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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.438 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 12:17
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Also könnten sich theoretisch und praktisch an dem Freitagnachmittag/-abend/-nacht sogar mehrere Soldaten ohne Dienst im Gebäude U5 aufgehalten haben?

Und dies sogar ohne vorherige oder nachträgliche Ankündigung/Anmeldung?

Das würde ja bedeuten, dass es darüber dann keine Einträge in irgendwelchen Büchern oder Kladden gab und der diensthabende GvD/UvD theoretisch und praktisch keine Kontrolle darüber hatte, wer sich wann im Gebäude aufhielt? Ein quasi "offenes Haus"?
Zu deiner Frage muss man zwei Faktoren immer berücksichtigen:
- Das kann von Einheit zu Einheit und Standort zu Standort extrem unterschiedlich sein
- Und man muss immer die Epoche berücksichtigen, zB 1959 war das anders als 1994....

Also ich kann jetzt nur von meinen Erfahrungen sprechen (Mitte 90er)
Der UvD/GvD hat nie Buch geführt, wer raus und rein ist und die Wache eh nicht. Ich habe das auch noch nie gehört. Bei Schiffen ist das glaueb ich so?
Man hatte als UvD am WE nur soweit "Kontrolle" dass man die Haustür aufschloss wenn jemand raus oder rein wollte. Das waren auch manchmal die Highlights am WE ...... :) Bei uns wurde auch nicht die Stuben kontrolliert. Den Verschluss der Fenster hat man nachmittags von außen gemacht.

Wenn sich ein Soldat am Freitag um 13:00 Uhr ins Bett gelegt hätte und theoretisch am Montag wieder aufgestanden wäre, hätte das keiner mitbekommen.
In den Klinker- und Backsteinbauten der damaligen Kasernen hat man auch nicht viel mitbekommen, was weiter vorne beim UvD oder auf einer anderen Etage passierte. Ich kenne auch den Trick das Fenster anzulehnen, falls man mal ohne den UvD zu "strören", rein und raus musste. Sofern man eine Stube im EG hatte oder halt das WC oder den Duschraum. :)

Die Kasernen waren ja kein Knast, vielleicht für manchen schon, aber erstmal deine "Wohnung" und da kannst du ja auch kommen und gehen wann du willst..... Also es tätten sich durchaus legal mehrere Personen im U5 Block aufhalten können...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 12:30
Zitat von KieliusKielius schrieb:Man könnte weitergehend sagen, dass XY den Ablauf der Tatnacht so dargestellt hat, wie er später von Weber wiedergegeben wurde. Für die Zeit zwischen ca. 20 Uhr und 6 Uhr morgens gab es ja keine weitere Zeugen, die man hätte befragen können.
Dass die Ermittler den Ablauf gemäß der Schilderung von "Weber" für glaubwürdig halten, folgt daraus noch lange nicht.
Hallo @Kielius , @alle! Unabhängig davon, was die Altfallermittler von Webers Schilderungen halten, eines ist wohl sicher: Gute Ohren hat der Junge gehabt! Denn mit der zufallenden Tür, die er als einziger hörte, lag Weber offensichtlich richtig. Wir wissen ja aus den Reaktionen zur XY-Sendung, daß noch jemand an diesem Abend im Gebäude war und scheinbar auch mehrere Personen zumindest irgendwo in der Kaserne, die früher eigentlich als abwesend galten.

Das ist genau das, worauf Markus Weber und seine Jungs und Mädels doch gehofft haben, daß nach all den Jahren Personen den Mund aufmachen, die bislang schwiegen. Man wird nicht ohne Grund vor 3-4 Monaten einen Gentest an rund 50 Personen durchgeführt haben.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 13:23
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Wir wissen ja aus den Reaktionen zur XY-Sendung, daß noch jemand an diesem Abend im Gebäude war
Ich denke nicht, dass es eine Tatsache ist, dass außer NS und Weber noch jemand im Gebäude war.
Das ist eine theoretische Möglichkeit, für die es meines Wissens keine Belege gibt.

