@abbacbbc Naja, ob PHEV (hier 'E Hybrid") ein Elektroauto ist, kann man streiten. Meiner Meinung nach nicht, da ja ein Verbrennungs Motor verbaut ist.
Ich habe recherchiert, und die VW e-Hybride sind technisch cleverer als man denkt:
Im reinen E-Betrieb: Golf eHybrid z.B. 14,7–15,7 kWh/100km (ADAC-Praxistest: 19,1 mit Ladeverlust). Das ist nicht ineffizient.
Im reinen Verbrenner-Betrieb (leere Batterie): Golf 6,0 l/100km, Tiguan 5,8 l/100km. Das ist sogar besser als viele reine Benziner! Der Motor profitiert von Rekuperation und elektrischer Unterstützung, auch im Verbrenner Modus.
ABER: Trotzdem haben PHEVs ein strukturelles Problem:
Das Getriebe-Dilemma: Ein E-Motor braucht eigentlich nur eine Reduktion. Ein Verbrenner braucht Multi-Gang-Getriebe. Ein Hybrid-Getriebe muss beiden genügen = Kompromiss mit Extra-Komplexität und Gewicht. (Die neuen VW e-Hybride nutzen zwar clever alle 6 Gänge auch im E-Modus – aber die Komplexität bleibt.)
Das Gewicht-Problem: Doppelter Antriebsstrang + Batterie + Elektronikinventar = das Auto ist schwerer als nötig.
Das Batterie-Nutzungs-Problem: PHEVs haben relativ kleine Batterien (die neuen VW e-Hybride: 19,7 kWh netto – größer als früher, aber immer noch kleiner als ein echtes E-Auto mit 50–80 kWh). Im Alltag werden sie regelmäßig vollgeladen/entleert = häufigere Ladezyklen, was die Batterie-Lebensdauer beeinflusst.
Die praktische Realität: Die Batterie reicht für tägliche Stadtfahrten (bis 130 km WLTP). Aber in der Mix-Nutzung fährt man oft im Hybrid-Modus und schleppt E-Teile mit herum. Das erklärt, warum der Touareg mit 9,82 l/100km deutlich höher liegt, obwohl die Technik eigentlich gut ist.
Zusatz-Punkt: Die Lade-Realität
Wer den e-Hybrid primär im effizienten E-Modus nutzen möchte, muss sehr häufig laden – praktisch täglich oder alle 2–3 Tage, je nach Fahrleistung:
Bei 130 km WLTP Reichweite und durchschnittlichen Tagesfahrten von 100–150 km ist das tägliches Laden erforderlich.
Das setzt voraus: Ladeinfrastruktur zu Hause oder am Arbeitsplatz.
Wer das nicht hat oder nicht täglich laden kann, fährt de facto im Hybrid/Verbrenner-Modus – und verliert den Effizienz-Vorteil größten Teils.
Zum Vergleich: Ein echtes E-Auto mit 500 km Reichweite (z.B. Enyaq, Ioniq 5) muss nur einmal pro Woche geladen werden – deutlich praktischer im Alltag.
Das ist das Paradoxon: Um die Effizienz des e-Hybrids zu nutzen, muss man ihn wie ein E-Auto mit täglichem Laden behandeln. Dann ist aber ein echtes E-Auto mit 5x höherer Reichweite und weniger Lade-Frequenz die logischere Wahl.
Fazit: VW e-Hybride sind nicht schlecht konstruiert – aber das PHEV-Konzept selbst führt zu Ineffizienz im realen Alltag. Für die meisten Fälle sind reine E-Autos die bessere Wahl.
Bonus-Punkt: Das "Flexibilität"-Argument ist ein Trugschluss
Ein häufiges Argument für PHEVs: "Bei günstigem Spritpreis fahre ich mit Benzin, wenn Strom billiger wird, fahre ich mit Strom."
Die Rechnung:
Benzin-Modus: ~6 l/100km × ~2,00€/Liter = ~12 Euro/100km
E-Modus: ~19 kWh/100km (mit Ladeverlust) × 0,30€/kWh = ~5,70 Euro/100km
Ergebnis: Strom ist immer billiger – es gibt kein realistisches Szenario, in dem Benzin günstiger ist.
Das Argument der "Flexibilität" ist also ein Trugschluss.
Die Realität ist:
Du musst täglich laden.
Du wirst immer versuchen, im E-Modus zu fahren (weil es günstiger ist)
Aber die kleine Batterie zwingt dich regelmäßig in den Benzin-Modus.
→ Worst-of-both-worlds: Sehr hohe Lade-Frequenz und trotzdem im Benziner Modus.
Und wenn du es tatsächlich schaffst nur im E Modus dauerhaft zu fahren, wird es noch schlimmer.
Ein Verbrennungs Motor der nie läuft, mag es nämlich überhaupt nicht nach Monaten dann doch zu laufen und das auch noch im Winter vielleicht, weil dann die E Reichweite unter 100 km schrumpft.