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Mord an Claudia Obermeier in Röthenbach a. d. Pegnitz

Mord an Claudia Obermeier in Röthenbach a. d. Pegnitz

02.02.2019 um 22:06
Bundesferkel schrieb:Jemanden zu töten und abzulegen, den man in einem Fahrzeug hatte,
beansprucht nur 10 - 15 Minuten, sofern man den Toten nicht vergräbt.
Soviel zu einem möglichen Alibi des Taxifahrers.
Wir haben über den Taxifahrer schon vor langer Zeit diskutiert. Gegen seine Täterschaft spricht unter anderem, dass die Taxizentrale ja wusste, wen er fährt. Wäre schön blöd, einen solchen Kunden zu ermorden. Aber klar, nicht jeder Täter handelt rational. Was aber noch hinzukommt: Wenn ein Fahrgast nicht erscheint, meldet sich ein Taxifahrer normalerweise über Funk bei der Zentrale, dass er für weitere Fahrten zur Verfügung steht. Ich nehme an, dies hat auch der damalige Taxifahrer getan. Hätte er es nicht getan, wäre er allerdings höchst verdächtig geworden.
Bundesferkel schrieb:zumal er ja angab, erst
noch vor dem Floraheim gewartet zu haben.
Das wusste ich gar nicht mehr. Wäre interessant, WIE LANGE er angab. Aber für den Mord hätte er mindestens eine Stunde gebraucht. Theoretisch ginge es zwar schneller, aber gerade bei einer ungeplanten Tat schafft das keiner in 15 Minuten, man bedenke nur die psychische Ausnahmesituation.
Röthenbacher schrieb:Ist bekannt, ob der Taxifahrer auf Verletzungen untersucht wurde?
Nein.
Röthenbacher schrieb: Ist der genaue Tatort eigentlich bekannt?
Ziemlich genau, im Wäldchen kurz vor dem Fliederweg. Schau dir mal die eingestellten Bilder an.


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03.02.2019 um 09:27
Menedemos schrieb:Gegen seine Täterschaft spricht unter anderem, dass die Taxizentrale ja wusste, wen er fährt. Wäre schön blöd, einen solchen Kunden zu ermorden. Aber klar, nicht jeder Täter handelt rational. Was aber noch hinzukommt: Wenn ein Fahrgast nicht erscheint, meldet sich ein Taxifahrer normalerweise über Funk bei der Zentrale, dass er für weitere Fahrten zur Verfügung steht. Ich nehme an, dies hat auch der damalige Taxifahrer getan. Hätte er es nicht getan, wäre er allerdings höchst verdächtig geworden.
Falls er aber der Täter gewesen sein sollte, war seine Aussage, nämlich die, den Fahrgast nicht angetroffen zu haben, die einzig mögliche
Version, aus der Sache herauszukommen. Indem er dann noch erklärte, eine junge Frau (möglicher Fahrgast) gesehen und angesprochen zu haben, verleiht er der Geschichte noch ein bisschen mehr Glaubwürdigkeit, zumal man dann auch auf einen Fremden schließen kann, der dem Opfer zufällig in der Nacht begegnet sein könnte.
Das alles eben gerade auch im Hinblick darauf, dass die Adresse des Fahrgastes in der Taxizentrale bekannt war.


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03.02.2019 um 14:26
@Bundesferkel
Bundesferkel schrieb:war seine Aussage, nämlich die, den Fahrgast nicht angetroffen zu haben, die einzig mögliche
Version, aus der Sache herauszukommen
Das ist schon richtig. Auch die Fahrtstrecke nach Velden würde passen: Nach Renzenhof abbiegen Richtung Lauf, dort auf die A9. Trotzdem wäre es schon idiotisch vom Taxifahrer, einen Fahrgast zu ermorden, der ihm über die Zentrale vermittelt worden ist. Aber wer weiß?

