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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

448 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: 80er, Disco, Morde ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Frauenmorde in Münster und Heidelberg

04.10.2020 um 22:41
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Ein Army-Hintergrund des Täters ist m.E. möglich, aber keinesfalls selbstverständlich.
Ok..da hast Du sicher Recht.
Ich könnte mir zB auch einen amerikanischen Germanistik- oder Geschichtsstudenten als Täter vorstellen.
Die wahrscheinlichste Bewegung eines jungen rustikalen Mannes von USA (oder England) nach Münster und Heidelberg 1971 wäre aber sicher die eines Soldaten.
Bei der Namens-Symmetrie nach der der Killer in Heidelberg und Cuxhaven gemordet hat, entstand das Wort moan oder langgezogen mooaaaaannn (wenn man die Anfangsbuchstaben der Opfer-Vornamen miteinander verbindet).
Dieses passte sehr gut zu seiner Motivation. Es kam ihm vermutlich nicht auf den gewöhnlichen Sexual-Akt an, sondern auf diese Minuten des Tötungsvorgangs - auf dieses "moooannnn" seiner Opfer.
Ich bezweifle, dass jemand der nur in der Schule Englisch gelernt hat, auf diese Lautmalerei hätte kommen können.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der Täter sich hier auf den Roman "On the road" von Kerouac bezieht.
Dieser trifft (als Ich-Erzähler) nachts auf einer einsamen Landstraße einen alten Mann mit langen weißen Haaren (vielleicht Gott..). Der ihm auferlegt: "Go moan for man"

Youtube: 6) 'Go Moan For Man' - Jack Kerouac Jazz and Prose - Beat Poetry Vol 4
6) 'Go Moan For Man' - Jack Kerouac Jazz and Prose - Beat Poetry Vol 4



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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

05.10.2020 um 09:38
@GonzoX

Entschuldige meine Unkenntnis: es geht doch um die Morde an Anhalterinnen?

Wie hätte ein Täter, der auf "Namens-Symmetrie" wert liegt, die Namen seiner Opfer kennen können, bevor sie in sein Auto stiegen?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

05.10.2020 um 20:18
Hallo @JestersTear ,

die Anbahnungssituation ist bei dieser Serie gar nicht so eindeutig "Tramperinnen-Jagd" wie man meinen könnte.
Hier eine (erweiterte) Auflistung aus unserer Analyse:

Punkt 1.1 (Tathergang, "Annäherung an das Opfer")

1. Einladen von Straßen-Prostituierter
2. Tramperinnen-Jagd
3. Anbahnung (anbaggern) in Disco
4. Überfall auf einsamer Landstraße (bei den Fällen Irene Warnke und vermutlich, bzw möglicherweie Uta Flemming)
5. Anschleimung als geheimer väterlicher Freund (in den Fällen Uta und Maria Theresia denkbar)
6. Entgleiten einer Alltagssituation
7. Anbiederung vor Disco (zB auf Parkplatz)
8. Kennenlernen in Disco (oder anderen Orten) + Stalking
9. Drogen als Lockmittel (Täter Dealer oder selber Konsument)
10. Kennenlernen bei der Arbeit (z.B. Krankenhaus, Schule o.ä.) + stalking
11. Kennenlernen in der Freizeit (z.B. kirchliche Gruppe) + stalking

Klar ist aber: der Täter muss quasi einen unbegrenzten "Zugriff" auf junge Frauen gehabt haben, denn er wählte sie vermutlich (oder möglicherweise) nicht nur nach Namens-Symmetrie aus, sondern beachtete auch noch den äußeren Typus (v.a. in Norddeutschland) und geographische Positionen.
Es ist zB jemand denkbar, der während seiner Arbeit viel mit dem Auto rumkurvt und jeden Tag mehrfach Tramperinnen mitnimmt.
Abends geht er noch in Discos, dort vertickt er seine Drogen.
Und zwei mal in der Woche ist er auch in seiner Gemeinde als Jugend-Betreuer aktiv.
Wenn man das dann auf fünf Jahre hochrechnet, kann er dabei 1000den jungen Frauen begegnet sein und konnte so seine spezielle Auswahl treffen.
Dabei war er vermutlich gutaussehend, humorvoll, interessant, intelligent, politisiert, harmlos wirkend aber auch autoritär bestimmend.
Nur alle sechs Monate leistete er es sich mal, komplett auszuticken.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

05.10.2020 um 20:43
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Der originale Zodiac hat allerdings keins seiner Opfer verstümmelt, sondern mit einer Schusswaffe "auf Distanz" getötet.
Bei seinem einzigen Messereinsatz hat er sich, mit Verlaub, ziemlich schusselig angestellt.
Ich sehe darin zwar eine Absicht, die Taten wirken allerdings zumindest auf mich ganz anders als Münsterland und Rhein-Neckar.
Wie auch @darkstar69 beschrieb, muss man sich den MünHeiCux-Killer als intelligentes, immer dazulernendes System vorstellen.
Bei seinen Taten verfuhr er nach dem Motto: "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu."
Wenn man allein seine Heidelberger Taten betrachtet, fällt auf, dass er sogar hier von Tat zu Tat unterschiedlich vorging.

screenshot aus Film "Im Visier der Fahnder"
Bildschirmfoto 2020-10-05 um 20.34.56Original anzeigen (0,7 MB)

Hat man nicht auch dem Zodiac "vorgeworfen", dass er seine Tatbegehung variierte und die Zusammengehörigkeit der Taten angezweifelt?

https://www.zodiacciphers.com/zodiac-news/the-modus-operandi-of-the-zodiac-killer


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

05.10.2020 um 22:25
Hallo @GonzoX ,

der ganz große Unterschied ist m. E. , daß der bay-area-killer mit seinen Taten geprahlt hat und nachweislich, zumindest in der Korrespondenz, Morde für sich beansprucht hat , die er nicht begangen hat.

