alhambra schrieb:Also ich habe am Wochenende Claude eine SaaS cloudanwendung schreiben lassen. Mit Mandantenfähigkeit und alle Daten werden verschlüsselt auf dem Server abgelegt. Alleine die Verschlüsselung ist so komplex, da würde ein normales Entwicklerteam viele Tage dran sitzen. Inklusive weiter Benutzer einladen und ne IOS APP
Ich finde das sehr interessant, was du schreibst, denn meine eigenen Erfahrungen sehen eigentlich anders aus.
Ich nutze - wie weiter oben angesprochen - auch inzwischen KI-Unterstützung beim Entwickeln, muss aber Einschränkungen machen.
Nur zwei Beispiele:
Mittlere (und größere) Projekte scheinen die gängigen Coder-LLMs nicht mehr wirklich erfassen zu können. Mein aktuelles Projekt hat ein realtionales Datenmodell mit ungefähr 100 Tabellen und ungefähr 450 Java-Klassen (nur die eigenen Klassen im Projekt, ohne Bibliotheken).
Die Vorschläge, die gemacht werden, lassen erkennen, dass die technischen und fachlichen Zusammenhänge das System überfordern.
Es kommen manchmal Vorschläge, die die Qualität der Software grundsätzlich und massiv in Frage stellen und die Eignung für den Produktionseinsatz eigentlich "vernichten"..
Beispielsweise hat mir der Coding Agent beim Refaktorieren einer Spring-Boot Java-Web-Anwendung eine Klasse mit Custom-Formattern so umgestellt, dass er statische Instanzen für Abkömmlinge von Simple-XYZ-Formattern eingebaut hat... Zur Performance-Optimierung. :O
Wer so etwas dann einfach verwendet und in Produktion übergibt - weil Programmieren muss man ja nicht mehr können - bereitet die nächste Katastrophe gut vor.
Ich habe gestern ein aktuelles Video auf Youtube gesehen, in dem ein erfahrener Programmierer drei KI-Codern (Anthropic, OpenAi und Google) eine einfache Aufgabe gestellt hat. Gewünscht war eine simple Web-Anwendung / -App zur privaten Budget-Verwaltung, zwei Datenbank Tabellen (Kategorien und Ausgaben), drei Ansichten (Dashboard mit Monats- und Kategorie-Grafiken, Erfassungsseite mit einem Dartumsfeld, einer Combo-Box für die Kategorie und dem Betragsfeld und einer Sidebar links mit Menü und einer Headerzeile.
Ergebnis aus meiner Erinnerung:
- Der Google-Coder ist mehrfach augestiegen und das Gesamtprojekt war am Ende nicht ausführbar / kompilierbar.
- Der OpenAI-Coder hat ebenfalls kein direkt ausführbares Konstrukt erzeugt.
- Das Ergebnis des Anthropic-Coders lief fast auf Anhieb, allerdings hatte er eine Funktionalität auf dem Dashboard "vergessen".
Ich selbst bin immer wieder mal überrascht über das, was mir da geliefert wird, manchmal positiv, manchmal kriege ich aber auch einen Lachflash...
Manche Institution, die heute S/W-Entwickler entlässt und sich auf die Qualität der KI-Kollegen verlässt, dürfte ein böses Erwachen erleben.
Just my two cents...