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Chris Watts' Familie ermordet

144 Beiträge, Schlüsselwörter: Chris Watts Familienmord Colorado

Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 14:36
Ich konnte mir die Interviews mit NK weder anhören noch anschauen - einfach unaushaltbar
traces schrieb:Ich denke, der Fall ist deswegen auch so gnadenlos, weil er jeden, der sich damit befasst, gleichzeitig auch vor die gnadenlose Aufgabe stellt, ohne die herkömmlichen Schubladen, die unser Verstand aufzieht, auszukommen, sondern zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die unbegreiflich sind, dass Menschen monströs handeln können, ohne, dass sein Opfer dieses Handeln provozierte, dass ein Mensch eine solche Tat begehen kann, ohne irgendeinen objektiven Grund dafür gehabt zu haben und dass er keinerlei Hemmung hatte, diese Tat an jenen zu begehen, die noch nicht mal eingeschult waren. Wir alle suchen immer nach dem Grund, warum etwas geschieht. Nur manchmal gibt es keinen Grund. Keinen, den die Vernunft anerkennen könnte.
Mickymity schrieb:Ich habe mich auch gefragt, was es eigentlich über einen selbst aussagt, wenn man sich, so wie wir hier und sehr viele Menschen in den Staaten ein wenig „kind of obsessed“, wie mache Youtuber, die sich auch intensiv mit dem Fall befassen, es bezeichnen, ausführlichst mit dem Fall Watts beschäftigt?
Es ist auch so schwer auszuhalten, weil es die Abgründe der Menschen gut widerspiegelt und damit auch teils die eigenen. Chris Watts lässt mich hinterfragen. Wäre ich zu sowas im stande? Mein Partner?
Ich wäre es nicht, nicht desto trotz muss ich sagen, dass ich (als Kind einer Mutter mit narzisstischer Persönlichkeitsstruktur) viele Dinge kenne, ich hab sozusagen ein paar Flöhe abbekommen. Das macht die Tragödie nochmal n stückchen krasse für mich. Welche Folgen das haben kann, in so einer Familie aufzuwachsen. Was war bei mir anders, dass ich trotzdem Empathie entwickeln konnte? Trotzdem weiß, wie sich Liebe anfühlt? Ich denke jetzt hier mal laut, keine Frage die beantwortet werden muss. Ich glaube, dass mich die Parallelen zu dem was ich selbst erlebt habe, so sehr fesseln. Ich finde das einfach ultra spannend, aber ich fand psychische Störungen immer schon unglaublich interessant! Das kann ich für mich persönlich beantworten, wie das bei anderen ist, weiß ich nicht :)


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 15:41
@Mickymity

Tatsächlich ist das Abgespaltensein von Wut ein Risikofaktor für Gewalttaten, nicht unbedingt, weil Wut sich andernfalls explosionsartig entladen kann, sondern weil Wut zum Formenkreis der Aggressionen gehört und damit wichtig in Bezug auf Selbstausdruck, Problemlösen und Spannungsabbau. Hat ein Mensch hierin wenig Erfahrungswerte, ist er geneigter, rascher überfordert zu sein und unkontrolliert zu handeln, wenn sein Selbstausdruck gefragt ist (z.B. den Wunsch zu äußern: "Ich will mich trennen"), Problemlösung ("Ich gehe einfach und lasse sie fallen") und Spannungsabbau (z.B. Abreaktion durch Sport).

Trotzdem denke ich, dass man im Fall von CW nicht sagen kann, dass es absehbar war, dass diese Katastrophe so passieren wird, wie sie passiert ist. Es dürften hier einfach eine Vielzahl ungünstiger Aspekte zusammengetroffen sein, sowohl was die Lebensumstände anging, als auch die Pathologie dieses Menschen. Noch ist immer noch nicht klar, weswegen er tötete, statt sie lediglich weiter psychisch zu quälen und dann fallen zu lassen. Erst, wenn vielleicht ein wenig klarer wird, weswegen er (aus seiner Sicht) die Kinder tötete, kann man darauf vielleicht eine Antwort finden.

Jetzt zu sagen, was Shanann hätte anders machen können, ist zu anmaßend. Sie hätte gar nichts anders machen können, weil sie schlichtweg nicht wusste und nicht wissen konnte, mit welchem Menschen sie es zu tun hat. Und zudem ist ja nicht jeder Narzisst auch ein potenzieller Straftäter. Ganz am Ende erkennt man jedoch, dass Shanann anfing, gegen ihr eigenes Bauchgefühl zu arbeiten und eine Lösung dafür u.a. bei CW suchte. So sagte sie ihm, dass sie sich in seiner Gegenwart nicht mehr sicher fühle, wegen der Dinge, die er über das Baby sagte. Auch erwähnte sie einer Freundin (?) gegenüber, dass sie eigentlich nicht mehr nach Hause, sondern am liebsten bei ihren Eltern bleiben wolle, bis alles geklärt ist. Ich denke, da hatte sie sehr viel Zugang zu ihren Alarmglocken. Auch ihr extremes Unwohlsein, das sie auf dem Rückweg beschrieb, könnte m.M.n. darauf beruhen, dass alles in ihr auf Alarm gestellt war.