Der Täter in der deutschen Serie, so wie ihr ihn euch vorstellt, scheint sich dagegen auschließlich selbst an seiner eigenen Genialität mit Längengraden, Namens-Symmetrien oder Kerouac-Bezügen erfreut zu haben .
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Hat man nicht auch dem Zodiac "vorgeworfen", dass er seine Tatbegehung variierte und die Zusammengehörigkeit der Taten angezweifelt?

https://www.zodiacciphers.com/zodiac-news/the-modus-operandi-of-the-zodiac-killer
Ich sehe tatsächlich selbst eine gewisse Wahrscheinlichkeit , daß er nicht alle vier vermeintlich gesicherten Taten begangen hat, aber nicht wegen des von dir verlinkten Artikels zum M.O. am Lake Berryessa, sondern wegen der Attacke an der Lake Herman Road.

Das ginge jetzt aber hier viel zu weit und vollkommen OT , bei Interesse: ich habe mal die beiden für mich in Frage kommenden Deutungsmöglichkeiten des Z-Falls im entsprechenden Thread beschrieben.

Ansonsten lese ich wirklich gerne, was ihr hier zusammentragt !


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

06.10.2020 um 22:25
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 01.10.2020:Sogar der "Spiegel" berichtete 1971 von einem "neuen Tätertyp" .

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43144831.html

Die im Artikel beschriebenen Taten ähneln denen des Zodiac-Killers.

Hätte evtl. ein GI mit Kenntnissen vom Zodiac - Fall sowas in der "alten Welt" auch mal probieren wollen ? (btw. waren in Münster nicht eher Briten stationiert?)
Von den im Spiegel-Artikel erwähnten "Morden in Autos mit Liebespaaren", finde ich den "Lorscher Liebespaarmord" vom 27.7.68 am interessantesten und am besten für unseren Vergleich geieignet.
Denn dieser ereignete sich ausgerechnet mitten im Revier unseres "Heidelberger Anhalterinnen-Mörders".
Dessen doppelter Leichenablageort befand sich im selben Wald, ca. vier Kilometer entfernt.

Bildschirmfoto 2020-10-06 um 22.02.20Original anzeigen (0,8 MB)

Auf der Karte habe ich die Orte markiert, die mich hier interessieren:

- Lorsch, der Schauplatz des Liebesplatzmordes
- Lampertheim, doppelter Leichenablageort
- Weinheim an der Bergstraße, der Wohnort der Lorscher Opfer
- die Starkenburg, Ausflugsort der Opfer
- Hemsbach, Wohn- und Tramport Monika Sorns 1975
- IBB-Transmitter Station (zwischen Hemsbach und Lampertheim), Propaganda-Sender (Radio Free Europe) der USA
- Bensheim, damaliger Wohnort Manfred Roeders, der auch an einem norddeutschen Schauplatz der "Großen Serie" auftauchte

Auf dieser Seite erhält man weitere detaillierte Informationen:

http://www.blofelds-krimiwelt.de/Wahre-Verbrechen/Der-Lorscher-Liebespaarmord/der-lorscher-liebespaarmord.html

Da könnte man sich den Killer der Bay-Area schon ganz gut als Akteur vorstellen, oder?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

06.10.2020 um 23:56
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Da könnte man sich den Killer der Bay-Area schon ganz gut als Akteur vorstellen, oder?
Bei allem Respekt für deine wirklich guten Recherchen , die sehr interessant zu lesen sind: ich kann es mir nicht vorstellen.

Der Doppelmord in Lorsch geschah fünf Monate vor Beginn der "offiziellen" Serie des Zodiac in Nordkalifornien.

Der Mann hätte also zu diesem Zeitpunkt in Deutschland sein müssen und dann knapp drei Jahre in den Staaten gewesen sein, nur um anschließend hier sein Werk weiter fortzusetzen.

Diese Art von Angriffen auf Paare bis in die 80er waren kein amerikanisches oder deutsches, sondern ein weltweites Problem und passierten m.E. einfach nur aus der Gelegenheit heraus.

Hier ist z.B. examplarisch ein Fall aus Australien:

https://www.9news.com.au/national/lovers-lane-cold-case-gets-new-1-million-push-melbourne-crime-news-thomas-cooper-murder/0d7f35f1-7ac9-4491-9a47-24d873cce68a

Ich hatte noch mehrere Verbrechen dieser Art in Australien gefunden. Dort käme niemand auf die Idee , den Zodiac-Killer verantwortlich zu machen.

Was du Ende letzter Woche geschrieben hattest....
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb am 30.09.2020:Durch alle drei Serien hindurch reagiert er auf Medien und Polizei - und zeigt demonstrativ immer mehr seine Verachtung und Überlegenheit.

Bei SO einem Täter ist nicht auszuschließen, dass er verschlüsselt (mittels dieser Namens-Symmetrie) kommuniziert.
Und auch dass er seine Opfer auf dem gleichen Längengrad kidnappt und ablegt.
Es ist also jemand der sein eigenes Spiel spielt und nur SEINE Regeln befolgt.

Um noch mehr über den Täter zu erfahren, wäre es nun interessant sein "Werk" mit anderen aus der Kriminal-Geschichte bekannten Serien, die derartige Aspekte enthalten, zu vergleichen.
....würde imo gut auf jemanden passen, der Kenntnisse über den Zodiac-Fall hatte.
Ich selbst habe aber zu wenig Kenntnis von den deutschen Serien, um überhaupt beurteilen zu können, ob ein und derselbe Täter verantwortlich ist.

