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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

22.764 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Psiram, Homöopathie, Pharmaindustrie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

21.02.2022 um 11:57
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Und das sind auch Homöopathen nicht. Nicht jeder geht verantwortungslos mit den Patienten um.
Sobald Homöopathie bei Erkrankungen eingesetzt wird sehe ich da schon eine Verantwortungslosigkeit., bei Heilversprechen sogar Betrug.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Wo ist denn das Problem wenn ich einen Ausschlag mit einer homöopathischen Creme bekämpfe?
Keine, wenn du eine pharmakologische Wirkung nachweisen kannst.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Wenn dann jemand bei Schnupfen gleich in die Apotheke rennt und sich 3 Mittel reinhaut, dann darf ich mich nicht wundern.
Die Dummheit der Menschen erstaunt mich schon lange nicht mehr.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Da bist du mir bei fast 50.000 Beiträgen aber weit voraus
Was die Anzahl der Beiträge und den Gehalt angeht mit Sicherheit. Was den Dünnpfiff angeht kann ich mich mit dem Meister allerdings nicht messen.
Noch nicht einmal ansatzweise.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

21.02.2022 um 12:11
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Dann reglementiere das eben. Kennzeichnungspflicht oder eben generell einschränken. Dann bleibt auch noch die Frage ob man alles drucken muss wenn man ein Magazin etc. ist? Wo bleibt denn da die Kontrolle durch die Medien. Das ist dann ein Problem der jeweiligen Medien.
Das ist einfach gängige Praxis. Die "jeweiligen Medien" leben davon. Und es wird i. d. R. auch pflichtgemäß gekennzeichnet. Was man aber alles nur mit ausreichender Medien-Kompetenz erkennt. Bspw. bei Focus Online ist es aber so was von offensichtlich. Wer würde freiwillig wieder und wieder und noch einmal den Dummfug von "Prof." Grönemeyer verbreiten?
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Schau dir die Ausbildung in Österreich an. Ausbildung in Homöopathie nur für Personen, die schon davor eine medizinische Ausbildung erhalten haben. Nur Ärzte, Hebammen und Pharmakologen dürfen eine Zusatzausbildung machen.
Bei dieser Ausbildung geht es nicht darum die Homöopathie zu rechtfertigen, es geht darum zu wissen wann es andere Methoden braucht. Damit schränke ich die Gefahr ein, dass man nur an einer Methode festhält bis es zu spät ist.
Trotzdem unlauter. Fällt mir eine dämliche Analogie ein?
Hm, versuchen wir's mal damit: Nur Pfarrer und promovierte Religionswissenschaftler dürfen Teufelsaustreibungen vornehmen, damit diese Methode auch garantiert in guten Händen ist ... oder wie wär's mit Gottesurteilen?
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Wo ist denn das Problem wenn ich einen Ausschlag mit einer homöopathischen Creme bekämpfe? Der Arzt weiß ja ob es ein kleiner Ausschlag ist oder Hautkrebs. Dann versuch es mit Homöopathie. Wenn dann der Patient 14 Tage die Creme anwendet und es hat sich erledigt, ist jeder zufrieden.
In "meiner Welt" kann man mit solchem Lug und Trug nicht leben und ist eben nicht damit zufrieden. Übrigens: Kann H. in der Darreichungsform Salbe überhaupt wirken? Wie ist das zu klären? Hahnemann lesen - oder die DHU fragen? Egal. H.-Salben unterscheiden sich in der Regel nicht von anderen Salben, sind nur teurer. Weil "natürlich" und "bio." etc.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Ich verstehe nicht wieso man sich so schwer damit tut, den Menschen ist es egal ob es Studien gibt oder ob jetzt etwas evidenzbasiert ist oder nicht. Sie machen es trotzdem. Wenn ich das nicht verstehen will, braucht man auch nicht weiter zu diskutieren. Der Ausgangspunkt der Diskussion ist dann falsch.
Das muss dir, mir und uns allen nicht passen - es ist aber so. Will ich wirklich etwas an der Situation ändern, dann muss ich das als Ausgangspunkt nehmen und nicht von einem Ideal ausgehen, dass es so nicht gibt.
Sollen die Dummen, Ungebildeten und Fehlgeleiteten in unserer Gesellschaft der Maßstab sein - oder streben wir vielleicht doch noch nach ein wenig nach Erkenntnis und Weiterentwicklung? Haben wir vielleicht doch noch ein bisschen Stolz? Obwohl das der unbequemere Weg ist? Oder geben wir alles der Beliebigkeit und Dusseligkeit anheim? Mit mir ist das jedenfalls nicht zu machen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

