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Was ist hinter den Grenzen des Universums?

5.320 Beiträge, Schlüsselwörter: Universum, Weltall, Grenzwissen, Kosmos, Grenze, Expansion, Ausdehnung

Was ist hinter den Grenzen des Universums?

05.03.2019 um 13:26
Realo schrieb:Also dann doch wieder die Disziplin der Philosophen? Leider haben die nicht genug Ahnung von Physik. daher fand ich es ja auch schade, dass sich die Physik komplett aus der Philosophie herausgelöst hat und sich seither für philosophische Fragen (z.B. Warum-Fragen) außer einigen Exoten nicht interessiert, da es nicht ihr Ressort ist.
Du wirst lachen, aber an der Fakultät an der ich z.B. studiere gibt es nicht gerade wenige Naturwissenschaftler (insbesondere Physiker) die im Rentenalter nochmal ein Philosophiestudium belegen. Offenbar gibt es bei vielen dann doch noch das Bedürfnis nach "Klärungsbedarf", nicht nur was die essentiellen Grenzbereiche unserer Beobachtungsmöglichkeiten betrifft.
Realo schrieb:Je länger ich darüber nachdenke, umso irrealer erscheint mir das Urknall-Modell, das sich eigentlich nur auf die Inflationstheorie stützt, weil wir eben wissen, dass sich das All am Anfang inflationär ausbreitete und wir daher eine Singularität und einen Urknall als Anfang VERMUTEN.
Die kosmologische Inflationsphase ist auch "nur" eine Hypothese die sogar ihre Kritiker hat.


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05.03.2019 um 13:33
Realo schrieb:daher fand ich es ja auch schade, dass sich die Physik komplett aus der Philosophie herausgelöst hat und sich seither für philosophische Fragen (z.B. Warum-Fragen) außer einigen Exoten nicht interessiert, da es nicht ihr Ressort ist.
Aus meiner Sicht war dieser Schritt zwingend notwendig, eben weil es die einzige Möglichkeit war, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Die strikte Umsetzung naturwissenschaftlicher Methodik ist die Grundvoraussetzung für den einzigartigen Erfolg gewesen, und wird es auch weiterhin bleiben, insofern man sich daran hält.

Der Nachteil ist es, dass wir Grenzen in unserer Erkenntnisfähigkeit akzeptieren müssen, ist nun mal so, ob es uns passt oder nicht. Wer sich damit nicht abfinden will, kann ja den Pfad der gesicherten Erkenntnisse verlassen, und sich die Rosinen bei der anderen Fraktion rauspicken, nur sollte derjenige sich auch im Klaren darüber sein, dass er genausogut eine Glaskugel befragen könnte :D
Realo schrieb:das sich eigentlich nur auf die Inflationstheorie stützt, weil wir eben wissen, dass sich das All am Anfang inflationär ausbreitete und wir daher eine Singularität und einen Urknall als Anfang VERMUTEN.
NOCHMAL: Die Infationsphase war nur ein winziger Abschnitt direkt nach dem Urknall (10-33s bis 10-30s), das hat nichts mehr mit der heutigen beschleunigten Expansion zu tun, und ist auch nicht der Grund für die Annahme einer Anfangssingularität und des Urknalls!


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05.03.2019 um 13:41
Realo schrieb:Nach meiner Vorstellung kann es nur ein endliches - durch seine "Flachheit" aber unendlich erscheinendes, also wenn man immer in einer Richtung geht landet man, wie auf einer Kugeloberfläche, irgendwann mal wieder am Ausgangspunkt - Universum geben. Nur dies würde dem bisher mehr oder weniger akzeptierten Urknallmodell entsprechen.

