Für mich bleibt weiterhin auffällig:
Es war nach Dienstende ihress letztes Schichttages, dazu war es eine Schichtnacht. Ob wie und wie es eine Schichtübergabe am Karfreitag gab wurde nie kommuniziert. Leider lässt das Raum für Spekulationen. Es war nach meiner Recherche auch vermutlich die letzte Schicht generell in Lautzenhausen. Die Räumlichkeiten etc wurden zum 1.5.2015 übergeben. Ein weiterer Hinweis dafür sind die Nennung von viel Gepäck im Kofferraum. Das wurde im Stern Bericht erwähnt. Es wirkt auf mich fast so, als wollte der Täter die letzte Möglichkeit nutzen.
Die nicht genannte Tathergangstheorie seitens der Ermittler birgt insofern eine genaue Idee was und wie es geschehen ist. Ein weiteres unbekanntes Detail ist die Kleidung mit der die sterblichen Überreste gefunden wurde. Es wird eine Kleidungsbeschreibung vom Bruder geben. Hat sie sich umgezogen, dann war BA definitiv noch im Apartment. Dann passt aber nicht mehr die Autosichtung des Zeugen vom Mühlenweg zeitlich nicht. Ich betrachte die gefundede Kleidung als wichtigen Schlüssel für eine Tathergangstheorie. Ich gehe davon aus (das mögen andere anders sehen) dass eine Frau nach minmum 15-17 Stunden die Kleidung gerne wechseln möchte, besonders nach einer kalten Aprilnacht wenn dazu im Büro 10 Stunden lang die Heizung läuft.
Das Abschleppseil könnte in der besagten Theorie ebenso eine wichtige Rolle spielen. Es wird nicht immer dort gelegen haben. BA nutzte oft die Wanderstöcke die ebenso im Rückraum des Fahrzeuges lagen. Diese hätten nach Nutzung dann aber AUF dem Seil gelegen. Das Abschleppseil lag aber AUF den Wanderstöcken. Es wurde also im Nachinein darauf gelegt.
Der Betriebsausweis lag in der Mittelkonsole. Das lässt natürlich den Gedanken zu BA hat diesen dort abgelegt, zumindest erzielt es die Wirkung. Aber auch hier müssen die Ermittler wichtige uns unbekannte Erkenntnisse haben. Waren ihre Fingerabdrücke auf dem Ausweis ? Ebenso ist es mit dem Handy. Waren dort Abdrücke erkenntlich oder wirkte es abgewischt ?
Die Aussage der Emittler damals "wir haben nichts" kann ich daher nicht nachvollziehen. Bei der Ermittlung zählt auch der Umkehrschluss. Was erwartet man eigentlich, aber es trifft nicht ein ?! Hinzu kommt natürlich der traurige Fund. Aber es gibt ein Spurenbild. Die Lage der gefundenen Gegenstände und natürlich welche Gegenstände. Ich persönlich denke mittlerweile der Boden der Klappbox lag möglicherweise auch dort, daher die Nachmeldung mit den Boxenteilen wo der Boden nicht auf dem Foto ist. Falls das so sein sollte, ein wichtige Puzzleteil für die Profiler um diese Tathergangsthese zu erstellen . Eine Tathergangsthese ist insofern wichtig, weil diese die Grundlage für eine spätere Anklage ist. Diese ist dafür zwingend notwendig. Mit den Informationen die wir offiziell kennen lässt sich m.M nach diese These nicht erstellen, dafür bedarf es mehr.
Ich habe Gemini benutzt um zu verstehen wie ein Motiv in einer Tathergangsthese zu betrachten ist:
In der Rechtswissenschaft und der Rechtsprechung (insb. des Bundesgerichtshofs, BGH) wird strikt zwischen dem äußeren Tatgeschehen (Tathergang) und den inneren Tatsachen (Motiv/Vorsatz) unterschieden.
