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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

07.01.2019 um 20:59
Hallo @FXDLR ,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Trotz nun schon jahrelanger Beschäftigung mit dieser Thematik sind mir einige Deiner Angaben ganz neu.
Dass es einige GIs tatsächlich bis nach Cuxhaven in diese kleine Disco verschlagen hat zB.
Damit hätten wir dann an allen maßgeblichen Orten der Vermissten-Serie 1977-1980 eine potentielle amerikanische Präsenz. (Moustache + Container + Kaserne Garlstedt + B6).

Am interessantesten ist für mich Deine Aussage, dass damals junge Frauen für einen ordinären Joint zum Sex bereit waren. Unabhängig von unserem Kriminalfall sagt das viel über die Zeit aus. Dass sie für eine kleine Flucht aus ihrem (vielleicht beklemmenden) Alltag so viel bereit waren zu geben.
Ich stelle mir es also so vor, dass ein Klein- (oder auch Groß-) Dealer in einem dieser Läden erscheint. Er hat den begehrten Stoff in der Tasche und ist damit der "Märchenprinz".
Es fällt ihm nicht schwer, die jungen Frauen in sein Auto zu locken. Ist nun aber der Märchenprinz nicht nur an schnellem Sex interessiert, sondern hat eine ganz besondere Perversion...
Es besteht also hiermit neben der klassischen Tramp-Situation eine weitere Falle, in die die jungen Frauen geraten sein könnten. (die mir wahrscheinlicher erscheint)

Im Oktober 81 verschwand übrigens eine weitere Frau aus einer Kiffer-Disco. (Why not, Bremen)
Es handelte sich um Britta Schilling, die kurze später ermordet aufgefunden wurde.
Diskussion: Das Todesdreieck - Frauenmorde im Elbe-/Weserraum (Beitrag von GonzoX)
1978 wurde in Stade Dorothe Bertsch ermordet, nachdem sie die Disco Mülltonne besucht hatte.

Nun noch eine indiskrete Frage: Könntest Du Dir vorstellen, dass sich Anke oder Angelika von einem solchen Vogel in sein Auto hätten locken lassen?


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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

