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Was ist hinter den Grenzen des Universums?

5.364 Beiträge, Schlüsselwörter: Universum, Weltall, Grenzwissen, Kosmos, Grenze, Expansion, Ausdehnung

Was ist hinter den Grenzen des Universums?

04.03.2019 um 23:27
Realo schrieb:Müsste wohl unter Philosophie abgehandelt werden.
Ja, aber man kann es wohl mehr oder weniger kurz machen: Es endet mit dem Postulat der Existenz von etwas, das aus Notwendigkeit existiert. D.h. es muss etwas sein, wo es völlig sinnfrei ist, zu fragen, warum es existiert. Etwas, bei dem es schlicht undenkbar ist, dass es nicht existieren könne. Was genau das sein soll, ist natürlich völlig unklar. Vielleicht etwas "Mathematisches" oder so. Vielmehr kann man, glaube ich, nicht dazu sagen.

Obwohl... Jetzt fällt mir auch wieder ein, warum ich vllt. auf den Vortag von Davies kam... Naturgesetzen schreibt man u.a. diverse Eigenschaften zu:
Wikipedia: Physical_law#Description

Eigenschaften, die ziemlich stark nach "Gott" riechen. :D Leider können wir uns immer noch vorstellen, dass die Naturgesetze auch anders sein könnten (bspw. in anderen real existierenden oder nur vorgestellten Paralleluniversen) oder es bspw. auch einfach gar keine Naturgesetze geben könnte. Sie scheinen also nicht so recht aus Notwendigkeit heraus zu existieren. Aber es geht wohl schon ganz gut in die richtige Richtung, denke ich... Und wer die Verbindung zur Mathematik sucht, lese bspw. M. Tegmark... :)
Realo schrieb:Natürlich wird diese Frage nie beantwortet werden können.
Reine Spekulation. Ich bin da hingegen ziemlich zuversichtlich, auch wenn ich gleichzeitig ziemlich sicher bin, dass der Mensch diese Frage nicht mehr zu meinen Lebzeiten beantworten können wird. Vielleicht in 100, 500 oder 1000 Jahren, wer weiß das schon...
Realo schrieb:Wenn es also niemals nichts gab, würde das bedeuten, dass es keinen Anfang gab (und damit auch kein Ende). Das widerspricht aber der physikalischen Lehrmeinung, sofern man kein Anhänger der Bubble-Threorie des pulsierenden Weltalls ist, die tatsächlich ohne Anfang und Ende auskommt.
Es ist nur so, dass die gegenwärtige Physik und Kosmologie bis dato keinerlei Aussage darüber treffen kann, was "vor" dem Urknall oder "außerhalb" der Grenzen unseres Universums ist. Aber es scheint durchaus eine sinnvolle Annahme zu sein, dass es niemals nichts gab, auch wenn es irgendwie auch nicht so recht vorstellbar ist...


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04.03.2019 um 23:31
Neferit schrieb:Es würde mich auch interessieren, wohin dieses Universum expandiert. Oder besser wo hinein. Für mein Verständnis bedeutete Ausdehnung, das etwas Raum nimmt. Und damit kommt mein Gehirn unweigerlich zu der Feststellung das es einen 2 Raum geben muss, in welchen das Universum expandiert. Das würde dann auch gleich die Energie des Urknalls erklären die es in einem nichts ja eigentlich gar nicht hätte geben könne.
Wieso sollte das Universum einen externen Raum einnehmen, wenn die "Raumenstehung" zwischen den Objekten innerhalb des Universums geschieht?

Zumal genau das
Neferit schrieb:Problem hierbei ist, das der 2 Raum ja auch irgendwo herkommen muss.
ja auch schon der große Haken an der Sache ist und eine Endlosrekursion damit auch schon eröffnet wäre. Statt zu fragen, "wohin" das Universum expandiert könntest Du auch genauso gut fragen, was außer einem Punkt keine Ausdehung hat oder auch (alter Klassiker) was sich nördlich vom Nordpol befindet.


