Wissenschaft
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

205 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Zeit, Einstein, Relativität ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 12:04
Verantwortlich für alles ist, dass Raum und Zeit in Verbindung stehen. Im folgenden Artikel (aus spektrum.de), so finde ich, wird das ganz gut erklärt. Dort kann man auch auf bestimmte Fachwörter im Text klicken und kommt jeweils zu einer Erklärung, außerdem gibt es noch Abbildungen zut Erklärung.
Raumzeit

Das vierdimensionale Raum-Zeit-Kontinuum Raumzeit (engl. space-time) ist ein Kunstwort, dass angemessen ein wesentliches Resultat der Relativitätstheorie ausdrückt: Raum und Zeit sind keine Dimensionen mehr, die unabhängig voneinander sind. Wie die Lorentz-Transformation der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) zeigt, bilden Raum und Zeit ein Kontinuum! Die Zeit- und die drei Raumkoordinaten sind eng miteinander verwoben und bilden eine vierdimensionale Raumzeit.

Erfinder des Begriffs Raumzeit

Der Begriff Raumzeit wurde 1908 vom Mathematiker Hermann Minkowski (1864 – 1909) ersonnen, der eine neue Darstellung der Relativitätstheorie durch 4er-Vektoren erfand. Diese elegante Formulierung ist bis heute gebräuchlich. Eine witzige Anekdote ist, dass Minkowski Albert Einsteins Mathematiklehrer am Polytechnikum Zürich war. Trotz Begabung hatte Einstein nicht unbedingt mit vortrefflichen Leistungen in Minkowskis Unterricht geglänzt. Umso erstaunter war Minkowski, als er erfuhr, dass dieser Einstein die Relativitätstheorie erfunden hatte. So reagierte er mit folgendem Kommentar:

'Das hätte ich dem Einstein eigentlich nicht zugetraut.'

dynamische und gekrümmte Raumzeit

Raum und Zeit existieren nicht weiter als absolute Größen wie in der klassischen Physik, sondern sind selbst dynamisches Objekt, physikalische Größe, ein komplexes Tensorfeld, eine Metrik. Diese Raumzeit kann in Abwesenheit von Materie und Energieflach sein, dann handelt es sich um die Minkowski-Metrik. Die Raumzeit ist jedoch im Allgemeinen durch Massen oder allgemein gesagt Energieformen gekrümmt. Dann muss die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) zur Beschreibung bemüht werden. Besonders ausgeprägt ist die Krümmung der Raumzeit bei Schwarzen Löchern, die durch die Schwarzschild-Metrik (statisch) oder Kerr-Metrik (rotierend) beschrieben werden. Die Krümmung wird erst nahe am Schwarzen Loch besonders hoch und verschwindet bei großen Abständen. Die Relativisten sagen: Dort ist die Metrik asymptotisch flach.

gekrümmte Raumzeit

Es ist durchaus eine nicht triviale Aufgabe, wie man sich Raumzeit vorzustellen hat. An sich sind wir an eine vierdimensionale Welt gewöhnt: In einem Zimmer füllen wir – der eine mehr, der andere weniger – drei Raumdimensionen, nämlich Länge, Breite und Höhe, aus. Zu einem späteren Zeitpunkt befinden wir uns womöglich an einem anderen Ort im Zimmer: wir haben uns durch die Zeit bewegt. Aber wie bilden diese vier Dimensionen ein Kontinuum? Um das zu veranschaulichen, muss man sich einiger Tricks bedienen und z.B. eine Raumdimension und die Zeitdimensionen unterdrücken. Eine recht einfache Vorstellung von Raumzeit ist dann eine Analogie zu einer dehnbaren Gummihaut. In diesem simplen 2D-Modell geht die Information über die Zeitdimension und eine Raumdimension verloren. Eine in einen Rahmen gespannte Gummihaut bildet eine flache Oberfläche (= flache Raumzeit ohne Anwesenheit von Massen). Legt man eine Masse, z.B. eine schwere Metallkugel auf die Gummihaut, so wird sie gekrümmt. Man erhält eine 'Delle' in der Raumzeit, eine gekrümmte Raumzeit (siehe Abbildung oben rechts). Dabei ist die Tiefe der Delle ein Maß für die Krümmung der Raumzeit.

Die Delle ist ein Resultat einer ausgedehnten Masse. Man kann dieses Spiel noch weiter treiben und die Masse im Gravitationskollaps in sich zusammenfallen lassen. Das Ergebnis ist ein Schwarzes Loch. Anschauliche Darstellungen davon sind Diagramme von Gravitationstrichtern, wie im Eintrag Lapse-Funktion präsentiert. Der Trichter schließt sich nicht, weil hier eine Krümmungssingularität vorliegt.

...

Zeit in Einsteins Theorie

Der Zeitbegriff wird in der Relativitätstheorie zur relativen Zeit verallgemeinert: Zeit hängt vom Beobachter ab. Im Studium dynamischer, relativistischer Phänomene in der numerischen ART begegnet man deshalb der Frage, welchen Beobachter man wählen soll, um den zeitlichen Ablauf von Prozessen zu untersuchen. Es hat sich bewährt dann die Symmetrie von Raum und Zeit wieder aufzuspalten. Die Methode nennt man 3+1 Split oder ADM-Formalismus. Die Raumzeit blättert dann in raumartige, dreidimensionale Hyperflächen, auf denen jeweils die Zeit konstant ist. Das ermöglicht im Rahmen der numerischen Relativitätstheorie die Simulation dynamischer Prozesse aus der Sicht eines speziellen Beobachters, beispielsweise des ZAMOs.

Beben der Raumzeit

Raumzeiten sind sehr steife Gebilde und lassen sich nur schwer um große Amplituden deformieren. Bei beschleunigten Massen werden im Prinzip immerGravitationswellen emittiert, die die dynamische Krümmung der Raumzeit vermitteln. Gravitationswellen sind nichts anderes als Erschütterungen der Raumzeit, die sich mit der Vakuumlichtgeschwindigkeit von knapp 300000 km/s ausbreiten.

Bewegen Sie mal Ihre Hand. Haben Sie's gemerkt? Sie haben gerade eine Gravitationswelle emittiert und die Raumzeit deformiert!

Eine Hand ist natürlich viel zu leicht, als dass hier ein großer – geschweige denn messbarer – Effekt zu erwarten wäre. Nur stark beschleunigte und kompakte, schwere Massen können eine deutliche Deformation der Raumzeit mittels Gravitationswellen herbeiführen, z.B. bei der Umkreisung von Neutronensternen oder stellaren Schwarzen Löchern in Binärsystemen (engl. compact binaries), in Binären aus supermassereichen Schwarzen Löchern, in Supernova-Explosionen oder in Gammastrahlenausbrüche.
Die sukzessive Annäherung der Komponenten im BinärpulsarPSR1913+16 beweist indirekt, dass er Gravitationswellen abstrahlt. Diese Entdeckung war von großer Bedeutung für die Untermauerung der ART und wurde mit dem Nobelpreis 1993 prämiert.
Die Steifheit der Raumzeit ist ein Glücksfall für die Menschheit, weil sie die Entwicklung und den Erhalt von Leben begünstigt, indem eine relativ stabile Umgebung gewährleistet wird. Wäre die Raumzeit dehnbarer als beobachtet, so wären wir sicherlich nicht hier. Dieser Aspekt darf gerne im anthropischen Prinzip Berücksichtigung finden.
Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/astronomie/raumzeit/393


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 14:39
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Kann man sagen das durch den Flug mit relativistischer Geschwindigkeit sich die Strecke verkürzt oder ist das eine neue "Lüge für Kinder".
Elektronen kreisen auch nicht auf Kreisbahnen um den Kern, auch wenn diese Grafik in Schulbüchern vorkommt und überall kolpoltiert wird.
Ist sie falsch: eigentlich ja, im Kern ist jedoch eine wightige Information.
Sollte man sie weiterhin benutzen: Ja, denn die Erklärung der physikaoschen Welt kann man nicht mit Quantenelektrondynmaik starten.

So isses auch mit der Minkowski-Metrik & Co.

Grüße
Omega Minus


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 18:20
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Kann man sagen das durch den Flug mit relativistischer Geschwindigkeit sich die Strecke verkürzt oder ist das eine neue "Lüge für Kinder".
Es gibt die Längenkontraktion:

Screenshot 2026-01-03 181903

Q:https://www.leifiphysik.de/relativitaetstheorie/spezielle-relativitaetstheorie/grundwissen/laengenkontraktion

Beispiel:

Angenommen:

Erde–Ziel: 10 Lichtjahre

Fluggeschwindigkeit: 0,9 c

Dann gilt:

Erde sieht: Flug dauert ≈ 11 Jahre

Astronaut sieht: Strecke schrumpft auf ≈ 4,4 Lichtjahre, Flug dauert ≈ 4,9 Jahre

Die Verkürzung erklärt also, warum interstellare Reisen für die Reisenden theoretisch viel schneller möglich sind.


