Vielleicht machen es die nachfolgenden Ausführungen möglich, zumindest den Weg zu verstehen, wie es zu diesen Taten gekommen ist. Ein Nachempfinden halte ich für ausgeschlossen.
https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-16-november-2016-100.html (Archiv-Version vom 18.11.2016)Gäste zum Fall Höxter:
Journalist Tobias Fenneker, Radio Hochstift
Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller
Beginn: Minute 2:25
Thema: Wie kommt das Böse in uns Menschen und was bringt es zum Vorschein.
Nach einem kurzen Rückblick spricht der Journalist Fenneker ab Minute 06:30. Er erwähnt, wie sich W beim ersten Prozesstag für die Kameras minutenlang positioniert hat, "ich bin hier vielleicht der Herr im Hause". Sie hingegen will in der Opferrolle gesehen werden. Sie trug Brutalitäten mit einer unvorstellbaren Leichtigkeit vor.
Von Lanz befragt, wie denn solche Menschen sind, meint Kriminalpsychologe Müller,
"die zwei häufigsten Sätze, die er hört, wenn solche Taten aufgedeckt werden, sind, 'aber der doch nicht, dass war doch immer der nette Nachbar' und dann 'der war immer schon etwas komisch'. Aber was sagt uns dieser eigentliche Wandel. Dass wir völlig unfähig sind festzustellen, was wir jemandem zutrauen und was nicht. ... diese Menschen schauen so aus wie Sie oder ich. Was sie antreibt, das ist der große Unterschied".
Wie beschreibt der Psychologe Sadismus? Müller:
"Da gibt es leidergottes eine falsche Definition, die sehr gängig ist, die besagt, der sexuelle Sadist bezieht aus dem Quälen des Opfers eine Befriedigung. Das geht aber einen Schritt weiter, er bezieht die Befriedigung aus der Reaktion des Opfers auf das Quälen. Das Quälen ist nur Mittel zum Zweck, das heißt, verstorbene Opfer sind für einen Sadisten völlig wertlos. ... Aber das was sie antreibt, das sind die dunklen Fantasien, Sie müssen sich diese Menschen plastisch so vorstellen, als wenn sie ein riesen schwarzes Loch hätten, und sie versuchen nun andere Menschen zu manipulieren, sie versuchen zu antizipieren, wie sie Schmerzen zufügen können, dass sie darauf reagieren können, dass sie irgendeine Reaktion von denen bekommen, in der Hoffnung, dass sich dieses schwarze Loch irgendwie füllt. Nur das füllt sich nicht, sondern wird immer größer." Lanz fragt in Minute 11:50 nach der Rolle der Sexualität. Hier bitte selbst reinhören. Müller führt ab Minute 13:25 weiter aus:
"Es ist bei diesen Menschen alles geplant, was sie sagen, wie sie ihre Bunker bauen, welche Gegenstände sie verwenden, wie sie sich selbst präsentieren, oder sonst irgendwas. Bis auf eine Sache, das Opfer. Das ist in der Regel zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Dieser enorme Planungsgrad ... gerade bei sexuellen Tötungsdelikten ist das ein progredienter Prozess, der über Jahre hinweg geht ..."