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04.03.2019 um 23:32
Peter0167 schrieb:Ich habe mich damit abgefunden, niemals eine Antwort darauf zu bekommen,
Das ist jetzt aber irgendwie traurig. Die Frage nach dem warum sollte eigentlich an erster Stelle stehen. Denn dann kann man vielleicht auch die Antworten auf alle anderen Fragen bekommen. Wenn man sich mit etwas abfindet kommt man nicht weiter.


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04.03.2019 um 23:38
Neferit schrieb:Entschuldigung das ich mich mal hier so einmische. Aber ich finde die Diskussion recht interressant. Es würde mich auch interessieren, wohin dieses Universum expandiert. Oder besser wo hinein.
Nirgendwo hinein. Denn das würde ja einen Raum außerhalb des Raumes voraussetzen.
Neferit schrieb:Für mein Verständnis bedeutete Ausdehnung, das etwas Raum nimmt. Und damit kommt mein Gehirn unweigerlich zu der Feststellung das es einen 2 Raum geben muss, in welchen das Universum expandiert. Das würde dann auch gleich die Energie des Urknalls erklären die es in einem nichts ja eigentlich gar nicht hätte geben könne. Problem hierbei ist, das der 2 Raum ja auch irgendwo herkommen muss. Ich finde übrigens nicht das das philosophische Fragen sind. Das ist Physik. Und es ist die eine Frage, an die sich alle anderen ranhängen.
Vielleicht kann @Peter0167 das besser beantworten oder erklären, aber man kann sich vielleicht vorstellen, dass es einfach nur "Dinge" (Elementarteilchen) gibt. Diese haben aber keine Position in einem bereits existierenden Raum, sondern einfach nur Koordinaten, über die sich vor dem Hintergrund einer Metrik (das ist einfach eine Funktion (x,y,z) -> d) ein Abstand erklären lässt. Diese Dinge selbst definieren dann auch den Raum. Stell' dir bspw. vor, es gäbe nur ein einziges Teilchen. Welche Position oder Geschwindigkeit sollte es haben? Beides ist relativ: Wenn ich mich bspw. mit 5 km bewege, dann relativ zu den Dingen auf der Erdoberfläche um mich herum (analog für Position). Und es ist nun also nicht so, dass es einen Raum gibt, der expandiert, sondern nur Abstände, die immer größer werden. That's it...

So zumindest, soweit ich es in etwa "verstehe". :D


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04.03.2019 um 23:40
Neferit schrieb:Das ist jetzt aber irgendwie traurig. Die Frage nach dem warum sollte eigentlich an erster Stelle stehen. Denn dann kann man vielleicht auch die Antworten auf alle anderen Fragen bekommen. Wenn man sich mit etwas abfindet kommt man nicht weiter.
Nö, wieso? Ich weiß ja nicht wie es bei dir ist, ... kennst du schon alles diesseits der Grenzen? Für mich ist die Physik entscheidend, mit der ich "meine" Welt erklären kann. Was nützen mir Spekulationen über eine Zeit vor der Zeit, oder Räume außerhalb des Raumes, wenn ich Begriffe wie Energie, Kraft, Raumzeit, Gravitation, etc. nicht verstehe.

Im Übrigen kommt mir diese Diskussion um "aus dem Nichts" so vor, als fragte man einen Koch, wie denn die Suppe aus dem Nichts entstehen konnte. Der Topf war doch leer!!!

Dann sagt der Koch, er habe die Zutaten doch erst reingepackt, die ist also nicht aus dem Nichts entstanden, was der Fragesteller natürlich komplett ignoriert, und auf seinem "Aber der Topf war doch leer!!!" beharrt.

Wer das Gerücht wohl in die Welt gesetzt hat, dass das Universum aus dem Nichts entstand? :D


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05.03.2019 um 00:17
rogerhouston schrieb:Dann lass' doch mal hören und befreie mich aus meinem Dilemma! :)
Was genau meinst du? Die Frage nach dem "und was war davor .... und davor ... und davor...?"...?

