Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989
gestern um 20:06Normalerweise fand sich in der Waffenkammer sehr wenig Munition und nur Waffen. Das wurde in der Regel getrennt aufbewahrt.
Das mag durchaus stimmen.Gast_01 schrieb:Beim Polizistenmord in Heilbronn ging es den bereits damals mehrfachen Mördern des "NSU" auch um die Demütigung des Staates durch Ermordung seiner Repräsentanten und deren Entwaffnung.
Nun bei einem dreimonatigen Durchlauf gäbe es viele Leute die da mindestens rudimentär was wissen, und auch (unbewusst) weitergeben können bei Fragen.Gast_01 schrieb:Um an diese Waffen zu gelangen, sind zunächst einmal intimere Kenntnisse des Innenlebens der Kaserne erforderlich (Wachabläufe, Schlüssellagerung, usw.).
Nunja, wenn der Täter keine Schusswaffe hat, sondern nur ein Messer, ist das der viel dümmere Weg, zwei Leute mit Knarren zu überfallen, besonders wenn man nur ein Täter ist. Da ist der unbewaffenete GvD das viel bessere Ziel.Gast_01 schrieb:Wenn es um die Waffenbeschaffung gegangen wäre, hätte man der Streife auflauern und sie überfallen und entwaffnen können.
Gabs denn beides in der Waffenkammer oder in mehreren Kammern im Block oder nur Waffen? Und wäre das durch den Schlüssel, den Ermittler Weber ja als versiegelt vorhanden beschrieben hat, zugäglich?KTG schrieb:Normalerweise fand sich in der Waffenkammer sehr wenig Munition und nur Waffen. Das wurde in der Regel getrennt aufbewahrt.
Ich gebe Dir Recht, dass man nicht "alles" ausschließen kann, wenn man sich nicht wundern möchte, dass hinterher keine Möglichkeiten bleiben.out_sider schrieb:Ich will ja auch nicht behaupten, es wäre so, aber immer mögliche Motive für den Mord auszuschließen weil es keine Indizien dafür gibt, es aber auch keine anderen Indizien für andere mögliche Motive gibt, ist halt ein trügerischer Irrtum. Wenn man diesen Gedankengang anwendet, muss man ALLE hier diskutierten Möglichkeiten konsequent ausschließen, denn es gibt für keine Möglichkeit ein Indiz.
Aus Sicherheitsgründen gab es in den WaKas der Bundeswehr kein scharfe Munition. Bei Schießübungen ist die Mun direkt an der Schießbahn mit einem BW-entsprechenden Melderitus ausgegeben, bzw. empfangen worden. Nach jeden Schießen ist die angetretene Truppe gefragt worden, ob noch jemand Mun, oder Mun-Teile (z.B. Hülsen) am Mann hat, um auszuschließen, dass zusammenwächst, was im normalen Friedendsdienstbetrieb nicht zusammengehört. Die nächste größere Menge scharfer Munition gab es an der Wache für den Wachbetrieb.out_sider schrieb:Gabs denn beides in der Waffenkammer oder in mehreren Kammern im Block oder nur Waffen? Und wäre das durch den Schlüssel, den Ermittler Weber ja als versiegelt vorhanden beschrieben hat, zugäglich?
Im Podcast sagen die Ermittler, dass es keinerlei Einbruchsspuren bei/an der Waffenkammer gab und auch die Schlüssel wohl nicht entwendet wurden (die lagen ja nicht im GvD Zimmer).out_sider schrieb:Nun bei einem dreimonatigen Durchlauf gäbe es viele Leute die da mindestens rudimentär was wissen, und auch (unbewusst) weitergeben können bei Fragen.
Das weiß ich. Trotzdem wäre es im Bereich des Möglichen, dass das Motiv für den Mord Waffenbeschaffung war, aber nicht vollendet wurde. Das sind zwei Paar Schuhe.abberline schrieb:Im Podcast sagen die Ermittler, dass es keinerlei Einbruchsspuren bei/an der Waffenkammer gab
Im Podcast sagt er aber nicht, dass sie nicht im GvD-Zimmer lagen, sondern lediglich, dass der Umschlag mit dem Schlüssel versiegelt vorhanden war. Wenn der Schlüssel nicht im GvD-Zimmer war, aber das dem Täter nicht bekannt war, hätte man für die Theorie einer Waffenbeschaffung schon einen Grund, warum sie nicht vollendet war: Fehlender Schlüssel.abberline schrieb:und auch die Schlüssel wohl nicht entwendet wurden (die lagen ja nicht im GvD Zimmer).
Wenn man also innerhalb des europäischen Gebietes der N.A.T.O. leichter an die Munition gekommen wäre als an die Waffen, und in den Waffenkammern nur die Waffen lagen, hätte man also mögliches Motiv, Waffenbeschaffung.Gast_01 schrieb:Die Waffen haben den Vorteil, dass sie auf Nato-Kaliber standardisiert sind, was die Mun-Beschaffung erleichtert hätte.