Wenn am Ende der XY-Sendung berichtet wird, es habe jemand angerufen, der dieses oder jenes zu wissen behauptet, bedeutet das doch erst einmal gar nichts.
Denn davon abgesehen, dass der angebliche Zuschauerhinweis immer auch eine Finte der Ermittler sein könnte und taktische Gründe hat, lässt sich auch der Wahrheitsgehalt eines tatsächlich eingegangenen Hinweises auf die Schnelle gar nicht überprüfen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 13:28
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Man wird nicht ohne Grund vor 3-4 Monaten einen Gentest an rund 50 Personen durchgeführt haben.
Ich hatte es so verstanden, dass der Gentest deshalb durchgeführt wurde, weil es erst im Rahmen der Cold Case Ermittlungen gelungen ist, DNA zu gewinnen, die man mit potenziellen Tätern abgleichen kann.
Einen Zusammenhang zwischen DNA-Test und dem erwähnten XY-Zuschauerhinweis sehe ich da erst einmal nicht.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 13:30
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Also könnten sich theoretisch und praktisch an dem Freitagnachmittag/-abend/-nacht sogar mehrere Soldaten ohne Dienst im Gebäude U5 aufgehalten haben?

Und dies sogar ohne vorherige oder nachträgliche Ankündigung/Anmeldung?

Das würde ja bedeuten, dass es darüber dann keine Einträge in irgendwelchen Büchern oder Kladden gab und der diensthabende GvD/UvD theoretisch und praktisch keine Kontrolle darüber hatte, wer sich wann im Gebäude aufhielt? Ein quasi "offenes Haus"?
@Andy_MachtHoch hat auf den Wandel in den Gepflogenheiten im Laufe der Jahre hingewiesen. Ich glaube, dass ich Deine @Shiloh
Frage mit "ja" beantworten muss. Ein offenes Haus, allerdings mit Ein- und Ausgangskontrolle, bzw. ab einer gewissen Uhrzeit mit verschlossener Türe. Diese Türe müsste aber auf Verlangen geöffnet werden.

Die Mutmaßung, an der ich mich beteiligt habe, ging in die Richtung, dass es eine unberechtigte Person war, die sich dort versteckt hielt und eben nicht zu Block U5 gehörte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 13:37
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Also könnten sich theoretisch und praktisch an dem Freitagnachmittag/-abend/-nacht sogar mehrere Soldaten ohne Dienst im Gebäude U5 aufgehalten haben?
Zitat von Andy_MachtHochAndy_MachtHoch schrieb:Die Kasernen waren ja kein Knast, vielleicht für manchen schon, aber erstmal deine "Wohnung" und da kannst du ja auch kommen und gehen wann du willst..... Also es tätten sich durchaus legal mehrere Personen im U5 Block aufhalten können...
Da fällt mir noch folgendes dazu ein.

Theoretisch hätte es Weber mitbekommen können, falls ein Soldat am Nachmittag zurückgekehrt ist. Da kommt es allerdings darauf an, wann die Haustür verschlossen wurde. Oft war das schon ab 13:00 oder 14:00 Uhr, weil ab 12:30 Uhr das große Rennen anfing und dann eh keiner mehr im Block war, außer die wenigen Ausnahmen. Ob Weber das jetzt bei der Rückkehr von Stolz erwähnt hätte ist auch nicht gesagt, der muss es nur für belanglos gehalten haben oder er war verpeilt oder schläfrig und wollte nur schnell auf seine Bude zurück.

