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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

147 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Australien, Backpacker, Byron Bay, Rucksacktourist

Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 16:34
Théo Hayez (18) verschwand in der der Nacht von 31.05. auf 01.06. 2019 im australischen Touristenort Byron Bay, nachdem er aus einem Lokal verwiesen wurde. Sein Bewegunsprofil auf Google Maps deutet stark darauf hin, dass er sich in Begleitung einer bisher unbekannten Person befand, bevor er spurlos verschwunden ist.

Wer ist Théo Hayez?

Théo Hayez ist ein angehender Student aus Brüssel, der nach seinem Abitur 7 Monate lang als Backpacker in Australien unterwegs war, bevor er verschwand.
Am 12. November 2018 kam Théo in Australien an und verbrachte die erste Zeit bei seinem Patenonkel, der in Melbourne lebt. Danach reiste er durch Australien, teilweise arbeitete er dabei auch, unter anderem beim Tennisturnier Australian Open, auf einer Farm und in einer Gärtnerei. Manchmal war er alleine unterwegs, manchmal auch mit anderen Backpackern, oder seiner Cousine Lisa Hayez.

Er wird als jemand beschrieben der immer sehr planmäßig vorgeht. Er hielt regelmäßig Kontakt zu seiner Mutter in Belgien. Laut seiner Cousine Lisa, ist er im Gegensatz zu vielen anderen Backpackern nicht sonderlich an Alkohol, Drogen und Parties interessiert. Im ging es mehr darum das Land und die Leute kennenzulernen und Zeit mit Freunden und Verwandten zu verbringen. Nach Byron Bay reiste er alleine, es war die letzte Etappe vor seiner Heimreise. Für den 3. Juni hatte er ein Busticket von Byron Bay nach Sydney. Er wollte sich noch einmal mit seinem Patenonkel treffen und am 13. Juni nach Belgien zurückkehren. Obwohl er die Zeit in Australien genoss, freute er sich darauf nach Brüssel zurückzukehren und sein Studium in Maschinenbau zu beginnen. Théo hat eine Freundin in Brüssel, aber es war abgemacht dass sie während seiner Zeit in Australien eine Beziehungspause einlegen.

Byron Bay

Byron Bay ist eine Kleinstadt am östlichsten Punkt des australischen Kontinents, ca. 2 Stunden von Brisbane und 9 Stunden von Sydney entfernt. Aufgrund der schönen Strände ist Byron Bay ein beliebtes Reiseziel, das für seine guten Surf- und Tauchplätze bekannt ist. Der Ort hat in Australien einen alternativen Ruf, da viele Künstler und Aussteiger sich hier niedergelassen haben. In den letzten Jahren haben auch viele Reiche und berühmte Australier Villen in Byron Bay errichtet. Für viele Rucksacktouristen ist Byron Bay ein Fixpunkt auf ihrem Australien Trip, oft halten sich in der Stadt mehr Touristen als Einheimische auf, dementsprechend hat der kleine Ort ein aktives Nachtleben. Mai und Juni sind nicht die Hauptreisezeit, die Nacht in der Théo verschwand war mit 9° Grad eine der kühlsten des Winters.

Théos letzte Stunden vor dem Verschwinden

Am 29. Mai kommt Théo in Byron Bay an und checkt im Wake Up! Hostel ein. Zu Fuß sind es von dort ca. 20 Minuten bis ins Ortszentrum. Am Abend des 31. Mai nimmt Théo zusammen mit einem anderen Backpacker den er im Hostel kennengelernt hat und der ebenfalls aus Brüssel kommt einen Shuttle Bus ins Zentrum und kauft in einem Geschäft eine Flasche Wein. Laut einem Überwachungsvideo war dies um 20:45 Uhr. Danach fahren die beiden mit dem Bus wieder zurück in ihr Hostel, wo sie sich den Wein mit anderen Gästen im öffentlichen Bereich des Hostels teilen. Danach fährt Théo zusammen mit anderen Gästen des Hostels mit dem Shuttle Bus ins Zentrum, wo sie sich ins Lokal Cheeky Monkey begeben. Es war ein eher ruhiger Abend, das Lokal war nur zu ca. einem Viertel gefüllt. Um 23 Uhr wird Théo dann von einem Mitarbeiter des Sicherheitspersonals des Lokals verwiesen. Laut dem Angestellten geschah dies weil Théo betrunken war, alle befragten Zeugen sagten aber aus dass sie nicht den Eindruck hatten das er betrunken war, außerdem verhielt er sich zu diesem Zeitpunkt völlig ruhig, was auch auf Aufnahmen der Überwachungskamera zu sehen ist, die seiner Familie von der Polizei gezeigt wurden. Ohne sich zu beschweren folgt Théo den Anweisungen des Personals und verlässt das Lokal. CCTV Aufnahmen zeigen wie er sich zu Fuß vom Lokal entfernt.

Théo verschwindet

Vieles was nach dem verlassen des Lokals passiert ist seltsam und unerklärlich. Da der Familie das Passwort für seinen E-Mail Account bekannt ist, konnten sie viele seiner Passwörter zurücksetzen und so an sehr viele Daten gelangen, unter anderem auch auf sein Bewegungsprofil auf Google Maps. Es dauerte allerdings einige Zeit bis diese Daten an die Polizei weitergeleitet werden konnten.

Théo gibt die Adresse des Hostels in Google Maps ein und schreibt mehrere What´s App Nachrichten an Freunde, während er sich zu Fuß auf den Weg macht. Der Weg den er nimmt gibt Rätsel auf, anstatt Richtung Hostel geht er nämlich in die entgegengesetzte Richtung, überprüft auf Google Maps aber immer wieder wo er sich gerade befindet. Er bleibt nicht auf der beleuchteten Haupstrasse auf der sich viele Lokale befinden, sondern geht in ein Wohngebiet, in dem Nachts nichts los ist. Er bleibt sieben Minuten lang stehen, bewegt sich dann im Laufschritt über einen Sportplatz und biegt in einen unbeleuchteten Weg ein der sich durch Buschland Richtung Strand schlängelt. Er bleibt aber nicht nicht auf diesem Weg, sondern weicht vom Weg ab und bewegt sich in erstaunlich hohem Tempo quer durch das Gestrüpp bis er am Strand ankommt. Er spaziert eine Weile am Strand entlang, entfernt sich dann aber vom Strand und geht zurück Richtung Buschland. Dort bleibt er ein paar Minuten stehen, um dann wieder zum Strand zurückzugehen. Er geht den Strand entlang bis er an steilen Klippen unterhalb eines Leuchtturms ankommt. Diese Gegend heißt Cozy Point, am Strand halten sich Nachts oft Menschen auf um zu feiern. Théo hält sich mehrere Stunden lang am Tallow Beach in Cozy Point auf, schreibt weiterhin Nachrichten und schaut sich ein Youtube Video an. Dann verliert sich seine Spur.