Tips sind immer unzulänglich und pauschal, aber wenn ich gezwungen wäre, Tipps zu geben, dann wären es diese, die immer gelten - sowohl in Bezug auf pathologische Narzissten bzw. generell im Leben:

1. Nicht darauf achten, was jemand SAGT, sondern was er TUT und v.a. was er NICHT tut
2. Wenn etwas "zu schön ist, um wahr zu sein", dann ist es vielleicht auch nicht "wahr"
3. Niemals das eigene Bauchgefühl missachten. Wenn jemand noch so toll wirkt, noch so toll handelt, noch so liebevoll ist, der eigene Bauch aber Unruhe und Nervosität anzeigt, dann ist dem Bauch zu vertrauen - nicht dem Gegenüber. Der Bauch sagt einem nie, WAS nicht stimmt, aber er sagt immer, DASS etwas nicht stimmt

Und am wichtigsten bei pathologischen Narzissten:

1. Niemals kränken. Ihn nie mutwillig beleidigen, ihn niemals bloßstellen, schon gar nicht vor Anderen, ihn nicht beschuldigen. Ihn niemals entlarven, sondern:
2. Distanz schaffen, unabhängig bleiben - emotional wie materiell
3. Bei Trennungsvorhaben: Eigensicherung steht an erster Stelle. Nicht ankündigen, sondern alles Wichtige soweit in Sicherheit bringen und regeln und dann das Vorhaben offenbaren. Nicht allein die Wohnung ausräumen, sondern immer Leute mitnehmen. Nicht umgekehrt. Suchverläufe löschen, Tagebücher unter Verschluss halten. KEINE letzten Aussprachen! Schon gar nicht allein in einer Wohnung mit ihm zusammen.


Zum Thema Supply schreibe ich morgen nochmal ausführlicher was.


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 19:16
@Mickymity

Jetzt hab ichs doch noch geschafft:
Mickymity schrieb:Was ich darüber hinaus auch noch nicht ganz verstanden habe, ist: Ab wann genau war der Supply von Shanann für ihn nicht mehr ausreichend? Ging es tatsächlich darum, dass sie sozusagen vom „armen kranken Hascherl“(Lupus), das dankbar zu ihm aufgesehen hatte, wenn er sich kümmerte, plötzlich zur selbstbewussten „Karrierefrau“ mit zig online-Followern mutierte? Sie also zum kleinen Star im Netz ward und er nur noch der nur noch der „liebenswerte“ Hampelmann an ihrer Seite war?
Zum Thema Supply:

Es lässt sich schwer sagen, ab wann er für CW nicht mehr ausreichend war. Auch hier muss man klar definieren, was "nicht ausreichend" bedeutet. Vielleicht lag ein Hauptgrund nicht darin, dass CW etwas "fehlte", sondern dass er mit einer Supply-Quelle (NK) konfrontiert wurde, die eine andere Art von Supply zur Verfügung stellte, eine, die weniger Anstrengungen erforderte. Ich denke, dieser Aspekt, den Live abuse free einbrachte, ist in dieser Sache sehr überlegenswert.

Dennoch denke ich, dass es Entwicklungen in der Ehe gab, die einen pathologischen Narzissten vor Herausforderungen stellen würde und es ist anzunehmen, dass das auch auf CW zutraf:

Einerseits die Kinder und andererseits das Geschäft seiner Frau. Solange die Kinder kaum eigenständig sind, sind sie stark auf ihre Bezugspersonen angewiesen. Das ist eine Situation, die viele Narzissten sehr beflügelt. Sie sind abhängig von ihm. Gleichzeitig gratuliert jeder zur Vaterschaft und man gehört in den Kreis der Familien, Väter etc. Werden sie eigenständiger oder orientieren sie sich eher an dem anderen Partner, dann mindert das den Supply mitunter stark. Dennoch dürfte CW immer wieder Kompensationen gefunden haben, über die auch berichtet wurde und die ihm eine andere Art von Kontrolle und Versorgung verschafften.

- seine Ernährungskontrolle (damit konkurrierte er mit sämtlichen Kunden und mit Shanann)
- sein Lauftraining, das er letztlich täglich betrieb und über das es manchmal Streit gab, weil sich CW damit auch Freiheiten verschaffte, statt die Zeit mit seiner Familie zu verbringen
- das Geld, das Shanann verdiente, als es bei Le-vel aufwärts ging (Shanann äußerte einer Freundin gegenüber: Oh, er liebt es, wenn ich aller 14 Tage den Scheck nach Hause bringe!)
- der 2-3 Mal tägliche Sex mit Shanann (Sie sagte darüber: "Er kann gar nicht genug von mir bekommen")