Jetzt gehen die Gäule zwar etwas mit mir durch, aber es ist zumindest mal wert es niederzuschreiben:

Person X (der zukünftige Mörder) kommt zurück oder geht aus seinen Kp-Geäude als Weber im UvD-Zimmer hockt. Weber nimmt ihm zwar zur Kenntnis, aber denkt sich zu diesem Zeitpunkt nichts weiter. Bei der Übergabe an Stolz wird die Anwesenheit der Person X nicht thematisiert bzw wird vielleicht, aber tut weiterhin nichts zur Sache. Weber verbummelt die 22:00 Uhr Unterschrift oder Stolz verweigert diese, auch dies tut erstmal nichts weiter zur Sache......

Irgendwann ab 23:00 Uhr eskaliert das Ganze mit Person X aus irgendwelchen Gründen mit dem uns bekannten Resultat.
Weber wird früh morgens aus dem Bett geholt und kann schnell eins und eins zusammen zählen...... PersonX!

Jetzt hatten wir 1989 eine Wehrpflichtarmee und diese war auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Da waren auch Typen dabei, mit denen man sich nicht unbedingt angelegt hat oder man besser aus dem Weg gegangen ist. In meiner Kaserne hielt sich zB ewig das Gerücht, dass einige Jahre vor meiner Zeit wohl der Sohn und zukünftige Nachfolger einer regional bekannten Rotlichtgröße seinen Wehrdienst ableistete.
Oder du hast eine Gruppe "Skins" gehabt, die evtl. aggressiv aufgetreten ist.

Also Leute, bei denen man sich vielleicht überlegt ob es besser ist zu schweigen, wenn man eher der Leisetreter oder Mitläufer ist, evtl hat Weber auch eine Ansage bekommen. Ich schätze persönlich Weber so ein, als ist er eher der verpeilte und bummelnde Typ, als jemand der da Rückgrat zeigt...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 13:57
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Die Mutmaßung, an der ich mich beteiligt habe, ging in die Richtung, dass es eine unberechtigte Person war, die sich dort versteckt hielt und eben nicht zu Block U5 gehörte.
Das erscheint mir schon sehr spekulativ, denn außer der Behauptung (oder Vermutung?) eines XY-Zuschauers, es sei noch jemand im Gebäude gewesen, gibt es doch keine Anhaltspunkte für eine weitere Person? KHK Weber sagt m.W. nirgends etwas davon.

Wie geht die Theorie denn weiter? Aus welchem Grund soll diese unberechtigte Person sich an dem Wochenende im Gebäude U5 versteckt haben? War sie der Täter? Wie soll es dann zu der Tat gekommen sein? Welches Motiv hatte der Täter?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 14:38
Ich fürchte, wir hängen, was die Fakten betrifft, in der Luft. Wir wissen wesentliche Sachen nicht. Hoffentlich haben die EB Erkenntnisse darüber, aber auch das wissen wir nicht.
Deshalb ist das Forum hier ja auch eine Mischung aus mehr oder weniger logischen Schlußfolgerungen, Spekulationen und nostalgischer Erinnerungen an die eigene BW-Zeit.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 15:14
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ein offenes Haus, allerdings mit Ein- und Ausgangskontrolle, bzw. ab einer gewissen Uhrzeit mit verschlossener Türe. Diese Türe müsste aber auf Verlangen geöffnet werden.
Das stimmt.
Freitags Mittags dürfte die Tür aber schon zu gewesen sein und vorher hätte jemand am GvD vorbei gemusst - und es wären noch andere Leute um Block gewesen. Geschäftszimmer, immer mal Kameraden, die nochmal vor der Heimfahrt duschen gingen etc
Jemand aus nem anderen Block hätte natürlich ins Geväude gekonnt, wäre aber vermutlich gesehen worden. Und was hätte er da gewollt, Freitags Mittags? Da müsste man ja schon irgendeinen Plan vermuten, denn ansonsten hätte er sich ja in seinem eigenen Block in seine Stube gehockt.
Zitat von Andy_MachtHochAndy_MachtHoch schrieb:Da waren auch Typen dabei, mit denen man sich nicht unbedingt angelegt hat oder man besser aus dem Weg gegangen ist. In
Wobei die im Normalfall auch nicht aggro gegenüber Kameraden waren. Das war doch eher ein "miteinander klar kommen im Dienst" und ansonsten geht jeder seiner Wege.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Hoffentlich haben die EB Erkenntnisse darüber, aber auch das wissen wir nicht.
Zumindest haben sie ganz andere Möglichkeiten. Wir kennen nur den Filmfall


