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Badewannenmord von Rottach-Egern

1.767 Beiträge, Schlüsselwörter: Badewannenmord, Manfred Genditzki

Badewannenmord von Rottach-Egern

09.11.2018 um 13:01
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Falstaff schrieb:Das Einzige was mich bisher an dem Urteil stört, ist das konstruierte Motiv mit dem angeblichen Streit.
Das Urteil steht und fällt mit Auffinde-Situation und den zwei Hämatomen. Bei einem Sturz in die Wanne kann man sich aus meiner Sicht durchaus auch zwei Hämatome zuziehen, der erste bei einem Sturz auf den Rand/Armatur und den zweiten dann, wenn der Kopf auf den Boden aufprallt. Allein die Anzahl schließt einen Sturz nicht aus.

Und da wäre dann schon das neue Gutachten/die Simulation interessant, ob diese das auch erklären kann. Wenn nicht, ist ein WAV recht unwahrscheinlich.


Die anderen Indizien kann man in alle Richtungen interpretieren, so beispielsweise die Schlafanzugshose, das man eher als entlastendes Indiz deuten müsste. Jedenfalls schloss die Richterin aus, dass das Opfer diese im beisein des Verurteilten gewechselt hätte. Die Richterin behauptet - um es nicht als entlastend anzusehen, dass das Opfer die Jogginghose über die Schlafanzugshose gezogen haben muss. Ob das zutrifft? Es wäre in meinen Augen zumindest ungewöhnlich, man weiß ja, wie verkrumpelt danach die Hosenbeine sind.


Das Problem in dem Fall ist auch, dass im Vorfeld viele Fehler erfolgt sind, welche durchaus entlastend gewesen sein konnten. So wurde nicht die Temperatur des Opfers gemessen, so dass der Todeszeitpunkt recht unbestimmt ist. Das gleiche gilt für das anderes, z.B. auch die Uhr.

Bei einer Durchfallerkrankung ist es schon so, dass man ein neues Malheur recht rasch beseitigt, und so unpraktisch ist dafür eine Badewanne nicht, da diese gleich ein Auslauf und eine Dusche besitzt. Das eine Schüssel viel sinnvoller sein soll - so wie es die Richterin meinte - erschließt sich mir nicht. Ich persönlich mache es immer in der Badewanne, bin aber noch viel jünger.
Für ein Malheur könnte es durchaus sprechen, dass sie nun die Schlafanzugshose trug.

Und das belastende Moment, dass der außen hängenden Schlüssel relativiert sich, da der Tag eben auch nicht ein alltäglicher war. Sie war gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden und das offenbar auf eigenen Wunsch, offenbar hielten es die Ärzte noch nicht für angebracht. Das Entlassungsprozedere dürfte für eine Frau neben der Durchfallerkrankung auch nicht ohne gewesen sein.


Wie gesagt, es gibt hier vielfältige Interpretationsmöglichkeiten, sollten die zwei Hämatome und deren Lage sich mit der Simulation erklären lassen, wäre die Annahme eines Tötungsdelikts wohl kaum noch vertretbar.


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09.11.2018 um 13:29
MaryPoppins schrieb:3) Wieso sollte sie sofort nach ihrer Ankunft zu Hause mit Wäschewaschen beginnen? Sie war doch sicher noch geschwächt! Es gab eine rosa Wäscheschüssel im Bad, warum lässt sie eine VOLLE Wanne ein für einige (wenige?) Wäschestücke? Warum wäscht sie die nicht in der Schüssel? Warum wäscht sie überhaupt, wenn sie sich gerade ihre Schlafanzughose für den Mittagsschlaf (laut Verteidigung) angezogen hatte?
Alte Menschen verhalten sich nicht immer logisch.
Da ist manchmal ein Gedanke im Kopf
Das muss so!
Und dann wird es so gemacht, - obwohl es weder praktisch, noch sinnvoll oder nötig ist.