Durch die Philosophie wurde hier insbesondere klar, dass es im Prinzip nur drei Möglichkeiten gibt:

a) Dogma bzw. Abbruch des Verfahrens
b) Zirkelschluss
c) Infiniter Regress

Ein Beispiel für a) wäre etwa:
Alle Stoffe sind teilbar und bestehen aus Dingen, die selbst aber keine Stoffe sind und außerdem auch nicht teilbar

Ein Beispiel für b) wäre etwa:
Alle Stoffe sind teilbar und bestehen aus Zauberstoffen, die ebenfalls teilbar sind und aus Stoffen bestehen

Ein Beispiel für c) wäre etwa:
Alle Stoffe sind unendlich oft teilbar

Und so kam es dann auch schon sehr früh im Laufe der Geschichte, dass sich gerade hinter (a) und (c) zwei große Lager bildeten, was die Frage, ob Materie diskret (aus kleinsten Bausteinen bestehend) oder kontinuierlich (unendlich oft teilbar) ist, angeht. Beide Lager hatten jahrhundertelang so ihre Vertreter (selbst Schopenhauer spottete bspw. noch über den Atomismus, und sogar Kant, glaube ich). Und beide Lager hatten so ihre Argumente, Hypothesen usw., die natürlich zunächst nur auf philosophischer Basis erörtert und konkretisiert werden konnten. Faktisch die gesamte Kontinuumsmechanik basiert bspw. noch auf der Vorstellung von Materie als ein Kontinuum. Die Vorstellung von diskreter Materie wurde dann erst mit Dalton so richtig populär. Aber das nur so am Rande, obwohl die ganze Geschichte des Materialismus durchaus ziemlich spannend ist...

Uns interessiert ja auch eher die Frage, wie es sich mit dem "davor" verhält. Kann das immer und unendlich so weitergehen (c) oder kommt man irgendwann an einen Anfang (a)...? Oder ist es vielleicht auch eine "ewige Wiederkehr des Gleichen" (Nietzsche), also eher Antwort (b)...? Vor dem Hintergrund der Urknalltheorie sprechen die Fakten mittlerweile wohl eher für (a), obwohl es aber auch vor der Urknalltheorie eigentlich schon starke (philosophische) Argumente gegen (c) gab, also gegen die Vorstellung, dass das Universum schon seit unendlich langer Zeit existiert.

Leider alles auch sehr vereinfacht dargelegt. Selbst wenn man davon ausgeht, dass es keine Zeit vor dem Urknall gab, ist die Frage, warum es einen Urknall bzw. ein raumzeitartige Struktur wie unser Universum überhaupt gibt, nicht vom Tisch, d.h. es lässt sich weiter nach einem (physikalischen) Grund fragen, ohne dass explizit nach einem "Davor" gefragt wird. Gesucht wird also weniger ein zeitlicher Anfang, sondern ein erster (physikalischer) Grund, ein fundamentales physikalisches Prinzip o.ä., was dann dazu führt, dass es eine raumzeitartige Struktur mit Materie, Energie und ganz bestimmten Gesetzmäßigkeiten gibt, deren Geschichte mit einem "Urknall" beginnt.

Naja, kompliziertes und umfangreiches Thema...


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Realo
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05.03.2019 um 00:18
Peter0167 schrieb:Im Übrigen kommt mir diese Diskussion um "aus dem Nichts" so vor, als fragte man einen Koch, wie denn die Suppe aus dem Nichts entstehen konnte. Der Topf war doch leer!!!
Dieser Vergleich zeigt sehr schön, dass sich Philosophen und Physiker schon so weit voneinander entfernt haben, dass sie nicht mehr gleiche Vorstellungen haben können. Den Physiker interessiert nur die Beschaffenheit der Welt, den Philosophen eher Fragen wie: Warum gibt es was und nicht nichts, wo kommt die Welt überhaupt her? usw. Der Physiker muss beim Urknall passen (alles "davor" ist unverhandelbar); der Philosoph versteht nicht, warum Ursprungsfragen ausgeblendet werden müssen, nur weil sich Antworten darauf nicht belegen lassen bzw. spekulativ bleiben müssen.