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 15:35
Zitat von rattichrattich schrieb:
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Die Mutmaßung, an der ich mich beteiligt habe, ging in die Richtung, dass es eine unberechtigte Person war, die sich dort versteckt hielt und eben nicht zu Block U5 gehörte.
Das erscheint mir schon sehr spekulativ, denn außer der Behauptung (oder Vermutung?) eines XY-Zuschauers, es sei noch jemand im Gebäude gewesen, gibt es doch keine Anhaltspunkte für eine weitere Person? KHK Weber sagt m.W. nirgends etwas davon.

Wie geht die Theorie denn weiter? Aus welchem Grund soll diese unberechtigte Person sich an dem Wochenende im Gebäude U5 versteckt haben? War sie der Täter? Wie soll es dann zu der Tat gekommen sein? Welches Motiv hatte der Täter?
Die Thematik ist ab hierBeitrag von Gast_01 (Seite 123) schon einmal diskutiert worden. Es ging um einen Soldaten, der möglicherweise eine Nebentätigkeit hatte: "Organisieren" von Sachen, das Zwischenlagern im Block und zur Unzeit herausschaffen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 17:18
Zitat von KieliusKielius schrieb:Ich denke nicht, dass es eine Tatsache ist, dass außer NS und Weber noch jemand im Gebäude war.
Das ist eine theoretische Möglichkeit, für die es meines Wissens keine Belege gibt.
Wenn am Ende der XY-Sendung berichtet wird, es habe jemand angerufen, der dieses oder jenes zu wissen behauptet, bedeutet das doch erst einmal gar nichts.
Denn davon abgesehen, dass der angebliche Zuschauerhinweis immer auch eine Finte der Ermittler sein könnte und taktische Gründe hat, lässt sich auch der Wahrheitsgehalt eines tatsächlich eingegangenen Hinweises auf die Schnelle gar nicht überprüfen.
Der entsprechende Hinweis wurde letztes Jahr nicht wie üblich im Konjunktiv ausgesprochen und von konkret geredet. Das deutet sehr stark darauf hin, daß das kein Hinweis ist, der im Sand verläuft.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Die Thematik ist ab hierBeitrag von Gast_01 (Seite 123) schon einmal diskutiert worden. Es ging um einen Soldaten, der möglicherweise eine Nebentätigkeit hatte: "Organisieren" von Sachen, das Zwischenlagern im Block und zur Unzeit herausschaffen.
Das sehe ich ähnlich wie Du. Und ist auch von der Motivlage her meilenweit besser als der Dienstabsitzer "Weber", dem man innerhalb von dreieinhalb Jahrzehten kein tragfähiges Motiv zuweisen konnte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

22.03.2026 um 17:43
Zitat von abberlineabberline schrieb:Wobei die im Normalfall auch nicht aggro gegenüber Kameraden waren. Das war doch eher ein "miteinander klar kommen im Dienst" und ansonsten geht jeder seiner Wege.
Da kann ich jetzt persönlich jetzt nicht beurteilen, aber das wurde damals so weitergegeben, dass es im Dienst wohl keine Probleme gab.
Der Umgang mit der "Rotlichtgröße" soll wohl sogar entspannt spässig gewesen sein.....
ABER hier haben wir halt jetzt eine Leiche im Keller, oder besser gesagt im UvD-Zimmer und einige Jahre Bau in Ausssicht.....
Da wird aus Spaß recht schnell ernst.....

Da die Option Selbstmord ausscheidet, muss es ja einen Grund gegeben haben.