08.01.2019 um 16:55
@1988
Zunächst zu deinen Fragen. Den Fall "Jutta Schneefuß" kenne ich nur aus dem Internet, da ich 1979 von Cuxhaven wegzog. Als ich 2006 Internet hatte, googelte ich nach Angelika Kielmann, da das der einzige Name von den drei in den 70ern im Raum Cuxhaven Verschwundenen war, an den ich mich erinnern konnte.
Dabei erfuhr ich, dass viele junge Frauen aus dem Elbe-Weser-Dreieck verschwunden bzw. ermordet aufgefunden waren, öfters im Zusammenhang mit mir aus den 70ern bekannten Discos. Ich kannte nur Angelika, an Anke habe ich keine Erinnerung. Kennen ist eigentlich schon zuviel, denn was ich über sie wusste, war aus dritter Hand. Ich hatte sie vielleicht einmal im "Container" mit ihrer älteren Schwester, die mit ihr bis auf die blonden Haare so gar keine Ähnlichkeit hatte und auf die ich weiter unten noch zurückkomme, gesehen.
Die "Kennenlern-Situation" war, das einer meiner damaligen Kumpels auf einem Sonntagnachmittag den Tank seines Autos leerfahren wollte, da das Auto am Montag zum Schrotthändler sollte. Er fuhr mit einem anderen Kumpel im Fond und mir auf dem Beifahrersitz durch Cuxhaven. Auf einmal, in Cuxhaven-Sahlenburg, rief der hinter mir Sitzende "Halt an, die kenne ich" und sprang dann aus dem Auto. Er fragte Angelika, von der ich bis dahin gar nichts wusste, ob sie mitfahren wollte, z.B. ins Eiscafe. Sie lehnte ab. Mein Kumpel bemühte sich weiter, aber sie war nicht zu überzeugen. Die, die ihn kannten, wussten, das er ein Hallodri war, um es mal zurückhaltend zu formulieren. Sie ging dann weiter und er erzählte dann ungefragt einiges über sie, dass sie in Sahlenburg wohnt, anders als ihre Schwester sehr ruhig und schüchtern wäre, welchen Beruf sie hat usw. Als ich Angelika noch einmal im "Container" sah, habe ich ihr grüßend zugenickt und das wars dann. Aufgrund der weiter oben beschriebenen Situation war ich der Meinung, dass sie nicht einfach zu Unbekannten in ein Auto einsteigen würde. Kann aber auch sein, das sie schon was anderes vorhatte und deswegen nicht eingestiegen ist.
@GonzoX
Auch heute ist für manche junge Frauen Sex gegen Rauschgift, Alkohol oder was Anderes nicht so abwegig. Ich wohnte von 1989 bis 2005 bei Bremerhaven, deutlich größer als Cuxhaven, habe das Nachtleben dort gut kennengelernt und Ähnliches gesehen. So fängt manchmal Prostitution an. Eine hübsche junge Frau ist arbeitslos oder hat einen schlecht bezahlten Job, aber hohe Ansprüche und/oder sie lernt einen Zuhälter kennen. Das passiert oft in einer großen Disco mit gehobenem Publikum, nicht in Kifferdiscos. Der Zuhälter gibt sich oft als geschmeidiger Frauenflüsterer, kann gut tanzen, trägt teure Kleidung, Schmuck und fährt ein fettes Auto, also der Traumprinz. Nach ein paar Monaten hat er dann angeblich ein Geldproblem, dem die Frau aber abhelfen könnte. Dann geht`s los. Das ist keine Phantasie, dass habe ich damals in Bremerhaven erlebt und es wurde mir auch so erzählt. Nebenbei bemerkt habe ich um 1992 in Bremerhaven eine Frau kennengelernt, die ich etwa 1979 in Cuxhaven in einem Frühstückslokal gesehen hatte. Ich konnte mich an die auffällige Erscheinung und die markante Stimme erinnern. Sie ging mit 17 in einem Cuxhavener Puff anschaffen
Ich kannte damals in den 70ern vier Kleindealer, einen davon sehr gut, denn das war der Kumpel, der Angelika in Sahlenburg ansprach. Der hatte auch ein Auto und genau der wurde auch von der Polizei wegen Angelika`s Verschwinden vernommen. Da war aber garnichts und der hätte es auch nicht nötig gehabt, denn er war ein Frauentyp, spontan, unternehmungslustig, gut drauf und ein schmaler Hänfling. Vor dem hatte keine Frau Angst. Die anderen drei waren wohl vom Äußeren her kaum Frauentypen, hatten dennoch immer Freundinnen, absolut nicht aggressiv wie die meisten Kiffer, hatten kein Auto und für Cuxhaven damals ungewöhnlich, wohl auch keinen Führerschein. Im Gegensatz zu meinem Kumpel aus dem gleichen Vorort wie ich wohnten sie in der Innenstadt, fussläufig zum "Container" und oft da. Man musste nicht Dealer sein. Jeder konnte sich Joints besorgen. Selbst ich, kein Kiffer, wurde einmal im "Container" von einer jungen Frau angesprochen, "ob ich etwas zu rauchen hätte". Ich drehte eine Zigarette und wollte sie ihr geben, aber sie lehnte dankend ab und verschwand im Dunkeln. Erst da wurde mir klar, was sie gemeint hatte.
Mir ist noch etwas erinnerlich. Fussläufig zum "Container" gab es damals zwei kleinere, mittlerweile geschlossene Discos in Cuxhaven, allerdings mit gehobenen Publikum, nämlich das "Au Berger", später "Flair" und den "Club Hanseat". Insbesondere letztere Disco war bei Soldaten sehr beliebt, weil man dort Frauen leichter "abschleppen" konnte. Deswegen nannten Soldaten den Club auch "Fleischladen"
Nun zu der oben erwähnten älteren Schwester von Angelika. Sie war praktisch immer im "Container", kein Stammgast mehr, sondern Inventar. Meistens zugedröhnt, oft mies drauf, also total anders als Angelika. Und ich würde sie als weiteres Opfer bezeichnen, denn nach Angelika`s Verschwinden verschwand sie auch, und zwar nach einem Zusammenbruch für längere Zeit in der Landesklinik für Psychatrie. Als sie, nach meiner Erinnerung 1979, wieder in Cuxhaven war, traf ich sie einmal zufällig in einer Cuxhavener Diskothek, nicht im "Container". Wir unterhielten uns ein bisschen, auch über Angelika. Sie hatte sich innerlich völlig verändert. Dann bat sie mich, sie nachhause zu fahren. Das tat ich und das war´s dann. Ich habe sie nie wiedergesehen. Vor etwa 10 Jahren hörte ich, dass sie mit etwa 50 gestorben ist. Vielleicht zuviel Alkohol und sonstiges. Sie kam wohl nie über das Verschwinden von Angelika hinweg.