Und was verschmutzte Wäsche betriff t- ich meine besonders durch Urin oder Kot beschmutzt: Das ist besonders Damen hochpeinlich und muss sehr diskret u. am besten sofort erledigt werden.


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09.11.2018 um 13:38
Falstaff schrieb:Das sehe ich auch so. Nur muss man dann gleich ein Motiv erfinden? Ist doch klar dass das dann zum Anlass genommen wird, das Urteil zu kritisieren.
Naja, offensichtlich stand ja eine Dose mit Geld auf dem Tisch, aus der auch Geld fehlte. Dass dann daraus ein mögliches Motiv konstruiert wird, ist ja nun nicht ungewöhnlich. Möglicherweise wurde erst bei den weiteren Einvernahmen bzw. Zeugenaussagen (zB Pflegedienst) oder Durchsicht von Belegen deutlich, dass zuvor „abgerechnet“ wurde, womit das Motiv Habgier dann auch wegfiel.
JosefK1914-2 schrieb:Bei einer Durchfallerkrankung ist es schon so, dass man ein neues Malheur recht rasch beseitigt, und so unpraktisch ist dafür eine Badewanne nicht, da diese gleich ein Auslauf und eine Dusche besitzt. Das eine Schüssel viel sinnvoller sein soll - so wie es die Richterin meinte - erschließt sich mir nicht. Ich persönlich mache es immer in der Badewanne, bin aber noch viel jünger.
Für ein Malheur könnte es durchaus sprechen, dass sie nun die Schlafanzugshose trug.
Die Frage ist, ob man dazu eine VOLLE Badewanne einlässt, die man dann komplett putzen muss, was ja für eine ältere Dame mit körperlichen Beeinträchtigungen dann auch halbwegs aufwändig gewesen wäre. Ausserdem muss man sich zum Waschen auch sehr weit hinunterbeugen oder überhaupt knien. Sie badete ja angeblich auch deshalb nicht mehr, weil sie Angst hatte, nicht mehr hochzukommen. Aus einer knieenden Position wieder hochzukommen, ist für ältere Menschen ja auch nicht leicht.
Wenn sie schon nicht die Waschschüssel verwendet hat, hätte sie doch auch ganz einfach im Stehen im normalen Waschbecken waschen können, da hätte sie auch direkt einen Abfluss gehabt. Es kann sich ja, wenn überhaupt, nur um wenige akut verschmutzte Teile (Unterhose und Jogginghose?) gehandelt haben, die eingeweicht hätten werden sollen, da reicht doch leicht das Waschbecken. Die restliche Wäsche hätte doch sicher die Pflegehilfe für sie erledigt.
JosefK1914-2 schrieb:Und da wäre dann schon das neue Gutachten/die Simulation interessant, ob diese das auch erklären kann. Wenn nicht, ist ein WAV recht unwahrscheinlich.
Mit so einer Simulation hab ich so meine Probleme, werden doch die Daten/Vorgaben von Hand eingegeben. Die Frage ist, wie objektiv das Ergebnis dann ist und vor allem wie wahrscheinlich. Wenn ich erst nach der 1000. oder 100.000. Versuchssimulation zum „gewünschten“ Ergebnis komme, ist die Simulation einfach nicht als „wahrscheinliches“ Szenario einzustufen. Dieser eine Simulationsaufbau wird aber dann für das WAV herangezogen und dem Gericht vorgeführt, als „Beleg“, dass es so gewesen sein muss.
Nicht, dass ich nichts von Simulationen halte. Im KFZ-Unfallversicherungsfall mag das durchaus sinnvoll sein. Ein PKW kann sich ja nur genormt bewegen und Daten sind relativ leicht ausles-oder messbar.


