PrivateEye schrieb:Das alleine impliziert aber keinen Angriff, erst recht nicht bei einer solch personellen Überlegenheit.
Also, wenn jemand auf mich oder ggf auch sehr nah auf mich oder nah neben mich zukommt, mit einem Messer, ist es mir egal wieviel ebenso anwesend sind. Die personelle Quantität ist doch egal, sobald die Gefahr eintritt mit dem Messer in Reichweite zu gelangen.
PrivateEye schrieb:Natürlich gestehe ich dir deine Meinung zu. Kein Ding. Aber ich sehe es eben auch anders.
ok, gern. Es gilt ja der Austausch über die Meinung, nicht zu bewerten wer jetzt besser ist
:)
PrivateEye schrieb:Ich glaube du hast mich völlig missverstanden. Mit der Aufzählung wollte ich verdeutlichen, dass alle bereits genügend "Arbeitsgeräte" dabei hatten.
Ich meine nicht das ist dich völlig missverstanden habe. Du hast aber Zweifel geäußert, warum überhaupt eine MP mit im Einsatz war. Und ich sagte das suchen die Polizisten sich nicht aus, da gibt es Arbeitsanweisungen. Wo ich dir Recht geben könnte, wäre, ob man nicht hätte den Taser oder die Pistole nutzen können und die MP ungenutzt gelassen. Dann wäre der Junge Mann ggf noch am Leben und nur verletzt worden? Aber das ist spekulativ.
PrivateEye schrieb:Wozu brauchen 11 bewaffnete Polizisten mit 11 Pistolen und 11 Reservemagazinen und 11 Teleskopschlagstöcken und 11 RSGs und mindestens einem Taser noch eine MPi, wenn es gegen einen einzelnen Jugendlichen geht?
Das Wort "Overkill" beschreibt die Situation ganz gut denke ich.
Brauchen tun Sie die ggf garnicht. Aber ich stell mir das so, vor, dass die Beamten dort ankommen und geschärft, unter Adrenalin und voll ausgestattet dort ankommen und reingehen. Wie gesagt, weiß man ja nicht was denen als Befehl alles übermittelt wurde. Es sind ja auch im mir nochmal verlinkten Link Suizidabsicht, Messer als Stichworte bekannt, aber nicht wie das an wen genau übermittelt wurde. Jetzt kommen die da an und sehen die Jungen mit Messer in der Hand in der Ecke, also Gefahr nicht gebannt. Warum sollte jetzt der Polizeibeamter obwohl die Gefahr noch vorhanden ist, die Ausrüstung wechseln? Warum sollte er die MP aus der Hand nehmen, auf den Rücken bringen und zum Stock oder zur Pistole oder Taser greifen? Das macht ggf einer für den Taser, aber die Anderen, egal ob 5 Beamte hätten gereicht oder nun 11 vor Ort waren, machen das nicht.
Es geht um Gefahrenabwehr und Mannstoppung solange die Gefahrensituation nciht vorüber ist.
Ich muss sagen, auch wenn ich den Vorfall sehr tragisch finde und auch Fehler erkenne, vor allem bei der Leitung, dass ich es den Polizisten zugestehe sich und die Kollegen immer vollumfänglich zu schützen. Da gibt es in der realen Situation kein Wenn und Aber, hinterher ist man leider manchmal erst schlauer.
PrivateEye schrieb:Aber der eine Beamte hätte in Frage stellen können, warum er die MPi mitnehmen soll.
Warum? Da kommt der Einsatzbefehl und los gehts. Das gibt nicht erst ne Kaffeerunde!
PrivateEye schrieb:Ebenso hätte der Reizgaseinsatz angezweifelt werden können und auf entsprechendes Fachpersonal verweisen werden müssen.
Auch hier warum? Du sagst selber die Polizei soll den Waffeneinsatz anzweifeln, jetzt auch den minder gefährlichen Weg auch anzweifeln? Was sollen die denn alles anzweifeln? Bei soviel Zweifel hätten wir keine Polizei in Deutschland.
