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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

486 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: 80er, Disco, Morde ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Frauenmorde in Münster und Heidelberg

31.08.2021 um 21:08
@jujubur2000

Vielen Dank auch für die weiteren Infos zur damaligen Szenerie in der Neckarhelle.
Es lohnt sich wirklich so einen Fokus auf EINEN Fall zu legen. Es entstehen neue Assoziationen und man taucht immer tiefer in die damalige Zeit dort ein.

Nun bin ich beim Stöbern auf der Seite des MAO-Archives auf einen weiteren interessanten Ort gestoßen:

Es handelt sich um das Haus Neckarhelle 5 - also zwischen Gasthaus Rose und TopCat gelegen.

Quelle: Bezirksbeilage zur Kommunistischen Volkszeitung (Rhein-Neckar II), Nr. 44 v. 04.11.76
hier abrufbar:
https://www.mao-projekt.de/BRD/BW/KAR/Rhein_Neckar_II_KVZ_Bezirksbeilage/Rhein_Neckar_II_KVZ_Bezirksbeilage_197644.shtml

Bildschirmfoto 2021-08-31 um 20.39.46Original anzeigen (1,4 MB)

Dort befand sich also damals ein privat betriebenes (verfallenes) Studentenwohnheim.
Der Artikel beschreibt ein Ereignis, das sich sowohl örtlich als auch zeitlich SEHR nah am Fall Monika abspielte.
Als die - scheinbar radikalisierten - Studenten (unter Anleitung der "Zelle Ziegelhausen") damals ihre politische Aktion zelebrierten, galt Monika gerade seit drei Wochen als vermisst.
Die Wohnung die sie am 11.10.76 verließ, muss sich in der unmittelbaren Nachbarschaft befunden haben - vielleicht verschwand sie sogar direkt aus diesem Haus.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

03.09.2021 um 23:30
@GonzoX

Ich hatte das Folgende selbst gepostet, nicht mehr daran gedacht, aber wiedergefunden. Hier noch einmal kurz der Ablauf:
Die Entdeckung

In der Nähe der Mannheimer Konrad Adenauer-Brücke machte ein Arbeiter am 20. Dezember 1976 eine schreckliche Entdeckung. Gegen 19.30 Uhr sah der Arbeiter in der Nähe des Rheinufers eine Frauenleiche im Wasser treiben. Der Kopf war mit einer Plastiktüte bedeckt. Die herbeigerufenen Kriminalpolizisten und Rechtsmediziner konnten die tote Frau jedoch nicht sofort identifizieren, weil die völlig entkleidete Leiche seit mehreren Wochen im Fluss gelegen hatte und völlig unkenntlich war.

Die Obduktion

Nach einer ausführlichen Leichenschau von Spezialisten der Universität Heidelberg stellte sich dann kurz vor Weihnachten durch eine Gebissanalyse, sowie einen gefundenen Ring heraus, dass es sich bei der Toten um die seit dem 11. Oktober 1976 als vermisst gemeldete Monika Pfeifer aus Dossenheim handelte und diese ermordet worden war.
Quelle: https://germanmissing.blogspot.com/2020/11/heidelberg-totungsdelikt-z-n-von-monika.html

Also war die Rechtsmedizin des Klinikums der Uni Heidelberg zuständig. - Aber kein Wort über den genauen Todeszeitpunkt.

Anbei noch ein Lagebild zu deinem Bericht. Das Ganze wäre dann noch mysteriöser, wenn Neckarhelle Nr. 5 auch die
Wohnadresse des Freundes von Monika P. gewesen wäre.


Neckarhelle2Original anzeigen (2,0 MB)


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

10.09.2021 um 12:51
@jujubur2000

...stimmt mysteriös aber auch hochinteressant.
Hast Du vielleicht irgendeine Erinnerung an dieses Haus?
Ist die Neckarhelle (in diesem Bereich) eine gehobene Wohngegend, oder gibt es dort eher kleinbürgerliche Mietwohnungen?

