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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.612 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

28.06.2026 um 21:10
Zitat von Student1980Student1980 schrieb am 12.06.2026:in der Regel sogar die Bauten
während meiner Zeit als Wehrpflichtiger konnte man im Luftwaffenausbildungsregimet in Goslar/Harz jedes Gebäude durch den Müllraum von hinten betreten ohne, daß es der Wachhabende bemerkt hätte, die waren echt immer offen


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

28.06.2026 um 21:12
später wurde ich nach Kalkar/Niederrhein versetzt, dort hatte der Zaun ein allbekanntes Loch. Hat keinen interessiert.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

02.07.2026 um 12:10
Ich habe die letzten Wochen nur gelesen!
Am Anfang hatte ich eine wie auch immer geartete Beziehung oder Eifersuchtstat ja ausgeschlossen. Mittlerweile kommen mir aber Zweifel. Norbert Stolz hatte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Kontakte in dubiose Kreise. Innerhalb des BW Standortes Butzweiler Hof konnte man bis heute keine Verdächtigen ausmachen. Der so genannte Schütze Weber scheint nach wie vor als nicht tatverdächtig zu gelten. Eine Verwechslung durch den Diensttausch scheint auch nicht plausibel. Vielleicht hat sich Norbert Stolz an jenem Abend tatsächlich mit jemandem getroffen?? Vielleicht weil die Kaserne einen relativ geschützten Raum bot für einen katholisch erzogenen jungen Mann... Und das ganze ist dann aus irgendeinem Grund aus dem Ruder gelaufen... Ich meine irgendwas emotional aufgeladene muss es am Ende ja gewesen sein. Vielleicht war die Person schon im Raum als Weber die 23 Uhr Unterschrift haben wollte?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

02.07.2026 um 15:03
Zitat von in1968in1968 schrieb:ch meine irgendwas emotional aufgeladene muss es am Ende ja gewesen sein.
Genau das ist der Punkt! Ich habe schon früh an eine Tat gedacht, die etwas mit Liebe, Sex, Beziehungen, Eifersucht etc. zu tun hat. Eben genau deswegen, weil ich mir kaum ein anderes Motiv denken kann, das einen Täter zu so einer Wahnsinnstat an einem Ort mit so hohem Entdeckungsrisko treibt. Es war, wenn man so will, eine sehr "leidenschaftliche" Tötung, und solche Tötungen entstehen normalerweise nicht aus einem Streit über irgendwelchen Kleinkram.

Ich würden einen ordentlichen Betrag wetten, dass das Motiv aus dem Bereich Liebe, Sex, Beziehungen, Eifersucht etc. kommt. Was aber genau passiert ist, lässt sich schlecht sagen. Einerseits gibt es natürlich die Möglichkeit, dass Norbert in der Kaserne eine Verabredung hatte, die dann ganz anders verlaufen ist, als er sich das vorgestellt hatte. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, vor allem die, dass es - ganz klassisch - um Eifersucht ging. Vielleicht hat Norbert etwas mit einer Person angefangen, die noch nicht "frei" war und wurde dafür "bestraft". Oder die Tat wurde von einer Person begangen, die glaubte, mit Norbert in einer Beziehung zu sein - was Norbert aber anders sah, woraus sich ein Konflikt ergab.

Ich finde in unserer, mittlerweile sehr umfangreichen, Diskussion werden viel zu viele Beiträge darauf aufgebaut, dass: 1. Norbert Soldat war, dass er 2. (aktiv) katholisch war und 3. im Aktenzeichen-Film mit allen möglichen, stereotypen Attributen belegt wurde, die wohl positiv gemeint waren, aber möglicherweise den Blick in die falsche Richtung lenken.

