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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

16.622 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2020, Frankfurt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Birgit A. aus Lohmar

Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 11:52
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Es passt allerdings nicht gut zum beschriebenen Charakter von B. A.
Schwer zu sagen - man könnte umgekehrt auch spekulieren, dass ihr diese "hausmütterliche Rolle" (nicht abwertend gemeint!) vielleicht eben doch irgendwann zu "eng" wurde. Und dass ihr vielleicht eben doch ein wenig Ansprache und Gesellschaft gefehlt hat. Oder vielleicht war es auch so ein wenig das Alter: "Oh, jetzt werde ich sogar schon Oma, ja, soll das denn nun alles gewesen sein?" das am Ende dazu geführt hat, dass sie sich doch auf "etwas" eingelassen hat.

Es ist eben schwierig, weil man ja nur das Bild kennt, das in den Medien von ihr gezeichnet wurde und von dem aus man sich seine Vorstellung macht.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es doch Mitwisser gegeben hätte und auch Spuren/Auffälligkeiten z. B. im Mobiltelefon von B. A. gefunden worden wären.
Letztlich ist und bleibt das ja mein Argument gegen eine Affäre/Liebschaft/Bekanntschaft: Dass man doch eigentlich erwarten würde, dass die Ermittler dann im Nachhinein, trotz aller Tarnung zu Lebzeiten von BA, doch etwas gefunden haben. Aber da gibt es offensichtlich nichts...


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 12:07
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Es passt allerdings nicht gut zum beschriebenen Charakter von B. A. und ob eine Affaire den Ermittlern verborgen geblieben wäre?
Vor allen Dingen morden Affären üblicherweise nicht....ist ja meist eher etwas lockeres.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 13:26
Diese Plastiktüte und ihre letzte Bestimmung mag mir nicht aus dem Kopf gehen.
Leider hielten sich die Ermittler in diesem Todesfall über die genaue Auffindesituation aus irgendwelchen Gründen recht bedeckt.

Eine Selbsttötung mittels Exit-Bag (Plastiktüte über den Kopf) halte ich aufgrund der Gesamtsituation für am wahrscheinlichsten. Möglicherweise wurde sie durch ihren Bruder über innerfamiliäre Belange informiert, die sie tief erschütterten, vielleicht sogar Annahmen oder Vermutungen bestätigten und ihr quasi buchstäblich die Luft zum Atmen nahmen.

Nach meiner Erinnerung stand Suizid zu Beginn der Ermittlungen, also lange vor der Bergung der sterblichen Überreste, schon zur Diskussion, möglicherweise ausgelöst durch Angaben des damals noch lebenden Bruders.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 15:43
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Vor allen Dingen morden Affären üblicherweise nicht....ist ja meist eher etwas lockeres.
Wenn es beide so sehen - ja, absolut!

Aber wenn einer (in dem Fall: der Mann) das nicht "locker" sieht und bei der Mitteilung, es sei nun zu Ende, ausrastet?


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 15:58
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Nach meiner Erinnerung stand Suizid zu Beginn der Ermittlungen, also lange vor der Bergung der sterblichen Überreste, schon zur Diskussion, möglicherweise ausgelöst durch Angaben des damals noch lebenden Bruders.
Nach dem Fund des Autos stand Suizid eher nicht mehr zur Diskussion, die Polizei ging gleich von einem Tötungsdelikt aus.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Es ist eben schwierig, weil man ja nur das Bild kennt, das in den Medien von ihr gezeichnet wurde und von dem aus man sich seine Vorstellung macht.
Ja. Stellt euch mal vor, die Öffentlichkeit kennt ein, zwei mehr oder weniger zufällige Fotos von euch, weiß, dass ihr gerne lest und mit dem Hund spazieren geht, zwei Kinder habt und im Öffentlichen Dienst arbeitet. Und auf Grund dieses rudimentären Wissens meinen dann völlig Fremde, euch als Mensch irgendwie einschätzen zu können, in Liebesdingen, was Freundschafen angeht, Weltanschauung, politische Ausrichtung usw usw... das ist doch viel zu platt, Menschen sind doch vielschichtig. Also mir ist das schon immer seltsam aufgestoßen, dass hier so viel von BA als, bodenständigen, genügsamen, leicht konservativen etc Familienmenschen gesprochen wird - vielleicht war sie das alles überhaupt nicht, und auch wenn sie gern für die Enkelkinder gehäkelt hat, sagt das auch noch nicht viel. Diese Schlüsse immer zu ziehen, das ist doch ein völlig eindimensionaler Blick auf Menschen.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 17:50
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Also mir ist das schon immer seltsam aufgestoßen, dass hier so viel von BA als, bodenständigen, genügsamen, leicht konservativen etc Familienmenschen gesprochen wird
Bekannte Fakten sagen, dass B. A. gerne Sudokus gelöst hat, gerne gewandert ist, für die Enkel gehäkelt hat.
Sie hat AFAIK 3 Jahre auf dem Hahn gearbeitet und dabei sowohl während der langen Schichten wie auch in der Freizeit eine auffallend ruhige, „einsame“ Zeit verbracht.
Kommunikativ gab es sehr wenige Kontakte mit Dritten, weder mit der Familie, noch Freunden, Kollegen oder sonstigen Bezugspersonen.
Die Bilder zeigen eine unauffällige Frau.