Die Suche nach Théo

Nachdem das Verschwinden von Théo auffällt konzentriert sich die Suche der Polizei zunächst auf den Bereich zwischen Cheeky Monkey und Wake Up! Hostel. Es vergeht wichtige Zeit bis überhaupt dort gesucht wird wo sich Théo als letztes aufgehalten hat, da es einige Tage dauert bis die Familie Zugriff auf das Bewegungsprofil erhält.

Für einen Ortsunkundigen sei es unmöglich sich im Dunkeln so zielstrebig quer durch das Buschland zum Strand zu bewegen wie Théo das laut den Google Daten getan hat, und ein Tourist würde auch gar nicht auf die Idee kommen sich im Dunkeln durch das Gestrüpp zu kämpfen, deshalb gehen viele Einheimische und auch seine Familie davon aus dass Théo in Begleitung eines Ortskundigen war.

Die Polizei hat die Suche nach Théo und die Ermittlungen abgeschlossen. Sie geht davon aus das Théo versucht hat die Klippen zum Leuchtturm hinauf zu klettern und dabei ins Meer gestürzt ist. Eine These die von vielen Einheimischen als unrealistisch angesehen wird, da es sehr unwahrscheinlich ist das jemand versucht im Dunkeln die Klippen hinauf zu klettern. Viele Einheimische in Byron Bay kritisieren die Ermittlungen der Polizei und haben sich über soziale Medien mit seiner Familie und Freunden zusammengeschlossen und suchen nach wie vor nach Théo.

Einen Großteil meiner Informationen habe ich von dem Podcast The Lighthouse, der in enger Zusammenarbeit mit der Familie und an der Suche beteiligter Freiwilliger von der Tageszeitung The Australien produziert wird. Dort werden auch viele weitere interessante Details und Ermittlungsansätze genannt, denen Journalisten und mittlerweile auch ein Privatdetektiv nachgehen. Ich empfehle allen die die sich an der Diskussion über diesen Fall beteiligen möchten, sich den Podcast anzuhören.

Link zum Podcast The Lighthouse

Zwei Links zu Zeitungsartikeln mit Videos der Überwachungskameras und Kartenmaterial.

https://www.msn.com/en-au/news/australia/new-phone-data-reveals-search-for-missing-belgian-backpacker-theo-hayez-was-in-...

https://www.mamamia.com.au/theo-hayez-news/

Link zu einer Seite die von der Familie eingerichtet wurde

https://lookingfortheohayez.wixsite.com/theohayez


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trailhamster
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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 17:03
Als Indizien für foul play haben wir die Annahme der ortsunkundigen und emotional voreingenommen Familie, der Verschwundene habe nicht so straight den Weg durch den Busch zum Meer finden können. Und ausserdem haben wir das Unverständnis von Einheimischen, dass jemand nachts auf die Klippen klettert.
Da halte ich bis auf weiteres das Szenario der Polizei für plausibler. Alkohol, Drogen und Wasser vertragen sich nicht.


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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 18:01
@trailhamster

Die Einschätzung dass es für einen ortsunkundigen extrem schwer wäre den Weg genau so und in der selben Zeit zurückzulegen kommt nicht von der Familie sondern von Einheimischen. Auch nachdem mittlerweile viele Menschen im Selbstversuch die Strecke abgelaufen sind kann sich niemand so richtig erklären wie ein Tourist auf die Idee kommt sich dort Nachts durch das Gestrüpp zu schlagen.

Es gibt noch ein paar andere Indizien die darauf hinweisen könnten dass er nicht alleine unterwegs war:

- An dem Platz im Wohngebiet an dem er sieben Minuten lang stehen bleibt halten sich am Freitag Abend oft Jugendliche auf.
- In dem Buschland halten sich Obdachlose auf, einige davon haben sich dort provisorische Behausungen errichtet. Es gibt einen Obdachlosen der dort schon seit Jahren eine Unterkunft bewohnt. Die Route macht einen Bogen um dessen Camp. Viele glauben nicht dass dies zufällig passiert ist.
- Genau an der Stelle an der Théo aus dem Gestrüpp kommt verläuft ein Trampelpfad durch die Dünen zum Strand. Direkt neben diesem Trampelpfad bewohnte ein anderer Obdachloser zu diesem Zeitpunkt eine Behausung. Dieser Obdachlose verschwand kurz nach dem Verschwinden von Théo und konnte seither nicht kontaktiert werden.

Es gibt nichts dass darauf hindeutet das Théo Drogen konsumiert hat oder sonst irgendwie geistig beeinträtigt gewesen wäre.


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04.01.2020 um 18:21
misfit schrieb:Théo hält sich mehrere Stunden lang am Tallow Beach in Cozy Point auf, schreibt weiterhin Nachrichten und schaut sich ein Youtube Video an. Dann verliert sich seine Spur.
Was ist damit gemeint, das sich seine Spur verliert? Bedeutet das, das das Handy ab da ausgeschaltet wurde und somit keine weiteren Bewegungen mehr registrieren konnte?


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04.01.2020 um 18:22
Vielen Dank für den informativen, gut strukturierten Eingangspost. Ich kannte den Fall noch nicht.

Den Podcast kann ich mir gerade nicht anhören und vermutlich würden auch zu viele Details untergehen, da ich nur gut englisch spreche, auf Schulniveau.

In den Links habe ich den Verweis aus dem Club nicht finden können, das wäre nochmal sehr interessant. Ich konnte nur die kurze Videosequenz ausmachen auf der er allein auf der Straße unterwegs ist, mit gesenktem Kopf aufs Smartphone gerichtet und trotz dessen, dass er zudem noch Wein getrunken hat, sich recht sicher bewegt. Sicher tut frische Luft sein übriges- aber er erscheint mir nicht volltrunken, sondern gut orientiert - was einen Rausschmiss aus einem Club erst einmal (ohne nähere Informationen) nicht rechtfertigt.