Bei einem unendlichen Universum (ich will jetzt nicht auch noch mit diesen dämlichen Paralleluniversen (Multiversum) anfangen, die ich für schillernden Quark halte) würde sich die Frage auftun, wie das sein kann, dass es keinen Anfang gab.
Du wirst mit der rein philosophischen Herangehensweise scheitern müssen.
Der maximale Schaden den die Naturwissenschaft erleidet, ist der durch Philosophen, die selber keine naturwissenschaftlichen Ausbildung genossen haben. Du suchst hier nach Stringenzen, nach Kausalitäten, die in der form nicht gegeben sind und alle spezifischen Eigenschaften die das Universum nun mal hat, wird dem auch nicht gerecht.

Um mal zu veranschaulichen, wie meilenweit weg du von der Betrachtungsweiße bist, die du haben solltest, um es philosophisch zu betrachten:
Die Multiversen Theorien speisen sich zb Primär aus postuliertem Phasenübergang bei der Inflation, vom Standardmodell. Die zugrunde liegende Annahme ist, dass die Inflation, wenn sie mal angefangen hat, nicht mehr aufhört. Wenn man hier die Therme rechnet, kommt man ua auf dieses Ergebnis bzw auf Unendlichkeiten. Jetzt frage ich dich, was hat das noch mit der klassischen philosophischen Betrachtungsweiße zu tun? Die Antworten die das Universum hergibt, sind alles komplexe, spezifische Teilantworten, wovon jede Teilantwort in seiner Beschaffenheit jede art von menschlicher Sinnsuche ins absurde stellt.


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05.03.2019 um 13:55
Peter0167 schrieb:Aus meiner Sicht war dieser Schritt zwingend notwendig, eben weil es die einzige Möglichkeit war, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Schon richtig, aber gerade was die theoretische Physik anbelangt, könnte ich mir ziemlich gut eine Kooperation zwischen Physikern und Philosophen vorstellen, um "Grenzfragen" einer Antwort näher zu bringen. Wenn ich noch mal jung wäre, würde ich wahrscheinlich Philosophie und Physik jeweils als Hauptfach studieren.
Peter0167 schrieb:das hat nichts mehr mit der heutigen beschleunigten Expansion zu tun
Hab ich auch nie behauptet.
Peter0167 schrieb:und ist auch nicht der Grund für die Annahme einer Anfangssingularität und des Urknalls!
Sondern?
Sungmin_Sunbae schrieb:Die Antworten die das Universum hergibt, sind alles komplexe, spezifische Teilantworten, wovon jede Teilantwort in seiner Beschaffenheit jede art von menschlicher Sinnsuche ins absurde stellt.
Es geht nicht um "Sinnsuche", sondern um die Frage, ob es einen Anfang gab oder nicht. Für mich ist das die mit Abstand wichtigste aller möglichen und denkbaren Fragen. Ich kann mir wie gesagt eine anfangslose Welt nicht vorstellen, denn das würde einen "Gott" voraussetzen.


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05.03.2019 um 13:56
Libertin schrieb:Die kosmologische Inflationsphase ist auch "nur" eine Hypothese die sogar ihre Kritiker hat.
Vollkommen zurecht. Die Wahrscheinlichkeiten die für eine Inflation sprechen, die so ausgegangen sein müssen, wie sie es sind, liegt bei 10 hoch 100.

Wikipedia: Liste_ungelöster_Probleme_der_Physik#Kosmologische_Inflation

Spoiler
Als kosmologischen Inflation wird eine Phase extrem rascher Expansion des Universums bezeichnet. Je nach zugrunde liegenden Annahmen begann sie zwischen 10−43 s, d. h. der Planck-Zeit (bzw. dem Beginn des Urknalls selbst), und 10−35 s und dauerte bis zu einem Zeitpunkt zwischen 10−33 s und 10−30 s nach dem Urknall.

