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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

4.251 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 14:53
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:entsprechend auch im Gebäude erstmal ohne direkte Kontakte zu Vorgesetzten (das ust ja dann in der Regel sehr sporadisch, gerade nachts). Gab es am Telefon jeden Tag einen Probealarm zu der Zeit?
Ich hab bei meinen GvD Diensten nie einen "Probealarm" erlebt, man saß an Wochenende mitunter durchaus die meiste Zeit alleine rum, wenn nicht gerade der OvWa vorbeischaute.
Angerufen hat normal auch niemand, höchstens mal, wenn die Wache am WE Pizza bestellt hat und gefragt hat, ob man auch mitbestellen will.
Im diskutierten Fall gab es ja zwei GvDs, dav"Weber" bekanntlich einige Stunden einsprang. Dazu kommt ja, dass Norbert wohl keine Stube im Block hatte und die meisten Kameraden dort vermutlich kaum gekannt hat


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 16:28
Zitat von KTKT schrieb am 27.07.2026:Da stellt sich mir immer mehr die Frage warum der Fluchtweg augenscheinlich aus dem Fenster war was nur einige Meter von der Eingangstür entfernt liegt und somit keinen Vorteil bringt.
Außer weniger Licht auf dem Fluchtweg. Haupteingang ist von Licht her echt ein Präsentierteller und dann noch so ne kleine Kaserne + Streife auf dem Gelände etc.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 16:39
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Auf der Stube ist doch kaum was Privates erlaubt.
Keine Ahnung, wie es heute bei der Bundeswehr ist, in den 80ern war das schon erlaubt, man hätte sogar einen Perserteppich in die Stube legen könne, wenn es trotzdem sauber geblieben wäre.
Die Fragen, ob alle Privatfächer in der Kompanie nach der Tat geöffnet wurden, ist nicht klar.
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Auch kann jemand von der Wache mal kurz vorbeikommen und wenn es die Streife ist, weil man sich kennt, ob nun vorschriftsgemäß oder nicht.
Ich kann mir kaum vorstellen, daß eine Streife den Streifenweg verlässt, das ist ein Wachvergehen, was echt hart bestraft wird.
Sich zum Rauchen bei der Streife ein wenig in eine Ecke zu verkrümeln, kam schon mal vor.....

@Xsinenomine
Im Grunde genommen kann ich dir, wie auch schon andere weiter oben, nur empfehlen, den Faden ganz durchzuarbeiten, da werden alle deine Frage ausführlichst erläutert.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 17:00
@MayorQuimby
Hab ich mittlerweile gemacht. Hab auch UvDs erlebt, die auf dem befohlenen Weg mal einen Abstecher auf Stube gemacht haben, um nen Bier zu trinken. Hätte auch sehr hart bestraft werden können. Ich wollte da auch keinen Verdacht schöpfen, sondern dass es nen dienstlichen Auftrag geben kann, Verbindung mit dem UvD aufzunehmen und damit muss ein Töter dann auch rechnen.
Naja, was im Podcast auffällt. Der Gerichtsmediziner würde vielleicht sagen Tatzeitpunkt 2300, 2400 und eher spätabends, als frühmorgens, ABER…