Was diese gesamte (hypothetische) Mordserie betrifft, existieren durchaus eine ganze Menge sich wiederholende Tatmuster und auch einige plausibel erscheinende Täter-Profile.

von der Kripo Münster:

- Student Münster + Heidelberg
- Textilvertreter
- Bundeswehr-Soldat
- US-Soldat
- kirchlicher Bereich
- Disco-Gänger

https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/144430262
https://www.wn.de/muensterland/40-jahre-nach-anhalter-morden-neue-schlusse-aus-alten-hinweisen-1131214

von uns hier erarbeitet:

- Drogenhändler
Beitrag von GonzoX (Seite 13)
- radikalpolitischer / terroristischer Bezug
Beitrag von GonzoX (Seite 17)

Wenn ich mal ein erstes Fazit dieser Fokussierung auf den Fall Monika ziehen dürfte, würde ich folgern: bestätigt hat sich die Möglichkeit des Profils "Vertreter" (aufgrund der Kochtopfhändler im TopCat-Gebäude).

Und nun - aufgrund dieses "Volltreffers": maoistische K-Gruppe + radikalisierte Studenten in Tatortnähe und Tatzeitraum aktiv - die letztere Profilvariante.

Zum Vetreter-Typus fällt mir nicht viel ein (Kommentare sind aber natürlich willkommen).
Die Anwesenheit dieser RADIKALEN - in Ziegelhausen und vielleicht auch an weiteren Tatorten lässt sich aber sicher noch weiter gewinnbringend beleuchten.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

16.09.2021 um 13:02
Bei dieser "Zelle Ziegelhausen" die damals, im November 1976, die Bewohner im Studentenwohnheim Neckarhelle zu ihrer Aktion motivierte und dann in der KVZ darüber berichtete, handelte es sich um eine kleine Kampf-Einheit des "Kommunistischen Bundes Westdeutschland" / KBW.

Wikipedia: Kommunistischer Bund Westdeutschland

Für unsere Diskussion erscheint dessen regionale Ausrichtung interessant: ihre Hochburgen waren ausgerechnet Heidelberg und Bremen.

Dieser KBW galt unter den - aus heutiger Sicht - ohnehin schon sehr skurril erscheinenden K-Gruppen als Polit-Sekte / als die Scientology oder Zeugen Jehovas der Szene.
Mitglieder wurden intensiv geschult und indoktriniert, mussten auch einen Teil ihres Gehaltes, Erbschaften usw. an die Organisation abführen.
Der KBW beschränkte sich aber nicht nur auf das K-Gruppen-Dasein sondern trat ab 1974 auch als reguläre Kleinpartei zu Wahlen an.
Wikipedia: Kommunistischer Bund Westdeutschland#Wahlergebnisse

Den größten Erfolg erzielte man dabei 1975 bei der Kommunalwahl Ba-Wü, als eine ihrer VertreterInnen in den Heidelberger Gemeinderat gewählt wurde.
https://www.spiegel.de/politik/k-und-k-a-ce196c60-0002-0001-0000-000041069362?context=issue

Dieser Wahlerfolg in Heidelberg beruhte vermutlich auch auf ihrem massiven Engagement gegen die "Eingliederung" Ziegelhausens nach Heidelberg (01.01.75).

Man hatte also das eigentlich beschauliche Ziegelhausen als Hochburg erkannt und führte dort auch wieder 1976 einige Bundestags-Wahlkampfaktionen durch.
https://www.mao-projekt.de/BRD/BW/KAR/Ziegelhausen.shtml

Als Nachklang dazu muss die Aktion im Studentenwohnheim Neckarhelle gesehen werden.
(siehe eingestellter Artikel der KVZ oben)
Diese diente wohl vor allem dazu, dem Ziegelhausener die Nachteile des Heidelberg-Anschlusses vorzurechnen : höhrere Steuern und Gebühren bei Müllabfuhr etc...