Man kann nur hoffen, dass die Polizei gute Gründe hatte, den Taxifahrer aus dem Kreis der Verdächtigen auszuschließen. Aber da der "Kreis" der Verdächtigen für die Polizei nur aus einer Person zu bestehen scheint, muss man befürchten, dass generell recht schnell ausgeschlossen worden ist...

Zeitlich habe ich halt nach wie vor meine Zweifel. Zudringlichkeiten, Ermordung, teilweises Entkleiden des Opfers, Zeit der psychischen Indisponiertheit, Überlegen des weiteren Vorgehens... das dauert schon seine Weile und irgendwann musste sich der Fahrer auch wieder bei der Zentrale melden, um nicht aufzufallen.



Weiß eigentlich jemand, wie der Taxibetrieb in kleineren Städten, konkret in Röthenbach, organisiert ist? Gibt es da eine Taxi-"zentrale"? Oder befindet sich die in Nürnberg und dort ruft man an? Oder versucht man bei den einzelnen kleinen Taxiunternehmen sein Glück und ruft dort an?

Ich habe keine Ahnung...


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03.02.2019 um 19:18
Kurze Info für @Menedemos: Auf der Fahrt von Röthenbach nach Vorra könnte der Taxi-Fahrer ja auch gleich über die Behelfseinfahrt auf die Autobahn A9 aufgefahren sein. Spart auf jeden Fall Zeit.

Leider liegt die Zeit schon soweit zurück, dass ich mich nicht mehr sicher daran sicher erinnern kann, ob Röthenbach eine eigene Taxi-Zentrale hatte. M. E. gab es in Röthenbach zu jener Zeit eine Zentrale.

Um den Fall mal von einer anderen Seite komplett neu zu betrachten: Wenn wir nur mal die hard facts betrachten. Was haben wir dann?

a) einen Anruf nachts von C.O. nach Vorra, in den sie ihren Streit mitgeteilt hat (verbessert mich, wenn dem nicht so ist)
b) einen Taxi-Ruf für eine nächtliche Fahrt mit dem Taxi
c) letztendlich die Leiche
d) später eine Armbanduhr nahe Tatort und verteilte Kleidungsstücke an der Behelfsausfahrt der A9

(gerne könnte ihr mir noch weitere Facts mitteilen, sofern ich welche übersehen habe)

Stellen sich für mich die Fragen.

a) wer hat nachweislich und sicher C.O. das letzte Mal am Freitag abend lebend gesehen?
b) wer hat den Streit zwischen C.O. und J.O. gesehen bzw. gehört?
c) hat man auch den "Finder" der Leiche, also der Autofahrer, der am Waldstück vorbeigefahren ist, auch ausführlich vernommen?
d) zum Taxi-Fahrer, der gem. seinen Worten, C.O. am Floraheim nicht angetroffen hat, haben wir ja ausführlich geschrieben.
e) wann war der genaue Todeszeitpunkt?

Vielleicht sind wir durch die vielen Annahmen und der starkt fragmentierten Beweislage schon zu starkt in Hypothesen verstrickt.
Nur so mal als Gedankenspiel......... Eure Meinungen gerne.


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04.02.2019 um 09:03
Röthenbacher schrieb:könnte der Taxi-Fahrer ja auch gleich über die Behelfseinfahrt auf die Autobahn A9 aufgefahren sein
Dürfte aber verboten sein.
Röthenbacher schrieb:M. E. gab es in Röthenbach zu jener Zeit eine Zentrale.
Wie ist es denn heute?
Röthenbacher schrieb:gerne könnte ihr mir noch weitere Facts mitteilen, sofern ich welche übersehen habe
Nichts Wesentliches.
Röthenbacher schrieb:a) wer hat nachweislich und sicher C.O. das letzte Mal am Freitag abend lebend gesehen?
Laut Zeugenaussagen vermutlich der Taxifahrer, ansonsten wohl J.O.
Röthenbacher schrieb:b) wer hat den Streit zwischen C.O. und J.O. gesehen bzw. gehört?
Niemand.
Röthenbacher schrieb:c) hat man auch den "Finder" der Leiche, also der Autofahrer, der am Waldstück vorbeigefahren ist, auch ausführlich vernommen?
Vermutlich.
Röthenbacher schrieb:e) wann war der genaue Todeszeitpunkt?
Das solltest du die Polizei oder noch besser den Täter fragen. ;)


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13.04.2019 um 11:32
Ich habe am 11.04.19 mir mal den Fundort der Leiche angesehen und Fotos gemacht.

