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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

113 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Betrug, Mutter ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

23.12.2020 um 20:03
Ich finde es ganz schwer, in diesem Fall eine Haltung einzunehmen.
Das Mädchen wurde ja auch von der Schule ferngehalten, hatte also keine Chance
zu Erwachsenen ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen.
Und dazu kommt, dass ihre Mutter ja durchweg als liebevoll-besorgt wahrgenommen wurde.
Wie hätte das Kind denn klarmachen können, dass alles Lug und Trug ist?

Die Beziehung zu ihrem Freund wurde doch auch nur aus der Not geboren.

Die Vorstellung, die verhasste Mutter, die ihr so sehr geschadet hat, loszuwerden, war sicher verlockend.
Ich kann mir das gut vorstellen.
Ich hätte das Mädchen lieber in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht gesehen, in der sie therapiert wird und sich entwickeln kann.

Hier schrieb jemand, dass er ihr nicht trauen würde. Das geht mir auch so.
Sie hat sicher im Laufe ihres Lebens gelernt, sich heimlich Vorteile zu verschaffen und minimale Spielräume auszunutzen
und anschließend zu gucken wie ein Engel (denn auf solche "vergehen" folgte ja immer Strafe.)

Man bringt ihr hier Verständnis entgegen, weil sie ein Opfer war und die Aggressorin getötet wurde.
Im thread "Mary Bell" herrschte dagegen weitgehend Fassungslosigkeit über die Tat eines Kindes,
das von der eigenen Mutter sexuell ausgebeutet wurde.

Ich will hier nicht über Mary Bell diskutieren. Ich denke nur, dass Gypsi trotz aller Widerstände so viel geschafft hat, dass
sie auch einen anderen Weg hätte suchen können. Ohne Blutvergießen.

Die Tat scheint mir genau, in der Konstellation mit dem Freund entstanden zu sein.
Er wollte sie beeindrucken und ihr hat wahrscheinlich gefallen,
dass ein junger Mann für sie so viel riskiert.

Im Grunde wie zwei an sich harmlose Chemikalien, die hochgehen, wenn man sie zusammen schüttet.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

23.12.2020 um 23:52
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Und dazu kommt, dass ihre Mutter ja durchweg als liebevoll-besorgt wahrgenommen wurde.
Wie hätte das Kind denn klarmachen können, dass alles Lug und Trug ist?
Eben das ist ja das Tückische daran und fürs Kind auch wirklich erst richtig grausam. Auf der Straße sprechen Dich die Leute an, was Deine Mutter doch für ein wundervoller Engel sei und daheim presst sie Dir mal ganz zufällig die Hände gegen den glühenden Herd und klagt dann allen ihr Leid, wie ungeschickt Du doch seist und pustet und wickelt Verbände. Das geht auch schon wunderbar ganz ohne Arzt und sogar notfalls auch ohne Publikum. Dann erzählt sie das halt dem Kind bzw. gleichzeitig sich selber, was sie alles Tolles leisten muss.
Ich denke, dieses Gefühl der Hilflosigkeit, sich nicht wirklich irgendwie dagegen wehren zu können und über viele Jahre, das erzeugt wohl plausibel beim Kind ein Wechselbad aus Stockholmsyndrom/auch eingebildeter Abhängigkeit und andererseits glühendem, blindwütigem Hass. Wahrscheinlich wusste Gypsie lange selber nicht, dass sie eigentlich laufen kann.
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Hier schrieb jemand, dass er ihr nicht trauen würde. Das geht mir auch so.
Auch sehr viel später ggf. mindestens nicht, mit der Mutter im gleichen Raum allein. Ich denke, dass sie es mit den richtigen Therapeuten und u.U. neuem, gefestigten Freundeskreis etc. durchaus schaffen kann. Einzig eigene Kinder sollte sie wahrscheinlich lieber dann besser keine bekommen.
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Ich will hier nicht über Mary Bell diskutieren. Ich denke nur, dass Gypsi trotz aller Widerstände so viel geschafft hat, dass
sie auch einen anderen Weg hätte suchen können. Ohne Blutvergießen.
Dafür hätte sie wahrscheinlich noch vorher jemanden gebraucht, der ihr möglichst gut erklärt, was genau da psychologisch/psychiatrisch dann da jeweils passiert und der ihr glaubt.
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Der Grat ist schmal, auch wenn es natürlich nicht damit zu vergleichen ist, daß das eigene Kind bewußt krank gemacht wird, durch zB die Verabreichung von Medikamenten oä.
Weiß man ja letztlich in solchen Fällen nicht. Man weiß als Außenstehender ja nie, was da stattdessen wirklich dann Zuhause abläuft, oder, ganz besonders dann, wenn das Kind mal irgendwie den glänzenden Auftritt gründlich vermasselt hat und grade von dieser Frau denkt das auch kaum einer.
Wenn es umgekehrt ausgeht, kommt möglicherweise sowas wie eine Jon Bennett Ramsey dabei heraus.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