Um nun die Kurve zu unserer Kriminal-Diskussion zu bekommen, ist mir aufgefallen, dass es eine ganz ähnliche Strategie anlässlich der (eigentlich nicht sehr erinnerungswerten...) Kommunal-Nachwahl 1977 in Niedersachsen gegeben hatte:

https://www.mao-projekt.de/BRD/NS/LUE/Cuxhaven.shtml
Bildschirmfoto 2021-09-16 um 12.46.49Original anzeigen (0,6 MB)

Vier Tage nachdem dieser ausführliche Artikel damals in der KVZ erschien, verschwand das erste der norddeutschen Opfer ANJA BEGGERS - bis heute spurlos.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

gestern um 22:23
Ich bin immer wieder erstaunt und überrascht, was sich alles abgespielt hat in diesen beschaulichen Gegenden wie Ziegelhausen, wie Du akribisch ermittel hast. Ich hätte dies niemals für möglich gehalten, gerade wenn man dort gelebt und bisher geglaubt hat einen Ort beurteilen zu können. Gleichzeitig macht es aber auch sehr nachdenklich, wie wenig man mitbekommt, wie viel einem verborgen geblieben ist und auch anderen Ortes bleibt und was da alles krabbeln, kreuchen und fleuchen kann unter der gutbürgerlichen Krume.

.... Du fragst nach meinen Erinnerungen an dieses Haus in der Neckarhelle 5 (habe 1971 bis 74 dort in der Nähe (Nummer 21 und 13) gearbeitet und gewohnt (aber eben nicht 1976), ich bin wahrscheinlich oft daran vorbeigegangen und mir ist dabei nichts spanisch oder in diesem Fall maoistisch vorgekommen. Ich kann es aber auch nicht leugnen, es wäre höchst unwahrscheinlich, dass ausgerechnet Ziegelhausen von den studentischen Unruhen freigeblieben wäre, da auch viele Studies, dank günstiger Preise sich dort einquartiert hatten, verteilt über den Ort. Deine Berichte zeugen ja davon. Nur mitbekommen habe ich persönlich davon, laut meiner Erinnerungen, nichts.

Mir selbst ist die dortige Wohnlage weder gehoben noch kleinbürgerlich in Erinnerung. Es gab sowohl das Eine, als auch das Andere, aber eher unauffällig, wie auch die ungerade Zahlenseite der Neckarhelle kunstvoll an den Hang angeschmiegt hineingebaut war. Es gab auf der anderen Seite mehr Platz Richtung Neckar mit schöne Grundstücken und Geschäfte. Das ist im Prinzip auch dort so geblieben. Genau abgewägt habe ich das aber nie. War auch nie so mein Ding.

Vielleicht habe ich auch nicht intensiv genug hingesehen, bedingt durch eine etwas andere Betrachtungsweise, die ein Nachtjob mit einem dadurch veränderten Lebensrhythmus zwangsläufig mit sich bringt. Wenn ein Großteil der Bevölkerung zur Arbeit oder in die Uni aufbrach, war ich noch nicht ausgeschlafen und wenn für Andere der Feierabend kam, fing für mich der Dienst an. Mitte 74 endete mein Vertrag. In den Zeiten danach habe ich, wenn Not am Mann war, ausgeholfen. Gewohnt habe ich damals nicht mehr in Ziegelhausen. So habe ich auch viele Ereignisse, wie Du sie erwähnst, nicht mehr persönlich mitbekommen können.

Dazu kommt, dass auch die Medien und ihre Berichterstattung in dieser Zeit nicht 24 Stunden rund um die Uhr vielfältig präsent waren. Ohne Tageszeitung, nur mit ARD und ZDF (da auch eingeschränkt), ging doch vieles an einem vorbei. Im Rundfunk zählten die Popmusik-Sender zu den Favoriten und deren Kernkompetenz lag nicht unbedingt in der Berichterstattung.