Gerade aber der Sport, das Workout zeigen aber auch an, dass er sich Kompensationen suchte. Und dafür muss es einen Grund gegeben haben. Ich denke nicht, dass der Grund allein darin liegt, dass er NK kennenlernte, sondern ich vermute, dass die zunehmende Unabhängigkeit Shananns etwas war, das ihn unter Druck setzte. Er versuchte einerseits mitzuhalten, andererseits aber auch, sich etwas Eigenes zu schaffen, an dem sie keinen Anteil hat. Ich denke, auch sein Wunsch nach einem Sohn ist in der gleichen Weise zu verstehen. Ich gehe nicht davon aus, dass er ein weiteres Kind um des Kindes Willen wollte, sondern eher, diesen Wunsch anbrachte, um Shanann seine Unzufriedenheit und ihr ihre eigene Unzulänglichkeit zu spiegeln. Nach dem Motto: Ist ja schön, dass hier zwei Mädchen sind, das entspricht aber nicht meinem Wunsch. Du hast mich glücklich zu machen und dazu gehört es, dass es das nächste Mal ein Junge wird. Es ging nicht um das Baby, sondern darum, Shananns Aufmerksamkeit zu erlangen und sie dazu anzuhalten, ihn noch mehr zu versorgen. Und es hat ja funktioniert. Bis zum letzten Tag betete sie, dass es ein Junge würde, so dass Chris glücklich sein könne. Klassisch narzisstische Manipulation, der Shanann vollständig Glauben schenkte. Sie nahm das ernst, zog sich diesen Schuh der Verantwortung an, statt Abstand zu nehmen und sich zu fragen: Moment mal, wenn ein Kind unterwegs ist, dann ist es doch egal, was es wird, Hauptsache, es ist gesund!

Ich denke nicht, dass er sich als Hampelmann an ihrer Seite sah oder empfand. Ich gehe eher davon aus, dass er sich als unterversorgt empfand, weil er ihre Aufmerksamkeit teilen musste und seine Anstrengungen nicht mehr nur darauf richten mussten, Supply zu erhalten, sondern er zusätzlich sich um das kümmern musste, was IHR Supply verschaffte, um an seinen eigenen kommen zu können. Wenn ein Narzisst etwas hasst, dann, sich für die Ziele eines anderen einsetzen zu müssen, ohne selbst unmittelbar davon zu profitieren. Ein Narzisst ist in dieser Hinsicht mit einem Kleinkind vergleichbar. Es kennt keinen Bedürfnisaufschub. Wenn er etwas haben will, dann gleich und sofort - nicht erst Stunden, Tage oder Wochen später.
Mickymity schrieb:Krass, dass wir das im Gegenzug auch nicht nachempfinden können, zumal sich gewiss jeder von uns auch schon mal mit Niederlagen umgehen muss, und dass man sich auch schon mal klein, traurig und allein gefühlt hat, kennen dich sicherlich auch die meisten. Lässt sich irgendwie beschreiben, was bei einem Narzissten da anders/extremer/zerstörerischer empfunden wird? Bringt er sich dann gleich um(überspitzt gesagt) oder stürzen ihn Dinge schneller in Depressionen als andere?
Das Gefühlsempfinden bei Narzissten, was die Bandbreite an Gefühlen angeht, die wir alle kennen, ist extrem flach. Daher sagt man i.d.R. "Er fühlt nichts", "es lässt ihn kalt", ganz einfach weil es nach außen so wirkt und sich auch in seinem Inneren meist auch so darstellt. Dennoch kann ein Narzisst Gefühle empfinden, jedoch lediglich die Ur-Gefühle, und diese sehr intensiv: Aggression, Zorn, Delight (Befriedigung i.S. von Schadenfreude, Genugtuung, Gier), den Sexualtrieb spüren Narzissten i.d.R. sehr intensiv, ebenso Stolz und zu teilen auch Angst. Dadurch, dass der emotionale Apparat wenig entwickelt ist und eine Reflexion des negativen Sebstkonzepts nicht möglich ist, sind Narzissten zu echten Depressionen nicht fähig. Auch sie können Phasen erleben, die Depressionen ähneln, jedoch eher Ausdruck einer sog. narzisstischen Krise sind, nämlich dann, wenn er in das negative Selbstkonzept stürzt. Eine solche Krise endet oft in Suchtmittelabstürzen, Suiziden oder aggressiven Durchbrüchen.

Wenn der Normalo von einem Kollegen kritisiert wird in der Art: "Das, was Sie da abgeliefert haben, ist nicht zufriedenstellend" dann denkt er sich wahlweise "Dieser Arsch!" (Wut), "Soll er es doch selber machen!" (Trotz) oder "Oh Mist, warum hab ich das nicht besser gemacht???" (also Betroffenheit) oder Scham: "ooooh Mann! Voll peinlich! Warum hab ich es nicht besser gemacht??"