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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

08.01.2019 um 19:05
@FXDLR
Vielen Dank für den sehr sehr tollen Beitrag.
Das ist wirklich sehr schön geschrieben und man merkt dass du dich immer noch sehr mit dem geschehen auseinander setzt.
Es ist einfach nur unglaublich traurig für alle Beteiligten.


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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

16.01.2019 um 23:34
Hallo @FXDLR ,

schön dass Du uns an der Zeitreise ins Cuxhaven der End-70er teilnehmen lässt.
Traurig - das Schicksal der Familie K. Mir sind ähnlich zerrüttete Familien aus der Region bekannt, allerdings ging es da
meist um die Hinterbliebenen zahlloser tödlicher Autounfälle.
In der Diskussion: Auf der Suche nach dem großen Killer hatten wir die drei Mordserien Münsterland, Heidelberg und Cuxhaven miteinander verglichen und hierbei eine uralte Theorie verfolgt, nach der es sich dabei um das Werk des selben Täters handeln könnte.
Schon damals hatten die Kriminaler im Westen und Süden den Täter so charakterisiert, dass er er nicht tötete um seine Sexualtaten zu verdecken, sondern dass es ihm um das Töten selbst ging. Man suchte nicht nach einem gewöhnlichen Sexual- sondern nach einem "Lustmörder".
Ein solcher Täter trat übrigens auch 1992 /93 als Prostituiertenmörder in Bremerhaven auf.
Was ich damit sagen will: es kann durchaus sein, dass es sich bei dem Cuxhavener Täter um jemanden handelt, der es eigentlich "nicht nötig hat". Also nicht unbedingt der verklemmte perverse Autofahrer mit Hut, sondern auch ein Sonnyboy dem die Mädchenherzen zufliegen, wäre denkbar. So jemandem könnten auch vorsichtige junge Damen zum Opfer gefallen sein, denn seine fürchterliche Lust am Töten sah man ihm nicht an.
Vielleicht war es sogar so jemand, den normale sexuelle Handlungen langweilten, weil sie für ihn zu leicht zu bekommen waren. (in den Münsteraner und Heidelberger Fällen verzichtete der Täter auf Vergewaltigungen).
Hier passte dann tatsächlich das Bild des Dealers nicht übel, denn schon aufgrund seiner Tätigkeit hatte er im Überfluss junge zu allem bereite Damen zu Verfügung.
Ich kam mal mit jemandem ins Gespräch, der damals ebenfalls (wie Deine Kameraden) Disco-Dealer war. Er beschrieb es so, dass er sich damals fast wie ein Pop-Star vorkam, wenn er einen Laden betrat. Es ging dabei auch um das viele Geld, dass man bei ihm vermutete.
Viele Konsumenten wurden in den 70ern vom Konsumenten zum Klein-Dealer, manche stiegen vermutlich auch höher in der Hierarchie auf. Dort würde ich "unseren" Kandidaten vermuten. (der Münsteraner Täter wechselte schon als junger Mann innerhalb weniger Jahre von VW Käfer zu Mercedes Heckflosse zu Citroen DS.)
Was den Cuxhavener Täter betrifft - der es schaffte so viele Opfer bis heute spurlos verschwinden zu lassen - muss es sich um einen gut organisierten Herrn gehandelt haben. Vielleicht gehörte er sogar einer ORGANISATION an.
Die Ausläufer jener Organisation müssten dann bis in die Cux- und Bremerhavener Kiffer-Discos gereicht haben.
Die einzige "Organisation" von deren damaliger Anwesenheit wir bisher wissen, ist die der Drogen-Händler.
Weißt Du, woher das Haschisch damals kam? Sicher aus Bremerhaven - aber war es eine rein deutsche Connection oder eher türkisch, arabisch oder...?
Ich hatte (es muss ca 1990 gewesen sein) auch mal von einem Stader Dealer gehört, dass sämtliche "Ware" zu jener Zeit aus Bremerhaven kam - nicht aus Hamburg, was man eigentlich hätte erwarten sollen (Stade ist quasi Vorort von HH)).
Es muss also damals eine bedeutende Übersee-Schmuggel-Linie gegeben haben, die in Bremerhaven endete.

