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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

170 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Aliens, Außerirdisch, Panspermie

Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

29.01.2013 um 01:51
@Hoffmann
Hoffmann schrieb:Die Variante eines habitablen Mondes um einen Gasriesen ließe zwar (unter gewagten Vorannahmen - aber das ist ein anderes Thema!) eventuell Leben unter der Eisdecke eines rhadamantischen Ozeans zu, das unter günstigen Umständen vielleicht sogar fossilieren könnte (auch dies eine sehr gewagte Annahme!), aber nach erfolgter Supernova verbliebe dieser Mond im Gravitationsbereich des Gasriesen, weil dieser infolge der großen Entfernung zum explodierenden Heimatstern ja ebenfalls nicht verdampft. Was für den Mond gilt (wird nicht aufgeschmolzen), gilt für den Gasriesen erst recht (d.h., seine Hauptmasse bleibt erhalten - lediglich die oberen Atmosphärenschichten werden abgetragen).
Der Gasriese und sein Mond werden weiterhin zusammen ihre Bahn ziehen, soweit sie die Explosion überstanden haben. Wenn ich Fossilien vorraussetzte, setze ich eine Lebensentstehung voraus; ein Ozean unter einer dicken Eisdecke, der durch die vulkanische Aktivität des durch die Gezeitenkräfte erhitzen terrestrischen Kerns gebildet wird, ist der wahrscheinlichste Ort für eine Lebensentstehung in diesem Szenario...
Hoffmann schrieb:Ereignen sich nun noch Impakte, die heftig genug sind, um Teile der Eisschicht oder sogar des oberen Silikatkrustenmaterials von der Oberfläche des Mondes abzuschlagen und in den Orbit zu verfrachten, dann verbleibt dieses Material ebenfalls im Gravitationsfeld des Gasriesen und verteilt sich dort im Orbit, bis es entweder auf den Gasriesen trifft oder auf einen der erhalten gebliebenen Monde, die dort nach wie vor ihre Kreise ziehen und den habitablen Mond immer noch aufheizen. Impakte, die so heftig sind, dass das herausgeschlagene Material auch den Einflussbereich des Gasriesen verlassen könnte, führen dazu, dass das Auswurfmaterial aufschmilzt, so dass die Fossilien zerstört wären.
Nicht notwendigerweise. Wie und mit welcher Geschwindigkeit fossilienhaltiges Material vom Mond weggeschleudert wird, entscheidet die Größe des Asteroiden, seine Geschwindigkeit, das Material aus dem er besteht, der Aufprallwinkel, das Material der oberen Schicht des terrestrischen Kerns, die Tiefe des Ozeans und die Dicke der Eisschicht. Es ist durchaus möglich, das eine Kombination dieser Faktoren es ermöglicht, das einige fossilienhaltige Fragmente den Einflussbereich des Gasriesen verlassen können...