28.02.2022 um 14:13
Zitat von NemonNemon schrieb am 21.02.2022:Sollen die Dummen, Ungebildeten und Fehlgeleiteten in unserer Gesellschaft der Maßstab sein
Genau die, gehören eben auch zur Gesellschaft ob einem das jetzt passt oder nicht.
Vor dummen Menschen sollte man sich auch mehr fürchten als vor rational denkenden. Der Dumme kann seine Handlungen nämlich weniger einschätzen.
Nur weil man auf alle Menschen in einer Gesellschaft achtet, heißt es nicht, dass man sich nicht weiterentwickeln kann.
Und dabei belasse ich es jetzt auch.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

28.02.2022 um 14:42
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Genau die, gehören eben auch zur Gesellschaft ob einem das jetzt passt oder nicht.
Darum ging es doch nicht. Ich sagt ausdrücklich, dass das Unzulängliche nicht der Maßstab sein darf.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Vor dummen Menschen sollte man sich auch mehr fürchten als vor rational denkenden. Der Dumme kann seine Handlungen nämlich weniger einschätzen.
Ein rational denkender Mensch kann jegliche Szenarios viel besser einschätzen und entsprechend handeln. Ich weiß jetzt aber nicht warum es um Fürchten geht. Oder schießt Putin mit Globuli?
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Nur weil man auf alle Menschen in einer Gesellschaft achtet, heißt es nicht, dass man sich nicht weiterentwickeln kann.
Womit hat diese Aussage jetzt wieder was zu tun? Wieso ist jetzt relevant, wer auf wen achtet, was auch immer damit gemeint ist?
Insgesamt kann ich jetzt nicht so recht sehen, auf welche Argumente du eingegangen wärst.


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16.09.2022 um 19:59
Wurde gerade in einem anderen Thread zum KStA verlinkt — und eine Schlagzeile caught my eye. Wahrscheinlich gibt es woanders einen besseren Bericht. Ich hoffe es für Deutschland.
Endlich mal wieder ein Zeichen dafür, dass Lauterbach ab und zu auch mal den Kopf hebt und aus der Covid Höhle schaut. Tut er eigentlich irgendwas, um das verkorkste Gesundheitssystem mal zu reformieren? Gute Frage, nächste Frage.

Immerhin mal wieder klare Kante gegen die Homöopathie. Natürlich nix Neues und wir würden jetzt gerne mal Konsequenzen sehen. Was das eigentliche Thema von Edzard Ernst in dieser Arbeit ist, muss ich mir erst noch ansehen.
„Gefährliche Pseudowissenschaft“ Lauterbach teilt gegen Homöopathie aus
Quelle: https://www.ksta.de/panorama/-gefaehrliche-pseudowissenschaft--lauterbach-teilt-gegen-homoeopathie-aus-39953608


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

16.09.2022 um 20:43
Zitat von NemonNemon schrieb:Wahrscheinlich gibt es woanders einen besseren Bericht.
Lauterbach bezieht sich auf den Artikel:

Mukerji, N., Ernst, E. Why homoeopathy is pseudoscience. Synthese 200, 394 (2022).
https://link.springer.com/article/10.1007/s11229-022-03882-w

Berichte dazu gab's bei Edzard Ernst: https://edzardernst.com/2022/09/why-homeopathy-is-pseudoscience/
und der GWUP: https://blog.gwup.net/2022/09/15/warum-homoeopathie-eine-pseudowissenschaft-ist/

Bei der GWUP gibt's heute auch einen Artikel zu dem Lauterbach-Tweet und zum KStA: https://blog.gwup.net/2022/09/16/lauterbach-teilt-studie-von-ernst-mukerji-homoeopathie-ist-eine-gefaehrliche-pseudowissenschaft/


