Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

127 Beiträge, Schlüsselwörter: Drogen, Überwachung, Vergewaltigung, U-haft

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

24.01.2020 um 14:30
Irritierend bleibt, dass die junge Frau sich erst mit einem Tag Verspätung bei der Polizei meldete, sie sogar an einem Polizeiwagen vorbeiging, und noch bei einem der mutmaßlichen Täter übernachtete.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/gruppenvergewaltigung-in-freiburg-tathergang-weiter-unklar-165971...


Im Artikel wird recht gut der Sachstand dargelegt. Was mich allerdings stört ist die oben zitierte Passage:

1) Es ist nachvollziehbar, dass ein Vergewaltigungsopfer nicht unmittelbar nach der Tat Anzeige erstattet. Sie hat es 12 Stunden nach der Tat getan. Es gibt Fälle, wo die Opfer Wochen, Monate und mitunter Jahre warten, bevor sie Anzeige erstatten.

2) Der junge Mann bei dem sie übernachtet hatte, war in ihren Augen ihr Retter, der sie aus dem Gebüsch gezogen hat und die Vergewaltigungen beendet hat. Und es wird auch nicht mehr wegen Vergewaltigung gegen ihn ermittelt. Insofern finde ich diese Textstelle höchst problematisch, da sie den Leser, der den Fall nicht ausführlich verfolgt hat, glauben macht, sie hätte wissentlich bei ihrem Vergewaltiger übernachtet. Das finde ich unverantwortlich dem Opfer gegenüber.


melden
Anzeige

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

24.01.2020 um 15:40
Bei den beiden Punkten gebe ich dir Recht - sie stand ja auch unter Drogen und wollte mit dem Verhalten vielleicht den Drogenkonsum gegenüber Freunden/Familie/Polizei vertuschen. Schließlich war sie zu dem Zeitpunkt noch nicht nüchtern.

Weshalb ich stark davon ausgehe, dass ich es sich in dem Fall um Vergewaltigungen gehandelt hat, sind zum Einen das Verhalten auf den Handyaufnahmen direkt nach der Tat, die hier bereits zitiert worden sind, und zum Anderen auch dem Trauma das sie ärztlich attestiert erlitten hat - so etwas würde man nicht nach einvernehmlichen Geschlechtsverkehr davontragen.


Die Staatsanwaltschaft scheint die bisherigen Indizien für eine Verurteilung als ausreichend zu empfinden - zumindest hält sie an den Vorwürfen fest und hat letzte Woche auf einen Antrag auf Zeugenbefragung, der nützlich im Sinne der Anklage sein könnte, verzichtet.
Die Positionen der Prozessteilnehmer zu dieser Frage waren am Freitag nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Zunächst warf Staatsanwalt Thorsten Krapp den Verteidigern vor, „nicht immer an einem vollständigen Bild interessiert zu sein“. Was wohl heißen sollte, die Staatsanwaltschaft könne den Zeugen gut für eigene Zwecke gebrauchen. Einen förmlichen Beweisantrag stellte Krapp dann aber nicht.
https://www.bo.de/nachrichten/gruppenvergewaltigung-freiburg-zeuge-soll-aus-bagdad-kommen


melden

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

30.01.2020 um 22:37
Es gibt nun Hinweise darauf, dass einer der Angeklagten in der Tatnacht ein Video gedreht haben könnte.
Im Fall der Gruppenvergewaltigung beim Club Hans Bunte im Oktober 2018 gehen die Ermittler jetzt einem neuen Hinweis nach. Auf einem in einem Drogenverfahren konfiszierten Smartphone stießen die Fahnder auf einen Chat, in dem sich der Handybesitzer mit einem der Angeklagten im Fall der möglichen Gruppenvergewaltigung über ein angeblich über die Tat gedrehtes Video unterhalten haben soll. Auf dem Smartphone des Angeklagten hat die Kripo nichts gefunden, offensichtlich auch keine Spuren von gelöschtem Filmmaterial. Die Ausdrucke der Chatprotokolle hat die Staatsanwaltschaft bei der Fortsetzung des Mammutprozesses an den Vorsitzenden Richter Stefan Bürgelin übergeben. Auf dem ebenfalls längst konfiszierten Handy des Angeklagten Jekar D. soll nun noch einmal nach dem Video gesucht werden, hieß es. Entsprechende Filmaufnahmen könnten möglicherweise entscheidende Informationen zum Ablauf der Tat liefern.
Quelle: https://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/gibt-es-doch-ein-video-aus-der-tatnacht--182314746.html