(Eisbrocken, die als eine Art "Impaktkomet" den Mond verlassen, könnten sogar einige lebende Organismen enthalten, sofern sie denn nicht durch die Strahlung der Supernova zerstört worden sein sollten, sofern sie dem Einflussbereich des Gasriesen entkommen können...)
Hoffmann schrieb:Die Entweich-Variante als Folge des sich auflösenden Sonnensystems ist ebenfalls nicht plausibel, da in den Entfernungen vom Heimatstern, wo Supernovae ohne Aufschmelzen überstanden werden, die Relativabstände zwischen den Himmelskörpern so groß sind, dass es zu keinen direkten Kollisionen mit größeren Körpern kommen kann. Also: Wenn ein solcher Gasriese mit seinem Mondgefolge in den interstellaren Raum entweicht, dann geschieht das still und leise ohne jegliches Getöse ...
In einem Doppelstersystem mit einer thermonuklearen Supernova, wird der Zwergstern, der von seinem riesenhaften Begleitstern Material bezieht, in der Regel völlig zerstört, womit auch seine Gravitation entfällt; sein Begleitstern wir daraufhin aus dem System geschleudert, weil sein Partnerstern fehlt. Es ist ungefähr so, als ob man sich mit jemanden Hand in Hand im Kreise dreht, und dann plötzlich losläßt. Planeten, Monde und andere Himmelskörper, die weit genug weg vom Ort des Geschens sind, so das sie die Explosion überstanden haben, werden dann einerseits durch den fehlenden Einfluss der Gravitation des Zwergsterns und andererseits durch die schnelle Fluchtbewegung des Begleitsterns aus ihrer gewohnten Bahn geworfen. Da sich sowohl der Gasriese mit seinem Mond, als auch verbliebene Restbestände von Meteroriten und Kometen außerhalb ihrer gewohnten Bahn bewegen werden, könnte es zu zahlreichen Kollisionen kommen. Der Gasriese mit seinem Mond bewegt sich dabei außerhalb der Bahn, die er schon seit seiner Entstehung von Asteroiden und Kometen gesäubert hat; die verbliebenden Asteroiden und Kometen bewegen sich außerhalb ihrer Bahnen, die bisher von dem Gasgiganten nicht berührt wurden...


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

29.01.2013 um 02:20
@Hoffmann
Hoffmann schrieb:Wenn ein Einschlag heftig genug ist, kann auch Krustenmaterial von erdgroßen Planeten weggesprengt werden - allerdings wird dieses Material dabei so stark erhitzt, dass es aufschmilzt und danach wieder erstarrt. Wenn dann so ein Brocken irgendwo wieder auftrifft, hättest Du einen Meteoriten, der nicht von einem toten leeren Gesteinsbrocken herstammt.
Anscheinend nicht in jedem Fall. Einige Marsmeteoriten wurden ja auf Fossilien untersucht, das hätte man nicht getan, wenn das Material immer und in jedem Fall aufschmelzen würde. Es gibt da auch noch die Überlegung, das das irdische Leben vom Mars stammen könnte und durch Meteoriten auf die frühe Erde gelangt ist.

http://www.welt.de/wissenschaft/article715302/Kam-das-Leben-vom-Mars-zur-Erde.html

Wenn es dagegen nur um Fossilien geht, dann könnten die Aufprallbedingungen auch härter sein, es käme dann nur darauf an, das ein geringer Prozentsatz des fossilienhaltigen Materials nicht aufschmilzt...


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Hoffmann
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29.01.2013 um 12:45
@wolf359

Zu deinem ersten Post schreibe ich jetzt nichts, da ich mich nur wiederholen würde. Zum zweiten Post: Mars ist nicht erdgroß, sondern hat nur etwa 10 Prozent der Erdmasse und einen nur etwa halb so großen Radius. Folglich ist die Entweichgeschwindigkeit von der Marsoberfläche erheblich geringer als von der Erdoberfläche. Abgesehen davon: Das Beispiel Marsmeteoriten zeigt sehr schön, in welche Richtung sie sich bewegen - zum Gravitationszentrum hin, also zur Sonne. Nichts anderes beim hypothetischen Gasriesen-Mond-Szenario: Auch hier würden eventuell herausgeschlagene Brocken in Richtung Gasriese driften, wenn die dritte kosmische Geschwindigkeit nicht überschritten wird. Also auch hier nichts mit Fossilien, die in den interstellaren Raum entweichen ...