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09.11.2018 um 13:45
MaryPoppins schrieb:Die Frage ist, ob man dazu eine VOLLE Badewanne einlässt, die man dann komplett putzen muss, was ja für eine ältere Dame mit körperlichen Beeinträchtigungen dann auch halbwegs aufwändig gewesen wäre.
Eine Möglichkeit wäre, dass sie das laufende Wasser vergessen hat, weil sie abgelenkt war. Oder sich zwischenzeitlich mit anderen Dingen beschäftigt hat.
Dafür muss man nicht dement sein. So etwas passiert auch jüngeren Menschen.
Ausserdem ist das Waschen in einer gefüllten Wanne bequemer, da sie sich nicht so weit runterbeugen musste. Textilien schwimmen oben.


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09.11.2018 um 14:04
frauzimt schrieb:Eine Möglichkeit wäre, dass sie das laufende Wasser vergessen hat, weil sie abgelenkt war. Oder sich zwischenzeitlich mit anderen Dingen beschäftigt hat.
Dafür muss man nicht dement sein. So etwas passiert auch jüngeren Menschen.
Ausserdem ist das Waschen in einer gefüllten Wanne bequemer, da sie sich nicht so weit runterbeugen musste. Textilien schwimmen oben.
Mir sind das einfach ein paar Zufälle zuviel, die da an diesem Tag anders gelaufen sein sollen, als sonst. Auch der sie betreuende Pflegedienst wird ja damals zur Sprache gekommen sein und wird sie auch soweit gekannt haben, um zu wissen, wo sie ihre Wäsche üblicherweise einweichte. Gerade bei älteren Menschen kommen Malheurs ja durchaus häufiger vor. Ich nehme an, dass für diesen Zweck eben auch die Waschschüssel im Bad stand, falls das Waschbecken mal zu klein wäre.


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09.11.2018 um 14:23
MaryPoppins schrieb:Mit so einer Simulation hab ich so meine Probleme, werden doch die Daten/Vorgaben von Hand eingegeben. Die Frage ist, wie objektiv das Ergebnis dann ist und vor allem wie wahrscheinlich. Wenn ich erst nach der 1000. oder 100.000. Versuchssimulation zum „gewünschten“ Ergebnis komme, ist die Simulation einfach nicht als „wahrscheinliches“ Szenario einzustufen. Dieser eine Simulationsaufbau wird aber dann für das WAV herangezogen und dem Gericht vorgeführt, als „Beleg“, dass es so gewesen sein muss.
Eine Simulation ist immerhin nachvollziehbar. Wenig nachvollziehbar sind Gedanken eines Gutachters/StA oder Gerichts.

Von Hand eingegeben Ausgangsdaten, welche sich z.B. auf Photos o.ä. begründen, dürfte deutlich verlässlicher sein. Die kann man sich ansehen und für nachvollziehbar halten oder nicht. Dagegen kann ich in die Gehirnwindungen von Menschen nicht reinsehen, um zu erkennen, wie die zu ihrem Urteil gekommen sind.

Außerdem liefern diese Methoden grundsätzlich nicht ein ganz bestimmtes Bild, sondern sie liefern die Wahrscheinlichkeiten für z.B. die Aufprallbereiche etc.. So etwas ist auf jedenfalls besser, als jede menschliche Überlegung, die nicht frei von Bauchentscheidungen sein kann.

Aber das könnte auch das Problem des WAVs werden, bei dem Richter meist Elefantenzähne kriegen. Denn es geht da nur um Wahrscheinlichkeiten, zwei Hämatome werden da kaum zwingend sein. Hätte es diese Simulation schon im Hauptverfahren gegeben, wäre der Freispruch recht wahrscheinlich. Aber bei WAV sieht das leider anders aus.
MaryPoppins schrieb:Die Frage ist, ob man dazu eine VOLLE Badewanne einlässt, die man dann komplett putzen muss, was ja für eine ältere Dame mit körperlichen Beeinträchtigungen dann auch halbwegs aufwändig gewesen wäre.
Wieviel Wasser sie evtl. einlaufen lassen wollte, ist nicht ermittelbar, da das Wasser noch lief. Dass die Badewanne gefühlt war, kann einzig und allein auf einen vermeintlichen Unfall zurück zu führen sein.