Natürlich, die Beschaffung von (Kriegs-)Waffen ist immer ein mögliches Motiv. Da ich die Verhältnisse in dieser Kaserne aber nicht kannte, habe ich mich da zurückgehalten. Es ist für mich unvorstellbar gewesen, dass der Schlüssel zu einer WaKa in einem versiegelten Umschlag herumliegt. Nachdem, was in Köln möglich war, möchte ich es aber auch nicht ausschließen. Aber der Gedanke, dass ein WaKa-Schlüssel im ausschließlichen Einwirkungsbereich eines Wehrdienstleistenden (u.a. Schütze Weber in Vertretung von Stolz) belassen wird, übersteigt mein bescheidenes Vorstellungsvermögen.out_sider schrieb:Wenn man also innerhalb des europäischen Gebietes der N.A.T.O. leichter an die Munition gekommen wäre als an die Waffen, und in den Waffenkammern nur die Waffen lagen, hätte man also mögliches Motiv, Waffenbeschaffung.
Na die Mun für den Alltagsbrauch ist zu der Zeit in Munbunkern rund um Explatz aufbewahrt worden. Das waren Holzverschläge, etwa 1/2 m³ groß, der Uvd musste die bei den nächtlichen Runden immer kontrolieren, das bedeutete am Vorhängeschloss zu rütteln. So war es jedenfalls bei uns.heritage schrieb:Es wurde nicht kommuniziert wo das Munitionslager ist.
Nicht so ganz, wenn ich mich recht entsinne, bekam die Streife bei uns nur 3 Schuß für das G3 ausgehändigt, bitte gerne verbessern, falls ich mich daran falsch erinner.Gast_01 schrieb:Die nächste größere Menge scharfer Munition gab es an der Wache für den Wachbetrieb.
Völlig unmöglich, Zugriff hatte meiner Meinung nach nur der KpChef. der Kompanietruppführer und der gefreite, der für die Waka zuständig war, beim Spieß bin ich mir nicht mal so sicher.Gast_01 schrieb:Aber der Gedanke, dass ein WaKa-Schlüssel im ausschließlichen Einwirkungsbereich eines Wehrdienstleistenden (u.a. Schütze Weber in Vertretung von Stolz) belassen wird, übersteigt mein bescheidenes Vorstellungsvermögen.
Deine Erinnerung mag passen. Hier sind die Besonderheiten in der jeweiligen Kasernen sichtbar. In meiner "Heimatkaserne" hatten Torposten und Streife das G3 als Waffe und jeweils zwo volle Magazine mit insgesamt 40 Schuss. Der OvWa, StOvWa und der Wachhabende hatten die P1 mit einem Magazin (8 Schuss), während der Stellv. Wachhabende und der KvDStOvWa jeweils das G3 mit einem vollen Magazin also 20 Schuss hatten. In der 15 km entfernten Nachbarkaserne sah es dann schon wieder anders aus (ToPo mit P1).MayorQuimby schrieb:Nicht so ganz, wenn ich mich recht entsinne, bekam die Streife bei uns nur 3 Schuß für das G3 ausgehändigt, bitte gerne verbessern, falls ich mich daran falsch erinner.
Selbst bei den anscheinend lockeren Kölner Verhältnissen ist es schwer vorstellbar, dass der WaKa-Schlüssel zugriffsbereit in einem Umschlag am Schlüsselbrett der UvD-Stube baumelt.MayorQuimby schrieb:
Völlig unmöglich, Zugriff hatte meiner Meinung nach nur der KpChef. der Kompanietruppführer und der gefreite, der für die Waka zuständig war, beim Spieß bin ich mir nicht mal so sicher.Gast_01 schrieb:Aber der Gedanke, dass ein WaKa-Schlüssel im ausschließlichen Einwirkungsbereich eines Wehrdienstleistenden (u.a. Schütze Weber in Vertretung von Stolz) belassen wird, übersteigt mein bescheidenes Vorstellungsvermögen.
in1968 schrieb:Ich bin zunehmend ratlos was den Fall angeht.
Natürlich gibt es realistische Erklärungsmöglichkeiten für dieses Verbrechen.in1968 schrieb:Wir drehen uns echt im Kreis,weil es keine einzige logische Erklärung gibt.
Schmuggler- oder Waffenräubertheorien zähle ich allerdings auch nicht zu den plausiblen Erklärungsversuchen.out_sider schrieb:Was befand sich denn zum damaligen Zeitpunkt in einer Waffenkammer in so einem Block? Waffen? Munition?.
Die bekannten Missstände am Standort (Löcher im Zaun, offene Türen) haben vielleicht eine Indizienkette zulasten einer bestimmten Person brüchig gemacht.Kielius schrieb:Vielleicht siehst du also nur den Wald vor lauter Bäumen nicht...?