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01.02.2013 um 02:22
@Hoffmann
Hoffmann schrieb:Zu deinem ersten Post schreibe ich jetzt nichts, da ich mich nur wiederholen würde. Zum zweiten Post: Mars ist nicht erdgroß, sondern hat nur etwa 10 Prozent der Erdmasse und einen nur etwa halb so großen Radius. Folglich ist die Entweichgeschwindigkeit von der Marsoberfläche erheblich geringer als von der Erdoberfläche. Abgesehen davon: Das Beispiel Marsmeteoriten zeigt sehr schön, in welche Richtung sie sich bewegen - zum Gravitationszentrum hin, also zur Sonne
Ich habe immer nur von einem terrestrischen Mond gesprochen und dieser muß nicht zwangsläufig erdgroß sein; zudem könnte ein Teil seines Durchmessers aus einer dicken Schicht Eis bestehen. Es gibt im Übrigen nicht nur die Überlegung von lebentragenden Marsmeteoriten, sondern auch von Meteoriten, die von der Erde auf dem Mars gelangen; nur wäre in diesem Fall der Einschlag, der diesen Transport möglich macht, vielleicht zu heftig für Organismen, aber möglicherweise nicht für Fossilien...
Ob Mikroorganismen solche Verhältnisse überleben, könne man derzeit nicht überprüfen, sagt die Forscherin. Dazu müsste man auf dem Mond oder dem Mars irdisches Gestein bergen und an ihnen die Drücke und Temperaturen rekonstruieren. Dann ließen sich analoge Experimente durchführen, wie sie jetzt stattgefunden haben.
http://www.welt.de/wissenschaft/article715302/Kam-das-Leben-vom-Mars-zur-Erde.html

Die Berechnung der Fluchtgeschwindigkeit aus einem Sonnensystem, ist auch von der Position und deren Bewegung im Raum abhängig...
Dritte kosmische Geschwindigkeit

Wird die Fluchtgeschwindigkeit nicht auf die Erde, sondern auf die Sonne angewandt, spricht man auch von der dritten kosmischen Geschwindigkeit, die notwendig ist, um das Sonnensystem zu verlassen. Hierbei wird für r üblicherweise die Entfernung Erde–Sonne eingesetzt, so dass sich ein Wert von 42,1 km/s ergibt, der für eine ruhende Erde bzw. für eine Sonde auf der Erdbahn um die Sonne gilt.

Für einen Start von der Erde kann man sich die Umlaufgeschwindigkeit der Erde um die Sonne zu Nutze machen, da diese bereits 29,8 km/s beträgt. Somit ist bei günstiger Abschussrichtung (tangential an die Richtung der Bewegung der Erde) nur eine Geschwindigkeit von 42,1 km/s - 29,8 km/s = 12,3 km/s relativ zur Erde notwendig, um das Sonnensystem zu verlassen.
Nimmt man die Gravitation der Erde hinzu, kommt man auf einen Wert von 16,5 km/s um das Sonnensystem zu verlassen...

Quelle: Wikipedia: Kosmische_Geschwindigkeiten

Wenn man dazu bedenkt, das immerhin noch über Lebensformen von Erdmeteoriten auf anderen Himmelskörpern spekuliert wird, dann könnte man zumindestens einige Fossilien für wahrscheinlich halten. Einen ähnlicher Effekt könnte ein Einschlag bei einem terrestrischen Mond um einen Gasriesen fossilienhaltiges Material auf eine höhere Umlaufbahn oder ganz aus dem System bringen...
Hoffmann schrieb:Nichts anderes beim hypothetischen Gasriesen-Mond-Szenario: Auch hier würden eventuell herausgeschlagene Brocken in Richtung Gasriese driften, wenn die dritte kosmische Geschwindigkeit nicht überschritten wird. Also auch hier nichts mit Fossilien, die in den interstellaren Raum entweichen ...
Die Gravitationskraft der beiden Sonnen ist in den sehr weitläufigen Außenbezirken des Systems, in dem sich der Gasriese und sein Mond bewegen müssten, nur noch sehr schwach (sie nimmt im Quadrat mit der Entfernung ab..), bewegt sich dazu das Paar auf seinem fernsten Punkt einer exzentrischen Bahn, dann könnte vielleicht auch ein herausgeschlagener Brocken entkommen, oder zumindestens auf eine höhere Umlaufbahn getragen werden; es käme hier in erster Linie darauf an, der Schwerkraft des Gasriesen und der des Mondes entgegenzuwirken. Die Explosion zerstört dann das System und die wenigen überlebenden in den allerfernsten Außenbezirken angesiedelten Himmelskörper folgen ihrer eigenen Bahn. Insofern reicht es schon, wenn vereinzelte fossilienhaltige Brocken sich in den Außenbezirken bewegen, in denen sie gerade so eben nicht von der Strahlung verdampft werden. Die Entfernung müsste dann aber schon mindestens einige hundert Lichtstunden betragen...