Kannst du noch einige Details aus den Links heraus arbeiten?

-Er hat sich wohl in dem Bushland zielsicher um eine Behausung eines Obdachlosen herum bewegt,
was daraus schließen lässt, dass ein Einheimischer dabei gewesen ist, der ihn leitete.
Eine weitere Behausung eines zweiten Obdachlosen ließ er ebenfalls aus - dieser verschwand ebenfalls.

-Es wurde wohl sein Cap gefunden, an dem sich angeblich keine DNA befunden hat und deswegen ihm letztlich polizeilich nicht zu geordnet wurde.
Seine Familie identifizierte es aber als seines und er trägt auch auf dem Video ein solches.

'Was war mit den Adidas Schuhen ?


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marlonc
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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 18:54
@misfit
Hallo misfit. Danke für das teilen des Beitrags. Der Fall interessiert mich, weil ich selbst mal in Australien war. Ich werde mal versuchen, einen etwas besseren Überblick über die geographische Lage zu geben. Wenn man die hat, dann weiß man auch, dass die Theorie der Polizei, jedenfalls für Ortskundige, seltsam erscheint.


Byron Bay

Die Route mit den blauen Punkten ist der Weg, den Theo vom Lokal zu seinem Hostel zu Fuß hätte nehmen müssen. Die roten Striche zeigen den Weg, den er laut der Beschreibung ungefähr genommen haben müsste. Es wird gesagt, er sei über einen Sportplatz gejoggt. Der rote von mir gezeichnete Weg verläuft deshalb einmal nach oben und dann wieder dann unten, weil er nur so über den Sportplatz kommt. Eine Straße weiter unten wäre er am Sportplatz vorbei. Das orangene ist der Milne Track, der wegen der Auflösung nicht angezeigt wird, den er zunächst Richtung Strand genommen haben soll, sich aber von dort aus dann durchs Buschland (wieder rote Striche) an den Tallow Beach durchgekämpft hat.
Das eingekreiste rechts oben ist der Leuchtturm. Der Bereich direkt "darunter" (von mir grau schraffiert) ist sehr felsig und auch steil. Da gibt es unten auch keinen Strand oder so etwas wo man sich aufhalten könnte. Es geht direkt felsig bis ins Meer.

Hier sieht man das sehr gut:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Byron_Bay_Lighthouse,_Beach_and_Hinterland_in_the_Northern_Rivers,_NSW,_Australia.jpg

Darum gehe ich davon aus, dass mit "unterhalb des Leuchtturms" das obere Ende des Tallow Beach gemeint ist. Von da aus zum Leuchtturm ist es aber nicht felsig, sondern es ist ein ungefährlicher Anstieg bestehend aus Gras, Büschen und Bäumen, wie man hier sehen kann.

https://www.poseidonsreach.com/australia/byronbay/h84D419FD#h84d419fd

Wenn Theo das versucht hätte, hätte er sicher zur Orientierung sein Handy genutzt, wie auch vorher und da hätte er im Prinzip relativ einfach hochlaufen können. Irgendwann wäre er dann an den Rundweg mit Zaun (auf dem Foto blau markiert) gekommen, wo er einfach hätte drüberklettern können und dann hätte er dem Rundweg bis zum Byron Beach (mittig bis links im Bild) folgen können und am Strand entlang quasi bis nach Hause. Es wäre aber keine Abkürzung gewesen, er hätte ja auch den Tallow Road zurück nehmen können (der Weg durchs Buschland oberhalb des Milne Track).

Vorab zur Gesamtsituation (Jahreszeit, Örtlichkeit, Nachtleben):
In Australien wird es in deren Winter sehr früh stockduster. Von den Einheimischen ist dann so gut wie niemand mehr auf den Straßen. Ein richtiges Nachtleben wie hier habe ich dort so gut wie garnicht erlebt. Das gibt es wirklich nur in den größten Städten (Sydney, Melbourne), ansonsten besteht es eher aus alternativen Menschen und Touristen (überschneidet sich auch oft). Im Winter sind die Temperaturen auch eher sehr frisch (gerade Abends/Nachts). Im Winter/Frühjahr war auch tagsüber geschweige denn nachts so gut wie niemand an den Stränden, wo auch immer ich war. Ab und zu gab es mal Angler, Spaziergänger mit Hunden, ganz ganz selten mal Surfer oder Jetskifahrer. Das Nachtleben auch in Touristenorten beschränkte sich zu der Zeit wirklich auf die vorhandenen Bars/Restaurants.
Wenn zu der Zeit jemand in Byron Bay am Strand rumhinge, dann wären das mMn am ehesten Romantiker oder unheimliche Gestalten.

Dass Theo grundsätzlich zum Strand gelaufen ist, kann ich mir vorstellen. Es war 23 Uhr. Für junge abenteuerfreudige Leute keine sehr späte Zeit, vielleicht hatte er vor, nochmal die andere Seite der Stadt zu sehen bzw. den Stand dort zu besuchen, weil er vorhatte am nächsten Tag weiterzufahren oder so.

Laut allen Zeugen, die befragt wurden, hat Theo nicht viel Interesse an Alkohol oder Parties und hat auch keinen betrunkenen oder lauten Eindruck gemacht, als er gehen musste. Ich gehe eher davon aus, dass dem Security eine Laus über die Leber gelaufen ist oder ihm seine Nase nicht passte oder so etwas.
Ich vermute also Erkundungsdrang als Grund für seinen Ausflug. Möglicherweise traf er tatsächlich spontan jemand anders (vielleicht ein Mädchen? ein anderer Backpacker?) und sie taten sich spontan zusammen. Den Plan hat er aber vermutlich allein gehabt, weil wieso wäre er sonst direkt vom Lokal in die andere Richtung gelaufen? Dass es seine Idee war, sich durchs Buschland zu kämpfen, das kann ich mir wiederum schwer vorstellen.
Als Tourist bekommt man sehr schnell mit, dass es in Australien sehr viele extrem giftige Schlangen gibt, auf die man sehr unerwartet treffen kann. Man wird immer gewarnt und darauf hingewiesen, niemals die Wege zu verlassen. Wenn man das tut, dann weiß man eigentlich, dass man auf jeden Fall vernünftige Trekkingschuhe braucht, weil die wenigstens einen kleinen Schutz bieten vor einem Schlangenbiss. Noch schlimmer sind aber auch extrem giftige Spinnen, die ja gerade in hohen Gräsern und Büschen überall hocken können. Wenn Theo wirklich so vernünftig war, wie beschrieben, kann ich mir bei aller Abenteuerlust nur schwer vorstellen, dass er sich nachts plötzlich anfängt durch dichtes Gras-/Buschwerk zu schlagen.