Ich muss mal nachschauen, wann sich Physik als eigene Wissenschaft aus der Philosophie herausgelöst hat.


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05.03.2019 um 00:25
Peter0167 schrieb:Wer das Gerücht wohl in die Welt gesetzt hat, dass das Universum aus dem Nichts entstand?
Theisten können es schon mal nicht gewesen sein... Tja, wer bleibt denn dann noch? :D

Von atheistischer Seite wurde in der Historie meines Wissens natürlich stets das Szenario favorisiert, dass das Universum ganz einfach schon immer dagewesen sei. Denn was schon immer da war, braucht keinen Schöpfer. Blöderweise hatte sich das mit der Urknalltheorie dann erledigt, also musste ein neues Märchen her (spätestens, nachdem auch die Steady-State-Theorie nicht einmal mehr überzeugen konnte): Die Entstehung des Universum aus dem Nichts. Klingt fast nach Lawrence Krauss, oder? ;)


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05.03.2019 um 01:42
Noumenon schrieb:Was genau meinst du? Die Frage nach dem "und was war davor .... und davor ... und davor...?"...?
Ja.
Und, dass Du meinst, die Philosophie würde hier Licht ins Dunkel bringen.

Ich würde Dir so weit zustimmen, dass die Philosophie zwar den Frage-Prozess strukturiert, und die Möglichkeiten auf die von Dir genannten drei
Noumenon schrieb:a) Dogma bzw. Abbruch des Verfahrens
b) Zirkelschluss
c) Infiniter Regress
runterbricht, was aber leider nicht den Ausweg aus meinem Dilemma
rogerhouston schrieb:Auch die Philosophie holt einen aus diesem hirnerweichenden Dilemma nicht raus. Also aus dem Zirkel von "und was war davor .... und davor ... und davor...?".
darstellt.

Möglichkeit a): führt mich zwar an einen Anfang, was auch bei dem Zerhacken von Materie irgendwie noch Sinn macht, aber dennoch zu einem (für mich) überraschendem Ergebnis führt, nämlich dass am Ende allen Zerhackens nur ein Feld oder Energie übrig bleibt. Unsere Welt besteht also quasi nur aus "Feld" (meine Ahnung von Physik bewegt sich in sehr überschaubaren Grenzen - daher bitte etwas Nachsicht).
Aber bei der Frage nach dem Universum, also dessen Herkunft nützt mir das nix. Da kann es keinen Anfang geben, denke ich.

Möglichkeit b): Auch "die ewige Wiederkehr des Gleichen" verhindert nicht die rein menschliche Frage nach dem "Woher isses denn aber gekommen?" Und die Antwort "War schon immer da" hilft nicht.

Möglichkeit c):Beinhaltet auch eine Unendlichkeit, oder um's anders auszudrücken eine Endlosigkeit der Frage nach "und dann... und dann ... und dann?". Macht für mich auch beim Materiezerhacken keinen Sinn, und beim Universum bleibt auch nur eine endlose Fragenkette übrig.

Unter'm Strich bringt mich die Philosophie dem Grund des Seins auch nicht wirklich näher.

Ich kann mit Unendlichkeit genau so wenig anfangen wie mit einem Anfang von Allem. Aber eine dritte Möglichkeit sehe ich nicht.

Daher meine Vermutung (in der Hoffnung, dass nicht nur ich zu beschränkt bin):
rogerhouston schrieb:Vielleicht ist dies tatsächlich der Punkt an dem der lineare und kausale menschliche Verstand aufgeben muss.
Hier ist möglicherweise unsere natürliche Verständnisgrenze erreicht.


