EZTerra schrieb:die größte gruppe der bitcoin halter sind aber nunmal langfristige privatanleger/long term holder
eine Gruppe die aber nicht nur, und auch nicht ueberwigend aus Hardcore Ideologen besteht. Und darum geht es ja, weil das macht einen erheblichen Unterschied - die Ideologen moegen kaufen und halten egal welcher Preis, die langzeitspekulanten werden verkaufen wenn sie glauben, dass keine weitere Steigung zu erwarten ist. Deswegen sage ich ja auch, das Bitcoin an dem Tag sterben wird, an dem der Glaube stirbt das er weiter steigt.
EZTerra schrieb:das ist nicht richtig, denn bitcoin hat einzigartige eigenschaften, die kein anderes zahlungssystem bietet. und die nachfrage nach diesen eigenschaften besteht nunmal.
nicht wirklich. Wenn die Nachfrage aufgrund der Eigenschaften von Bitcoin als Zahlungsmittel bestuende, waere zu erwarten, das Bitcoin auch in grossen Masse als Zahlungsmittel verwendet wird. Tut es aber nicht.
Wir hatten ja auch schon, das die "einzigartige eigenschaften" von Bitcoin als Zahlungsmittel hat, fuer eine reale alltagsnutzung eher unpraktisch sind (siehe unsere bisherige Diskussion bezueglich "Hans Maier"). Also kann man getrost davon ausgehen, dass diese "einzigartige eigenschaften" nicht der nachfrage-treiber sind.
EZTerra schrieb:was ist denn überhaupt eine wallet von der stange? gibt es auch wallets nicht von der stange?
Eine Harware-Wallet 'von der Stange' ist ein kommerzielles Massenprodukt (wie Ledger, Trezor, Coldcard), das von Tausenden identisch genutzt wird. Wenn eine Schwachstelle im Firmware-Design existiert (siehe mein Coldcard-Beispiel. Und, wie gesagt, auch deine Hardware-wallet hat sicherheitsluecken - weil es kein Sicherheitssystem ohne luecken gibt, sondern nur ungefundene Luecken), betrifft das alle Nutzer gleichzeitig. 'Nicht von der Stange' waere ein individuelles, hochgradig gehaertetes Setup mit eigenen Sicherheitsaudits und komplexen Multisig-Strukturen. Aber da du sagst, der Aufwand sei dir zu hoch, nutzt du eben ein Standardprodukt und glaubst an die maximale Sicherheit. Das ist ein gefaehrlicher Trugschluss.
EZTerra schrieb:bitcoin funktioniert schon heute sehr gut als zahlungsmittel. aber in der tat funktioniert es noch mnicht im alltag und für den täglichen einkauf zb.
Wenn es 'nicht im alltag' und fuer 'den täglichen einkauf' dann funktioniert es nicht 'sehr gut als zahlungsmittel'.
EZTerra schrieb:es wird an lösungen gearbeitet und die werden wirfrüher oder später schon noch sehen.
heisst es seit 17 jahren. Genug Zeit, dass ich in der Zwischenzeit meinen Tower PC schon zweimal austauschen musste, weil der vorherige inakzeptabel veraltet geworden war. Wie gesagt, das grundlegenden Blockchain-trilema (also das Sicherheit, dezentralitaet und alltagstauglichkeit nicht gleichzeitig unter dem Hut zu bringen sind) laesst sich schlichtweg nicht aufloesen und jeder Ansatz dazu fuehrt unumgaenglich zu weiter komplexitaet die das gesamtsystem fehleranfaellig und/oder angreifbarer machen.
EZTerra schrieb:in erster line wurden die bitcoin spot etf´f für firmen und leute geschaffen, die aus welchen gründen auch immer nicht direkt in bitcoin investieren dürfen. die nachfrage war da und voila, da haben wir die bitcoin spot etf´s. nebenbei auch noch der erfolgreichte etf von blackrock jemals. das kommt ja nicht von ungefair.