Und ein Vollbad wird das Opfer auch schon länger vermieden haben, weil man AUS der Badewanne schwer herauskommt, das geht vielen älteren Menschen so (Aufstehen aus der liegenden Position, Rutschgefahr trotz Matte etc.. Wenn dann erfolgt das häufig nur im Beisein der Pflegekräfte.

Aber das entfällt, wenn man draußen steht und sich drüber beugt. Meine Schwiegermutter hatte auch schon aus diesen Gründen nicht mehr baden wollen, aber wenn es mal schnell etwas sauber machen ging (wegen der Inkontinens) war die Badewanne immer noch die erste Wahl.

Das Problem liegt hier immer auf dem "Könnte". Möglich sein kann alles, man kann auch die Schüssel nehmen, aber mit "könnte" kann man keinen Mord beweisen.


Wie gesagt, dass Urteil basiert letztlich hauptsächlich auf dem Gutachten, das übrige sind nur annahmen, die man bei einem andern Gutachterergebnis sicher anders gesehen hätte.


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09.11.2018 um 15:06
MaryPoppins schrieb:Mir sind das einfach ein paar Zufälle zuviel, die da an diesem Tag anders gelaufen sein sollen, als sonst.
Wie gesagt, der Tag war ein anderer, daher wird an dem Tage auch wirklich einiges anders abgelaufen sein, als an den anderen.


Dahingehend kann ich mir nicht vorstellen, dass man nicht am Tatort eine Kleinigkeit gefunden hätte, welche eine Unfallsituation ausschließt. Dort gibt es eine Fülle an Gegenständen, an denen man eher hätte nachweisen könnte, wenn sie dort bewusst arrangiert worden wären, allein wie die Hausschuhe lagen, der Gehstock etc., wenn jemand das bewusst so drapiert hätte ohne dass man dann den Unfall widerlegen kann, muss derjenige schon ein Genie sein. Für mich sind hier die Zufälle zu viel, dass man das Nachgestellte nicht belegen konnte.

Hier wären wirklich die HARTEN Indizien zu suchen gewesen, aber diese haben offenbar aber gerade nicht die Unfallvariante ausschließen können. Für mich ist daher ein Unfall deutlich wahrscheinlicher, auch schon ohne Simulation.


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09.11.2018 um 16:35
JosefK1914-2 schrieb:Wieviel Wasser sie evtl. einlaufen lassen wollte, ist nicht ermittelbar, da das Wasser noch lief. Dass die Badewanne gefühlt war, kann einzig und allein auf einen vermeintlichen Unfall zurück zu führen sein.
Nein, das Wasser lief nicht mehr.
JosefK1914-2 schrieb:Eine Simulation ist immerhin nachvollziehbar. Wenig nachvollziehbar sind Gedanken eines Gutachters/StA oder Gerichts.