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deepfield
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05.03.2019 um 02:25
Peter0167 schrieb:Neferit schrieb:
Das ist jetzt aber irgendwie traurig. Die Frage nach dem warum sollte eigentlich an erster Stelle stehen. Denn dann kann man vielleicht auch die Antworten auf alle anderen Fragen bekommen. Wenn man sich mit etwas abfindet kommt man nicht weiter.
Was die Warum Frage betrifft, stellt die keine einzige Naturwissenschaft.
Noumenon schrieb:Neferit schrieb:
Entschuldigung das ich mich mal hier so einmische. Aber ich finde die Diskussion recht interressant. Es würde mich auch interessieren, wohin dieses Universum expandiert. Oder besser wo hinein.

Nirgendwo hinein. Denn das würde ja einen Raum außerhalb des Raumes voraussetzen.
In der Physik, bzw. Kosmologie bedarf es dessen nicht. Mathematisch funktioniert das schon, wüsste jetzt auch nicht das ein Kosmos # Universum eine Voraussetzung benötigt.
rogerhouston schrieb:Und, dass Du meinst, die Philosophie würde hier Licht ins Dunkel bringen.
Die Philosphie ist zwar eine Wissenschaft, aber rein linguistisch Licht in ein Dunkel bringen...da muss man schon ne Kerze anzünden.

@rogerhouston
@Noumenon
@Peter0167
@Neferit


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05.03.2019 um 02:37
deepfield schrieb:Die Philosphie ist zwar eine Wissenschaft, aber rein linguistisch Licht in ein Dunkel bringen...da muss man schon ne Kerze anzünden.
Leider haben diesbezüglich aber auch weder Mathematiker noch Physiker 'ne passende Kerze in petto.


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05.03.2019 um 02:38
rogerhouston schrieb:Möglichkeit a): führt mich zwar an einen Anfang, was auch bei dem Zerhacken von Materie irgendwie noch Sinn macht, aber dennoch zu einem (für mich) überraschendem Ergebnis führt, nämlich dass am Ende allen Zerhackens nur ein Feld oder Energie übrig bleibt. Unsere Welt besteht also quasi nur aus "Feld" (meine Ahnung von Physik bewegt sich in sehr überschaubaren Grenzen - daher bitte etwas Nachsicht).
Aber bei der Frage nach dem Universum, also dessen Herkunft nützt mir das nix. Da kann es keinen Anfang geben, denke ich.
Das ist eben genau der Punkt: Möglichkeit a) besagt nur, dass es einen Abbruch des Verfahrens oder "Anfang" gibt. Nicht aber, worum es sich genau dabei handelt. Hier bist du es dann ja erst, der eine konkrete Entität als Anfang postuliert (hier: eine Art Feld), um anschließend aber gleich wieder das Gegenteil zu konstantieren, nämlich, dass jene Entität gar nicht der Anfang sein könne. Daraus ziehst du dann den Schluss, Möglichkeit a) sei falsch, was allerdings ein Fehlschluss ist.
rogerhouston schrieb:Aber bei der Frage nach dem Universum, also dessen Herkunft nützt mir das nix.
(aus obigen Zitat)

Natürlich würde man von einem "Anfang von allem" erwarten, dass es genau das tut: Eine Antwort auf die Frage nach dem Universum liefern. Du hast nur darlegt, dass eine Art Feld hierfür nicht in Frage kommt. Dass es keinen "Anfang von allem" gibt, ist damit aber nicht gezeigt.
rogerhouston schrieb:Möglichkeit b): Auch "die ewige Wiederkehr des Gleichen" verhindert nicht die rein menschliche Frage nach dem "Woher isses denn aber gekommen?" Und die Antwort "War schon immer da" hilft nicht.
Sehe ich ähnlich...
rogerhouston schrieb:Möglichkeit c):Beinhaltet auch eine Unendlichkeit, oder um's anders auszudrücken eine Endlosigkeit der Frage nach "und dann... und dann ... und dann?". Macht für mich auch beim Materiezerhacken keinen Sinn, und beim Universum bleibt auch nur eine endlose Fragenkette übrig.
Möglichkeit c) meint, wie gesagt, das Fortschreiten ins Unendliche: Ich hab eine Mutter, die hat auch eine Mutter, die hat auch eine Mutter, die hat auch eine Mutter... ad infinitum...