Jedenfalls bin ich froh, daß junge Paare heutzutage nicht mehr auf Wälder und dunkle Parkplätze angewiesen sind.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

07.10.2020 um 18:35
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Diese Art von Angriffen auf Paare bis in die 80er waren kein amerikanisches oder deutsches, sondern ein weltweites Problem und passierten m.E. einfach nur aus der Gelegenheit heraus.

Hier ist z.B. examplarisch ein Fall aus Australien:

https://www.9news.com.au/national/lovers-lane-cold-case-gets-new-1-million-push-melbourne-crime-news-thomas-cooper-murde...

Ich hatte noch mehrere Verbrechen dieser Art in Australien gefunden. Dort käme niemand auf die Idee , den Zodiac-Killer verantwortlich zu machen.
In Italien wohl auch nicht:
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 02.10.2020:"Das Monster von Florenz".



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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

09.10.2020 um 20:30
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ich hatte noch mehrere Verbrechen dieser Art in Australien gefunden. Dort käme niemand auf die Idee , den Zodiac-Killer verantwortlich zu machen.
In Italien wohl auch nicht:
JestersTear schrieb am 02.10.2020:
"Das Monster von Florenz".
Doch in Italien kam einer auf die Idee:

https://www.reddit.com/r/ZodiacKiller/comments/8q0dvp/debunking_the_zodiacmonster_of_florence_theory/
https://www.tempi.it/il-mostro-di-firenze-e-zodiac/
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Der Doppelmord in Lorsch geschah fünf Monate vor Beginn der "offiziellen" Serie des Zodiac in Nordkalifornien.

Der Mann hätte also zu diesem Zeitpunkt in Deutschland sein müssen und dann knapp drei Jahre in den Staaten gewesen sein, nur um anschließend hier sein Werk weiter fortzusetzen.
Für den von uns gesuchten MüHeiCux-Killer wäre es sogar typisch, dass eine Mordserie an einem Ort "plötzlich" aufhört - und dann genau nach einem halben Jahr an einem anderen Ort wieder einsetzt.

US-Soldaten werden ständig hin- und her versetzt.
Und dort in der Gegend Lampertheimer / Lorscher Wald gab es viel US-Militär.
Jedenfalls mehr als irgendwo in Australien.
Es ist ja auch schon bezeichnend dass damals in Lorsch auch sofort die Kriminalpolizeit der Amerikaner mit am Tatort war.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

09.10.2020 um 21:36
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Es ist ja auch schon bezeichnend dass damals in Lorsch auch sofort die Kriminalpolizeit der Amerikaner mit am Tatort war.
War das denn außergewöhnlich / kein Standard - Prozedere zur damaligen Zeit?
Gerade weil viel US - Militär dort damals in der Gegend war, hätte ich vermutet, dass routinemäßig auch die Amerikaner mit in die Ermittlungen (zumindest bei Kapitaldelikten) einbezogen worden sind!?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

09.10.2020 um 22:21
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Es ist ja auch schon bezeichnend dass damals in Lorsch auch sofort die Kriminalpolizeit der Amerikaner mit am Tatort war.
Ja, aber wie gesagt: "Lorsch" war zeitlich vor Zodiac, insofern konnte die Militärpolizei noch nichts von einem Zodiackiller wissen...

Ansonsten wundert mich die Präsenz der Militärpolizei keineswegs: gefühlt sind unaufgeklärte Frauenmorde in Deutschland nach dem Weggang der GI´s deutlich weniger geworden.

Aber vielleicht ist das auch einfach nur meine subjektive Wahrnehmung.
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Doch in Italien kam einer auf die Idee:

https://www.reddit.com/r/ZodiacKiller/comments/8q0dvp/debunking_the_zodiacmonster_of_florence_theory/
https://www.tempi.it/il-mostro-di-firenze-e-zodiac/
Das erste Verbrechen ,das dem sog. "Monster von Florenz" zugeschrieben wird ( 8/1968), lag auch noch vor der Zodiac-Serie.

Erstaunlich ist aber in der Tat, daß anschließend im Großraum Florenz erst mal sechs Jahre Pause war!

Wie gesagt, ich find´s wirklich sehr beachtlich, was du hier zusammenträgst!

Theoretisch (!) würden wir den Zodiac sogar in die Timeline kriegen:

Anfang 1968 Toskana , Mitte 68 Lorsch/Rhein-Neckar, Ende 68-71 Nordkalifornien, 71-74 Münsterland, noch mal kurz Heimaturlaub, Cops und Medien in SF mit weiteren Brifen geneckt, wobei @Cpt.Germanica sich gar nicht sicher ist, ob die 74-Briefe überhaupt noch Zodiac-Briefe waren, dann wieder Toskana, Ende der 70s die Rhein-Neckar-Serie ( in Florenz ist zu dem Zeitpunkt kurioserweise gerade wieder Pause), aber ab den frühen 80s wieder verstärkte Aktivitäten in Italien.

Jetzt soll jeder für sich entscheiden, für wie wahrscheinlich sie/er das hält.

Wenn du Recht hast und die Zusammenhänge aufdeckst , wirst du steinreich !


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

11.10.2020 um 02:16
...stimmt...wenn man auf einen Schlag Deine ganze timeline aufklären könnte.

Aber es passt rein chronologisch wirklich alles ganz schön. In Norddeutschland war die intensivste Zeit 1977 bis 80. Danach wurde es eher sporadisch - oder man kann die Fälle nicht mehr so klar zuordnen.
Der Täter müsste sich dann aber sehr weiterentwickelt haben, vom quasi kontaktlosen Zodiac bis zum Florenz-Monster, das Körperteile amputierte bzw. ausweidete.