Von Hand eingegeben Ausgangsdaten, welche sich z.B. auf Photos o.ä. begründen, dürfte deutlich verlässlicher sein. Die kann man sich ansehen und für nachvollziehbar halten oder nicht. Dagegen kann ich in die Gehirnwindungen von Menschen nicht reinsehen, um zu erkennen, wie die zu ihrem Urteil gekommen sind.
Eine Simulation, die von extern durch Eingabe beeinflussbarer Daten gespeist wird, ist für mich nicht ergebnisoffen. Das dürfte auch ein Gericht so sehen, daher ist für mich ein WAV eher unwahrscheinlich. Auch, weil es noch andere Ungereimtheiten und „Zufälle“ gibt.
JosefK1914-2 schrieb:Wie gesagt, dass Urteil basiert letztlich hauptsächlich auf dem Gutachten, das übrige sind nur annahmen, die man bei einem andern Gutachterergebnis sicher anders gesehen hätte.
Nein, das Urteil basiert auf einer Vielzahl an schwer erklärbaren Ungereimtheiten an diesem Tag. Man muss bedenken, dass wir die Aussagen des Hausarztes oder Pflegediensthelfer gar nicht kennen. In den Medien wird verständlicherweise nur die (spannendere, weil Verdacht auf Justizskandal) Verteidigerseite lanciert.
Die Urteilsverkündung dauerte 2,5 Stunden, da wird es wohl kaum nur um das Gutachten gegangen sein.
JosefK1914-2 schrieb:Wie gesagt, der Tag war ein anderer, daher wird an dem Tage auch wirklich einiges anders abgelaufen sein, als an den anderen
In den Berichterstattungen ist von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung die Rede (zB Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Sigmadivertikulitis etc.). Wie oft sie diesbezüglich im Krankenhaus war, wissen wir natürlich nicht. Es könnte also durchaus sein, dass sie diesbezüglich alle paar Wochen mal stationär war. Insofern wäre dieser Tag dann sehr wohl auch mit anderen ähnlich gelagerten Tagen vergleichbar und keinesfalls aussergewöhnlich. Diesbezüglich müsste auch der Pflegedienst, Nachbarn, Hausarzt etc bescheid wissen.
JosefK1914-2 schrieb:Dahingehend kann ich mir nicht vorstellen, dass man nicht am Tatort eine Kleinigkeit gefunden hätte, welche eine Unfallsituation ausschließt. Dort gibt es eine Fülle an Gegenständen, an denen man eher hätte nachweisen könnte, wenn sie dort bewusst arrangiert worden wären, allein wie die Hausschuhe lagen, der Gehstock etc., wenn jemand das bewusst so drapiert hätte ohne dass man dann den Unfall widerlegen kann, muss derjenige schon ein Genie sein.
Angeblich war Wäsche in einem Wäschekorb im Hausflur, den das Gericht als vom Täter arrangiert befunden hatte. Möglicherweise wurde auch dazu der Pflegedienst befragt. Auch den Kassabon vom Supermarkt zwecks Alibiverschaffung dürfte man ihm nicht abgekauft haben. Möglicherweise gab es eben noch genug Schokolade und Binden vorrätig oder sie beauftragte damit prinzipiell den Pflegedienst.


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09.11.2018 um 18:13
@MaryPoppins

Danke für deine ausformulierten Gedanken zu dem Fall.

Ein " Skandal" ist immer schnell ausgerufen, obwohl man nur die Darstellungen der Verteidigung genau kennt. Ich bin nach den Fällen Kulac, Darsow, Toth auch skeptisch.

Man müsste z.B. unbedingt wissen was die Pflegekräfte ausgesagt haben. Ich hab da wegen der Wäsche in der Wanne auch so meine Bedenken.
Klar, groben Schmutz mit der Handbrause abspülen, kann man sich vorstellen. Nur lag hier die Wäsche noch irgendwo im Wäschekorb und der Stöpsel war schon in der Wanne, das ergibt keinen Sinn.
Wie mobil war die Dame ? Konnte sie die Badewanne noch selbst putzen? Denn das wäre nach der Wäsche ja noch zusätzlich nötig gewesen. Längere Zeit, in gebückter Haltung arbeiten, fällt fast allen Senioren schwer.
Wie hat sie das sonst gemacht? Nutzte sie sonst vllt. die Waschmaschine? Mit der Maschine kann man ja auch einweichen.
Das sind Fragen, die der Pflegedienst vllt. längst beantwortet hat.

Seltsam sind auch 2 Anrufe beim Hausarzt. Was wollte er denn von dem Arzt und warum legt er zweimal wieder auf? Medizinisches erledigt doch der Pflegedienst. Gerade wenn da ein Arztbrief vom Krankenhaus liegt, macht das der Hausmeister? Den Pflegedienst ruft er aber zuletzt an?

Auf die Simulation bin ich auch gespannt. Wie das gehen soll, in die Wanne zu fallen und sich zweimal am Hinterkopf zu verletzen? Kann ich mir gerade auch nicht vorstellen.