(Je weiter man sich von den beiden Sonnen entfernt, desto weniger stark wirkt ihre Anziehungskraft, bis man ihr irgendwann vielleicht schon mit einem Fahrrad entkommen könnte...)


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Hoffmann
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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

01.02.2013 um 08:14
@wolf359
wolf359 schrieb:Ich habe immer nur von einem terrestrischen Mond gesprochen und dieser muß nicht zwangsläufig erdgroß sein; ...
Du hast aber aus meiner Antwort an einen anderen User zitiert, der sich fragte, ob es möglich sei, dass Meteoriten auch von belebten Himmelskörpern entstehen können und daraufhin die Marsmeteoriten ins Spiel gebracht ...
wolf359 schrieb:Einen ähnlicher Effekt könnte ein Einschlag bei einem terrestrischen Mond um einen Gasriesen fossilienhaltiges Material auf eine höhere Umlaufbahn oder ganz aus dem System bringen...
Dann müsste der Impakt so heftig sein, dass er die Brocken nicht nur die (bezogen auf den Mond) zweite kosmische Geschwindigkeit überschreiten lässt, sondern zugleich auch die dritte kosmische Geschwindigkeit, die den Gasriesen einbezieht. Nach Deinem Szenario soll sich der Mond in einer ähnlichen Situation befinden wie Europa im Jupitersystem. Vielleicht magst Du ja mal ausrechnen, welche Geschwindigkeit ein Brocken von Europa haben muss, um dem Gravitationseinfluss des Jupiters zu entkommen. Allerdings musst Du dann berücksichtigen, dass Du hier die Umlaufgeschwindigkeit des Jupiters nicht einbeziehen darfst, weil nach erfolgter Supernova der Gasriese keinen Umlauf mehr ausführt.
wolf359 schrieb:... es käme hier in erster Linie darauf an, der Schwerkraft des Gasriesen und der des Mondes entgegenzuwirken.
Eben.


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

02.02.2013 um 04:25
@Hoffmann
Hoffmann schrieb:Du hast aber aus meiner Antwort an einen anderen User zitiert, der sich fragte, ob es möglich sei, dass Meteoriten auch von belebten Himmelskörpern entstehen können und daraufhin die Marsmeteoriten ins Spiel gebracht ...
Ja, die Marsmeteoriten könnten Lebensspuren enthalten und stammen von einem terrestrischen Planeten der kleiner und masseärmer als die Erde ist...
Hoffmann schrieb:Dann müsste der Impakt so heftig sein, dass er die Brocken nicht nur die (bezogen auf den Mond) zweite kosmische Geschwindigkeit überschreiten lässt, sondern zugleich auch die dritte kosmische Geschwindigkeit, die den Gasriesen einbezieht. Nach Deinem Szenario soll sich der Mond in einer ähnlichen Situation befinden wie Europa im Jupitersystem. Vielleicht magst Du ja mal ausrechnen, welche Geschwindigkeit ein Brocken von Europa haben muss, um dem Gravitationseinfluss des Jupiters zu entkommen. Allerdings musst Du dann berücksichtigen, dass Du hier die Umlaufgeschwindigkeit des Jupiters nicht einbeziehen darfst, weil nach erfolgter Supernova der Gasriese keinen Umlauf mehr ausführt.
Bei einer sehr weiten Entfernung vom Zentrum des Systems, könnte man auch beide noch intakte Sonnen für eine grobe Berechnung vernachlässigen. Den Jupiter als Beispiel zu nehmen ist mir auch schon in den Sinn gekommen (so ein Zufall aber auch...), und so habe ich einige Rechenexperimente durchgeführt, mit zum Teil interessanten Ergebnissen. Den günstigsten Wert für die Fluchtgeschwindigkeit erhält man, wenn man sich die Bahngeschwindigkeit des Mondes zu Nutze macht, wenn man sich dagegen direkt vom Gasriesen weg bewegt, dann ist der Wert etwa dreimal so groß. Ich gehe hierbei von dem Beispiel in der Wikipedia aus, in dem eine günstige Fluchgeschwindigkeit errechnet wird, mit der man von der Erde starten müsste, um aus dem Sonnensystem zu entkommen. Analog entkommt man dem "Minisonnensystem" mit Jupiter und seinen Monden unter Vernachlässigung der Sonne...