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 19:21
Damit kein Missverständnis entsteht und es "falsch ist":

"Die Strecke ist kürzer" klingt so, als würde der Raum selbst schrumpfen oder das Objekt physisch zusammengedrückt werden, das passiert nicht.
Richtig verstanden heißt es: die Strecke wird im Ruhesystem des bewegten Beobachters kürzer gemessen. Die Längenkontraktion ist keine physische Verformung, sondern eine unterschiedliche Messung derselben Strecke in verschiedenen Inertialsystemen.


3x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 19:43
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Richtig verstanden heißt es: die Strecke wird im Ruhesystem des bewegten Beobachters kürzer gemessen.
@JosephConrad

Wie ist das bei einer Kreisbewegung?
Ist für einen Beobachter, der sich auf dieser Kreibahn bewegt die Strecke auch kürzer
als für einen Beobachter, der relativ dazu ruht.
Wie passt das dann mit dem Kreisbahn_Radius zusammen?


1x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 19:56
Zitat von delta.mdelta.m schrieb:Wie ist das bei einer Kreisbewegung?
Ist für einen Beobachter, der sich auf dieser Kreibahn bewegt die Strecke auch kürzer
als für einen Beobachter, der relativ dazu ruht.
Wie passt das dann mit dem Kreisbahn_Radius zusammen?
Das ist komplizierter. Der Reisende beschleunigt ständig und wechselt ständig die Richtung. Er hat kein einzelnes globales Inertialsystem. Längenkontraktion ist ein Vergleich zwischen Inertialsystemen – Kreisbewegung ist kein Inertialsystem.

Radius liegt senkrecht zur Bewegungsrichtung ⇒ keine Längenkontraktion des Radius

Auf der Bahn gibt es nur bei lokaler Betrachtung kleinster Strecken eine Kontraktion. Längenkontraktion ist nur lokal im momentanen Inertialsystem definiert; eine globale Kontraktion entlang einer Kreisbahn ist nicht sinnvoll definierbar.

Es gibt dort aber natürlich Zeitdilatation.


2x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 20:12
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Es gibt dort aber natürlich Zeitdilatation.
Der Reisende misst eine kürzere Umlaufzeit als der ruhende Beobachter.


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 20:16
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Der Reisende beschleunigt ständig und wechselt ständig die Richtung ...
Was mich dabei immer etwas stört ist, wenn man bei einem Richtungswechsel von "Beschleunigung" spricht.
Wie z.B. bei der Kreisbahn.
Bei einer "Beschleunigung" ändert sich doch mMn die Geschwindigkeit
und das ist ja bei einer konstanten Rotation nicht der Fall :ask:


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 20:56
Das Objekt beschleunigt ständig zum Kreismittelpunkt, da sich die Richtung ständig ändert und die Geschwindigkeit betragsmässig konstant bleibt. Bliebe diese aus, würde das Objekt tangential wegfliegen.


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 23:30
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Unfug, ich habe das hier, wie mit Zitaten nun belegt, mehrfach angesprochen, erklärt, Quellen dazu genannt. Ich habe immer wieder auf die Relativität der Gleichzeitigkeit (RdG) verwiesen. Nebenbei hat das keiner sonst hier getan, gab doch einige "Erklärungen", warum meckerst Du da nicht mal herum? Oder noch besser, erkläre es doch einfach selber mal so richtig gut.
Du hast das mit Zitaten belegt. Aber es steht eben nicht in dem Text, den ich zitiert habe.
Ja und? Ich muss das nicht in jedem Beitrag neu erklären. Nennt sich eine Diskussion, da lesen normal User auch mehr als nur einen Beitrag, wird in der Regel auch erwartet, damit man weiß, um was es genau geht. Und auch ist es nur eine Tatsache, die ich da benenne, ist so wie wenn wer schreibt, Trump, der Präsident der USA, ... muss man nicht schreiben, Trump reicht aus, gewisse Dinge kann man voraussetzten, vor allem, wenn man sie schon über zehn mal explizit angesprochen und auch erklärt hat, in den vorherigen Beiträgen.


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Dort steht einfach nur eine Schlussfolgerung, die falsch ist.
Nein, da steht eine Aussage, die richtig ist, keine Schlussfolgerung. Ich schlussfolgere nicht, die Erde ist keine Scheibe, ich benenne es.


Ganz deutlich, ich bitte Dich hier Deine Tatsachenbehauptung nun anständig zu belegen.

So läuft es hier, und im Gegensatz zu Dir habe ich Dir ja schon belegt, mathematisch, dass meine Aussage richtig ist, und damit Deine, das meine falsch wäre, eben falsch. Und hier wiederholst Du diese Behauptung noch einfach nur mal so, und belegst nichts.


Aber schauen wie es uns das noch einmal genauer an, meine Aussage war:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 27.12.2025:Dann mal was wirklich passiert, das Raumschiff befindet sich erst im Ruhesystem von Erde/Planet, die Gleichzeitigkeit ist also in beiden Systemen gleich.
Was so wirklich normal für jemanden mit Ahnung von Physik eine ganz triviale Sache ist, die nicht extra erklärt werden muss. Du scheinst das aber nicht verstehen zu können, trotzt ausführlicher Erklärungen.


Erstmal nun Deine Antwort:
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Nö. Dafür reicht ein Ruhesystem nicht aus.
Ich zerlege Dir das nun ein weiteres mal, diese Aussage von Dir ist falsch. Denn ich schreibe ja explizit: "... die Gleichzeitigkeit ist also in beiden Systemen gleich.".

Also einfach mal richtig zählen, ich spreche von zwei Systemen, zwei Ruhesystemen, eines für Erde/Planet, nennen wir es S und eines für das Raumschiff, nennen wir es S'. Okay?

Gut, ist ja auch gar nicht so schwer, beide Systeme haben eine Geschwindigkeit von v = 0 zueinander.

Alleine das reicht aus und jedem mit etwas Ahnung von der SRT und eben der Relativität der Gleichzeitigkeit (RdG) ist klar, ja, dann sind zwei Ereignisse die in S gleichzeitig sind, natürlich auch in S' gleichzeitig, da gibt es nichts zu debattieren.

Du hingegen, willst debattieren, und Du verstehst diese einfache Aussage von mir offenbar wohl nicht.



So schreibst Du dann ja weiter:
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Uhren können im selben Ruhesystem auch desynchronisiert sein, das ist sogar die Regel. Du musst sie schon explizit synchronisieren. Beide befinden sich dann im selben Inertialsystem.
Ich brauche hier für meine Aussage, nicht eine physische Uhr zum anfassen und synchronisieren.

Ich habe ja zwei Ruhesysteme definiert, S und S', sind Inertialsysteme und damit auch Koordinatensystem. Die haben je nach Aufbau zwei oder mehr Koordinatenachsen, oft ist es x, y aber hier eben x, t. Damit Du es richtig verstehen kannst, ein Punkt in so einem Koordinatensystem hat Koordinatenwerte, bei x, y sind es eben (x, y) Werte, da gibt es keinen Messstab, da wird nie nicht die y-Achse wo an bestimmten Stellen synchronisiert.

Es macht mathematisch keinen Unterschied, ob man nun ein Koordinatensystem mit x, y Achsen hat, und dann Koordinatenwerte für x und y bekommt, für einen Punkt, oder man Achsen für x, t hat. Und t beschreibt hier einfach nur einen Koordinatenwert für die Variable t, welches in diesem Fall die Koordinatenzeit ist.

Die Koordinatenzeit muss ganz sicher nicht synchronisiert werden, das ist ein "Netz", an jedem Punkt im Koordinatensystem klebt fiktiv ein Schild mit (x, t) Wert.

In der Physik, hier in der SRT nennt man so einen Punkt mit Koordinatenwerten auch in der Regel ein Ereignis.



So, die Grundlagen hab ich Dir nun ein wenig erklärt, kommen wir mal zur Gleichzeitigkeit von zwei Ereignissen.