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09.11.2018 um 18:33
Frau.N.Zimmer schrieb:Seltsam sind auch 2 Anrufe beim Hausarzt. Was wollte er denn von dem Arzt und warum legt er zweimal wieder auf? Medizinisches erledigt doch der Pflegedienst. Gerade wenn da ein Arztbrief vom Krankenhaus liegt, macht das der Hausmeister? Den Pflegedienst ruft er aber zuletzt an?
Es gibt eigentlich gar keinen Grund, den Hausarzt anzurufen, weil der einen Arztbrief vom Krankenhaus ja zugestellt bekommt. Die Patienten bekommen einen Kurzarztbrief/vorläufigen Arztbrief mit, da stehen auch alle neuen Medikamente und weiteres Procedere bzw. Kontrollen, also alles akut Wichtige. Der ausführliche Arztbrief wird dann zugestellt. Auch wenn neue Medikamente verordnet wurden, bekommt man das Rezept mit vom Krankenhaus und hätte das am Weg nach Hause gleich bei der Apotheke besorgen können. Wenn noch am selben Tag der Pflegedienst kommen sollte, gibt es für den Hausmeister wirklich keinen Grund für einen Anruf beim Arzt, da er medizinisch ohnehin nichts versteht.


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09.11.2018 um 18:40
MaryPoppins schrieb:Insofern wäre dieser Tag dann sehr wohl auch mit anderen ähnlich gelagerten Tagen vergleichbar und keinesfalls aussergewöhnlich.
Na immerhin hat sie sich auf eigenen Wunsch und Verantwortung aus dem KH entlassen lassen. Bedeutet u.U. auch, dass sie körperlich noch nicht ganz auf der Höhe war und im KH wird sie vermutlich hauptsächlich im Bett gelegen haben. Die Aufregung und die Bewegung im eigenen Zuhause kann durchaus den Kreislauf beeinflusst haben und Schwindel ausgelöst haben, der sie gegen die Badewanne fallen ließ, beim Einweichen der Wäsche. Auch, dass die Wanne so voll war, finde ich nicht außergewöhnlich. Dass die alte Dame sich nicht so tief reinbeugen musste und dass sie direkt zuhause die Wäsche einweichen wollte, finde ich nur logisch.


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09.11.2018 um 18:42
MaryPoppins schrieb:Es gibt eigentlich gar keinen Grund, den Hausarzt anzurufen, weil der einen Arztbrief vom Krankenhaus ja zugestellt bekommt. Die Patienten bekommen einen Kurzarztbrief/vorläufigen Arztbrief mit, da stehen auch alle neuen Medikamente und weiteres Procedere bzw. Kontrollen.
Das muss nicht ganz richtig sein.
Als ich das letzte Mal aus dem Krankenhaus kam, musste ich auch gleich beim Hausarzt anrufen und für den nächsten Tag einen Termin zur weiteren Behandlung machen.

Dennoch finde ich vieles auch sehr merkwürdig. Ok, nicht, dass sie vorne über gefallen sein könnte. Wenn ich umgekippt bin, dann auch immer so. Sie könnte sich nach vorne gebeugt haben um die Wassertemperatur zu prüfen.
Dass sie sich eine andere Hose angezogen hat, finde ich auch noch nicht so merkwürdig. Als ich heimkam, wollte ich auch nur frische, bequeme Sachen anziehen und nichts, was ich schon im KH trug.

Ich finde auch, so hätte der Mann nicht verurteilt werden dürfen.
Was nicht heißt, dass ich ihn für unschuldig halte. Ich schwanke noch....
Die Verletzungen am Hinterkopf stören mich am meisten.


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09.11.2018 um 18:45
Rotkäppchen schrieb:Die Verletzungen am Hinterkopf stören mich am meisten.
Sie kann auf dem Badewannenrand gesessen haben, um Wasser einzulassen oder die Wäsche zu schwenken. Dabei kann sie nach hinten gefallen und mit dem Hinterkopf am hinteren Badewannenrand aufgeschlagen sein. Sich dann abgestützt haben, jedoch mit dem Kopf und Oberkörper weiter in die Wanne gerutscht sein. Darum ist vielleicht auch das eine Bein noch draußen?!