Möglichkeit a) wäre hier dann: Es gibt eine "Urmutter". :D

Übrigens ein tolles Beispiel, wie kompliziert es sein kann... Natürlich ist Möglichkeit c) falsch, wie wir heute wissen. Möglichkeit a) ist insofern richtig, als dass das Verfahren, die Verwandtschaftskette entlang der Mutterlinie zu verfolgen, irgendwann zum Abbruch kommt und nicht unendlich so weitergeht. Die Vorstellung einer Art "Urmutter" (was auch immer man sich genau darunter vorstellen mag) wäre aber völlig falsch. :D

Tatsächlich glaubten die Menschen vor ein paar tausend Jahren aber scheinbar noch genau das - Stichwort "Adam und Eva". ;)
(Im Prinzip hatten sie schon recht: Die Anzahl der Vorfahren kann nicht unendlich sein. Nur ihre Vorstellungen waren halt alles andere als korrekt...)
rogerhouston schrieb:Unter'm Strich bringt mich die Philosophie dem Grund des Seins auch nicht wirklich näher.
Und die Raumfahrt bringt dich dem Mars nicht näher. Andere vielleicht schon... abwarten...
rogerhouston schrieb:Ich kann mit Unendlichkeit genau so wenig anfangen wie mit einem Anfang von Allem. Aber eine dritte Möglichkeit sehe ich nicht.

Daher meine Vermutung (in der Hoffnung, dass nicht nur ich zu beschränkt bin):
rogerhouston schrieb:Vielleicht ist dies tatsächlich der Punkt an dem der lineare und kausale menschliche Verstand aufgeben muss.
Hier ist möglicherweise unsere natürliche Verständnisgrenze erreicht.
Ist nicht auszuschließen. Aber bisher war der Mensch bei der Beantwortung von Fragen über die Natur (die man zuvor ebenfalls für prinzipiell unbeantwortbar hielt) ziemlich erfolgreich. Ich sehe also keinen Grund, weshalb "jetzt auf einmal" das Streben nach Erkenntnis ein derartiges Ende finden sollte.


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05.03.2019 um 02:46
deepfield schrieb:Was die Warum Frage betrifft, stellt die keine einzige Naturwissenschaft.
Ernsthaft? :D

Die Naturwissenschaft beschreibt also bspw. nur die Beschleunigung der Expansionsbewegung unseres Universums, ohne aber nach einer Erklärung für jenes Phänomen bzw. einer Antwort auf die Frage nach dem 'Warum' zu suchen? Oh, c'mon... XD

But nice try. ;)


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05.03.2019 um 03:11
Noumenon schrieb:deepfield schrieb:
Was die Warum Frage betrifft, stellt die keine einzige Naturwissenschaft.

Ernsthaft? :D
Ja, ernsthaft.
Noumenon schrieb:Die Naturwissenschaft beschreibt also bspw. nur die Beschleunigung der Expansionsbewegung unseres Universums, ohne aber nach einer Erklärung für jenes Phänomen bzw. einer Antwort auf die Frage nach dem 'Warum' zu suchen? Oh, c'mon... XD
Habe ich Schwierigkeiten mit das als Einwand gelten zu lassen, verweise da mal auf J. Gassner und das Problem der Standardkerzen. Also für das Suchen nach Antworten heya es wird getan. Sind das "Warums" was bei diesen Suchen herauskommt?

Im übrigen wirst du wissen was ich für "Warum Fragen" meine. Jedenfalls nicht die, die einen Effekt durch einen anderen erklären.
Falls du das nicht verstehst machen wir es fundamentaler "warum" krümmt sich die Raumzeit in einem Medium wie in einem idealen Vakuum wo nichts drin ist was es zu krümmen gibt?

@Noumenon


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deepfield
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05.03.2019 um 03:12
Tolle Smiley übrigens :)


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05.03.2019 um 03:16
@rogerhouston
rogerhouston schrieb:deepfield schrieb:
Die Philosphie ist zwar eine Wissenschaft, aber rein linguistisch Licht in ein Dunkel bringen...da muss man schon ne Kerze anzünden.