24.12.2020 um 00:36
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb:Ich denke, dass sie es mit den richtigen Therapeuten und u.U. neuem, gefestigten Freundeskreis etc. durchaus schaffen kann. Einzig eigene Kinder sollte sie wahrscheinlich lieber dann besser keine bekommen.
Solche Vergangenheiten sind zu überwinden. Wie du sagst, es kommt auf die positiven Beziehungen und Erlebnisse an. (Doch dafür muss erstmal ausgebrochen werden)
Und ich persönlich denke, dass es hilft, wenn Frieden mit der Mutter geschlossen werden kann. aber nicht erzwungenermaßen natürlich. Und der Frieden mit der Peinigerin darf nicht als das alleine Ziel dargestellt werden. (Therapeuten, die so eingestellt sind, gibt es auch)
Familie und Kinder halte ich für möglich.
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb:Dafür hätte sie wahrscheinlich noch vorher jemanden gebraucht, der ihr möglichst gut erklärt, was genau da psychologisch/psychiatrisch dann da jeweils passiert und der ihr glaubt.
Wenn ein Mensch genau das getan hätte: Ihr erklärt, was ihre Mutter mit ihr macht, und dass ihre Mutter kein Recht dazu hat, wäre das ganze System wahrscheinlich implodiert.
Dann wäre diese Tat wahrscheinlich nie geschehen.

Ich denke (ohne die beiden zu kennen), dass die Mutter zum Feinbild und Hassobjekt wurde, und dass sich alles weitere entwickelt hat.

Wenn sich ein Regisseur mit seinen Schauspielern für eine Film getroffen hätte, ohne Drehbuch. Wenn er gesagt hätte "Du bist die Mutter", "Du die Tochter", "Du der heimlich Freund" . Die Mutter macht seit Jahren das mit ihrer Tochter, die Tochter gehorcht ihr, Tabletten, Rollstuhl, keine Kontakte etc...
Jede Wette, der Film würde genau so aussehen, wie die Realität. Die beiden würden die Mutter umbringen.
Hier ist ja auch niemand darüber verwundert. Nur über die Taten der Mutter wundert man sich.

In der Tat liegt eine verständliche Logik.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

24.12.2020 um 00:53
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Und ich persönlich denke, dass es hilft, wenn Frieden mit der Mutter geschlossen werden kann
Das wäre wohl nur möglich, wenn bei dieser selbst spät auch noch echte Krankheitseinsicht einsetzt, und sie sich in gute Therapie begibt, oder aber eben, wenn sie mausetot ist und somit die ewigen Lügen und Manipulationsversuche enden. Ansonsten wird sie jeden Versuch der Tochter, halbwegs gesunden Frieden zu schließen, sofort wieder nutzen, um begeistert genau da weitermachen zu können, wo sie durch die entschlossene Flucht der Tochter unterbrochen wurde, denn sie definiert sich scheinbar einzig allein über diesen "Übermutterstatus".
Für mich spannend ist, was dem zugrunde liegt, wenn sie zwei Kinder hätte, aber dann tatsächlich nur immer eins so stark davon betroffen war?
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Familie und Kinder halte ich für möglich.
Nicht alles, was möglich ist, wäre auch immer klug und vernünftig.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

24.12.2020 um 14:44
Ich glaube auch das Gypsy Angst hatte das nicht mal die Polizei ihr glauben würde, wenn sie damals um Hilfe gebeten hätte.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

24.12.2020 um 15:28
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb:Nicht alles, was möglich ist, wäre auch immer klug und vernünftig.
Ich bin mit dir einer Meinung, nur nicht in diesem Punkt.
Wenn eine Frau Mutter werden will, soll sie das können und jede nötige Unterstützung bekommen.
Nur weil sie als Kind missbraucht wurde, darf sie kein Kind haben?
Du gehst zu weit.
Zitat von DerDoctor11DerDoctor11 schrieb:Ich glaube auch das Gypsy Angst hatte das nicht mal die Polizei ihr glauben würde, wenn sie damals um Hilfe gebeten hätte.
Das ist ja auch so.
Dazu könnte ich so viel schreiben.
Bist du Kind oder Jugendliche(r), glaubt man automatisch den Eltern und Lehrern.
Ich denke inzwischen, dass immer der Generation geglaubt wird, die im Berufsleben steht.

