Heute berichtet aich die Fuldaer Zeitung über den Fall. Auf deren Homepage ist es sogar dir oberste Meldung.
Die Redakteure da scheinen sich ein wenig mehr Mühe gegeben und immerhin mit dem zuständigen Polizeisprecher gesprochen zu haben. Auch der sagt allerdings nicht viel mehr, als in der PM der Polizei stand:
Daher werde der Fall zum Jahrestag nun wieder untersucht. Die Ermittlung ist als Cold Case eingestuft. Eine eigene Abteilung, die nur Altfälle behandelt, gibt es beim Polizeipräsidium Osthessen nicht. „Der Fall wird von den Kollegen im K10 bearbeitet. Sie werden sich die Ermittlungsansätze und die Zeugenaussagen noch einmal anschauen“, erläutert Seibert. Eine solche turnusmäßige Neubetrachtung werde bei vielen anderen Delikten – etwa bei ungeklärten Einbrüchen – nicht vorgenommen. Das unterstreiche die Wichtigkeit des Falls.
Dieses Berufen auf eine turnusmäßige Kontrolle von Altfällen passt für mich nach wie vor nicht dazu, dass dazu eine Pressemitteilung rausgehauen wird. Dann müsste man ja alle paar Jahre noch mal ähnliche Berichte zu Altfällen in den Zeitungen finde.
Ich dachte auch, dass diese "turnusmäßige Überprüfung" sich an dem Datum orientiert, an dem die Ermittlungen eingestellt wurden, weil es nichts mehr ermitteln gibt und alle Spuren abgearbeitet sind.
Hier klingt es dagegen so, als wäre das Datum der Tat bzw. des Verschwindens dafür entscheidend.
Das finde ich eher unlogisch, weil ja in einigen Fällen durchaus jahrelang ermittelt wird. In den Fällen wäre es dann nicht sinnvoll, schon nach wenigen Jahren wieder in die Akten zu schauen, weil sich eben noch nicht viel getan haben kann.
Der Polizeisprecher hat auch folgendes gesagt:
Auch wenn die Ausgangslage nicht die beste sei, ist es nicht ausgeschlossen, dass auch nach sieben Jahren brauchbare Zeugenhinweise hereinkommen, wie Seibert sagt: „Vielleicht hat irgendjemand etwas Verdächtiges wahrgenommen oder irgendetwas gehört. Beziehungen ändern sich im Laufe der Jahre, Freundschaften zerbrechen, vielleicht erzählt jemand etwas, das er vor Jahren noch nicht preisgegeben hätte.“
Offenbar hofft man also doch etwas "aktiver" auf Aussagen neuer Zeugen, die sich aufgrund der aktuellen Berichterstattung melden, und es geht nicht nur drum, nochmal in den Akten nachzuschauen, ob man aus heutiger Sicht irgendetwas anders bewertet.
Die Fuldaer Zeitung hat auch mit dem Ehemann der Vermissten gesprochen:
Bernd Frings ist froh, dass die Polizei am Fall dranbleibt. „Es wäre gut, wenn sich das aufklären würde. Es ist immer wieder aufwühlend. Jeder, der eine Person zum Beispiel durch den Tod verloren hat, der kann am Grab trauern.“ Die Ungewissheit sei belastend.
Quelle für alle Zitate:
https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/sieben-jahre-verschwunden-spurlos-polizei-ermittelt-im-fall-helga-frings-fulda-94412425.html