Das erste Foto entstand kurz vor dem Ortseingang von Renzenhof aus Richtung Röthenbach kommend, und dürfte auch der Weg sein, den C.O. gegangen ist.

11.04.19Original anzeigen (0,5 MB)


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13.04.2019 um 11:34
Hier der Fundort von der Straßenseite aus gesehen. Leider ist die genaue Fundstelle nicht genau bekannt, so dass ich ein größeres Teil abfotografiert habe.


WP 20190411 10 51 01 ProOriginal anzeigen (0,5 MB)


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13.04.2019 um 11:35
Hier die heutige Situation auf die "Behelfsausfahrt" der A9 in Richtung Röthenbach. Ist allerdings mit dem ursprünglichen Zustand 1990 nicht mehr vergleichbar:



WP 20190411 10 53 29 ProOriginal anzeigen (0,4 MB)


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13.04.2019 um 11:39
Und hier eine Nahaufnahme des Waldstücks am Fliederweg, die wahrscheinlich den Fundort der Leiche mit abdeckt. Einmal von der Haupstraße aus gesehen:



WP 20190411 10 51 14 ProOriginal anzeigen (0,5 MB)


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13.04.2019 um 11:40
...und einmal mit Blick in die Gegenrichtung zur Hauptstraße...


WP 20190411 10 51 38 ProOriginal anzeigen (0,5 MB)


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23.04.2019 um 07:32
Habe den Thread durch Zufall entdeckt und gelesen und wollte kurz darauf hinweisen, dass das Blut ihres Mannes an ihr, ihn tatsächlich entlastet haben könnte.

Als Beispiel: mein Ex hat mal im Streit die Scheibe meiner Wohnungstüre eingeboxt, dabei floss ganz schön Blut, sah aus wie nach einem Mord. Obwohl ich nicht direkt daneben stand, habe ich mich auch etwas besudelt, als ich das Blut aufgewischt habe. So wie es JO dargestellt hat, glaube ich dass das Blut tatsächlich daher kam und er nicht unbedingt deswegen der Täter gewesen sein muss. Vielleicht weil sie das Blut aufwischte o.ä.
Natürlich war sein Verhalten nach der Tat komisch, aber wie bereits meine Vorredner, gehe ich davon aus, dass sie ihm inzwischen so egal war bzw. So leidig, dass es ihn einfach nicht gestört hat, auch wenn er selbst es nicht gewesen ist.

Die Spuren an seinen Schuhen könnten daher rühren, dass er den gleichen Weg nach Hause nahm. Vielleicht war das deren übliche Route? Was dann auch erklärt warum sie nachher den selben Weg nahm.


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23.04.2019 um 11:12
warmerfebruar schrieb:Die Spuren an seinen Schuhen könnten daher rühren, dass er den gleichen Weg nach Hause nahm. Vielleicht war das deren übliche Route? Was dann auch erklärt warum sie nachher den selben Weg nahm.
Er fuhr aber an dem Abend mit dem Auto. Das schließt aber nicht aus, dass er mal an den Tagen davor zu Fuß zum Floraheim ging, die Spuren an den Schuhen könnten ja schon älter gewesen sein. Außerdem bezweifle ich ohnehin, dass das Erdreich an der Stelle sooo charakteristisch ist, dass man mit Sicherheit sagen kann, dort war er und nirgendwo anders.

@Röthenbacher
Danke für die schönen Bilder!