Es ist nämlich auch so, dass alten Menschen genau so wenig geglaubt wird, wie den Kindern.
Die aktive Generation übt einen Schulterschluss aus.
Das kriegt man als Kind deutlich mit, wenn die Erwachsenen über die Köpfe der Kinder hinwegreden.
Und als alter Mensch erlebt man das dann wieder. Alte habe auch nix mehr zu sagen.

Warum sonst konnte der Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche generationenlang vertuscht werden?
Kindern wurde nicht geglaubt. Kinder, die darüber sprachen wurden verdroschen. Natürlich lernen die Opfer, dass es keinen Sinn hat, etwas zu sagen.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

24.12.2020 um 15:58
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Nur weil sie als Kind missbraucht wurde, darf sie kein Kind haben?
Du gehst zu weit.
War hier irgendwo von "dürfen" die Rede?
Ganz einfach bleiben lassen am Besten.
Frohe Weihnachten.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

24.12.2020 um 15:59
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb:War hier irgendwo von "dürfen" die Rede?
Ganz einfach bleiben lassen am Besten.
Frohe Weihnachten.
Bist du jetzt sauer?


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24.12.2020 um 16:01
@frauzimt
Nicht im Geringsten. Warum auch. :)

Ich denke, Gypsy wird es insgesamt hinkriegen. Und das wünsche ich ihr auch.


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24.12.2020 um 17:22
@Zeralda
Ich war nicht sicher Wege deines
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb:Frohe Weihnachten.
am Ende.

Ich hoffe auch, sie schafft es die Geister zu besiegen und Versäumtes nachzuholen.


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08.02.2021 um 07:05
Der Unterschied von einer "Helikopter-Mutter" ist aber der das die es im allgemeinen "gut meint".
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und klar beruhigt eine Helikopter Mutter durch ihr Verhalten einmal sich selbst (Kontrolle haben , eventuell eigenen Ängsten entsprechend handeln ) aber sie will das ihrem Kind nichts passiert. Das heißt ich gehe davon aus das sie lernen kann ab wann und warum sie ihrem Kind mehr Freiraum geben sollte.

Gypsys Mutter wird sich vielleicht am Anfang noch teilweise vor sich selbst gerechtfertigt haben - Geld ist gut für uns , aber da ist eine krankhafte Form von kontrollsucht dabei (ich weiß das Fachwort gerade nicht)


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

08.02.2021 um 08:58
Ich halte Gypsi für gefährlich. Erst tat sie mir leid, dann aber habe ich Videos von ihrer Vernehmung gesehen und von der vernehmung ihres Freundes. Das hat mich tatsächlich sehr geschockt. Gypsi spielt da die Rolle der kleinen, verletzlichen Person, die keine Ahnung hatte. Der vernehmende war ein Mann. Beim Freund war die Vernehmende eine Frau, die tatsächlich sehr manipulativ Fragen stellte, die der junge Mann ob seiner eingeschränkten Intelligenz in ihrem Sinne beantwortete.

Gypsi hatte keine Chance, ganz klar. Aber sie hat dieselben Fähigkeiten (angeboren oder erlernt), die ihre Mutter hatte. Und sie setzt sie m.E. ganz offensichtlich auch ein. Das sieht man später in den Gerichtsverhandlungen. Ein Riesen Unterschied zu den Vernehmungen. Für mich ist klar, dass sie den Freund bewusst "auserwählte" für die von ihr geplante Tat.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

08.02.2021 um 10:07
@Cuchulain
Wir haben uns die Crime Doku nun auch schon x mal angeschaut .
Was für eine Verkettung in der gesamten Familien Konstellation , bis hin zu der Kindheit der Mutter , der Rolle des leiblichen Vaters von Gypsi . Dem Ärzte hopping der Mutter . Und keiner hat was vom anderen Arzt gewusst . Und die Geschwister der Mutter packen auch erst nach dem Mord aus , über die Jugend ihrer Schwester .
Ich persönlich empfinde die deutsche Synchron Stimme von Gypsi recht bedenklich , kindlich naiv . Aber evtl ist das auch nur mein Subjekt hör empfinden .
Die Stimme überlagert das Geschehen .
Bevor man Gypsi mal entlässt , wird es mit Sicherheit ein Gutachten geben, hinsichtlich der potentiellen Gefahren .
Sie fühlt sich ja nach eigenen Aussagen in Haft ganz wohl .
Meist kommen Haftentlassene dort in soggn half way Einrichtungen , als Übergang .
Mal sehen , was ihr Weg sein wird , ob sie ein öffentliches Leben führen wird . Medial inszeniert oder eher privat .
Zumindest war sie gewöhnt , dass für sie " gesorgt " wird . Und das immer begleitet von Aufmerksamkeit . So etwas muss man sich bestimmt erst mal abtrainieren .