Erhält ein Narzisst diese Kritik, spielt sich in ihm ein intensiver Krieg ab. "Dem werde ich zeigen, mit wem er es zu tun hat!" (Hass, Rachedurst - oft folgt Mobbing oder Torpedieren des Anderen ), "Ich werde dem zeigen, dass er die kleinste Wurst auf dem Planeten ist" (Entwertung = "Vernichtung" des Anderen), Vernichtungsgefühl (was zumeist im Fernbleiben von der Arbeit mündet oder Kündigung ohne Angabe von Gründen), das Gefühl, entlarvt und entwertet zu sein, sorgt dann für plötzlichen Abbruch aller Verbindungen zu dieser Arbeit. Innerlich erlebt ein Narzisst in solchen Situationen meist intensive Rage, die solange anhält, bis er sich gerächt hat und sich der andere unterwirft/ entschuldigt oder Ähnliches. Erfolgreiche Narzissten empfinden in solchen Kritik-Momenten oft nichts außer überlegenen Stolz ("Ha, der ist doch nur neidisch auf mich, weil er ein kleines Würstchen ist"). Diese Gedanken mag auch ein Normalo ab und zu haben, allerdings sorgt er beim Normalo dafür, dass die Wut verraucht. Beim Narzissten ist das umgekehrt. Er meint diese Gedanken bitterernst und sie werden in einer todernsten Weise auch innerlich so erlebt. Anders als beim Normalo verrauchen diese archaischen Gefühlszustände nicht einfach wieder. Sondern sie bleiben bestehen, bis der Narzisst, wenn auch erst Jahre später, eine Handlung setzt, um wieder in eine Machtposition zu kommen.
Mickymity schrieb:Zeitgleich kommt mir jedoch auch in den Sinn, wie grausam und kalt jenes Gros der Menschen aber beispielsweise auch zum Teil mit Tiefen umgeht.(Stichwort Massentierhaltung, „lustige“ Spaß-Safaris, auf denen Tiere aus Hobby für viel Kohle abgeknallt werden dürfen und so weiter Auf das Ausbeuten und Quälen anderer Lebewesen haben insofern wohl nicht nur Narzissten & Ihresgleichen ein Dauer-Abo.
Ja, du hast völlig Recht. Einerseits ist es tatsächlich so, auch, wenn es sich brutal anhört, dass ein pathologischer Narzisst anders ist als ein normaler Mensch. Auf der anderen Seite sind wir tagtäglich von narzisstischen Strukturen umgeben und produzieren sie auch selbst - auch, wenn das keiner vor sich selbst zugeben mag. Menschen, die gerne helfen, sagen meist, dass sie es aus altruistischen Motiven heraus tun, weil sie selbstlos seien. Stimmt nicht. Es verschafft Befriedigung. Und das ist eigennützig. Es ist nicht schlimm, sondern nützlich für alle, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass es ein narzisstisches Handeln ist, bei dem man Befriedigung erfährt, indem man den Mangel des Anderen (be-) nutzt, um diesen auszufüllen und sich hinterher gut zu fühlen. Klingt schlimm, oder? Und trotzdem tut das fast jeder und hat nicht die Chuzpe, das vor sich selbst auch zuzugeben. Nächstes Beispiel: Beziehungen. Mit welchem Recht erlauben wir es uns, von einem Partner zu erwarten, dass er unsere Bedürfnisse erfüllt, und zwar so, wie WIR es gern hätten? Und wer gibt uns das Recht, diesen Partner dann zu maßregeln, wenn er es nicht tut, wie wir es wollen? Und mit welchem Recht ananlysieren wir dessen Problem auseinander, um ihm aufzuzeigen, dass ER es ist, der den Knick in der Optik hat, statt wir? Wer sich Narzissmus in Beziehungen anschauen will, sollte zu IKEA einkaufen fahren. Dort kann man das Live bei jedem zweiten Paar beobachten. Du hast ebenfalls schöne Beispiele angebracht. Die kalte Rationalität, mit der wir achtlos mit Mitmenschen oder Tieren umgehen. Essen einfach wegschmeißen oder moralische Erwägungen einfach abspalten, wenn wir ein Shirt kaufen, das durch Kinderarbeit gefertigt wurde. Dieses Wegwischen der Moral kostet uns nicht mal einen Wimpernschlag.

Und dann maßen wir Menschen es uns an, einen Narzissten als Monster oder Ausgeburt des Bösen zu bezeichnen. Vielleicht wäre das noch ein Gedanke zu deiner Frage, was man aus dem CW-Fall lernen könnte: Dass wir unser Bewusstsein für uns selbst und Andere immer wieder schulen sollten. Offen bleiben sollten für unsere eigenen Abgründe. Pathologischer Narzissmus ist, wie die meisten Störungen, nicht angeboren, sondern sozialisationsbedingt. D.h. es gibt andere Menschen und soziale Kontexte, die es ermöglichen, dass Menschen werden wie sie werden. Prävention hieße, sich bewusst zu werden, dass wir alle diese "anderen Menschen" und "sozialen Kontexte" sind. Dass auch WIR unsere Umwelt prägen. Und da sollten wir uns Mühe geben, möglichst wenig Fußabdrücke zu hinterlassen.


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 20:41
@traces

1000 Dank für Deine sehr aufschlussreichen Erläuterungen und die ganze Mühe. Tolle Schreibe. Ich hoffe, Du publizierst auch.

@Spencerstwin

Soweit Du selbst Erfahrungen mit narzisstischen Verhaltensweisen einer Person in Deinem Umfeld machen musstest, kannst Du Dir womöglich noch gezielter ausmalen, welche Auswirkungen bestimmte Erlebnisse in der Kindheit von CW auf ihn gehabt haben könnten? In jedem Fall ein trauriger Ausgang einer zunächst so schön anmutenden Lovestory zweier Menschen, wie Shanann ja in einem Video, in welchem sie von ihrem Mann schwärmte, erzählt hatte.


