Edna[b schrieb:[/b] id=37425567]Von den Einkäufen im Baumarkt war leider keine Rede mehr und eine zeitliche Einordnung der Fahrten am Morgen der Tat fehlte auch. So dass man nochmal Rückschlüsse draus ziehen könnte, wo eine mögliche Verbringung der Leiche hätte hin führen können. Irgendwas muss der ja mit den Bauzäunen gemacht haben. Irgendwo muss es eine herrenlose "Baustelle" geben.
Ich kann die Überlegungen von
@Edna gut nachvollziehen: Die Sache mit dem Absperrmaterial ist und bleibt ein bizarres Rätsel; eine Lösung scheint auch nach fünf Jahren nicht in Sicht.
Auf jeden Fall war Martin G. sehr mobil und hat keine weiten Strecken gescheut. 170 Kilometer nach Bitterfeld, um Baumaterial zu holen; 70 Kilometer nach Hannover, um dort den Caddy zu parken, mit dem er sein Opfer Karsten Manczak wegtransportiert hatte.
Der Bewegungsradius war also beachtlich, und entsprechend groß ist das Gebiet, in dem die Leiche versteckt worden sein könnte. Denkbar wäre ja schließlich sogar, dass MG sein Opfer zunächst zwischengelagert und dann noch einmal weiter weg geschafft hat.
Allerdings war für den Mörder die Fahrt mit der Leiche ein enormes Risiko. Je länger die Strecke, desto mehr lief er Gefahr, zum Beispiel in einen Unfall verwickelt zu werden oder anderweitig aufzufallen.
Deswegen musste MG ein hohes Interesse daran haben, die Leiche schnellstmöglich loszuwerden und damit nicht Dutzende von Kilometern durch die Gegend zu kutschieren. Ich gehe daher davon aus, dass er im Nahbereich eine Stelle präpariert hatte, wo er KM am Morgen der Tat verschwinden lassen konnte.
Ob er danach noch einmal eine „Umbettung“ vorgenommen oder den ursprünglichen Ablagerungsort zusätzlich gesichert hat, ist offen. Bau- und Absperrmaterialien, mit denen er das hätte bewerkstelligen können, wurden laut Polizei erst nach dem Mord am 13. April 2021 gekauft, teils sogar erst am 30. April in Bitterfeld. Transporter mietete MG vom 19. bis 23.April an; ein Anhänger stand ihm auch am 30. April in Bitterfeld zur Verfügung
Aufgrund dieser Daten war es wohl schwerlich möglich, dass die Leiche von KM bereits am 13. April in einem als Fake-Baustelle präparierten Bereich abgelegt worden ist. Da besaß MG die entsprechenden Materialien noch gar nicht. Entweder hat er also „nachgebessert“ oder die Leiche verlagert und den neuen Standort womöglich auf ungewöhnliche Weise „gesichert“.
Wenn dies tatsächlich geschehen sein sollte, dann sicherlich nicht in einem unzugänglichen Wald- oder Moorgebiet. Irgendwo „in der Pampa“ eine solche Absperrung mit Gittern und Zäunen anzubringen, wäre eher kontraproduktiv gewesen: Das hätte erst recht Neugier geweckt und zu Nachforschungen animiert.
Also hätte man so etwas nur im besiedelten Bereich machen können, wo Baustellen und Absperrungen nicht unüblich sind. Ein Wagnis wäre es aber allemal geblieben, auf solch raffinierte Weise einen Leichnam zu „entsorgen“.
War also alles nur ein Bluff, um die ganze Aufmerksamkeit auf potenzielle Fake-Baustellen zu lenken, während der Täter sich längst anderweitig der Leiche entledigt hätte?
Schwer zu glauben. Wenn der tote Körper wirklich unauffindbar beseitigt war, wozu bedurfte es dann noch falscher Fährten? Zumal bei einer temporären Einrichtung einer derartigen Fake-Baustelle für MG das Problem entstehen konnte, dass er dann neuwertiges Baumaterial zum Beispiel auf einer Deponie wieder hätte entsorgen müssen - auch das hätte auffallen und auf seine Spur führen können.
Aber wie schrieb
@Edna noch? „Irgendwas muss der mit den Bauzäunen ja gemacht haben“. Wohl wahr! Aber diesbezüglich ist man MG (noch) nicht auf die Schliche gekommen. Das mag auch vielleicht für immer sein Geheimnis bleiben.
Dafür ist der großspurige Ex-Polizist, der sich rühmte, den perfekten Mord begehen zu können, als mieser Killer enttarnt und für lange Zeit hinter Gitter gesteckt worden. Das zählt letztendlich mehr als kleinliche Geplänkel wie etwa um Bauzäune - gerade am unmittelbar bevorstehenden fünften Jahrestag des grausigen Todes von Karsten Manczak.