melden

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

14.02.2020 um 19:50
Die letzten beiden Prozesstage waren möglicherweise entscheidend für den Ausgang des Verfahrens. Der Gutachter, ein äußerst angesehener Facharzt für Psychiatrie und Experte für substanzinduzierte Bewusstseinszustände, hat keinen Zweifel daran gelassen, dass die Version der Angeklagten nicht stimmen kann und alleine die Version des mutmaßlichen Opfers plausibel ist. Ich war bis zu diesem Zeitpunkt noch unsicher, ob es zu einer Verurteilung kommen wird, aber jetzt sieht es sehr wahrscheinlich danach aus. Auch das Nachtatverhalten der Frau - das Übernachten bei dem ihr unbekannten Mann, den sie als Retter wahrgenommen hat - sei durch die Droge erklärbar, die eben die Einschätzung von Gefahrensituationen erschwere.
Nach knapp neun teilweise zähen Verhandlungsmonaten ist der Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer zur Tatzeit 18 Jahre alten Frau im Umfeld der Diskothek "Hans Bunte Areal" in Freiburg in die entscheidende Phase gegangen: Der medizinische Gutachter Torsten Passie aus Hannover hat am Donnerstag geschildert, in welchem Zustand die 18-Jährige in der Tatnacht nach dem wohl erstmaligen Konsum von Ecstasy und dem Konsum mehrerer alkoholischer Getränke gewesen sein muss. Die These eines Teils der elf Angeklagten, die Frau habe völlig enthemmt den Sex mit ihnen regelrecht eingefordert, wurde dadurch pulverisiert.
Gutachter Passie erläuterte, wie der Alkohol- und Drogen-Cocktail in der Tatnacht auf die mutmaßlich Geschädigte in dem Fall gewirkt habe. Er schilderte das Bild einer hilflosen Frau ohne Bewusstsein für die Gefahr, in der sie schwebte, die nach dem Alkohol- und Ecstasy-Konsum in der Tatnacht eine um ein Vielfaches verschlechterte Körperkontrolle gehabt haben dürfte und sicherlich keinen Sexualdrang verspürt habe. In der gesamten Fachliteratur über MDMA, den Wirkstoff in Ecstasy-Pillen, gebe es keine Berichte, die eine übersteigerte sexuelle Lust nach dem Konsum des Rauschmittels stützen würden.
Quelle: Schwarzwälder Bote


melden

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

14.02.2020 um 21:26
Der oben zitierte Artikel war von gestern. Zum heutigen Prozessverlauf:
Im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen im Herbst 2018 in Freiburg hat der psychiatrische Gutachter Torsten Passie auch am zweiten Tag seiner Aussagen die Tatvorwürfe gegen die Angeklagten massiv untermauert. In der Aussage, die junge Frau habe freiwillig Sex mit ihren mittlerweile 19 bis 30 Jahre alten Peinigern gehabt und diesen sogar zielstrebig vorgehend eingefordert, sehe er "keinen Wahrheitsgehalt", sagte der Mediziner.
Quelle: Schwarzwälder Bote


Ich habe den Fall von Anfang an verfolgt und hatte bis vor kurzem den Eindruck, dass es in dubio pro reo auf viele Freisprüche hinauslaufen wird. Aber mit der eindeutigen Aussage des Gutachters ist nun glüklicherweise ein Schuldspruch zu erwarten.

Übrigens haben auch die Verteidiger der Angeklagten im Vorfeld der Aussage des Gutachters als entscheidend eingestuft. Insofern ist es auch nachvollziehbar, dass sie nun zum ersten Mal in diesem Prozess "nachdenklich" wirken sollen.
Passies fundierte und unmissverständliche Ausführungen sorgten am Freitag unter den Verteidigern im Gerichtssaal für nachdenkliche Gesichter.


melden

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

gestern um 22:47
Die Ausführungen von Passie haben die Schuld der Täter wirklich stark untermauert.
Heute wurde allerdings bekanntgegeben, dass ein weiterer Angeklagter auf Kaution freigekommen ist, was in Deutschland alles andere als typisch ist, wenn ein dringender Tatverdacht besteht.
Der Haftbefehl gegen den 20-Jährigen wurde am Dienstag gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, wie das Landgericht Freiburg am Donnerstag mitteilte. Er muss sich demnach zweimal pro Woche bei der Polizei melden. Außerdem musste eine Kaution gezahlt werden.
https://www.badische-zeitung.de/angeklagter-im-hans-bunte-fall-auf-freiem-fuss-tatverdacht-besteht-weiter

Das ist für mich völlig unverständlich. Gerade da das Verfahren vorraussichtlich im Mai enden wird und die Tatverdächtigen ja nun größtenteils seit Oktober 2018 in Haft sind.


melden

Gruppenvergewaltigung in Freiburg

heute um 09:03
nilsm schrieb:Das ist für mich völlig unverständlich. Gerade da das Verfahren vorraussichtlich im Mai enden wird und die Tatverdächtigen ja nun größtenteils seit Oktober 2018 in Haft sind.
Du hast gerade einen Grund für diese Haftentlassung genannt. Er ist schon seit Oktober 2018 in Haft. Hier kommt es dann auf die voraussichtliche individuelle Strafe an. Eine Entlassung aus der U-Haft ist dann erforderlich, wenn die Strafe nicht mehr viel höher ausfallen wird, wie die U-Haft. Bei langen Prozessverfahren ist das daher notwendig. Ein Häftling kann frühestens nach 1/2 der Haftzeit in der Regel nach 2/3 einen Antrag stellen. Dann wird geprüft, ob er frühzeitig unter Auflagen aus der Haft entlassen werden kann. Das muss bei der U-Haft natürlich auch berücksichtigt werden, sonst wird er bei langen Prozessverfahren ungerechtfertigt benachteiligt. Auch kann es sein, dass trotz Verurteilung der Staat demjenigen Haftentschädigung zahlen müsste. Es kommt hier sicher auch auf den Tatanteil an.
Und wenn dann die Strafe durch das Urteil doch deutlich höher ausfällt, als die Länge der U-Haft, dann wandert er halt wieder ins Kittchen. Das Gericht wird aber schon eine Vorstellung der Strafe haben, deshalb wird das nicht eintreten.


melden

Bleib auf dem Laufenden und erhalte neue Beiträge in dieser Diskussion per E-Mail.


Oder lad dir die Allmystery App um in Echtzeit zu neuen Beiträgen benachrichtigt zu werden:

Ähnliche Diskussionen

415 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery empfiehlt
Brave
Browser
Ein neuer Browser, der deine Privatsphäre schützt und standardmäßig Werbeanzeigen blockiert.
ausprobieren
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Detektiv Börse7 Beiträge