Aber es bleibt jeweils dieses sehr schnelle Töten und dann die lange Phase des Nachspiels.
Inclusive der Angst in der Bevölkerung und den extremen Presse-Rekationen.

Ich möchte noch einen weiteren interessanten Aspekt beleuchten:

Im Film "Zodiac - die Spur des Killers" wird deutlich, dass der Killer sich einen guten Vorteil verschaffte, indem er seine Pärchen-Morde nicht direkt in San Francisco verübte, sondern in der Region nördlich: Valejo, Solano, Nappa. Dort wo übrigens gerade diese fürchterlichen Waldbrände wüten.

Bildschirmfoto 2020-10-11 um 01.58.49

Im Film wird dargestellt, wie er hierdurch die Ermittlungsarbeiten der verschiedenen zuständigen Polizeieinheiten erschwerte bzw. verwirrte.
min. 35:45 bis 37:45
Youtube: Zodiac - Die Spur des Killers - USA 2007
Zodiac - Die Spur des Killers - USA 2007


Vom MünHeidCux-Killer wissen wir wiederum, dass er serienübergreifend vier mal hintereinander mit den (schon ermordeten ?) Frauen im Auto Ländergrenzen überquerte.

Beitrag von GonzoX (Seite 14)


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

11.10.2020 um 10:56
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Im Film "Zodiac - die Spur des Killers" wird deutlich, dass der Killer sich einen guten Vorteil verschaffte, indem er seine Pärchen-Morde nicht direkt in San Francisco verübte, sondern in der Region nördlich: Valejo, Solano, Nappa. Dort wo übrigens gerade diese fürchterlichen Waldbrände wüten.
Ja, er hat vier verschiedene ,schlecht untereinander vernetzte Departments beschäfigt.

Es stellt sich die Frage, ob das genau so beabsichtigt gewesen ist, was ich für mich selbst übrigens immer "ja" beantworte habe, aber....

...ich glaube nicht, daß er nach Vallejo ausgewichen ,sondern dort seinen Mittelpunkt hatte und später eher wegen der größeren Bühne nach San Francisco ausgewichen ist.

Für "Lake Herman Road" war zwar offiziell der "Solano County Sheriff" und nicht das "Vallejo PD" zuständig, allerdings kamen die Opfer wie bei "Blue Rock Springs" aus Vallejo.

Wir sind wieder vollkommen OT, aber bitte den Film ,den ich selbst wegen des gelungenen Einfangen des Zeitgeistes und der Schauspieler klasse finde, wegen der "großen künstlerischen Freiheiten" inhaltlich nicht so ernst nehmen.
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Vom MünHeidCux-Killer wissen wir wiederum, dass er serienübergreifend vier mal hintereinander mit den (schon ermordeten ?) Frauen im Auto Ländergrenzen überquerte.
Ich muß gestehen, daß ich es noch nicht auf die Kette gekriegt habe, mir die 21 Seiten hier komplett durchzulesen und nachzuvollziehen: gehört "Cuxhaven" auch noch zur "großen Serie" ?

Gab es da nicht sogar einen eigenen Thread zu?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

11.10.2020 um 22:47
Hallo @JestersTear ,

von Anfang an ging es hier in der Diskussion um den Vergleich der drei Serien: Cuxhaven + Heidelberg + Münster. Der Titel ist vielleicht etwas irreführend..
Der Zusammenhang von Münster und Heidelberg wird auch von der (Münsteraner) Kripo so gesehen - Cuxhaven dazu ist quasi bei uns exclusiv.
Die besonderen Ergebnisse wie "moan" und der identische Längengrad ergeben sich nur hierdurch. Das Überschreiten der Ländergrenzen gilt allerdings auch (bzw. vor allem) für Münster und Heidelberg.

Wenn man tatsächlich EINE große Serie sieht, wären diese drei sehr speziellen Kriterien gleichzeitig sicher einmalig - oder besser gesagt zweimalig da etwas ganz ähnliches eben bei Zodiac vorkommt.

In diesem Zusammenhang interessiert mich gerade der rätselhafte Zodiac-Mord an dem Taxi-Fahrer Paul Stine. Wo siehst Du da das Motiv?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

11.10.2020 um 23:46
Aus dem Zodiac-Thread kopiert, vom Sommer. Als Spoiler, weil ich keine Leute langweilen möchte, die dieser Fall gar nicht interessiert.


Spoiler(Fortsetzung , Bewertung und Abschluß)

11.10.1969: Mord an Taxifahrer Paul Stine (29) in San Francisco ( Presidio Heights)


Cabbie Stine nimmt gegen halb zehn Uhr abends, gerade von einer Fahrt zum Flughafen kommend, im Theater-District der Stadt einen unbekannten Fahrgast auf.
Im Fahrtenbuch wird Washington Street /Ecke Maple Street als Ziel angegeben, ein besseres Wohnviertel der Stadt, wo allerdings der Hund begraben liegt.
Eine Ecke weiter, an der Kreuzung Washington/ Cherry Street , wird Paul Stine mit einem Kopfschuß getötet.
Drei Kinder beobachten die Fahrt von einem Fenster aus.
Auf Basis deren Aussage wird das zweite und bekanntere Phantombild des Zodiac angefertigt, das später von den beiden Officern Fouke und Zelms bestätigt wird.
Die rücken erst relativ spät mit der Info raus, daß sie dem Täter nahe der Kreuzung Maple St./ Jackson St. begegnet sind, ihn aber nicht angehalten haben, weil über Funk wenige Minuten die Falschmeldung kursierte, daß der Täter afroamerikanischer Abstammung sei.
Der Zodiac behauptet im Brief vom 09. November sogar, daß er mit den beiden Cops gesprochen habe, was von Donald Fouke immer dementiert worden ist.
Der noch unerfahrene Officer Eric Zelms (22) konnte sich dazu nicht mehr äußern: er wurde wenige Wochen später in der Neujahrsnacht bei einem Einsatz erschossen.