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

08.02.2021 um 10:34
Zitat von CalligraphieCalligraphie schrieb:Wir haben uns die Crime Doku nun auch schon x mal angeschaut .
Was für eine Verkettung in der gesamten Familien Konstellation , bis hin zu der Kindheit der Mutter , der Rolle des leiblichen Vaters von Gypsi . Dem Ärzte hopping der Mutter . Und keiner hat was vom anderen Arzt gewusst . Und die Geschwister der Mutter packen auch erst nach dem Mord aus , über die Jugend ihrer Schwester .
Ich persönlich empfinde die deutsche Synchron Stimme von Gypsi recht bedenklich , kindlich naiv . Aber evtl ist das auch nur mein Subjekt hör empfinden .
Die Stimme überlagert das Geschehen .
Ich habe die Crime Doku nicht gesehen, sondern die Original-Videos mit den realen Stimmen der Beteiligten. Es sind verschiedene Videos, nicht in einer Doku zusammengefasst. Auch wenn Dokus recht nah an Objektivität kommen, tragen sie ja doch die Handschrift des Regisseurs, Kameramanns, Cutters und der Synchronstimmen, so es nicht in der Originalsprache vorliegt. Das versuche ich zu vermeiden und suche lieber Originalvideos, so es sie gibt.


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08.02.2021 um 15:15
Zitat von CuchulainCuchulain schrieb:Ich halte Gypsi für gefährlich. Erst tat sie mir leid, dann aber habe ich Videos von ihrer Vernehmung gesehen und von der vernehmung ihres Freundes. Das hat mich tatsächlich sehr geschockt. Gypsi spielt da die Rolle der kleinen, verletzlichen Person, die keine Ahnung hatte. Der vernehmende war ein Mann. Beim Freund war die Vernehmende eine Frau, die tatsächlich sehr manipulativ Fragen stellte, die der junge Mann ob seiner eingeschränkten Intelligenz in ihrem Sinne beantwortete.

Gypsi hatte keine Chance, ganz klar. Aber sie hat dieselben Fähigkeiten (angeboren oder erlernt), die ihre Mutter hatte. Und sie setzt sie m.E. ganz offensichtlich auch ein. Das sieht man später in den Gerichtsverhandlungen. Ein Riesen Unterschied zu den Vernehmungen. Für mich ist klar, dass sie den Freund bewusst "auserwählte" für die von ihr geplante Tat.
Da gehen wir absolut konform. Dieser Fall ist sehr komplex und in seiner Konstellation wahrscheinlich einzigartig. Dee Dee war psychisch krank, Gypsy hat aufgrund des lebenslangen Martyrium natürlich auch die ein oder andere Auffälligkeit und Godejohn leitet ebenfalls unter diversen Krankheiten, bzw. Persönlichkeitsstörungen. Ziemlich fatale Mischung, bei der der eine den anderen wahrscheinlich noch begünstigt hat, teilweise ungewollt.

Ich finde es wahnsinnig schwierig Gypsy "einzuordnen". Da haben wir ein Kind, was sein Leben lang einer Gehirnwäsche unterzogen, manipuliert und gequält wird, das sich erst im Erwachsenenalter traut ganz langsam um Freiräume zu kämpfen, vielleicht auch hinterfragt und sich lösen will, was die Mutter immer wieder verhindert. Dennoch schafft sie es heimlich zu chatten, eine Beziehung online zu führen, Pläne fürs Kino zu machen, Sex zu haben und letztendlich einen Mord zu planen. Alles was vor dem Mord liegt, löst bei mir nur blankes Entsetzen und Mitgefühl aus.

Das schwenkt dann aber irgendwann ein bisschen um, bzw wird von mir innerlich mit einem Fragezeichen versehen. Ich kann, nach allem was Gypsy erlebt hat, schon nachvollziehen, daß sie ihre Mutter loswerden wollte. Sind wir ehrlich, wer könnte ihr solche Gedanken verübeln ? Damit meine ich nicht, daß man den Mord rechtfertigt oder entschuldigt, aber irgendwo die Motivation nachvollziehen kann. Je mehr ich allerdings über den Fall gelesen habe, umso mehr habe ich das Gefühl, daß sie in Godejohn einen " Deppen" fand, der ihre Pläne für sie umsetzte und sie ihn steuerte.