Fluchtgeschwindigkeiten in km/s
-----------------------------Optimal-------Normal
Io----------------------------7,61---------- 24,60
Europa---------------------6.05----------19,54
Ganymed-----------------5,25----------15,62
Kallisto--------------------4,16-----------11,84

Nimmt man einen marsgroßen terrestrischen Mond in der Entferung Jupiter-Europa an der seinen Gasriesen mit derselben Bahngeschwindigkeit umläuft, dann ergeben sich (unter Vernachlässigung der fernen Sonnen...) folgende Werte...

Fluchtgeschwindigkeiten in km/s
--------------------------------------------------Optimal--------Normal
terr. Mond (Marsgröße)----------------7,58--------------20,06

Wenn meine Berechnungen stimmen sollten (wäre ja wirklich peinlich wenn nicht...), dann sieht es im günstigsten Fall vielleicht sogar danach aus, als ob lebende Organismen eine längere Reise antreten könnten; mit der Explosion einer Supernova allerdings würde sie die Strahlung wahrscheinlich erledigen. Für eine ideale Bahn müsste der Einschlag aber schon sehr genau sein, aber es gibt eine Bandbreite von Möglichkeiten, auch ein weniger ideal gelegener Einschlagsort könnte noch Fossilien auf die Reise schicken...


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Hoffmann
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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

02.02.2013 um 14:06
@wolf359

Die errechneten Geschwindigkeiten stimmen! :)

Wenn es sich um einen terrestrischen Mond handelt, der über Gezeitenreibung aufgeheizt wird, ergibt sich in der vorausgesetzten sehr großen Entfernung vom Heimatstern eine Oberflächentemperatur von weniger als 50 Kelvin - wahrscheinlich eher um die 20 Kelvin, also etwa minus 250 Grad Celsius. Die Verhältnisse auf Triton dürften in etwa dem entsprechen. Folglich muss der Mond eine entsprechend dicke Wasserhülle aufweisen, damit er nicht durchfriert. Beim Jupitermond Europa sind es etwa 100 km, wobei die Eisdecke etwa 10 km dick ist.

Eventuell entstehende Fossilien würden sich folglich am Ozeanboden ablagern, so dass ein tangential eindringender Impaktkörper zunächst die Eisdecke zertrümmern müsste, dann ca. 300 km fast parallel zum Ozeanboden durch das Wasser gleiten und danach immer noch genügend Energie haben müsste, um eine Portion Gestein unversehrt auszuheben und durch Ozean und Eisdecke hinweg in nach wie vor unversehrtem Zustand in den Orbit zu bringen, von wo es dann unter Ausnutzung der Bahngeschwindigkeit des Mondes zudem ins All entfleucht.

Beim Mars ist das vergleichsweise einfach. Dort reichen ca. 5 km/s aus, wobei der Aushub direkt von der obersten Oberflächenschicht erfolgen kann - also ohne zuvor 100 km Kruste aus Eis und Wasser zu durchdringen, wie bei einem Gasriesenmond - was bereits kleineren Impaktkörpern gelingt, so dass die Aufheizung des Auswurfmaterials innerhalb tolerabler Grenzen bleibt. Somit könnten eventuell vorhandene Marsfossilien durchaus die Erde erreichen, ohne abenteuerliche Zusatzannahmen zu konstruieren.