Wir haben zwei Ereignisse:

  1. \color{#f0e0d0}\mathrm{E_{\hspace{1px}\tiny 1}}: Flugzeug A startet bei \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 1} = 8\hspace{1px}Uhr\hspace{3px}UTC,\hspace{5px}x_{\hspace{1px}\tiny 1} = 100\hspace{1px}km} - FRA (Frankfurt am Main)
  2. \color{#f0e0d0}\mathrm{E_{\hspace{1px}\tiny 2}}: Flugzeug B startet bei \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 2} = 8\hspace{1px}Uhr\hspace{3px}UTC,\hspace{5px}x_{\hspace{1px}\tiny 2} = 220\hspace{1px} km} - HHN (Hahn)

Die x Koordinatenwerte sind hier eh von keiner großen Bedeutung, aber damit es vollständig ist, mal zwei Städte genommen, die ca. 120 km weit voneinander entfernt sind.

Ich denke mal, wir können uns darauf einigen, dass beide Flugzeuge im Ruhesystem S von FRA/HHN gleichzeitig starten?

Sehr schön, nun gibt es echt was cooles in unserer Welt, wir haben eine koordinierte Weltzeit kurz UTC, hast Du eventuell ja schon mal gehört, dass ist eine Koordinatenzeit.

Dass ist analog zu dem Beispiel mit Erde, Planeten und Raumschiff, wir haben hier auf unserem blauen Planten auch eine echte Koordinatenzeit.



Gleichzeitigkeit in einem Koordinatensystem ist eben so definiert, dass gilt:

\color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 1} = t_{\hspace{1px}\tiny 2}}

Also in unserem Beispiel hier jetzt, mit den beiden Starts der Flugzeuge in S, sind es eben \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 1}} und \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 2}}.

Damit haben wir zwei Ereignisse, die in S gleichzeitig sind. Und was ist nun mit den echten Uhren?

Wir brauchen für die Szene keine echten physikalischen Uhren, die Koordinatenzeit gilt auch ohne echte Uhr, die sie anzeigt. Wir können natürlich Uhren an den Flughäfen haben, die hier UTC oder auch die lokale Ortszeit anzeigen, aber ob die nun da sind, ob die nun richtig gehen, oder nicht, ändert nichts daran, dass beide Flugzeuge in S gleichzeitig starten.

Damit ist also für S die Gleichzeitigkeit von zwei Ereignissen gezeigt und dafür mussten keine echten Uhren synchronisiert werden. Nun kann wer stänkern und sagen, ja ohne echte Uhr, weiß da vor Ort doch keiner, wie spät es ist, er kennt die Koordinatenzeit ja nicht, doch, geht auch ohne Uhr, die kann auch per Radio genannt werden.

Es muss keine echte physikalische Uhr vor Ort sein, die da die Zeit "misst". Es gibt da an jedem Ort die Koordinatenzeit, ob sie angezeigt wird oder nicht. Und man kann hier auch ohne jede Uhr die Gleichzeitigkeit feststellen, man muss nicht mal 8 Uhr wissen, man muss nur in die Mitte zwischen beiden Orten gehen und wenn das jeweilige Flugzeug startet, sendet jeder Flughafen ein Lichtimpuls. Bekommt man nun beide Signale mittig zwischen beiden Flughäfen gleichzeitig, sind beide Flugzeuge auch gleichzeitig gestartet, man braucht keine einzige Uhr, man muss nicht die Uhrzeit wissen.



Gut, nachdem das eben mal geklärt ist, ging meine Aussage ja nun weiter, wenn wir zwei gleichzeitige Ereignisse in S haben, dann sind die auch in S' gleichzeitig, wenn die Geschwindigkeit zwischen S und S' eben v = 0 ist.

Das habe ich Dir nun ausführlich und ganz einfach hier mathematisch belegt, ich muss das nun nicht noch einmal Dir vorrechnen. Es liegt also an Dir, wenn Du behauptest, meine Aussage sei falsch, dass zu belegen, wird auch Zeit.



So, ich habe noch einen, für die Gleichzeitigkeit spielt es natürlich auch keine Rolle, ob es nun da vor Ort echte physikalische Uhren zum Anfassen gibt, und dass diese auch synchronisiert wurden, dass zu behaupten ist falsch, und Unfug und zeugt davon, dass die Dinge gar nicht im Ansatz richtig verstanden wurden.

Wir könnten zwei Flughäfen nehmen, wie BER (Berlin) UTC+1/+2 und ATH (Athen) UTC+2/+3, der Unterschied bleibt durch die EU-weite synchronisierte Sommerzeit immer bei 1 Stunde. Die Uhren dort auf den beiden Flughäfen, gehen nicht synchron, sie gehen zwar gleichschnell, was schonmal ganz gut ist, sie zeigen aber ständig einen Zeitunterschied von genau 1 h an.

Für die Frage nach der Gleichzeitigkeit, spielt das aber keine Rolle, was hier echte Uhren anzeigen, ist egal, es geht um die Koordinatenzeit, und so ist es auch in dem Beispiel.



So, damit ist noch mal belegt, meine Aussage:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 27.12.2025:Dann mal was wirklich passiert, das Raumschiff befindet sich erst im Ruhesystem von Erde/Planet, die Gleichzeitigkeit ist also in beiden Systemen gleich.
ist absolut richtig, ohne jeden Zweifel.


Deine unbelegte Behauptung dazu:
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Nö. Dafür reicht ein Ruhesystem nicht aus. Uhren können im selben Ruhesystem auch desynchronisiert sein, das ist sogar die Regel. Du musst sie schon explizit synchronisieren. Beide befinden sich dann im selben Inertialsystem.
Ist in mehren Punkten falsch!

Ich brauche keine echten Uhren für meine Aussage, sie müssen auch nicht synchronisiert sein. Und selbst wenn es zwei gebe, befinden sich sich nicht erst - dann - im selben Inertialsystem, wenn sie synchronisiert wurden.

Weißt Du, es gibt hier nun nicht viele Möglichkeiten für Dich, ich dachte ja lange, Du hast Ahnung von Physik, ich habe mich offensichtlich schwer geirrt. Da ich das nun aber wirklich mehrfach und ausführlich belegt habe, dass meine Aussage richtig ist, Deine hingegen wirklich falsch, wäre es doch an der Zeit, dass Du nun Farbe bekennst und einlenkst und Deinen Irrtum zugibst. Eventuell noch eine kleine Entschuldigung, weil Du ein wenig patzig warst, aber das wird wohl nicht kommen.

Ganz im Ernst, wenn man die Physik soweit versteht, die Grundlagen, dann ist hier nun echt Ende im Gelände, war es ja vorher schon. Mit etwas Ehre sollte man dann die Größe finden, hier wirklich einzulenken und nicht weiter gegen Windmühlen kämpfen. Irren kann sich ja jeder mal, ich werde es Dir nicht ewig nachtragen.




Aber wir haben ja leider noch mehr, seltsame Aussagen von Dir.
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Eine Uhr ist nur fiktiv verdinglicht, für die Erklärungen, sie zeigt an einem Ort die Koordinatenzeit an.
Nö. Sie zeigt immer die Eigenzeit an. Und sie ist nicht zwingend fiktiv verdinglicht, sondern i.d.R. auch im Gedankenexperiment ein "Ding", sonst müssten wir bspw. nicht über einen langsamen Uhrentransport für die Synchronisation nachdenken. Mindestens jedoch ist eine Uhr in der SRT ein tatsächlicher physikalischer Prozess wie z.B. eine Schwingungsfrequenz und nicht irgendetwas vollkommen fiktives.
Ich frühstücke Deine Aussagen nun mal in größeren Häppchen ab, das einzeln für jeden falschen Satz zu machen, ist müßig. Fangen wir vorne an, meine Aussage ist wieder richtig, ich habe Dir ja oben Koordinatenzeit nun mal richtig erklärt. Nun erkläre ich Dir dann auch noch was Eigenzeit ist, und wo der Unterschied zur Koordinatenzeit gegeben ist.

Erstmal zeigt eine echte Uhr einfach nur einen Wert an, sofern sie korrekt funktioniert und geeicht ist, das ist die Eigenzeit. Und Eigenzeit ist eine Differenz, eine Differenz zwischen zwei Zeitpunkten, die Uhr zeigt die vergangene Eigenzeit an, wenn sie bei einem Startereignis auf \color{#f0e0d0}\mathrm{\tau = 0} gestellt wurde. Ob die Koordinatenzeit t an diesem Startereignis ebenfalls 0 ist, spielt dabei keine Rolle.

Eigenzeit (\color{#f0e0d0}\mathrm{d\tau}), ist die physikalisch gemessene Zeit einer konkreten Uhr entlang ihrer Weltlinie.