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26.04.2019 um 07:38
Was mir beim fotografieren aufgefallen ist. Wenn der Fundort der Leiche wirklich der Weg direkt an der Straße bzw. wenige Meter daneben war, musste ein zufällig vorbeifahrender Autofahrer etwas vom Geschehen mitbekommen haben. Das Waldstück und zumindest die ersten Meter in den Wald sind von der Straße gut einsehbar. Es kam ja zu Kampfhandlungen, die sich mit Sicherheit über mehrere Minuten hingezogen haben.

Selbst zu dieser frühen Zeit (02:20 Uhr) bestand für den Täter immer die Gefahr, dass ein Autofahrer von der Straße aus das Geschehen erkennten konnten. Ich vermute deshalb, dass der Fundort der Leiche nicht unbedingt auch der Tatort gewesen sein muss. Sie könnte nach der Tat auch nur dort in Eile abgelegt worden sein. In Eile deswegen, da die Leiche ja relativ schnell gefunden wurde und sich der Täter keine Mühe machte, sie besser zu verstecken. (was in diesem Waldstück leicht gewesen wäre).


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26.04.2019 um 07:44
@Röthenbacher
damals war die Straße doch noch nicht ausgebaut und der Weg weiter hinten hinter den Bäumen


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26.04.2019 um 09:28
@Röthenbacher
Die Polizei hat den Fundort aber als Tatort bestimmt! Das sollten wir dann schon glauben.

Ich denke, dass sich das Geschehen sehr schnell in den Wald verlagert hat, entweder hat er der Täter sie hineingetrieben oder sie versuchte dorthin zu flüchten. Wenn die Auseinandersetzung nur ein paar Meter tief im Wald stattgefunden hat, kriegt man nachts davon kaum was mit, außerdem muss erst einmal ein Auto vorbeikommen. Und der Täter war eventuell auch noch betrunken, dann hat er die Risiken eh nicht so genau abgewogen.


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14.06.2019 um 20:49
@stella790
@Röthenbacher
Ich habe wieder einmal ein wenig über diesen Fall nachgedacht:

Der Taxifahrer ist wohl nicht der Mörder. Er war ja derjenige, der Claudia als Letzter lebend gesehen hat. Selbst der dümmste Polizist würde ihn deshalb als Verdächtigen betrachten. Bei XY und auch in anderen Quellen erscheint er aber stets ausdrücklich nur als Zeuge. Ich kann mir das nur so erklären, dass er eben ein wirklich wasserdichtes Alibi hatte, z.B. dadurch, dass er kurz darauf einen anderen Fahrgast befördert hat.

Und mehr denn je bin ich davon überzeugt, dass auch Jürgen O., der Ehemann, nicht der Mörder ist.