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09.11.2018 um 18:53
Interested schrieb:Auch, dass die Wanne so voll war, finde ich nicht außergewöhnlich. Dass die alte Dame sich nicht so tief reinbeugen musste und dass sie direkt zuhause die Wäsche einweichen wollte, finde ich nur logisch.
Mich stört generell ein Einweichen in der Badewanne, wenn es eine rosa Waschschüssel UND ein Wasbecken mit Abfluss gibt.
Die Frage ist, wer wusch üblicherweise ihre Wäsche und wo? Ich tippe auf den Pflegedienst. Sie hätte die Wäsche auch im Sack lassen können und auf den Balkon stellen können. Abends hätte das dann alles der Pflegedienst übernommen.
Eine verschmutzte Unterhose und eine Jogginghose hätten ausserdem wohl leicht im Waschbecken Platz gehabt. Da gehts doch nur ums grobe Auswaschen, den Rest erledigt doch die Waschmaschine.
Rotkäppchen schrieb:Als ich das letzte Mal aus dem Krankenhaus kam, musste ich auch gleich beim Hausarzt anrufen und für den nächsten Tag einen Termin zur weiteren Behandlung machen.
Schon, dann steht im vorläufigen Arztbrief zB Laborkontrolle für den nächsten Tag beim Hausarzt. Aber warum ruft sie den Pflegedienst bzw. Hausarzt nicht selbst an und gibt bescheid, dass sie zur Kontrolle zum Hausarzt muss? Wieso wäscht sie selbst Wäsche aber ruft nicht selber an? Abgesehen davon, will der Hausmeister nur deshalb den Hausarzt angerufen haben, um mitzuteilen, dass sie vom Krankenhaus zurück ist. Wieso sollte das den Hausarzt interessieren? Fährt er jeden Tag Visite zu ihr, wenn sie zu Hause ist?
Hört sich für mich erstmal sehr seltsam an, vor allem, wenn sie einen Pflegedienst hat, der sich um medizinischen Belänge kümmert.


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09.11.2018 um 19:07
MaryPoppins schrieb:Mich stört generell ein Einweichen in der Badewanne, wenn es eine rosa Waschschüssel UND ein Wasbecken mit Abfluss gibt.
Na aber wieso denn? Wir wissen doch gar nicht, von wieviel Wäsche hier die Rede ist. Und wofür sie die Waschschüssel benutzt hat, ist uns auch nicht bekannt. Kann mir durchaus vorstellen, dass sie die vollgekotete Wäsche vorreinigen wollte und eben die Wanne dafür nutzen wollte. Und das Waschbecken reichte vielleicht nicht. Ich finde es jedenfalls nicht abwegig.

Warum eigentlich werden diese ganzen Tätigkeiten und Gefälligkeiten des mutmaßlichen Täters hier so negativ betrachtet? Er soll sich auch schon um den Mann der Frau gekümmert haben und ihm vor seinem Tod in die Hand versprechen müssen, sich auch um seine Frau zu kümmern. Das hat dieser Mann getan. Es fehlt kein Geld, die Wohnung ist nicht verwüstet. Warum rief er den Arzt an und den Pflegedienst? Weil die 87jährige alte Dame vielleicht auch etwas vertüddelt aus dem Krankenhaus gekommen ist. Ich meine, das alles ist doch durchaus möglich. Infolgedessen ist es eben auch durchaus möglich, dass sie im eigenen Zuhause verunfallt ist.