Meine Gedanken zum Mord an Paul Stine und zum Zodiac-Fall insgesamt:

Warum greift der Liebespaarmörder in San Francisco einen Taxifahrer an, der überhaupt nicht in die Reihe passt ?

Für mich gibt es zwei verschiedene Ansätze, den Fall zu betrachten, auch ohne sich auf einen Hauptverdächtigen festlegen zu müssen.

Die erste Variante ist die wohl wahrscheinlichere :

Der Täter, der sich später Zodiac nennen wird, erschießt ein junges Liebespaar an der Lake Herman Road.
Das Motiv ist unklar, vielleicht sexuelle Frustration, Gier nach Aufmerksamkeit,was auch immer gerade in so einem kranken Hirn vorgeht .
Erst nach dem Doppelmord wird ihm so richtig bewusst,was er eigentlich angerichtet hat und welche Konsequenzen das für ihn haben könnte ( Gaskammer!) .
Er hält die Füße zunächst still , aber niemand klopft an der Tür,um ihn abzuholen.
Die Tat hat ihm allerdings einen Kick gegeben.

Als er sich ein gutes halbes Jahr später wieder sicherer fühlt, zieht er deswegen das gleiche Ding, dieses mal auf dem Parkplatz des „ Blue Rock Springs Park“, erneut durch.
Er gibt erstmals seinem Geltungsbedürfnis nach, in dem er telefonisch Kontakt zur Polizei sucht.
Und wieder passiert wochenlang nichts!

Mittlerweile ist ihm die begrenzte Aufmerksamkeit der Arbeiterstadt Vallejo vor den Toren San Franciscos zu klein geworden.
Er schreibt dreieinhalb Wochen später Briefe mit kruden Rätseln an die „Vallejo Times“ sowie den „ Examiner“ und „ Chronicle“ aus San Francisco und gibt sich, zu seiner Zeit noch eher unüblich, mit „Zodiac“ selbst einen Markennamen.

Er verlangt, daß Brief und Rätsel auf „Seite Eins“ veröffentlicht werden, was aber nicht geschieht.
In die Parade fährt ihm der in etwa zur gleichen Zeit stattfindende , grausame Doppelmord an Cathy Snoozy und Debra Furlong, der es stattdessen auf die Titelseiten schafft ( Siehe Posting zu „Lake Berryessa").
Der Zodiac begeht am LB eine ähnliche Tat, bei der jetzt wie bei Snoozy/ Furlong „ein Picknick“, „ eine Vielzahl von Messerstichen“ und die Uhrzeit „ 06:30“ eine Rolle spielen.
Eventuell wollte er mit der Beschriftung von Hartnells Autotür sogar andeuten, daß er selbst der Täter im Fall „ Furlong/Snoozy“ war. Der eigentliche Mörder der beiden Teenager, Karl F. Werner, war zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt.

Als er es mit dem Angriff auf Shepard/ Hartnell endlich auf die Titelseiten geschafft hat und in der Bay Area eine regelrechte „ Zodiac-Manie“ ausbricht, wählt er ab jetzt jetzt die ganz große Bühne!
Weil der Kick des Tötens und des Kommunizierens mit ratlosen Ermittlern nun den Kick der Überfalle auf Paare überstrahlt, ist ab jetzt nicht mehr das „ Wer“, sondern das „ Wo“ entscheidend :

er verlegt seine Aktionen nun in das weltweit beachtete Epizentrum der neuen Gegenkultur, nach San Francisco selbst und zwar direkt vor die Haustüren der „upper class“ in Presidio Heights.

Offen bleibt, warum die Serie nach dem Stine-Mord abrupt zu enden scheint.

Die üblichen Antworten sind bekannt.
Der Täter ist verstorben, wurde wegen eines anderen Delikts verhaftet oder ist verzogen.
Interessant ist hier meines Erachtens, daß es ab November 1969 in Los Angeles zu mehreren spektakulären Morden an Paaren bzw. Frauen kam ( z.B. Reet Jurvetson a.k.a. „ Jane Doe 59“ oder Doreen Gaul/ James Sharp), die man im Nachhinein mit der zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgesetzten „ Manson Family“ in Verbindung bringen wollte, die aber eventuell auch die Handschrift des Z-Killers hätten sein können.
In späteren Briefen erhöht er ständig die Zahl seiner Opfer, obwohl es ab nun in der Bay Aerea ruhiger zu werden scheint.
Ich lasse Kathleen Johns als Z-Opfer mal außen vor, weil es in deren Fall viele Ungereimtheiten gibt, aber je nachdem, welchen Verdächtigen man bevorzugt, ist das Verschwinden von Donna Lass am Lake Tahoe eine wahrscheinliche Zodiac-Tat.


Aber für mich kommt auch noch eine weitere Version der Ereignisse in Betracht:

Der Schlüssel hier ist die im „ BRS“-Beitrag ausführlicher beschriebene, mögliche Beziehungstat an Darlene Ferrin.

Vorausetzung ist hier lediglich, daß der Täter , aus welchem Grunde auch immer, Infos zum Polizeibericht des Mordes an Jensen/Faraday , so z.B. durch Indiskretionen aus dem Umfeld, oder evtl. sogar selbst mit Zugang zum Ermittlungsstand , hatte.

