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Angebliche Weltsprache

156 Beiträge, Schlüsselwörter: Verschwörungen, Freiwillig, Weltsprache, Vorgegeben

Angebliche Weltsprache

09.03.2015 um 20:57
@Africanus

Ja, die französische Sprache mag ja dem Latein entsprungen sein, aber deshalb zu behaupten es würde fast weltweit Latein gesprochen ist etwas übertrieben. Oder sprechen wir hier in Deutschland germanisch?


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09.03.2015 um 21:01
@cassiopeia88

Mein Beitrag war bewusst etwas überspitzt formuliert, da ich darauf hinweisen wollte, dass das Lateinische auch in unserer Zeit noch sehr präsent ist, eben in Form der romanischen Sprachen und übrigens auch im Englischen, welches Wilfried Stroh als "halbromanische Sprache" bezeichnet.


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09.03.2015 um 23:31
Kein Kultusminister rettet uns vor ihren anglizismen...


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kannnichsein
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09.03.2015 um 23:33
@Africanus
Meinst du also, man trifft eher auf Latein als auf Englisch?


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09.03.2015 um 23:37
@kannnichsein

Wie kommst Du darauf?


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kannnichsein
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09.03.2015 um 23:38
@Africanus
Africanus schrieb:Das fände ich toll, da das (klassische) Latein eine wunderschöne Sprache ist. Abgesehen davon wird doch fast in der ganzen Welt Latein gesprochen, z.B. in Nordafrika oder Südamerika.
Klingt so..


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Angebliche Weltsprache

10.03.2015 um 01:30
Unsere deutsche Sprache ist voll von Lehnwörtern anderer Sprachen. Anglizismen gibt es auch nicht erst seit ein paar Jahren, mindestens seit der Ankunft der Alliierten gibt es das. Der englische Apostroph ist sogar Vorkriegsware!

Und davor? Spätestens seit dem Absolutismus schnackte die Elite in Europa französisch, spätestens im frühen 19.Jh tönte es dann auch in den Gassen und Kaschemmen - joho, und ne Buddel (bouteuille) voll Rum! Selbst Phantasiewörter wurden aus dem Französischen gebastelt wie heut das Handy: Aus der Lameng heraus, keine Fisimatenten machen, mit Schisslaweng... Und davor? Da war es das Latein. Ja wir können an unseren urdeutschen Wörtern sogar noch erkennen, ob diese vor oder nach 800 aus dem Lateinischen importiert wurden. Um diese Zeit nämlich änderte das Mittellateinische die Aussprache des C von einem reinen K-Laut hin zu einem TS-Lautvor hellen Vokalen (ä, e, i, ö, ü). So kam der Caesar als Name Cäsar erst nach 800 zu uns, aber als Titel Kaiser schon zuvor. Und die cella bildete erst unseren Keller, dann unsere Zelle. Auch der carcer wurde schon früh importiert als Kerker, wohingegen der Karzer erst mit neuzeitlichen lateinlehrenden Gymnasien zur Züchtigung von Primanern eingeführt wurde. Selbst haufenweise Griechisch hat sich im Deutschen eingenistet, bis hin zu Vater Rhein. Sogar die Butter haben uns die Griechen (butyron) untergebuttert. Auch den Sack haben wir von Lateinern und/oder Griechen (saccus/sakkos), wobei die ihn wiederum von den Semiten in Gestalt der Phönizier herhaben, das gemeinsemitische Wort ist ßak. Das Wort kam gleich mehrfach zu uns, schon früh zu den Germanen, aber auch neuzeitlich: Wenn ein Mann zu einer Veranstaltung im Sakko geht, geht er rein griechisch en sakko, "im Sack".

Ein Drittel unseres Vokabulars dürfte fremdsprachlicher Herkunft sein, und jedes Jahrhundert hat seinen Anteil daran. Seit Jahrtausenden.

Damit sind wir sogar noch gut gefahren. Die Schweden hat es härter getroffen. Allein aus dem Deutschen stammen rund 50 Prozent aller schwedischen Wörter! Und dann noch die Lehnwörter aus anderen Sprachen anderer Jahrhunderte - was haben die Schweden denn noch original Schwedisches!!!

Oft bilden sprachliche Übernahmen ein Gefälle ab. Die Sprache der Sieger oder Herren wurde von den Besiegten oder Untergebenen übernommen. So findet sich in der Sprache Tok Pisin, einer Kreolsprache (Talk Pidgin) auf Neuguinea, die dort Verkehrs-, gar Amtssprache ist, als Vokabel für Bedienstete das deutschtümelnde Saiskanake. Wer da nicht den feisten deutschen Kolonialherren hört, wie er seinen Hausdiener beschimpft! Da sind balaistip, bigelaisen, gumi und sange viel harmloser. Letztere zeigen, daß auch ein technologisches Gefälle zu Vokabelübernahmen führt.