Wir haben das ja schon ausführlich diskutiert:
1. Als der Taxifahrer Claudia O. gesehen hat, ging sie alleine nach Hause. Jürgen O. wusste also vermutlich gar nicht, dass seine Frau nicht mehr im Floraheim war. Wenn er sie hätte ermorden wollen, wäre er zum Floraheim zurückgekehrt und hätte es leer vorgefunden. Theoretisch hätte er sie zwar unterwegs vom Auto aus sehen können, aber der Fußweg ist von der Straße aus nur an wenigen Stellen einsehbar (die schönen Bilder von @Röthenbacher zeigen das auch noch einmal), außerdem war es tiefste Nacht und die Landstraße nicht beleuchtet.
2. Weder die Uhr noch die Schuhabdrücke passen zu Jürgen O.
3. Die Erdspuren an seinen Schuhen, die angeblich vom Tatort stammen sollen, erscheinen mir geradezu als absurde "Beweisführung". Denn der Täter trug ja offenbar andere Schuhe (siehe Abdrücke). Und selbst wenn es diese Schuhabdrücke nicht gäbe - die Biodiversität des Reichswald ist wahrlich nicht so groß, dass die Erde nicht auch von einer anderen Stelle des Waldes stammen könnte. Hat die Polizei alle Stellen des Reichswalds untersucht, dass sie beweisen kann, dass die Spuren an Jürgen O.'s Schuhen ausschließlich vom Tatort stammen können und von nirgendwo her anders? Mit Sicherheit nicht... Und selbst wenn, ein Beweis wäre das trotzdem nicht. Der Tatort liegt am Rande von Renzenhof, wo die Obermeiers wohnten. Es wäre also gut möglich, dass Jürgen O. mal aus anderen Grund in diesem Waldstück war. Es liegt auch auf direktem Weg zu seinem Arbeitsplatz, dem Floraheim. Er müsste nur mal mit dem Rad gefahren sein und auf halbem Weg am Waldrand ein dringendes Bedürfnis erledigt haben, schon hatte er diese Erde an seinen Schuhen.
4. Claudia O. war teils entkleidet. Das deutet auf ein Sexualmotiv hin - oder auf die Vortäuschung eines solchen. Bei Jürgen O. als Täter müsste man an diesem Abend von einer Vortäuschung ausgehen. Auf jeden Fall hat der wahre Täter die Klamotten auch mitgenommen und bei sich verwahrt, wohl als eine Art Fetisch. Hätte Jürgen O. so weit gedacht, auch das vorzutäuschen? Und hätte er sich getraut, die Kleidung, die seine Frau an dem Abend nachweislich getragen hat, in seinem Haus zu verwahren? Auch das kann ich mir nicht vorstellen.
5. Einige Tage später legte der Täter die Kleidungsstücke an der Behelfsauffahrt ab, um einen falschen Fluchtweg vorzutäuschen. Zu seinem Pech hatte die Polizei die Auffahrt schon fotografiert und konnte damit beweisen, dass die Klamotten erst Tage nach dem Mord dort abgelegt und nicht etwa nur übersehen worden sind. Ziel der Aktion war sicherlich ein Ablenkungsmanöver. Es sollte der Eindruck entstehen, dass der Täter von weiter her kam. Ein solches Ablenkungsmanöver macht nur dann Sinn (zumal damit ein gewisses Risiko verbunden war), wenn der wahre Täter aus nächster Nähe stammt. Das würde natürlich auch auf Jürgen O. zutreffen. Aber der stand bereits mitten im Fokus der Ermittlungen. Der der hatte keinen Anlass mehr, von Renzenhof und Röthenbach insgesamt abzulenken. Für den wäre es die bessere Strategie gewesen, irgendeinen konkreten Nachbarn zu belasten, als eine eh nicht besonders glaubhafte Spur in die große weite Welt zu legen. Außerdem hätte der sich, nachdem er vom ersten Tag an für die Polizei als Hauptverdächtiger galt, bestimmt nicht getraut, mit hochbelastendem Material in unmittelbarer Nähe des Tatorts herumzuschleichen. Nicht einmal in tiefster Nacht oder gerade da nicht. Never ever. Er hätte höchstens versucht, das Zeug aus dem Haus zu bringen und in eine weitentfernte Mülltonne zu stopfen oder in einem sehr weit entfernten Waldstück abzulegen.


Fazit: Jürgen O. war's nicht, davon bin ich felsenfest überzeugt. Es hatte Streit gegeben, ja, aber den gibt's in vielen Ehen. Die frühzeitige Fokussierung auf den Ehemann hat m.E. die Polizei davon abgehalten, in notwendigem Umfang andere Spuren zu verfolgen.