Eher könnte ich mir vorstellen, dass er überredet wurde "hier, komm hier lang, ich kenn mich hier aus, da gehts zum Strand". Mit einer anderen Person (oder einem Mädchen) kann man schonmal ein paar Stunden am Strand verbringen um zu quatschen oder so. Dass jemand ortskundiges dabei war halte ich für sehr wahrscheinlich, da wie in den anderen Beiträgen beschrieben, er zwei Behausungen von Obdachlosen umgangen hat, als wüsste er, dass diese sich dort befinden.

Dann ist aber die Frage, was dann passiert ist? Die Theorie der Polizei halte ich jedenfalls nicht für naheliegend und kann gut verstehen, wieso die Familie und viele Einheimische das Ablehnen.

Natürlich hab ich in meiner Zeit dort erlebt, dass wirklich sehr viele Backpacker sich öfter mal einen Vorrat an so größeren Tüten mit Alkohol gekauft und sich damit total abgeschossen haben. Es gab auch genügend Geschichten, was dann so alles passiert ist. Dazu gehörte auch natürlich Schwimmen gehen unter Alkoholeinfluss und nie wieder auftauchen. Aber das war meistens auch eine bestimmte Sorte an feier- und trinkwütigen Mitreisenden.

Theo schien nicht dazugehört zu haben. Auf der anderen Seite wurde ja seine Cap gefunden. Würde er schwimmen gehen, würde er die wohl als erstes am Strand lassen. In dem Fall hätte er sicher aber auch sein Handy und andere Sachen ausgezogen und zurückgelassen. Wurden die vielleicht alle von jemandem gestohlen, der das nicht zuordnen konnte? Das kann ich mir vielleicht noch am ehestens vorstellen. Aber wenn das so so wäre, wieso gab es dann keine weiteren Handysignale? Dafür gibt es ja nur die Möglichkeiten.

1. Das Handy ist im Wasser. Wieso sollte Theo aber mit Handy ins Wasser gehen?
2. Das Handy wurde gestohlen und ausgemacht, während Theo schwimmen wollte oder schon ertrunken war. (Eigentlich auch seltsam, denn die Ertrinkungsgefahr ist dort allgegenwärtig. Wenn man dann Kleidung samt Handy am Strand findet und niemand ist im Wasser zu sehen, dann müsste man eigentlich sofort misstrauisch werden und den Notruf wählen. Es sei denn, es ist einem egal oder man ist vielleicht aus einem bestimmten Grund nicht gut auf die Behörden zu sprechen.)
3. Etwas ist mit Theo passiert, was dazu führte, dass jemand anders sein Handy ausmachte und mitnahm.


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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 18:55
https://www.google.com/amp/s/www.dailymail.co.uk/news/article-7686975/amp/Man-claimed-kidnapped-Theo-Hayez-went-missing-...


Es blieb von dir soweit unerwähnt, dass es eine Nachricht an verschiedene Familienmitglieder von Theo und auch an seine Freundin in Belgien gab, Theo sei entführt worden, inkl. Geldforderung
Dazu passend wurde im Busch ein Stab/Schläger/Stock gefunden, augenscheinlich mit Blut behaftet, beschriftet mit "the judge".
Ich konnte kein Statement der Polizei dazu finden, der dieser Stab zur Untersuchung übergeben wurde


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marlonc
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04.01.2020 um 19:12
Das ist die Facebook-Nachricht, die der Vater von Theos Freundin von jemand unbekanntem bekam:

Facebook


https://www.dailymail.co.uk/news/article-7686975/Man-claimed-kidnapped-Theo-Hayez-went-missing-Byron-Bay.html

Andere Familienmitglieder bekamen ähnliche Nachrichten. Für die Familie und Freundin von Theo muss das wirklich furchtbar sein.
Laut Polizei wurde die Nachricht aus Südafrika geschickt. Jemand kann sich aber auch auf einen Proxy in Südafrika aufgeschaltet haben, damit es so aussieht.

Hier nochmal eine Karte von der Seite mit mehr Infos.

Karte


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otternase
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04.01.2020 um 19:16
Vielen Dank für die Eröffnung dieses Threads. Ein interessanter Fall.

Drei Anmerkungen dazu:

1) was die Google Maps Tracking Funktion angeht, speziell die Information, wo er länger gestanden hat oder aber wo er schnell gelaufen sein soll, wäre ich extrem vorsichtig mit: Google Maps, wie jede App, ist auf die Qualität der Daten des Smartphone GPS angewiesen. Viele Smartphones haben aber recht minderwertige GPS Hardware und generieren "Fakeinformationen", melden zB einer App nicht die Präzision einer Standortmeldung, ja melden sogar einer App, die den Standort abfragt, einen vor mehreren Minuten festgestellten Standort als "aktuell", statt "Standort unbekannt" zu melden, interpolieren Standortdaten zwischen langen Abschnitten ohne Messung oder extrapolieren aus vergangenen Daten, die einfach linear fortgeführt werden. Oder melden statt des GPS Standortes des Telefons plötzlich den Standort des nächsten Funkmasten, bei dem sie eingeloggt sind...
Also muss man mit sowas sehr vorsichtig sein.

2) wichtig für den Fall dürfte sein, warum sich seine Spur verliert. Wurde das Telefon dort abgeschaltet? War die Batterie leer? Oder wurde das Telefon dort beschädigt, zB bei einem Kampf? Und war es wirklich Theo, der das Telefon bis zum Schluss hatte? WhatsApp Nachrichten dürften noch relativ gut Rückschlüsse auf den Schreiber erlauben, ob das sein Stil war, aber Youtube schauen könnte auch jeder andere. Es könnte also durchaus sein, dass zu irgendeinem Zeitpunkt ihm zB. das Telefon gestohlen wurde und der weitere Wegverlauf gar nicht mehr der seine ist...