Die Leute kaufen nicht die 'Vision eines zensurresistenten Geldes', sie kaufen ein Finanzprodukt an der Boerse. Wer einen BlackRock-ETF haelt, hat keinen privaten Key, keine Kontrolle und ist komplett abhaengig von einem Intermediaer. Die ETFs beweisen nicht, dass Bitcoin als Waehrung funktioniert, sondern dass es als spekulatives Asset für das traditionelle Finanzsystem attraktiv ist. In anderen Worten, das bitcoin spot etf so attraktiv sind, beweisst meine These: dass der weit ueberweigende Teil der Investition in Bitcoin nicht von maximalisten ist (die glauben das Bitcoin eines Tages Fiat abloesen wird), sondern langzeitspekulanten die sofort verkaufen werden wenn sie nicht mehr glauben, das Bitcoin weiter steigt.
EZTerra schrieb:deshalb hodl ich auch in bitcoin, denn da bestraft das im gegensatz zum sparbuch keiner.
Ein Sparbuch war nie als Instrument für den langfristigen Vermoegensaufbau gedacht, sondern als liquider Notgroschen. Produktives Realkapital (Aktien/Unternehmensbeteiligungen, breit gestreute Welt-ETFs, Immobilien) bietet seit Jahrhunderten einen nachgewiesenen Schutz gegen Geldentwertung, ganz ohne die immense Volatilitaet und das systemische Risiko eines rein spekulativen Krypto-Tokens.
und "da bestraft das im gegensatz zum sparbuch keiner" - es sei den, der Bitcoin ist die Woche mal 20% runter.
EZTerra schrieb:dann schauen wir mal wo das hinführt und ob das aufgeht. sieht mir nämlich irgendwie nicht danach aus. :)
wie gesagt, es hat seinen Grund, warum zentralbanken generell eine Inflation von so um die 2% anstreben. Wenn sie wollten, koennten auch die Fiatzentralbanken deflation herbeifuehren - aber es hat seinen grund, das sie es nicht tun, naemlich, dass, wenn das der Fall ware, der Anreiz zu gross waere das Geld selbst zu horten, anstatt es in die Realwirtschaft zu investieren.
EZTerra schrieb:wenn du wirklich glaubst, dass hier in einem industrieland der strom über längere zeit ausfällt, sagen wir mal über den zeitraum von einem jahr, was schon sehr lange wäre, dann zeigt es mir wie ahnunglos du bist. und selbst wenn das passieren würde, spätestens wenn strom und internet wieder da sind, ist auch bitcoin wieder da, denn die daten befinden sich ja auf den nodes. theoretisch müssten alle nodes zerstört werden, dann wäre bitcoin tatsächlich tot. wird nur nicht passieren, den irgendwo wird immer eine node überleben.
Muss auch nicht fuer ein Jahr am Stueck ausfallen. Aber wenn wir über den 'Kollaps des Fiat-Systems' sprechen, reden wir nicht ueber eine lokale krise, sondern über einen globalen systemischen Zusammenbruch. In einer Welt, in der die alle staatliche Ordnung so weit erodiert ist, dass alle Waehrungen wertlos sind, gibt es keine Garantie mehr fuer die Aufrechterhaltung eines globalen Stromnetzes und des Internets. Und ja, die Daten auf den Nodes ueberleben vielleicht. Aber was nuetzt dir ein 'ueberlebender Node' in einer Welt ohne funktionierende Infrastruktur? Du kannst deine Bitcoin nicht ausgeben, wenn es keinen Strom oder inte5rnet gibt, um die Transaktion zu senden, und keinen Gegenueber gibt, der in dieser Chaos-Situation BTC akzeptiert, weil er gerade versucht, mit seinem letzten Sack Mehl zu ueberleben.
EZTerra schrieb:wie gesagt, mach dir keine gedanken über meine nicht vorhandenen bitcoin wallet probleme.
so "nicht vorhanden" das du, an keiner Stelle, darlegen konntest inwiefern mein Aufzeigen deiner Sicherheitsluecken inkorrekt ist.
EZTerra schrieb:du kannst es nennen wie du willst. ich brauche jedenfalls keinen finanzberater. damit musst du dich schon abfinden.
ja. jemand der Partout beratungsresistent ist braucht keinen Berater, weil er sowieso nicht auf diersen hoeren wuerde.