Das ist dann schon ziemlich nah an der 2200 Situation dran. Viel kann dann nicht mehr passiert sein, bis zur Tat.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 17:27
Ich bin nochmal über die Herkunft des Messers im Hinblick auf die Täterschaft Webers gestolpert. Angenommen das Messer war nicht vorher im GvD-Zimmer: Weber kommt wegen der Unterschrift zu spät (verpennt, war draußen etc.). Kommt er dann direkt mit dem Messer? Klingt unwahrscheinlich. Versucht man nicht erst den Kameraden gnädig zu stimmen? ('unterschreib mal, ich geb dir morgen auch ein Bier aus...") NS verweigert trotzdem die Unterschrift und es kommt zum Streit. Da hätte Weber ja erstmal das Messer holen müssen, um ihn dann zu erstechen. In der Zeit hätte NS das Zimmer abschließen können oder auch im Wachbuch einen Eintrag machen können oder beim OvWA anrufen können.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 18:08
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Bei welchen persönlichen Sachen? Und wie unauffällig? Wenn du etwas öffnest, sind die anderen mit auf Stube oder im Raum und warum ein Messer verbergen, mit dem man nichts plant, was erst aus der Situation heraus eingesetzt wird. Ist doch eher was Cooles, Nützliches, Interessantes. Und etwas, das ins Auge fällt.
Ich schätze es so ein, dass das Verhalten typbedingt ist: Der eine gibt mit seinem Messer an und zeigt es herum. Jemand anders besitzt ein Messer, verbirgt es aber vor seinem Umfeld und spricht nicht darüber, sondern behält es für sich.
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Umso wichtiger; wer war im Alltag Messerführer.
Ja, das denke ich auch.
Es wäre interessant zu wissen, wer in der Kaserne vielleicht vor der Tat mit einem Messer, wie es bei der Tat gegen NS eingesetzt wurde, aufgefallen ist.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 18:17
Zitat von KTGKTG schrieb:Weber kommt wegen der Unterschrift zu spät (verpennt, war draußen etc.). Kommt er dann direkt mit dem Messer? Klingt unwahrscheinlich.
Ja, in dem Fall klingt es unwahrscheinlich, aber auch nicht gänzlich unmöglich. Es ist aber auch nur ein hypothetisches Szenario von vielen, das du schilderst.

Wir wissen nicht, wie es abgelaufen ist und, falls es zu einem Konflikt oder einem Streit kam, woran er sich entzündet hat und ob es z.B. zunächst ein "kurzes Vorspiel" gab und sich die Auseinandersetzung später fortsetzte, wobei dann bereits ein Messer im Spiel war und die Situation eskalierte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 18:40
Zitat von KieliusKielius schrieb:Es wäre interessant zu wissen, wer in der Kaserne vielleicht vor der Tat mit einem Messer, wie es bei der Tat gegen NS eingesetzt wurde, aufgefallen ist.
Nach 35 Jahren????????


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 18:54
Zitat von MayorQuimbyMayorQuimby schrieb:Nach 35 Jahren????????
Warum denn nicht?
Wenn man wüsste, wer damals vielleicht mit einem Messer in der Kaserne aufgefallen ist, wäre das doch eine interessante Information für die Cold Case Ermittlungen. Möglicherweise steht dazu etwas in den Ermittlungsakten.

Wenn man bei den Ermittlungen keine Informationen verwenden dürfte, die bereits 35 Jahre alt sind, dann könnte man ja gleich einpacken. Das Verbrechen ist nun mal schon so lange her.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 18:58
@Kielius

Ja, rs auf Stune aber dauerhaft zu verbergen ist schwierig und warum sollte man es verbergen? Man nutzt es, wenn man es braucht, ganz normal und dann fällt es aber eben auf, gerade weil es ja auch Privatgut ist. Das ist wie nutzt einer den dienstlich gelieferten Bettbezug oder eben nicht...
Nicht ganz, aber du verstehst dann wie ich es meine. Es ist eben auch die Tatwaffe, da muss ein klarer Fokus drauf liegen mMn.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 19:01
@MayorQuimby
Schau mal, wir hatten einen, der hat dir jeden Tag x mal erzählt, dass er ja gelernter Metallbauer ist.
Der hatte beim Marschieren immer ne Säge mit, die Märsche zwar so gut wie nie geschafft, aber naja, dann immer Mixery im Auto und zum Bier trinken im Auto auf dem Privatparkplatz für das Mannschaftsheim verstaut ein 3 Liter Weizenglas. Das weiß ich jetzt nach ca. 10 Jahren.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 19:15
@Kielius
Sowas wie: guckt mal, damit wir hier auf Stube oder für BIWAK mal ein vernünftiges Messer haben etc. Das kann schon in Erinnerung bleiben.
Mir sind aus meinem AGA-Zug mindestens 5 Kameraden bekannt, dir auch Kampfsport gemacht haben, einer hatte Koffeintabletten, die ich nie genommen habe.
Einer kam aus Singapur, im Wald gelebt dort, der konnte sehr gut mit Feier umgehen.
Einer wollte Scharfschütze werden, hat an Geoster geglaubt und hat sich rote Schuhe während der AGA gekauft und ich kebne auch die, so schlimm es ist, die Prostitution in Anspruch genommen haben und und und.