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

16.09.2022 um 20:50
@FrankM
Okay, danke. Hier also das Abstract und die Zusammenfassung, worum es eigentlich geht Hervorhebung im Zitat durch mich):
Abstract
Homoeopathy is commonly recognised as pseudoscience. However, there is, to date, no systematic discussion that seeks to establish this view. In this paper, we try to fill this gap. We explain the nature of homoeopathy, discuss the notion of pseudoscience, and provide illustrative examples from the literature indicating why homoeopathy fits the bill. Our argument contains a conceptual and an empirical part. In the conceptual part, we introduce the premise that a doctrine qualifies as a pseudoscience if, firstly, its proponents claim scientific standing for it and, secondly, if they produce bullshit to defend it, such that, unlike science, it cannot be viewed as the most reliable knowledge on its topic. In the empirical part, we provide evidence that homoeopathy fulfils both criteria. The first is quickly established since homoeopaths often explicitly claim scientificity. To establish the second, we dive into the pseudo-academic literature on homoeopathy to provide evidence of bullshit in the arguments of homoeopaths. Specifically, we show that they make bizarre ontological claims incompatible with natural science, illegitimately shift the burden of proof to sceptics, and mischaracterise, cherry-pick, and misreport the evidence. Furthermore, we demonstrate that they reject essential parts of established scientific methodology and use epistemically unfair strategies to immunise their doctrine against recalcitrant evidence.
Quelle: https://link.springer.com/article/10.1007/s11229-022-03882-w

Sätze wie diese beim KStA bringen mich doch ein wenig in Not:
Sie kritisieren, dass Homöopathie im klassischen Sinne nicht als Pseudowissenschaft eingeordnet werde, weil viele Homöopathen ihre Arbeit nicht als wissenschaftlich verstehen würden.
Quelle: https://www.ksta.de/panorama/-gefaehrliche-pseudowissenschaft--lauterbach-teilt-gegen-homoeopathie-aus-39953608?cb=1663354099000&

Kann ja sein, dass ich da auf dem Schlauch stehe.

Edit, Sekunden später: Ahh... ich glaube, ich verstehe, wie das gemeint ist :sleepy: :idee:


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20.09.2022 um 08:34
Ein sehr nettes Video, ca 30 min. Als ich den Titel las, hat mich das eigentlich ziemlich abgeschreckt, wurde positiv überrascht.

https://www.zdf.de/show/mai-think-x-die-show/maithink-x-folge-13-100.html#xtor=CS5-291%23xtor=CS5-292

Mai sagt, frustriert über viele zwecklose Versuche Homöopathie-Gläubige durch Erklärungen zu bekehren wollte sie diesmal einen anderen Ansatz versuchen: Richtig daran glauben und dann schauen, was sich ergibt.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 09:13
Ein gelungener Ansatz, um die Lächerlichkeit der Homöopathie ein weiteres Mal deutlich zu machen. Bekehren wird es vermutlich die wenigstens Gläubigen.
Wer auf Homöopathie und ähnlich "belegten" Esoschmonzes hereinfällt, der hat in der Regel den Ausstieg aus dem rationalen und kritischen Denken ja bereits erfolgreich vollzogen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 09:50
Bei der Gelegenheit sei noch erwähnt, dass es die Heilpraktiker-Gruppenschulung als Feierabendstudium jetzt schon für € 24,99 gibt :trollbier:


A1MFzaj93xL. AC SX466
Die Quacksalber von Quedlinburg brauen um die Wette, Kennerspiel des Jahres 2018

Wundertrunk mit Explosionsgefahr
In Die Quacksalber von Quedlinburg werden Spieler zu Wunderdoktoren. Ob gegen Käsefüße, Männergrippe oder Schmetterlinge im Bauch, als Quacksalber braut jeder sein eigenes Süppchen und stellt seine Heilkunst auf dem Basar von Quedlinburg gegen andere Kurpfuscher unter Beweis. Je vielfältiger die Zusammensetzung des Gebräus und je voller der Kessel, desto effizienter der Gewinn. Doch aufgepasst: Zu viel Gier verdirbt den Trank und lässt den Kessel explodieren!