Sie ist die Differenz (Integral über \color{#f0e0d0}\mathrm{d\tau = \sqrt{dt^{\hspace{1px}\tiny 2} - dx^{\hspace{1px}\tiny 2}/c^{\hspace{1px}\tiny 2}}}) zwischen zwei Ereignissen auf der Uhr selbst. Sie ist das, was eine reale, mitreisende Uhr anzeigen kann. Sie ist nicht ohne weiteres übertragbar.

Die Eigenzeit ist die Zeit, die entlang der konkreten Weltlinie der Uhr vergeht. Wenn die Uhr bei einem Ereignis auf \color{#f0e0d0}\mathrm{\tau = 0} gestellt wird, gibt ihre Anzeige bei einem späteren Ereignis direkt die Eigenzeit zwischen diesen beiden Ereignissen an.

In diesem Sinne zeigt eine Uhr immer Eigenzeit – im Gegensatz zur Koordinatenzeit \color{#f0e0d0}\mathrm{t}, die sie nur anzeigen würde, wenn sie ruhend und synchronisiert im betreffenden Inertialsystem wäre.

Die Uhr zeigt diesen Wert \color{#f0e0d0}\mathrm{\Delta \tau} an, wenn sie beim ersten Ereignis auf Null gestellt wurde. Die absolute Anzeige von zum Beispiel 12:00 ist willkürlich, aber die Änderung der Anzeige zwischen zwei Ereignissen entspricht immer der vergangenen Eigenzeit.

Entscheidend ist, dass die Uhr bei einem Startereignis auf Null gesetzt wird, ob die Koordinatenzeit dort \color{#f0e0d0}\mathrm{t = 0} ist, spielt für die Eigenzeit keine Rolle.

Noch mal ganz deutlich, eine Uhr kann die Eigenzeit anzeigen, die gleich er Koordinatenzeit ist, dass ist dann der Fall, wenn sie richtig gestartet wurde und im System ruht. Das "ruht" ist entscheidend. Die Uhr auf der Erde ruht wie die Uhr auf dem Planeten in S, die physischen Uhren dort zeigen somit die Koordinatenzeit an und auch die Eigenzeit, was hier eben gleich ist.

Die im System S bewegte Uhr zeigt nur die Eigenzeit an, sie zeigt nicht die Koordinatenzeit im System S an. Sie zeigt recht sicher aber die Koordinatenzeit in S' dem Ruhesystem der Rakete an, denn dort ist das gleich der Eigenzeit. Dafür zeigen die Uhren auf Erde und Planet in S' dem Ruhesystem des Raumschiffs nur die Eigenzeit an, die Koordinatenzeit ist in S' eine andere.



Vertiefen wir das mal weiter:

Wir haben ein Koordinatensystem mit den Achsen x, t und somit für jeden Punkt, also jedes Ereignis, Koordinatenwerte. Ein physische Uhr, eine zum Anfassen wird nicht benötigt, wenn man die Relativität der Gleichzeitigkeit in der Speziellen Relativitätstheorie erklären will. Weniger kann auch manches Mal mehr sein. Oft zeichnet man zwei Koordinatensysteme in ein Diagramm, ein Minkowski-Diagramm, dann gibt es neben den beiden x, t Achsen noch die x' und t' Achse. Oft sieht man hier auch ct und ct' an den Achsen, hier wurde einfach nur mit der Lichtgeschwindigkeit multipliziert, damit man auf beiden Achsen mit Längen arbeiten kann. Die Einheit kann dann Lichtsekunde (Ls) sein.

Minkowski-Diagramm Wikipedia
Quelle: Wikipedia: Minkowski-Diagramm

Wie man sehen kann, sind die beiden Achsen von S' dem "bewegten" System hier gekippt. Und die Einheiten sind skaliert. Die Einheiten im gestrichenen System sind länger, das ergibt sich aus der Minkowski-Metrik.

So weit so gut. Nun kann man natürlich auch echte physische Uhren als echte Objekte ins Spiel bringen, die sich da eben bewegen, wird oft so gemacht, man stellt eine ins Raumschiff und eine auf die Erde und eine auf den Planeten. Wichtig ist aber das alles auch genau verstanden zu haben, es mag für die Erklärung eventuell von Vorteil sein, es ist aber nicht zwingend nötig, solche Uhren einzubauen.

Wir können in einem System eine ruhende Uhr haben, zum Beispiel auf der Erde und die dann zweimal nacheinander ablesen, und dann die zeitliche Differenz \color{#f0e0d0}\mathrm{\Delta t} zwischen zwei Ereignissen berechnen. Hier haben wir dann den Fall, dass die Koordinatenzeit in S gleich der Eigenzeit der Uhr ist, welche sie anzeigt. Wenn sie beim Start eben 0 angezeigt hat.

Wir können auch eine bewegte Uhr im System haben, das ist dann eine schräge Linie, eine Weltlinie und auch hier können wir die Differenz zwischen zwei Ereignissen berechnen und bekommen dann die Dauer zwischen zwei Ereignissen in Eigenzeit.

Wichtig, für die Eigenzeit ist es nicht entscheidend, ob die Uhr im System ruht oder sich bewegt, nur, dass es dieselbe Uhr ist, die zweimal abgelesen wird.



Nun kommt der wichtige Teil:

Wir haben nun die im System bewegte Uhr bei zwei Ereignissen abgelesen, die im Raumschiff beim Start und dann bei Ankunft am Planeten, es ist dieselbe Uhr, die Differenz ist die Eigenzeit.

Nun können wir aber noch etwas anders machen, wir schauen auf die Uhr welche in S auf der Erde ruht, beim Start des Raumschiffes und nehmen den Zeitpunkt \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 1} = 0}. Das ist auch die Koordinatenzeit, die physische Uhr vor Ort zeigt die eben auch richtig an.

Dann gehen wir zum Planeten, zu dem Ereignis wo die Rakete beim Planeten ankommt, und wir ja schon die Anzeige der bewegten Uhr in der Rakete abgelesen haben um die Reisedauer für die Rakete in S' zu berechnen. Kurz gesagt, ist das was die Uhr da eben anzeigt, die Eigenzeit.

Aber jetzt schauen wir uns die Koordinatenzeit in S bei diesem Ereignis an, wir suchen hier also \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 2} = 0}.

Und auch hier berechnen wir dann die Reisedauer der Rakete, mit \color{#f0e0d0}\mathrm{\Delta t = t_{\hspace{1px}\tiny 2} - t_{\hspace{1px}\tiny 1}}.

Ganz wichtig ist nun, wir haben hier zwei verschiedene Uhren in S, welche wir ablesen. Auch wenn es Koordinatenzeit ist, können wir ja auf Erde und Planet nun auch physische Uhren haben, welche die Koordinatenzeit vor Ort richtig anzeigen. Ganz deutlich, wir brauchen sie da nicht, aber um die RdG einfacher erklären zu können, macht es schon Sinn, sie sich da mal zu denken.

Denn so wird klar, wir lesen hier zwei unterschiedliche Uhren ab, was wir an Zeitdifferenz mit \color{#f0e0d0}\mathrm{\Delta t} bekommen, ist keine Eigenzeit. Aber diese Differenz ist in S dennoch gleich der Eigenzeit auf den Uhren bei Erde und Planet. Der Wert kann gleich sein, aber wirklich Eigenzeit ist es nur, wenn wir beide Mal ein und dieselbe Uhr ablesen. Lesen wie zweimal die Uhr auf der Erde ab, ist es die Eigenzeit. Zweimal auf dem Planeten, auch Eigenzeit. Lesen wir aber einmal Erde und einmal Planet ab und verrechnen das dann, ist das keine Eigenzeit. Auch wenn der Wert hier gleich groß ist.

Leider wird das mit der Eigenzeit sehr oft nicht wirklich richtig verstanden und ja ich habe das echt redundant erklärt. Wenn von acht Erklärungen nur eine fruchtet, wäre das doch schon mal gut.

Und nun die Synchronisation, nur physische Uhren können synchronisiert werden, hier müssen die beiden Uhren auf Erde und Planet also wirklich synchronisiert worden sein, damit man die Reisedauer, den zeitlichen Abstand zwischen beiden Ereignissen in S richtig berechnen kann.

Aber wenn man weiß, wie die Dinge sind, das mit der Koordinatenzeit verstanden hat, weiß was Eigenzeit genau ist, braucht man hier dafür keine physische Uhren, die synchronisiert wurden. Denn durch die Synchronisation zeigen sie eh vor Ort in S die richtige Koordinatenzeit an.



Warum ist das nun so wichtig?