Im Fall Monika P. ist mir klar geworden, dass wesentliche Fallindizien nicht offiziell bekannt gegeben wurden, um einem Täter nicht das Wissen über den tatsächlichen Ermittlungsstand zu ermöglichen. Für uns, die wir den Ablauf verstehen wollten, taten sich zu große Lücken auf und man war auf Vermutungen angewiesen, die letztendlich ins Leere liefen. Auch von der Rechtsmedizin in Heidelberg ist leider nur ein kurzes Statement vorhanden. Da müsste aber noch wesentlich mehr ermittelt worden sein. Die Daten lagern in wahrscheinlich verstaubten alten Ordnern und sind mit Sicherheit nicht digital, gab es damals noch nicht, erfasst worden im Journal eines Obduktionsarchivs. Der schnelle Zugriff aus dem Archiv ist also nicht vorhanden und die Akten werden dann entsorgt werden, wenn man davon ausgehen kann, dass der Täter aus Altersgründen nicht mehr lebt.

Aber noch zu den Fallanalysen:
Warum sollten radikal politische Gruppen einen Mord an einer Verkäuferin begehen? Passt doch nicht richtig in deren Feindbild und dann ohne Fanal? Da würde ich dann eher ein Bekennerschreiben erwarten. So ganz bin ich nicht schlau geworden aus diesem Ansatz.


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Frauenmorde in Münster und Heidelberg

um 02:46
Zitat von jujubur2000jujubur2000 schrieb:Aber noch zu den Fallanalysen:
Warum sollten radikal politische Gruppen einen Mord an einer Verkäuferin begehen? Passt doch nicht richtig in deren Feindbild und dann ohne Fanal? Da würde ich dann eher ein Bekennerschreiben erwarten. So ganz bin ich nicht schlau geworden aus diesem Ansatz.
Ich schätze GonzoXs große Akribie und Einfallsreichtum, aber er hat die Angewohnheit sich in eine Theorie zu verlieben. Sobald dies passiert, fängt er an sich in Dinge zu verrennen, die manchmal offensichtlich kompletter Quark sind. Da wird dann nicht mehr die Theorie an den Fakten getestet, sondern Fakten passend zur Theorie gesucht oder passend gemacht. Das mag gut gemeint sein, aber führt nur auf Abwege.
Ich blende beispielsweise inzwischen sämtliche politischen Beiträge von GonzoX aus, wenn ich die Diskussion um den Mü/Hd-Mörder lese. Seine Thesen wie das alles mit den Morden zusammenhängt, sind heute dermaßen an den Haaren herbeigezogen, daß man ihre Schreie in der halben Stadt hören kann. Er sammelt da Fakten, deren Relevanz für die Klärung der Serie in 99,99% der Fälle komplett NULL ist.
Dabei hat er in anderen Bereichen ganz tolle Sachen gesammelt, aber er hat sich "beim Politikkram" und leider nicht nur dort, in seine eigene Theorie verliebt.

Was in der Diskussion bislang auch etwas zu kurz kommt, die Polizei scheint einige gute Dinge zu wissen, selbst wenn es nicht für den Fahndungserfolg reicht. Man beachte: In den 70ern waren viele Dinge der Kriminalistik und Technik noch in den Kinderschuhen, aber man konnte bereits die Serie im Münsterland und in Heidelberg als von einem Täter verübt einstufen. Mehr noch, der Fall Monika P. ist eine totale Ausnahme in der bekannten Serie und TROTZDEM konnte man ihn als zugehörig bestätigen. (Ich persönlich würde mit dem uns zugänglichen Wissen auch den Fall Marlies von G. Wuppertal 1970 einaml auf eine mögliche Verbindung zum Münsterlandmörder abklopfen, denn dieser Mord zeigt erstaunlich viel enge Parallelen zum Fall Monika P.) bestätigen.
Man weiß offensichtlich einiges über den Mörder oder zumindest seine Art zu Töten, aber es reicht(e) nicht aus oder bot nicht genug Querverbindungen um den Täter endgültig zu schnappen.


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