Der Trank wird zubereitet indem die Zutatenchips blind aus dem Beutel gezogen und in den Kessel gelegt werden.
Es gibt Chips mit unterschiedlichen Wertigkeiten. Chips mit hohen Zahlen sind zwar teurer, machen den Kessel aber auch schneller voll, was wiederum mehr Geld bedeutet.
Aber Achtung: Ergibt die Summe aller weißen Chips sieben, so kommt es zu einer Explosion und der Spielzug ist bei diesem Spieler beendet.
Sobald alle Spieler mit dem Ziehen ihrer Chips fertig sind, kommt es zur Wertung. Ein vollerer Topf bringt dabei mehr Geld um neue Zutaten zu kaufen als ein Kessel mit wenigen Zutaten.
Allerdings gilt es bei der Mischung des Topfes auch darauf zu achten, welche Zutaten man erwirbt. Denn jede Zutat kann noch für zusätzliche Aktionen sorgen.
Durch die unterschiedlichen Zutatenbücher ist das Leben als Quacksalber sehr variantenreich.
Quelle


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20.09.2022 um 10:05
Zitat von PacmysPacmys schrieb am 21.02.2022:Schau dir die Ausbildung in Österreich an. Ausbildung in Homöopathie nur für Personen, die schon davor eine medizinische Ausbildung erhalten haben. Nur Ärzte, Hebammen und Pharmakologen dürfen eine Zusatzausbildung machen.
Bei dieser Ausbildung geht es nicht darum die Homöopathie zu rechtfertigen, es geht darum zu wissen wann es andere Methoden braucht. Damit schränke ich die Gefahr ein, dass man nur an einer Methode festhält bis es zu spät ist.
@Pacmys
Und wozu soll es gut sein, eine Zusatzausbildung in Hokuspokus zu machen, wenn man schon evidenzbasierte Medizin erlernt hatte.
Schon das Setting adelt doch Homöopathie zu etwas, was sie nie leisten kann.

Und anderer Methoden als Homöopathie bedarf es zu 100%. Dazu braucht man keine Weiterbildung.

Das ist so, als wenn man nach dem Studium der Betriebswirtschaft eine Ausbildung in Kettenbriefen oder Enkeltrick macht.

@Nemon

Die Spielidee klingt echt lustig. Schon die Alliteration macht Spaß darauf.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 11:27
Zitat von PacmysPacmys schrieb am 21.02.2022:Wichtig ist, dass die behandelnde Person weiß was zu tun ist und die Grenzen der jeweiligen Behandlung akzeptiert und respektiert.
Im Grunde ist das richtig.
Aber die Homöopathie ist in dem Punkt leider etwas anders. Du hättest recht, wenn mindestens der Behandler davon ausgeht, dass die Homöopathie nicht wirkt und er daran seine Behandlung ausrichtet. Die Realität ist jedoch, dass es so gerade nicht ist. Typischerweise glauben diejenigen, die Homöopathie verwenden an eine Wirkung. Alleine damit können sie schon nicht mehr die Lage in der von Dir geforderten Weise einschätzen. Auch wenn sie eine medizinische Ausbildung haben. Denn sie irren in dem Fall über die Eigenschaft einer Therapie.

Der Kritikpunkt ist genau hier verortet. Es soll nicht so getan werden, als würde die Homöopathie wirken. Es ist eine Wellnessbehandlung.
Als solche mag sie ihre Berechtigung haben - aber sie darf nicht als medizinähnliche Therapie verwendet, verkauft oder beworben werden.

Wie läuft denn das Verkaufsgespräch beim Homöopathen ab? Der präsentiert seine Homöopathie und sagt er dann: Das wirkt nicht. Ich geben Ihnen das mal, wenn Sie daran glauben, hilft es vielleicht, aber es ist definitiv unwirksam. Wenn ich Ihnen für einen Bruchteil des Preises was anderes geben würde, wäre es exakt das selbe?
Und? Ist es so?
Natürlich nicht. Der Homöopath vermittelt beim Patienten den Eindruck, das wäre was ganz Tolles, das viel besser funktioniert, als wenn der Patient ein Glas Kamillentee trinken würde. Vielleicht sagt er nicht explizit, es sei evidenzbasiert wirksam - aber er erweckt einen solchen Anschein. Zum Beispiel, indem er sagt: "Da gibt es solche uns solche Studien - und ich habe damit immer beste Erfahrung gesammelt. Diese Mittel haben absolut ihre Berechtigung und funktionieren." So oder so ähnlich läuft das. Denn der Homöopath möchte das Zeug, das er teuer gekauft hat und wofür er Kurse genommen hat, auch wieder verkaufen.