Ganz anders aber bei Deinem Szenario: Hier muss sich ein großer Impakt ereignen, um überhaupt das fossilienträchtige Material zu erreichen und es so sehr zu beschleunigen, dass es den Weg von ca. 100 km bis zur Oberfläche ohne nennenswerte Reibungsverluste übersteht und danach ins All entweichen kann. Große Impakte haben aber die unangenehme Nebenwirkung, dass auch die fernere Umgebung des Einschlagsortes so stark erhitzt wird, dass sich Gestein verflüssigt, weil die kinetische Energie des Impaktkörpers multipliziert mit der trägen Masse binnen Sekundenbruchteilen in thermische Energie umgewandelt wird. Von eventuellen Fossilien bleibt da nichts mehr übrig. Das was dann in den Orbit ausgeworfen wird, sind Gesteinstropfen, die allmählich wieder erstarren, aber kein unversehrtes Material von einem Ozeanboden.


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

03.02.2013 um 00:14
@Hoffmann
Hoffmann schrieb:Ganz anders aber bei Deinem Szenario
Äh nein...

Wir reden hier nicht von einem Eismond, sondern von einem terrestrischen Himmelskörper mit genügend Eis, so das sich innerhalb der Eisschicht ein Ozean bilden kann. Dieser Ozean wäre bei weitem nicht so tief, ja vielleicht umspannt er nicht einmal den ganzen terrestrischen Mond, sondern existiert nur dort, wo das Bodenniveau unter dem globalen Mittel liegt und aufsteigende Wärme das Eis aufschmilzt...

Demzufolge bräuchte der Impakt gar nicht so unglaublich mächtig sein. Das Eis würde einen Asteroiden ohne Zweifel etwas bremsen, aber das Wasser würde ein Teil der Wärmeenergie des Aufpralls ableiten und durch das verdampfende Wasser könnten in einem günstigen Fall doch einige fossilienhaltige Brocken entkommen. Im Übrigen könnte es auch Gebiete geben, die einmal aufgeschmolzen waren und nun nichts als Eis sind; dann gäbe es nicht einmal ein Problem mit dem Wasser, wenn ein vergleichsweise flaches Meer wirklich ein Problem für einen großen Asteroiden wäre...

Es kommt nur darauf an, genug Wasser und geeignete Moleküle zur Verfügung zu haben, um Leben entstehen zu lassen, das Fossilien im Stein zurücklässt, und da könnte ein vergleichsweise leicht gebauter terrestrischer Mond auch unter einem flachen Meer genug Spalten und Höhlen aufweisen, die von einem relativ gleichmäßigen Wärmefluß langfristig profitieren könnten...

Ich gebe zu, das ich mir hier einen Himmelskörper baue, mit dem mein "Fossilienszenario" funktionieren kann, aber warum sollte ich das nicht tun ? Es geht ja darum, ob etwas prizipiell möglich wäre, und das Universum ist groß genug, um auch seltenen Szearien Realität zu verleihen...


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Hoffmann
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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

03.02.2013 um 12:15
@wolf359
wolf359 schrieb:Ich gebe zu, das ich mir hier einen Himmelskörper baue, mit dem mein "Fossilienszenario" funktionieren kann, aber warum sollte ich das nicht tun ? Es geht ja darum, ob etwas prizipiell möglich wäre, und das Universum ist groß genug, um auch seltenen Szearien Realität zu verleihen...
Du merkst aber, dass Du mit Deiner "Bauarbeit" Supernovae zunehmend entbehrlicher machst? ;)


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

05.02.2013 um 01:38
@Hoffmann

Nicht unbedingt...