Für mich ist Norbert vor allem erst einmal eines - ein junger Mann. Ein junger Mann, bei dem ich annehmen würde, dass seine psychischen und physischen Bedürfnisse sich nicht groß von denen anderer junger Männer unterscheiden, und bei dem man deswegen annehmen muss, dass er genauso leicht wie andere junge Männer in "zwischenmenschliche Schwierigkeiten" geraten kann. Und - bei dem man übrigens auch annehmen sollte, dass er seiner Familie NICHT alles erzählt hat, und seiner Kirchengruppe vermutlich auch nicht. Norbert wird mehr gewesen sein als die lauwarme Mischung aus 1. vorbildlicher Soldat 2. katholischer Gutmensch und 3. Schwiegermuttis Liebling ...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 07:52
@Coscoroba
Super Beitrag. Genau SO denke ich zwischenzeitlich auch. Er wird ein ganz normaler junger Mann gewesen sein. Er war zwar offenbar katholisch geprägt,hatte aber logischerweise auch emotionale Bedürfnisse die sich von einem Protestanten nicht sonderlich unterschieden... Ausser das man ggf. eher in glaubenstechnische Gewissenskonflikte geriet und Wege finden musste wie manches im Verborgenen bleiben konnte. Ich glaube nicht das es wer aus der Kaserne war. Ich glaube sogar das der Täter nicht zwingend aus Köln stammt. Vielleicht sogar irgendwo aus Deutschland oder dem nahen Belgien /Niederlande. Das könnte der Grund sein warum es von Anfang an so schwer war eine heisse Spur zu bekommen in dem Fall. Ich halte es für möglich das es eine Verabredung gegen haben könnte. Alles andere ergibt für mich kaum noch Sinn nach allem was bekannt ist.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 10:15
Zitat von in1968in1968 schrieb:Ich halte es für möglich das es eine Verabredung gegen haben könnte. Alles andere ergibt für mich kaum noch Sinn nach allem was bekannt ist.
Ja, ich halte eine Verabredung mit einer Person aus Norberts "Liebes- und Sexumfeld" bzw "Ex-Liebes- und Sexumfeld" auch für die wahrscheinlichste Variante. Ich würde aber folgende Variante auch nicht total ausschließen: Der Täter ist eifersüchtig oder will sich wegen eines Seitensprungs Norberts oder einer falschen Versprechung an ihm rächen (oder so ähnlich) und fasst tatsächlich den Plan, Norbert in der Kaserne zu ermorden. Eines nachts steht dieser Täter (mit verstecktem Messer) vor der Tür und klingelt, und Norbert lässt ihn - entgegen der Vorschriften ins Gebäude - weil er die Person kennt und keine Gefahr für sich oder die Kaserne sieht. Dann gehen sie gemeinsam ins Dienstzimmer und der Mord geschieht.

Sollte es diese Variante gewesen sein, dann würde ich schon annehmen, dass der Täter ein Soldat oder Ex-Soldat ist. Er muss nicht in der selben Kaserne gedient haben wie Norbert - aber irgendwo schon, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Zivilist ohne Kaseren-Erfahrung darauf kommt, den Mord ausgerechnet in einer Kaserne zu begehen - wo er die Abläufe nicht kennt, und die Räumlichkeiten auch nicht, Man muss bei diesen Erwägungen, war es ein (Ex-)Soldat oder nicht, sich immer wieder vor Augen führen, wie viele Soldaten und Ex-Soldaten es damals gab. Selbst wenn man nur jene Männer in die Rechnung einbezieht, die noch ungefähr in Norberts Akter waren, bleibt wahrscheinlich eine sechsstellige Zahl von "Verdächtigen" (in Deutschland) zurück.

Sollte es aber doch die wahrscheinlichste Variante gewesen sein, nämlich eine Verabredung, dann würde ich Dir [in968] voll zustimmen, dass der Täter nicht einmal aus Köln, nicht einmal aus NRW und ebenfalls nicht einmal aus Deutschland stammen muss. Der Täter könnte tatsächlich aus einem Nachbarland kommen. Und Norbert hatte eventuell sogar in zwei Bereichen die Chance, Kontakt zu Nicht-Deutschen zu knüpfen: Über die Bundeswehr (gemeinsame Manöver etc.) und über die Kirche (Jugend-Austausch etc.). Klar ist ein deutscher Täter wahrscheinlicher, aber man sollte das mit dem Ausland jedenfalls nicht übersehen ...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 10:36
Die Diskussion hier rutscht meiner Meinung in reine Spekulation ab.