Gypsy ist zwar relativ isoliert aufgewachsen, aber nicht völlig weltfremd, sie hatte Zugriff auf das Internet und somit auch auf Wissen. Sie hat eine Menge aufzuarbeiten, denn sie hat gelernt zu manipulieren, sie kannte nichts anderes, aber hat eben auch gesehen, daß man damit das erreichen kann, was man will. Das macht sie gefährlich.


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10.02.2021 um 03:47
Zitat von PixyqueenPixyqueen schrieb:08.02.2021 um 07:05
Der Unterschied von einer "Helikopter-Mutter" ist aber der das die es im allgemeinen "gut meint".
Das bezweifle ich in vielen Fällen, dass es dabei wirklich so sehr ums Kind und echte Sorge geht, als vielmehr eben auch um den eigenen Auftritt oder das zwanghafte "als gute Mutter wahrgenommen werden zu müssen".
Ich finde das echt nicht so einfach und wüsste gern mehr Wissenschaftliches darüber.
Man kann einem Kind, für das man nicht wirklich empfindet, auch damit schon gründlich das Leben zur Hölle machen.
Ich glaube, das körperliche Verletzen des Kindes ist einfach nur die "schlimmere" Stufe.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

10.02.2021 um 05:44
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb am 23.12.2020:uf der Straße sprechen Dich die Leute an, was Deine Mutter doch für ein wundervoller Engel sei und daheim presst sie Dir mal ganz zufällig die Hände gegen den glühenden Herd und klagt dann allen ihr Leid, wie ungeschickt Du doch seist und pustet und wickelt Verbände.
Ich kenne das mit den Händen bestens, später brachen auch Knochen. Ich war durchaus wütend, aber mein Vater lebt noch, und das einzige was passierte war, dass ich fremduntergebracht wurde und er eine Bewährungsstrafe erhielt, nachdem ich bei Polizei und Jugendamt war. Er täuschte sogar meine Mutter, sie dachte wirklich ich wäre zu dumm zum Kochen oder kann keine Stiegen laufen ohne hinzufallen. Erst als sie selbst Opfer wurde nachdem ich und auch meine Geschwister nicht mehr da waren trennte sie sich und versöhnte sich mit uns Kindern. Heute ist er ein sehr einsamer Mann und lebt in traurigen Verhältnissen ohne das es jemanden kümmert. Niemand muss sich zum Mörder machen! Für Straftaten gibt es das Gesetz, dass hat uns Kinder gerettet und was das Gesetz nicht erledigt, dass erledigt das Leben.


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

10.02.2021 um 19:07
@AFG97

oh....


es tut mir sehr sehr leid!


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10.02.2021 um 19:29
@Ventil
Das ist fast 30 Jahre her, alles ist gut. Danach hatte es am Anfang schwer da früh selbstständig sein musste, aber habe heute ein sehr schönes Leben. Höre nur oft schwere Kindheit, deswegen Drogen, Alkohol und Straftaten... dann muss den Kopf schütteln. Wir sind fünf Kinder. Wit wurden zeitweise auseinandergerissen. Alle haben ihre Schule beendet, Beruf gelernt, fast alle nebenbei weiterstudiert. Jeder von uns wollte dem Tyrannen zeigen, dass wir keine Versager sind und zu dumm für alles. Also sowas ist einfach keine Rechtfertigung für ein Leben außerhalb des Gesetzes


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Der Fall Dee Dee & Gypsi Blanchard

11.02.2021 um 03:42
Zitat von AFG97AFG97 schrieb:Niemand muss sich zum Mörder machen! Für Straftaten gibt es das Gesetz, dass hat uns Kinder gerettet und was das Gesetz nicht erledigt, dass erledigt das Leben
Das sehe ich durchaus genauso. Ich glaube aber daher, dass es durchaus auch Formen gibt, wo es nicht um Aufmerksamkeit von Ärzten geht, sondern einfach nur die Zielgruppe der "Supermuttershow" eine andere ist.
Irgendwelche Lehrer, auf die sie abgefahren ist, mein Vater, dem sie imponieren wollte.
Ich war ein ziemlich verschlossenes Kind und die Einzige, der mal was aufgefallen ist und die direkt mit einem riesen Donnerwetter eingegriffen hat, war meine Oma. Danach sind wir einfach nicht mehr hingefahren und das wurde halt als blöder Unfall dargestellt. Was für ein ungeschicktes Kind....die aaaarme Mama.🙄


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