Er wußte, daß er ziemlich schnell mit Darlene in Verbindung gebracht werden würde und läßt durch den Anruf im „Vallejo PD“ glauben, ein Psychokiller sei unterwegs, der es auf junge Paare allgemein abgesehen habe, obwohl er den LHR-Doppelmord gar nicht begangen hat. Für den hatte die Polizei auch andere Ansätze, im Beitrag zu „ LHR“ ausführlich beschrieben.

Nach dem Überfall auf Ferrin/ Mageau am BRS beginnt die Korrespondenz mit den Medien.

Statt das Offensichtliche zu erkennen, müssen sich die Ermittler nun mit Kryptogrammen beschäftigen.

Meines Erachtens auch kein Zufall, daß nur das Allererste zu enträtseln ist ( „ Menschen jagen“).
Dadurch wirft der Täter einen Köder aus.!
Die Polizei muß sich in unzähligen Arbeitsstunden mit den weiteren Rätseln zu beschäftigen, irgendwann könnte ja mal wenigstens eins davon wieder einen Sinn ergeben!

Da Briefe und Rätsel in unkalkulierbaren Abständen erschienen, vermute ich, daß der Täter immer genau dann wieder Einen rausgehauen hat, wenn ihm der Stand der Ermittlungen nicht passte , bzw. gefährlich werden konnte!

Je näher die Ermittler den Täter kamen, desto wilder wurden die Briefe . Statt dem Ermittlungsansatz weiter zu folgen, mußte sich nun auf die Sicherheit von Schulbussen konzentriert werden . ( „Sprengungen, Kiddies abknallen“!).

Mit dem spektakulären Mummenschanz am Lake Berryessa und der schwarzen Henkerskapuze setzt er noch eins in Sachen „ Psychokiller“ drauf.
Wie bereits im „ LB-Beitrag“ beschrieben, könnte es sein, daß er wenigstens eins der Opfer absichtlich am Leben ließ, um die Nachwelt davon zin Kenntnis zu setzen.

Der Taximord wäre dieser Theorie zufolge eigentlich überflüssig gewesen!

In dieser Version der Ereignisse glaube ich, daß der Täter das Taxi an der Ecke Mason St./ Geary St. überhaupt nicht in der Absicht bestiegen hat, Paul Stine zu töten.
Der Mörder entschloß sich währen der Fahrt dazu, der Grund könnte ein Streit gewesen sein.
Im Kalifornien der 60s gab es viele Gründe, sich zu streiten, abseits vom Fahrpreis des Taxis: Hippies, Drogen, Vietnam, Richard Nixon, usw.

Ganz konkret spekuliere ich sogar, daß man im Radio einen Beitrag zum Zodiac zuhörte.
Im Film von David Fincher wird schön dargestellt , daß man der Zodiac-Berichterstattung in Funk und Fernsehen jener Zeit nicht entkommen konnte: der von Jake Gyllenhaal dargestellte Graysmith möchte seinem kleinen Sohn die schaurigen Details ersparen und schaltet mehrfach um bzw. bemüht andere Radiosender: überall nur Zodiac !

Wenn Stine eine geringschätzige Bemerkung wie „ Den Kerl möchte ich mal in die Finger kriegen!“ gemacht hat, ahnungslos, wen er da eigentlich auf dem Rücksitz hatte, könnte es sein, daß der Killer Stine noch einen Block mit vorgehaltener Waffe und „ Schönen Grüßen vom Zodiac“ weiterfahren ließ und sich an dessen Angst weidete, bevor er abdrückte.
Das würde erklären, warum der Mord an der „ Ecke Cherry“ statt dem eigentlichen Fahrtziel „ Ecke Maple“ verübt wurde.
Er versucht die Tat zunächst wie einen Raubmord aussehen zu lassen, nimmt Gegenstände von Stine an sich, ahnt aber nicht, daß er von den Kindern beobachtet wurde.
Er hört die Polizeisirenen viel schneller als erwartet näherkommen und in Eile, aber mit Sinn für´s Drama beschließt spontan, auch hier ein "Zodiac-Ding" draus zu machen, indem er ein Stück vom blutigen Hemd des Opfers mitnimmt und es später dem "Chronicle" schickt.

Die erste der beiden Versionen ist für mich die Wahrscheinlichere, obwohl imo auch bei der zweiten Version die Dinge gut ineinander passen.


Ergänzend noch: ich glaube, daß das " Messer" (wie übrigens die Henkerskapuze auch) am Lake Berryessa nicht nur wegen des Doppelmordes an den Teenagern in San Jose, sondern auch als Reaktion auf die Manson-Morde in L.A. eingesetzt wurde.

Die fanden Anfang August nämlich zeitgleich zu dem Zeitpunkt statt, als unser Mann mit seinen Briefen und Rätseln erstmalig groß aufdrehen wollte- und ihm zum zweiten mal die Show gestohlen haben!

Man mußte in diesen Zeiten selbst als Serienkiller schon was bieten, um ins Gespräch zu kommen...


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12.10.2020 um 13:38
Ok....danke für die Info.
Dann wäre Paul aber ein sehr beliebiges Opfer. Passt das wirklich zu dem Zodiac?

Wenn man dieser Radian / Mount Diablo Geschichte folgt - die auf einem rätselhaften Brief Zodiacs beruht + der Deutung von Gareth Penn...............

.............sollte man meinen, Zodiac legte Paul um, weil er damit diesen Radian-Winkel erzeugen wollte.

Das ist erstmal schwer zu verstehen. Wer kann schon was mit dem Begriff Radian anfangen..

Ich würde es mal allgemeinverständlich so ausdrücken:
es ist das Winkelmaß für Angeber (natürlich auch für Mathematiker etc.).
Also nur eine Alternative zur Grad-Einheit.
Hier kann man es umrechnen:

https://www.google.com/search?q=umrechner+rad+in+grad&oq=umrech&aqs=chrome.0.69i59j69i57j0l3j69i60l3.2391j0j1&sourceid=chrome&ie=UTF-8

Ein rad entspricht also 57,29 grad.