Ist die Theorie der kosmologischen Inflation korrekt, und falls ja, wie sehen die genauen Details dieser Zeitspanne aus?
Was ist das hypothetisch postulierte Inflatonfeld, das diese Inflation hervorruft? Falls die Inflation an einem bestimmten Raumpunkt geschehen ist, ist sie dann selbsterhaltend durch die Inflation von quantenmechanischen Fluktuationen (Vakuumfluktuationen), und geht sie deshalb möglicherweise in weit entfernten Gegenden des Universums weiter?
Durch die Annahme einer inflationären exponentiellen Expansion können die beiden folgenden offenen Fragen des Standardmodells der Kosmologie beantwortet werden:[1]

das Horizontproblem: Während der sehr kurzen Phase der Inflation dehnt sich die Raumzeit schneller aus als Lichtsignale, so dass der heute dem Beobachter zugängliche Raum kausal zusammenhängend ist.[1][2]
das flache Universum: Die Inflation „flacht“ die Krümmung des Universums immer weiter ab, bis letztendlich ein euklidischer Raum entstanden ist.[1][2]
Folgende Punkte sprechen aber gegen das Inflationsmodell:

Schlechte Inflation bzw. gar keine Inflation: Schlechte Inflation ist wahrscheinlicher als gute Inflation, wobei mit schlechter Inflation eine Periode beschleunigter Expansion gemeint ist, die zu einem Ergebnis führt, das den heutigen Beobachtungen widerspricht. Und ein Universum ohne Inflation ist wahrscheinlicher als eines mit Inflation (gemäß Roger Penrose um den Faktor 10100).[3]
Ewige Inflation: Wenn die Inflation einmal begonnen hat, hört sie aufgrund von Quantenfluktuationen nie wieder auf. So entsteht ein Meer von inflationär expandierendem Raum, in die kleine Inseln aus heißer Materie und Strahlung eingebettet sind – jede dieser Inseln ein eigenständiges Universum.[3] Gemäß Alexander Vilenkin bilden sich Universen als Blasen, in denen physikalische Zustände mit einem echten Vakuum herrschen, wie wir es kennen. Diese Blasen – unser beobachtbares Universum ist eine solche Blase – bleiben von falschen Vakuum umgeben, das immer weiter expandiert und dabei immer neue Blasen erschafft




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05.03.2019 um 14:02
Realo schrieb:Es geht nicht um "Sinnsuche", sondern um die Frage, ob es einen Anfang gab oder nicht. Für mich ist das die mit Abstand wichtigste aller möglichen und denkbaren Fragen. Ich kann mir wie gesagt eine anfangslose Welt nicht vorstellen, denn das würde einen "Gott" voraussetzen.
Na klar ist das eine Sinnsuche. Halt eine ohne Gott. Du willst wissen, wie es entstanden ist. Das Problem dabei ist ja offensichtlich. Nennt sich infiniter Regress.
Entweder du setzt etwas voraus und nennst es was ewiges oder du kommst zu dem Schluss dich zu fragen, was davor war. Das ist eben der Versuch es kausal begründen zu wollen. Die Frage ist aber, WARUM denkst du, dass das Universum so beschaffen ist, dass es der Mensch verstehen kann? Wenn du die Charakteristik der Quantenwelt im speziellen ansiehst, merkt man doch, dass es nicht so ist.

Und das ist das Problem von Philosophen oder Leuten die an die Sache rein philosophisch lösen wollen. Sie wollen es nicht akzeptieren, dass es sein könnte, dass es per se nicht geht und zwar jenseits von der Erkenntnisfähigkeit.


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05.03.2019 um 14:13
Sungmin_Sunbae schrieb:Die Wahrscheinlichkeiten die für eine Inflation sprechen, die so ausgegangen sein müssen, wie sie es sind, liegt bei 10 hoch 100.
Nur eine Verständnisfrage: Meinst du 10 ^ 100 oder 10 ^ –100?
Sungmin_Sunbae schrieb:Die Frage ist aber, WARUM denkst du, dass das Universum so beschaffen ist, dass es der Mensch verstehen kann?
Sind das nicht Abwiegel-Fragen, um nicht zu der Cicero/Sokrates-Erkenntnis zu kommen: ich weiß, dass ich nichts weiß?
Hat bei mir rein gar nichts mit Anthropozentrik zu tun, nicht dass du mir diesen Irrweg unterstellst. es ist für mich einfach eine Frage der Logik, weil mir beides - voraussetzungsloses schon-immer-gewesen-Sein ebenso wie abrupter Anfang ohne Ursache/Grund unlogisch erscheinen.