Im Allgemeinen wäre es halt interesannt zu wissen wie das Gelände und Kaserne untersucht wurden.
Wurden ALLE Zimmer der Kaserne kontrolliert?
Nicht dass da ein "ungemachtes" und evtl. Freitag nachmittag benutztes Bett auf einer Stube war.
Oder Kochutensilien irgednwo nicht weggeräumt wurden, leere Flaschen rumstanden

Da ich davon ausgehe, dass der Täter evtl recht schnell und ohne weitere Gedanken die Kaserne durch das Schlupfloch verlassen haben könnte und dann diese Beweise auf die Anwesenheit einer Person hätte schließen können.....


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 13:06
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Der entsprechende Hinweis wurde letztes Jahr nicht wie üblich im Konjunktiv ausgesprochen und von konkret geredet. Das deutet sehr stark darauf hin, daß das kein Hinweis ist, der im Sand verläuft.
Glaubst Du wirklich, die zuständigen EB können am selben Abend, kurz nachdem der telefonische Hinweis eingegangen ist, beurteilen, ob dieser im Sand zerlaufen wird oder nicht?

Oder was meintest Du?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 14:08
Zitat von rattichrattich schrieb:Auch Enttäuschung und Wut über die Freundin und eine vielleicht auseinanderbrechende Beziehung könnten sich schließlich in Aggressionen gegen den GvD entladen haben. Ich gehe auch davon aus, dass bei der Tat mehrere Faktoren zusammentrafen, evtl. auch solche, die nichts mit Norbert selbst zu tun hatten.
Dass sich in Weber Wut aufgestaut haben könnte, die sich schließlich gegen Stolz entlud, kann ich mir ja noch irgendwie vorstellen.

Was ich mir jedoch nicht vorstellen kann, ist, dass ein einfacher W15, von dem lediglich bekannt ist, dass er es mit den Vorschriften nicht so genau nahm, wenige Stunden nach einer solch extremen Affekttat, erfahrenen Kriminalern glaubhaft vermitteln konnte, nichts damit zu tun zu haben und dann auch noch dauerhaft die Fassade so überzeugend aufrecht erhalten konnte, bis man ihn schließlich mit Bestimmtheit als Tatverdächtigen ausschloss. Keine Widersprüche, keine Schweißausbrüche bei Vernehmungen, keine inkriminierenden Spuren?! Ohne in Panik zu geraten, soll er die Zeit bis zum Morgen genutzt haben, um wieder runterzukommen, akribisch alle kritischen Spuren zu beseitigen, sich plausible aber zugleich auch unwiderlegbare Erklärungen zum Ablauf des Abends bereitzulegen und möglicherweise sogar noch etwas zu schlafen (wäre Weber nach schlafloser Nacht entsprechend übermüdet gewesen, hätten die Beamten dies imho sicherlich registriert)?
Es mag durchaus Menschen geben, die dermaßen abgebrüht sind, aber das sind handverlesene Soziopathen mit einschlägiger Erfahrung im Umgang mit Ermittlungsbehörden und ganz sicher keine antikonformistischen Twens, die sich erstmalig einer solchen Situation ausgesetzt sehen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 14:28
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Es mag durchaus Menschen geben, die dermaßen abgebrüht sind, aber das sind handverlesene Soziopathen mit einschlägiger Erfahrung im Umgang mit Ermittlungsbehörden und ganz sicher keine antikonformistischen Twens, die sich erstmalig einer solchen Situation ausgesetzt sehen.
Wir wissen ja nicht, ob "Weber", angesichts der Tatsache, einer so gravierenden Straftat verdächtigt zu werden, nicht anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen hat.