Und das weiß ich sehr wahrscheinlich auch in 25 Jahren noch, wenn ich dann noch lebe.

Daher meine Bitte nach dem Fokus auf das Messer.
Lass es zum Beispiel einen gewesen sein, der gerne hin und wieder geschnitzt hat, dann hat der natürlich auch sein Messer öfter mal mitgeführt, einen der regelmäßig in der Gegend geangelt hat, einen Jäger, einen Pilssammler, einen der sich oft Äpfel geschält hat oder anderes Obst mit nem privaten Messer...

Manche essen ja dann auch direkt vom Messer, auch auffällig...


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 19:19
@EST

Du scheinst dich ja für deinen Kameraden nun auch wirklich zu interessieren!
Sag mal, hast du vielleicht schon mal die Idee einer WhatsApp-Gruppe gehabt?
So für Kameraden, die auch oft an ihn denken?

Und mal ne Frage interessehalber, ist Dir vielleicht jenand in Erinnerung geblieben, der ein privates Messee vor Ort gehabt hat? Das wäre ja ein wichtiges Detail und das könnte man auch gut in so einer Runde aufgreifen, weil du dazu ja definitiv nicht nah genug an allen dran gewesen bist.

MkG


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

14.09.2026 um 19:32
@MayorQuimby
@Kielius
Zitat von KieliusKielius schrieb:
Zitat von MayorQuimbyMayorQuimby schrieb:Nach 35 Jahren????????
Warum denn nicht?
Ich habe die Frage, wie @Xsinenomine auch schon aufgeworfen und sehe es hier wie @Kielius .
Begründung:

Feststehende Messer gehörten damals nicht mal bei Kampftruppen zur normalen Ausrüstung. Es gab dieses klassische Feldmesser M68 privat zu erwerben und ich erinnere mich noch daran, dass die Unteroffiziere solche trugen, wenn wir auf dem Standortübungsplatz oder freilaufend außerhalb der Kaserne unterwegs waren. Dort konnten sich ja durchaus Gelegenheiten ergeben, die mal ein etwas größeres, feststehendes Messer erforderten. Innerhalb der Kaserne gab´s das nicht und für Mannschaften schon dreimal nicht. Wir waren immerhin PzGren in Sichtweite des eisernen Vorhangs und da war ein Messer trotzdem auffällig.

Um wieviel auffälliger müsste sowas in einem eher verschnarcht wirkenden Logistikstandort gewirkt haben? Von daher denke ich schon, dass sich jemand erinnern könnte.
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Pilssammler
Zu gut! Waren wir das nicht alle...;-)
Sorry, ich konnte nicht widerstehen, außerdem sammle ich noch immer gerne das eine oder andere gutgezapfte....

In der Sache mit bzgl. Jäger, Angler etc. gebe ich Dir recht.

Melde mich ab, das Feierabendpils ruft.

MfG

Dew


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.09.2026 um 09:06
@Dew

Und genau das ist auch ein wichtiger Punkt, möglicher Alkoholeinfluss beim Täter. Den sollte man gerade um due Uhrzeit und dann auch noch am WE unbedingt berücksichtigen.