PrivateEye schrieb:"Ich habe nur Befehle befolgt" funzt schon seit 81 Jahren nicht mehr. Nur mal so nebenbei.
Das ist haarscharf an der Grenze zur Meldung. Den Polizeieinsatz mit dem Holocausttaten zu vergleichen oder gleichsetzen zu wollen, ist völlig unpassend. Die Nazikarte ist auch viel zu billig und tut weder dem Opfer noch den Beamten Recht.
PrivateEye schrieb:Klar kann es gefährlich sein, ist aber deren Job nun einmal.
Aber ich denke die sollen mindestens einigen anzweifeln. Jetzt versteh ich deine Argumentationskette nicht mehr. Wenn der Job gefährlich ist, dann ist das einem Bewusst. Dann macht man den Job aber auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Schutz zB.
PrivateEye schrieb:Es ist eben nicht unrealistisch wenn man so viele Leute braucht um einen widerständigen festzunehmen.
Auch wenn ich es wiederhole, warum 11 Mann da waren und wie die Übermittlung der Meldung war, ist offen. Das steht auch nicht im Link. Im Link wird nur mittels 2-3 Worten skizziert was gemeldet wurde.
PrivateEye schrieb:Das der scharfe Schuss aber immer die Ultima Ratio sein sollte, geht dabei irgendwie verloren.
Das ist doch weiterhin so. Sonst wäre das Reizgas nicht das erste, wenn auch in der Situation unangebrachte Mittel vorher genutzt worden.
PrivateEye schrieb:Dann bekräftigst du, das der Schütze die tödlichen Schüsse gezielt abgegeben hat? Klingt nämlich fast so.
Mach ich nicht. Ich stelle die Behauptung, das die MPs auf Dauerfeuer gestellt waren erstmal in Frage, da es keinen Anhaltspunkt gibt.
PrivateEye schrieb:Allerdings dürfte es nur um Bruchteile von Sekunden gegangen sein. Bei Dauerfeuer ist ein 30 Schuss Magazin einer MP5 in ca. 3,5 Sekunden leer geschossen. Ein kurzes durchziehen des Abzugs reicht da, auch versehentlich. Für einen Feuerstoß von 6 Schuss.
Eben. Es ging um Bruchteile. Wenn die Beamten etwas, zB ein Exemple hätten statuieren wollen, wären wohl deutlich mehr Schüsse aus mehren Waffen gefallen, aber nein. Das Gegenteil ist der Fall. Das Opfer tritt mit Messer in der Hand Richtung Polizist, einer schießt um sich zu schützen, kurzer Feuerstoß, Gefahr beseitigt, sofortiger Feuerstopp. Bei aller Tragik um das Opfer hat doch der Polizist der sich schützen wollten hier nicht falsch gehandelt. Mit einer Pistole hätte er wohl auch 3-4 mal geschossen ehe Wirkung eingetreten wäre und die Gefahr beseitig ist. Ich halte weiterhin die allgemeine Einsatzführung für problematisch aber nicht das handeln der Polizei auf die mit Messer zugegangen wurde.
PrivateEye schrieb:Mitnichten. Nur das in diesem Fall leider falsche und fahrlässige Handeln der beteiligten Beamten. Und das darf nicht sein.
Falsch und fahrlässig darf es nicht sein, da hast du Recht, das denke ich auch grundlegend. Wir streiten uns ja was allg richtig und falsch ist, sondern haben andere Meinung zu einem speziellen Szenario.
PrivateEye schrieb:Wenn jemand, auch in Notwehr, auf einen rechtswidrigen Angreifer schießt um sich zu verteidigen, nimmt er dabei auch billigend in Kauf ihn zu töten um sich oder andere zu schützen und zu retten. Was hierbei auch völlig legitim ist, da es der Gesetzgeber ja entschuldigt/rechtfertigt.