Jeder, der das System Bundeswehr von innen kennt, wird mir zustimmen, dass das UvD Zimmer der am wenigsten romantische Ort auf der ganzen Welt ist, und immer die Gefahr besteht, dass "heimliche" Sachen entdeckt werden, sei es von Kompanieangehörigen, die doch von Freitag auf Sonnabend urplötzlich im Block übernachten wollen, vom Gefreiten Weber oder der OvWa, der nicht gut schlafen kann und einfach mal sagt, ich gehe mal, um runterzukommen, bei den Kompanieblöcken vorbei und Frage die GvDs, ob alles in Ordnug ist. Feldwebel kommen manchmal auf solche Ideen......

Und tödliche Eifersuchtsdramen unter Homosexuellen????? Habe nicht den Eindruck, dass Norbert das war und dann sind Gaypeople nicht im Ansatz sexuell so eifersüchtig wie Heteros.
Ein Eifersuchtsdrama in einer Heterobeziehung? Würde ich mir tausendmal überlegen, sowas an einem Ort aufzuziehen, an dem doch die Gefahr besteht, einer bewaffneten Streife über den Weg zu laufen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 11:42
@MayorQuimby
Wenn wir mal ganz ehrlich sind ist doch alles irgendwie Spekulation was zu dem Fall seit 2024 hier geschrieben wurde.
Es sind ja eigentlich schon fast alle Szenarien durchgespielt worden. Wir sind ja hier schon sei länger Zeit dabei und wir sind bei allem irgendwann in eine Sackgasse geraten.
Für mich stellt sich daher jetzt die Frage was aufgrund der Faktenlage in dem Fall das wahrscheinlichste Szenario sein könnte.
Verdächtige oder etwaige Streitereien am Standort =Fehlanzeige, belastende Material bezgl. Schütze Weber=Fehlanzeige, dubiose Kontakte im privaten Umfeld von Norbert=Fehlanzeige.
Egal in welche Richtung man denkt man bekommt keine Erklärung für die Tat.
Also bleiben ja nur noch Dinge übrig die sich mglw. Im Verborgenen von Norberts Leben abgespielt haben. Wo keiner so recht Bescheid wusste. Und das kann dann tatsächlich an Norbert Stolz katholischer Erziehung liegen und vielleicht war dann die Kaserne für ihn tatsächlich ein geeigneter Ort. Zumal wenn Norbert die Löcher im Zaun als Zugang kannte. Ich war damals selbst an diesem Standort und die Gefahr irgendwie erwischt zu werden war nach meiner Sicht eher gering. Während meines Wehrduenstes stand nur einmal im 22 Uhr der OvWa vor der Haupteingangstür im zu fragen ob alles okay sei. Dann war der nach ein paar Sekunden wieder weg. Während meiner Dienste war nie jemals ein Offizier mit mir im GVD Zimmer.. Ich denke Norbert Stolz wusste das ggf. auch. Die Gefahr war meines Erachtens relativ gering.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 11:53
Zitat von MayorQuimbyMayorQuimby schrieb:Die Diskussion hier rutscht meiner Meinung in reine Spekulation ab.
Die letzten Beiträge von in1968 und mir enthalten genauso viel oder wenig Spekulation wie Beiträge, die den Verdacht äußern, Norbert könne illegalen Machenschaften in der Kaserne auf die Spur gekommen sein oder habe bei einem versuchten Waffenraub im Wege gestanden oder sei gar das Opfer einer Verwechslung (und was immer sonst noch von verschiedenen Foristen spekuliert wurde). Es ist das Wesen dieses Falles mit seiner dürftigen Spurenlage, dass jede Mutmaßung über das Motiv, den Täter und den Tathergang spekulativ bleibt, jede! Und ich frage mich, ob Du auch bei allen anderen Spekulationen, die in diesem Thread angestellt wurden, eingeschritten bist, um zu sagen, dass nun alles in "reine Spekulation abrutsche". Ich vermute mal nicht, habe es aber, zugegeben, nicht nachgepüft.

Mein Gefühl ist, dass Dir eigentlich gar nicht um die "Spekulation" geht, sondern dass Dir einfach diese Richtung der Diskussion nicht passt - warum auch immer. Und das ist ja auch Dein gutes Recht, aber Du könntest das dann auch einfach genauso hinschreiben (und erklären) anstatt die "Spekulation" vorzuschieben.