Quelle: Gemini Google
Quelle / Definition: Der Tathergang bezeichnet rein den äußeren, empirisch beobachtbaren Tatablauf. Er umfasst das Handeln des Täters, den Kausalverlauf und den Erfolg (z. B. den Schuss und den Tod des Opfers)
bgrenzung: Das Motiv hingegen ist eine sogenannte „innere Tatsache“. Innere Tatsachen sind psychische Vorgänge im Kopf des Täters (wie Beweggründe, Absichten oder Vorsatz). Da ein Beobachter von außen das Motiv nicht direkt sehen kann, ist es begrifflich per se kein Teil des äußeren Hergangs
Obwohl das Motiv kein Teil des Tathergangs ist, erlaubt das Recht den Schluss vom Äußeren auf das Innere. Der BGH fordert in ständiger Rechtsprechung, dass Gerichte vom Tathergang auf das Motiv und den Vorsatz schließen müssen
BGH-Leitsatz (Musterbegründung):„Die Feststellung von Vorsatz und Motiv als innere Tatsachen kann in der Regel nur über den Schluss von äußeren Umständen auf die psychischen Vorgänge erfolgen. Das Tatgericht hat hierbei die Pflicht, den Tathergang in seiner Gesamtheit zu würdigen, um die innere Tatseite rechtsfehlerfrei zu erschließen.“
Das bedeutet juristisch: Der Tathergang ist das Beweismittel (Indiz), um das Motiv (die Beweistatsache) überhaupt erst zu beweisen. Sie sind also prozessual verknüpft, aber materiell getrennt
Quelle: Gemini
Das Strafgesetzuch nennt das zu noch folgendes:
Gesetzestext: Hier trennt der Gesetzgeber explizit: Das Gericht muss bei der Strafzumessung einerseits „die Beweggründe und die Ziele des Täters“ (Motive) abwägen und andererseits „die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat“ (Tathergang)
Quelle: § 46 Abs. 2 StGB
Juristisch betrachtet ist das Motiv kein Teil des Tathergangs, sondern dessen subjektives Pendant. Für die Anklageschrift ist aber die Ausleitung des Motivs von Bedeutung. Im Fall Birigt Ameis hat man nach dem Fund der Überreste weitere Spezailisten und Profiler hinzugezogen. Es entstand dann die Tathergangsthese. Daher muss es am Fundort deutliche Erkenntnisse gegeben haben die eine These zulassen um vor Gericht zu einer Anklage zu kommen. Ein Sexualdelikt wurde nach den Worten des Staatsanwaltes so gut wie ausgeschlossen, bedeutet für mich: Ein Vergehen dieser Art ist nicht Bestandteil der These. Daher wird auch ein sexuelles Motiv als gering eingeschätzt. Geld wurde auch nicht gestohlen. Da wir aber nicht wissen ob etwas in der Box gewesen ist, wissen wir nicht ob nicht doch etwas gestohlen wurde.
Ich bin kein absoluter Gegner einer möglichen Affäre. Aber hätten die Wühlmäuse (Ermittler) nicht doch einen kleinen Hinweis gefunden ? Den Fall von Fabian möchte ich in der Ausführung mit dem BA Fall nicht vergleichen, aber es zeigt wie intensiv KTU/Ermittler/Sachverständige arbeiten. Das Fahrzeug von BA hatte auch schon einen Bordcomputer. Weitere Erkenntniss aus den Daten kennen wir auch nicht.
Ich finde es weiterhin sehr ungewöhnlich, das der Radius Arbeitsplatz - Apartment - Mühlenweg - Fundort Boxenteile - Fundort sterbliche Überreste sehr überschaubar ist. Beispielsweise beträgt die Autostrecke Apartment - Fundort Leiche nur 5 Minuten. Kannte sich der Täter doch nicht aus und nahm quasi die erste Abfahrt auf die stillgelegte Strasse ? Der Mühlenwegparkplatz ist fussläufig nicht weit zum Apartment und Flughafen.