parabol schrieb:Judentum und Christentum in heutiger Form sind etwa zeitgleich entstanden.
Das stimmt nur insofern, dass das Christentum ab dem 1. Jahrhundert entstand und das Judentum sich nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer etwa zur gleichen Zeit neu formiert hat und seitdem die rabbinische Ausrichtung führend ist. "In heutiger Form" aber ganz sicher nicht. Höchstens, wenn man alle Entwicklungen einschließlich konfessioneller Spaltungen der letzten 2000 Jahre ignoriert. Das ändert alles nichts an der Richtigkeit meiner Aussage: Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen.
Das Christentum ist eine Weltreligion, die aus dem Judentum hervorging und sich ab dem 4. Jahrzehnt n. Chr. über Palästina hinaus ausbreitete.
Quelle:
Wikipedia: ChristentumUnd deshalb stimmt auch der Rest meiner Aussage zu den Umdeutungsversuchen. Viele rechtsextreme Autoren seit dem 19. Jahrhundert sehen das Christentum als verlängerten Arm des Judentums, der Europa quasi unterwandert habe. Deshalb kam und kommt es zu Folgen wie diesen:
Propagiert wird die Verwendung „germanischer Vornamen“ für die Benennung des Nachwuchses, die Ersetzung lateinischer Monatsnamen durch „germanische“ (Hartung statt Januar etc.), das Wiederaufleben vermeintlich germanischen Brauchtums oder der Bezug auf einen vorgeblich germanischen Götterpantheon – wider das Juden- und Christentum. Das mag mitunter folkloristisch anmuten, derartige Rückgriffe sind aber Ausdruck einer völkisch geprägten Agenda
Quelle: Langebach, Martin: Einleitung zu: Germanenideologie – Einer völkischen Weltanschauung auf der Spur, 2020
https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/Blick%20ins%20Buch_1.pdfUnd das Problem ist nun, dass dieser Unfug nicht unbedingt auf den ersten Blick als das zu erkennen ist, was er ist, und auch nicht nur in kleinen Nischen kursiert. Er wird von den Medien gutgläubig und naiv weiter kolportiert und von Normalbürgern geglaubt. Beispiele hatte ich gerade erst gebracht, die Wiederholung spare ich mir.
parabol schrieb:Nur weil es in Frühmittelalter entstanden ist, ist es nicht ein christlicher Bauch.
Damit ist es aber schon rein zeitlich kein Brauch aus vorchristlichen Epochen, entgegen dem, was häufig behauptet wird.
parabol schrieb:In der Bibel steht nix von Halloween.
Eine Menge auch eindeutig christlicher Bräuche steht nicht in der Bibel. Unchristlich finden das nur Fundamentalisten.