Der ganz große Pluspunkt unserer Theorie (also: dass das Motiv aus dem Kosmos Liebe, Sex, Beziehungen, Eifersucht etc. kommt] ist der, dass wir seit Jahrhunderten wissen und seit Jahrzehnten auch mit Daten belegen können, dass Motive aus diesem Kosmos für einen beträchtlichen Teil aller Tötungsdelikte verantwortlich sind; vielleicht sogar für den größten Teil. Es hat ja einen Grund, dass Kripo-Beamte bis zum heutigen Tage die alte Weisheit beherzigen: "Folge dem Geld und dem Sperma! (Geht wirklich so, der Spruch). Da Geld, also Habgier, hier wohl als Motiv ausscheidet, ist es doch ganz normal, sich mal mit dem anderen Hauptmotiv auseinanderzusetzen. Insbesondere weil der Mord/Totschlag in diesem Fall ja auch einer der eher leidenschaftlich Art zu sein scheint.

Möglicherweise ist auch schon mal ein Mensch gestorben, weil er seine Kameraden, beim Diebstahl von Malzbier und Dosen-Erbsen überrascht hat. Kann man nicht ganz ausschließen so ein Motiv - aber rein quantitiv liegt es wohl doch leicht hinter Liebe, Sex und Eifersucht zurück, so um den Faktor 10.000 oder so, spekuliere ich. Das Gleiche gilt für fast alle anderen Motive, über die hier SPEKULIERT wurde. Das bedeutet natürlich nicht, dass es ein Motiv aus dem Kosmos Liebe, Sex, Eifersucht gewesen sein MUSS - aber das haben wir (in1968 und ich) ja auch nicht behauptet. Wir halten es nur für recht wahrscheinlich - aufgrund der Gründe, die wir in unseren Posts, auch in diesem, genannt und erläutert haben.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 12:02
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Insbesondere weil der Mord/Totschlag in diesem Fall ja auch einer der eher leidenschaftlich Art zu sein scheint.
Meinst du aufgrund der vielen Stichverletzungen?
Da kann es aber genauso gut möglich sein, dass der Täter aufgrund heftiger Gegenwehr so oft zugestochen hat. Man weiß es nicht.
Norbert Stolz war nicht schmächtig.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 12:15
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Er muss nicht in der selben Kaserne gedient haben wie Norbert - aber irgendwo schon, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Zivilist ohne Kaseren-Erfahrung darauf kommt, den Mord ausgerechnet in einer Kaserne zu begehen - wo er die Abläufe nicht kennt, und die Räumlichkeiten auch nicht, Man muss bei diesen Erwägungen, war es ein (Ex-)Soldat oder nicht, sich immer wieder vor Augen führen, wie viele Soldaten und Ex-Soldaten es damals gab
Einen Täter aus einer anderen Kaserne müsste aber auch irgendwie über die Begebenheiten in dieser Kaserne Bescheid wissen. Wie kommt er rein (Loch im Zaun o.ä.)? Das würde ja nur funktionieren, wenn er schonmal da war oder mit NS verabredet war und der ihm erklärt hätte, wie er rein kommt. Irgendwie passt das alles nicht. Wenn NS tatsächlich mit jemanden verabredet war und das erklärt, warum NS bei Weber nicht den Zettel unterschrieben hat, wäre es doch sogar unverdächtiger gewesen, dass NS um 21:00 (also vor der zu leistenden Unterschrift) zu Weber auf die Stube geht und sagt ,"ich unterschreibe jetzt, weil ich Kopfschmerzen habe und schlafen will, dann musst du nicht mehr runterkommen". Da wäre die Entdeckungsgefahr deutlich geringer als, wenn Weber um 22:00 Uhr zum UvD-Zimmer kommt und der Besuch sich verstecken muss.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 12:41
Zitat von MayorQuimbyMayorQuimby schrieb:Jeder, der das System Bundeswehr von innen kennt, wird mir zustimmen, dass das UvD Zimmer der am wenigsten romantische Ort auf der ganzen Welt ist, und immer die Gefahr besteht, dass "heimliche" Sachen entdeckt werden, sei es von Kompanieangehörigen, die doch von Freitag auf Sonnabend urplötzlich im Block übernachten wollen, vom Gefreiten Weber oder der OvWa, der nicht gut schlafen kann und einfach mal sagt, ich gehe mal, um runterzukommen, bei den Kompanieblöcken vorbei und Frage die GvDs, ob alles in Ordnug ist. Feldwebel kommen manchmal auf solche Ideen......
Genau so sieht es aus. Für alle möglichen Treffen aus romantisch/emotionalen Gründen hätten sich Zeitfenster und Orte außerhalb des Dienstes gefunden. Der eifersüchtige Liebhaber, der Nachts in einen Block eines bewachten und bestreiften militärischen Sicherheitsbereiches eindringt, bzw. sich vorher schon dort versteckt hält, ist mir die am weitesten hergeholte Spekulation.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 13:00
An alle hier:Dann erklärt doch mal bitte alle eure Sicht der Dinge nach der Faktenlage die vorliegt? Würde mich mal interessieren!