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:05
Ich kann das schwer zum Ausdruck bringen, aber ich versuche es mal.
Ich sag mal so: ich weiß, wie sehr man auch im Erwachsenenleben noch darunter zu leiden hat. Trotz Therapie und einer großen Portion selbstreflektiertheit, habe ich noch immer damit zu kämpfen, kaum wahre Liebe und wahre Zuwendung erhalten zu haben. Das löst in einem Kind Existenzbedrohung hervor. Da passt das Wort "vernichtend/vernichtung" auch zu. Wenn ich zB auf der Arbeit einen Fehler mache, dann fühlt sich das an, als wäre ich der wertloseste Mensch der Welt. Ich fühle mich, als wäre mein Wert bedroht, als könnte ich mich einfach auflösen. Da wieder die Kontrolle drüber zu bekommen ist unsagbar anstrengend. Mich wieder gut zu fühlen, mir meinen Wert wieder herzustellen...
Ich kenne das Gefühl, dass ich mich aus schweren Situationen am liebsten einfach rauswinden möchte. Freundschaften/Beziehungen beenden? Kann ich ganz schwer. Sich einfach nicht melden, oder die andere Person gar abwerten, ist soviel leichter. Aber eben auch feige und respektlos.
Ich kenne auch das Gefühl, nicht immer zu wissen, wie man sich in manchen Situationen eigentlich verhält. Einfach weil ich es selbst nicht gelernt habe. Ich wurde nicht in meinem Gefühlen von meiner Familie aufgefangen. Ich wusste nicht, wie man füreinander da ist. Auch nicht, wie man Liebe zeigt. Ne lange Zeit auch nicht, wie sich wahre Liebe anfühlt. Ich konnte immer nur versuchen mir anzusehen, wie andere das machen und dann üben...
Ich kenne auch das Gefühl, dass mich manche Menschen gar nicht interessieren. Oder dass ich auch mal jemanden links liegen lasse, wenn die Person nichts für mich tun kann. Ich bin mir dessen bewusst und kann dann nur den Kopf über mich selbst schütteln...

Der Unterschied ist nur, dass ich sehr wohl große Emotionen fühlen kann. Mit viel Geduld konnte ich auch meinen Weg zur Liebe finden. Ich liebe mein eigenes Kind ganz furchtbar doll und das aus ganz "normalen" Gründen. Meine Außenwirkung ist mir egal. Wie gesagt, ich habe "Flöhe" abbekommen, habe aber keine pathologische Störung (Mein Therapeut war sehr auf zack, der hätte mir das gesagt, haha), deswegen ist es trotzdem für mich nicht begreiflich, wie krass man gestört sein kann, dass man auch zu Mord fähig ist...

Und ich frage mich, was den Unterschied ausmacht, dass manche richtig pathologisch narzisstisch werden und manche halt so nen paar Züge abbekommen. Gibt es ne Art Schweregrad der in den Familien vorliegen muss oder was?

Ich kenne zB auch das Gefühl, jemanden abwerten zu wollen, wenn ich gekränkt wurde bzw. meine Zweifel in mich selbst getriggert wird. Mein Wert ins Wanken gerät. Ich kann innerlich Tage, Wochen, Jahre über jemanden toben und denjenigen angreifen wollen. Ich tue es aber nicht. Weil ich selbst für mich weiß, dass ICH das Problem bin. Dass ICH an mir arbeiten muss und nicht der andere... Das macht es mir manchmal schwerer zu erkennen, wenn mich WIRKLICH jemand schlecht behandelt.

Von daher verstehe ich CW inneren Druck oder wie man das auch immer nennen will, das ganze jetzt beenden zu wollen und da einfach nur raus zu wollen und sich jemand "besseren" zu suchen. Aber was es braucht, dass man echt auf die Idee kommt, auch nur EINEN EINZIGEN Menschen wirklich zu verletzen oder sogar umzubringen - das verstehe ich beim besten Willen nicht. Das geht über das was ich erlebt habe und was mich geschädigt hat hinaus.


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:11
Ach so und ich kann mich trotzdem in andere einfühlen und auch mitfühlen... Und mich auch mit anderen freuen. Ich glaube das liegt daran, dass ich meine Mutter auch narzisstisch bedienen musste, ich war für ihre Gefühle zuständig.... ich MUSSTE mich in sie einfühlen, sonst hätte ich ihre Stimmung nicht erkannt und hätte mich nicht möglichst unauffällig verhalten können, wenn es notwendig war.
Es ist schwer vorstellbar für mich, wie das sein muss, da so ne Leere zu haben... Von daher kann ich dazu auch nichts sagen. Es scheint sehr individuell zu sein


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:19
Oh! doch mir fällt noch was ein. Sorry für das 3. Posting am Stück.
Bevor mir das alles bewusst geworden ist (dass meine Familie narzisstisch ist), war ich mit meiner Mutter sehr symbiotisch verbunden. Hat jemand meine Mutter angegriffen, wurde ich richtig wütend. Hat jemand meine Mutter traurig gemacht, war es, als wäre das meine Trauer.

daher meine Vermutung, dass Shannans Drängen, sich gegen seine Familie zu stellen und da so offensiv zu sein, der absolute Auslöser war...