Wenn wir die Dauer zwischen zwei Ereignissen richtig berechnen wollen, brauchen wir vor Ort eine Uhr, irgendwie müssen wir ja auch an die Koordinatenzeit an dem Ort kommen. Damit wir die richtige Zeit bekommen, müssen die beiden Uhren an unterschiedlichen Orten gleichzeitig gleiche Werte anzeigen, sie sind dann synchronisiert.

Entscheidend ist nun, dass in der SRT die Gleichzeitigkeit relativ ist, ich sage ja immer, man muss die Relativität der Gleichzeitigkeit (RdG) richtig verstanden haben, um das mit der Zeitdilatation überhaupt verstehen zu können. Dafür muss man natürlich die Grundlagen davor richtig verstanden haben, was ist ein Koordinatensystem, was nicht, was ein Inertialsystem, was Koordinatenzeit und was ist genau Eigenzeit.

Wenn wir nun die Reisedauer in S berechnet haben, in dem wir die beiden Zeitpunkte Start und Ankunft nehmen, und die Differenz daraus errechnen, können wir das in S ganz einfach mit der Koordinatenzeit machen. Und hier zeigt sich, diese Differenz ist größer, als das was uns die in S bewegte Uhr im Raumschiff an Eigenzeit anzeigt. Diesen Vergleich, das nennt man Zeitdilatation.



Nun kommt aber erst der Knaller, der entscheidende Punkt:

Wir wissen in S, gleiche Anzeige auf Uhren, bedeutet Gleichzeitigkeit, alle Ereignisse mit der Koordinatenzeit t sind gleichzeitig. Wir sagen also, die Uhr auf dem Planeten zeigt gleichzeitig mit der Uhr auf der Erde t = 0 an, wenn das Raumschiff startet. Und dann zählt diese Uhr eben die Reisedauer hoch und wir können auf der anderen Uhr, die auf dem Planteten die Reisdauer in S ablesen.

Das ist aber in einem anderen System S', dass zu dem von Erde/Planet bewegt ist, nicht der Fall. Heißt, wenn sich das Raumschiff bewegt, sind die beiden Zeitpunkte \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 1} = 0} und \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 2} = 0} nicht gleichzeitig. Wir auf der Erde gehen davon aus, ja, die Uhr auf dem Planeten ist mit der auf der Erde synchronisiert, sie zeigen gleichzeitig gleiche Koordinatenzeiten an.

Im Ruhesystem S' vom Raumschiff ist das aber so eben nicht, da starten die beiden Uhren auf Erde und Planet nacheinander. Sie gehen asynchron!

Das ist wichtig, denn der im Raumschiff sagt nun, wenn die Uhr auf der Erde mit t = 0 startet, dann zeigt die auf dem Planten schon etwas an, die ist da schon gestartet. Und nur darum bekommt man eine Reisdauer in S berechnet, die größer als die im Raumschiff ist.

Denn wegen dem Relativitätsprinzip kann der Reisende im Raumschiff zurecht behaupten, er ruht und Erde und Planet sind bewegt, die Uhren dort müssen dilatiert gehen, und weniger Reisezeit messen, während er sieht, wie erst die Erde und dann der Planet an ihm vorbeifliegen.

Wiki ABC mit Ereignissen 01

Hier kann man das noch mal gut sein. Und der Reisende hat natürlich recht, für ihn gehen die Uhren auf Erde und Planet als in seinem System bewegte Uhren dilatiert.




Jetzt hab ich doch wieder so viel geschrieben, darum muss ich die Aussage noch mal zitieren:
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Eine Uhr ist nur fiktiv verdinglicht, für die Erklärungen, sie zeigt an einem Ort die Koordinatenzeit an.
Nö. Sie zeigt immer die Eigenzeit an. Und sie ist nicht zwingend fiktiv verdinglicht, sondern i.d.R. auch im Gedankenexperiment ein "Ding", sonst müssten wir bspw. nicht über einen langsamen Uhrentransport für die Synchronisation nachdenken. Mindestens jedoch ist eine Uhr in der SRT ein tatsächlicher physikalischer Prozess wie z.B. eine Schwingungsfrequenz und nicht irgendetwas vollkommen fiktives.
Ich habe Dir ja nun den Unterschied zwischen Eigenzeit und Koordinatenzeit erklärt und aufgezeigt, wir brauchen überhaupt keine physischen Uhren um die RdG zu erklären. Wenn man sie einbaut, sollte das richtig erklärt werden. Ich sprach ja in meiner ersten Aussage, die richtig ist, und die Du fälschlich als falsch bezeichnet, unbelegt, gar nicht von einer Uhr. Ich spreche nur über die Gleichzeitigkeit und beziehe mich hier zurecht implizit auf Koordinatenzeit. Weil man damit feststellt, ob zwei Ereignisse in einem System gleichzeitig sind oder nicht. Ohne jede physikalische Uhr.


Noch mal zur Erinnerung, meine richtige Aussage:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 27.12.2025:Dann mal was wirklich passiert, das Raumschiff befindet sich erst im Ruhesystem von Erde/Planet, die Gleichzeitigkeit ist also in beiden Systemen gleich.
Ich hoffe echt, Dir ist nun endlich klar geworden, dass diese Aussage physikalisch richtig ist, ich habe Dir das nun echt lange und breit erklärt, und hier auch vorgerechnet und mathematisch bewiesen.

Das Du da mit Uhren kommst, die ja erst synchronisiert sein müssen, ist falsch, geht am Thema auch vorbei.


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Weil vor dem Start \color{#f0e0d0}\mathrm{v=0} ist, hängen \color{#f0e0d0}\mathrm{t'} und \color{#f0e0d0}\mathrm{t} durch \color{#f0e0d0}\mathrm{t' = t} zusammen, daher ist Gleichzeitigkeit in beiden Systemen dieselbe.
Ich habe den Eindruck, dass du da ein grundlegendes Verständnisproblem hast.
Das sagt ja der Richtige, im Gegensatz zu Dir, kann ich aber belegen, dass Du falsche Aussagen machst, die recht sicher auf ein grundlegendes Verständnisproblem beruhen. ;)


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Nehmen wir deine isolierte Aussage, und nur auf genau diese habe ich mich bezogen (und nicht auf das halbe Dutzend anderer Stellen, die du zitiert hast). Und die ist einfach falsch.

Nein, die Aussage ist richtig:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 27.12.2025:Dann mal was wirklich passiert, das Raumschiff befindet sich erst im Ruhesystem von Erde/Planet, die Gleichzeitigkeit ist also in beiden Systemen gleich.
Belege einfach, dass sie falsch ist. Nicht schwurbeln, belegen! Ich weiß, Du kannst es nicht, weil ich Dir bereits mathematisch bewiesen habe, sie ist so richtig. Aber versuche es doch einfach mal, ich bin gespannt.



Weil Du es aber nicht kannst, versuchst Du es nun mit einem Strohmann:
Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Zwei Raumschiffe fliegen aufeinander zu, bremsen ab, und befinden sich danach in einem gemeinsamen Ruhesystem. Willst du ernsthaft behaupten, dass deren Uhren plötzlich synchron laufen?
Nichts davon findet sich in meiner Aussage, Du kommst mit einem ganz anderen Beispiel an, eine ganz andere Szene, Du hast nun zwei System und Beschleunigung, und auch noch Uhren, gibt es in meiner Aussage nicht. Keine Bewegung, zwei System S und S' ruhen zueinander, und darum ist die Gleichzeitigkeit in beiden Systemen gleich. Das ist meine Aussage, die ist so richtig.

Ich will Dir aber gerne Deine Frage beantworten, echtes Interesse etwas dazuzulernen soll ja nicht vergeudet sein, wenn wir also eine ganz andere Szene nehmen, zwei zueinander bewegte System, und dann eines beschleunigen, so dass beide zueinander ruhen, dann sind Ereignisse die in dem einen System gleichzeitig sind, auch wieder im anderen gleichzeitig. Das bedeutet aber nicht, dass die Uhren nun in beiden Systemen synchron laufen, also gleichzeitig gleiche Zeiten anzeigen.

Du verwechselst hier etwas wirklich elementares, gleiche Anzeigen auf zwei physischen Uhren bedeuten nicht, dass die beiden Ereignisse dort in dem System auch gleichzeitig sind.

Es geht bei der Frage nach Gleichzeitigkeit um Koordinatenzeit. Und zwei Ereignisse können in S nun bei \color{#f0e0d0}\mathrm{t_{\hspace{1px}\tiny 1} = t_{\hspace{1px}\tiny 2} = 3\hspace{1px}h} sein, also in S gleichzeitig und in S' kann das \color{#f0e0d0}\mathrm{t'_{\hspace{1px}\tiny 1} = t'_{\hspace{1px}\tiny 2} = 5\hspace{1px}h} sein. Auch da sind die beiden Ereignisse aber gleichzeitig.