Wenn man ehrlich mit Homöopathie umgehen würde, gäbe es kein Problem. Das Problem entsteht, wenn man in täuschender Weise und zur eigenen Gewinnmaximierung den Eindruck erweckt, es sei wirksam.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 12:08
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und wozu soll es gut sein, eine Zusatzausbildung in Hokuspokus zu machen, wenn man schon evidenzbasierte Medizin erlernt hatte.
Vor Allem sollten solche Leute dann eigentlich wissen, dass Homöopathie gleich HokusPokus (übrigens, kann es doch kein Zufall sein dass sich beide mit HP abkürzen lassen ;) ) ist und solche Zusatzausbildungen erst mal gar nicht absolvieren bzw sogar vehement dagegen auftreten sollten.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 12:16
@off-peak
@kleinundgrün

Grams ist doch ein gutes Beispiel. Sie ist auch studierte Ärztin und war glühende Anhängerin der Homöopathie. Zur Gegnerin mauserte sie sich erst, nachdem sie sich, um der Homöopathiekritik begegnen zu können, einmal ernsthaft damit auseinandergesetzt hat.
Hier liegt der Hund begraben. Viele, auch studierte Menschen, gehen der Homöopathiepropaganda auf den Leim und hinterfragen einfach nicht weiter.
Es benötigt wahrscheinlich eine gewisse Verstrahltheit, oder auch finanzielle Interessen, um auch bei ernsthafter Beschäftigung mit dem Thema weiter an der Homöopathie festzuhalten.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 12:43
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Denn der Homöopath möchte das Zeug, das er teuer gekauft hat und wofür er Kurse genommen hat, auch wieder verkaufen
Das ist sogar eine s der (ernst gemeinten Youtube: Wie alternativ darf Medizin sein? Spirituelle Heilerin trifft Psychologen | Sag's mir | unbubble
Wie alternativ darf Medizin sein? Spirituelle Heilerin trifft Psychologen | Sag's mir | unbubble
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) Argumente, die eine "spirituelle Heilerin" im Gespräch mit Sebastian Bartoschek äußerte. Allerdings mehr in dem Sinn, dass sie der Meinung zu sein scheint, dass alleine die Tatsache, dass sei viel Geld und Zeit in ihre "Ausbildung" investiert hatte, alleine deshalb diese Ausbildung ja völlig in Ordnung sein müsse und sie selbst nun wunderbar befähigt, zu heilen.
(Geht zwar nicht um HP, sondern um Heilpraktiker, aber es geht ja um den Punkt der teuren Kurse).

https://www.youtube.com/watch?v=ITuKLpulw7k

Nach so viel Aufwand fällt es eben schwer, zu bemerken, dass man eingelullt oder/und abgezockt wurde.
Ich verdächtige auch nicht jeden Kursleiter des Betruges, aber definitiv das Irrtums, der Verblednung und eines massiven Dunning-Kruger Effektes.
Zitat von emanonemanon schrieb:Viele, auch studierte Menschen, gehen der Homöopathiepropaganda auf den Leim und hinterfragen einfach nicht weiter.
Was durchaus verständlich ist. Es ist wie in allen anderen Berufen auch. Die sie Ausübenden sind nur selten auch die sie Erforschenden. Kurzum: praktisch Arbeitenden sind nicht automatisch (und müssen es auch nicht sein) gleichzeitig Wissenschaftler. Einfach, weil man nicht die Zeit hat, beides zu schaffen.
Daher verlässt man sich als Auszubildender darauf, dass die Ausbilder wissen, was sie tun. Was die meisten auch tun. Man rechnet weder mit Trottel noch mit Kranken noch mit Betrügern. Täte man das auch permanent, dann wären Ausbildungen / Lehren / Studien / etc ja auch überhaupt nicht mehr möglich.

Natürlich schaffen es aber mitunter auch Vertreter oben genannter Gruppen bis ins Ausbildungsprogramm, aus welchen Gründen auch immer. Anfänger haben aber meistens noch nicht das Know-How, dies zu durchschauen.
Gerade Grams ist ja ein gutes Beispiel. Sie ist weder dumm noch auf Betrug aus. Sie war einfach von der Sanftheit de Methode begeistert. Erhält man doch noch positives Feedback und blendet aufgrund von BIAS negative Erfahrungen aus (zumal HP ja hierfür den Trick der Erstverschlimmerung auf Lager hat), schon ist man überzeugt, HP funktioniere zumindest in leichten Fällen.
Die wirklich kritischen erkennt man ja als Arzt leichter als jeder Heilpraktiker. Die übrigens verpflichtet wären, solchen Fällen einen echten Arztbesuch anzuraten.