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 17:49
Warum nicht die vorhandene Infrastruktur nutzen? Hotels am Wochenende waren auch 1989 sicher nicht günstig und Norbert wohnte ja wohl noch bei den Eltern.
Und für etwas Zusammensein reicht eine UvD Stube.
Vorausgesetzt es gibt keinen Überraschungsgast, der den Plan vermiest (Weber). Aber davon abgesehen, hätte man ja im Block seine Ruhe gehabt.
Es muss ja auch nicht gleich Liebe gewesen sein, aber vielleicht wollte da einer mehr als Freundschaft.
Statistisch gesehen ist jeder zehnte Kölner schwul, wäre das also wirklich sooo unmöglich?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

03.07.2026 um 21:54
Zitat von skyffmskyffm schrieb:Statistisch gesehen ist jeder zehnte Kölner schwul, wäre das also wirklich sooo unmöglich?
Genauer gesagt, sind es sogar 10,6% gegenüber 6,9% im Bundesdurchschnitt:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1222990/umfrage/sexuelle-orientierung-deutschland-koeln/

Aber abseits der Tatsache, dass Köln wohl zurecht als LGBTQ- Hochburg gilt, was sagt das über ein Individuum aus?

Ich finde auch die Tatsache, dass Norbert St. bzw. seine Familie praktizierende Katholiken sind, für sich allein wenig aussagekräftig.

Immerhin ist Köln zugleich Karnevalshochburg, was zumindest für einige Tage im Jahr überschießende Lebensfreude und wohl auch zum Teil etwas gelockerte Sitten bedeutet - und das eben in einem katholisch geprägten Umfeld.

Selbst das Militär schien ja in der Stadt von einer gewissen Laschheit im Umgang mit Regeln geprägt zu sein (Löcher im Kasernenzaun).

Der ganze Fall zeigt auch Gegensätze auf, was Einstellungen und Handlungen einzelner im Vergleich zu landläufigen Vorannahmen über bestimmte Gruppen anbelangt.

Nicht alles ist so, wie es scheint.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.07.2026 um 07:36
@sallomaeander
Da hast du sich an einigen Stellen absolut Recht. Aber die Tat geschah im Jahr 1989! Da wurden manche Dinge eben doch noch etwas anders bewertet und es wurde weniger offen mit dem Thema umgegangen. Ich kenne Menschen, egal ob Frau oder Mann, für die war eine katholische Erziehung in Verbindung mit Intimität (vorallem in frühen Jahren) eine ganz schöne Bürde.
Von daher würde es mich nicht wundern wenn ein GVD Zimmer am Wochenende einen relativ geschützten Raum geboten hat. Aus meiner eigenen Erfahrung in der Kaserne war das Risiko eher gering das dort nach 22 Uhr nochmals ein Vorgesetzrer im Gebäude auftauchte.
Der Grund warum ich mittlerweile diesen Hergang präferiere ist da es für andere Hergänge in Norberts Zivilleben und Leben bei der Bundeswehr keine Begründungen gibt. Selbst der Bruder von Norbert kann sich die Tat ja nicht erklären. Er glaubt halt an die Verwechslung durch den Dienstwechsel (vermutlich aber auch weil er sich anderes nicht vorstellen kann so wie er seinen Bruder kannte) Es muss etwas gewesen sein was im Juni 1989 im Verborgenen bleiben sollte. Ich glaube daher (nachdem für alles andere die Begründungen fehlen und Spuren ins Leere laufen) an eine Tat die ihren Ursprung im zwischenmenschlichen Bereich (um es mal neutral auszudrücken) hat.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.07.2026 um 08:24
Zitat von in1968in1968 schrieb:Aber die Tat geschah im Jahr 1989! Da wurden manche Dinge eben doch noch etwas anders bewertet und es wurde weniger offen mit dem Thema umgegangen.
Davon kann man wohl ausgehen. Der zwar bereits teilentschärfte Paragraph 175 StGB für homosexuelle Handlungen zwischen Männern existierte in der Bundesrepublik Deutschland noch bis 1994. Und bis 1990 galt Homosexualität offiziell noch als Krankheit.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.07.2026 um 08:52
Zitat von in1968in1968 schrieb:Ich kenne Menschen, egal ob Frau oder Mann, für die war eine katholische Erziehung in Verbindung mit Intimität (vorallem in frühen Jahren) eine ganz schöne Bürde.
Ja, das mag für viele so gewesen sein; als jemand, der wesentliche Teile seiner Jugend unter mehrheitlich katholischen Menschen verbracht hat, muss ich allerdings sagen, dass es auch Freiräume gab. Die diversen öffentlichen Veranstaltungen der KJG (Jugendorganisation der rk. Kirche) etwa unterschieden sich nicht von denen anderer (weltlicher) Organisationen, also Jugenddiscos und ähnlichem. Manchmal war Rom halt auch weit weg.