Ein solcher Winkel enstand (halbwegs genau), wenn man eine Linie zieht vom Mount Diablo zum Tatort im Fall Paul Stine - und die andere zu einem der Pärchenmord-Tatorte.


Bildschirmfoto 2020-10-12 um 13.29.54Original anzeigen (1,2 MB)
http://www.zodiackillerfacts.com/radian.htm

Auch der CuxHeidMün-Killer müsste bei der Festlegung seiner Tatorte entsprechende Überlegungen getroffen haben, um seine Opfer genau auf dem gleichen Längengrad zu kidnappen.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

12.10.2020 um 18:06
Ich dachte mir natürlich, daß du mit der Frage nach Stine auf die "radian-theory" abzielen möchtest, wegen der ich hier im Thread aufgeschlagen bin und die ihrem Urheber Gareth Penn sebst eine saftige Nominierung als Verdächtigem eingehandelt hatte :-)

Irgendwie nach dem Motto: wenn die schon alle zu doof sind, mein System zu erkennen, muß ich sie halt mit der Nase drauf stossen...

Aber warum hätte er das erst nach 12 Jahren tun sollen?

Ich vermute eher, der Mt. Diablo wurde vom Killer ins Spiel gebracht, um den "diabolischen" Anspruch seiner Taten zu unterstreichen.

Ja, in beiden meiner Szenarien ist Stine ein Zufallsopfer, wie sollte er sonst ins Gesamtgefüge passen?

Wenn´s einzig wegen des "Radian" um die Location "Washington / Ecke Cherry" ging, hätte der Täter am Abend auch auf ein flanierendes Paar warten können, Presidio Heights war eine sichere Gegend.

Warum hätte der Fahrgast zunächst "Washington/ Ecke Maples" nennen sollen, wenn von vorne herein klar war, daß er den Mord "Ecke Cherry" begehen muß ?

Sowieso unwahrscheinlich, daß dieser Mensch in Deutschland für die CuxHeidMün-Serie (wenn sie denn eine ist) in Frage käme, das Vorgehen ist m.E. zu unterschiedlich:

Keine Verstümmelungen in Kalifornien, eher auf Distanz tötend, dort war ein zwanghaft mitteillungsbedürftiger Maulheld am Werk, während sich der deutsche Täter offenbar entweder störrisch-westfalisch (Münster) oder in norddeutscher " Wie das Land, so das Jever" - Manier (Cuxhaven) alleine über sein (unter Vorbehalt) ausgeklügeltes System gefreut hat ?


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

15.10.2020 um 19:49
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 12.10.2020:Ich dachte mir natürlich, daß du mit der Frage nach Stine auf die "radian-theory" abzielen möchtest, wegen der ich hier im Thread aufgeschlagen bin und die ihrem Urheber Gareth Penn sebst eine saftige Nominierung als Verdächtigem eingehandelt hatte :-)
...von dem scheinst Du ja nicht sehr viel zu halten..
Wenn ich es richtig verstehe (ich habe allerdings nicht viel mehr als seinen Wikipedia-Artikel gelesen: Wikipedia: Gareth Penn ), gilt sein (selbst veröffentlichtes Buch) als etwas überzogen. Vor allem auch weil es darin gipfelt zu glauben, einen anderen Wissenschaftler als Zodiac überführt zu haben.
Allerdings wird wohl seine Deutung des Radianten-Briefes als zutreffend angeshen.

Wenn man nun tatsächlich den Spieß umdrehen, und ihn selbst als Verdächtigen betrachten möchte - kann man auch an die deutsche Serie anknüpfen.
Denn Penn ist Germanist mit dem Fachgebiet "Gottfried von Straßburg".
Gut möglich dass er in Deutschland studierte und später gelegentlich bei Kongressen in Münster und Heidelberg weilte.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

15.10.2020 um 20:27
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 12.10.2020:Keine Verstümmelungen in Kalifornien, eher auf Distanz tötend, dort war ein zwanghaft mitteillungsbedürftiger Maulheld am Werk
In der deutschen Serie gab es auch keine Verstümmelungen. Es gab Messermorde und Würgemorde, bei denen der Täter auch sein Messer einsezte - mit zunehmender Tendenz und Brutalität.
Wir wissen nur von einem Fall bei dem er ein Zeichen in die Haut einritzte. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es ähnliches bei anderen Fällen gab - aber als "Täterwissen" der Öffentlichkeit vorenthalten wird.

Als "Maulheld" hätte er in Deutschland kaum so weitermachen können. Solche zodiac-style-Briefe hätten doch sofort die US-Polizei auf seine Fährte gebracht.
Auch wenn er den Stil etwas abgeändert hätte, wäre es ihm wohl kaum gelungen so auf deutsch zu schreiben, dass man nicht den Ami erkannt hätte.

Ich würde es so analysieren, dass er jedenfalls gern zugelassen hat, dass man seine Serien identifizieren konnte - und alles in Panik (oder Sensationslust) ausbrach.
Allerdings hat er sich bemüht sein Morden immer so zu variieren, dass kaum jemand auf die Idee kam, eine Große internationale Serie zu vermuten.

Die deutschen Killer wurden jeweils in Münster, Heidelberg und auch Bremerhaven (Prostituierten-Morde, 90er) als "Lustmörder" klassifiziert. Also Täter bei denen Töten (und nicht der Sex) zur Lusterfüllung diente. Bei allen galt es als wahrscheinlich, dass sie ihre "Leidenschaft" noch weiter auslebten, oder schon vorher aktiv waren.