Offizialdelikt bedeutet lediglich, dass es sich um eine Straftat handelt, die von Amts wegen verfolgt wird und nicht einen extra Strafantrag Dritter benötigt.
ja. Aber hier wurde ja Totschlag verwendet, dem entgegnete ich, da Totschlag vorsätzlich ist. Und in dem Fall geht es nicht um Totschlag weil der Vorsatz fehlt. Ich werte deine Begründung als Zustimmung meiner Position da wir beide von Notwehrverhalten reden.
PrivateEye schrieb:aber nach der Frage von @gagitsch muss ich ihn ernsthaft fragen, ob er seinen Kopf gegen die Wand oder den Schreibtisch hämmert...
Sarkasmus trotz Smiley nicht verstanden .......
PrivateEye schrieb:Dann antworte bitte mit "JA".
JA, danke für deine Präzisierung deiner nicht ganz so präzisen ersten Aussage. Schlagstock und Pfefferspray gelten im Übrigen nicht als Waffe. Und wenn die Waffe bei einer Streife im Auto ist, ist man eben doch wieder bewaffnet unterwegs. Aber ich habe dien Intention verstanden. Auch wenn ich den direkten Zusammenhang zu dem diskutierten Fall nicht ganz greifen kann. Ich vermute du möchtest argumentieren, dass es besser gewesen wäre nur wenige ggf 2-3 Polizisten wären unbewaffnet zu dem Opfer zum Einsatz gekommen und hätten den in ruhe gelassen bis jemand diesen hätte überredet das Messer fallen zu lassen und sich in Obhut/Gewahrsam zu begeben?! Wenn meine Annahmen in die richtige Richtung geht antworte bitte mit "JA".
:)
PrivateEye schrieb:Das solltest du mit den Norwegern klären, nicht mit mir bitte.
Aber du hast doch diese ins Spiel reingenommen?
Tussinelda schrieb:doch, ist sie, denn es ging um Suizidgefahr. Eine Person, hockend in einem Hof. Keine Gefahr für die Allgemeinheit, keine Gefahr für die Polizei, nur für sich selbst. Es gibt auch eine genauere Wiedergabe des Notrufs, da musste aber selbst suchen.
Was ich unterstreiche und dir zustimme ist Klarheit bei
Suizidgefahr, eine Person, Hof und Messer(was du nicht nanntest). Wo ich nicht erkenne wie du darauf kommst, weil das steht nicht bei dem Meldungsbezug, das hier keine Gefahr besteht, das hat auch keiner gemeldet. Es wird auch nicht benannt, das keine Gefahr für irgendwen oder bestimmte Leute vorhanden oder nicht vorhanden ist.
Tussinelda schrieb:Es gibt auch eine genauere Wiedergabe des Notrufs, da musste aber selbst suchen.
Genau die finde ich nicht. Daher ist der Punkt für mich noch offen/unklar. Und für mich ist das ein sehr wichtiger Punkt, denn dieser beeinflusst immer, bei jedem Einsatz wer, wie ausgestattet mit wieviel Personal und mit welcher Grundinformation und somit Einstellung zum Einsatz fährt.
Tussinelda schrieb:das war die einzige Richtung, die er einschlagen konnte
Ja das hatten wir ja schon, er war ja in eine Ecke/Nische gedrängt und wollte wegen dem Reizgas flüchten.
Tussinelda schrieb:und die Beamten haben dafür gesorgt, dass er sich bewegt
Das ist für mich auch der größte Kritikpunkt, Die Einsatzleitung war nciht besonnen, ggf soger ungeduldig oder genervt, jedenfalls nicht Situationsangepasst. Alles was nach dem Reizgas passierte ist dann für mich wenig big gar nicht kritisierbar, aber die Entscheidungs- und Tatenkette die zum Reizgas führte ist schlecht, wirklich schlecht