Zum Rest: Meinst du es könnte noch etwas Drittes geben außer voraussetzungslosem Schon-immer-Sein und abruptem Anfang ohne Grund?


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05.03.2019 um 14:40
Realo schrieb:Zum Rest: Meinst du es könnte noch etwas Drittes geben außer voraussetzungslosem Schon-immer-Sein und abruptem Anfang ohne Grund?
Es wird Wahrscheinlich ein drittes, ein viertes und ein xtes geben.
Einige davon wären wohl Wahrscheinlichkeitsrechnungen, die man extrapolieren könnte, sofern man Daten dazu hat( wie man dazu kommen könnte und ob es utopisch ist, ist eine andere frage) Auch könnte es welche geben, die einfach nichts mehr mit dem zu tun hat, was wir uns vorstellen können. Sprachlich könnte ich eines grob und ungenau formulieren, logisch nicht.

Sich einander bedingende Umstände, wäre eine dritte Option.
Was besseres habe ich nicht und ja, es ist scheiße.
Realo schrieb:Nur eine Verständnisfrage: Meinst du 10 ^ 100 oder 10 ^ –100?
10^100, steht eh hier auch.(schlechte Inflation) Wikipedia: Liste_ungelöster_Probleme_der_Physik#Kosmologische_Inflation


Was ich dir unterstelle ist, dass du verstehen musst, dass es bei der Physik um Felder, Vektoren, Phasenräume, Mannigfaltigkeiten, Tensoren usw geht. Wenn du dir das nur ein WENIG mit Ernsthaftigkeit durchließt, dann verstehst du, dass du die Frage wie du sie gestellt hast, sich nicht stellt.

Im übrigen ist variante 1 mit dem einem Postulat wo man was als Ewig voraussetzt, physikalisch logischer, weil man ja postulieren kann, dass diese in einer "Zeitlosigkeit" gefangen gewesen ist. So ein Konstrukt ist logisch möglich. Stell dir ein Gebilde vor dem Universum vor, wo der Zeitpfeil in alle Richtungen (fast) gleichberechtigt gewesen ist.Wenn man das postuliert, kann man auch sagen, dass es durch eine winzige Ungleichgewicht unser Universum entstanden ist. In diesem "zeitlosem" Voruniversum, muss dieses Ungleichgewicht formal nicht einmal klein sein, da ja der Zeitpfeil in alle Richtungen (fast) gleichberechtigt ist. Bis sich das Ungleichgewicht bemerkbar gemacht hat und es zum Urknall gekommen ist, kann eine Ewigkeit vergangen sein. Die einzigen Postulate die du als wahr annehmen musst ist, dass es was gegeben hat. ( wobei spezifischer wir hier von energie, statt von masse sprechen sollten)

Numero 2 kommt zumindest in unserem Universum nicht vor, selbst der leere Raum ist nicht leer, insofern ist da klein platz für das nichts, worin dann was entstehen kann. ( ich weiß, weird formuliert)