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:20
@Spencerstwin

Hey, danke für deinen Mut, so offen darüber zu sprechen. Das ist sicherlich alles andere als einfach.
Spencerstwin schrieb:Und ich frage mich, was den Unterschied ausmacht, dass manche richtig pathologisch narzisstisch werden und manche halt so nen paar Züge abbekommen. Gibt es ne Art Schweregrad der in den Familien vorliegen muss oder was?
Ein narzisstisches Elternteil zu haben, zieht nicht zwangsläufig nach sich, als Kind selbst pathologischer Narzisst zu werden. Das Gegenteil ist eher der Fall. Jene "Kinder" (als Erwachsene kennengelernt), waren vielleicht unsicherer in einiger Hinsicht, die auch du beschreibst, aber allen war gemein, dass sie ein gut entwickeltes Empathievermögen hatten. Ich denke, dass es daran liegt, dass das angeborene Bedürfnis nach Liebe dafür sorgt, dass man immer spüren wird, dass bei einem Elternteil etwas gravierend fehlt. Man hört nie auf, danach zu suchen. Sobald es auch nur einen einzigen Menschen im Leben dieses Kindes gibt, der warme Liebe geben kann, und sei es die Großmutter, Nachbarin oder Eltern anderer Kinder, hat man als Kind einen Vergleichsmaßstab. Und dieses emotionale Feedback ist wie eine Immunisierung in Bezug auf den Schutz der eigenen Liebesfähigkeit.

Narzissmus an sich ist ein Persönlichkeitsanteil, den alle Menschen in sich tragen. Er ist angeboren, daher werden wir ihn auch (Gott sei Dank!) nie verlieren. Denn in frühester Kindheit sorgt er dafür, dass wir uns um jeden Preis das holen, was wir brauchen. Er ermöglicht es uns überhaupt erst, unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und sie anderen gegenüber durchzusetzen. Dem eigenen Narzissmus also abschwören zu wollen, wäre keine gute Idee, da man andernfalls durch Selbstaufgabe seelisch aushungert und zur Selbstfürsorge nicht in der Lage ist.

Nimm dich also nicht zu hart ran! Es ist nicht wichtig, ob und welche Seiten man davon in sich trägt, wichtig ist nur, zu wissen, dass es sie gibt und ab wann sie EINEM SELBST schaden. Ich habe bei vielen dieser Kinder von Narzissten eine höllische Angst beobachten können, davor, so zu werden, wie ihre jeweiligen Eltern. Und sie taten alles dafür, um keinen Preis jemals so zu werden. Und im Versuch, alle dieser Seiten in sich zu eliminieren, taten sie sich das an, was ihnen von ihren Eltern angetan wurde.
Diese Angst ist unnötig. Du hast Herz. Das ist der größtmögliche Unterschied.


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:25
Stimmt, das habe ich bei Alice Miller mal gelesen. Da kann man davon ausgehen, dass CW niemanden hatte, der ihn gesehen hat und ihm ein besseres Beispiel war...

Vielen Dank für deine Worte! Du hast absolut recht. Ich finde es auch wichtiger sich realistisch zu betrachten und das was da ist, anzunehmen. Stärken ausbauen statt das, was nicht so toll ist, um jeden Preis ausmerzen zu wollen.


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:29
@Spencerstwin

Ja, CW dürfte einige ungünstige Faktoren gehabt haben:
Beide Elternteile weisen narzisstische Züge und Störungen im Empathievermögen auf, dann noch eine Schwester, gegen die er nicht konkurrieren konnte und viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Kaum Einbindung in Freundeskreise, dann noch eher technische Hobbies und Ausbildungen. Wer weiß, was den Ausschlag gab...


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Chris Watts' Familie ermordet

10.03.2019 um 21:37
@Spencerstwin
@traces

Ein großes DANKE an Euch beide.

Zum einem für Deinen Mut (Spencerstwin) & die
Einsicht in Dein persönlichen (er)Leben

Und natürlich auch für die unglaubliche Arbeit der Übersetzung and Analyse von traces.

Liebe Grüße


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Chris Watts' Familie ermordet

11.03.2019 um 18:55
Zum Thema der erneuten Schwangerschaft und meiner o.g. Vermutung, dass es Chris nicht um ein weiteres Kind ging, habe ich eine SMS von Shanann gefunden, die sie bereits am 6.August, also eine Woche vor ihrem Tod an Chris schrieb und die nahelegt, dass sie den Eindruck hatte, dass CW damit lediglich einen Zweck verfolgte:
Your only response last night was'l don't want to lose the kidsl'You used me to just have a 'boyl'Only
reason you wanted another kid?! I can't handle this and you are ok with it. Why didn't you just tell me
you were done?l? Why get me pregnant?!?
In der Confession, die ich mir nochmal angehört habe, wird zudem immer deutlicher, dass CW die Frage danach, warum er die Kinder lebendig mitgenommen hat, vollkommen ausspart. Es muss hierfür einen Grund geben, den er jedoch nicht nennt. Zumindest eines der Kinder dürfte definitiv am Leben gewesen sein, als er rausfuhr, denn in den Vids, welche den fraglichen Schatten näher untersuchen, ist noch mehr zu sehen, als lediglich ein Schatten und dass Chris etwas/ jemanden hochhebt. Achtet man auf die Rückbank, die leider durch den Busch etwas verdeckt ist, dann kann man Bewegung dort erkennen, auch und gerade, wenn Chris gerade auf dem Weg zur Garage ist. Es befand sich also jemand im Truck.