Wer war stattdessen der Mörder von Claudia Obermeier?
Ich stelle mir das so vor: Claudia O. hatte kein Geld für ein Taxi, der Freundin wollte sie nicht auf der Tasche liegen. Deshalb wollte sie nach Hause gehen, aber nicht, um sich mit ihrem Ehemann auszusöhnen, sondern um das Auto zu nehmen. Vermutlich hatte sie eigene Autoschlüssel. Der Fußmarsch nach Renzenhof hätte eine halbe Stunde gedauert - muss man nicht haben zu vorgerückter Stunde, ist aber von der Länge her auch kein Drama für eine junge Frau. Unter normalen Umständen hätte sie das wohl nicht gemacht, eventuell auch aus Sicherheitsgründen, aber an diesem Abend hatte sie ganz andere Sorgen. Diese Unvorsichtigkeit wurde ihr eventuell zum Verhängnis.
Auf dem Fußweg begegnete sie ihrem Mörder. Ich denke nicht, dass er im Gebüsch auf "Beute" lauerte. Da hätte er an der Stelle normalerweise ewig lauern müssen, bis einmal zufällig mitten in der Nacht eine junge Frau ohne Begleitung vorbeispaziert kommt. Ich denke eher, dass sich die Situation spontan ergeben hat.
Ich glaube weiter, dass der Täter ebenfalls ein Fußgänger war, kein Autofahrer. Denn, wie gesagt, vom Auto aus sieht man den Fußweg nur schlecht und an wenigen Stellen, was aber nötig wäre, um überhaupt zu erkennen, dass gerade eine junge Frau unterwegs ist.

Ich denke, dass der Täter ebenfalls zu Fuß nach Renzenhof ging. Wahrscheinlich kam er vom Blumenfest in Röthenbach. Wahrscheinlich war er betrunken. Wahrscheinlich kannten sich Opfer und Täter, zumindest weitläufig.
Ich glaube nicht, dass der Täter Claudia O. entgegenkam. Wenn damals überhaupt Leute zu Fuß unterwegs waren, dann von Röthenbach weg, denn dort war das Blumenfest, von dort gingen die Leute nach Hause.
Und ich glaube weiterhin nicht, dass der Täter weiter als bis Renzenhof gehen wollte. Denn da kommt erst einmal nichts mehr und für einen angetrunkenen Mann ist Röthenbach-Renzenhof das Weiteste, was er sich zumuten würde.

Eventuell ließe sich der Fall daher sogar noch aufklären. Renzenhof ist nicht groß. Und irgendwer muss doch irgendwann einmal etwas Verdächtiges gehört oder gesehen haben. Man müsste nur von der Vorstellung wegkommen, dass der Ehemann der Mörder war, der nur nicht überführt werden konnte. Diese falsche Überzeugung hat schon die Polizei bei der Aufklärung des Verbrechens blockiert.


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16.06.2019 um 18:41
Menedemos, ich stimme Dir von meinem persönlichen Eindruck und Gefühl in fast allen Punkten zu.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Täter aus dem engeren geografischen und/oder sozialen Umfeld von JO stammt. Auch ich glaube nicht an die Theorie einer wirklich rein zufälligen Begegnung, wie zum Beispiel einen vorbeifahrendes Fahrzeug

Wenn es nach Deiner Theorie geht, müsste der Täter ja aus dem geografischen - sagen wir mal "Dunstkreis" - von Renzenhof stammen. (was übrigens auch Besucher der Partnerstädte bzw. Kameradschaften, die evtl. dort übernachtet haben, mit einschließt) Das Opfer hat sich aber nachweislich bei der Tat so gewehrt, dass der Täter oder auch ein Handlungsgehilfe zumindest erkennbare Spuren davon getragen haben muss.

Jetzt ist ja Renzenhof bekanntlich ein Dorf, in dem jeder jeden kennt. Da wäre es sicherlich aufgefallen, dass jemand entweder a) nach der Tat erkennbare Verletzungen hätte oder b) für einen längeren Zeitraum bis zur Ausheilung der Wunden sich nicht hat sehen lassen.

Und hier kommt für mich das größte Rätsel dieses Falles: Der Täter muss entsprechende Verletzungen bei der Tat davon getragen haben. Also nicht nur Schnittwunden, sondern auch sichtbare Kratzspuren. Nicht umsonst hat die Polizei bei allen Befragungen von Zeugen und "Tatverdächtigen" auch nach verdächtigen Verletzungen gesucht. Gefunden wurde m. W. nichts.