Gelegentlich ist es aber auch ein "Wunsch", eine bewußte Entscheidung, ein "Akt der Zuneigung". So haben auch die Finnen etliches Deutsche in ihrer Sprache. Zum Teil schon aus Urzeiten. Das finnische kaunis für "schön" habense wohl noch von den Goten, bei denen unser "schön" noch skaunis hieß. Später kamen noch herra und rouva hinzu, wobei im letzteren unser älteres "frouva" steckt; noch Walther von der Vogelweide nannte das Fräulein "frouvelin". Als Finnland sich dann anschickte, kein russisches Großfürstentum mehr zu sein, liebäugelten sie mit den Deutschen. Beinahe hättense sich ein hannoversches Pärchen zu importieren, um ein finnisches Königshaus zu basteln, aber die Abdankung des Kaisers machte ihnen da einen Strich durch die Rechnung. So blieb es bei der rein bürgerlichen Demokratie. Als sich nach der Unabhängigkeitserklärung und der ersten freien Wahl Links und Rechts prügelte und die sowjetisch unterstützten Linken zu siegen drohten, kam ein eigens in Deutschland ausgebildetes Finnisches Jägerbataillon den Konservativen zu Hilfe. Noch heute gibt es im finnischen Militär den jääkäri. Auch wenn es mit dem deutschen Königshaus nicht klappte, wählten sich die Finnen nach dem Rubel und vor dem Euro als heimische Währung markka und penni aus. Aus reiner Liebe zu den Deutschen.

Als Gegenleistung haben wir die Loipe, die Sauna und das Silo aus dem Land der Schweiger und Säufer.

Naja, und heutzutage fließt es halt kräftig englisch aus dem Gefälle in die Welt hinaus. Hört auch irgendwann wieder auf, sodaß irgend eine andere Sprache die Welt mit sich selbst beglücken kann. Bis dahin werden noch ne Menge Anglizismen in den Duden wandern. Aber nicht alles wird da drinnen bleiben. Mode kommt, Mode geht aber auch wieder und bleibt nur in Resten. Auch heute questioniert man nicht mehr, sondern fragt. Und füsiliert wird auch keiner mehr. War vor 200 Jahren aber geradezu umgangsdeutsch. Ist jedoch mit hunderten anderer Modewörter wieder verschwunden. Den deutschen Gendarm kennen wir wenn überhaupt nur noch aus dem Kinderspiel - und das kaum aus unserer eigenen Kindheit, sondern aus Erzählungen, Filmen oder so. Genauso wird sich auch das Gros der Anglizismen wieder verabschieden, da brauchts keine Sprachschützer für.

Und vor allem braucht es keine Verschwörung dafür, daß eine Sprache in einem Machtgefüge zur Verkehrssprache wird, sowas hatten schon die Perser in ihrem Weltreich mit dem Aramäischen, die Nachfolgereiche der Eroberungen Alexanders mit dem Koinê-Griechisch, die Römer und stärker noch später das mittelalterliche Abendland mit dem Vulgärlatein...


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10.03.2015 um 04:38
Was heißt hier eigentlich "angebliche" Weltsprache? Englisch ist nun mal die meist gesprochene Sprache der Welt. Das hat doch auch was gutes, jeder kann mit jedem aus aller Welt kommunizieren. Auf irgend eine Sprache muss man sich schließlich festlegen um international mit spielen zu können.

An meiner Uni werden gefühlt 60% aller Vorlesungen nur noch in Englisch gehalten und ich finde das auch gut.


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Kuschki
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10.03.2015 um 05:50
schlimm fand ich, dass einer in meiner Ausbildung bei einem Vortrag das Wort "Altersgenossen" bemängelt wurde. Als sie dann fragte was man sonst hätte nehmen können kam " Gleichaltrige oder PEERGROUP"

DAS fand ich schon heftig, das ein englisches Wort "richtiger" ist nur weil es fetziger klingt. in einer Klausur wäre Altersgenossen als falsch angemarkert worden.
ansonsten mag ich Englisch total aber wenn es so ausartet naja..


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10.03.2015 um 09:59
Ausarten kann schließlich alles. Schon mal von Bundestagsabgeordnetinnen gehört?


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10.03.2015 um 10:03
@Kuschki
Altersgenosse ist ja auch nicht gleichzusetzen mit dem Begriff der peer group, da hätte man dann lieber Primärgruppe oder Bezugsgruppe schreiben sollen.