MkG


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.09.2026 um 10:55
Zitat von KTGKTG schrieb:NS verweigert trotzdem die Unterschrift und es kommt zum Streit. Da hätte Weber ja erstmal das Messer holen müssen, um ihn dann zu erstechen. In der Zeit hätte NS das Zimmer abschließen können oder auch im Wachbuch einen Eintrag machen können oder beim OvWA anrufen können.
Ich könnte mir z.B. ein Szenario vorstellen, dass Weber trotz Arrests abends die Kaserne verlassen wollte und von Norbert erwartete, dass dieser dabei "mitspielen" würde, wozu dieser aber verständlicherweise nicht bereit war.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.09.2026 um 15:33
@Kielius

Die Sache ist aber halt, dass der Dienstherr damals, wie auch die Ermittler militärisch wie polizeilich sowie der Staatsanwalt damals absolut überzeugt gewesen sind und das wird ja Gründe gehabt haben. Das machen die ja nicht ohne Grund. Und der Kamerad, der hier schon einiges geschrieben hat, der aus seiner Wehrpflichtzeit genau von dem Standort das Opfer und den Kameraden in Ausgangssperre kannte, der sagt ja auch, dass er das sogar ohne die Details genau zu kennen so sieht, dass der als Täter ausfallen sollte und begründet das auch.

Das sollte man dann alles schon auch irgendwo berücksichtigen. Was jetzt gegenwärtig vielleicht an Veränderungen intern da ist, das wissen wir nicht.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.09.2026 um 17:01
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Die Sache ist aber halt, dass der Dienstherr damals, wie auch die Ermittler militärisch wie polizeilich sowie der Staatsanwalt damals absolut überzeugt gewesen sind
Es könnte folgendermaßen gewesen sein:
Jemand beteuert glaubwürdig, dass er mit der Tat nichts zu tun und nur "das große Pech hatte", in der selben Nacht im selben Gebäude gewesen zu sein.
Da es weder belastende Spuren noch Zeugen gibt, lässt sich ein anfänglich vielleicht naheliegender Tatverdacht nicht aufrecht erhalten.
Da also absolut nichts gegen den Mann vorliegt, wird er ausgeschlossen.
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Und der Kamerad, der hier schon einiges geschrieben hat, der aus seiner Wehrpflichtzeit genau von dem Standort das Opfer und den Kameraden in Ausgangssperre kannte, der sagt ja auch, dass er das sogar ohne die Details genau zu kennen so sieht, dass der als Täter ausfallen sollte und begründet das auch.
Ich fürchte, auch Insider können nicht wissen, wer der Mörder von NS ist.
Sie waren in der Tatnacht auch nicht vor Ort.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.09.2026 um 18:33
@Xsinenomine + @alle :
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Die Sache ist aber halt, dass der Dienstherr damals, wie auch die Ermittler militärisch wie polizeilich sowie der Staatsanwalt damals absolut überzeugt gewesen sind und das wird ja Gründe gehabt haben.
Das sehe ich auch so.
Zitat von XsinenomineXsinenomine schrieb:Das machen die ja nicht ohne Grund.
Dazu komme ich noch.

Ich hatte in der letzten Zeit ´ne Menge um die Ohren und habe die Beiträge der letzten Monate mit etwas Abstand mal nachgelesen. Abstand tut manchmal gut bei sowas. Zwischendurch musste ich aber immer wieder an den Fall denken.

Dabei ( beim Denken ) hat sich für mich nochmal recht deutlich der Eindruck verfestigt, der sich beim Lesen wieder bestätigte:
Motiv und Täter sind innerhalb des Systems Bundeswehr und speziell im Mikrokosmos Kaserne zu suchen.

Zum einen bin ich davon überzeugt, dass es bei einem so jungen Menschen wie Norbert Stolz, der aus so geordneten Verhältnissen stammte, keinen "finsteren Rivalen" geben kann, der ein Motiv zum Mord entwickelt, ohne dass man das nicht allerspätestens rauskriegt, wenn man nach so einem Ereignis dessen kurzes und überschaubares Leben in eben diesen geordneten Verhältnissen "auf links dreht". Ich gehe davon aus, dass genau das geschah, nachdem der Staatsanwalt die Ermittlungen speziell in diese Richtung lenkte.

Dasselbe nehme ich für den Kameraden an, mit dem N.S. kurzfristig den Dienst tauschte, also für das erstmal durchaus naheliegende Verwechslungsszenario. Auch dessen zivile Seite wird man untersucht haben.