Lustmörder ist wohl ein alter sehr deutscher kriminalistischer Begriff.

Zodiac wird hingegen ganz eindeutig als "Thrill-Killer" kategorisiert. Er gilt sogar als Musterfall seiner Gruppe.

Wikipedia: Serial killer#:~:text=They seek the adrenaline rush,for a period of time.
Bildschirmfoto 2020-10-15 um 20.09.38

Auch der MünHeidCux-Killer passt sehr gut in dieses Schema.

Sowohl bei diesem als auch beim Zodiac kann man aber durchaus eine sexuelle Komponente erkennen. So beschränkte sich das Killen bei der deutschen Serie auf recht attraktive junge Frauen.
Und der Zodiac widmete sich wohl hauptsächlich seinen jungen weiblichen Opfern - und "vernachlässigte" deren Freunde so dass sie überlebten.
Auch beim Lorscher Liebespaar-Mörder lässt sich diese Tendenz erkennen.
(Übrigens ebenso beim Florenz-Monster und beim Göhrde-Mörder)


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

15.10.2020 um 23:40
Hallo @GonzoX ,

noch kurz was zu Penn: den nimmt irgendwie niemand so richtig ernst , er wird als "creepy" oder "conspiration theorist" beschrieben.

Mit seiner eigenen Obsession bzgl. des Zodiac-Falls hat er erst in den 80s so richtig losgelegt , nachdem er dem Berkeley-Prof O´Hare einen Mord in Massachussets , wohlgemerkt am anderen Ende des Kontinents, anhängen und ihn anschliessend direkt zum Zodiackiller machen wollte.

Warum hätte der tatsächliche Killer so lange warten sollen?

Seine Winkel - Theorie schien nicht so wirklich aufzugehen, weil der BRS-Tatort sonst auf dem Golfplatz hätte liegen müssen, der sich auf der anderen Seite des eigentlichen Schauplatzes jenseits einer mehrspurigen Hauptstraße befindet.

Ich will ihm das jetzt nicht zum Verhängnis machen, wir reden von 1969 und google.maps war noch weit entfernt, da hätte man sich leicht schon mal um ein paar Hundert Meter vertun können.

Seine persönliche Timeline passt nicht zu den deutschen Serien, wobei ich gerne gestehe, immer wieder von dem beeinduckt zu sein, was du hier so zusammenträgst, wie in diesem Fall der Germanistik-Bezug :-)
September 1947-August 1958: Campbell, California
September 1958-August 1962: Berkeley, California
September 1962-August 1963: Berlin, Germany
August 1963-July 1965: Berkeley, California
August-November 1965: Berlin, Germany
November-December 1965: Fort Dix, New Jersey
January 1966-October 1967: Fort Sill, Oklahoma
November 1967-June 1968: Europe (mostly Greece)
July 1968-December 1972: Berkeley, California
1973 (January-May): Vallejo, California
1973 (May-December)-1982: Napa, California
Quelle: https://www.zodiacciphers.com/gareth-penn.html

Aber nun zu den Motiven: klar war der Z ein " Thrill-Killer".

Aber der Thrill bestand meines Erachtens nicht primär am Töten, das war nur das Mittel zum Zweck, selbst wenn er im entschlüsselten Cipher Sätze wie " Töten ist besser als Sex" (sinngemäß) raushaut.

Natürlich wurden die weiblichen Opfer heftiger attackiert, allerdings hier sehe ich im Gegensatz zur deutschen Serie eher Wut als ein "Lust"-Motiv.

Eine Schusswaffe ist ein eher ungewöhnliches Werkzeug für einen "Lustmörder".
Keins der Opfer war lange in seiner Gewalt, keinerlei sexuelle Handlungen oder irgendwelche Hinweise auf ein Lustmotiv.

Selbst am Lake Beryessa, wo er das Messer nehmen musste (Gründe von mir ausführlich beschrieben) setzte er erst einmal auf die vertraute Pistole, um die Lage zu kontrollieren und versucht den beiden zunächst sogar die Angst zu nehmen ( "Keinem wird was passieren!"),also kein sexueller Sadismus/ Freude an der Angst der Opfer...

Der Messerangriff selbst ist mMn eher widerwillig erfolgt: er hat mit einem Riesenteil (30 cm) 10x auf Sheppard und 6x auf Hartnell eingestochen und trotzdem blieben beide bei Bewußtsein und konnten sich sogar selbst von ihren Fesseln befreien, was für mich nicht danach klingt, als habe jemand unbedingten Spaß am Töten gehabt-es hätte dazu jede Gelegenheit gegeben.

Der Zodiac-Killer hat sich m.E. am "Ruhm" ergötzt, der Thrill ergab sich durch die Verspottung der Polizei und der Öffentlichkeit, in der vermeintlichen Demonstration seiner Überlegenheit z.B. durch nicht zu knackende Rätsel.

Und, auch wenn´s eher unwahrscheinlich klingt, ich hatte immer so ein latentes Gefühl, daß die Serie nach Presidio Heights tatsächlich deswegen stoppte, weil der Täter sich plötzlich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst wurde und ihm , auf Deutsch gesagt, richtig die Muffe ging, nachdem er wirklich nur um Haaresbreite entkommen ist.

Danach hat es keiner weiteren Morde bedurft, er hatte die Reputation, die er wollte. Bundy stünde heute weder besser noch schlechter da, wenn er statt 30 nur 15 oder gar 60 Morde begangen hätte. Vier gesicherte Zodiac-Attacken haben ausgereicht, daß selbst 50+ Jahre später vom Fall Besessene jeden noch so nebensächlichen Aspekt durchdiskutieren.

Entscheide du, ob das zur "großen deutschen Serie" passt...


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