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05.03.2019 um 14:52
Sungmin_Sunbae schrieb:Was ich dir unterstelle ist, dass du verstehen musst, dass es bei der Physik um Felder, Vektoren, Phasenräume, Mannigfaltigkeiten, Tensoren usw geht. Wenn du dir das nur ein WENIG mit Ernsthaftigkeit durchließt, dann verstehst du, dass du die Frage wie du sie gestellt hast, sich nicht stellt.
Ich hab eigentlich ziemlich viele - allerdings populärwissenschaftliche - Bücher zur theoretischen Physik gelesen und bleibe trotzdem bei meinen Fragen und auch, dass es nur 2 "Anfänge" gegeben haben kann: entweder schon immer gewesen (also ohne Anfang, dann auch ohne Ende) oder abrupt und voraussetzungslos (da es außer dem "Punkt"/Singularität -> Urknall in diesem Modell nichts gab).
Sungmin_Sunbae schrieb:Im übrigen ist variante 1 mit dem einem Postulat wo man was als Ewig voraussetzt, physikalisch logischer, weil man ja postulieren kann, dass diese in einer "Zeitlosigkeit" gefangen gewesen ist
Unvorstellbar aber möglich. Die Implikationen wären unabsehbar, weil man dann tatsächlich einen "Gott" postulieren müsste, da es - ich sags jetzt mal philosophisch - einen Grund des Seins beinhalten würde, noch dazu einen voraussetzungslosen.
Sungmin_Sunbae schrieb:Wenn man das postuliert, kann man auch sagen, dass es durch eine winzige Ungleichgewicht unser Universum entstanden ist.
Aber auch nur, wenn du noch etwas anderes NEBEN bzw. außerhalb des Universums postulierst, denn "Zeitpfeile in alle Richtungen" sind schon wieder ETWAS (Zeit ist etwas im Gegensatz zu Nichts).
Sungmin_Sunbae schrieb:Numero 2 kommt zumindest in unserem Universum nicht vor, selbst der leere Raum ist nicht leer,
Da liegt glaube ich dein Missverständnis, denn nach dem Urknallmodell kann es nichts "außerhalb" gegeben haben, weil es kein "Außerhalb" gibt. wenn man von Universum spricht, meint man ALLES.


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05.03.2019 um 14:57
Realo schrieb:Sondern?
Das klingt jetzt vielleicht banal, ist es letztlich auch, aber die Vorstellung von einer Anfangssingularität ist darauf zurückzuführen, dass man die beobachtete Expansion zeitlich rückwärts laufen ließ, und so zwangsläufig dort landete, wobei wir mit unseren Theos natürlich nie bis an die Singularität herankommen.

Und wie die bisherige Diskussion zeigt, ist auch alles, was wir über die erste Sekunde zu wissen glauben, mit Vorsicht zu genießen, da eine experimentelle Überprüfung noch jenseits unserer Möglichkeiten liegt. Nur eines scheint ganz sicher zu sein, die "Planck-Firewall" werden wir mit unseren derzeitigen Theorien nicht durchbrechen, und bis uns diesbezüglich was neues einfällt, ist das eben so hinzunehmen.

Dennoch bin ich der Meinung, wir können uns über das Erreichte ruhig mal freuen, und unsere Erfolge nicht kleinreden, nur weil sich die letzte Erkenntnis noch nicht eingestellt hat. Diese ganze Diskussion um die "Unmöglichkeitsfragen" nimmt ja bereits pathologische Züge an. Gefühlt 80% der Weltbevölkerung beherrscht die Grundrechenarten nicht, aber jeder will wissen, was vor dem Urknall war ... das ist einfach nur krank. (m.M.n.)


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05.03.2019 um 15:01
@Peter0167

Einverstanden, so sehe ich das auch, außer
Peter0167 schrieb:Diese ganze Diskussion um die "Unmöglichkeitsfragen" nimmt ja bereits pathologische Züge an.
Aber auch nur für reine Physiker, die von "Geisteswissenschaften" (Philosophie) oder auch nur neugierigen Menschen
Peter0167 schrieb:Gefühlt 80% der Weltbevölkerung beherrscht die Grundrechenarten nicht, aber jeder will wissen, was vor dem Urknall war ... das ist einfach nur krank.
nichts halten.