Abgesehen davon hätte ein Täter von außerhalb des militärischen Betriebs genau dort zugeschlagen, wo er u. U. sogar die Möglichkeit gehabt hätte, den Mord wie einen Unfall aussehen zu lassen. Und nicht das eigene Risiko noch durch das Eindringen in einen militärischen Sicherheitsbereich in ungeahnte Höhen geschraubt. Dass der Dienstbetrieb in diesem Standort für die Gedienten unter uns teilweise "Eigenheiten" aufwies, die uns die immer noch korrekt geschnittenen Haare zu Berge stehen lässt, konnte ja so jemand nicht ahnen. Schilder am Zaun ( Schusswaffengebrauch ), bewaffnete uniformierte Wachen, das ganze militärische Brimborium, das schreckt doch ab.

Und selbst ein "Ehemaliger" aus dem Standort, der die Eigenheiten des Betriebs kannte, müsste geradezu bekloppt gewesen sein, sein Risiko unnötig zu vergrößern und die Möglichkeit einer Verschleierung der Tat auszuschlagen. Egal, ob sich die Tat gegen N.S. oder seinen Tauschpartner gerichtet hätte.

Ein geplanter Mord durch einen Außenstehenden scheidet für mich also aus.

Bleibe ich innerhalb des Standortes, komme ich an "Schütze Weber" nicht vorbei, ohne ihn nicht wenigstens genau zu betrachten. Es war für mich übrigens eine Überraschung, als ich las, dass in dem Standort nur die Rekruten in Grundausbildung ein Bett hatten. So habe ich das jedenfalls verstanden. Wie man unter diesen Umständen die Truppe zu einem der beliebten "NATO-Alarme" zusammentrommeln wollte, dürfte ein wohlgehütetes Geheimnis der Logistik sein. Wurde vermutlich Tage vorher mit Ort, Zeit und befohlenem Anzug am schwarzen Brett ausgehängt...

Interessant bei dieser Betrachtung war für mich auch, dass demnach N.S. zwar Wehrdienstleistender war, aber zum "Stamm" der Kompanie gehörte. Die Bundeswehr hatte ja immer wieder mal Probleme damit, dass selbst unter Wehrpflichtigen schon länger Dienende den Neuen, Frischlingen, Füchsen oder wie man sie titulierte, das Leben schwer machten. Ausgerechnet die Logistiker habe ich bei solchen Szenarien zwar nicht als Erste auf dem Schirm, aus solchen Handlungen könnten sich bei einem entsprechend gepeinigten Opfer aber auch Mordmotive ergeben haben. In der Richtung scheint sich nichts ergeben zu haben, N.S. entspricht nach den Beschreibungen auch nicht dem Typ, der sowas macht.

Darum zurück zu "Schütze Weber". Sollte sich um Arrest und Unterschriften tatsächlich eine solche Eskalation aufgebaut haben, die buchstäblich "bis auf´s Messer" ging? Nach vorherigem heftigem Zuschlagen? Obwohl die Geschichte holprig daherkommt, halte ich das für unwahrscheinlich. Zumal ihm N.S. gutwillig den Anruf seiner Freundin durchgab ( ein "Kameradenschwein" hätte auch sagen können, der "Weber" ist nicht da ).
Weiterhin hätte "W." von einem Angriff mit Faust und Messer allerhöchstwahrscheinlich selbst Blessuren ( siehe Boxerfraktur ) davongetragen und schlussendlich das Problem gehabt, mindestens die Tatwaffe, nebst blutbefleckter Kleidung unauffindbar loszuwerden und trotzdem seine Arrestbedingungen nicht zu verletzen.

Ich nehme daher an, dass "W." nicht zu Unrecht als Tatverdächtiger ausgeschlossen wurde.