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FairAtom
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10.03.2015 um 10:18
Aus Amerika kommt einfach sehr vieles, vor allem auch die ganze Computertechnik (von heute nicht die von Zuse) Internet und Filme. Das färbt kulturell natürlich stark ab.

Wir müssen uns unseren Lichtbringern einfach anpassen! :|


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10.03.2015 um 12:53
Ach das englische ist doch auch eine Sprache, die von so vielen Einflüssen unterwandert wurde wie unsere. Gewisse Anglizismen sind ja in Ordnung. Mich stört nur wenn man damit übertreibt... man muss nicht ein englisches Wort benutzen, wo es noch deutsche Wörter gibt. Da könnt ich mich wirklich aufregen... v.a. ist es ja oft so, dass diese Wörter bei uns eine etwas (manchmal auch eine komplett) andere Bedeutung haben als im englischen...

Die meißt gesprochene Sprache der Welt ist im übrigen Mandarin.


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10.03.2015 um 13:26
Schdaiff schrieb:Die meißt gesprochene Sprache der Welt ist im übrigen Mandarin.
Nur als "Erstsprache" (Hauptsprache, zuallermeist Muttersprache). Schon als Zweitsprache (zumeist die "zweite Muttersprache" als Verkehrssprache für multiethnische Bevölkerung) ist das Mandarin hoffnungslos hinter dem Englischen abgeschlagen, daß der Platz 1 eindeutig dem Englischen zusteht.
Englisch: Erstsprache 375 Mio, Zweitsprache 1125 Mio, Gesamt 1500 Mio
Chinesisch: Erstsprache 982 Mio, Zweitsprache 118 Mio, Gesamt 1100 Mio

Wikipedia: Weltsprache#Zahl_der_Sprecher


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FairAtom
ehemaliges Mitglied

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10.03.2015 um 13:39
Chinesisch zählt nicht, die müssen da alle noch die Sprache der Partei sprechen und auswendig lernen.
Das kann man eine Sprache nach Denkprozessen also kaum nennen.

images

Englisch ist also schon die Nummer1!


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10.03.2015 um 14:08
Naja, die Kommunisten führen da nur eine kontinuierliche Entwicklung weiter, die schon im 19.Jh. eingesetzt hat und sich auch ohne Mao & Nachf. durchgesetzt hätte. Schließlich haben auch die Inselchinesen Taiwans das Hochchinesische forciert, und das nicht aus Liebe zu Mao. Ob nun zwangsweise oder freiwillig, Hochchinesisch ist zur Erstsprache weiter Bevölkerungsteile geworden (selbst außerhalb beider Chinas). Also muß man das schon mitrechnen.
Wikipedia: Hochchinesisch#Entstehungsgeschichte_der_chinesischen_Hochsprache


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10.03.2015 um 14:26
Muraffa schrieb:An meiner Uni werden gefühlt 60% aller Vorlesungen nur noch in Englisch gehalten und ich finde das auch gut.
Ein deutschstämmiger Kunde (Autozulieferer), den ich betreute, bestand darauf, sämtliche mails, also auch die innerdeutschen, in englisch zu verfassen. So konnten diese bei Bedarf bequem an die im Ausland befindlichen Werke weitergeleitet werden.


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Kuschki
ehemaliges Mitglied

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10.03.2015 um 16:30
@cassiopeia88

dann muss es aber andersrum sein.
die Schülerin hätte nicht sagen müssen bezugsgruppe sondern die Lehrerin es nicht "falsch" übersetzen.
denn es ging vorrangig um die gleichaltrigkeit.
dachte mir damals auch so dass peergroup eher so in Richtung "Clique" geht aber war mir nicht sicher.

seht ihr. hat die Lehrerin selbst keine ahnung davon was sie falsch im englischen hören will haha.. aber hauptsache "kesse englische fachsprache"

wie gesagt ich lieeeeeebe englisch.
aber dieses übertriebene im deutschen ist fürn sack. vor allem bei so möchtegern fachtermina die sich dann einfach anhören wie kokolores :D


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10.03.2015 um 16:40
Kuschki schrieb:die Schülerin hätte nicht sagen müssen bezugsgruppe sondern die Lehrerin es nicht "falsch" übersetzen.
Nicht wenn Altersgruppen in diesem Zusammenhang sachslich falsch ist.


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Kuschki
ehemaliges Mitglied

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10.03.2015 um 16:41
@Fennek

kann ja nicht. wenn sie sagt "Gleichaltrige oder peergroup" wäre "besser".


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