3) und natürlich wichtig wäre zu wissen, warum Theo des Clubs verwiesen wurde. Warum sollte Security jemanden verweisen, der keinen Stunk macht und nur mildly intoxicated ist? Gibt es nähere Infos dazu, auch von seinen Begleitern? Und wenn er wirklich verwiesen wurde wegen Trunkenheit, warum ist keiner seiner Begleiter auf die Idee gekommen, mit ihm gemeinsam zum Hostel zurückzukehren?
Was ich mir vorstellen könnte: er wurde nicht verwiesen, aber aufgrund seiner bereits vorhandenen Alkoholisierung wurde ihm kein Alkohol mehr ausgeschenkt, weshalb er aus eigenem Entschluss heraus die Lokalität verließ, in der Hoffnung, an anderem Ort weiterfeiern und auch weitertrinken zu können.

Eine Frage, die sich mir aufdrängt: ist bekannt, ob er schon in den acht Monaten zuvor irgendwann mal Byron Bay besucht hatte? Vielleicht mal auf Durchreise?
Ich könnte mir dann nämlich auch vorstellen, dass er so grob den Weg zum Strand kannte, mal im Hellen gelaufen war, vielleicht dort auch mit einem Einheimischen oder anderweitig Ortskundigen, anhand Navi-App sich zwar im Dunkeln immer mal nachorientieren musste, aber eben keineswegs zwingend an diesem Abend auch in Begleitung eines Ortskundigen gewesen sein muss. Oder es war ihm zuvor von einem Ortskundigen der Weg zum Strand gut beschrieben worden, sodass er aus der Erinnerung der Beschreibung und der Naviapp zusammen den Weg auch alleine problemlos fand.
Zudem, wenn er vorher schon mal da war, könnte er ja auch dort auf die Security des Lokals einen negativen Eindruck hinterlassen haben und der Grund für den Rausschmiss an dem Abend war nicht die aktuelle Intoxikation, sondern die Erinnerung der Security einen früheren Vorfall. (wobei ich aber annehme, dass die das dann auch der Polizei angegeben hätten)

Ansonsten noch: gerade weil Theo nicht besonders feier- und trinkwütig war, somit also auch nicht alkoholgewöhnt, halte ich einen alkoholbedingten Unfall, zB. einen Badeunfall am Strand, trotz der nicht übermäßigen Alkoholisierung durchaus für denkbar.


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marlonc
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04.01.2020 um 19:25
Karte
Nochmal zu diesem Bild. Was mir auffällt, er scheint zunächst Richtung Byron Beach zu gehen. Als er von dieser Richtung abweicht, rennt er. Vielleicht entdeckte er etwas oder jemanden oder fühlte sich bedroht, sodass er einfach davonrannte.

Das ändert aber nichts daran, dass er im Buschland an zwei Unterkünften von Obdachlosen vorbeinavigiert ist, als ob er wusste, das die dort wären. Das spricht mMn stark dafür, dass er nicht alleine war.
otternase schrieb:Es könnte also durchaus sein, dass zu irgendeinem Zeitpunkt ihm zB. das Telefon gestohlen wurde und der weitere Wegverlauf gar nicht mehr der seine ist...
Ja. Allerdings schrieb er um 12:20 auf Facebook mit einem seiner Freunde auf französisch über eine anstehend U2-Tour. Später dann um 5 vor 1 die letzte Nachricht mit "Merci" und Kussemoji an seine Schwester. Mindestens bis 12:20 scheint er es also noch gewesen zu sein.
An hour after leaving Cheeky Monkey's, at 12.20am, Hayez messaged a friend in French on Facebook, discussing an upcoming U2 Australian tour.

At 12.55am, Hayez sent his final message on WhatsApp to his stepsister, writing 'Merci' with a kiss emoji.
https://www.mamamia.com.au/theo-hayez-news/
otternase schrieb:Was ich mir vorstellen könnte: er wurde nicht verwiesen, aber aufgrund seiner bereits vorhandenen Alkoholisierung wurde ihm kein Alkohol mehr ausgeschenkt, weshalb er aus eigenem Entschluss heraus die Lokalität verließ, in der Hoffnung, an anderem Ort weiterfeiern und auch weitertrinken zu können.
Bitte an die Fakten halten. Der Security wurde befragt und sagte selbst er habe ihn rausgeworfen weil er betrunken gewesen sei.
otternase schrieb:Ansonsten noch: gerade weil Theo nicht besonders feier- und trinkwütig war, somit also auch nicht alkoholgewöhnt, halte ich einen alkoholbedingten Unfall, zB. einen Badeunfall am Strand, trotz der nicht übermäßigen Alkoholisierung durchaus für denkbar.
Wo sind dann in deiner Theorie seine Sachen hin? Ist er mit Handy ins Wasser obwohl nicht (mehr) alkoholisiert?

Interessant wäre, ob und wie lange in Australien Mobilfunkdaten gespeichert werden.


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marlonc
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04.01.2020 um 19:31
Ein weiteres Detail:
July 17th: Top forensic psychologist Tim Watson-Munro says believes Theo could have been the victim of an unknown serial killer, along with two 20-year-old backpackers who went missing on the NSW north coast months prior.
https://www.dailymail.co.uk/news/article-7686975/Man-claimed-kidnapped-Theo-Hayez-went-missing-Byron-Bay.html

Die beiden Fälle scheint es hier im Forum noch nicht zu geben, oder?


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04.01.2020 um 20:11
F.Einstoff schrieb:Was ist damit gemeint, das sich seine Spur verliert? Bedeutet das, das das Handy ab da ausgeschaltet wurde und somit keine weiteren Bewegungen mehr registrieren konnte?
Richtig, der letzte Ping kommt von einem Sendemast in dessen Einzugsgebiet sich Cozy Point befindet. Seither hat sich das Handy nirgendwo mehr eingeloggt.

@marlonc
Danke für das Einstellen der Karte und der Links zu den Fotos, so bekommt man gleich einen besseren Überblick.

@otternase
Alle von dir angesprochenen Punkte werden im Podcast besprochen, manche sehr ausführlich, manche nur recht kurz. Ich möchte mich nicht dazu äußern bis du dir alle Folgen des Podcast angehört hast.
msbarnaby schrieb:Es blieb von dir soweit unerwähnt, dass es eine Nachricht an verschiedene Familienmitglieder von Theo und auch an seine Freundin in Belgien gab, Theo sei entführt worden, inkl. Geldforderung
Das habe ich deshalb nicht erwähnt weil es sich dabei um die Tat eines Trittbrettfahrers handelt. Es liegen keinerlei Beweise vor die darauf hindeuten das sich Théo in der Gewalt von Entführern befindet.