Im Grunde genommen passiert viel zu wenig Schlimmes in der Alternativen Medizin, als dass es so alarmierend wäre, bzw die echte kann etliche Fälle gerade noch mal so retten. Wobei auch hier die meisten Verblendeten dann meinen, geholfen hätte ihnen aber die Alternative Medizin.
Siehe dazu auch als Beispiel das Interview, das ich in meinem vorigen Beitrag verlinkte. Auch diese Dame ging nach acht (!) Wochen mit einer Verletzung, die immer noch nicht ganz okay war (was normal ist; ich hatte die gleiche und es hat auch acht Wochen gedauert) dann zu einer Handauflegung - und siehe da: war natürlich "sofort" aufgrund der Superwirkung geheilt.

Was sie dabei total ausblendet, ist, dass ihr Körper bereits seit acht Wochen mit genau dieser Selbstheilung beschäftigt gewesen war. In ihrem Kopf kam aber nur an: Handauflegen heilt, Schulmedizin schafft das nicht (weil der Arzt hatte offenbar gesagt, in sechs Wochen wäre es wieder gut. Hat mir meiner auch gesagt, und lag daneben. Nicht jeder Mensch ist gleich fit und würde von daher gleich schnell heilen. Nun, hier könnte man ansetzen und den Ärzten raten einfach mal sechs+ zu sagen, und fertig ist die Sache.)
Zitat von emanonemanon schrieb:Es benötigt wahrscheinlich eine gewisse Verstrahltheit, oder auch finanzielle Interessen, um auch bei ernsthafter Beschäftigung mit dem Thema weiter an der Homöopathie festzuhalten.
Mein HA ist auch so ein HP. Nur verdient der nicht selbst daran, denn er schreibt lediglich ein entsprechendes Rezept. Weshalb ich ihn eigentlich vom Vorwurf des finanziellen Interesses frei sprechen kann.
Der ist einfach nur verstrahlt.
Und ich lass das auch für meisten im Sinne der Unschuldsvermutung gelten (zumal die wenigen Alternativgläubigen, die ich kenne, sich alle nicht daran bereichern, sondern tatsächlich zu helfen meinen.


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20.09.2022 um 12:50
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Vor Allem sollten solche Leute dann eigentlich wissen, dass Homöopathie gleich HokusPokus (übrigens, kann es doch kein Zufall sein dass sich beide mit HP abkürzen lassen ;) ) ist und solche Zusatzausbildungen erst mal gar nicht absolvieren bzw sogar vehement dagegen auftreten sollten.
@off-peak

Es wundert bze bestürzt mich immer, wie viele Ärzte Homöopathie anbieten. Da wird doch mit dem Facharzttitel dem schlichten Bürger suggeriert, es wäre seriös. Wenn der Arzt das sagt, wird das schon richtig sein.

Das gilt in gleicher Weise für Apotheken. Auch da setzt mit dem rollenden Rubel die Seriosität aus.

Das ist in etwas so, als würde der Direktor der örtlichen Sparkasse an seine Kunden die email weiterleiten: Einstieg ins nigerianische Ölgeschäft. Sie müssen nur 500 Dollar noch heute via western union....
Zitat von emanonemanon schrieb:Es benötigt wahrscheinlich eine gewisse Verstrahltheit, oder auch finanzielle Interessen, um auch bei ernsthafter Beschäftigung mit dem Thema weiter an der Homöopathie festzuhalten.
@emanon
So richtig viel Geld verdienen Ärzte ja nicht mit der Homöopathie. Der Charme für den chronisch klammen Allgemeinmediziner liegt in 2 Dingen:

1. Das so generierte Geld kommt zum gedeckelten Budget on top.
2. So bindet man eine Klientel, die grunsätzlich gut für die Praxis ist: gesundheitlich besorgt, wirtschaftlich relativ gut gestellt, nur halt in einem Punkt total naturtrüb. Wer Homöopathie nachfragt, dem kannste jeden Scheissdreck andrehen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 14:39
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das gilt in gleicher Weise für Apotheken. Auch da setzt mit dem rollenden Rubel die Seriosität aus.
Dort am allerersten, denn, wie schon gesagt, Ärzte, falls sie das Zeugs nicht selbst verkaufen, verdienen ja durchs Verschreiben nichts am Produkt.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 14:48
Zitat von emanonemanon schrieb:Hier liegt der Hund begraben. Viele, auch studierte Menschen, gehen der Homöopathiepropaganda auf den Leim und hinterfragen einfach nicht weiter.
Bei Ärzten (und eigentlich allen anderen (Natur)Wissenschaftlern) ist das dann vorwerfbar. Weil man nur mit einem systematischen Fehler - der einem im Rahmen einer naturwissenschaftlichen Ausbildung niemals erlaubt gewesen wäre - zu diesem Fehlschluss kommen kann.