Die Gesamtheit dieser Umstände lässt einen durchaus berechtigt darauf schließen, dass B. A. kein hipper, Großstadt-affiner Freak mit Bezügen zu erlebnisorientierten Party- und Eventszene war.

Natürlich kann man aus einigen wenigen Lebensumständen nicht auf den kompletten Charakter eines Menschen schließen. Aber eine grobe Einschätzung der Person geben solche Erkenntnisse schon her.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 20:17
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Nach dem Fund des Autos stand Suizid eher nicht mehr zur Diskussion, die Polizei ging gleich von einem Tötungsdelikt aus.
Die Ermittler gingen nach dem Fund der sterblichen Überreste meiner Erinnerung nach eher von einem Gewaltdelikt aus, das ist richtig.
Dass damit eine Selbsttötung völlig ausgeschlossen wurde, habe ich so nicht wahrgenommen.

Mein Eindruck ist, es wird nicht mehr ermittelt.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

02.06.2026 um 22:52
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Die Gesamtheit dieser Umstände lässt einen durchaus berechtigt darauf schließen, dass B. A. kein hipper, Großstadt-affiner Freak mit Bezügen zu erlebnisorientierten Party- und Eventszene war.
Das sind doch alles nur Klischées. Es gibt auch, oder grade in Großstädten hippe Leute, die so was von bieder sind.
Wenn Birgit Ameis wirklich nur diese (ich kanns schon nicht mehr hören) Sudoku-lösende, häkelnde Frau gewesen wäre, dann wäre sie auch nicht ermordet worden - irgendwas in ihrem Leben muss es gegeben haben, das all dem, wie sie nach außen wirkte, widersprach. Vorausgesetzt der Täter war nicht der Psychopath, der am Karsamstagmorgen um 8 Uhr die nächstbeste Frau aus reiner Mordlust tötete, sie anschließend relativ sorgfältig verbrachte und ihr Auto umparkte. Aber von diesem Szenario geht eigentlich kaum noch wer aus, das viel Wahrscheinlichere ist, dass es eine wie auch immer geartete Beziehungstat war.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

03.06.2026 um 13:31
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Wenn Birgit Ameis wirklich nur diese (ich kanns schon nicht mehr hören) Sudoku-lösende, häkelnde Frau gewesen wäre, dann wäre sie auch nicht ermordet worden - irgendwas in ihrem Leben muss es gegeben haben, das all dem, wie sie nach außen wirkte, widersprach. Vorausgesetzt der Täter war nicht der Psychopath, der am Karsamstagmorgen um 8 Uhr die nächstbeste Frau aus reiner Mordlust tötete, sie anschließend relativ sorgfältig verbrachte und ihr Auto umparkte. Aber von diesem Szenario geht eigentlich kaum noch wer aus, das viel Wahrscheinlichere ist, dass es eine wie auch immer geartete Beziehungstat war.
Ich würde das nicht ganz von der Hand weisen, auch wenn es ungewöhnlich wäre.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

03.06.2026 um 14:15
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Wenn Birgit Ameis wirklich nur diese (ich kanns schon nicht mehr hören) Sudoku-lösende, häkelnde Frau gewesen wäre, dann wäre sie auch nicht ermordet worden - irgendwas in ihrem Leben muss es gegeben haben, das all dem, wie sie nach außen wirkte, widersprach.
Nicht unbedingt. Auch eine zurückgezogen lebende, unauffällige Person kann Mordopfer werden. Zur falschen Zeit am falschen Ort, dem falschen Menschen begegnet, man steht jemandem im Weg, wird zufällig Zeuge/Mitwisser krimineller Handlungen. Es kann klassische Motive wie Geld oder Eifersucht geben.

