kuno7 schrieb:Nachts wird auch im Ausland weniger Strom gebraucht.
Jein. Europa zieht sich durch verschiedene Zeitzonen, was beim Netz im- und Export dann auch genutzt wird. Stromhauptverbraucherzeiten also so 17-22 Uhr denen sich durch die Zeitzonen nochmal.
kuno7 schrieb:Es gibt eben verschiedene Möglichkeit Leistung und Last im Netz zu synchronisieren. Man kann zB. nur so viele Großkraftwerke laufen lassen, wie es Grundlast gibt und die Spitzenlast dann durch schnell zuschaltbare Kraftwerke decken oder man hat etwas mehr Leistung aus Großkraftwerken und installiert zusätzlich Speicher, die dann bei Schwachlast geladen und bei hoher Last entladen werden.
In der Realität isses eine Mischung aus beidem.
Da hast du Recht. Wir haben eine recht starken Erzeugermix in Deutschland. Auch einen starken Erzeuger-Import-mix.
kuno7 schrieb:Ne, nich wirklich. Es geht vor allem darum Leistung und Lasten zu synchronisieren.
Auch da würde ich Jein sagen.
Vor allem kann ich nicht mitgehen. Leistung und Lasten sind immer auszugleichen. Grundsätzlich hast du da recht, aber in Bezug auf meinen Satz der bewusst Speicher benennt stimmt er nicht mehr zu 100%. Mehr eigene Speicher bedeuten einfach weniger Abhängigkeit von teuren Importen. Netzstabilität ist ein sehr wichtiger Faktor. Strompreise sind aber ebenso wichtig. Beides wird bei den Netztradern überwacht.
kuno7 schrieb:Pumpspeicher sind Kurzzeitspeicher
Wer sagt denn das? Das habe ich ja noch nie gehört oder gelesen. Vor allem der Vergleich zu Akkus hinkt etwas.
Pumpspeicher nehmen Überschuss auf, ja. Sie können kurzfristig Strom erzeugen durch die Kinetische Rückgewinnung, aber so konzipiert oder als Kurzeitsnutzer sind sie nicht gemacht worden.
kuno7 schrieb:ebenso wie Akkus
Akkus haben im Gegensatz zu anderen Speichern sogar Nachteile beim Langzeitspeichern, zumindest chemische Akkus, von daher ist ein PSW nicht mit einem Akku zu vergleichen.
kuno7 schrieb:Pumpspeicher wurden mit der Einführung von Großkraftwerken sinnvoll.
Die wurden ja nur sinnvoll, weil es die einfachste und technisch beste Lösung zu der Zeit war, aber nicht speziell weil man Großkraftwerke hatte.
Technisch gesehen sind die PSw immer noch toll, aber das völlig unabhängig vom Energiemedium.
paxito schrieb:Doch genau deswegen musst du die „Puffern“ eben weil du die nicht an den Verbrauch anpassen kannst. Genau deshalb ist es notwendig. Was du nicht Puffern musst, sind Anlagen die du hoch und runter regeln kannst. Und genau deswegen passen AKW und Erneuerbare so überhaupt nicht zusammen.
Entweder reden wir komplett aneinander vorbei oder ich weiß nicht. Da du mir nicht glaubst, frag mal die KI, meine sagt Zitat:
Nein, Atomkraftwerke (AKW) müssen nicht per se durch externe Speicher gepuffert werden, um Strom ins Netz einzuspeisen. Allerdings erfordert ihr Betrieb im modernen Stromnetz andere, flexible Kraftwerke oder Speicher, die die Netzstabilität ausgleichen (puffern).
Quelle: Google-KI
Fazit, ein AKW benötigt keine Puffer. Das Netz schon. Da ich nicht bestritten haben, dass das Netz Puffer in irgend einer Form benötigt, kannst du gern erläutern ob du mit Puffer ggf etwas anderes meinst als ich ggf?
paxito schrieb:Das gilt für Erneuerbare, die sind „nicht gleichbleibend“ und nicht regelbar
Richtig. Nicht regelbar heißt aber dennoch kalkulierbar. Das macht unter anderem 50Hz für uns.
paxito schrieb:Bei AKWs kannste nicht mal das. Darum Speicher, schon lange vor den Erneuerbaren und lange vor den großen Batteriespeichern.
Brauchst du auch nicht. Weil die Erzeugung bekannt ist. Jede Sekunde, jede Minuten usw. Also ist nichts zu puffern. Ab zum Umspannwerk und rein ins Netz. Das Netz an sich wir dann stabil gehalten und die Importe/Exporte und Speicher werden kalkuliert, meist 24 Stunden vorher. Das klappt seit Jahrzehnten so, ohne AKW-Puffer.
paxito schrieb:Beispiele? Waldeck II
Ich halte dich für klug und eloquent, aber du hast wirklich einen Gedankenfehler bei den PSW in Bezug auf Großerzeugeranlagen. Ich nehme mal Waldeck 2 direkt als Beispiel um dich zu entkräften.
Die Pumpspeicherkraftwerke Waldeck wurden erbaut, um zu Schwachlastzeiten überschüssigen elektrischen Strom zum Pumpen von Wasser in die hochgelegenen Oberbecken zu nutzen und zu Spitzenlastzeiten Wasser aus den Oberbecken zur Stromerzeugung zu nutzen. Dies geschieht in Waldeck I und Waldeck II.
Dazu wird in den beiden Pumpspeicherkraftwerken, die als Spitzenlastkraftwerke fungieren, Ederwasser aus dem Affolderner See durch die von den Generatoren angetriebenen Speicherpumpen über die Druckrohrleitungen (Pipelines) in die zwei Oberbecken gepumpt.
Quelle:
Wikipedia: Pumpspeicherkraftwerk WaldeckEin PSW puffert das Netz völlig unabhängig ob da ein AKW oder ein KKW oder 300.000 Windräder stehen. PSW Gelten als Netzpuffer und gleichzeitig als Großerzeuger wenn benötigt.
Die haben rein garnichts mit anderen Kraftwerken zu tun, ABER die haben wohl etwas mit der Netzstabilität zu tun. Also sind die einfach nur ein Speicher.
paxito schrieb:Es gibt nur einen gleichmäßigen Erzeuger, AKWs
Gab, aber ja. Gleichbleibende Erzeuger müssen niemals gepuffert werden. Denn die sind in der Netzlast immer mit dessen Last einkalkuliert. Gleichbleibenden Erzeugen werden immer als ersten eingepreist weil das so einfach ist, die zu benennen und die Last einzuberechnen.
paxito schrieb:War Quatsch, gibt noch Wasserkraft und Biogasanlagen. Die hatte ich vergessen. Und bestimmt noch andere Nischen, Geothermie zB.
Egal, auch Biogas unterliegt Schwankungen. AKW wären aus meiner Sicht stabil die einzige gleichbleibend kalkulierbare Quelle.
Wenn man Gezeitenkraftwerke hätte, wäre das noch ähnlich verlässlich.