Das Teleskop funktioniert nur, wenn es im Brennpunkt unseres Sonnensystems aufgestellt wird (siehe Bild oben). Und der ist 550-mal weiter von der Sonne entfernt wie es die Erde ist. Wie die Astronomen das Teleskop so weit entfernt positionieren könnten, ist bisher noch nicht bekannt.
Aber ich bin mir sicher in 40 Jahren, sofern dann wirklich gestartet wird, haben wir auch dafür eine adäquate Lösung.


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

22.03.2017 um 08:58
@quantum01state

Hochinteressant! Das Thema hätte aber einen eigenen Thread verdient.

Ich habe mir das Video jetzt noch nicht angeschaut, aber die Frage, die bei mir spontan aufkommt:

Ein Planet als Linse reicht wohl nicht?

Nun ja, wahrscheinlich würde sich ein Planet zu schnell bewegen.

Andererseits hätte ein Planet auch große Vorteile:
- Man müsste nicht so weit reisen.
- Er ist selbst dunkel und stört die Aufnahme nicht.
- Man könnte einfacher unterschiedliche Ziele beobachten.


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

22.03.2017 um 20:09
@quantum01state
@Menedemos

Äh.. Das ist aber grober Schwachsinn, was da erzählt wird. Der Gravitationslinseneffekt vergrößert doch keine Objekte.  Das Spoilerbildchen von @quantum01state zeigt doch recht simpel aber effektiv, wie das funktioniert. Linse ja, aber keine, die vergrößert. Auch der Artikel, auf den sich Galileo TV beruft (http://www.hou.usra.edu/meetings/V2050/) erzählt nichts von einem "Gravitationslinsen-Superteleskop". Mannomann. Ich hoffe, dieses unfassbare Geschreibsel hat nur der Praktikant und kein richtiger Wissenschaftsjournalist verfasst.


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

22.03.2017 um 22:59
@mightyrover
Ich weiß nicht, irgendwie kann ich mir das schon vorstellen.
Die beziehen sich ja auch noch auf diesen "Brennpunkt". Und beschreiben ja sogar wie es gehen soll.. 
Ich sollte diesen Artikel vielleicht auch machen lesen :D
mightyrover schrieb:(http://www.hou.usra.edu/meetings/V2050/) erzählt nichts von einem "Gravitationslinsen-Superteleskop"
@Menedemos

 So wie es da zu verstehen gegeben worden ist, reicht nur ein Objekt was in etwa die Masse der Sonne hat. Aber womöglich ist eine Vergrößerung gar nicht möglich, inwiefern sollte so ein Aufwand denn dann von Nutzen sein?


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Sieben erdähnliche Planeten kreisen um den Zwergstern Trappist-1

27.03.2017 um 01:15
@Menedemos
Menedemos schrieb:Wenn die Berechnung stimmen, erhöht das natürlich die Chance auf Leben, auch auf fortgeschrittenes Leben, enorm. Ich würde mich nicht mehr wundern, wenn JWST Sauerstoff in einer der Atmosphären entdecken würde.
Das könnte schon sein. Man muß dabei aber bedenken, das die Bandbreite der Möglichkeiten sehr groß ist, denn die Altersbestimmung von 3 bis 8 Milliarden Jahren ist zwar weit von den ersten Anfängen des Lebens entfernt, und lässt zumindestens genug Zeit für die Entwicklung komplexeren Lebens, hat aber eben immer noch eine Ungenauigkeit von 5 Milliarden Jahren, und wie und wann die einzelnen Welten lebensfreundlich sind oder waren oder sein werden, lässt sich im Einzelnen kaum vorhersagen...

Wenn natürlich in einzelnen Atmosphären tatsächlich Sauerstoff gemessen wird, dann besteht auch die Möglichkeit, das er von Algen erzeugt wurde, die ja bekanntlich in ihren ersten Formen schon recht früh auf der Erde entstanden sind, oder eben von weiterentwickelten Pflanzen; und wo Pflanzen sind, könnten auch Sauerstoffatmende Mikroben und Tiere sein, denn irgendetwas muß ja das Kohlendioxid für die Pflanzen erzeugen...

Wenn ich pessimistisch bin, dann würde ich sagen, das einfacheres Leben im Trappist-System existiert, nur das es sich vielleicht schwer nachweisen lässt, von da ab ist die Skala nach oben offen...


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