Die Einschläge könnten über lange Zeiträume gesehen viele fossilienhaltige Meteoriten erzeugen, die das System nicht verlassen, sondern auf exentrischen Bahnen weiterhin die Zentralsonnen umkreisen, und die weniger zahlreichen Meteoriten, die sich auf den Weg in den interstellaren Raumes machen, könnten sich in den unermeßlichen Weiten zwischen den Sternen verlieren oder in den Gasriesen fremder Sonnensysteme verschwinden; es wäre ein eher seltenes Ereignis, wenn einer dieser speziellen Meteorite auf einem bewohnten Planeten wie der Erde landen würde...

Eine Supernova in dem Doppelsternsystem würde dagegen das Zentrum auflösen ( durch Zerstörung des einen Partnersterns und "Flucht" des anderen...) und könnte damit alle Meteoriten, die weit genug entfernt sind um nicht durch die Strahlung zerstört zu werden oder in den flüchtenden Stern zu zu geraten, in den Raum freisetzen, egal von welchen lebentragenden Himmelskörpern sie aus dem System stammen...


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Hoffmann
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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

05.02.2013 um 19:52
@wolf359

Aber wenn die betreffenden Gasriesen so weit draußen sind, dass der Gravitationseinfluss des Heimatsterns gemessen an dem des Gasriesen vernachlässigbar klein ist, dann haben Supernovae ebenfalls einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Zerstreuung solcher Meteoriten.


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

06.02.2013 um 08:31
@Hoffmann

Die Meteoriten, die auf sehr fernen Bahnen noch im System gefangen sind, müssten erst einmal die ungeheure Strahlung überstehen können, und dafür müssten sie im Falle einer derartigen Supernova schon sehr weit weg sein; es wären vielleicht nur sehr wenige Exemplare, die davon profitieren, das sich die stärksten Gravitationsquellen aus dem System verabschieden. Dazu könnte sie dann die Materie, die von der Supernova ausgestossen wird, weiter in den Raum tragen, so das sie vielleicht irgendwann ein Bestandteil in einem Asteroidengürtel eines neu entstehenden Systems werden, oder eben -wie die schon vorher aus dem System entfleuchten fossilienhaltigen Meteoriten- als Einzelgänger auf einen fremden Planeten landen. Das ist aber zugegeben schon etwas optimistisch...

Umgekehrt würde die Supernova jeden Meteoriten, der durch einen glücklichen Umstand lebende Organismen enthält, in einem sehr weiten Umkreis sterilisieren (besonders eine Supernova vom Typ 1a ist da eine "fiese Bitch"). Insofern ist es da schon die Frage, ob sich das wirklich lohnt...

Einen fernen Gasriesen, der eine exzentrische Bahn um das Zentrum eines Sonnensystems zieht und dabei von einem lebentragenden von Gezeitenkräften erwärmten eisbedeckten terrestrischen Mond (als Sonderform des klassischen Eismondes...) umlaufen wird, könnte aber in sehr viel mehr Systemen ohne Supernova-Szenario existieren, und es wäre vielleicht möglich, das unter den vielen Bruchstücken eines geeigneten Einschlages sich auch ein Meteorit befindet, der Lebensformen enthält..


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

31.03.2013 um 14:10
Hier noch einmal der gefundene Link, eine Kontamitation mit der Erde wird ausgeschlossen...!

In dem Bericht den ich gelesen habe, wird daran gezweifelt ob das Material wirklich ausserirdisch war, oder ob es von einer Kontamitation mit der Erde entstanden war...!

http://www.shortnews.de/id/1014454/wissenschaftler-finden-in-einem-meteoriten-angeblich-ausserirdische-fossilien

Ich stell mir das ganze wie ein Puzzle-Spiel vor, Viren fliegen durch das All und tragen unsere Gen-Informationen durch den Raum, womit wir theoretisch überall neu entstehen können...!


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

31.03.2013 um 15:23
@whiteIfrit

eine Kontamitation mit der Erde wird ausgeschlossen...!