Das ist sein gutes Recht, und ein Anwalt wird ggf. geraten haben, sich zunächst nicht zur Sache zu äußern.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 14:51
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Es mag durchaus Menschen geben, die dermaßen abgebrüht sind, aber das sind handverlesene Soziopathen mit einschlägiger Erfahrung im Umgang mit Ermittlungsbehörden und ganz sicher keine antikonformistischen Twens, die sich erstmalig einer solchen Situation ausgesetzt sehen.
Das würde ich so nicht sehen.

Ich denke, dass die Fähigkeit im Polizeiverhör erfolgreich zu leugnen oder zu lügen, nicht unbedingt von einschlägigen Vorerfahrungen abhängt, sondern vor allem davon, dass jemand eine entsprechende Persönlichkeitsveranlagung mitbringt.
Und das wäre dann tatsächlich eine implizite Annahme beim Szenario "Weber war es".

Tatsächlich sind Täter, die sich später nichts anmerken lassen, alles abstreiten und leugnen und mitunter auf eigene Schilderungen und Darstellungen bestehen, die zumindest zweifelhaft, manchmal abwegig oder sogar durch objektive Beweise widerlegbar sind, aber unter den Fällen dieses Forums keine Seltenheit.

Man könnte mutmaßen, dass wer zu einem blutigen Mord wie diesem fähig ist, der ist danach auch mit höherer Wahrscheinlichkeit dazu in der Lage "so zu tun", als wäre nichts gewesen.

In diesem Fall kommt erleichternd sicherlich hinzu, dass es mangels Zeugen während einer langen Tatnacht keiner komplizierten Erzählung bedurft hätte, um das eigene Unbeteiligtsein darzustellen und plausibel zu erklären.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 15:14
@Serval69

Ja, die Person „Weber“ vereint in sich widersprüchliche Eigenschaften (im FF, also aus Sicht der Ermittler). Er wirkt einerseits etwas phlegmatisch und sogar konfliktscheu, gleichzeitig aber eben auch latent aggressiv. Wahrscheinlich kam je nach Situation bzw. Gegenüber die eine oder die andere Seite mehr zum Tragen. Vorgesetzten gegenüber würde er sich bestimmt eher angepasst verhalten haben, weil er disziplinarische Konsequenzen befürchten musste. Auch gegenüber Kameraden oder anderen Kontakten dürfte es, solange sie ihm nicht ernsthaft in die Quere kamen, keine größeren Probleme gegeben haben. Aber mit dem korrekten GvD Norbert, der vermutlich auf die Einhaltung der Vorschriften bestand (kontrollierender Blick auf die Uhr vor der Unterschrift), sah es vielleicht anders aus, vor allem an diesem einen Abend?

Vielleicht kamen bei „Weber“ ja private Probleme hinzu, z.B. mit der Freundin? Im FF in der Szene mit der ersten GvD-Unterschrift begründet „Weber“ seinen Arrest damit, dass er zwei Tage länger zu Hause geblieben sei, weil es ihm „nicht so gut ging“. Das kann durchaus stimmen, vielleicht gab es da ja schon Probleme in der Beziehung? Psychischer Druck kann enorm stark werden und zu irrationalen Handlungen führen. Vielleicht ist „Weber“ am Tatabend wirklich heimlich aus der Kaserne verschwunden, weil er evtl. seine Beziehung retten wollte? Und vielleicht ist es ihm ja nicht gelungen? Wer weiß, was an dem Abend mit „Weber“ passiert ist und in welcher Verfassung er war, als er (möglicherweise) spätabends zur Kaserne zurückkam und dort auf Norbert traf, der ihm dann evtl. die Unterschrift verweigerte oder ihn zu melden drohte. Vielleicht war das alles in dem Moment zu viel für „Weber“?

„Weber“ muss nicht der Täter gewesen sein. Aber er hätte m.E. sowohl die Gelegenheit als auch die Mittel und auch (aus seiner Sicht) ein Motiv gehabt, auch wenn das im FF nur subtil vermittelt wird.