Vielen damals ging es mMn auch vor allem um das Bild nach außen: Man witzelte gern, dass vielen Eltern jeder Partner ihres Kindes recht gewesen wäre, so lange er nur nicht evangelisch war. :)
Zitat von in1968in1968 schrieb:Ich glaube daher (nachdem für alles andere die Begründungen fehlen und Spuren ins Leere laufen) an eine Tat die ihren Ursprung im zwischenmenschlichen Bereich (um es mal neutral auszudrücken) hat.
Dafür spricht ja nun in der Tat einiges, völlig unabhängig von der sexuellen Orientierung von Täter und Opfer, die ja im übrigen keinesfalls identisch gewesen sein muss.

Es mag ja auch Konstellationen geben, in denen die Erwartungen an eine Freundschaft unterschiedlicher Natur sind, und Signale der Gegenseite, bewusst oder unbewusst, missverstanden werden.

Hier mag es ja tatsächlich so gewesen sein, dass das Tatopfers den Gedanken an eine Freundin und an Sex vor der Ehe aufgrund seiner Glaubenspraxis abgelehnt hat, und die andere Seite das als homoerotisches Signal missdeutet hat, weil der Beweggrund unbekannt war.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.07.2026 um 09:04
Also, dem armen NSt ohne jegliche Hinweise, geschweige denn eines Beweises, eine Homosexualität anzudichten, finde ich schon ein starkes Stück. Der arme Mensch kann sich leider nicht mehr persönlich wehren, und so spekulieren hier einige munter drauf los.

Ihr könnt davon ausgehen, dass sowohl bei den Ermittlungsbehörden als auch bei der Familie ein großes Interesse bestand, den Fall aufzuklären. Das bedeutet, alle privaten Sachen von NSt wurden wahrscheinlich genau untersucht. Und anscheinend hat man dabei keinen Hinweis auf Homosexualität oder einen anderen Kontakt gefunden, der für die Tat in Frage kommen würde, also: kein Brief, keine notierte Telefonnummer, keine Notiz zu Ort und Zeit eines Treffens, keine kleinen Geschenke, nichts!

Davon ist auszugehen, und deshalb geht - neben dem persönlichkeitsverletzenden Aspekt - für mich die Spekulation zu einer Homosexualität in die völlig falsche Richtung!


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

04.07.2026 um 09:55
@Sherlock_H

Gib' bitte mal "Homosexualität" oben in der Suchfunktion des Threads ein. Es gibt dazu 24 Beiträge, der erste bereits aus dem März 2025.
Da siehst du auch, dass kein user eine solche dem Norbert Stolz andichten will, sondern dass das Thema nur ein Teil von vielen theoretischen Überlegungen zum Fall (eben in alle Richtungen) ist. Das Thema hat heute nicht mehr den "Tabu-Effekt" wie vor 35 Jahren. Ebenso wurden Überlegungen über ein Treffen mit einer Freundin angestellt (auch die Rolle der "Annette" ist anscheinend bis heute nicht aufgeklärt).


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