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Chris Watts' Familie ermordet

15.03.2019 um 15:19
Auch mich lässt der Fall seit dem 13.August nicht mehr los.
Das Geständnis von Februar finde ich als Mutter unfassbar. Wenn ich mir vorstelle, dass er Cece mit ihrer Decke umbringt, während Bella daneben sitzt und zuschaut und Cece dann auch noch in den Tank wirft und Bella beim Zurückkommen ganz ruhig ist und nur fragt, ob er das mit ihr jetzt auch macht? Übersteigt bei mir einfach den überlebensinstikt. Mein Kind hätte nicht ruhig gefragt.
Auch die Tatsache, dass Shanann die Treppe runtergezogen wurde, lässt die Kinder ruhig sein, wenn er ihnen sagt, dass mommy krank ist. Mein Kind hätte nachgeschaut.


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Chris Watts' Familie ermordet

16.03.2019 um 14:34
Diese Analyse hier von "Live abuse free" die gerade veröffentlicht wurde, ist absolut hörenswert.

Ich denke, sie hat hierin so differenziert wie nur irgend möglich dargelegt, was genau der Grund sowie der Anlass war, dass CW sich entschloss, Shanann und die Kinder zu ermorden. Sie beschreibt erstklassig die komplette Psychodynamik dieser Aspekte und gibt eine einmalige Innenansicht wieder, was in CW diesbezüglich vorgegangen sein dürfte und wie sein Handeln zu verstehen ist. Und belegt dies zudem mit sämtlichen bekannten Beispielen. Absolut bemerkenswert!

Youtube: Analysing Chris Watts' Feb 2019 interview Part 2


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Chris Watts' Familie ermordet

16.03.2019 um 15:09
DerkleineMuck schrieb:Das Geständnis von Februar finde ich als Mutter unfassbar. Wenn ich mir vorstelle, dass er Cece mit ihrer Decke umbringt, während Bella daneben sitzt und zuschaut und Cece dann auch noch in den Tank wirft und Bella beim Zurückkommen ganz ruhig ist und nur fragt, ob er das mit ihr jetzt auch macht? Übersteigt bei mir einfach den überlebensinstikt. Mein Kind hätte nicht ruhig gefragt.
Auch die Tatsache, dass Shanann die Treppe runtergezogen wurde, lässt die Kinder ruhig sein, wenn er ihnen sagt, dass mommy krank ist. Mein Kind hätte nachgeschaut.
Das war eine ganz andere Situation.
Ich denke selbst du als Mutter kannst das so nicht einschätzen was dein Kind tun würde.
Sie waren vielleicht geschockt, vielleicht hat er sie entgegen seinem normalen Verhalten angeschrien oder hat ihnen gedroht.


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Chris Watts' Familie ermordet

16.03.2019 um 17:22
Dieses Video bringt es wirklich auf den Punkt und konzentriert sich auf die wirkliche Ursache. Es fasst sehr gut in Worte, wie alles zusammenhängt. Ich fühle mich mit dem Video sowas wie "zufrieden". Ein weiteres Teil zum Puzzle


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Chris Watts' Familie ermordet

17.03.2019 um 11:53
@all
Hallo, vielen Dank für die sehr interessante Diskussion auf den letzten Seiten bezüglich der psychologischen Aspekte in diesem Fall.
Habt ihr eigentlich eine Meinung zur Rolle von Nichol Kessinger in diesem unglaublich tragischen Kriminalfall? Würde mich sehr interessieren..


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Chris Watts' Familie ermordet

17.03.2019 um 13:09
@DerkleineMuck
Das istvso ein Horror. Ich halte es für absolut unmöglich, dass man da irgendeine Reaktion vorhersagen kann. Schon garnicht bei einem Kind in so einer Situation.


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Chris Watts' Familie ermordet

17.03.2019 um 17:47
@ringelnatz

Ich denke, die "Rolle", die NK in dem Fall spielt, muss man wahrscheinlich aus mehreren Blickwinkeln heraus betrachten. Psychologisch betrachtet gibt es jede Menge Material und Theorien darüber, in welcher Art und Weise sie Katalysator für diese Tragödie gewesen sein dürfte, ihr tatsächlicher Anteil jedoch am Handeln von Watts ist aus meiner Sicht immer noch völlig ungeklärt.

Fest steht: Sie hat gelogen - und das mehrmals. Und die Frage ist: aus welchem Grund? Nur aus dem Grund, um sich selbst und das zu schützen, was Andere über sie denken könnten? Was hat sie zu verbergen?

Sie beharrte außerordentlich wieder und wieder darauf, nicht gewusst zu haben, dass Shanann schwanger ist, geschweige denn gewusst zu haben, dass Watts verheiratet ist. Und das, obwohl sie lt. Ermittlungsakten bereits im September 2017 (!) nach Shananns Namen googelte. Wir erinnern uns: CW und NK wollen sich erst im Juni 2018 auf der Arbeit kennengelernt haben.