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09.11.2018 um 19:16
Die Frage ist doch ganz generell:
Wer wusch die Wäsche?
Wenn beispielsweise der Pflegedienst aussagte, dass sich die Dame generell zu gut für derlei Tätigkeiten wie Wäsche waschen war und nie und nimmer selbst etwas eingeweicht hätte, sondern eher den stinkenden Schmutzwäschesack vor die Tür/auf den Balkon gestellt hätte, dann wüssten wir auch, warum der im Flur stehende Wäschekorb vom Gericht als arrangiert betitelt wurde.
Wenn sie ihre Wäsche gelegentlich sehr wohl selbst wusch und das vielleicht noch recht gewissenhaft, wäre es möglich, das bei Durchsicht des Wäschekorbes im Flur durch den Pflegedienst aufgefallen ist, dass dort Wäsche drinnen war, die sie so nie waschen würde. ZB Bunt-und Weisswäsche und Wolle gemischt alles durcheinander ODER frische, vielleicht sogar gebügelte Wäsche aus einer Schublade in den Wäschekorb geworfen wurde.
All das wissen wir nicht, weil es leider keine Ticker zu den Gerichtsverfahren gab.
Fakt ist, das das Gericht der Ansicht war, dass der Wäschekorb von MG so arrangiert wurde.


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09.11.2018 um 19:20
Die Wäsche soll ihr unangenehm gewesen sein. So jedenfalls die Aussagen bei Stern TV. Gehen wir mal davon aus, dass sich die Wäsche nicht so verdreckt an den Pflegedienst übergeben wollte. Ist ja schon was anderes, als normale Schmutzwäsche. Und scheinbar konnte sie sich noch größtenteils selbst versorgen, sonst wäre sie wohl in irgendeinem Pflegeheim untergebracht.

Kann man irgendwo das Urteil einsehen?


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09.11.2018 um 19:27
Interested schrieb:Die Wäsche soll ihr unangenehm gewesen sein. So jedenfalls die Aussagen bei Stern TV.
Naja, das ist Annahme der Verteidigung, die ihre eigene Wäschewaschtheorie ja schliesslich untermauern will.
Die Frage wäre, was genau der Pflegedienst ausgesagt hat, aber leider hab ich zu den Zeugenaussagen rein gar nichts gefunden. Urteilsbegründung hab ich auch nichts gefunden, ausser dass sie 2,5 Stunden gedauert hat. Leider.


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09.11.2018 um 19:58
Interested schrieb:Kann man irgendwo das Urteil einsehen?
Nein. Nur den BGH-Beschluss vom 12.01.11, mit dem das Urteil des LG München aufgehoben wurde.
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=4ebb01bbe7811479235df70cf180...


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10.11.2018 um 05:46
MaryPoppins schrieb:Mich stört generell ein Einweichen in der Badewanne, wenn es eine rosa Waschschüssel UND ein Wasbecken mit Abfluss gibt.
Ich denke, das lag vielleicht an der Menge und der Art und Stärke der Verunreinigung der Wäsche.
MaryPoppins schrieb:Schon, dann steht im vorläufigen Arztbrief zB Laborkontrolle für den nächsten Tag beim Hausarzt.
Bei mir z.B. nicht.
Ich musste wie gesagt den HA möglichst sofort anrufen und am nächsten Tag hin um weitere Maßnahmen zu besprechen. Und wenn nur Laborkontrolle drin steht, ist das auch ein Grund, dort anzurufen.
Interested schrieb:Es fehlt kein Geld, die Wohnung ist nicht verwüstet. Warum rief er den Arzt an und den Pflegedienst? Weil die 87jährige alte Dame vielleicht auch etwas vertüddelt aus dem Krankenhaus gekommen ist.
Genau. Sie waren befreundet. Sie war wahrscheinlich noch nicht ganz fit. Sie wollte sich vielleicht einfach erst einmal umziehen, sich um die Wäsche kümmern etc und damit sie darüber den Arzt nicht vergisst anzurufen, bat sie den Hausmeister dies für sie zutun.
Meine Mutter ist auch oft tüdelig und nervös, besonders wenn es um Arztabrufe geht. Sie fragt mich dann auch, ob ich das bitte für sie mache.
Das alles finde ich persönlich nicht so außergewöhnlich.

Mich würde mal die Aussage des Hausmeisters selbst dazu interessieren. Würde dazu hier schon was gepostet, was ich übersehen habe?


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