Der Denkfehler ist hier ja nicht, dass die Einschätzung von B. A. komplett falsch sein muss, sondern zu glauben, dass das Mordmotiv in einem Zusammenhang mit ihrem Lebenswandel stehen MUSS und die „biederen“ Lebensumstände deswegen gar nicht stimmen können.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

03.06.2026 um 17:08
Für mich bleibt weiterhin auffällig:

Es war nach Dienstende ihress letztes Schichttages, dazu war es eine Schichtnacht. Ob wie und wie es eine Schichtübergabe am Karfreitag gab wurde nie kommuniziert. Leider lässt das Raum für Spekulationen. Es war nach meiner Recherche auch vermutlich die letzte Schicht generell in Lautzenhausen. Die Räumlichkeiten etc wurden zum 1.5.2015 übergeben. Ein weiterer Hinweis dafür sind die Nennung von viel Gepäck im Kofferraum. Das wurde im Stern Bericht erwähnt. Es wirkt auf mich fast so, als wollte der Täter die letzte Möglichkeit nutzen.

Die nicht genannte Tathergangstheorie seitens der Ermittler birgt insofern eine genaue Idee was und wie es geschehen ist. Ein weiteres unbekanntes Detail ist die Kleidung mit der die sterblichen Überreste gefunden wurde. Es wird eine Kleidungsbeschreibung vom Bruder geben. Hat sie sich umgezogen, dann war BA definitiv noch im Apartment. Dann passt aber nicht mehr die Autosichtung des Zeugen vom Mühlenweg zeitlich nicht. Ich betrachte die gefundede Kleidung als wichtigen Schlüssel für eine Tathergangstheorie. Ich gehe davon aus (das mögen andere anders sehen) dass eine Frau nach minmum 15-17 Stunden die Kleidung gerne wechseln möchte, besonders nach einer kalten Aprilnacht wenn dazu im Büro 10 Stunden lang die Heizung läuft.

Das Abschleppseil könnte in der besagten Theorie ebenso eine wichtige Rolle spielen. Es wird nicht immer dort gelegen haben. BA nutzte oft die Wanderstöcke die ebenso im Rückraum des Fahrzeuges lagen. Diese hätten nach Nutzung dann aber AUF dem Seil gelegen. Das Abschleppseil lag aber AUF den Wanderstöcken. Es wurde also im Nachinein darauf gelegt.

Der Betriebsausweis lag in der Mittelkonsole. Das lässt natürlich den Gedanken zu BA hat diesen dort abgelegt, zumindest erzielt es die Wirkung. Aber auch hier müssen die Ermittler wichtige uns unbekannte Erkenntnisse haben. Waren ihre Fingerabdrücke auf dem Ausweis ? Ebenso ist es mit dem Handy. Waren dort Abdrücke erkenntlich oder wirkte es abgewischt ?

Die Aussage der Emittler damals "wir haben nichts" kann ich daher nicht nachvollziehen. Bei der Ermittlung zählt auch der Umkehrschluss. Was erwartet man eigentlich, aber es trifft nicht ein ?! Hinzu kommt natürlich der traurige Fund. Aber es gibt ein Spurenbild. Die Lage der gefundenen Gegenstände und natürlich welche Gegenstände. Ich persönlich denke mittlerweile der Boden der Klappbox lag möglicherweise auch dort, daher die Nachmeldung mit den Boxenteilen wo der Boden nicht auf dem Foto ist. Falls das so sein sollte, ein wichtige Puzzleteil für die Profiler um diese Tathergangsthese zu erstellen . Eine Tathergangsthese ist insofern wichtig, weil diese die Grundlage für eine spätere Anklage ist. Diese ist dafür zwingend notwendig. Mit den Informationen die wir offiziell kennen lässt sich m.M nach diese These nicht erstellen, dafür bedarf es mehr.