Sie beharrte bis zum Schluss darauf, dass die Beziehung zu Watts eigentlich nicht ernsthaft gewesen sei, sondern sie es habe "langsam" angehen wollen. CW sei derjenige gewesen, der wiederholt Liebesschwüre ausgesprochen habe - nicht sie. Ich denke, die Google-Suchen nach Hochzeitskleidern in der Verbindung mit Fragen danach, ob ein verheirateter Mann seine Frau für die Affäre verlassen würde, sprechen da eine andere Sprache. CW habe sich wiederholt in ihrer Wohnung aufgehalten, in die sie lt. ihrer Aussage sonst niemanden mitnehmen würde (ahhh ja...), NK war zudem auch im Haus von CW und Shanann, den kompletten Juli über waren beide fast tagtäglich miteinander zusammen. Er chauffierte sie in Shananns Lexus, verreiste mit ihr. Und interessanterweise fanden sich unter ihren Google-Suchen auch in dieser Zeit eine nach der Wohnadresse seines Vaters, dessen Namen sie scheinbar kannte. Es würde nicht wundern, wenn NK in Kontakt zu CWs Eltern stand oder sogar in der Zeit von Shananns Reise bei CWs Eltern war, denn einerseits haben NK und CWs Eltern persönlichkeitsmäßig einige Gemeinsamkeiten und dürften sich gut miteinander verstanden haben. Zumindest CWs Eltern scheinen gewusst zu haben, dass ihr Sohn eine Affäre unterhält, denn sie haben CW während seines Aufenthalts bei ihnen direkt danach gefragt. Wenn man das bedenkt, dann ergibt Cindys Aussage im TV-Interview eine ganz besondere Bedeutung: "We thought he finally is seeing the light."

Bis zum heutigen Tag ist nicht geklärt, weswegen am Todestag von Shanann mehrmals der Alarm der Kellertür auslöste, wo das Bett und CWs Workout-Zeugs steht. Auch CW lässt dieses Detail und die Frage danach unbeantwortet. Das stundenlange Telefonat beider, unmittelbar, bevor Shanann zurückkehrte, ist ebenfalls unerklärt, ebenso wie der Anruf, den NK an ihren besten Freund, der ebenfalls Arbeiter bei einer Ölfirma ist, tätigte, als CW gerade auf dem Weg zum Ölfeld war (in einem voherigen Beitrag hatte ich fälschlicherweise geschrieben, dass dieser Anruf erfolgt, kurz bevor er losfuhr. Das war nicht richtig. CW fuhr 5.48 Uhr los, der Anruf fand 6.16 Uhr statt).

Möglich, dass das alles nur Zufälle sind und NK keinerlei Beteiligung an dem Ganzen hatte. Meine persönliche Meinung ist jedoch, dass sie in Sachen Manipulation CW um einiges voraus war und zumindest billigend in Kauf genommen hätte, wenn das passiert, was letztlich passiert ist.
Sie umgarnte CW regelrecht und antwortete auf sein Verlangen nach ihr, dass sie sich eine Beziehung wünsche, in der sie sich mit jemandem das aufbauen könnte, was er sich mit seiner Frau aufgebaut habe. In ihren Interviews mit den Beamten ist sehr schön, selbst nach Shananns Tod, der Neid und die Verachtung zu hören, die NK für CWs Frau übrig hat. Wie sie alles entwertet und abwertet, was sich die beiden aufgebaut haben - das große Haus, der teure Wagen vor der Haustür und die Abfälligkeit über Shananns Job. Diese Art und Weise ihrer Aussagen zeigt NICHT an, dass das alles ja gar nichts für sie gewesen wäre, sondern zeigt an, dass sie das Shanann geneidet hat. Ebenso wie CWs Eltern verliert NK kein einziges Wort darüber, dass nicht nur die Kinder, sondern auch Shanann diesen Tod nicht verdient hätten. Ihr (sorry) gespieltes Mitgefühl für seine Kinder und die abfälligen Bemerkungen in Richtung Shanann muten fast an, als sei sie der Auffassung, dass Shanann zurecht gestorben sei.

Selbst wenn man also annähme, dass NK die ganze Zeit über eine von CW geblendete Frau gewesen sei, die so keinerlei Ahnung gehabt hätte, wozu ihr Affärenmann letztlich fähig war, so muss man sich schon wundern, weswegen sie noch nicht mal dann, als seine Tat zum Vorschein kam, aus allen Wolken fällt, Reue zeigt oder Erschütterung.

Es kann sein, dass sie persönlichkeitsbedingt dazu nicht in der Lage ist. Es kann aber auch sein, dass sie schlichtweg nicht von dem überrascht war, was da passierte. Und ich denke, es wäre erforderlich, diesbezüglich weiter zu ermitteln.

Wie siehst du das?


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Chris Watts' Familie ermordet

17.03.2019 um 19:27
@all

Aktuell wird in den Staaten die Theorie der Mitwisser- bzw. Mittäterschaft diskutiert, u.a. anhand der Überwachungsbilder der Nachbarkamera. Der Brite "Armchair Detective", der damals in jenen Aufnahmen die Schatten der Kinder erkannt und dies den Behörden mitgeteilt hatte, geht in einem neuen Beitrag davon aus, dass bereits jemand auf dem Beifahrersitz gesessen haben muss, als er den Truck in die Auffahrt fuhr. Sicherlich muss man nichts überinterpretieren, aber interessant ist schon die Frage, weswegen sich die fraglichen Lichter IM Truck verändern, obwohl CW nicht im bzw. am Truck ist und auch noch nicht damit begonnen hatte, die Kinder einzuladen. Die Lichter verändern sich zudem unabhängig von der ausgelösten Ent- bzw. Verriegelung. Hier ein Vid, auf dem das am besten zu sehen ist: Was meint ihr?

Youtube: The Morning Chris Watts loaded the bodies.Was Someone there with him? Was Bella still Alive?


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