Leider haben diesbezüglich aber auch weder Mathematiker noch Physiker 'ne passende Kerze in petto.
Haben sie auch nicht, weil es nicht ihre Disziplin ist.


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05.03.2019 um 07:13
Peter0167 schrieb:Wer das Gerücht wohl in die Welt gesetzt hat, dass das Universum aus dem Nichts entstand? :D
Hüstel lesch und gaßner . Zumindest in ihrem Hörbuch.


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05.03.2019 um 08:02
@Neferit

Richtig, und genau diesen beiden verdanken es viele von uns, dass wir von solchen Themen überhaupt eine Vorstellung haben und halbwegs mitreden können. Natürlich kommt man dabei nicht um Formulierungen herum, die nicht korrekt sind, die aber dennoch zum besseren Verständnis beitragen.

Der Trick ist nun, solche Formulierungen nicht aus dem Kontext zu nehmen, und sie für sich betrachtet wörtlich zu nehmen. Wenn man den beiden dann weiter zuhört, wird auch schnell deutlich, wie diese Aussage tatsächlich zu verstehen ist, nämlich in dem Sinne, dass da etwas entstanden ist, wo derartiges vorher nicht war. Aus was das entstanden ist wird auch klar, wenn man es denn auch verstehen will.

Vielen geht es jedoch gar nicht ums Verstehen, sondern nur darum, anderen an die Karre zu pissen, und denen bieten Menschen wie Lesch und Gassner zwangsläufig ausreichend "Futter", weil sie es sich zum Ziel gemacht haben, komplizierte Sachverhalte auch für Laien verständlich auszudrücken. Zum Glück nehmen die beiden das mit Humor und machen unbeirrt weiter ... :D


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05.03.2019 um 12:24
Noumenon schrieb:Ernsthaft? :D

Die Naturwissenschaft beschreibt also bspw. nur die Beschleunigung der Expansionsbewegung unseres Universums, ohne aber nach einer Erklärung für jenes Phänomen bzw. einer Antwort auf die Frage nach dem 'Warum' zu suchen? Oh, c'mon... XD

But nice try. ;)
Der liebe Gott hat die Naturgesetze erschaffen. ;) Die Naturwissenschaft kann das wie erklären, aber nicht warum sie es tut.

Das ist aufgabe der Philosophie.


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05.03.2019 um 13:15
deepfield schrieb:Leider haben diesbezüglich aber auch weder Mathematiker noch Physiker 'ne passende Kerze in petto.
Haben sie auch nicht, weil es nicht ihre Disziplin ist.
Also dann doch wieder die Disziplin der Philosophen? Leider haben die nicht genug Ahnung von Physik. daher fand ich es ja auch schade, dass sich die Physik komplett aus der Philosophie herausgelöst hat und sich seither für philosophische Fragen (z.B. Warum-Fragen) außer einigen Exoten nicht interessiert, da es nicht ihr Ressort ist.

Aber die Philosophen können die Frage nach dem Anfang des Seins (ich schreibe Sein und nicht Universum) auch nicht beantworten, solange man nicht weiß, ob es überhaupt einen Anfang gab (ob das Universum also unendlich ist oder endlich).

Dagegen finde ich die Antwort auf die Threadfrage verhältnismäßig einfach: Die "Grenzfrage" setzt wohl eine naive 3-dimensionale Vorstellung vom Weltraum voraus, die das Wesen der Singularität und des Urknalls verkennt, denn es gab nichts "außerhalb" der Singularität, schon gar keinen "unbesetzten, leeren Raum".

Je länger ich darüber nachdenke, umso irrealer erscheint mir das Urknall-Modell, das sich eigentlich nur auf die Inflationstheorie stützt, weil wir eben wissen, dass sich das All am Anfang inflationär ausbreitete und wir daher eine Singularität und einen Urknall als Anfang VERMUTEN.


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