Gab es im Container übrigens auch Vertreter anderer Menschenfänger-Organisationen, wie beispielsweise Drückerkolonnen, Sekten, Freikirchen, Satanisten, politisch Radikale, auffällige Ausländer (Asiaten) o.ä.????


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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

21.01.2019 um 01:34
@GonzoX
Hallo, brauche immer ein bißchen Zeit zum Erinnern. Also, die vier, die ich kannte, dealten vor allem, um den eigenen Bedarf zu finanzieren. Ich schreibe hier übrigens nur von Shit und Gras, was anderes habe ich nicht gesehen. Von denen war keiner reich oder wurde es. Und der "Container" war nicht die übliche Disco. Der Laden war dunkel, immer ein bißchen versifft, das Bier wurde in Flaschen verkauft, natürlich nur am Tresen und es musste gleich bezahlt werden.
Woher der Stoff damals kam, wusste ich nicht. Ich habe mal um 1978 einen Typen in den Landkreis grobe Richtung Hamburg gefahren. Das Ziel war eine Landkommune, deren Mitglieder ein altes Bauernhaus bewohnten und ein großes Gewächshaus hatten. Da liefen langhaarige Vollbärte mit Latzhosen rum, während ich beim Auto wartete. Das waren keine organisierten Kriminellen, sondern Alternative, wie ich sie wenig später während meines Studiums viel angetroffen habe. Als wir zurückfuhren, erzählte mein Bekannter mir, das er von den Vollbärten sein Gras bekäme. Aufgrund des Gewächshauses vermutete ich, das die den Stoff selber anbauten. Von Bremerhaven war nie die Rede. Aber ich steckte da ja auch nicht drin und es interessierte mich auch nicht weiter.
In Cuxhaven lebten zwar schon damals viele Ausländer, aber das waren hauptsächlich in den Fischfabriken seit den 1960ern beschäftigte Spanier und Portugiesen und dazu, wie überall damals, ein paarItaliener und Yugos. Von Türken und Arabern, Asiaten oder Russen damals keine Spur. Das hat sich hier natürlich jetzt geändert. Der Wirt des "Container" war übrigens ein Yugo. Der konnte ziemlich energisch werden. Offenes Kiffen duldete er nicht und wer da sonst Streß machte oder Gäste belästigte, flog raus. Also keine Sekten usw. Das war auch der Unterschied zum "Moustache". In dem Laden wurde ganz selbstverständlich gekifft und man brauchte keinen Joint, sondern musste nur ein paar mal tief Luft holen. Das reichte dann schon.
Von Bremerhaven in den 90ern schreibe ich morgen weiter. Da habe ich noch was Lesenswertes.


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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

22.01.2019 um 01:00
Hallo. Wie weiter oben schon geschrieben, zog ich wegen eines neuen Jobs Oktober 89 in einen Vorort Bremerhavens. Endlich wieder fast zuhause. Habe dann nach und nach ein paar neue Bekannte kennengelernt und durch die dann meine Stammkneipe gefunden, wo ich nicht als Patient behandelt wurde, sondern Gast war. Keine Kifferkaschemme, sondern ein uriges Szenelokal und andere Stammgästen mit Motorrad. Wir haben dann ab und zu gemeinsame Touren unternommen. Eine der Tresenkräfte fragte mich eines Tages, ob ich sie mal mitnehmen würde, denn ihr Ex hätte auch ein Motorrad gehabt und sie würde gerne mal wieder mitfahren. Danach freundeten wir uns nach und nach an. Wie sie mir dann später erzählte, war ihr Ex ein stadtbekannter Zuhälter, der vor einigen Monaten zu einigen Jahren Knast verurteilt wurde, und zwar wegen Handel mit Rauschgift. Deshalb müsste sie sich jetzt in der Kneipe was zuverdienen, weil er immer die Miete für ihre Wohnung bezahlt hatte. Was ich dann die folgenden Jahre erlebt und wen ich in Bremerhaven alles kennengelernt habe, gehört hier nicht hin. Über den Handel mit Rauschgift habe ich dann zufällig mitgekriegt, dass Haschisch aus Holland nach Bremerhaven kam. Wir fuhren mal zum Sommerschlußverkauf von Bremerhaven nach Oldenburg, also Richtung Holland. Auf der Rückreise, wir waren gerade auf der Weserfähre, standen auf einmal einige Polizisten um mein Auto herum. Die kannten meine Begleitung von früher und dachten, in meinem Auto würde Haschisch transportiert. Sie klärte die Situation und erzählte mir dann, etwas peinlich berührt, dass sie mit ihrem Ex einige Male nach Holland gefahren war. Kokain aus Südamerika hingegen landete schon damals direkt im Hafen und es bedarf einer Organisation. Haschisch hingegen kann auch eine Einzelperson in Holland besorgen und dann hier weiterverkaufen.
Morgen komme ich dann noch mal auf Angelika und Anke zurück. Mir ist da noch was eingefallen.