Bei der Betrachtung der Tatsituation könnte man einen bestimmten Schwerpunkt setzen. Man könnte die Tat so verstehen, dass es dem Täter darum ging, den Fluss von Information zu unterbinden. Das zeigt sich für mich nach längerer Betrachtung darin, dass das Telefon als Hilfsmittel zur Informationsweitergabe unbrauchbar gemacht wurde. Und da das nicht reichte, musste N.S., als Besitzer der Information, auch zum Schweigen gebracht werden. Die Reihenfolge erscheint dabei unerheblich. Die Information durfte das Kompaniegebäude nicht verlassen.

Unter dieser Vorgabe konnte, ja musste N.S. diese Information erst ganz kurz vorher erhalten haben. Das einzig ungewöhnliche, kurzfristig eingetretene und von N.S. nicht selbst eingeleitete Ereignis, von dem wir wissen, waren die außerplanmäßigen Verladetätigkeiten, zu denen er herangezogen worden war.

Wird fortgesetzt.

Melde mich ab.

MfG

Dew


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

15.09.2026 um 20:23
@Dew
Du hast dir sehr viel Mühe gegeben mit deinem Beitrag.
Zitat von DewDew schrieb:Wird fortgesetzt.
Bin schon gespannt, was noch folgt.

Ich bin beim Lesen auf folgende Punkte aufmerksam geworden.
Zitat von DewDew schrieb:Motiv und Täter sind innerhalb des Systems Bundeswehr und speziell im Mikrokosmos Kaserne zu suchen.
D'accord.
Zitat von DewDew schrieb:Dasselbe nehme ich für den Kameraden an, mit dem N.S. kurzfristig den Dienst tauschte, also für das erstmal durchaus naheliegende Verwechslungsszenario. Auch dessen zivile Seite wird man untersucht haben.
D'accord.
Zitat von DewDew schrieb:Ich nehme daher an, dass "W." nicht zu Unrecht als Tatverdächtiger ausgeschlossen wurde.
D'accord.
Wie gesagt, ich kann mir den damaligen Ausschluss allerdings nur so erklären und nicht anders:
Zitat von KieliusKielius schrieb:Da es weder belastende Spuren noch Zeugen gibt, lässt sich ein anfänglich vielleicht naheliegender Tatverdacht nicht aufrecht erhalten.
Da also absolut nichts gegen den Mann vorliegt, wird er ausgeschlossen.
Sonst gäbe es nämlich einen Widerspruch zur Aussage des Cold Case Ermittlers bei Aktenzeichen XY, wonach sämtliche Szenarien von damals erneut auf dem Prüfstand seien.

Der Mann wurde also damals, nachdem er zunächst unter Tatverdacht geriet, später ausgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass er als potenzieller Täter ausscheidet. Genauso wie viele andere Personen, die in der Tatnacht auf dem Kasernengelände waren, nicht ausscheiden dürften, auch wenn es keinerlei Verdachtsmomente gegen sie gab oder gibt.
Zitat von DewDew schrieb:Bei der Betrachtung der Tatsituation könnte man einen bestimmten Schwerpunkt setzen. Man könnte die Tat so verstehen, dass es dem Täter darum ging, den Fluss von Information zu unterbinden. Das zeigt sich für mich nach längerer Betrachtung darin, dass das Telefon als Hilfsmittel zur Informationsweitergabe unbrauchbar gemacht wurde.
Diese Interpretation finde ich hochspekulativ.

Damals war es gang und gäbe, dass Straftäter jeden Typs bei ihren Taten das Festnetztelefon ihrer Opfer unbrauchbar machten, indem sie kurzerhand das Kabel zerschnitten.
Ich denke, dass es hier genauso war, und sehe zumindest keine Anzeichen, dass in diesem Fall mehr dahinter stecken könnte.
Zitat von DewDew schrieb:Das einzig ungewöhnliche, kurzfristig eingetretene und von N.S. nicht selbst eingeleitete Ereignis, von dem wir wissen, waren die außerplanmäßigen Verladetätigkeiten, zu denen er herangezogen worden war.
Deshalb gehe ich persönlich bei einer Theorie, die das durchschnittene Telefonkabel und die aushilfsweise Verladetätigkeit von NS zu einer "Erzählung " zu verknüpfen versucht, nicht mit.


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