Noch eine bitte an diejenigen die sich jetzt den Podcast von vorne bis hinten anhören. Ich habe mir den Podcast schon vor einiger Zeit angehört und dazwischen immer wieder auf unterschiedlichen Seiten im Internet über den Fall recherchiert, ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern welche Punkte in welcher Folge besprochen werden und welche Infos gar nicht im Podcast auftauchen. Es wäre sehr nett wenn jemand nach jeder Folge eine kurze Zusammenfassung der Folge mit den Punkten die darin besprochen werden schreiben könnte, so wie es zum Beispiel im Katrin Konert Thread gemacht wurde. Ich würde es ja selber machen, habe aber in den nächsten Tagen vermutlich nicht die Zeit mir noch mal alle Folgen anzuhören.


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04.01.2020 um 20:17
@marlonc auch ein sehr guter Beitrag, danke.

Ich kann mir gut vorstellen, dass er nach dem Verweis aus der Bar nicht agressiv war, es einfach hingenommen hat, aber nicht direkt ins Hostel zurück wollte. Er hat sich auf den Weg zum Strand gemacht, wollte wohl möglich nochmal die andere Seite des Ortes sehen, denn die Abreise stand ja schon fest. Ich war in dem Alter auch allein unterwegs (wenn auch nur einen Urlaub lang, jedoch als Frau) und ich bin auch spät abends noch ans Meer - da kann man einfach wundervoll den Kopf frei bekommen oder einfach nur "sein".
Auf dem Weg war er soweit fit, torkelte nicht, hat noch ein paar Whats app Nachrichten geschrieben.

Aus deinem Beitrag @marloc möchte ich dazu ein paar Stellen heraus arbeiten:
marlonc schrieb: Wenn Theo das versucht hätte, hätte er sicher zur Orientierung sein Handy genutzt, wie auch vorher und da hätte er im Prinzip relativ einfach hochlaufen können.
Irgendwann wäre er dann an den Rundweg mit Zaun (auf dem Foto blau markiert) gekommen, wo er einfach hätte drüberklettern können und dann hätte er dem Rundweg bis zum Byron Beach (mittig bis links im Bild) folgen können und am Strand entlang quasi bis nach Hause. Es wäre aber keine Abkürzung gewesen, er hätte ja auch den Tallow Road zurück nehmen können (der Weg durchs Buschland oberhalb des Milne Track).



Vorab zur Gesamtsituation (Jahreszeit, Örtlichkeit, Nachtleben):
In Australien wird es in deren Winter sehr früh stockduster. Von den Einheimischen ist dann so gut wie niemand mehr auf den Straßen. Ein richtiges Nachtleben wie hier habe ich dort so gut wie garnicht erlebt. Das gibt es wirklich nur in den größten Städten (Sydney, Melbourne), ansonsten besteht es eher aus alternativen Menschen und Touristen (überschneidet sich auch oft). Im Winter sind die Temperaturen auch eher sehr frisch (gerade Abends/Nachts). Im Winter/Frühjahr war auch tagsüber geschweige denn nachts so gut wie niemand an den Stränden, wo auch immer ich war. Ab und zu gab es mal Angler, Spaziergänger mit Hunden, ganz ganz selten mal Surfer oder Jetskifahrer. Das Nachtleben auch in Touristenorten beschränkte sich zu der Zeit wirklich auf die vorhandenen Bars/Restaurants.
Wenn zu der Zeit jemand in Byron Bay am Strand rumhinge, dann wären das mMn am ehesten Romantiker oder unheimliche Gestalten.

Dass Theo grundsätzlich zum Strand gelaufen ist, kann ich mir vorstellen. Es war 23 Uhr. Für junge abenteuerfreudige Leute keine sehr späte Zeit, vielleicht hatte er vor, nochmal die andere Seite der Stadt zu sehen bzw. den Stand dort zu besuchen, weil er vorhatte am nächsten Tag weiterzufahren oder so.

Laut allen Zeugen, die befragt wurden, hat Theo nicht viel Interesse an Alkohol oder Parties und hat auch keinen betrunkenen oder lauten Eindruck gemacht, als er gehen musste. Ich gehe eher davon aus, dass dem Security eine Laus über die Leber gelaufen ist oder ihm seine Nase nicht passte oder so etwas.

Ich vermute also Erkundungsdrang als Grund für seinen Ausflug. Möglicherweise traf er tatsächlich spontan jemand anders (vielleicht ein Mädchen? ein anderer Backpacker?) und sie taten sich spontan zusammen. Den Plan hat er aber vermutlich allein gehabt, weil wieso wäre er sonst direkt vom Lokal in die andere Richtung gelaufen?
Dass es seine Idee war, sich durchs Buschland zu kämpfen, das kann ich mir wiederum schwer vorstellen.
Als Tourist bekommt man sehr schnell mit, dass es in Australien sehr viele extrem giftige Schlangen gibt, auf die man sehr unerwartet treffen kann. Man wird immer gewarnt und darauf hingewiesen, niemals die Wege zu verlassen. Wenn man das tut, dann weiß man eigentlich, dass man auf jeden Fall vernünftige Trekkingschuhe braucht, weil die wenigstens einen kleinen Schutz bieten vor einem Schlangenbiss. Noch schlimmer sind aber auch extrem giftige Spinnen, die ja gerade in hohen Gräsern und Büschen überall hocken können. Wenn Theo wirklich so vernünftig war, wie beschrieben, kann ich mir bei aller Abenteuerlust nur schwer vorstellen, dass er sich nachts plötzlich anfängt durch dichtes Gras-/Buschwerk zu schlagen.


Eher könnte ich mir vorstellen, dass er überredet wurde "hier, komm hier lang, ich kenn mich hier aus, da gehts zum Strand". Mit einer anderen Person (oder einem Mädchen) kann man schonmal ein paar Stunden am Strand verbringen um zu quatschen oder so. Dass jemand ortskundiges dabei war halte ich für sehr wahrscheinlich, da wie in den anderen Beiträgen beschrieben, er zwei Behausungen von Obdachlosen umgangen hat, als wüsste er, dass diese sich dort befinden.