Wie er sich bei den Vernehmungen verhielt, wissen wir nicht. Aber es wäre für ihn um eine langjährige Gefängnisstrafe gegangen, und vielleicht half ihm dann sein Überlebensinstinkt, ruhig zu bleiben und an seiner Version der Tatnacht festzuhalten.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 16:04
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Glaubst Du wirklich, die zuständigen EB können am selben Abend, kurz nachdem der telefonische Hinweis eingegangen ist, beurteilen, ob dieser im Sand zerlaufen wird oder nicht?
Oder was meintest Du?
Hallo! Wie erwähnt, wurde sie Info, daß sich noch eine Person im Gebäude U5 am Mordabend aufhielt, nicht im Konjunktiv vermeldet, sondern praktisch als Fakt präsentiert. Womöglich gab es bereits vorher Hinweise auf eine weitere Person im Gebäude und die Ermittler im Vorfeld schon damit gerechnet oder zumindest darauf gehofft, daß eine Bestätigung von einem Zuschauer eintrifft.

Das muß jetzt nicht unbedingt viel weiterhelfen, aber eine dritte Person im U5, die all die Zeit keinen Piep von sich gegeben hat, spricht nicht wirklich für sie. Das mußt du zugeben.:-)
Zitat von rattichrattich schrieb:Ja, die Person „Weber“ vereint in sich widersprüchliche Eigenschaften (im FF, also aus Sicht der Ermittler). Er wirkt einerseits etwas phlegmatisch und sogar konfliktscheu, gleichzeitig aber eben auch latent aggressiv.
Das wollte ich dich schon seit Tagen fragen, wie du auf die Idee kommst, Weber wäre latent aggressiv gewesen? Die Anzahl der XY-Seher, die das wie du sehen, dürfte im einstelligen Bereich liegen.
Woran machst du das fest?
Zitat von KieliusKielius schrieb:In diesem Fall kommt erleichternd sicherlich hinzu, dass es mangels Zeugen während einer langen Tatnacht keiner komplizierten Erzählung bedurft hätte, um das eigene Unbeteiligtsein darzustellen und plausibel zu erklären.
Gar so einfach, sich eine stimmige Geschichte auszudenken, war es auch 1989 nicht. Die Kriminaltechnik war noch nicht wie heute, aber völlig ahnungslos waren die genausowenig.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 16:30
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:
Zitat von KieliusKielius schrieb:In diesem Fall kommt erleichternd sicherlich hinzu, dass es mangels Zeugen während einer langen Tatnacht keiner komplizierten Erzählung bedurft hätte, um das eigene Unbeteiligtsein darzustellen und plausibel zu erklären.
Gar so einfach, sich eine stimmige Geschichte auszudenken, war es auch 1989 nicht. Die Kriminaltechnik war noch nicht wie heute, aber völlig ahnungslos waren die genausowenig.
Es ging ja auch nicht nur darum eine stimmige Geschichte parat zu haben, sondern sie auch überzeugend zu präsentieren. Und dies wenige Stunden nachdem man einen Kameraden förmlich abgeschlachtet hat und vermutlich die ganze Nacht wach war. Ich glaube halt nicht, dass ein Typ wie Weber hierzu fähig gewesen wäre,- nicht nach allem, was uns über ihn bekannt ist.

Erfahrene Vernehmungsbeamte erkennen ja auch mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn eine Person im Verhör oder in einer Befragung lügt, oder jeden Halbsatz dreimal in Gedanken abwägt, ehe er ihn ausspricht. Eine stimmige Story ist daher nur die halbe Miete, auf die Darbietung kommt es ebenso an.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 16:52
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Gar so einfach, sich eine stimmige Geschichte auszudenken, war es auch 1989 nicht.
Sich bei allen Befragungen oder Verhören zurückzuziehen auf die Position "ich habe auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen" ist doch die einfachste "Geschichte", die man sich vorstellen kann.

Na gut, "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" wäre vielleicht noch einfacher gewesen...


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