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05.03.2019 um 15:03
@Realo
Das von mir vorgestellte Szenario ist physikalisch möglich, weil es in unserem Universum auch vorkommt. Die Entropiebegründungen wonach es in eine Richtung verläuft ist nämlich statistisch, sie kann verletzt werden. Es gibt Ansätze, die so eine Hypothese für möglich machen. Das hat mit der beschaffenheit der Elementarteilchen zu tun. Materie und Antimaterie sind nicht exakt gleich beschaffen, es gibt die sogannante Cp Verletzung.
Andrei Sacharow merkte in den 1960er Jahren an, dass die CP-Verletzung eine der Voraussetzungen dafür ist, dass es im Universum die beobachtete große Dominanz der Materie gegenüber der Antimaterie geben kann (Baryonenasymmetrie). Unser heutiges Verständnis vom Urknall geht davon aus, dass er Teilchen und Antiteilchen in gleicher Menge hervorbrachte. In der Baryogenese entstand dann das jetzt beobachtete Ungleichgewicht. Was der exakte Mechanismus ist, ist aber umstritten. Experimente müssen klären, welchen Ursprungs die CP-Verletzung ist und ob sie genügend groß ist, um ausreichend Materie erzeugen zu können.
Wikipedia: CP-Verletzung#Verknüpfung_mit_dem_Standardmodell

Der Dirac see könnte hierbei als Analogie genommen werden, wie es aussehen könnte.

Wikipedia: Dirac-See


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05.03.2019 um 15:13
Peter0167 schrieb:Dennoch bin ich der Meinung, wir können uns über das Erreichte ruhig mal freuen, und unsere Erfolge nicht kleinreden, nur weil sich die letzte Erkenntnis noch nicht eingestellt hat. Diese ganze Diskussion um die "Unmöglichkeitsfragen" nimmt ja bereits pathologische Züge an. Gefühlt 80% der Weltbevölkerung beherrscht die Grundrechenarten nicht, aber jeder will wissen, was vor dem Urknall war ... das ist einfach nur krank. (m.M.n.)
Was heute eventuell unmöglich ist, ist morgen eventuell schon möglich.
Ich verweise mal auf mein letztes Posting in der Wissenschaftsrubrik. (*klick*)
Allerdings finde ich es auch bedenklich, dass der Trend eher dahin geht, die schwierigen Probleme sofort zu lösen, aber man keine Lust hat sich Grundkenntnisse in einem Themengebiet anzueignen. Trotzdem ist Neugier immer die beste Voraussetzung für zukünftige Lösungsansätze und neue "Wissenschaftlergenerationen"

Aber besonders so eine Frage wie "Was ist hinter dem Universum" kann man eben noch lange Zeit nur mit einer Glaubensfrage beantworten. Ich tendiere da eher zu den Multiversen- und Universum im Universumtheorien, aber auch das ist wohl eher eine persönliche Überzeugungsfrage.

Wobei die Annahme dass das Universum ein in sich abgeschlossener Raum ist, auch relativ plausibel ist. Dazu müssen wir aber aus den 3 dimensionalen Raum raus. Und bekanntlich nach Einstein sind Raum und Zeit unlösbar mit der kosmischen Materie verbunden ergo kann es keinen Raum außerhalb des Universums geben.


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05.03.2019 um 15:31
Peter0167 schrieb:Gefühlt 80% der Weltbevölkerung beherrscht die Grundrechenarten nicht, aber jeder will wissen, was vor dem Urknall war ... das ist einfach nur krank. (m.M.n.)
Aus unserer perspektive schon :D
Je mehr ich dazu lese und ich lese schon lange und habe ich durch 546546546587 Inhalte gequält, desto kleinlicher werden meine Gedanken zum großen ganzen und zu der Frage, wie es entstanden sein kann. Ich stelle mir sie eigentlich gar nicht, ich weiß ich werde die Frage nicht beantworten können.