Du kommst hier wirklich mit einem Strohmann und versuchst, mich über den Tisch zu ziehen.

Denn hier spielt auch noch eine ganz andere Sache eine Rolle, also wie üblich die RdG, aber bei Beschleunigung laufen zwei Uhren eben auseinander, je nach Abstand und Größe der Beschleunigung. Dazu kommt, die beiden Uhren sollten ja gleichzeitig beschleunigt werden, der Körper muss star sein, aber die Gleichzeitigkeit verändert sich bei Beschleunigung ständig. Hier könnte man dann mit Rindler-Koordinaten arbeiten.

Aber wie gesagt, dass ist total drüber, recht sicher werden die Uhren aus S nicht mit den Uhren in S' nach der Beschleunigung synchron gehen, alleine nur die Uhren in S', also dem Raumschiff, werden nach dem Abbremsen nicht mehr synchron gehen und gleichzeitig gleiche Zeiten anzeigen.



Da Du aber lernwillig scheinst, erkläre ich es eben noch genauer, vor der Beschleunigung:

S und S' ruhen relativ zueinander → alle Uhren (in S und S') sind synchronisiert. Die Gleichzeitigkeit ist in beiden System gleich, meine Aussage. Ereignisse die in S gleichzeitig sind, sind es auch in S'. Unabhängig ob es da physisch Uhren gibt und ob die synchronisiert wurden.


Während der Beschleunigung von S':

S' ist kein Inertialsystem mehr. Im Raumschiff (S') treten ortsabhängige Zeitdilatationseffekte auf (Rindler-Effekt). Die Uhren an verschiedenen Orten in S' laufen unterschiedlich schnell und sammeln unterschiedliche Eigenzeiten an.


Nach der Beschleunigung (S' ruht wieder relativ zu S):

Uhren in S' sind untereinander asynchron - sie zeigen unterschiedliche Zeiten an und bleiben es. Uhren in S sind weiterhin synchron untereinander, da S während des gesamten Vorgangs ein unbeschleunigtes Inertialsystem blieb. Die Uhren in S' laufen jetzt zwar wieder gleich schnell (da sie im gleichen Inertialsystem ruhen), aber mit konstanten Verschiebungen ihrer Anzeigen.

Hoffe das hilft Dir etwas beim richtigen Verständnis der SRT.

Noch mal nachgeschoben, nun könnte wer sagen, dann ist der hinten in der Rakete nicht genau so gealtert, wie der vorne in der Rakete, während die beschleunigt wurde? Ist dass dann nicht Zeitdilatation durch Beschleunigung?

Ja und nein, ja sind unterschiedlich gealtert, nein es gibt keine Zeitdilatation durch Beschleunigung, dass hier ist auch nur wieder ein Effekt der RdG. :D


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Aber auch bei deinen konkreten Vorgaben gibt es ein grundlegendes Problem mit deiner Aussage, vor dem Start mag sie korrekt sein.
Na geht doch, hat ja gedauert. :D

Ja, meine Aussage ist richtig, und ich sprach ja explizit nur davon, dass S und S' zueinander ruhen, hat das nun so weh getan?


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Aber mit dem Start ist eine Beschleunigung verbunden, wodurch die Uhren sofort desynchronisiert werden. Konstruiere das mal so, dass keine Desynchronisation stattfindet. Bin gespannt.
Aber "aber" ist egal, Du bringst hier wieder Deinen Strohmann, meine Aussage bezog sich ja nicht auf eine Beschleunigung oder auf etwas nach dem Start. Ich beschrieb genau die Stelle in der Szene, die vor dem Start liegt, ich habe nie bestritten, dass die Uhren durch Beschleunigung asynchron werden. Und nicht nur zwischen S und S', auch alleine schon nur in dem System, dass beschleunigt. Auch das hab ich hier im Rahmen des Zwillingsparadoxon aber schon erklärt gehabt.

Dein Versuch, recht billig mit Verlaub, nun zu konstruieren, meine Aussage wäre ja falsch, weil die Uhren bei Beschleunigung ihre Synchronisation verlieren, ist so leicht als Strohmann zu erkennen, und dann noch die Aufforderung, ich solle das mal so konstruieren, dass die Uhren nicht ihre Synchronisation verlieren, und damit zu implizieren, ja also wenn ich das nicht kann, dann ist meine Aussage ja doch falsch. :D

Nein, meine Aussage ist richtig, und Du hast es immerhin ja nun auch eingeräumt, kannst es aber nicht ohne "aber" so dann stehen lassen und musst schon wieder daran kratzen. ;)


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Was zu belegen wäre, bisher hast Du Dich zweimal geirrt. Zwei Aussagen von Dir waren einfach falsch, eine habe ich eben ja abgearbeitet, eine gestern und eine hab ich noch gar nicht aufgegriffen.
Alle Aussagen von mir sind richtig.
Klar, und die Erde eine Scheibe. :D Deine Aussagen sind falsch, nicht alle, aber die, die ich Dir aufgezeigt habe. Falsche Aussagen von mir konntest Du nicht nachweisen, wobei ich nicht sagen will, dass es hier keine geben mag. Aber gefunden hast Du bisher keine.


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Blödsinn, Sehen hat was mit Licht zu tun, wenn also geschrieben wird "von der Erde aus sehen", kommen da oft Lichtlaufzeiten rein, die da echt nichts verloren haben. Da gibt es dann auch Fragen wie, ja aber der Planet ist doch 4 Lj weit weg, dann kann doch keiner was auf der Erde da sehen, also nicht bevor das Licht vom Planeten bis zur Erde geflogen ist.
Gibt es solche Fragen? Man muss sich einfach darauf verständigen, die Lichtlaufzeiten außer Acht zu lassen. Ist hier nach meiner Erinnerung auch so passiert. Davon abgesehen kann der Inertialbeobachter tatsächlich alles sehen, wenn man sich bspw. das Szenario mit den Kameras anschaut. Zwar auch erst dann, wenn ihn die Daten erreichen. Allerdings speichern die Kameras die Timestamps, sodass er nicht mal rechnen muss, sondern einfach ablesen kann.
Ja, kann man machen, muss man aber nicht. Es steht Dir frei, die Dinge so zu erklären, wie Du es für richtig und am einfachsten verständlich hältst, ich halte es ja auch so. Bisher hab ich aber nicht von Dir an Erklärungen gelesen, schon seltsam.


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Nein, dass fragst Du jetzt, nachdem ich Dir aufgezeigt habe, dass meine Aussage richtig ist, und Deine falsch. Nun willst Du das relativieren und im Nachhinein noch eine Frage davor bauen.
Quark. Auch die Linien, die du ins Minkowski-Diagramm zeichnest, werden "Weltlinie" genannt. Mag ungenau sein, ist aber so, und wird sogar in mindestens einer der von dir verlinkten Quellen so gemacht: ...
Es [das Minkowski-Diagramm] stellt die Raumzeit in einem Inertialsystem dar, in dem der bisherige gemeinsame Wohnort in Ruhe ist. Er entspricht der (rot dargestellten) Weltlinie des zuhause bleibenden Bruders. Die Weltlinie der Schwester ist in blau eingezeichnet: Im Ereignis A trennt sie sich von ihrem Bruder, fährt zunächst mit Geschwindigkeit v nach rechts, kehrt im Ereignis M um, fährt mit derselben Geschwindigkeit v wieder zurück und trifft im Ereignis B wieder zuhause ein.
Quelle: https://homepage.univie.ac.at/franz.embacher/SRT/Zwillingsparadoxon.html

Und die werden dann halt mit dem Lineal gemessen und es entsteht die exakt umgekehrte Situation wie beim Berechnen von Δτ.
Nein, wenn die Du Länge der Eigenzeit, der Weltlinie richtig ausmessen willst, musst Du im Minkowski-Diagramm mit den Einheiten auf der x' und t' Achse arbeiten, und die sind länger als die Einheiten in S für die x und t Achse. Und wenn Du da dann im richtigen System mit den richtigen Längen auf den richtigen Achsen misst, mit den richtigen Einheiten, dann bekommst Du auch das richtige Ergebnis, eben dass die Eigenzeit, die Weltlinie der im System bewegten Uhr kürzer ist.

Minkowski-Diagramm Wikipedia
Quelle: Wikipedia: Minkowski-Diagramm

Auf der Grafik kann Du das sehr gut erkennen. Du kannst natürlich auch die Koordinatenzeit vom Anfang der Weltlinie und vom Ende in S abgreifen und die Differenz ausrechnen, dann hast Du eben \color{#f0e0d0}\mathrm{\Delta t} die Reisedauer in S, aber ganz sicher nicht die Eigenzeit und die richtige Länge der Weltlinie.

