EST schrieb:Aber wenn Norbert ja bis spät nachmittags bzw. abends Stapler gefahren hat und der Arrestant den Dienst vertretungsweise ausübte müsste dieser den Täter reingelassen haben. Es sei denn, der Täter ist durch den Keller eingedrungen (aber dann wäre er eher im Keller im Raum gelandet, dessen Innentüre normalerweise verschlossen war
Zum Zeitpunkt der Tat - wahrscheinlich nach 22 Uhr - war ja Norbert S. derjenige, der den Wachdienst ausgeübt hat. Schütze Weber musste sich ja bei ihm den Aufenthalt in der Stube quittieren lassen. Der entsprechende Zettel dürfte ja von der Kripo gefunden worden sein.
Die gefundene Fremd-DNA am Fenster wird mit der DNA von Weber abgeglichen worden sein. Und da er klar ausgeschlossen wurde, wird der Täter wohl jemand anderes sein.
Wenn Norbert S. - wie im FF berichtet - 2 Rundgänge gemacht hat, waren alle Türen und Fenster verschlossen. Vielleicht ist der Täter über die offene Kellertür rein - vielleicht hatte er von der Meldung nachmittags etwas mitbekommen und wusste, dass dort offen ist - und hat sich irgendwann einfach einschließen lassen (und vor Norbert versteckt). Andere Möglichkeit: Der Täter hatte selbst einen Schlüssel, die offene Kellertür passt ihm gut, damit jeder denkt, er sei über diesen Weg ins Gebäude. Und damit es nicht auffällt, öffnet der Täter einfach das Fenster der leeren Stube, damit es so aussieht, als sei er dort raus.
Meinem Eindruck nach - ich wiederhole mich - hat der Täter die Situation genutzt. Er wusste, dass Norbert Wachdienst macht im Gebäude U5. Er wusste auch - denke ich - dass Weber im selben Gebäude im Arrest ist. So kann der Täter von sich ablenken und es gibt direkt einen Verdächtigen. Das Telefonkabel schneidet er durch, so kann keine Hilfe geholt werden kann. Der Täter weiß, dass er für die Tat theoretisch bis um 6 Uhr am nächsten Morgen (bis der Wachoffizier vorbei kommt), Zeit hat. Der Täter kennt die Kaserne und die Abläufe, weiß, wo er ein Messer auf dem Gelände her bekommen kann. Hätte er eine Bw-Waffe genommen, hätte das Rückschlüsse zugelassen.
Was für mich nicht dazu passt, ist die Anzahl der Stiche: Es waren 11 - heisst für mich, der Täter ist irgendwie durchgedreht. Weil er schon lange Wut hatte? Aber warum? Und warum auf Norbert? Und was auch nicht passt, ist, dass ausgerechnet die Wachstube nicht verschlossen war. Entweder hat Norbert S. geöffnet oder der Täter hatte einen Schlüssel.
Die 11 Stiche waren vermutlich nicht geplant. Für die Tötung hätten auch deutlich weniger Stiche gereicht.
Die Obduktion müsste ja den genauen Tathergang rekonstruiert haben. Mich würde interessieren, ob Norbert liegend und im Schlaf/dösend überrascht wurde oder ob er aufgestanden ist, um die Tür zu öffnen und der Täter dann zugeschlagen hat. Das wird die Kripo aber wohl nicht preis geben.