Ich habe Gemini benutzt um zu verstehen wie ein Motiv in einer Tathergangsthese zu betrachten ist:
In der Rechtswissenschaft und der Rechtsprechung (insb. des Bundesgerichtshofs, BGH) wird strikt zwischen dem äußeren Tatgeschehen (Tathergang) und den inneren Tatsachen (Motiv/Vorsatz) unterschieden.
Quelle: Gemini Google
Quelle / Definition: Der Tathergang bezeichnet rein den äußeren, empirisch beobachtbaren Tatablauf. Er umfasst das Handeln des Täters, den Kausalverlauf und den Erfolg (z. B. den Schuss und den Tod des Opfers)
bgrenzung: Das Motiv hingegen ist eine sogenannte „innere Tatsache“. Innere Tatsachen sind psychische Vorgänge im Kopf des Täters (wie Beweggründe, Absichten oder Vorsatz). Da ein Beobachter von außen das Motiv nicht direkt sehen kann, ist es begrifflich per se kein Teil des äußeren Hergangs
Obwohl das Motiv kein Teil des Tathergangs ist, erlaubt das Recht den Schluss vom Äußeren auf das Innere. Der BGH fordert in ständiger Rechtsprechung, dass Gerichte vom Tathergang auf das Motiv und den Vorsatz schließen müssen
BGH-Leitsatz (Musterbegründung):„Die Feststellung von Vorsatz und Motiv als innere Tatsachen kann in der Regel nur über den Schluss von äußeren Umständen auf die psychischen Vorgänge erfolgen. Das Tatgericht hat hierbei die Pflicht, den Tathergang in seiner Gesamtheit zu würdigen, um die innere Tatseite rechtsfehlerfrei zu erschließen.“
Das bedeutet juristisch: Der Tathergang ist das Beweismittel (Indiz), um das Motiv (die Beweistatsache) überhaupt erst zu beweisen. Sie sind also prozessual verknüpft, aber materiell getrennt
Quelle: Gemini

Das Strafgesetzuch nennt das zu noch folgendes:
Gesetzestext: Hier trennt der Gesetzgeber explizit: Das Gericht muss bei der Strafzumessung einerseits „die Beweggründe und die Ziele des Täters“ (Motive) abwägen und andererseits „die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat“ (Tathergang)
Quelle: § 46 Abs. 2 StGB

Juristisch betrachtet ist das Motiv kein Teil des Tathergangs, sondern dessen subjektives Pendant. Für die Anklageschrift ist aber die Ausleitung des Motivs von Bedeutung. Im Fall Birigt Ameis hat man nach dem Fund der Überreste weitere Spezailisten und Profiler hinzugezogen. Es entstand dann die Tathergangsthese. Daher muss es am Fundort deutliche Erkenntnisse gegeben haben die eine These zulassen um vor Gericht zu einer Anklage zu kommen. Ein Sexualdelikt wurde nach den Worten des Staatsanwaltes so gut wie ausgeschlossen, bedeutet für mich: Ein Vergehen dieser Art ist nicht Bestandteil der These. Daher wird auch ein sexuelles Motiv als gering eingeschätzt. Geld wurde auch nicht gestohlen. Da wir aber nicht wissen ob etwas in der Box gewesen ist, wissen wir nicht ob nicht doch etwas gestohlen wurde.

Ich bin kein absoluter Gegner einer möglichen Affäre. Aber hätten die Wühlmäuse (Ermittler) nicht doch einen kleinen Hinweis gefunden ? Den Fall von Fabian möchte ich in der Ausführung mit dem BA Fall nicht vergleichen, aber es zeigt wie intensiv KTU/Ermittler/Sachverständige arbeiten. Das Fahrzeug von BA hatte auch schon einen Bordcomputer. Weitere Erkenntniss aus den Daten kennen wir auch nicht.