Und ich habe nie bestritten, dass auch die Erde ruhend in S eine Weltlinie hat, natürlich hat sie die, senkrecht nach oben, eine echte physische Uhr, die dort ruht, würde die Koordinatenzeit anzeigen und auch die Eigenzeit in S, welche sie da eben misst. Habe nie etwas anderes behauptet, im Gegenteil.

Keine Ahnung, ob Du das weißt, oder nun inzwischen weißt, oder noch immer nicht weißt, die Länge der Weltlinie ist die Eigenzeit, die musst Du richtig messen, die Eigenzeit der bewegten Uhr im System S ist aber kürzer, oder kleiner, als der Abstand zwischen den beiden Zeitpunkten, darum zeigt die "Uhr" auf der Erde mehr vergangene Eigenzeit an, als die bewegte Uhr.

Das geht nur, wenn Du die richtigen Einheiten zum Messen nimmst, die auf der t' und x' Achse. Das mit t und x auszumessen macht keinen Sinn. Oder anders, es gibt zumindest nicht die Eigenzeit und die Länge der Weltlinie.


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Wollen wir es einfach mal ganz nett, nur unpräzise nennen. Fakt ist, alle Uhren, ruhend oder bewegt, synchronisiert oder auch nicht, befinden sich im selben Inertialsystem. Dein "dann" nach der Aussage, sie müssten erst synchronisiert werden, impliziert hier, sie würden sich sonst nicht im selben Inertialsystem befinden können. Das ist aber Unfug, wie definieren einfach eine Inertialsystem S und darin "befinden" sich alle Uhren, die ruhenden, die bewegten, die synchronisierten und die nicht synchronisierten. Ist doch gar keine Problem.
Alles kann mit allen Koordinatensystemen beschrieben werden, das ist korrekt, sonst wären sie ja nicht gleichberechtigt.
Ja, ich stimme doch gerne zu.


Zitat von ArrakaiArrakai schrieb:Ein Inertialsystem wird allerdings durch Körper aufgespannt, die zueinander ruhen und deren Uhren synchron laufen. Alles, was diese Bedingung nicht erfüllt, befindet sich nicht in dem Inertialsystem. Mir ist diese Formulierung genau genug.
Wenn Dir das genug ist, erklärt das einiges, auch warum ich der Meinung bin, Du solltest anderen nicht die SRT und die RdG versuchen zu erklären, solange Du die Dinge nicht richtig verstanden hast. ;)


Die "Probleme" und "Unschärfen" in Deiner Aussage:

  • "... durch Körper aufgespannt": Ein Inertialsystem ist ein abstraktes Koordinatensystem (t, x, y, z), das die Raumzeit beschreibt. Es wird nicht zwingend durch physische Körper definiert – diese können lediglich als „Marker“ dienen.

  • "... befindet sich nicht in dem Inertialsystem": Diese Formulierung ist irreführend. Ein bewegter Körper ist sehr wohl im selben Inertialsystem beschreibbar, nur hat er dann eine zeitlich veränderliche Ortskoordinate. Gemeint ist wohl: „gehört nicht zum ruhenden Bezugskörper, der das System repräsentiert“.

  • Fehlende Dynamik: Die Definition eines Inertialsystems beinhaltet essenziell, dass sich kräftefreie Körper darin geradlinig gleichförmig bewegen - nicht nur, dass einige Körper ruhen. Diese zentrale Eigenschaft wird nicht erwähnt.

Ein Inertialsystem lässt sich durch ein Netzwerk von ruhenden, zueinander synchronisierten Uhren und Maßstäben denken. Alle Körper, die relativ zu diesem Netzwerk ruhen, gehören zum selben Ruhesystem. Körper, die sich relativ dazu bewegen, können trotzdem mit den Koordinaten des Inertialsystems beschrieben werden. Entscheidend ist, dass in einem Inertialsystem kräftefreie Körper geradlinig gleichförmig bewegt erscheinen.

Oder so ähnlich, geht sicher kürzer und eventuell auch noch besser.


2x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

03.01.2026 um 23:35
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:
Damit kein Missverständnis entsteht und es "falsch ist":

"Die Strecke ist kürzer" klingt so, als würde der Raum selbst schrumpfen oder das Objekt physisch zusammengedrückt werden, das passiert nicht.


Richtig verstanden heißt es:

Die Strecke wird im Ruhesystem des bewegten Beobachters kürzer gemessen. Die Längenkontraktion ist keine physische Verformung, sondern eine unterschiedliche Messung derselben Strecke in verschiedenen Inertialsystemen.
Geht doch. :D

Sehr schon, es ist doch wirklich so, dass Ihr das nicht für mich so präzise und richtig formulieren sollt, das geht um Euch, das ist für Euch gut.


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 01:50
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Die Längenkontraktion ist keine physische Verformung, sondern eine unterschiedliche Messung derselben Strecke in verschiedenen Inertialsystemen.
Das ist immer noch schwer verständlich aber besser kann man es wohl nicht formulieren.
lch werde mir die verschiedenen Abhängigkeiten noch mal klar machen und dann habe ich es hoffentlich verstanden. Vielen Dank!


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 02:24
Ich hätte da mal eine Frage zum Zwillingsparadoxon: Wir haben zwei Zwillinge A und B. B fliegt von A weg, kehrt nach einer gewissen Zeit um und fliegt wieder zurück zu A. Während des gesamten Fluges beobachten beide mit einem Fernglas eine Uhr, die sich beim jeweils anderen Zwilling befindet und notieren durchgehend die beobachtete Uhrzeit dieser Uhr sowie die eigene Uhrzeit. Wie würde es dann aussehen, wenn ich beide Uhrzeiten in einem Diagramm auftrage?

Klassisch wäre es ja so, dass beide die Uhr des anderen langsamer laufen sehen, während sie sich voneinader entfernen. Wenn Sie sich dann wieder annähern, würden sie die Uhr des anderen schneller laufen sehen. Wenn dann A wieder bei B ist, zeigen beide Uhren wieder die gleiche Uhrzeit an, weil der beobachtete Effekt allein durch die sich verlängerden bzw. verkürzenden Lichtlaufzeiten zustande kommt und daher für beide komplett symmetrisch ist.

Im relativistischen Fall kommt dann dort noch der Effekt der Zeitdilation hinzu, der dann dafür sorgt, dass die Uhren noch stärker verlangsamt werden, als man es rein durch die Lichtlaufzeiten erwarten würde. Daher ist verständlich, dass aus der Sicht von A die Uhr von B die eigene nicht mehr einholt und daher der Endwert von B kleiner ist.

Aber wie sehen jetzt die Messwerte von B aus? Nach meinem Verständnis sollten die Messwerte für A und B gleiche Steigungen haben, weil sich ja jeder Zwilling als ruhend ansehen kann. Gleichzeitig wissen wir ja aber auch, dass dass der Endwert, den B misst, größer ist. Das heißt dann doch, dass B am Umkehrpunkt einen Sprung in seinen Daten sehen sollte, bzw. dass er alle "Zwischenpunkte" während der Umkehrphase messen würde.