Man betrachtet einen selbst definierten Teilbereich von Ergebnissen und sagt dann: "Stimmt, wirkt."
Ich habe Kopfschmerzen, nehme XY und dann sind die Kopfschmerzen zu einem Zeitpunkt X wieder weg. Also wirkt XY. So weit, so laienhaft.
Der Experte müsste sich nun aber fragen, ob XY wirklich kausal für das Ergebnis war. Weil es eben viele Ursachen geben kann, die letztlich das Ergebnis bewirken - warum also ausgerechnet XY?
Und schon hier fehlt es. Die eigentlich notwendigen systematisch guten Studien werden durch Anekdoten ersetzt. Bei denen völlig unklar ist, was sich neben der Einnahme von XY noch geändert haben könnte. Oder wie oft es vorgekommen ist, dass trotz der Einnahme von XY nichts oder was ganz anderes passiert ist. Oder wie oft auch ohne die Einnahme von XY die Kopfschmerzen verschwunden sind und in welchen jeweiligen Zeiträumen.

Und das ist erst der erste systematische Fehler. Der zweite ist, dass es nicht mal im Ansatz ein plausibles Wirkprinzip geben kann. "Dauerhaftes Wassergedächtnis" - was für ein Scheiß. Gäbe es das, wären wir ständig irgendwelchen starken Wirkungen ausgesetzt, wenn wir Wasser zu uns nehmen. Das hat ständig Kontakt mit allem möglichen und wird ständig "geschüttelt". Wir müssten uns fühlen, wie jemand, der wahllos in einer Apotheke Unmengen von Medikamenten einnimmt.

Für jemanden, der wissenschaftlich an eine Heilung heran geht, ist das nur noch absurd. Das wäre akzeptabel, wenn es wie beim Kinderarzt abläuft, wo das Kind ein buntes Pflästerchen und einen Lolli bekommt. Zur Ablenkung und zum Trost.
Das kann Homöopathie auch - aber eben nur das. Und sowenig, wie ein ernsthafter Arzt davon ausgehen kann, dass bei einem Kind ein Lolli irgend eine medizinische Wirkung hätte (außer wenn es zu viele sind) - kann ein ernsthafter Arzt das bei Homöopathie annehmen.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Dort am allerersten
Die Hersteller nicht zu vergessen.
Die verkaufen reines Wasser. Ich glaube, dass sich der Vorstand von Nestle jeden Tag in den Arsch beißt, weil sie Tafelwasser nur mit dem Faktor 50 verkaufen statt 5000.


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20.09.2022 um 14:49
@off-peak
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Dort am allerersten, denn, wie schon gesagt, Ärzte, falls sie das Zeugs nicht selbst verkaufen, verdienen ja durchs Verschreiben nichts am Produkt.
Allerdings verdienen die ggf an den sogenannten Diagnostik 'Leistungen wie der homöopathischen Anamnese. Die ergibt sich ja überwiegend nicht aus einer richtigen Anamnese.

Und es ist halt auch ein schöner Testballon. Wer sich Milchzuckerkügelchen mit 'potenzierter' zerdrückter Biene und Tierkot andrehen lässt, dem kannst Du auf lange Sicht jeden Scheiss andrehen.

Den Leuten kannste auch mit Akupunktur, Magnetfeldern, Wasseradern und energetischen Zimmerbrunnen kommen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

20.09.2022 um 19:35
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Allerdings verdienen die ggf an den sogenannten Diagnostik 'Leistungen wie der homöopathischen Anamnese. Die ergibt sich ja überwiegend nicht aus einer richtigen Anamnese.
Das dürften dann aber in aller Regel Privatpraxen sein. Ein normaler Hausarzt mit Kassenzulassung und üblicher Praxisauslastung hat doch in der Regel gar keine Zeit für eine homöopathische Anamnese. Es sei denn, er bietet irgendwelche "Sondersprechstunden" an.


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