@Der_Schwabe :
Der_Schwabe schrieb:Hättest Du mir, bevor mir dieser Fall bekannt wurde, gesagt, dass es da mitten im Deutschland der 1980'er Jahre eine Kaserne mit Löchern im Zaun gibt, die über einen längeren Zeitraum nicht repariert wurden, hätte ich Dir gesagt, dass das völlig absurd ist. Als SaZ, der zu dieser Zeit gedient hat, hätte ich es für schlichtweg unmöglich gehalten! Trotzdem hat mir dann dieser Fall gezeigt, dass es das wohl doch gab...
Kann ich nur wieder Wort für Wort bestätigen.
@JosephConrad :
JosephConrad schrieb:Ich hätte wg. des Lochs als bearbeitender Staatsamwalt nach dem Mord bei der zus. Einleitungsbehörde der BW ein Verfahren gehen den Kasernenkommandanten beantragt. Aber wetten: er wusste von nichts.
Ich weiß nicht, ob und inwieweit da Möglichkeiten bestanden hätten. Interessant ist aber m. E., was der bearbeitende tatsächlich getan hat, soweit wir informiert sind.
Dass die zuständige Kommandoebene nichts gewusst haben wollen würde, ist schon klar, so einfach dürfte das aber nicht gewesen sein.
@MayorQuimby :
MayorQuimby schrieb:Ich weiß nicht, wie es in anderen Kasernen gehandhabt wurde, aber in "meiner" Kaserne 1986, ist der OvWa, der Dienst hatte, einmal am Tag den gesamten Kasernenzaun abgelaufen, waren irgendwas um 4 Km.
Der OvWa (Offizier vom Wachdienst) wechselte, genau wie die Wache, wenn es Militärwachen waren, täglich, also waren hier wohl einige Dienstgrade dickfällig.
Aber eventuell war der Zaunrundgang nicht befohlen? Andere Kasernen, andere Sitten/ Befehle?
Ich weiß tatsächlich nicht, ob der jeweilige OvWa in "meiner" Kaserne täglich eine Zaunrunde machte, ich weiß nur, dass ich jedes Mal, wenn ich Wachhabender war, u. A. eine Zaunstreife auf der Liste hatte.
Auffälligkeiten wären festzuhalten und zu melden gewesen. Da hätte sich niemand mit "von nichts gewusst" rausreden können, ohne nachher massiv Unterlagen zu manipulieren oder verschwinden zu lassen.
Meldungen dieser Art wurden auch durchaus ernstgenommen.
Ich erinnere mich, mal die 7,62x51 Munition der Wache reklamiert zu haben. Bei der Ausgabe der Wachmunition hatte ich festgestellt, dass einzelne Geschosse locker in den Hülsen saßen. Dazu war es wohl durch die häufigen Lade- und Entladevorgänge im Rahmen des Wachdienstes gekommen, die der scharfen Munition nicht guttaten. Da ich meinen Soldaten die offensichtlich defekte Munition nicht zumuten wollte, habe ich aus Sicherheitsgründen alles aussortiert, was komisch guckte. Sofort Meldung an den OvWa, der an den Sicherheitsoffizier, der an den Kommandeur, da kam Stimmung auf. Die Munition wurde umgehend ausgetauscht. Wahrscheinlich wurde auch die Verwendungszeit kürzer gefasst, denn bei späteren Gelegenheiten habe ich nichts dergleichen mehr festgestellt.
@Gast_01 :
Gast_01 schrieb:Ich gehe sehr stark davon aus, dass der MAD sich mit dem Fall auseinandergesetzt haben wird. Im entsprechenden Abschlussbericht werden diese laschen Verhältnisse (Über längere Zeit Löcher im Zaun, offenstehende Türen) auch passend gewürdigt worden sein.
Wäre zu hoffen.
Inwieweit die Löcher etwas mit dem Fall N.S. zu tun hatten, ist für uns derzeit nicht erkennbar. Wenn ja, dann umso tragischer, was diese Verhältnisse zumindest begünstigt hätten.
MfG
Dew