3x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 08:07
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Ich habe ja zwei Ruhesysteme definiert, S und S', sind Inertialsysteme und damit auch Koordinatensystem.
Jetzt plötzlich doch Inertialsysteme?
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Ich denke mal, wir können uns darauf einigen, dass beide Flugzeuge im Ruhesystem S von FRA/HHN gleichzeitig starten?
Das ist dasselbe Inertialsystem und damit eine gänzlich andere Situation. Dann gilt: Sofern die Uhren, die die Abflugzeit anzeigen, tatsächlich synchronisiert sind, starten die Flugzeuge gleichzeitig.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:man muss nur in die Mitte zwischen beiden Orten gehen und wenn das jeweilige Flugzeug startet, sendet jeder Flughafen ein Lichtimpuls. Bekommt man nun beide Signale mittig zwischen beiden Flughäfen gleichzeitig, sind beide Flugzeuge auch gleichzeitig gestartet, man braucht keine einzige Uhr, man muss nicht die Uhrzeit wissen.
Das ist trivial, solange sich die beiden Flugzeuge im selben Inertialsystem befinden. Mit deinem Aufbau stellst du eine Gleichzeitigkeit und keine Uhrzeit fest, das funktioniert. Erinnert an eine Einsteinsynchronisation. Nicht umsonst habe ich ein „i.d.R.“ geschrieben. Aber damit kannst du halt tatsächlich keine Uhrzeit anzeigen, und darum ging es:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Eine Uhr ist nur fiktiv verdinglicht, für die Erklärungen, sie zeigt an einem Ort die Koordinatenzeit an
ä
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:zwei zueinander bewegte System, und dann eines beschleunigen, so dass beide zueinander ruhen, dann sind Ereignisse die in dem einen System gleichzeitig sind, auch wieder im anderen gleichzeitig. Das bedeutet aber nicht, dass die Uhren nun in beiden Systemen synchron laufen, also gleichzeitig gleiche Zeiten anzeigen.
Es ging darum, dass keine Desynchronisierung stattfinden soll. Klar, das isr unmöglich.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Nein, meine Aussage ist richtig, und Du hast es immerhin ja nun auch eingeräumt, kannst es aber nicht ohne "aber" so dann stehen lassen und musst schon wieder daran kratzen. ;)
Es mag alles zusammenpassen unter Berücksichtigung all der Dinge, die du in deinen weiteren Beiträgen nachgeschoben bzw. klargestellt (zurechtgerückt?) hast. Aber es ging halt um die isolierten Aussagen, die in sich geschlossen sind, und die geben das nicht her. Zumindest nicht für mich als Leser.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Nein, wenn die Du Länge der Eigenzeit, der Weltlinie richtig ausmessen willst, musst Du im Minkowski-Diagramm mit den Einheiten auf der x' und t' Achse arbeiten, und die sind länger als die Einheiten in S für die x und t Achse.
Ich will aber nicht die Länge der Eigenzeit wissen. Ich will nur wissen, wo mehr Zeit angezeigt wird. Nur darum ging es. Und dafür reicht ein Lineal vollkommen aus.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Inertialsystem ist ein abstraktes Koordinatensystem (t, x, y, z), das die Raumzeit beschreibt. Es wird nicht zwingend durch physische Körper definiert – diese können lediglich als „Marker“ dienen.
Nicht zwingend, kann aber, und zwar genauso wie ich es beschrieben habe.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Ein bewegter Körper ist sehr wohl im selben Inertialsystem beschreibbar, nur hat er dann eine zeitlich veränderliche Ortskoordinate. Gemeint ist wohl: „gehört nicht zum ruhenden Bezugskörper, der das System repräsentiert“.
Ein schönes Beispiel für deine Dippelschisserei, die ich ja gerade aufzeigen wollte.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Die Definition eines Inertialsystems beinhaltet essenziell, dass sich kräftefreie Körper darin geradlinig gleichförmig bewegen - nicht nur, dass einige Körper ruhen. Diese zentrale Eigenschaft wird nicht erwähnt.
Die braucht man auch nicht, um das Inertialsystem aufzuspannen. Die Körper repräsentieren Ortskoordinaten.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Ein Inertialsystem lässt sich durch ein Netzwerk von ruhenden, zueinander synchronisierten Uhren und Maßstäben denken. Alle Körper, die relativ zu diesem Netzwerk ruhen, gehören zum selben Ruhesystem. Körper, die sich relativ dazu bewegen, können trotzdem mit den Koordinaten des Inertialsystems beschrieben werden. Entscheidend ist, dass in einem Inertialsystem kräftefreie Körper geradlinig gleichförmig bewegt erscheinen.
Jetzt schreibst du zusammenfassend all das, was ich ebenfalls geschrieben habe und verkaufst es als Korrektur meiner Aussagen. Ersetzt lediglich „aufspannen“ durch „denken“. LOL

Der letzte Satz ist korrekt, hat für meine Argumentation bzgl. Aufspannen allerdings keine Rolle gespielt.


1x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 12:38
Zitat von ChemikChemik schrieb:Aber wie sehen jetzt die Messwerte von B aus? Nach meinem Verständnis sollten die Messwerte für A und B gleiche Steigungen haben, weil sich ja jeder Zwilling als ruhend ansehen kann. Gleichzeitig wissen wir ja aber auch, dass dass der Endwert, den B misst, größer ist. Das heißt dann doch, dass B am Umkehrpunkt einen Sprung in seinen Daten sehen sollte, bzw. dass er alle "Zwischenpunkte" während der Umkehrphase messen würde.
Hatten wir schon:
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb am 28.12.2025:Beim Zwillingsparadoxon steigt ein Zwilling in ein Raumschiff, startet bei v=0, beschleunigt auf Reisegeschwindigkeit fliegt eine Weile, verzögert irgendwann und landet mit v=0 irgendwo auf einem fernen Planeten. Beide haben eine Uhr dabei.

Wenn man die Lichtlaufzeiten ausser acht lässt, also nur die relativistischen Aspekte betrachtet und die Uhr auf der Erde mit der Uhr im Raumschiff beim Start synchron waren, dann ...

sieht der Zwilling im Raumschiff die Uhr auf der Erde immer langsamer laufen dann, wenn die Beschleunigung ein Ende hat, konstant langsam und und dann, wenn das Raumschiff wieder verzögert wird, immer schneller. Nach der Landung sieht er dann, dass die Uhrzeit auf der Erde verglichen mit seiner Reiseuhr in der Zukunft liegt.

sieht der Zwilling auf der Erde die Uhr im Raumschiff immer langsamer laufen dann, wenn die Beschleunigung ein Ende hat, konstant langsam und und dann, wenn das Raumschiff wieder verzögert wird wieder schneller, aber immer noch langsamer als seine Uhr. Nach der Landung sieht er dann, dass die Uhrzeit im Raumschiff verglichen mit seiner Erduhr in der Vergangenheit liegt.

Auf der Rückreise passiert im Grunde das gleiche nochmal.



melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 13:16
Zitat von ChemikChemik schrieb:Klassisch wäre es ja so, dass beide die Uhr des anderen langsamer laufen sehen, während sie sich voneinader entfernen. Wenn Sie sich dann wieder annähern, würden sie die Uhr des anderen schneller laufen sehen. Wenn dann A wieder bei B ist, zeigen beide Uhren wieder die gleiche Uhrzeit an, weil der beobachtete Effekt allein durch die sich verlängerden bzw. verkürzenden Lichtlaufzeiten zustande kommt und daher für beide komplett symmetrisch ist.
Im klassischen Fall, ohne Berücksichtigung der Relativitätstheorie, sehen beide die Uhren des jeweils anderen auf dem Hin- und Rückweg mit der gleichen Geschwindigkeit laufen.
Die Lichtlaufzeit würde die Info nur verzögern (oder besser +/- verschieben), die Uhren "ticken" für beide aber gleich schnell -

mMn..


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 14:06
Lichtlaufzeiten sind bei einer idealisierten Betrachung aussen vor, aber auch die könnte man herausrechnen. Was heisst hier klassisch? Es ist immer so wie ich es oben beschrieben habe, bei langsamen Reisenden kaum messbar aber immer ist die Zeit mit dem Raum in Relation, auch wenn man es Im Alltag ausser acht lassen kann. Aber schon beim GPS spielen die Effekte eine Rolle und müssen mit einbezogen werde.


1x zitiertmelden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 14:20
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:... Es ist immer so wie ich es oben beschrieben habe, bei langsamen Reisenden kaum messbar aber immer ist die Zeit mit dem Raum in Relation, auch wenn man es Im Alltag ausser acht lassen kann. Aber schon beim GPS spielen die Effekte eine Rolle und müssen mit einbezogen werde.
Ja, das ist schon klar.

Ich habe es so verstanden, dass @Chemik meint, sogar nur durch die Lichlaufzeiten allein
würden die Uhren schon dem jeweils Anderen verschieden schnell erscheinen.
Zitat von ChemikChemik schrieb:weil der beobachtete Effekt allein durch die sich verlängerden bzw. verkürzenden Lichtlaufzeiten zustande kommt



melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 15:25
Die Lichtlaufzeit lässt man weg, damit nicht alles kompliziert wird, ist also außerhalb des Kontextes


melden

Eine Frage zu Einstein und seiner Relativitätstheorie

gestern um 17:46
Mir geht es im Kern darum, was man sieht, wenn man nichts herausrechnet.

Vielleicht ist dieses Beispiel etwas konkreter:
Ich mache eine Reise zu einem anderen Stern und und wieder zurück. Für mich dauert diese Reise z.B. 20 Jahre, während auf der Erde 60 Jahre vergehen. Jetzt bin ich großer Fussballfan und möchte mir jede Fussball-WM (die alle vier Jahre stattfinden, also 15 mal in den 60 Jahren) ansehen. Für welche Zeitpunkte meiner Reise muss ich mir dann Zeit frei nehmen, um die WM schauen zu können?


melden