Auf der anderen Seite muss man sagen, dass der mensch unabhängig von seinem Wissensstand zu jedem Thema eine Meinung bildet. Natürlich sollte man mit bescheidenen wissen, seine Meinung nicht so offensiv forcieren. Auf der anderen Seite, sind wir menschen so beschaffen und eigentlich sind wir alle davon betroffen.

Wir sind sehr primitive wesen in unserer Grundstruktur. Für den Fortbestand hat sich kausales denken als vorteilhaft erwiesen. Unser Gehirn stellt automatisch einen Zusammenhang her, weil es für das überleben wichtig ist, insofern kann der auch der Analphabet nicht anders, als sich die Frage zu stellen, wie alles begonnen hat. Dieser Mechanismus ist ja auch keines, was man so abstellen kann. Gebildete Leute haben natürlich im laufe ihres Lebens gelernt, wie man damit umgeht und ihnen wurden Werkzeuge zur Hand gegeben, wie man alternativ vorgehen kann aber instinktiv ist das drinnen und wir sind eigentlich bis auf ein paar kognitive Verzerrung allesamt gleich viel, von diesen Verzerrungen betroffen.

Ist einer meiner Lieblingslisten. Ist sehr faszinierend.
Wikipedia: Liste_von_kognitiven_Verzerrungen


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05.03.2019 um 15:36
Sungmin_Sunbae schrieb:Ist einer meiner Lieblingslisten. Ist sehr faszinierend.
Wikipedia: Liste_von_kognitiven_Verzerrungen
Darunter der Top-Favorit:
Wikipedia: Bias_blind_spot
:)


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05.03.2019 um 15:38
@Noumenon
Oh ja, mega schwer, sich dem zu entziehen :D


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05.03.2019 um 15:53
Polunochnaya schrieb:Was heute eventuell unmöglich ist, ist morgen eventuell schon möglich.
Das mag schon sein, daher schrieb ich ja auch ... "mit unseren derzeitigen Theorien". Die ART versagt nun mal bei extremen Dichten, wie sie vermutlich am Urknall vorlagen. Erst durch die Planck-Größen konnte eine Grenze definiert werden, die bisher prinzipiell nicht überschritten werden kann. Ob sich daran in Zukunft etwas ändern wird, steht noch in den Sternen.

Ich habe mich zwar damit abgefunden, dennoch mache ich mir gelegentlich Gedanken darüber, aber nur kurz. Die Chance, durch pures Nachdenken auf die Lottozahlen von nächster Woche zu kommen, liegt Größenordnungen über der Möglichkeit, etwas über den Urknall zu erfahren. :D


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05.03.2019 um 16:03
Peter0167 schrieb:Ich habe mich zwar damit abgefunden, dennoch mache ich mir gelegentlich Gedanken darüber, aber nur kurz. Die Chance, durch pures Nachdenken auf die Lottozahlen von nächster Woche zu kommen, liegt Größenordnungen über der Möglichkeit, etwas über den Urknall zu erfahren.
Ich muss dich leider korrigieren :troll:
Über den Urknall, wo wir meinen, dass er stattgefunden hat bzw dies der Anfang war :troll:
Wenn das ein zyklisches ding ist, eine Multiversumkiste oder dergleichen, können wir einpacken :D


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05.03.2019 um 16:06
Sungmin_Sunbae schrieb:Ich muss dich leider korrigieren :troll:
Wieso? Ich schrieb nicht, dass es möglich wäre. :D

PS: Wobei ... ich gebe zu, eine endliche Wahrscheinlichkeit eingeräumt zu haben :( ... aber die kann man ja auch nicht gänzlich ausschließen.


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05.03.2019 um 16:40
Peter0167 schrieb:ich gebe zu, eine endliche Wahrscheinlichkeit eingeräumt zu haben
So gesehen gibt es in unserem Universum immer eine 1/unendlich Chance. Man muss nur oft genug gegen die Wand rennen um irgendwann auf der anderen Seite wieder raus zu kommen. :D :troll:


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