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17.06.2019 um 09:42
Röthenbacher schrieb:Der Täter muss entsprechende Verletzungen bei der Tat davon getragen haben. Also nicht nur Schnittwunden,
Du hast mit dem Einwand völlig recht. Der Täter muss (sichtbare) Spuren davongetragen haben. Die Polizei hat immer wieder darauf hingewiesen, dass das Opfer sich heftig gewehrt hat. Unter ihren Fingernägeln fand sich fremde DNA. Die muss ja wohl vom Täter stammen, von wem sonst. Vermutlich hat sich das Opfer durch Kratzen wehren wollen. Ein vorbeifahrender Autofahrer will außerdem einen Mann beobachtet haben, der sein Bein nachzog. Hatte der Mörder eine Behinderung? Ich glaube eher, dass der "Gehfehler" ebenfalls eine (vorübergehende) Folge des heftigen Kampfes gewesen sein könnte.

Jürgen O. wies aber am nächsten Tag keinerlei solche Kampfspuren auf (und bei ihm werden die Polizei und alle Leute besonders genau hingeschaut haben). Auch die DNA unter Claudias Fingernägeln stammt nicht von ihm. Er kann also auch aus diesem Grund kaum der Mörder sein.

Aber wo steckt der wahre Mörder? Ich stimme dir vollkommen zu, dass der Mörder (sichtbare) Spuren davongetragen haben muss, die Leute auch gesehen haben dürften.

Ich glaube aber trotzdem, dass die Möglichkeit, dass der Täter unter den Nachbarn zu suchen ist, nicht vom Tisch ist:

Zunächst einmal traut man erst einmal niemandem eine solche Tat zu. "Der Schorsch, nein, der kann das nicht getan haben!" Man will auch nicht wahrhaben, dass der Mörder mitten unter einem lebt.

Wahrscheinlich führte der Täter auch eine halbwegs plausible Erklärung für seine Verletzungen an.

Wahrscheinlich hat die Polizei mit Detail auch relativ spät an die Öffentlichkeit gewandt (weil sie sich ja von Anfang an auf den Ehemann konzentriert hat). Da kann der Zusammenhang zwischen Verletzung des Täters und der Ermordung der Claudia O. bereits verschwommen gewesen sein.

Ein Beispiel: Im Fall der Katrin Konert geriet nach einiger Zeit ihr Vermieter in Verdacht, weil er Verletzungen aufwies (u.a. Kratzspuren), wie sie nach einem heftigen Abwehrkampf auftreten. Dieser verteidigte sich damit, dass die Verwundung daher rührte, dass ihm ein Ast ins Gesicht zurückgeschlagen ist. Vor allem konnte man nach so langer Zeit nicht einmal mehr nachweisen, ob man die Verletzungen am Verdächtigen, vor oder nach dem Verschwinden der Vermissten wahrgenommen hat.

Auch wenn ich in dem zitierten Fall dem Verdächtigten (dem Vermieter) glaube, aber der Fall zeigt die ganze Problematik: Wenn die Polizei nach über einem Jahr fragt, wer damals Verletzungen aufwies, melden sich viele Zeugen entweder gar nicht oder sie können den Zeitpunkt der Verletzungen nicht mehr genau bestimmen.


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17.06.2019 um 19:44
@Menedemos
@Röthenbacher

Ihr habt das gut dargelegt.
Wenn man den Taxifahrer wirklich ausschließt,
bleiben als Verdächtige am ehesten Männer aus dem unmittelbaren Dunstkreis.
Die Gruppendynamik eines Dorfes funktioniert nicht rational, da kann auch kollektiv verdrängt werden.
Eben deswegen halte ich es auch für möglich, dass es Mitwisser gibt, die aber schweigen
und froh sind, wenn sie nicht daran erinnert werden (So wie beim Fall Lolita Brieger).

Vielleicht würde es sich lohnen, diesen Fall als cold case nochmal anzugehen.


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17.06.2019 um 19:51
Noch etwas zu den Verletzungen.
Am Land haben die Leute Höfe und Gärten und machen viel selbst.
Wer in einer Werkstatt mit Holz oder Metall arbeitet, wird selten
wirklich völlig ohne Schrammen sein.
Verletzungen können sich auf dem Land immer erklären lassen.


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