Das behaupten die Leute, die das gefunden haben, in deren Team übrigens kein Geochemiker oder irgendein Geologe ist, der sich mit solchen Prozessen besser auskennt.


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

31.03.2013 um 16:20
@Schdaiff

Ja wie sollten dann versteinerte Fossilien, in das Gestein eines Meteoriten hinein geraten...?

Also ich glaube dass es es echt ist...! Es sei denn natürlich dass der Meteorit gar kein Meteorit ist, wenn es sich nur um einen Stein irdischen Ursprungens handeln sollte...!


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31.03.2013 um 19:46
@whiteIfrit
Wie sollten aber Kieselalgen, die genauso hier auf der Erde zu finden sind, ausgerechnet nochmals im All entstehen und dann auf einen Meteoriten ausgerechnet hier auf der Erde einschlagen?
Weißt Du, wie unwahrscheinlich das ist?


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31.03.2013 um 21:24
@Pan_narrans

Stimmt schon, aber es gibt auch eine unglaublich hohe Zahl an Planeten auf denen potenzielles Leben möglich wäre...! Ich habe mal eine Zahl gehört, die so unglaublich ist, dass es eigentlich jeden ab dem Hocker hauen müsste...! Nämlich dass: Die Anzahl der Planeten auf denen Leben möglich ist, wenn man jeden Planeten auf ein Blatt Papier schreibt, der Stapel 11mal! von der Erde bis zur Sonne reicht...!


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31.03.2013 um 22:00
@Pan_narrans


Und hier habe ich gleich nocheinmal einen solchen Link, mit einer ähnlichen Meldung, und diesmal sogar vom Mars...! ;)


Wikipedia: Marsmeteorit


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01.04.2013 um 00:49
@Pan_narrans
Pan_narrans schrieb:Wie sollten aber Kieselalgen, die genauso hier auf der Erde zu finden sind, ausgerechnet nochmals im All entstehen und dann auf einen Meteoriten ausgerechnet hier auf der Erde einschlagen?
Weißt Du, wie unwahrscheinlich das ist?
Es geht hier nicht zwangsläufig um eine gesonderte Entstehung von irdischen Kieselalgen irgendwo im All, sondern "nur" um Lebensformen, die in Meteoriten Fossilien hinterlassen, die denen von irdischen Kieselalgen sehr ähneln. Das ist etwas anderes. Die Form der irdischen Kieselalge könnte auch anderswo im All entstehen, wenn sie von der Evolution als nützlich selektiert wird. Das nennt man konvergente Evolution. Es könnte sich dabei auch tatsächlich um eine Art Alge handeln...

Beispiel: Der Wolf und der (inzwischen ausgestorbene) Beutelwolf, ähneln sich in sehr vielen Belangen, obwohl ihre letzter gemeinsamer Vorfahr aus der Kreidezeit stammt, aus einem Zeitalter also, als noch Dinosaurier die Erde bevölkerten. Vergleichbare Umweltbedingungen formten durch Evolution aus verschiedenen Ansätzen einander sehr ähnliche Lebewesen...

Wikipedia: Beutelwolf#Konvergenzen

Man kann durchaus damit rechnen, auf fremden Planeten Arten zu finden, die sehr an irdisches Leben erinnern; die Unterschiede sind hier weniger äußerlich zu suchen, als im inneren Aufbau der Lebensform. Das macht es auch möglich, irgendwann auf humanoide Aliens zu treffen, einfach weil die humanoide Form eine der Formen ist, die von der Evolution als nützlich für intelligentes Leben selektiert wird...


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Außeridrisches Leben in Meteoriten entdeckt

01.04.2013 um 01:12
@wolf359
Äh, doch. Hier in dem Thread geht es darum, dass jemand rezente irdische Kieselalgen in einem Meteoriten gefunden haben möchte.

Daher hat sich der Rest Deines Beitrags auch erledigt.


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