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Drei verschwundene Mädchen (1977,1978 und 1979)

30.01.2019 um 01:15
Hallo @FXDLR ,

stimmt diese Haschisch-Versorgung über Land-Kommunen kannte ich auch. Mich hat die Kifferei nie so begeistert, aber ich war auch mal dabei, als sich jemand eindeckte. Diese "Langbärte mit Latzhosen" gab es Ende der 80er kaum noch - eher waren es damals vormalige Heimkinder, die dann in solchen Buden hausten.
Meiner Beobachtung nach kam die Zeit des "homegrowing" erst bedeutend später.
Ende der 70er lief die große Terroristen-Bader-Meinhof-Jagd auch auf dem Lande (gerade zur Zeit des Verschwindens Anja Beggers 1977). Dabei wurden auch die Land-Kommunen als potentielle Verstecke regelmäßig gefilzt (wie ich bei einer Zeitungs-Recherche erfahren konnte).
Hätte die Polizei damals so eine Gewächshaus-Plantage entdeckt, wäre sie sicher dankbar gewesen und hätte die Betrieber lange eingebuchtet.
Abenteuerliche Versorgungsfahrten nach Holland oder Kopenhagen gibt es sicher auch heute noch und bei der Klein-Dealerei spielte es immer eine Rolle.
Wie Du schon schreibst, liefen aber größere Geschäfte - auch mit Kokain - über den Hafen.
Bei meiner Recherche stieß ich mal auf einen Fall, bei dem die Bremerhavener Polizei einen Millionen-Deal mit einer größeren Menge Kokain hochgehen ließ (1986).
Die Täter waren eine illustre internatonale Gruppe: als Hauptdealer trat ein Koreaner auf, der als Seemann auf einem japanischen Frachter arbeitete, welcher aus Kolumbien nach Bremerhaven einlief. Die Kontaktleute waren zwei Kolumbianer, als Abnehmer agierten zwei Italiener, die mit dem Zug angereist kamen.
Um mal wieder die Kurve zu den Fällen der vermissten jungen Frauen zu bekommen, habe ich folgende Überlegung:
Es gab sicher damals in Cux- und Bremerhaven Klein-Dealer (wie Deine Freunde) die sich auf den Handel mit Haschisch beschränkten, andere dealten aber sicher auch mit allem anderen was sich zu (viel) Geld machen ließ, inclusive Kokain, Herroin etc.
Und dann gab es auch jene, die als weiteren - verwandten - Erwerb auch im Menschenhandel tätig waren.
(Wie Du schreibst, war auch der Freund Deiner Bekannten gleichzeitig Dealer und Zuhälter.) Bis heute ist es meiner Beoabachtung nach so, dass jeder Zuhälter auch im Drogenhandel aktiv war / ist.
Ich halte es nicht für undenkbar, dass hier eine schon bestehende Drogen-Schmuggel-Infrastruktur auch für die Entführung der Vermissten genutzt wurde.
Gerade im Fall Angelika deuten ein paar leise Indizien darauf hin.
Was Angelika betrifft, wollte ich Dich noch fragen, wie man sie in Cuxhaven damals wahrnahm. Du beschreibst sie als ruhig und zurückhaltend. War sie aber gleichzeitig besonders attraktiv, sozusagen eine stadtbekannte Schönheit. Wurde sie im Container bewundert, war auffällig? Hatte sie Verehrer?
Unter den sieben Vermissten aus der Region ist sie die einzige Blondine. Allerdings ähnelt sie etwas der 1976 in Heldelberg ermordeten Monika Pfeifer, die wiederum dort für ihr Haar und das strahlend weiße Lächeln bekannt war.


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