Dann ist aber die Frage, was dann passiert ist? Die Theorie der Polizei halte ich jedenfalls nicht für naheliegend und kann gut verstehen, wieso die Familie und viele Einheimische das Ablehnen.

Natürlich hab ich in meiner Zeit dort erlebt, dass wirklich sehr viele Backpacker sich öfter mal einen Vorrat an so größeren Tüten mit Alkohol gekauft und sich damit total abgeschossen haben. Es gab auch genügend Geschichten, was dann so alles passiert ist. Dazu gehörte auch natürlich Schwimmen gehen unter Alkoholeinfluss und nie wieder auftauchen. Aber das war meistens auch eine bestimmte Sorte an feier- und trinkwütigen Mitreisenden.

Theo schien nicht dazugehört zu haben. Auf der anderen Seite wurde ja seine Cap gefunden. Würde er schwimmen gehen, würde er die wohl als erstes am Strand lassen. In dem Fall hätte er sicher aber auch sein Handy und andere Sachen ausgezogen und zurückgelassen. Wurden die vielleicht alle von jemandem gestohlen, der das nicht zuordnen konnte? Das kann ich mir vielleicht noch am ehestens vorstellen. Aber wenn das so so wäre, wieso gab es dann keine weiteren Handysignale? Dafür gibt es ja nur die Möglichkeiten.

1. Das Handy ist im Wasser. Wieso sollte Theo aber mit Handy ins Wasser gehen?
2. Das Handy wurde gestohlen und ausgemacht, während Theo schwimmen wollte oder schon ertrunken war. (Eigentlich auch seltsam, denn die Ertrinkungsgefahr ist dort allgegenwärtig. Wenn man dann Kleidung samt Handy am Strand findet und niemand ist im Wasser zu sehen, dann müsste man eigentlich sofort misstrauisch werden und den Notruf wählen. Es sei denn, es ist einem egal oder man ist vielleicht aus einem bestimmten Grund nicht gut auf die Behörden zu sprechen.)
3. Etwas ist mit Theo passiert, was dazu führte, dass jemand anders sein Handy ausmachte und mitnahm.
Also ich vermute es so:
er wollte nicht direkt zum Hostel, sondern noch ein bisschen spazieren gehen. Ausnüchtern, noch was sehen, einfach "sein".
Er war ein lebenslustiger, offener Typ, freute sich auf daheim. Hatte also vermutlich keine Suizidabsichten, sondern ist potentiell verunglückt.

Wir wissen nicht, ob sein Akku leer ging und er deswegen nicht direkt navigierte, sondern durchs Bushland stolperte. Oder ob er auf jemandem traf, der ihn da durch lotste. Wir wissen aber, dass dieser Weg eingeschlagen wurde und auch gezielt um die Camps herum verlief. Sein Cap wurde da gefunden und auch dieser Stock mit Blut.

Also ist er entweder dort überfallen und verletzt worden - dann fehlt aber seine Leiche-
oder aber er hat sein Cap auf dem Weg da durch nur einfach verloren und der Stock hat nichts damit zu tun.
Dann kam er eben selbst (und nicht nur ein gestohlenes Handy) auf der anderen Seite wieder heraus und an dem Strand / den Klippen an.

Ab da ist wieder unklar- hat ihn jemand überfallen, verletzt und verscharrt
oder ihn im anfänglichen Einvernehmen ermutigt, zu schwimmen oder zu klettern und er ist dabei verunfallt.


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otternase
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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 20:30
marlonc schrieb:Bitte an die Fakten halten. Der Security wurde befragt und sagte selbst er habe ihn rausgeworfen weil er betrunken gewesen sei.
okay, dann dürfte er aber schon deutlich stärker besoffen gewesen sein, als es auf den Bildern der Überwachungskameras den Eindruck macht. Oder er ist irgendwie anders auffällig geworden, zB durch das, was er sagte. Vielleicht kannst Näheres dazu sagen, wie schnell in Australien die Security beim Rauswerfen ist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Club gleich zu diesem Mittel greift, wenn jemand nur mild betrunken ist und keinen Ärger macht. Es muss einen anderen Grund dafür gegeben haben, der wahrscheinlichste, dass er eben doch viel stärker betrunken war als es auf den Bildern den Eindruck macht.

Was mich dabei irritiert: er war ja nicht allein unterwegs, was haben seine Begleiter gemacht, als er rausgeworfen wurde? Haben die noch miteinander gesprochen, sich verabschiedet, hat er denen gegenüber gesagt, was er nun machen wolle? Und wenn er wirklich so heftig besoffen war, warum hat keiner seiner Begleiter den Gedanken gehabt, ihn zum Hostel zurückzubegleiten oder zumindest ihm ein Taxi zu rufen?
marlonc schrieb:Wo sind dann in deiner Theorie seine Sachen hin? Ist er mit Handy ins Wasser obwohl nicht (mehr) alkoholisiert
in der Theorie hätte er Kleidung und Handy am Strand liegen gelassen, bevor er ins Wasser ging, und dort wären sie von einem zufällig Vorbeikommenden, geklaut worden. Daher auch mein Hinweis, dass der Weg von Handy und von Theo nicht ganz bis zum Schluss identisch sein müssen, der Dieb könnte das Handy dann vielleicht benutzt haben, um Youtube zu schauen, bis der Akku leer war...


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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 20:39
Auch, wenn er zu dem Zeitpunkt der Reise seine feste Beziehung pausiert hatte, kann ich mir nicht vorstellen, dass er da nachts spontan ein Mädchen aufgerissen hat (in 7 Minuten, die er irgendwo stand) und mit ihr schwimmen gegangen ist, die ihn dann auch noch verunglücken lässt und keine Hilfe holt oder mit verunfallt. Das klingt zu weit hergeholt für mich.

Das naheliegenste ist meistens das richtige.
Heißt am ehesten, er wollte zum Strand.
Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

Er war alleine. In den Minuten, in denen er irgendwo allein stand hat er recherchiert, welche Wege er nehmen kann. Er entschied sich für den durch den Busch. Auf einem der Fotos sieht der Eingang dazu parkähnlich aus. Er merkte also erst mittendrin, dass es unwegsam war. Hatte aber sein Handy als Lichtquelle. Wo es ging, joggte oder lief er, verlor dabei dein Cap. Die Camps der Obdachlosen umlief er einfach zufällig. Am Ende schaffte er es raus, war erschöpft und erleichtert, wollte sich nach dem beschwerlichen Weg mit dem Ausblick entlohnen, rutschte auf den Felsen ab, stürzte ins Meer und wurde fortgetrieben.