Ich finde es weiterhin sehr ungewöhnlich, das der Radius Arbeitsplatz - Apartment - Mühlenweg - Fundort Boxenteile - Fundort sterbliche Überreste sehr überschaubar ist. Beispielsweise beträgt die Autostrecke Apartment - Fundort Leiche nur 5 Minuten. Kannte sich der Täter doch nicht aus und nahm quasi die erste Abfahrt auf die stillgelegte Strasse ? Der Mühlenwegparkplatz ist fussläufig nicht weit zum Apartment und Flughafen.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

03.06.2026 um 18:09
Hallo Enterprise,

einen Bordcomputernhaben heute alle Fahrzeuge. Schon die vorgeschriebene Möglichkeit der Abgaskontrolle (OBD) lässt ja technisch gar keine andere Möglichkeit zu, da bestimmte Parameter ständig überwacht, und ggf. als Fehlercode ausgegeben und mit gelber MIL Leuchte angezeigt werden müssen.

Es ist neben dem Minimalsatz, der für die ABE vorgeschrieben ist, immer auch ein herstellerspezifischer Satz von Daten gespeichert, und auch z.B. Komfortfunktionen wie das automatische Verriegeln der Türen beim Losfahren oder die elektrischen Fensterheber werden letzten Endes oft über den gleichen Bordcomputer realisiert.

Ich glaube, Pflicht war das seit Anfang oder Mitte der 1990er. Müsste ich nachschauen.

Die Motivlage ist in unserem Recht so wichtig, weil Dinge wie "Mordlust" oder "niedrige Beweggründe" ja Tatbestandsmerkmale von Mord sind - es kommt also oft auf die Gesinnung an. Schon die simple Wegnahme eines Gegenstandes kann straffrei sein, eine Gebrauchsanmaßung, oder eben ein Diebstahl.
"..um sie sich rechtswidrig zuzueignen" - sich mal kurz den Rasenmäher des Nachbarn ungefragt auszuleihen, weil der eigene kaputt ist, ist vielleicht nicht anständig, da man ihn aber idR nicht behalten wollen wird, auch nicht gleich ein Diebstahl. Wohingegen ich Probleme haben werde, wenn ich ihn nehme, und dann bei EKA zum Kauf anbiete. Es geht also schon Recht oft um das Motiv, um das, was man vorhat.

Im Fall Ameis wird man anhand von Spuren vielleicht schon eine gewisse Vorstellung von der Motivation des Täters haben - aber möglicherweise eben keinen passenden Tatverdächtigen.

Wir wissen ja nicht einmal, wer überhaupt die Möglichkeit zur Tat hatte, und nicht etwa ein Bombenfestes Alibi.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

03.06.2026 um 23:25
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Der Denkfehler ist hier ja nicht, dass die Einschätzung von B. A. komplett falsch sein muss, sondern zu glauben, dass das Mordmotiv in einem Zusammenhang mit ihrem Lebenswandel stehen MUSS und die „biederen“ Lebensumstände deswegen gar nicht stimmen können.
So meinte ich das nicht. Einem Mord zum Opfer fallen kann natürlich jede/r. Der Täter kann unvermittelt von außen kommen, daraus werden dann die sog Zufallsopfer. Diesen Eindruck hat man aber bei BA überhaupt nicht.
Mich stört es einfach, dass mit zwei, drei Attributen eine Person in ihren wesentlichen Zügen charakterisiert werden soll. So was stimmt nie. Es stimmt auch im umgekehrten Fall nicht: ich kannte schon ach so lockere, queere, vegane, hippe Leute, die im Grunde unheimlich spießig waren. Wenn hipp angesagt ist, dann ist hipp halt auch spießig.
Ich will auch nicht sagen, dass BA auf keinen Fall "bieder" gewesen sein kann. Vielleicht war sie das ja, aber mit Sicherheit war sie das nicht ausschließlich.
Zitat von Enterprise1701Enterprise1701 schrieb:Ich persönlich denke mittlerweile der Boden der Klappbox lag möglicherweise auch dort, daher die Nachmeldung mit den Boxenteilen wo der Boden nicht auf dem Foto ist.
Das würde ich eigentlich ausschließen. Dann stünde auf der Tafel nicht, es sei "völlig offen", ob die Kiste was mit BA zu tun hat. Sondern dann wäre es eindeutig, dass es ihre Kiste war, und mit so einem wichtigen Tatbestand würde man ganz anders umgehen.


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