Möglichkeit zwei: er traf auf jemandem, quatschte einige Minuten mit dem jenigen, dieser bot ihm an, ihn durch den Busch zum Strand zu bringen. Dieser navigierte ihn um die Camps herum, weil er sich auskannte und hatte aber letztlich nicht nur Gutes mit ihm vor. Er überfiel ihn und entledigte sich (ohne Spuren zu hinterlassen) der Leiche und auch des Smartphones und man hat ihn, genauso wenig wie den Rest von Theo, bis heute gefunden.


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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 20:45
otternase schrieb:Was mich dabei irritiert: er war ja nicht allein unterwegs, was haben seine Begleiter gemacht, als er rausgeworfen wurde? Haben die noch miteinander gesprochen, sich verabschiedet, hat er denen gegenüber gesagt, was er nun machen wolle? Und wenn er wirklich so heftig besoffen war, warum hat keiner seiner Begleiter den Gedanken gehabt, ihn zum Hostel zurückzubegleiten oder zumindest ihm ein Taxi zu rufen?
Das irritiert mich auch, genauso wie die Tatsache, dass er erst am 06.06. durch das Hostel vermisst wurde, weil er da nicht wie geplant auscheckte, aber man seinen Pass und all seine Sachen noch im Zimmer vorfand! Heißt seit der Nacht 31.05. haben weder die Hostel Mitarbeiter, noch die anderen Reisenden ihn vor Ort vermisst und auch die Angehörigen, bei denen er sich die Tage dazwischen nicht gemeldet hat, haben nicht versucht, im Hostel nachzufragen - sonst wäre vorher ja schon das Zimmer geöffnet worden


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otternase
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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 21:04
nochmal eine andere Frage: wäre es nicht gut denkbar, dass Theo unter Einfluss einer Droge stand? Angenommen, jemand hat ihm irgendwas in sein Glas geschüttet, Acid, XTC oder irgendwas anderes (ich kenne mich damit nicht aus, vielleicht kann hier jemand besser einschätzen, was das gewesen sein könnte, KO-Tropfen ja eher nicht). Die Security hat sein durch diese Droge verursachtes auffälliges Verhalten dann fälschlich als betrunken eingeschätzt und ihn rausgeworfen, obwohl seine Körperkoordination durch die Droge nicht stark beeinträchtigt war. Es wäre dann wohl eine aufputschende und beglückende Droge gewesen, die dann auch erklären würde, warum er plötzlich sich dazu entschied, noch zum Strand zu laufen, warum er dabei unvorsichtig war und trotz der allgemein bekannten Gefahren durch Buschland lief, warum er streckenweise sehr schnell lief. Und es könnte dann auch erklären, warum er dann vielleicht ins Wasser gegangen oder auf Felsen geklettert ist, sich überschätzt hat.


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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 21:08
Wenn es mit den Türsteher abgesprochen war ihn 'raus zu holen'? Er geht ja unbekümmert raus und die Begründung das er gehen muss scheint ja ein Vorwand zu sein.

Also angenommen er hat keine Lust auf einen Abend mit den anderen und Alkohol ... was würde das für den weiteren Verlauf heißen?

Natürlich kann man sagen das man einfach nein sagt aber man möchte ja ggf nicht der Langweiler sein oder hat sich überreden lassen.

Ein Schritt weiter könnte er ja dann im Handy die Adresse von Hotel als Route gespeichert haben damit er weiß wo er hin müsste nach Hause. Das mach ich auch schon Mal als Vorbereitung. Da er aber vllt keine Lust hatte auf die Anderen da er verabredet war und deswegen gezielt raus wollte, müsste der Türsteher helfen und dann ging er zu einem Treffpunkt (ließ dabei die Route zum Hotel einfach eingetippt).

Natürlich nur alles spekuliert von mir.


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marlonc
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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 21:10
otternase schrieb:nochmal eine andere Frage: wäre es nicht gut denkbar, dass Theo unter Einfluss einer Droge stand? Angenommen, jemand hat ihm irgendwas in sein Glas geschüttet, Acid, XTC oder irgendwas anderes (ich kenne mich damit nicht aus, vielleicht kann hier jemand besser einschätzen, was das gewesen sein könnte, KO-Tropfen ja eher nicht). Die Security hat sein durch diese Droge verursachtes auffälliges Verhalten dann fälschlich als betrunken eingeschätzt und ihn rausgeworfen, obwohl seine Körperkoordination durch die Droge nicht stark beeinträchtigt war. Es wäre dann wohl eine aufputschende und beglückende Droge gewesen, die dann auch erklären würde, warum er plötzlich sich dazu entschied, noch zum Strand zu laufen, warum er dabei unvorsichtig war und trotz der allgemein bekannten Gefahren durch Buschland lief, warum er streckenweise sehr schnell lief. Und es könnte dann auch erklären, warum er dann vielleicht ins Wasser gegangen oder auf Felsen geklettert ist, sich überschätzt hat.
Einige Einheimische schreiben im Netz unter einem Artikel, dass sie es für möglich halten, dass er K.O.-Tropfen ins Getränk bekam, dass das von Theo besuchte Lokal sogar ein bekannter Ort für so etwas sein soll. Es soll schon mehrfach zu so etwas gekommen sein mit unschönen Folgen (Raub, sexuelle Übergriffe?).
Ist natürlich reine Spekulation und ich glaub nicht wirklich dran.


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otternase
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Belgischer Rucksacktourist Théo Hayez in Australien verschwunden

04.01.2020 um 21:16
marlonc schrieb:Ist natürlich reine Spekulation und ich glaub nicht wirklich dran.
darf ich fragen warum?
KO-Tropfen würde ich zwar auch nicht gerade vermuten, dass jemand mit sowas im System noch kilometerweit rennt, ist eher unwahrscheinlich. Aber andere Drogen könnten sein Verhalten durchaus erklären. Vielleicht war der Täter sogar einer seiner Bekannten, der vielleicht dachte, dass es lustig wäre, ihm Acid oder ähnliches unterzujubeln...


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